Oh, Jerusalem (D.Hunt)

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Dave Hunt

Oh, Jerusalem!

„Weinend kommen sie, und unter Flehen führe ich sie; ich will sie zu Wasserflüssen führen auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht straucheln werden; denn ich bin Israel zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener.“ – JEREMIA 31,9

Israel ist das Hauptthema der Bibel. Die meisten ihrer Seiten handeln von ihm. Die vielen Prophezeiungen hinsichtlich Israels Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind wesentlich für das Verständnis von Gottes Wort. Leider werden sie ignoriert, wegerklärt oder einfach abgewiesen durch die überwiegende Mehrheit der bekennenden Christen. Eine zunehmende Anzahl von ihnen behauptet, dass die Kirche Israel ersetzt hätte.

Doch Jeremia erklärt, Israel soll nie „aufhören, allezeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein“ (Jer 31,35); in nur einer Predigt bezieht sich Paulus auf Israel alleine dreimal als eine fortdauernde Einheit (Apg 13,17.23.24); und auf den zwölf Toren des himmlischen Jerusalem sind geschrieben die Namen der „zwölf Stämme der Kinder Israels“ (Off 21,12) – so gibt es überhaupt keine zehn verlorenen Stämme! – zusammen mit den Namen „der zwölf Apostel des Lammes“ in den Grundsteinen (21,14). Sich dessen nicht bewusst, dass „die Replacement Theologie“ [die Kirche ersetzt Israel] eine von mehreren römisch-katholischen Lehren ist, der Luther, Calvin und anderen führenden Reformern anhing, wird sie von vielen als die Reformationstheologie akzeptiert.

Jesus Christus, der Retter und Erlöser all derer, die an Ihn glauben, ist natürlich das wichtigste Thema in der Schrift – doch ohne Israel würde es keinen Retter geben. Jesus ist ein Jude, der von Abraham, Isaak und Jakob abstammte, durch den König David, was Ihm das Recht gibt, über Israel und die Welt zu herrschen. Er wurde in Israel geboren, lebte dort alle Seine Tage auf Erden, und diente (mit wenigen Ausnahmen) ausschließlich den Juden: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24). Er gebot Seinen Jüngern, „Begebt euch nicht auf die Straße der Heiden… geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 10,5.6). Nach dem Kreuz und der Auferstehung jedoch gebot Er ihnen, das Evangelium „in aller Welt“ zu verkünden (Mt 28,19; Mk 16,15 [2]) – aber das Evangelium bleibt „zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen“ (Röm 1,16).

Letzten Monat sahen wir, dass die unglaubliche Weite des Weltalls es der Menschheit unmöglich macht, auch nur die Ränder des Kosmos mit einem Raumschiff oder per Funk zu durchdringen. Wie Schwindel erregend ist es dann, dass der Schöpfer diesen kleinen Planeten und eine kleine Stadt darauf auserwählt hat, auf ewig das Zentrum des Universums zu sein. Gott umging Tausende größere Städte von größerer Schönheit und Bodenschätzen und sagte, „In diesem Haus… will ich meinen Namen wohnen lassen ewiglich“ (2 Kö 21,7; 2 Chr. 33,7)

Gott erklärte, dass er in den letzten Tagen Jerusalem zu einem „Laststein für alle Völker machen werde“ (Sach 12,3). Damit das wahr werden konnte, musste es eine weltweite Organisation geben. Die Vereinten Nationen wurden 1945 gegründet, rechtzeitig, um Israel wieder zurück in seine Existenz zu wählen, nach 1.800 Jahren der Zerstörung und Zerstreuung. Und Jerusalem ist eine solche Last geworden, dass die UN ein Drittel ihrer Zeit aufgewandt hat, über Israel zu debattieren und es zu verurteilen, eine kleine Nation, deren Einwohnerzahl gerade mal einem Tausendstel der Erdbevölkerung entspricht. Schlussendlich wird der Dritte Weltkrieg wegen Jerusalem gekämpft werden, wenn die Armeen des Antichristen versuchen, Gottes Plan für die Stadt zunichte zu machen und Hitlers „Endlösung des jüdischen Problems“ mit der Zerstörung Israels und aller Juden weltweit ausführen wollen.

Zweimal in der Bibel wird Jerusalem „Stadt unsres Gottes“ genannt (Ps 48,2.9) zweimal „die Stadt Gottes“ (Ps 46.5, 87.3), achtmal „die heilige Stadt“ (Neh 11,1; Jes 48,2; 52,1; Mt 4,5 usw.), und einmal „Stadt des HERRN der Heerscharen“ (Ps 48.9). Gott hat angeordnet, dass niemals eine andere Stadt Jerusalem gleich kommen wird! Sie wird 811-mal in der Bibel erwähnt, aber nicht einmal im Koran, was die Lüge, sie sei den Moslems heilig, deutlich macht. Erst nach Israels Wiedergeburt wurde dieser falsche Anspruch erfunden, um moslemische Angriffe gegen Israel als „Besatzungsmacht“ zu rechtfertigen. USA, UN, EU und andere nehmen diese Lüge als Grundlage eines den Israelis aufzuzwingenden „Friedens“ mit moslemischen Nachbarn an, die fest entschlossen sind, sie zu zerstören.

Jerusalems gesamte Geschichte, einschließlich seiner Zerstörung und schlussendlichen Wiederherstellung in den „letzten Tagen“, wurde durch die alten hebräischen Propheten und durch Jesus Christus verkündet („Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird „ – Mt 24,2; „…da diese Stadt dem HERRN gebaut werden soll… es soll ewiglich nicht mehr zerstört noch niedergerissen werden“ – Jer 31,38-40). Immer noch im Werden, angesichts einer heftigen Opposition seitens der Welt und des Satans, ist die andauernde Erfüllung dieser Prophetien (und keine von ihnen kann sich möglicherweise auf die Kirche beziehen). Das ist der größte Beweis, den Gott von Seiner Existenz liefert, und dafür, dass die Bibel Sein unfehlbares Wort ist – ein entscheidender Beweis, der die „Replacement Theologie“ widerlegt.

Dass Christen Gottes Ziele für Israel leugnen würden, kann man überhaupt nicht verstehen. Gleichermaßen unglaublich ist die Tatsache, dass Israel selbst Gott und seine Wohltaten abgelehnt hat, die Er ihnen gewähren wollte. Diese Rebellion hielt trotz der spektakulären Zurschaustellung von Gottes Macht und Schutz an: Er hat das Rote Meer geteilt, führte sie in der Nacht durch eine Feuersäule und eine Wolke am Tag, gab Wasser aus einem Felsen, frisches Manna täglich, sie hörten Gott mit hörbarer Stimme sprechen, sahen die Stadtmauern Jerichos zusammenbrechen und die wundersame Niederlage von Armeen, die der ihren weit überlegen war, usw.

Dieser unentschuldbare Unglaube hält heute sowohl bei den meisten Juden weltweit, wie auch in der Kirche an. Die weite Mehrheit der Juden lehnt Christus weiterhin als ihren Messias ab, trotz der Erfüllung von Hunderten von Prophetien durch Ihn, die Seine Identität jenseits jeden Zweifels beweisen. Wie ihre eigenen hebräischen Propheten vorhersagten, ist der Messias gekommen, und wurde von Seinem Volk und der Welt abgewiesen. Überdies schließen sie sich sogar den häretischen Replacement Theologen an, indem sie es ablehnen, Gottes Hand in der Bewahrung der Juden als identifizierbares, ethnisches Volk und beim Zurückbringen in ihr Land nach 2.500 Jahren der Zerstreuung anzuerkennen.

Nichts verdeutlicht Gottes leidenschaftliches Begehren, Israel zu segnen, und die entschlossene Zurückweisung von Ihm und den Wohltaten, die er ihnen zukommen lassen wollte, so sehr, wie Christi von Schmerz erfüllte Klage über Jerusalem. Als er die Stadt Gottes vom Ölberg her anschaute, weinte Er über sie: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ (Lk 13,34).

Das Neue Testament berichtet nur von einer Gelegenheit, wo Christus über Jerusalem weint. Wie konnte Er dann behaupten, unzählige Male über sie geweint zu haben? Er behauptete damit eindeutig, der Gott Israels zu sein, der Seine Propheten wiederholt aussandte: „Dazu hat der HERR alle seine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem er sich früh aufmachte und sie [immer wieder] sandte… Aber ihr habt mir nicht gehorcht, spricht der HERR“ (Jer 25,3-7).

Was die „Replacement Theologie“ betrifft, da gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen Israel und der Gemeinde: Beide werden Gottes „Auserwählte“ genannt (Jes 45,4; Mt 24,31; 1 Pt 1,2 [11]); beide werden ein „heiliges Volk“ genannt, das von der Welt abgesondert ist (3. Mo 20,24-26; 5. Mo 14,2; Ti 2,14; 1Pt 2,9); beide sollten gehasst und verfolgt werden (sogar bis zum Tod) durch die Welt (Ps 119,161; Ps 143,3; Mt 24,9; Joh 15,20; 17,14); und beide werden zur Heiligkeit aufgerufen (3. Mo 20,7; 1 Pt 1,15).

Jedoch gibt es viele Unterscheidungen: Israel wird auf dieser Erde ein Land versprochen und eine Stadt, der Kirche ein Heim im Himmel. Israel wird von Christus regiert werden; mit Ihm wird die Kirche Israel und die Welt regieren. Zwei Drittel aller Juden auf der Erde werden unter dem Antichristen getötet werden (Sach 13,8-9); aber die Kirche wird zu dieser Zeit nicht auf der Erde sein, weil sie mit Christus im Himmel verheiratet wird (Off 19,7.8). Bei Seinem Zweiten Kommen wird Israel Christus zum ersten Mal anerkennen; die Kirche wird mit Ihm vom Himmel in Triumph (Sach 14,4.5; Jud 14 [16]) als Seine Braut kommen, die nie Seine Seite verlässt.

Israel war immer in beinahe vollständigem Unglauben, sogar in den Tagen Moses (Ps 81,8-13 [17]), aber die Kirche war zu Beginn treu und geht erst in den „letzten Tagen“ in den Abfall (Apg 20,29.30; 2 Thes 2 [18].3). Trotz der Klage, dass die Israelis es aufgrund ihrer Rebellion und Abweisung Christi nicht verdienen, dort zu sein, ist ihr Unglauben heute nicht schlimmer als damals, als Gott sie das erste Mal unter Joshua in das Land gebracht hat. Israel hat beständig rebelliert und Götzen angebetet, sogar unter Moses auf dem Weg ins Gelobte Land.

Israel wird aus dem Abfall in totaler Verwandlung und Wiederherstellung auf dieser Erde herauskommen (Hes 36,37); aber die Gemeinde sinkt bis zur Entrückung immer tiefer in den Abfall (Apg 20,29-31; 2 Thes 2,3 [19]: Jud 3,4) und wird erst im Himmel vervollkommnet werden. Israel ist bereits von Anfang an abgefallen gewesen: die Kirche begann gut, aber sie fällt zunehmend ab, wobei sich der Abfall in den letzten Tagen verschlimmert. Bei meinen jüngsten Treffen an vielen Orten in ganz England war ein großer Teil der Teilnehmer aus abgefallenen Kirchen geflohen.

Wie Israel in den Götzendienst gelangte, und die Götter der Nationen um sie herum annahm, so nimmt die Kirche, durch die wachsende ökumenische Bewegung falsche Lehren an. Engländer, deren Vorfahren trotz Flammen und Schwert fest gegen Roms schlimme Häresien standen, prahlen nun mit ihrer Einigkeit mit der Hure Babylons. Während ich dort war, dacht ich wiederholt an Hugh Latimer und Nicolas Ridley, die im Jahre 1555 an denselben Scheiterhaufen in Oxford festgebunden waren, weil sie sich weigerten, die angebliche „Transsubstantiation“ einer Hostie in den sprichwörtliche Leib Christi zu akzeptieren. Als die Flammen emporstiegen, rief Latimer aus, „Seien sie getrost, Meister Ridley, und seien sie ein Mann; wir werden an diesem Tag durch Gottes Gnade eine solche Kerze in England anzünden, die, wie ich fest hoffe, nie ausgehen wird.“ Tragischerweise ist diese Flamme kaum sichtbar. Die Reformation im 16. Jahrhundert, die England und Europa verwandelte, wird nun von der überwiegenden Mehrheit der Christen und Kirchenführer verworfen.
Billy Graham sagt, sein Glaube sei im Grunde der gleiche wie derjenige der orthodoxen römischen Katholiken. Er behauptet, dass die Messe „richtig und dem Evangelium entsprechend“ ist und prahlt damit, dass die römisch-katholische Kirche ihn überall willkommen geheißen hat. Chuck Colson, ein Architekt des ECT (Evangelikale und Katholiken gemeinsam), spricht sich dafür aus, sich Rom anzuschließen und besucht die Messe mit seiner römisch-katholischen Frau. Rick Warren, James Dobson und andere wissen es gewiß besser, doch arbeiten sie gemeinsam mit Katholiken und ihre Kirche warnt nicht davor. Ich wünschte, diese Männer würden Lourdes in Frankreich besuchen (wie Ruth und ich es gerade getan haben), ohne in ihrem Geist betrübt zu werden und gequält in ihrem Gewissen.

Unsere Herzen brachen wegen dieser armen, getäuschten Leute, die in Lourdes in einem beständigen Strom zu Tausenden jeden Tag ankamen, viele im Rollstuhl oder auf Tragen. Beim Vorrücken der langen Schlange durch die Grotte, wo „Maria“ 1858 der Bernadette erschien, liebkosen die Leute mit ihren Händen die Wände, und hoffen, geheilt zu werden oder einen Segen zu erhalten. Einige wispern verhalten das „Gebet an unsere Liebe Frau von Lourdes: ‚Oh unbefleckte Jungfrau Maria, Mutter der Gnaden, der du die Zuflucht der Sünder bist, die Gesundheit für unsere Kranken, und der Trost für die Heimgesuchten…. Durch deine Erscheinung in der Grotte von Lourdes machtest Du sie zu seinem privilegierten Heiligtum, wo deine Gunsterweise den Leuten gegeben werden, die aus aller Welt hierher strömen…. Deshalb komme ich zu dir mit grenzenlosem Vertrauen…. Erhalte, oh liebende Mutter… meine Bitten…. Ich werde mich anstrengen, deine Tugenden nachzuahmen, damit ich eines Tages deinen Ruhm teilen werde.’“ Mutter der Gnaden… Zuflucht der Sünder… dein Ruhm? Welche Blasphemie!

Diese katholische „Maria“ ist überall die dominierende Figur, wohin man sich dreht. Jesus erscheint nur als Baby in ihren Armen (sogar im Himmel), hängt am Kreuz oder leblos auf ihrem Schoß zu Fuß des Kreuzes. In der Hauptkathedrale hinter dem Altar schwebt eine große „Maria“, mit den Worten, Par Marie à Jesus [„Durch Maria zu Jesus“]. Doch Jesus ist der anerkannte Mittler für Gott, aber Maria ist der einzige Weg zu Jesus. Jede Begeisterung für Jesus ist auffallen abwesend. Auf Hunderten von Steinen mit denen die Kathedrale erbaut wurde, sind Lobpreise für und Gebete zu „Maria“ eingraviert.

Eine Menge von in die Irre geführten Seelen, sie tragen Kerzen in allen Größen (in der Nähe gekauft für unterschiedliche Preise) gehen die ungefähr 100 Meter durch die Grotte zu zwei Reihen von angrenzenden Metallflächen, wo Kerzen aufgestellt und an der Flamme der anderen angezündet werden, damit ein beständiges Licht leuchtet. Tausende dieser Kerzen brennen gleichzeitig, Tag und Nacht, das schmelzende Wachs tropft durch das Gitter in Metallboxen, die durch leere ersetzt werden und wieder in die Fabrik zurückgebracht werden, um wieder in noch mehr Kerzen recycled zu werden, damit die Kirche noch mehr einnimmt. Über und hinter den Kerzen in jeder Sektion sind die Worte in mehreren Sprachen eingeschrieben: in Französisch – Cette lumière prolonge ma prière [„dieses Licht verlängere mein Gebet“]

Die frommen Nachfolger „Marias“ können auch Messen kaufen, die für die eigenen „Vorhaben“ irgendwo in der Welt gelesen werden. Außerhalb des eingezäunten Areals sind die Straßen der Stadt gesäumt von Geschäften, deren Kassen beim Kauf von Ablässen, Kruzifixen und alle Arten von heiliger Hardware klingeln, die die Kirche ausgedacht hat, um Segen von der „Jungfrau“ auszuteilen – nicht umsonst. Unter den größten Verkaufsrennern sind Plastikflaschen unterschiedlicher Größe, geformt wie die „Jungfrau Maria“, die mit Wasser aus der heiligen Quelle gefüllt werden.

Israels Abfall einschließlich der Anbetung von Götzen, ist nicht schlimmer als das, was Rom praktiziert, und mit dem sich Evangelikale in ökumenischer Partnerschaft ebenfalls verbunden haben. Die Welt ist in Rebellion gegen Gott, aber das ist auch die Kirche. Der Beweis für die Rebellion ist überall.

Auf einem Friedhof in der Normandie stolperte ich mit gebrochenem Herzen durch hunderte der mehr als 9.000 kahlweißen Marmorkreuze, die in perfekter Aufreihung die Gräber von Männern markieren, die in der Invasion vom Juni 1944 starben, als sie Europa befreiten. Jede Markierung trägt Name, Rang, Einheit und Datum des Todes. Ich war nicht in der Lage, diesen Schrecken zu ergründen und weinte, ohne mich kontrollieren zu können, meine Brust hob und senkte sich, und ich rief aus, „Herr, warum hast Du den Menschen gemacht? Du kanntest all das Böse und Leiden, das daraus entstehen würde. Worum geht es bei diesen Kreuzen? Wie viele dieser Männer glaubten an Christus, der für ihre Sünden starb?“

Hier und da war ein weißer marmorner Davidsstern. Eine überraschende Anzahl dieser Monumente hatte keinen Namen, sondern nur die Aufschrift, „Hier ruht in geehrtem Ruhm ein Kriegskamerad, den nur Gott kennt.“ Ich dachte an die Vielen, die nicht ruhen, sondern in Höllenqualen waren. Und noch einmal, mit bebender Brust keuchte ich wieder und wieder, „Warum Herr? Warum?“
Ich wusste, dass Gott den Menschen geschaffen hatte, um ihm Seine Liebe und Segen zu gewähren. Das gegenwärtige Übel der Welt ist nicht das, was Gott erschaffen hat und Er kann nicht dafür getadelt werden. Das ist die Welt, die der Mensch in seinem Widerstand gegen Gott gemacht hat, indem er versuchte, als sein eigener Gott zu agieren.

Meine Seufzer waren nur ein Echo der Schreie von Gottes eigenem Herzen – welche unsere berühren sollten. Der Vater trauert über diese Welt, sei es wegen der Jahrhunderte langen Zurückweisung Seiner Liebe durch Seine Auserwählten, die Juden, oder wegen des Abfalls der heutigen „christlichen“ Kirche, oder wegen der Verlorenen, die ihm die Nase für sein Angebot der Vergebung ihrer Sünden und dem ewigen Leben in Seiner Gegenwart zeigen.

Lasst uns beten, dass doch echte Buße zur Kirche und zu der Welt kommen wird, um des Vaters Herz zu erfreuen und dass Christus die Früchte Seiner Seelenqual sehen und zufrieden gestellt sein wird.

Wir hören die Klage O Jerusalem! ungeschwächt als Echo im Laufe der Jahrhunderte, obgleich Juden und Heiden Ihn dort kreuzigten. Nun weinen wir für die gesamte Welt. Mögen wir als Abgesandte Seines Erbarmens alles tun, um so viele wie möglich zu retten, bevor es auf ewig zu spät ist.

„Von ferne her ist mir der HERR erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Jeremia 31,3

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