Satan-Fürst dieser Welt

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Erich Sauer

SATAN, DER FÜRST DIESER WELT

– DER WIDERSACHER DES MENSCHEN –

I. Gibt es einen persönlichen Teufel?

Die Bibel lehrt das Dasein eines persönlichen Teufels.

Über diese Lehre ist viel gespottet worden, in ungezählten Fällen allerdings ohne eigenes, ernsthaftes Nachdenken. Gar zu oft ist »Freidenker«-sein nicht viel mehr als »frei« sein vom »Denken«. In Wahr­heit aber erweist sich auch hier die biblische Weltanschauung als über die Kritik und Gedankenlosigkeit ihrer Gegner turmhoch erhaben Dies zeigt schon eine kurze naturphilosophische Überlegung.

1. Das Zeugnis von Natur und Geschichte.

Unleugbar ist die uns bekannte Naturordnung keine vollkommene. Eine absolute Welthar­monie existiert nicht. Vielmehr bietet uns die Natur einen rätselhaften Zwitterzustand dar von Glück und Unglück, Weisheit und Unver­nunft, Zweckmäßigkeit und Zerrüttung. Jubel und Jammer, Güte und Grausamkeit, Lebensfreude und Todesweh – dies alles durchzuckt den Organismus der Erdwelt

a. Die Disharmonie in der Welt. Diese beweist zunächst noch nicht das Vorhandensein gottfeindlicher Mächte. Denn Unvollkommenheit an sich braucht noch nicht notwendig eine Folge von Gottwidrigem zu sein. Es ist klar, daß zu den vom Schöpfer Selbst gegebenen Ge­setzen der raum-zeitlichen Welt auch der Grundsatz der Entwicklung gehört. Die Welt, wie Gott sie will, muß werden. Im Begriff der Ent­wicklung aber liegt es, daß das, was sich entwickelt, sich aus einem relativ niederen Zustand in einen höheren und vollkommeneren ent­wickelt, bis zuletzt das Endziel des ganzen Werdeganges erreicht ist. Eine absolute Gleichheit des Vollkommenheitsgrades der einzelnen Stufen würde den Begriff der Entwicklung und des Werdens aufhe­ben. Wenn es also nun einen Gradunterschied zwischen relativ un­vollkommenen und relativ vollkommeneren Stadien in der Schöpfung gibt und geben muß, so ist, für eine auf ein Werden hin angelegte Welt, eine solche relative Unvollkommenheit etwas Gottgewolltes und Gottgegebenes, solange die Entwicklung andauert.

Dies ist aber nicht die Unvollkommenheit, welche die gegenwärtige Welt offensichtlich kennzeichnet. Allerdings zeigt sie auch zahlreiche solchenormalen Unvollkommenheiten, die mit dem Begriff jedes Wachstums notwendig gegeben sind. Vorherrschend ist aber eine andere Unvollkommenheit, eine anormale, die ein Prinzip der Hem­mung in sich birgt. Niemand wird behaupten, daß Sterben nur ein geringerer Grad vom Leben, daß Lügen nur eine Vorstufe der Wahr­heit, daß Mord ein Anfangsstadium der Nächstenliebe sei. Sinnlos und wirklichkeitsfremd ist darum die Idee des Pantheismus, daß al­les, was wir als »Übel« empfinden – sogar das Böse und der Tod – keine unnormalen, sondern normale Unvollkommenheiten seien, d. h. notwendige Durchgangsstadien des Gottwelt-Evolutionsprozesses, etwa wie Kälte nicht ein Widerspruch zur Wärme, sondern nur ein geringerer Grad der Wärme sei.

Nein, durch die Natur geht ein ganz anderer, viel gewaltigerer Riß! Hinter dem Kampf in der Natur steht offenbar irgendwie eine Revolution. Der unserer Erfahrung zugängliche kleine Ausschnitt aus dem Kosmos ist für jeden Beobachter in einer rätselhaften Verfas­sung. »Auf der einen Seite zeigt er zuviel Vernunft, Weisheit und Glück, um die Gottesleugnung zu rechtfertigen; auf der andern Seite zeigt er zuviel Unvernunft, Bosheit und Unglück, um den Gottesglau­ben wahrscheinlich zu machen. Er macht den Eindruck eines großar­tigen Tempels in trümmerhaftem Zustande, dessen tiefsinnige In­schriften von einem Unbekannten boshaft und geschickt karikiert worden sind« (Dr. von Gerdtell).

Daß es Dinge in der Welt gibt, die wir als etwas Böses und Übles empfinden, ist zweifellos. So die Störungen des Gleichgewichts der Naturkräfte, die Leiden und der Tod bewußter, lebendiger Wesen. Fragen wir aber nach dem Woher, so ist ebenso sicher, daß das Vor­handensein des Bösen und des Übels mit dem Begriff eines persön­lichen, heiligen und vollkommenen Gottes im Widerspruch steht. Wohl ist das Gute im Weltenplan Gottes nicht möglich ohne die Mög­lichkeit des Bösen; aber die Wirklichkeit des Bösen und die damit verbundenen, tatsächlichen Weltstörungen können nimmermehr als etwas Notwendiges von Gott gesetzt worden sein. Denn wäre dies alles im Anfang nötig gewesen, so ist nicht einzusehen, warum es nicht immer so erforderlich sein sollte.

b. Die Wirklichkeit des Dämonischen. Nein, will man mit dem Be­griff der Schöpfung als einer Offenbarung des Wesens des Schöpfers und mit dem Begriff der Offenbarung als einer Sichselbstoffenbarung des heiligen und vollkommenen Gottes Ernst machen, so ist es restlos unmöglich, eine Welt, die vom Scheitel bis zur Zehe dem Verderben verfallen ist, unmittelbar, so wie sie ist, auf Ihn als den alleinigen Ursprung zurückzuführen. Dann aber können das Böse und alle Übel auch nicht mehr als notwendige Durchgangsstadien der Weltentwick­lung aufgefaßt werden, als ein bloßes Noch-nicht des Vollkommeneren, sondern sie müssen als wirkliche Hemmungen und Querwirkungen betrachtet werden und mithin als etwas Real-Konkret-Positives, das sich der gottgewollten Weltentwicklung entgegenstellt. Das aber heißt: das Vorhandensein des Weltleides und aller Übel beweist das Dasein einer transzendenten, von Gott nicht gewollten, realen, dynamischen Gegenmacht. Die­se aber muß ihrerseits als eine Persönlichkeit gedacht werden, da Ethisches beziehungsweise Unethisches nur von bewußten, freien Wesen ausgesagt werden kann.

Im Begriff eines absoluten und ewig vollkommenen Gottes liegt es, nur Einer zu sein und als solcher der Ursprung alles außer und neben Ihm Bestehenden. Folglich muß auch diese Gegenmacht, ihrer Exi­stenz nach, auf Ihn zurückgeführt werden. Weil aber Gott zwar wohl etwas geschichtlich noch Unvollendetes, nicht aber etwas Seiner Welt­idee stracks Widersprechendes schaffen kann, muß auch sie ursprüng­lich rein und fleckenlos aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen sein. So bleibt zur Erklärung ihres gegenwärtigen, gottfeindlichen Zustandes nur die Möglichkeit einesAbfalls übrig.

Mit diesem Ganzen ist die Existenz des Teufels als eine naturphi­losophische Denknotwendigkeit erwiesen.

Auch naturwissenschaftlich lassen sich gar keine Gegengründe ge­gen diesen Glauben einwenden. Die Naturwissenschaft lehrt, daß es in der Welt die allerverschìedensten Arten von Lebewesen gibt. Al­lein auf unserer kleinen Erde gibt es weit über zwei Millionen Lebe­arten. Es gibt Fische, die nur in der tiefsten Tiefe, und Vögel, die nur in der höchsten Gebirgsluft leben können. Es gibt Tiere, die nur in der Hitze der Tropen, und andere, die nur in der Kälte der Polar­länder leben können. Aber alle sind wirkliche Lebewesen, so ver­schieden auch ihre Natur ist. So kann es auch – schon vom rein naturphilosophischen Denken aus geredet – Wesen geben, dieohne stofflichen Leib sind, gleichwie die Lebewesen unserer Erdenwelt alle mit stofflichem Leib sein müssen. Von einem naturwissenschaftlichen Überholtsein des Glaubens an das Dasein guter oder böser Geist­wesen kann darum überhaupt nicht die Rede sein.

Der moderne Mensch steht der Teufelsidee meist nur schon des­halb von vornherein ablehnend gegenüber, weil er dabei fast immer sofort an die derb-sinnliche und populär-schauerliche, lächerlich-gro­teske und albern-phantastische Teufelsvorstellung des Mittelalters denkt. Richtig sagt Professor Dr. Ebrard: »Alle Einwände der Phi­losophie gegen den Teufel gehen nicht gegen ihn, wie er in der Bibel geschildert wird, sondern gegen die falschen Ideen, die man sich zu­vor über ihn ersonnen hat.« Und mit dem Tübinger Paläontologie-­Professor Dr. Frhr. von Huene muß gesagt werden, »daß die komische Figur mit Hörnern und Pferdefuß, die man im Mittelalter und noch heute vielfach dem Teufel in Wort, Bild und Literatur gibt, mindestens ein Spielen mit dem Feuer, ja eine Frivolität genannt wer­den muß. Die Gefahr ist viel ernster und seine, auch heutige Macht viel bedrohlicher, als die meisten Menschen es ahnen.« – »Gott mit der reinen Sache, die Er hat und vertritt,offenbart Sich; der Böse mit der entgegengesetzten verbirgt sich« (Professor Dr. Erich Schäder).

In Wahrheit ist der Teufel ein mit höchster Intelligenz begabtes, zwar gefallenes, aber nichtsdestoweniger überaus machtvolles, per­sönliches Geistwesen, dessen Existenz weder philosophisch noch na­turwissenschaftlich in irgendeiner Weise angreifbar ist. Und da es gerade die Erde und der sie umgebende Teil des Weltalls ist, wo wir die Disharmonie, den Tod und das Verderben beobachten, drängt sich schon der rein spekulativen Naturbetrachtung der Schluß auf, daß diese Erde und wohl auch das mit ihr verbundene Sonnensystem die Domäne dieses weltenbeherrschenden Machtwesens sei.

2. Biblischer Beweis.

Alle diese Schlüsse finden nun auch durch die Heilige Schrift ihre Bestätigung. Zweifellos ist der Glaube an die Existenz eines persönlichen Teufels der Glaube Jesu und Seiner Apostel.

a. Das Zeugnis Jesu und Seiner Apostel. Schon gleich zu Anfang Seines öffentlichen Dienstes weiß Jesu Sich in einen unmittelbaren Kampf mit Seinem Erzfeind, dem Teufel, gestellt. Die ganze Versu­chungsgeschichte Jesu beweist über allen Zweifel, daß es sich hier um eine tatsächliche und ganz persönliche Auseinandersetzung zweier Hauptgegner handelt. Sowohl die Berichterstattung der Evangelisten wie auch die Art des Verhaltens Jesu und Seine Worte selbst zeigen klar, daß es sich hier nicht um ein bloßes »Prinzip« des Schlechten handelt, sondern um eine wirkliche, tatsächliche vorhandene, spre­chende und handelnde Person, eben nicht nur »das« Böse, sondern »den Bösen«. »Der Versucher trat zu ihm hin und sprach« (Matth. 4, 3). »Der Teufel nimmt ihn … und stellt ihn auf die Zinne und spricht« (V. 5). »Dann verläßt ihn der Teufel« (V. 11). »Der Teufel weicht von ihm« (Luk. 4, 13). Umgekehrt ebenso: »Jesus spricht zuihm« (V. 7). »Jesus antwortete ihm« (Luk. 4, 3;). »Jesus spricht zu ihm« (Matth. 4, 10).

In gleicher Weise bezeugen auch andere Worte Jesu Seinen Glauben an die Existenz eines persönlichen Teufels. Er sagt, Satan habe ein »Königreich« (Matth. 12, 26). »Ich sah den Satanas herabfallen wie einen Blitz vom Himmel« (Luk. 10, 18). Er nennt ihn den »Für­sten dieser Welt« (Joh. 12, 31; 14, 30; 16, 11). Die ungläubigen Juden seien seine Kindеr. »Ihr seid vom Vater, dem Teufel« (Joh. 8, 44). Golgatha ist für Ihn eine ganz persönliche Entscheidungsschlacht ge­gen diese persönliche Feindesgewalt. »Der Fürst der Welt kommt.« »Der Fürst der Welt ist gerichtet.« »Der Fürst dieser Welt wird her­ausgeworfen werden.«

Denselben Glauben teilen Seine Apostel. Darum spricht Paulus von dem »Fürsten über die Mächte der Luft« (Eph. 2, 2), der seine »Gedanken« (2. Kor. 2, 11), ja, seine »Diener« hat, die sich als Diener der Gerechtigkeit verstellen, gleichwie er selbst, der Satan, die Ge­stalt eines Lichtengels annehme (2. Kor. 11, 14). Der Zweck seiner eigenen, missionarischen Sendung besteht für ihn darin, den Men­schen »die Augen aufzutun, auf daß sie sich bekehren … von der Gewalt (Obrigkeit) des Satans zu Gott« (Apg. 26, 18), und siegesgewiß erklärt er im Römerbrief: »Der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan unter eure Füße zertreten« (Röm. 16, 20).

Den gleichen Glauben bezeugt Johannes. »Der Teufel sündigt von Anfang« (1. Joh. 3, 8). »Die ganze Welt liegt in dem Argen« (1. Joh. 5, 19). »Der Sohn Gottes ist erschienen, daß er die Werke des Teufels zerstöre« (1. Joh. 3, 8). Ohne Schwierigkeit ließe sich die Zahl sol­cher Beweise aus dem Evangelien und Apostelbriefen vermehren.

Wer diesen urchristlichen Glauben nicht teilt, kann unmöglich Jesus und Seine Apostel verstehen. Es ist für den Glauben ein völlig unvollziehbarer Gedanke, daß Christus Sich in dieser Frage etwa geirrt und an gewissen, bloßen Zeitvorstellungen Seiner Umwelt teil­genommen habe. Denn schon ganz abgesehen von der Tatsache, daß Christus, trotz Seiner Selbstentäußerung, als menschgewordener Gottessohn über jeden Irrtum erhaben war, wür­de ein Irrtum in dieser Frage noch dazu bedeuten, daß Christus Sich über die Mächte, mit denen Er Selbst zu kämpfen und die Er zu überwinden hatte, also über den Hintergrund, die geschichtliche Vor­aussetzung und das Ziel Seiner ganzen, eigenen Erlösertätigkeit ge­täuscht habe! »Diese Annahme aber ist«, wie Professor Erich Schäder mit Recht sagt, »für den Glauben unerträglich, der mit Jesus als dem Erlöser und dem Bringer des Reiches Gottes im Geist verbunden ist … Mit dem Gedanken an Gottes Gericht über »das« Böse, d. h. die Sünde, verbindet sich ihm der Glaube an das Gericht über »den« Bösen, der versucherisch und treibend hinter der menschlichen Sünde steht.«

b. Weltuntergang und kosmische Revolution. Dazu kommt noch ein Weiteres. Nach der Bibel wird einmal nicht nur die Erde, sondern auch der ganze, mit ihr verbundene Himmel in einer gewaltigen Ge­richtskatastrophe vergehen. Die Himmel werden mit Krachen aufge­löst und die Elementarstoffe in Flammenglut zerschmolzen werden. Die Erde wird mit all ihren Werken in Feuer aufgehen, so daß alles dem Untergang verfällt (2. Petr. 3, 10; Offb. 20, 11; Matth. 5, 18). Wenn aber nun die Schöpfung nur eine relative, aber sonst normale Unvollkommenheit eines stetig voranschreitenden Wachstums hätte, so wäre auf keinen Fall einzusehen, warum sie nicht ohne eine so furchtbare Katastrophe, nämlich in allmählicher Aufwärtsentwicklung ihrem Ziele entgegengehen könnte. Und da es ferner unmöglich ist, diese Gerichtskatastrophe in ihrem gesamten Umfang, auch in bezug auf die Himmel, als Folge des Sündenfalls der Menschen, der Be­wohner der Erde, anzusehen, so bleibt auch von diesem Gesichtspunkt aus nichts weiter mehr übrig, als an eine übermenschliche Ursünde, eine kosmische Revolution zu denken, die im Reiche der Geister statt­gefunden haben muß.

c. Das Zeugnis der bibischen Urgeschichte. In diese Richtung scheint auch eine Andeutung der Heiligen Schrift zu weisen. Der Mensch sollte den Paradiesesgarten bebauen und »bewahren« (1. Mose 2, 15). Es muß also schon damals eine Gefahrenquelle vorhanden ge­wesen sein, die eine »Bewahrung« erforderlich machte. Die spätere Versuchungsgeschichte der Bibel beweist, daß dieser Schlußfolgerung tatsächlich die Wirklichkeit entsprach. Es gab schon in jenen Anfangs­tagen der Menschheitsentwicklung eine Macht des Bösen, die dem Reich des Guten entgegengesetzt war (1. Mose 3). Dabei muß diese gottfeindliche Gewalt in irgendeiner Beziehung zur Erdenwelt ge­standen haben, da sie gerade auf dieser ihre Verführungskunst ausübt.

d. Engelorganisationen im Reich des Lichts und im Reich der Fin­sternis. Aus den Weissagungen Daniels erkennen wir, daß gewisse Gebiete der Schöpfung Gottes jeweilig bestimmten Engeln unter­stellt sind. Ihre Aufgabe ist es, in diesen, ihnen von Gott zugewiese­nen Schöpfungsbezirken im Namen Gottes die Herrschaft und Ver­waltung auszuüben. Darum sind sie zugleich »Wächter« und Hüter der Weltordnung Gottes (Dan. 4, 13). Auf ihre »Anordnung« hin kön­nen Königreiche, ja, Weltreiche zerschmettert werden. »Siehe, ein Wächter und Heiliger stieg vom Himmel hernieder. Er rief mit Macht und sprach: Hauet den Baum (d. h. die Königsherrschaft Nebukad­nezars) um … Durch >Beschluß< der >Wächter< ist dieser Ausspruch, und ein >Befehl< der Heiligen ist diese Sache« (Dan. 4, 14; 17). So sagt auch Stephanus, daß das Volk Israel das Gesetz auf »Anordnungen von Engeln hin« empfangen habe (Apg. 7, 53).

Grundsätzlich ähnlich ist die äußere Form der Organisation im Reich der Finsternis. So spricht das Buch Daniel von einem »Engel­fürsten von Griechenland« (Dan. 10, 20) und einem »Engelfürsten von Persien« (V. 13). Damit sind zweifellos dämonische Geistesmächte gemeint, die diese heidnischen Völker inspirieren und leiten. Auf der anderen Seite ist, in der Welt des Lichts, der Erzengel Michael der Engelfürst des Volkes Israel, »der große Fürst, der für die Kinder deines Volkes steht« (Dan. 12 ,1), »euer (Engel)fürst« (Dan. 10, 21).

Die Offenbarung des Johannes läßt erkennen, daß es sowohl in der unsichtbaren Welt des Lichts als auch in der Welt der Finsternis geradezu Engelarmeen gibt, die je unter der Anführung eines beson­ders hervorragenden Engelfürsten stehen. So hat Michael »seine« En­gel, und so hat der Drache »seine« Engel: »Und es entstand ein Kampf in dem Himmel. Michael und >seine< Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache kämpfte und >seine< Engel, und sie siegten nicht ob … Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welche Teufel und Satan genannt wird … Geworfen wurde er auf die Erde, und >seine< Engel wurden mit ihr hinabgeworfen« (Off. 12, 7-9).

Dies alles zeigt, daß es Engelorganisationen gibt, »Throne, Herrschaften, Fürstentümer und Gewalten«, wie Paulus es ausdrückt, nicht nur in der sichtbaren, sondern auch in der unsichtbaren Welt (Kol. 1, 16; Eph. 1, 21). Von hier aus, so scheint es, ergibt sich auch eine Möglichkeit, noch weitere Zusammenhänge des übergeschichtlichen Hintergrunds der Weltallgeschichte zu ahnen.

e. Satan als gefallener Engelfürst Gottes. In der Versuchungsge­schichte Jesu bietet Satan dem Herrn alle Macht und Herrlichkeit der Reiche dieser Welt an, wenn Er nur niederfalle und ihn anbete. Die Möglichkeit und Durchführbarkeit dieses seines Angebots begründet er mit dem Hinweis darauf, daß ihm die Herrschaft über die Welt einst »übertragen« worden sei. »Mir ist sieverliehen worden, und ich kann sie geben, wem ich will« (Luk. 4,6).

Dies ganze Angebot wäre aber für den Herrn als Versuchung von vornherein wesenlos gewesen, wenn nicht tatsächlich eine solche Rechtsgrundlage für Satans Herrschaft in der Welt bestanden hätte. In anderem Fall hätte Jesus nur einfach darauf hinzuweisen brauchen, daß für diesen Rechtanspruch und diese Verfügungsmöglichkeit Sa­tans in Bezug auf die Herrlichkeit der Welt gar keine Voraussetzun­gen vorhanden seien. Der Herr läßt aber diese Behauptung Satans sachlichunwidersprochen und erklärt nur, daß man Gott allein an­zubeten habe und Ihm allein dienen solle (Luk. 4, 8). Damit aber er­kennt Er grundsätzlich dem Versucher die Vollmacht an, über die Reiche dieser Welt gegenwärtig verfügen zu können.

Das Gleiche liegt den verschiedenen Worten Jesu zugrunde, in de­nen Er Satan den »Fürsten dieser Welt nennt (Joh. 12, 31; 14, 30; 16, 11).

Mit diesem Ganzen verbindet sich das Zeugnis des Buches der Offenbarung. Denn wenn es dort für die Zeit des Endes des gegen­wärtigen Zeitlaufs heißt: »Die Herrschaft über die Welt ist an unsern Herrn und seinen Gesalbten gekommen, und er wird als König in alle Ewigkeit herrschen« (Offb. 11, 15 vgl. 19, 6), so liegt in diesen Worten ebenfalls die Andeutung, daß das Reich der Welt bis zu jenem Au­genblick unter der Botmäßigkeit eines andern, eben des Fürsten die­ser Welt, steht. Nun verstehen wir auch, warum der Erzengel Mi­chael bei seinem Streit mit dem Satan um den Leib des Mose nicht wagte, ein lästerndes Urteil über ihn auszusprechen, sondern nur sagte: »Der Неrr strafe dich« (Judas 9).

Den Fall dieses gewaltigen Lichtfürsten scheint auch, wie schon die Rabbinen annahmen, die Schilderung des gestürzten Babels bei Je­saja mit im Auge zu haben: »O, wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzgestirn, Sohn der Morgenröte« (Jes. 14, 12). Auch Hesekiel entlehnt offenbar die Bilder seiner Beschreibung des Falles von Ty­rus jenem Urereignis: »Du warst ein gesalbter Cherub, der da schirmt; ich hatte dich dazu bestellt; auf dem heiligen Götterberge weiltest du; inmitten feuriger Steine wandeltest du. Unsträflich warst du in all deinem Tun von dem Tage deiner Erschaffung an, bis Verschuldung an dir gefunden wurde. Dein Sinn war hochfahrend ge­worden infolge deiner Schönheit; du hattest deine Weisheit außer acht gelassen um deines Glanzes willen« (Hes. 28, 14-17).

Zweifellos ist in diesen beiden Prophetenworten nicht unmittelbar vom Fall Satans die Rede! Offensichtlich ist das Wort Jesajas gegen den buchstäblichen, menschlichen König von Babylon und das Wort Hesekiels gegen den buchstäblichen, menschlichen König von Tyrus gerichtet. Darum können diese beiden Schriftabschnitte auch nicht als entscheIchnde, lehrhafte Grundlagen für den Fall Satans angesehen werden. Aus bildhaften und dichterischen Worten lassen sich nicht ohne weiteres lehrhafte Folgerungen ziehen. Diese müssen vielmehr in bildlosen und unmittelbaren Schriftaussagen begründet sein. Diе Bedeutung der bildhaften und dichterischen Schriftworte liegt vor­nehmlich im Illustrativen und zwar, um der Botschaft für Herz und Empfinden des Lesers und Hörers vermehrten Eindruck zu verleihen. Dennoch ist unverkennbar, daß die Art und Weise der hier gegebe­nen Schilderungen weit über den Rahmen des rein Menschlichen und bloß Dichterischen hinausgeht.

Ähnlich wie König David ein Abbild seines himmlischen Ober­herrn Christus ist, so sind hier diese beiden heidnischen Könige Abbilderihres dämonischen Oberherrn.

Verschiedentlich in den Psalmen geht die Form der Schilderung von Erlebnissen Davids weit über den menschlichen Rahmen seiner irdischen Persönlichkeit hinaus (z.B. Ps. 16; 22) und wird mit der Geschichte des himmlischen »David« verflochten. So ähnlich – nur eben in umgekehrtem Sinne – ist das Verhältnis der Könige von Babel und Tyrus zu Satan, ihrem Gebieter, der die Geschichte der heidnischen Weltreiche als ihr eigentlicher Oberherr lenkt und inspi­riert.

Darum kann der Sturz dieser heidnischen, irdischen Könige in sol­chen poetischen Schilderungen zugleich mitgeschaut werden mit dem Sturz des Königs des Reichs der Finsternis, und sowohl Jesajas wie auch Hesekiel können die Bilder ihrer Beschreibung des Falles von Babel und Tyrus jenem erschütternden Urereignis entlehnen, das in Wahrheit aller menschlichen Sünde, allem menschlichen Aufruhr und auch allem menschlichen Zusammenbruch zugrundeliegt. Eine verborgene mystische Bedeutung ist in diesen Prophetenworten verwo­ben mit ihrer mehr unmittelbaren, sofortigen Bezugnahme auf ört­liche und historische Personen und Ereignisse. In diesem indirekten Sinn nennt ein englischer Schriftausleger unserer Zeit, Dr. J. H. Bax­ter, die Könige von Tyrus und Babylon mit Recht »Spiegelbilder der Majestät Satans in seinem Fall«.

f. Die Verschwiegenheit der Bibel. Daß die Heilige Schrift über all diese Fragen nicht offenkundig, ausführlich und unmittelbar redet, hängt mit ihrem ganzen Charakter und ihrer Zielsetzung zusammen. Sie will, als die Urkunde des Heils, dem Menschen, prophetisch-geschichtlich, den Weg zur Erlösung zeigen, ihr aber nicht, philoso­phisch, das System einer Geschichts-, Welt- oder Ewigkeitsanschau­ung vermitteln. Denn wenn sie das wollte, würde kein Mensch sie verstehen. Darum redet sie auch über den Ursprung des Bösen nur kurz und mittelbar, nur in gelegentlichen, bildhaften Andeutungen, niemals aber in direkten Belehrungen und nirgends in zusammenhän­gender, unverhüllter Form. Sie will uns ja nicht die Geschichte der Engel, sondern die Heilsgeschichte der Menschen beschreiben. Sie will uns das sagen, was wir wissen müssen, um den Weg der Erlö­sung zu finden.

Offenbaren tut Gott eben immer nur Sich Selbst. Dabei hat Er die Absicht, durch Wort und Tat einen Heilsweg auf Erden zu ermög­lichen, auf dem die sündige Menschheit zu Ihm zurückgeführt wer­den kann. Das Ziel Seiner Offenbarung ist also nicht theoretisch, son­dern praktisch. Darum bringt auch die Bibel keine denkmäßig-theolo­gisch aufgebaute Zusammenfassung von religiösen Lehrsätzen, etwa in der Art eines Katechismus oder einer Dogmatik – so wertvoll solche Arbeiten in ihrem Aufgabenbereich auch sein mögen -, son­dern ganz schlichte, geschichtlich-prophetische Urkunden über das Wirken und Walten des Höchsten im Leben hienieden. Dadurch sol­len unsere Augen geöffnet werden, und eine neue Welt soll sich uns auftun, in der wir Gott Selbst leben sehen.

Indem aber die Sonne der wahren Gottesidee am Firmament un­seres Erkennens aufgeht, gießt sie die Tageshelle ihres ewigen Lichts zugleich auch über die ganze Welt in uns und um uns aus. Und da die göttliche Offenbarung ohne ihren übergeschichtlichen Hinter­grund schlechthin unbegreifbar wäre, muß die Heilige Schrift auch ihn kurz berühren, aber eben nurhintergrundartig. Und da zu die­sem Hintergrund auch wesentlich die Entstehung und Wirksamkeit des personhaft Bösen gehört, läßt sie ebenfalls sein Dasein und seine Entwicklung, wenigstens durch Andeutungen, in verhüllter Weise durchblicken.

 

II. Ursünde und Weltgestalt

Mit dem Fall Satans war aber auch, wie die spätere Ähnlichkeit des menschlichen Sündenfalls – nur diese in kleinerem Maße – zeigt (1. Mose 3, 18), ein Sturz seines Herrschaftsgebietes verbunden. Wie hernach der sündige Mensch, so zog zuerst Satan den ihm anvertrau­ten Schöpfungsteil in den Bannkreis seines Falls mit hinein.

Daher auch das Vorhandensein des Todes in den vormenschlichen, geologischen Perioden. Man mag den biblischen Schöpfungs­bericht verschieden auffassen. Man mag ihn ansehen als Bericht über die eine, zusammenhängende, erstmalige Erschaffung der Erde, also als wirklichen »Schöpfungs«bericht, oder man mag ihn erklären als Bericht über eine »Wiederherstellung« der Erde nach irgend einer Zerstörung infolge des Falls Satans; man mag ferner die geologi­schen Perioden verschieden in den irdischen Schöpfungsbericht ein­reihen: entweder in die Zeit vor oder während des Tohuwabohus von Vers 2 oder parallel mit den sechs Schöpfungs»tagen« als Perio­den selbst; Tatsache ist, daß beide Erklärungsweisen sowohl mitein­ander wie auch mit dem Zeugnis der Naturwissenschaft darin über­einstimmen, daß der Tod schon vor dem Auftreten des Menschen auf Erden vorhanden gewesen ist.

Gerade diese Übereinstimmung ist in unserem Zusammenhang von entscheidendem Wert. Der Tod in der Urwelt ist keine geologische Hypothese, sondern eine paläontologische Tatsache. Für jeden, der auch nur etwas von diesen Tatbeständen weiß, ist es völlig unbe­streitbar, daß die bestimmt voradamitischen Versteinerungen (»Fos­silien«) Spuren von Tod und Verderben, ja, oft grausamer Lebens­vernichtung aufweisen.

Gerade diese Tatsache hat der Unglaube in seinem Kampf gegen die biblische Offenbarung siegesgewiß ausgebeutet. Schon der Geo­logieprofessor Karl Vogt, der materialistische Anhänger Darwins, triumphierte: »Da hilft kein Spreizen des Glaubens noch fromme Salto Mortales, um über diesen Stein hinwegzukommen, der in eurem Garten liegt. Der Tod hat von Anbeginn, und sagen wir gleich, in höchst grausamer Weise existiert. Es sind, im allgemeinen gesprochen, kaum schrecklichere Qualen von dem menschlichen Grübeln erfunden worden als die sind, durch welche die Natur ihre Geschöpfe um­bringt.« Die Natur ist, wie ein anderes Anhänger Darwins es einmal ausgedrückt hat, »an Zähnen und Klauen geradezu rot von Blutgier«.

Aber dies ganze Triumphgeschrei voreilig siegesgewisser Bibel­feinde und ebenso alle ähnlichen Bedenken ernster Zweifler werden zum Schweigen gebracht, wenn wir erkennen: Es ist durchaus mit der Schriftlehre vereinbar, daß es Tod und Verderben schon vor dem menschlichen Sündenfall auf der Erde gegeben hat. Nur muß dies eben alles auf den uranfänglichen Fall Satans zurückgeführt werden. Die Urwurzel alles Leids in der Kreatur ist jene kosmische Revolu­tion, jener Aufruhr Satans gegen Gott, und die damit verbundene Einführung von Disharmonie und Zerstörung in den Weltbezirk, der ihm als ursprünglichem Lichtfürsten Gottes vom Schöpfer zur Verwaltung anvertraut worden war.

Der Mensch ist dann später, in seinem Fall, nicht der Urheber von Sünde und Tod im Weltall an sich, sondern das Eingangstor dieser schon vorher vorhandenen Sünde in die von ihm abstammende Men­schenwelt. In seiner Erklärung von Römer 5 – besonders Vers 12 »Durch« den Menschen kam Sünde und Tod in die Welt – weist Prof. Karl Heim darauf hin, daß der Apostel hier das griechische Wort dia (»durch«) nicht mit dem Akkusativ (4. Fall), sondern mit dem Geni­tiv (2. Fall) verbindet (griech. nicht: di' hena anthropon, sondern: di' henos anthropou). Während aber das griechische »durch« (dia) mit dem vierten Fall den Urheber und Entstehungsgrund einer Sache be­zeichnet, bedeutet griechisch »dia« mit dem zweiten Fall einen »Durch«gangspunkt, z. B. ein Eingangstor, »durch« das man in ein Haus eintritt. So ist, beim Sündenfall des Menschen, die schon vor seiner Erschaffung vorhandene, satanische Macht des Bösen wie »durch« einen »Durch«gangspunkt in die Menschenwelt eingedrungen. Das Wort kosmos »Welt« bedeutet bei Paulus häufig nicht Welt­all, sondern Menschenwelt, z. B.1. Kor. 1,20; 4,13.

Das Böse, als satanische Macht, war also schon vor der Schöpfung des Menschen vorhanden. »Die Herrschaft, die der Tod schon in der vormenschlichen Urzeit in der ganzen Schöpfung ausgeübt hat, hat ihren Grund darin, daß die satanische Empörung gegen die Allgewalt Gottes schon vor der Entstehung des Menschen in der ganzen Krea­tur in Kraft getreten war. Auf der ganzen Schöpfung liegt darum ein Bann, der von der satanischen Macht herrührt, die die lebendige Schöpfungswelt unter die Sklaverei der Vergänglichkeit gebracht hat.«

Wann und wie dies verhängnisvolle Urereignis selbst stattgefun­den hat, vermag niemand zu sagen. Der vorgeschichtliche äonische Zeitpunkt des Falles Satans bleibt uns völlig unerkennbar. Darum ist es auch nicht möglich, ihn mit Sicherheit genau in den biblischen Schöpfungsbericht einzuordnen. Fand er in der Zwischenzeit zwi­schen dem ersten und dem zweiten Vers der Bibel statt, wie die Ver­treter der Restitutionsauffassung annehmen? Oder an irgend einem späteren Zeitpunkt der kosmischen Weiterentwicklung, etwa zwi­schen der Weltschöpfung und dem Beginn der ersten pflanzlichen und tierischen Lebewelt, deren Fossilien (Versteinerungen) jetzt in den untersten Erdschichten zu finden sind, die also einst in jenen Urzeiten zugrundegegangen und erstorben ist? Das heißt – wenn die Perio­denauffassung des Sechstagewerkes recht haben sollte – ganz allge­mein irgendwann innerhalb der Zeitspanne zwischen Vers 1 und Vers 11 des mosaischen Berichts? Wer will diese Fragen mit Gewiß­heit beantworten? Sicher ist nur – so dürfen wir wohl sagen -, daß sich der Fall Satans vor dem ersten Auftreten von Leid und Tod im Weltall ereignet hat.

In jedem Fall ist die Geschichte der Erde von da ab durch den Widerstreit zwischen Verderben und Weiterentwicklung, Tod und Leben, Böse und Gut, Finsternis und Licht, Satan und Gott entscheidend beeinflußt.

Auch nach der Erschaffung des Menschen blieben nicht unwesent­liche Auswirkungen dieser Urkatastrophe bestehen. Das Reich der Finsternis behielt seinen Fortbestand. Auch wurde ihm der Zutritt zur Erde nicht verwehrt.

Wie immer das Werk der sechs Schöpfungstage zu deuten ist und wie immer man die geologischen Perioden mit dem Schöpfungsbe­richt verbinden mag: In jedem Fall ist auch nach den Andeutungen der Schrift klar erkennbar, daß die Erde durch ihre Zubereitung im Sechstagewerk noch nicht ohne weiteres dem Wirkungsbereich Satans entzogen worden war. Mit ihrer Zubereitung war noch nicht ihre ab­solute Vollendung bewirkt. Mit der Beendigung des Sechstagewerkes war noch keine sofortige Verbannung der dämonischen Mächte aus ihrem Umkreis und Bereich verbunden. Auch in der Folgezeit hatten diese die Möglichkeit, irgendwie auf der Erde weiterzuwirken. Nur so erklärt sich der Auftrag Gottes an den Menschen, den Garten Eden nicht nur zu bearbeiten, sondern zu »bewahren« (1. Mose 2, 15). Nur so erklärt sich auch das Auftreten der »listigen« Schlange und die Versuchungsgeschichte überhaupt.

Durch dies Ganze eröffnen sich zugleich gewaltige Perspektiven zur Beantwortung der Frage nach Zweck und Ziel der Menschenschöp­fung im kosmischen Weltrahmen. Durch den Sieg des Menschen über den großen Widersacher Gottes sollte dieser Zustand überwunden werden. Hier lag eine hohe Aufgabe des neuen Herrn der irdischen Schöpfung.

Damit aber erkennen wir zugleich einen Zusammenhang der Menschheitsgeschichte mit der Geschichte der unsichtbaren Welt und des Weltalls überhaupt. Die Geschichte der Natur verbindet sich mit der Heilsgeschichte. Die Vorgeschichte der Erde wird zu einem wich­tigen Kommentar des Geschichtsziels der nachfolgenden Menschheit.

Aus dem Buch von Erich Sauer: DER KÖNIG DER ERDE – vom Adel des Menschen,
zusammengestellt von Horst Koch Herborn, im März 2006-03-06

Kontakt: info@horst-koch.dewww.horst-koch-de

 

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