Gott als neues Superbewusstsein

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Dave Hunt

 

Gott als neues Superbewusstsein

Es ist nun 20 Jahre her, dass die Hausfrau J.Z. Knight als Channel für Ramtha, den entkommenen Krieger vom Atlantis-Mythos, in die New-Age-Szene platzte. 1988 »zog sie sich inmitten eines Hagels von ne­gativen Presseäußerungen … aus dem öffentlichen Blickfeld zurück«. Im Jahr 1992 trennte sie sich mit einer weiteren chaotischen Ehescheidung von einem Ehemann, der ihr vorwarf, dass sie eine sektenähnliche Atmo­sphäre verbreite. Dennoch zogen über tausend ihrer Anhänger nach Yelm im US-Bundesstaat Washington, kauften sich Besitz und bauten Hauser in der Nähe ihres 3-Millionen-Dollar-Anwesens, um ihre »Ramtha-Schule der Erleuchtung« zu besuchen. Berichten zufolge »fallen etwa 2.000 wei­tere Personen in Yelm ein, um ihre zweimal jährlich stattfindenden Ein­kehrtage zu besuchen … [und zahlen] mindestens 1.350 Dollar pro Jahr, um Ramtha mittels Knight zu konsultieren, um eine Mixtur aus Yoga, Quantenmechanik und mentalen Übungen zu erlernen, die angeblich die spirituelle Wahrnehmung und mediale Fähigkeiten steigern sollen und um spontane körperliche Heilung von allem Möglichen von Hühnerau­gen bis Krebs zu erlangen.«

Im Februar 1997 zahlte Knight die Kosten einer Gruppe von 14 Ge­lehrten, angeführt vom Religionswissenschaftler J. Gordon Melton von der Universität von Kalifornien. Diese Gruppe besuchte sie, um festzu­stellen, ob sie und Ramtha legitim sind. Das Ergebnis ihrer Untersuchung wird in einem Buch veröffentlicht werden, das Melton über das Ramtha-Phänomen schreibt. Dass Knight diese Wissenschaftler eingeladen hat, zeigt ihre Ernsthaftigkeit und Bereitschaft, sich überprüfen zu lassen.

Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Knight den Parapsychologen Stan­ley Krippner vom Saybrook-Institut in San Francisco auf ihrem Anwesen empfangen. Krippner kam in Begleitung eines Neurophysiologen, der Knight einer Reihe von Tests unterzog, während sie Ramtha channelte. Die Tests ergaben »eine gesteigerte Herzschlagfrequenz, Muskelspannung und Hautfeuchtigkeit und Verringerung des Blutvolumens, des Blutdrucks und der Hauttemperatur, was … nicht vorgetäuscht werden konnte«. Wie auch bei anderen Medien wie z. B. Eileen Garrett der Fall, die sich jedem erdenklichen wissenschaftlichen Test unterzog, ist auch hier klar, dass zu bestimmten Zeiten ein Geistwesen von Knight Besitz ergreift und durch sie spricht. Krippner sagte ihr nach den Tests: »Ich weiß nicht, wer Sie sind, J. Z., aber ich weiß, dass Sie echt sind.«

Ablehnung und Auflehnung

Knight sagt, ihre spirituelle Odyssee habe begonnen, als sie als Jugendli­che von »einem Stiefvater, der sie nicht ausstehen konnte«, geächtet wurde und sich deshalb »in Gott verliebte« und »unaufhörlich mit ihm sprach« und schließlich »Gott anfing, ihr zu antworten und auch mit ihr zu re­den«. Dieses »Sprechen mit Gott«, um neue Einsichten und Offenbarun­gen zu erlangen, und das unabhängig von der Offenbarung, die Gott uns in seinem Wort gegeben hat, ist charakteristisch für das Okkulte und für vieles, was sich als christlich ausgibt. Knights »Gott« ist sicherlich nicht der Gott der Bibel.

Ramthas Gottesbild – eine der vielen Lügen, die Knight channelt und viele Anhänger von ihr angenommen haben – ist auch von etlichen ande­ren Wesen durch andere Kanäle vermittelt worden. Das gilt auch für na­hezu alle anderen Aussagen Ramthas.

Gott ist ein Geist, der aus Bewusstsein und Energie besteht und aus dem Nichts geboren wurde. Und die Kraft Gottes ist die Umformung [von Energiewellen] in Erfahrungsquanten.

Wir werden ein Neues Zeitalter des Superbewusstseins möglich ma­chen, in welchem neue Arten von Energie neben den alten zusammen existieren.

Die Vorstellung, aus dem »Nichts« könne irgendetwas geboren werden, ist offensichtlich dieselbe Illusion wie Edgar Mitchells unbewusster Gott, der in Pflanzen erwacht. Dass intelligente Menschen zu Millionen einen solchen Unsinn glauben, während sie den Gott der Bibel ablehnen, be­zeugt abermals die Selbsttäuschung, die solche befällt, die meinen, sie könnten der moralischen Verantwortlichkeit gegenüber Gott entkommen. Zudem verdeutlicht dieser Umstand die zunehmende Salonfähigkeit des Okkultismus in der heutigen Welt.

Die Ablehnung des Gottes der Bibel durch die »Blumenkinder« der 60er Jahre führte zu Auflehnung gegen jegliche Autorität. Sie verbargen ihre Egozentrik unter dem Deckmantel von Frieden und Liebe. In ihrer schönen neuen Welt wären keine Regeln mehr nötig. Jeder hätte die Frei­heit, Drogen zu nehmen, fetzige Musik zu hören, freien Sex auszuleben und »Liebe statt Krieg zu machen«. Auf ihren Drogentrips erlebten sie dasselbe kosmische Bewusstsein wie Edgar Mitchell im Weltraum und Michael Ray und Gerald Jampolsky durch Shaktipat. Die Fantasievor­stellung der kosmischen Einheit funktioniert im wirklichen Leben nicht. Sie ist einfach ein Märchen. Man kann jedoch den unmöglichen Traum einfach weiter träumen – mithilfe von Yoga oder Drogen oder beidem.

Die Flucht vor Realität und Vernunft geht weiter mit der zunehmenden Popularität, Verbreitung und Freigabe von Marihuana und anderen be­wusstseinserweiternden Drogen (und jetzt Heroin) zusammen mit fern­östlicher Meditation. Gene Edward Veith zeichnete dieses finstere, aber treffende Bild:

Modemagazine wie Vogue und W haben ein neues Outfit für die 90er in Szene gesetzt: ausgemergelte und ausgezehrte Frauen mit eingefal­lenen Augen räkeln sich auf dem Fußboden eines Badezimmers und strecken ihre Arme nach einer Nadel aus. Glamouröse Models ent­wickeln ein Subkultur-Outfit, indem sie den Laufsteg entlangschlur­fen wie halbtote Zombies. Die Modewelt nennt das »heroin-chic« … [und] Drogenkonsum unter Jugendlichen schießt explosionsartig in die Höhe … um 78 % seit 1992 …

»Ich glaube an Drogenkonsum«, bekennt der führende Kopf einer bedeutenden Plattenfirma, der anonym in der Los Angeles Times zi­tiert wurde. »Er gehört einfach zum Erwachsenwerden und zum krea­tiven Prozess …«

Die psychedelischen 60er machten mit LSD heiß; die ausgefallenen 70er … mit Amphetaminen; die impulsiven 80er holten sich ihre Kicks vom Kokain. Die Popkultur von heute entwickelt eine finstere, depres­sive Stimmung … Junge Leute, in Schwarz gekleidet, schwelgen in trü­ber, trostloser Introspektion und ihre Musik suhlt sich in Zynismus, Aggression und Verzweiflung. Ihre Lieblingsdroge ist – in zunehmen­dem Maße – Heroin.

Jonathan Melvoin, Keyboardspieler der »Smashing Pumpkins«, starb kürzlich an einer Überdosis Heroin. Ebenso Shannon Hoon von »Blind Melon«. Ebenso Kristen Pfaff von »Hole«, Dwayne Koettel von »Skinny Puppy« und Bob Stinson von »Replacement«. Kurt Cobain von Nirva­na, einst als Sprecher seiner Generation gefeiert, brachte sich nach einem langen Kampf mit seiner Heroinabhängigkeit um …

Säkulare Einrichtungen für Drogenentzug rühmen sich schon über Erfolgsraten im einstelligen Prozentbereich … Teen Challenge heilt 70 bis 86% der Süchtigen, um die sich diese Organisation kümmert. An­dere christliche Gruppen und Kirchen erzielen ähnliche Erfolge. Ge­bundenheit an Drogen wird – wie alle anderen sündigen Gebundenhei­ten – am besten mit dem Evangelium von Jesus Christus behandelt.

Auf den Zusammenhang zwischen Drogen und dem Okkulten sind wir bereits eingegangen. Das Neue Testament bezeichnet das Okkulte als »Zauberei«, die deutsche Übersetzung des griechischen Wortes pharma­keia. Und jetzt hat eine neue Dimension dem Okkultismus eine neue Ehrwürdigkeit eingebracht: Die »Kiffer« und »Aussteiger« der 50er und 60er sind die Ärzte, Rechtsanwälte, Politiker, Psychologen, Sozialarbei­ter, Professoren und Wissenschaftler der 90er.

Die Bewusstseins-Revolution wird nicht mehr angeführt von einer Horde hagerer, junger Freaks; sie wird von höchster Stelle aus geschürt. Ihre okkulten Früchte reifen zu einer Ernte des Grauens heran. Wir kön­nen nur wiederum Veith zustimmen, der schreibt: »Die Eskalation des Drogenkonsums während der Amtszeit Präsident Clintons geht wahr­scheinlich weniger auf seine Rückschläge in den Büros der Drogenbosse und in der Gesetzgebung gegen Drogen zurück als vielmehr auf die frei­zügige Kultur, die er verkörpert und repräsentiert … wenn er z. B. in MTV Witze darüber macht, dass er gerne mal inhalieren würde …«

Eine neue Ehrbarkeit auch unter Christen

Der Welt kann man wohl kaum Vorwürfe dafür machen, dass sie dem Okkulten positiv gegenübersteht, wenn auch die Christenheit (einschließ­lich der evangelikalen Führerschaft) diese offene Haltung an den Tag legt. Immer mehr christliche Führungspersonen springen auf diesen Musikwagen auf, ohne zu überlegen, wo er herkommt und wo er hin­fährt. Dass Evangelikale M. Scott Peck und seine häretischen Bestseller mit offenen Armen begrüßen, ist nur ein Paradebeispiel. Als Peck am 8. Dezember 1993 in der christlichen Oprah-Winfrey-Fernsehshow auf­trat, stand sein erstes Buch Der wunderbare Weg seit sensationellen 500 Wochen auf der Bestseller-Liste der New York Times (mittlerweile seit 600 Wochen). Er sagte zu Oprah, er sei zu diesem Buch »göttlich angelei­tet« worden. Doch bereits früher hatte er eingestanden, noch kein Christ gewesen zu sein, als er das Buch schrieb. Die antichristlichen Lehren die­ses Buches (»das kollektive Unbewusste ist Gott« usw.) sprechen gegen jede Behauptung göttlichen Ursprungs.

In seinem nächsten Buch Die Lügner, das nach seiner angeblichen Bekehrung veröffentlicht wurde, setzt Peck seine häretischen Äußerun­gen unvermindert fort. Peck sagt, er »würde niemanden aus dem Exor­zismus- Team ausschließen, der ein gestandener Hindu, Buddhist, Mus­lim, Jude, Atheist oder Agnostiker ist und eine wirklich liebevolle Aus­strahlung hat«. In The Different Drum (»Die andersartige Trommel«) erklärt Peck, dass »die Rettung der Welt durch Gemeinschaft geschieht … nichts ist wichtiger als das«. Kein Wort von der Rettung durch Jesus Chris­tus. Pecks Haltung gegenüber dem Omega-Institut, das Kurse in »Zen, Magie, Hexerei, erweiterten Bewusstseinszuständen und verschiedenen anderen okkulten Künsten anbietet«, straft sein angebliches Christen­tum Lügen.

Als der römisch-katholische Priester und New-Age-Vertreter (und jet­zige Priester der Episkopalkirche) Matthew Fox sein Buch Vision des kos­mischen Christus veröffentlichte – in welchem er fundamentalistisches Christsein mit Faschismus gleichsetzt und Jesus von dem »Christus« un­terscheidet, der »in uns allen wohnt« (ein übliches Thema des Okkul­ten) –, fand sich auf der Rückseite Pecks inbrünstige Empfehlung. Nichts­destotrotz werden Peck und seine Bücher weiterhin von führenden Evan­gelikalen empfohlen, und das sogar in der Zeitschrift vom Moody Bible Institute. Die folgenden Kommentare der Autorinnen Brenda Scott und Samantha Smith sind eine schockierende Erinnerung an die neue Ehr­barkeit, die das Okkulte sogar innerhalb der evangelikalen Christenheit erlangt hat:

Wenn die New-Age-Anhänger Peck als jemanden aus ihren eigenen Reihen betrachten und wenn ihm diese Identifikation selbst gefällt, warum sollten Christen es dann nicht genauso sehen? … Doch statt­dessen bietet er Seminare an … bei denen er christlichen Gemeinde­leitern seine Zen-Methoden der »Gemeinschaft« beibringt.

Dr. Calvin van Reken, zweiter Professor für Moraltheologie am Cal­vin Seminar, empfahl Der wunderbare Weg in der Ausgabe der Univer­sitätszeitung vom 24. Januar 1992. David Means las in [einer christli­chen] Radiosendung mehrere Tage lang aus Pecks Buch The Different Drum … vor. David Mains verschwieg seinen Zuhörern jedoch, dass Peck seine Bücher als New Age ansieht oder dass The Different Drum … die Sündlosigkeit Christi angreift und Zen-Buddhismus lehrt.

Wir schrieben an diese Radiosendung und erklärten Pecks New-Age-Lehren und -Verbundenheit und schickten eine Kopie seines Ar­tikels aus dem New Age Journal mit. Wir waren besorgt, dasss die Emp­fehlung Pecks [seitens der Sendung] viele in die Irre führen könnte. Auf unseren Brief wurde nie eingegangen und The Different Drum wurde weiter gesendet …

 

Evangelikale Führungspersonen und das Okkulte

Matthew Fox besteht darauf, dass »das Christentum sich von seinem ei­gentlichen ›Kern‹, seinem Zentrum, seinem Sinn für praktizierte Mystik und kosmisches Bewusstsein, gelöst« habe. David und Karen Mains ha­ben ihren Teil dazu beigetragen, dieses vermeintliche Defizit zu korrigie­ren. In ihrem 18. Buch Loneley No More (»Nie mehr einsam«) empfiehlt Karen die Befragung eines persönlichen Leitgeistes und andere okkulte Praktiken, die Fox verbreitet. Als Bestseller-Autorin und bekannte Refe­rentin auf Frauenkonferenzen war Karen zur Zeit, als das Buch auf den Markt kam, »Vorsitzende des Treuhänder-Gremiums der Inter-Varsity Christian Fellowship der USA«.

Karen Mains zitiert in zustimmender Weise den modernen Mystiker Thomas Merton, der ebenso Buddhist wie auch römisch-katholischer Mönch ist, und nimmt seinen Rat in Anspruch. Sie setzt körperliches Zittern und heftige Schüttelanfälle mit einer geheimnisvollen Kraft Got­tes gleich, die durch ihre Hände strömt (eine übliche okkulte Manifesta­tion). Sie bezeichnet dies als »Charisma der Heilung«. Sie spürt ihr Eins­sein mit den Molekülen ihres Körpers und dem Universum mit seinen Gegenständen und Geschöpfen. Dabei erlebt sie anscheinend das kosmi­sche oder Einheits-Bewusstsein eines Edgar Mitchell oder Yogi, was sie nur wärmstens empfehlen kann. Sie ist überzeugt, dass sie durch »die ständige Begegnung mit dem Heiligen Geist effektiv zu Annäherungen« an C.G. Jungs Unbewusstem geleitet wird. Dieses Buch ist ein unglaub­lich egozentrischer und von sich selbst eingenommener Bericht einer christlichen Führungsperson, die unfreiwillig in okkulte Bindungen ge­führt worden ist.

Karen Mains legt äußerst detailliert ihr Traumleben dar, das sie mit einer Jungschen Methodik interpretiert. Anscheinend ist sie sich über­haupt nicht bewusst, dass C.G. Jungs Theorien aus dämonischer Inspira­tion stammen. Sie spricht davon, dass ihr über die letzten vier oder fünf Jahre ein großer, dunkelhaariger und gutaussehender Mann »Anfang drei­ßig sechs oder acht mal jährlich im Traum erschienen ist«. Er blickte ihr ernstlich in die Augen und sagte: »Du bist das, was ich mir in spiritueller Hinsicht immer gewünscht habe.« Er klammerte sich an sie, legte sei­nen Kopf auf ihre Brust und weinte. Karens »spirituelle Leiterin«, eine katholische Nonne und Jungsche Psychotherapeutin, erklärte ihr, dass ihr »männliches Selbst« (Jungs Animus) »um sie wirbt«. Karen akzep­tiert, dass »es tatsächlich mein männliches Selbst ist, der Animus, den ich brauche, um mein weibliches Wesen, die Anima, zu ergänzen«. Sie hält diese Theorie, die Jung von der Dämonenwelt lernte, für »außerordent­lich bibeltreu«.

Wenn man sich einem »spirituellen Leiter« unterwirft, öffnet man da­mit die Tür für das Okkulte, insbesondere in Anbetracht der Methoden, die von diesen »ausgebildeten Therapeuten« – von denen es immer mehr gibt – herangezogen werden. Der Organisation »Spiritual Directors In­ternational« (»Spirituelle Leiter International«) zufolge gibt es »in den USA etwa 350 christlich-orientierte Ausbildungsprogramme für spiritu­elle Leiterschaft«, von denen die meisten römisch-katholisch bzw. öku­menisch sind. Ein Netzwerk mit Stammsitz in San Francisco listet »2.600 Mitglieder« auf, »die ausgebildete spirituelle Leiter sind«. Ein typisches Ausbildungsprogramm »mischt Psychologie, Soziologie, Theologie und Spiritualität in Klassen, Vorlesungen, Diskussionen und praktischen Übungen«.

In Cenacle, einem katholischen Meditationszentrum, verwandelt sich Karens angebliches »männliches Selbst« mittels der okkulten Visualisierungs – Technik in ein »dummes Kind, das an einem Tisch sitz«. Sie sieht seinen »völlig kahlen« Kopf» zu einer Seite gelehnt … sabbernd … aus­gezehrt und unterernährt … ein kleines Gerippe einer Vogelscheuche … mit traurigen, großen Augen …« Unter der Anleitung ihrer katholisch-jungschen »spirituellen Leiterin« wird Karen überzeugt, dass dieses vi­sualisierte »dumme Kind«, das ihr nun lebendig geworden ist, in Wirk­lichkeit das innere »Christkind« ist, der Teil ihres Selbst, »das Christus ist« und versucht, um sie zu werben!

Die Illusion der säkularen Psychologie vom »inneren Kind« ist durch die »christliche Psychologie« in die Christenheit eingefallen und wird nun in Seminaren gelehrt und von führenden Gemeindeleitern verbreitet. Der Autor dieses Buches verfolgte mit großer Sorge am Sonntagmorgen, den 8. Juni 1997, eine Predigt von Charles Stanley, einem etablierten evange­likalen Pastor. In dieser Predigt ging es vorwiegend darum, die Zuhörer über das »innere Kind« zu belehren. Karen Main ist noch tiefer in diese Wahnvorstellung hineingeraten. Bei ihr ist es kein normales Kind, son­dern Christus höchstpersönlich!

»Das Kind in mir«, nennt sie es. War Christus nicht ein erwachsener Mann über dreißig, als er am Kreuz für unsere Sünden starb, und ist er nicht jetzt mit seinem verherrlichten Auferstehungsleib zur Rechten des Vaters? Kommt er nicht in seinem Geist zu uns Gläubigen und wohnt in uns als Herr des Lebens und der Herrlichkeit, der den Tod besiegt hat? Wie kann er dann immer noch ein Kind sein – und dann noch ein solches Kind, wie er es niemals war: »ausgezehrt und unterernährt … ein kleines Gerippe einer Vogelscheuche … mit traurigen, großen Augen …«? Was für eine Verblendung ist das und aus welcher Quelle stammt sie?

In einem kühnen Versuch, nichts (vom Teufel) zu hören, nichts (vom Teufel) zu sehen und nichts (vom Teufel) zu sagen, verteidigte Christiani­ty Today die Irrlehren Karen Mains in einem Artikel, der alle Kritiker geißelte und mit Ausdrücken beschimpfte wie »selbsternannte Ketzer-Jäger … Herren des Legalismus, die zu Gericht sitzen … bei einer mo­dernen Hexenverfolgung«.
Der Artikel war ein unlogischer und unbi­blischer Angriff auf alle, die der Christenheit nötige Korrektur aufzeigen würden, und eine Leugnung der Verantwortung jedes Christen, ein Be­röer zu sein (Apg 17,10-11). Die scheltende Beschwerde, dass David und Karen Mains missverstanden und barsch abgeurteilt wurden, enthielt weder dokumentierende Beispiele von Mains Lehren, um die es ging, noch von der angeblich so unfairen Kritik gegen sie. Stattdessen wurde davon ausgegangen, dass die Leser sowieso alles glauben, was immer Christianity Today behauptet.

Eine skandalöse Vertuschung

Zwei Monate später denunzierte Philip Yancey in einem Christianity -To-day-Artikel mit dem Titel »Christlicher McCarthyanismus« jeden Ver­such, die Kirche zu korrigieren, als »christlichen McCarthyanismus«. Diese anklagende Bezeichnung hatte vor 50 Jahren Erfolg, als man zwecks Inschutznahme der einflussreichen Posten der Kommunisten (die die USA von innen umstürzen wollten) sich mit diesem Begriff über jeden lustig machte, der die kommunistische Infiltration aufzudecken versuchte. Heute wissen wir, dass McCarthy Recht hatte! Und in gleicher Manier gibt man heute diejenigen der Lächerlichkeit preis, die gegen Irrlehren eintreten und Korrektur für die Christenheit wünschen. Wird auch die Christen­heit erst aufwachen, wenn es zu spät ist?

Yancey behauptete, Karen Mains habe lediglich »über ihr Traumleben geschrieben« und zitierte weder sie selbst noch ihre Kritiker. Eine solche Vertuschung in einer führenden evangelikalen Zeitschrift ist wirklich unerhört! Er argumentierte: »Es ist für uns an der Zeit uns zu erinnern, dass Jesus Liebe – und nicht theologische oder politische Lupenreinheit – als Kennzeichen der Christen nannte.« Politische Lupenreinheit hat si­cher nichts mit Christsein zu tun, aber eine gesunde Lehre ist die Schutz­wehr des Christentums. Yancey scheint vergessen zu haben, dass die Spra­che der Liebe »die Wahrheit« ist (Eph 4,15) und dass Christus selbst sag­te, dass Liebe ihn dazu veranlasst, die zu korrigieren, die auf einen Irr­weg geraten sind (Offb 3,19).

In dem Prozess, dem Okkulten Glaubwürdigkeit und Ehrbarkeit zu verleihen, hat Christianity Today eine bedeutende Rolle gespielt. Yancey sagt: »Richard Foster wagt es, Begriffe wie Meditation zu gebrauchen … darum wird er sogleich als New-Ager verdächtigt.« Tatsächlich spricht sich Foster für das Praktizieren fernöstlicher Meditation aus und zeigt die entsprechenden Anleitungen dazu auf, damit das visualisierte Bild Jesu lebendig wird: »Sie können bei diesem Ereignis tatsächlich dem le­bendigen Christus begegnen, von seiner Stimme angesprochen und von seiner heilenden Kraft angerührt werden … Jesus Christus wird wirklich zu Ihnen kommen.«

Wofür Foster hier eintritt, ist die wirksamste bekannte Okkult-Technik. Doch er erfreut sich der Rückendeckung von führenden Christen aus aller Welt und viele von ihnen haben sich seiner »Renovare-Bewegung« angeschlossen, die den fernöstlichen Mystizismus in der Kirche zu neuem Leben erwecken soll. Yancey und Christianity Today unterdrücken alles, was irgendwie ein schlechtes Licht auf hochgeachtete christliche Führungspersonen werfen könnte und vermitteln den Eindruck, Foster sei das Ziel falscher Anklagen geworden.

Auch Tony Campolo wird als ungerecht kritisiert dargestellt, als gäbe es nicht die Spur von seinen dreisten Irrlehren. Genau wir Sir John Tem­pleton sagt Campolo, dass Christus in allen Menschen wohne, ob sie es wissen oder nicht. In einem kürzlich erschienenen Buch erklärt Campolo in einem Kapitel namens »Aneignung der weiblichen Seite Gottes«: »Da gibt es diese weibliche Seite an mir, die entdeckt und gestärkt werden muss, wenn ich wie Christus werden will … Und solange ich nicht diese weibliche Seite an Jesus spüre, gibt es einen Teil von ihm, mit dem ich mich nicht identifizieren kann.« Wenn man jedoch solche Vorstellun­gen als unbiblisch herausstellt, ist das »christlicher McCarthyanimus«!

Christianity Today scheint mehr daran gelegen zu sein, Irrtümer zu ver­teidigen, als solche zu korrigieren (was diese Zeitung hin und wieder auch tut). Sie ist auch nicht die einzige Zeitschrift, die von der Wahrheit abge­wichen ist. Richard W. Carlson, Professor am North Park Theological Seminary, beklagt in der Zeitschrift der Evangelical Covenant Church die »paranoiden Reaktionen« der Kritiker der New-Age-Bewegung. »Si­cherlich ist nicht alles schlecht am New Age«, schreibt er, und einige »Aspekte können sogar für die Kirche ganz gesund sein«.

Kein Wunder, dass solche Aussagen wie die Folgende im triumphierenden Tonfall von einem Professor der Harvard Divinity School getroffen werden können:

Die Umweltbewegung attackiert zusammen mit der New-Age-Spiritualität und der Wiederentdeckung des Weltbildes der amerikanischen Eingeborenen die arrogante Herrschaft über die Natur, die den Pla­neten an den Rand der Ökokatastrophe gebracht hat …

Alles Leben ist heilig und muss vor der Zerstörungswut der Spezies bewahrt werden, die ironischerweise die Bezeichnung Homo sapiens trägt. Und so offenbarte sich in jüngster Zeit Gaia, die gesamte Erde als lebender Organismus. Die Große Göttin hat viele Namen gehabt und dieser ist nur der aktuellste …

Allem voran muss der Bibel die Schuld gegeben werden …! Das unterdrückende, rassistische, patriarchalische und hierarchische Erbe der biblischen Religion hat die abendländische Kultur deformiert. Die christlichen Kirchen waren natürlich das hauptsächliche Werkzeug dieser monumentalen Deformierung …

Was im Untergang begriffen ist, ist der jämmerliche Rest der jüdisch – christlichen Tradition in den Kirchen und Synagogen … Dieser Gott liegt im Sterben, wenn er nicht bereits tot ist. Doch andere, viel ältere Götter sind äußerst lebendig und aktiv.

Die Rolle der Freimaurer

Der Okkultismus hat auch dadurch eine neue Ehrbarkeit sowohl in der Christenheit als auch in der Welt erlangt, dass er von zahlreichen Füh­rungspersonen in Wirtschaft, Politik und Kirche akzeptiert und gefördert wurde. Unter den Letzteren war niemand einflussreicher als Norman Vin­cent Peale.
Als produktiver und populärer »christlicher« Autor haben Pea­les Werke Millionen aus Welt und Kirche in den Okkultismus geführt. Für Peales Okkultismus lassen sich mindestens zwei Quellen aufzeigen: Die Schriften der Okkultistin Florence Scovel Shinn (auf die wir später eingehen werden) und die Freimaurerei. Auf einem Titelblatt der Freimaurer-Zeitschrift New Age wurde Peale als Freimaurer des 33. Grades dargestellt. Am 30. September 1991 wurde er in den Schottischen Ritus eingeführt und sein Portrait hängt nun im Freimaurertempel in Washing­ton DC. Von Freimaurern wurde er oft als Vorbild freimaurerischen Cha­rakters hingestellt. Doch er selbst gesteht die Wahrheit über sein Freimau­rertum nicht aufrichtig ein, sondern verbreitet nur deren Verführungen.

Ihrer eigenen Literatur zufolge ist Okkultismus ein wichtiger Bestand­teil der Freimaurerei. Ihr Einfluss durchdringt sowohl die Welt als auch die Christenheit. Wenngleich viele bekennende Christen Freimaurer sind, ist die Maurerei ein antichristlicher religiöser Kult, der im Heidentum wurzelt. Sie enthält einen erheblichen Teil des Mystizismus aus Hinduis­mus und Buddhismus und ist luziferisch. Doch Peale erklärte: »Ich habe [bei den freimaurerischen Ritualen] niemals auch nur die leiseste Aussa­ge vernommen, welcher ein Christ nicht zustimmen könnte.«

Eine solche offensichtlich falsche Behauptung wirft weiteres Licht auf Peales Perversion des christlichen Glaubens. Wer den 33. Grad erreicht hat, kann wohl kaum dermaßen unwissend sein. Erklärungen von führen­den Freimaurern decken Peales Unehrlichkeit auf. Albert G. Mackey, Mitautor einer Enzyklopädie der Freimaurerei, ist eine der höchsten Autoritäten der Freimaurerei. In seinem Buch Manual of the Lodge (»Hand­buch der Loge«) führt Mackey die freimaurerische Lehre zurück auf »die antiken Riten und Mysterien, die gerade in der Blütezeit der heidnischen Finsternis praktiziert wurden«

Albert Pike, Souveräner Generalgroßmeister des Alten und Anerkann­ten Schottischen Ritus der Freimaurer in den USA, war »Ehrenmitglied von nahezu jedem Obersten Rat der Welt«. Er schrieb Moral und Dog­ma des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus der Freimaurerei für den Obersten Rat des 33. Grades, der von dessen Autorität publiziert wurde. Dieses Kompendium offizieller freimaurerischer Überlieferung führt die Maurerei auf den Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrismus und andere fernöstliche Religionen zurück. Pike erklärt darin:

Wie alle Mysterien, Hermetismen und die Alchimie … verbirgt die Freimaurerei ihre Geheimnisse vor allen außer den Adepten und Wei­sen oder den Erwählten und verwendet falsche Erklärungen und Fehl­interpretationen ihrer Symbole, um jene irrezuführen, die es verdien­ten, in die Irre geführt zu werden … Ein Teil der Symbole wird [in den Blauen Graden] dem Eingeweih­ten vorgezeigt, doch wird er absichtlich durch falsche Interpretation fehlgeleitet. Es wird nicht beabsichtigt, dass er sie verstehen soll, son­dern … dass er meint, er würde sie verstehen.

Heimlichtuerei und Okkultismus gehen Hand in Hand. Im tiefsten In­nern der Freimaurerei findet sich eine geheime luziferische Lehre, die ein Freimaurer erst verstehen wird, wenn er die höheren Grade erreicht hat. Manly Palmer Hall, eine weitere bedeutende Autorität der Freimau­rerei, schreibt: »Wenn der Freimaurer … das Geheimnis seiner Fertig­keit erlernt hat, liegen die brodelnden Energien Luzifers in seiner Hand.« Dennoch wird die Freimaurerei in der Welt von heute hoch angesehen und Freimaurer machen einen hohen Prozentsatz der Führerschaft so­wohl in der Welt als auch in der Kirche aus.

Diejenigen, die Jesus als den einzigen Christus ablehnen und leugnen, dass er ein für alle Mal im Fleisch gekommen ist, eignen sich den Geist des Antichrists an (1Jo 4,1-3). Das ist die Lehre des östlichen Mystizis­mus und der Psychosekten: dass Jesus den Zustand des »Christus-Bewusstseins« erlangt habe, der allen Menschen zugänglich ist.
Die Frei­maurerei erklärt dasselbe: Jesus von Nazareth hatte eine Bewusstseinsebene der Vollkommen­heit erlangt, die mit verschiedenen Namen bezeichnet wurde: kosmi­sches Bewusstsein, Reinkarnation der Seele, philosophische Initiati­on, spirituelle Erleuchtung, brahmanischer Glanz, Christus-Bewusstsein.

Eine antichristliche Religion der Errettung durch Werke

Die Freimaurerei hat ihr eigenes antichristliches Evangelium, das ihren Mitgliedern zusichert, dass sie durch gute Werke und Gehorsam gegen­über ihren Lehren die Göttliche Loge im Himmel erlangen, die vom ABAW (Allmächtiger Baumeister aller Welten) oder dem »Gott nach deiner Auffassung« regiert wird. Der führende Freimaurer Carl H. Clau­dy schreibt: »Freimaurerei … erfordert lediglich, dass du an irgendeinen Gott glaubst, ihm einen Namen nach deinem Belieben gibst … das geht mit jedem Gott, dann ist er dein Gott.«

Bei der Initiation in den allerersten Grad repräsentiert das Lammfell »diese Reinheit des Lebens und Verhaltens, welche notwendig ist, um Zugang zur Himmlischen Loge droben zu erlangen«.
Bei der Einführung in den 19. Grad des schottischen Ritus wird dem Eingeweihten gesagt, dass das Festhalten an den »Statuten und Regeln der Ordnung« der Frei­maurerei ihn dazu bringen wird, »den Eingang in das himmlische Jerusa­lem zu verdienen«.
Bei der 28. Initiation erfährt er, dass »der wahre Frei­maurer sich selbst Grad um Grad erhebt, bis er den Himmel erreicht« und dass eine seiner Pflichten darin besteht, »sich selbst der Erbsünde zu entledigen«. Diese und andere Rituale der Maurerei stehen im krassen Widerspruch zu den vielen Aussagen der Bibel, dass das Seelenheil »nicht aus Werken« (Eph. 2,8-10) und »nicht durch Werke der Gerechtigkeit« (Titus 3,5) erlangt wird.

Im Ritual für den »Ritter des Ostens und Westens« erklärt der Meis­ter, nachdem er den Kandidaten mit parfümiertem Öl gesalbt hat, dass sein Körper »an diesem Tag geheiligt worden ist«! Bei einer weiteren Lästerung des erlösenden Blutes Christi erklärt der Meister, nachdem er einen Tropfen Blut aus dem Arm des Kandidaten entnommen hat, dass dieser sein Gewand in seinem eigenen Blut gewaschen habe. Dann wird ihm das »heilige Wort Abaddon« gegeben, welches nach Offenbarung 9,11 der Name des Führers der Heerscharen aus der Hölle ist.

Derartige Gotteslästerungen finden sich in nahezu allen freimaureri­schen Ritualen. Wie kann Peale dann aber erklären, dass es daran nichts gebe, dem »ein Christ nicht zustimmen könnte«? Albert Pike sagt: »Frei­maurerei … ist die universale, ewige, unveränderliche Religion … [Sie] sieht in Moses … in Konfuzius und Zarathustra, in Jesus von Nazareth und in dem Arabischen Bilderstürmer [Mohammed] die Großen Lehrer der Moral … und erlaubt jedem Bruder der Ordnung, sich einem jeden dieser höheren und sogar göttlichen Charaktere zu verschreiben, wie es sein Bekenntnis und seine Wahrheit verlangt.«

 Aber kein Freimaurer kann dafür eintreten, dass der Gott der Bibel der einzig wahre Gott ist oder dass Jesus Christus der einzig wahre Sünderheiland ist, denn solche Aussagen würden die ökumenische Vereinnahmung aller Religionen sei­tens der Freimaurerei untergraben. Deshalb wird in dem »Gründonnerstags-Ritual vom Kapitel des Rosenkreuzes« der Freimaurer gesagt:

Wir kommen an diesem Tag zusammen, um gemeinsam an den Tod Jesu zu denken, nicht als etwas Inspiriertes oder Göttliches, denn das zu entscheiden ist nicht unsere Sache.47

Joseph Fort Newton, ein weiterer führender Freimaurer, schreibt: »Frei­maurerei ist … eine Anbetung, in der sich Menschen aller Religionen vereinen.«

 »Sie lädt zu ihrem Altar alle Menschen aller Religionen ein, wenn sie auch verschiedene Namen für den Namenlosen unter hundert Namen gebrauchen, beten sie doch zu dem einen Gott.«49 In voller Be­kräftigung dieser erstaunlichen und unmöglichen Ökumene schreibt auch Albert Pike: »Freimaurerei [ist die Religion,] um deren Altäre die Chris­ten, Hebräer, Moslems, Brahmanen [Hindus], die Anhänger von Konfu­zius und Zarathustra sich als Brüder versammeln und im Gebet vereinen können.« Und Manly P. Hall erklärt wiederum:

Der wahre Jünger der antiken Maurerei hat die Anbetung von perso­nenhaften Wesen für immer aufgegeben … Als Freimaurer muss seine Religion universal sein: Christus, Buddha oder Mohammed – die Na­men bedeuten wenig, denn er beachtet nur das Licht und nicht dessen Träger [die Person].

Die hier angeführten Zitate zeigen über jeden Zweifel erhaben das anti­christliche Wesen der Freimaurerei auf. Doch über eine Million Mitglie­der der US-Kirche Southern Baptists – Laien wie Kleriker – gehören zur freimaurerischen »Bruderschaft« und verteidigen sie als »christlich«. Als auf der 1993er Jahresversammlung der Südlichen Baptisten mehrheitlich beschlossen wurde, dass Mitgliedschaft bei den Freimaurern »eine Sache des persönlichen Gewissens sei«, war das eine erstaunliche Demonstrati­on der freimaurerischen Macht (und der Anzahl anwesender Freimau­rer). Dieser Wahlentscheid folgte auf den Bericht, den die Versammlung vom »Interfaith Witness Department« erhalten hatte und der besagte, dass viele »Glaubenssätze und Lehren der Freimaurer nicht mit dem christlichen Glauben und der Lehre der Südlichen Baptisten vereinbar sind« und dass im Freimaurertum viel »unbestreitbar Heidnisches bzw. Okkultes« enthalten ist.

Wie erstaunlich ist es da, dass die Mitglied­schaft in dieser antichristlichen Vereinigung von der größten christlichen Denomination der USA der persönlichen Entscheidung überlassen wird!

Die alte Lüge im neuen Zeitalter

Viele Jahre lang trug die Zeitschrift des schottischen Freimaurer-Ritus in den USA den Namen New Age. Dieser Titel beschrieb sehr genau die maurerischen Lehren und Riten. Um aber diese Tatsache zu verbergen (da die Wahrheit über das »Neue Zeitalter« bekannt wird), wurde der Name in The Scottish Rite Journal geändert.

An der Ostküste Schottlands befindet sich ein bemerkenswertes Zen­trum des Okkultismus namens Findhorn, das manchmal auch als »Vati­kan der New-Age-Bewegung« bezeichnet wird. Findhorn wurde auf die besondere Anweisung von angeblichen »Leitgeistern« gegründet. Die Mitbegründerin Eileen Caddy war offensichtlich die Erste, die diese An­weisungen durch eine »innere Stimme« empfing, welche sagte: »Sei ru­hig … und wisse, dass ich Gott bin … Höre auf mich und alles wird gut werden .. Ich bin dir näher als dein Atem, als deine Hände und Füße. Vertraue mir.« Eine innere Stimme ist ein wichtiges Werkzeug des Ok­kulten. Auf die Verbreitung dieser Illusion innerhalb der Christenheit und die dadurch verursachten Dammbrüche werden wir später zurück­kommen.

Alle der ursprünglichen erwachsenen Mitglieder dieser einzigartigen Findhorn-Gemeinschaft waren »Kanäle« für eine Vielfalt von Wesen, von denen diese Leute durch die gleiche »Führung« zusammengebracht wor­den waren. Einklang mit der Natur und Gemeinschaft mit den Geistern, die in der Natur wohnen, waren die üblichen Themen. Selbst die angebli­chen Geister »transformierter« russischer Häftlinge, die durch Anne Ed­wards »channelten«, verkündeten das altbekannte Evangelium des Natu­ralismus und Pantheismus: dass alles »Gott« ist und dass das »höhere Selbst« eines jeden Menschen als Teil Gottes seine eigene Realität er­schaffen kann.53

Diese attraktive Botschaft gleicht wiederum der Lüge der Schlange aus dem Garten Eden und wird von buchstäblich Tausenden von »Kanä­len« wiederholt, da dieses Phänomen des Kontaktes mit »Leitgeistern« sich explosionsartig in der ganzen Welt ausbreitet. Von Anfang an war Satan der Urheber dieser Lüge und fährt auch heute noch damit fort, sie in das Denken derer einzuschleusen, die für seine Inspiration offen sind. Der Psychiater und LSD-Forscher Stanislav Grof bemerkt mit Wohlwol­len die ständige Bedrohung, die die Welt des Okkulten darstellt:

Bei diesen LSD-Experimenten bewegten sich die Leute … in den so genannten transpersonalen Bereich … wozu Erinnerungen an ein frü­heres Leben, mythologische Begegnungen, Erfahrungen des Einsseins mit der Natur, Einssein mit dem Kosmos usw. gehören …

Als ich mich mit Swami Muktananda traf, der mich zu einem Semi­nar über Kaschmir-Shivaismus, einem indischen Philosophie-System, eingeladen hatte, entdeckte ich … dass dieses antike Philosophie-System eine extreme Ähnlichkeit aufwies mit dem System, das spontan aus den veränderten [erweiterten] Bewusstseinszuständen moderner Abendländer hervorgegangen war.

Die Entdeckung einer solchen Annäherung war etwas höchst Inte­ressantes … dass Menschen [in] diesen veränderten Zuständen diesel­ben immer wiederkehrenden Wahrheiten finden wie sie die Mystiker der Antike schon entdeckt hatten …

Die fortschrittlichsten Entwicklungen der Wissenschaft kehren zu­rück zu dieser antiken Erkenntnis, die aus den mystischen Traditionen stammt.

Diese Übereinstimmung kann nicht das Ergebnis von Einbildung sein. Will Baron weigerte sich jedoch zu glauben, dass die Visualisierungen und Meditationen, mit denen er indoktriniert wurde, etwas anderes seien als Imagination. Doch die Erfahrungen waren dermaßen überraschend und schlagkräftig, dass er überzeugt wurde. Er beschreibt die erste Er­fahrung:

Als eins der Gruppenmitglieder eine Botschaft channelte, leuchtete das Innere meiner Stirn urplötzlich auf … als ob jemand eine Glühbir­ne vorn in meinem Gehirn eingeschaltet habe.

Weitere überzeugende Indizien zeigten sich, als ein neues Mitglied der Gruppe übersinnliche Einsichten mitteilte, nachdem sie diese Person »im Zentrum eines Dreiecks aus goldenem Licht« visualisiert hatten, »die­sem Christus-Licht … das auf ihr höheres Selbst ausgerichtet war«. Sie teilte Will Dinge über seine Person mit, die sie unmöglich hätte wissen können. Will sagt:

Ich war absolut baff … Aufgeregt sagte ich Rosie … dass alles, was gechannelt worden war, 100%ig genau war. Nach der Lektion [fragte ich sie:] »Rosie, betreibst du diese Art von Channeling schon seit längerem?« »Nein, überhaupt nicht«, antwortete sie. »Das ist die erste Lektion, an der ich teilgenommen habe …« »Wow«, rief ich. »Du hast eine unglaubliche übersinnliche Begabung!«

Geschäfte mit der Lüge

Wenn eine scheinbare »übersinnliche Kraft« so eindrücklich vor Augen geführt wird, wie Will es erlebte, dann verleiht das heute dem Okkulten Glaubwürdigkeit und Ehrbarkeit. Die persönlichen Zeugnisse von auf­geregten Einzelpersonen, die in dem Fernseh-Werbespot für die »Psychic Network Hotline« ausgestrahlt werden, sorgen für neue Gläubige. Der Glaube, dass angeblich übersinnlich Begabte einfach eine Kraft anzap­fen, die wir alle haben, wird von Leuten unterstützt, die eigentlich Auto­ritäten sein sollten. Das wird z. B. an dieser Aussage von Joseph Camp­bell deutlich, die er in einem Interview mit Bill Moyers traf:

In diesem Moment nehmen wir teil an einem der allergrößten Sprün­ge des menschlichen Geistes in eine Erkenntnis … unseres eigenen tiefsten Geheimnisses. [Das ist wirklich] der größte jemals geschehene [Sprung].

Die okkulte Invasion gewinnt an Durchschlagskraft. Dieser Aufschwung geht zum erheblichen Teil auf die neue Ehrbarkeit zurück, die man der »Spiritualität« entgegenbringt, und nichts sieht auf den ersten Blick so spirituell aus wie das Okkulte. Mary Tabor schrieb in einem Artikel für die New York Times:

In den letzten paar Jahren haben die Leser angefangen, eine noch brei­tere Vielfalt von Büchern zu religiösen und spirituellen Themen zu ver­schlingen. Religiöse und quasi-spirituelle Bücher schleichen sich auf die bekanntesten Bestsellerlisten … [und sind ein Kennzeichen für] ein wachsendes Interesse an spirituellen und theologischen Themen …

Verlage und Buchhändler sagen, der Aufschwung des Interesses der Leser geht einerseits auf den Wunsch nach spiritueller und moralischer Orientierung zurück und andererseits auf die Desillusionierung einer computergesteuerten und zunehmend gewalttätigen Gesellschaft.

Eines dieser Bestseller ist Die Prophezeiungen von Cellestine. Wenn es sich hier auch um Fiktion handelt, nimmt doch eine große Bandbreite von Lesern seine angeblichen »Einsichten« ernst – diese »geradezu unheim­liche Genauigkeit« bezüglich »des Quantensprungs nach vorn, auf den die Menschheit sich mit dem Herannahen des neuen Jahrtausends vor­bereitet«. Der Autor wiederholt auf verschiedene und spannende Weise dieselben Lügen, die man auch immer wieder von den vielen »Channels« zu hören bekommt, eben jene Lügen der Schlange aus Eden, die mittler­weile jedem Lesen vertraut sind. Und – wie das Buch besagt – kann über­haupt kein Zweifel daran bestehen, dass »sich auf unserem Planeten heute eine spirituelle Renaissance vollzieht«.

Die neue Ehrbarkeit gegenüber jeglicher »Spiritualität« öffnet der geschickten Täuschung die Tür, dass eine Person »spirituell« sein kann, dabei aber nicht »religiös« zu sein braucht. Bei Will Barons erster Begeg­nung mit der New-Age-Sekte, in die er hineingeriet, fragte er, um welche »Religion« es sich hier handle. Als Antwort auf die Frage entgegnete ihm der Leiter: »Nein, wir sind keine Religion. Wir sind spirituell.« Selbst Sears, diese Bastion des Konservativen, die das Vertrauen von Millionen hat, verbreitete in ihrer ersten Ausgabe eines Infoheftes für Frauen Ok­kultismus in Form eines Nachdrucks eines Artikels, der aus der Zeitschrift New Woman zusammengestellt worden war:

Erstens: Entspannen Sie sich. Stellen Sie ihre Gedanken still und ru­hig – absolut leer …

Begegnen Sie Ihrem inneren Ratgeber. Wenn Sie Ihre Gedanken zur Ruhe gebracht haben, laden Sie eine äußerst liebevolle, weise Gestalt in Ihr Bewusstsein ein. Es kann ein älterer Herr oder eine Dame sein, eine Pflanze, ein Hund. Sitzen Sie geduldig da und lassen Sie ein Bild entstehen. Reden Sie dann über irgendetwas, was Ihnen auf dem Herzen liegt …

Wie bereits gesagt, ist »Spiritualität« zur großen Irreführung geworden. Es kommt nicht darauf an, welche Art von »Spiritualität« man bevorzugt. Für die New-Age-Mentalität reicht es aus, überhaupt »spirituell« zu sein. »Spiritualität« hat eine angepasste und ökumenische Bedeutung ange­nommen, die vom Wahrheitsbegriff völlig losgelöst ist. Die Vorstellung, dass es Wahrheit gibt und dass alles andere Lüge ist, ruft vielmehr sofor­tigen Widerspruch hervor. Diese neue Spiritualität ist Satans Fangnetz, mit welchem er scharenweise Menschen einfängt.

Marina Raye ist eine »spirituelle Animateurin, Seminarleiterin und Vorsitzende von ›High Performance‹«. Sie lehrt »spirituale Sexualität«, die auf der Überzeugung basiert, dass »alles Gott ist … der Wasserkrug, der Fußboden, die Fliege, die umherbrummt … das alles ist Gott … [des­halb] können wir unsere Mitmenschen als göttliche Wesen begrüßen, als Göttinnen und Götter. Wir erkennen die vernetzte Verbundenheit allen Lebens.« Raye sagt: »Ein hoffnungsvolles Zeichen der Bewusstseinsän­derung ist, dass viele Kirchen bereit sind, meine Workshops zu unterstüt­zen … Welchen besser geeigneten Ort gibt es zur Normalisierung der ›spiritualen Sexualität‹ als das Heiligtum einer Kirche!«

Eine erstaunlich breite Akzeptanz

Prominente sind die führenden Vorreiter der okkulten »Spiritualität«. In den 70er Jahren machte Merv Griffin Werbung für Maharishi Mahesh Yogi und dessen Transzendentale Meditation. Vor zehn Jahren offenbar­te Oprah Winfrey, dass das »Geheimnis ihrer unglaublichen Lebensfreu­de und Energie [und ihres] Erfolges … ihre persönliche Beziehung zu Gott ist«. Als uneheliche Tochter eines Baptistenpastors aus Mississippi überforderte sie ihre Mutter, die sie an ihren Vater weiterreichte. »Sie trieb aus diesem Satansbraten den Teufel aus«, sagt Oprah. Leider ist ihre Vorstellung von Gott und dem Teufel unbiblisch. Ihr »Gott« ist der okkulte Gott von Phil Jackson. Winfrey »befürwortet den Kurs in Wun­dern und hat sich in ihrer Fernsehshow dafür ausgesprochen, dass ›alle Religionen zu Gott führen‹«. Sie sagt:

Jeden Morgen konzentriere ich mich auf mich selbst, indem ich versu­che, das göttliche Licht zu berühren, von dem ich glaube, dass es in uns allen ist. Manche nennen das Beten und andere sagen Meditation dazu. Ich bezeichne es als Zentrierung. Ich bekomme dadurch unbe­grenzte Energie …

Dieser Gott-Zentriertheit habe ich es zu verdanken, dass ich da bin, wo ich bin.

Mit ihrem Aufgreifen des Okkulten befindet sich Oprah in Gemeinschaft vieler anderer Prominenter. Wie bereits an früherer Stelle gesagt, haben sich Robert Stack und Della Reese auf die »Science of Mind« eingelas­sen. Die Schauspielerin Demi Moore folgt dem Okkultismus von Deepak Chopra, dem Guru der »holistischen Medizin«. John Travolta, Tom Crui­se, Nicole Kidman und Kristie Alley haben sich auf Scientology eingelas­sen. Und die Psycho-Hotline wird von Dionne Warwick vorangetrieben, die dadurch »Menschen ermutigt, Medien zu befragen, um die Zukunft zu erfahren«. Die Liste kann endlos fortgeführt werden, vom Ex-Beatle George Harrison und dem verstorbenen John Denver über Elizabeth Taylor bis Shirley MacLaine.

Und auch die Regierungen jagen dem Okkulten nach! Ingo Swann, einer der Begründer des Fernwahrnehmungs-Programmes, erklärt, war­um die USA sich in parapsychologischer Forschung betätigen: Weil »die Geldsummen und der Personalaufwand, die die Sowjets in ihre Psychola­bors investieren, eindeutig bestätigt, dass diese Sache ernst zu nehmen ist und dass bereits Durchbrüche erzielt wurden, die die Steigerungen der Ausgaben und der verschärften Sicherheit rechtfertigen«. Er fährt fort:

Mehrere seriöse Quellen haben mich informiert, dass zwei größere Nationen Fortschritte in der Anwendung von Psychoenergien erzie­len … [und] eine dritte, kleinere Nation mit berüchtigtem Hass gegen den amerikanischen Lebensstil ebenfalls auf dem Vormarsch ist.

Ich weiß, dass das befreite Russland dreimal für große Summen die sowjetischen Psycho-Geheimnisse verkauft hat, um so an benötigte De­visen zu gelangen …

Fernwahrnehmer halfen Scud-Raketen zu entdecken, halfen gehei­me biologische und chemische Waffenprojekte [im Irak] aufzuspüren, lokalisierten Tunnels und ausgedehnte unterirdische Einrichtungen und identifizierten deren Zweck.

Außerdem arbeiten die USA und Russland auf dem Gebiet parapsycho­logischer Experimente offensichtlich intensiv zusammen. Ein erheblicher Teil dieser Zusammenarbeit wurde von Esalen aus gesponsert, dem New-Age-Zentrum südlich von San Francisco, wo in den 60er Jahren die »Human-Potential«-Bewegung ausgebrütet wurde. Das Pentagon hat seinen eigenen Meditationsclub, der von Edward Winchester geleitet wird. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges überredete er die Sowjets zu einer gemeinsamen »Visualisierung des Friedens«, und auf einer Goodwilltour meditierte er »im Innern des Kreml … und verteilte … Meditations-Sets … an Friedens-Funktionäre in Moskau, Kiew und Leningrad«. Bei einer Fernsehsendung mit »angeblich 150 Millionen sowjetischen Zuschauern hielt Winchester eine öffentliche Meditation vor der Kasaner Kathedra­le« in Leningrad (dem heutigen Sankt Petersburg) ab.

Militär und Regierung im Okkultismus

Es würde gleich mehrere Bücher füllen, würde man von der okkulten Invasion innerhalb des US-Militärs berichten wollen. Im Tunnel der Zeit von David Morehouse hob sich die Decke des Geheimnisses über das Fernwahrnehmungs-Programm des Militärs. Morehouse deckte die in­tensive Ausbildung für amerikanische Psycho-Spione und Soldaten sowie einige ihrer Heldentaten auf. Im Gegensatz zu der Behauptung des CIA, es habe das Programm aufgegeben, glaubt Morehouse, dass »Star Gate aktiv ist wie eh und je, jedoch weiter gegangen ist, und das im Gehei­men … [und dass] die Regierung diese Techniken zu ihren Waffen rech­net«. Obwohl er offiziell in Rente ist, kann er nachts nicht schlafen, »wenn das Fernsehgerät nicht plärrt, nur damit nicht alles wieder in mir hochkommt«.

Das Monroe-Institut in Faber im US-Bundesstaat Virginia, das von Robert Monroe gegründet wurde und die Fähigkeit außerleiblicher Rei­sen (OBEs) lehrt, stand unter Militär- und Regierungsfunktionären und führenden Wirtschaftsbossen hoch im Kurs. Monroe sagt, er habe nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1992 eine OBE unternommen, um seine Frau zu besuchen, konnte aber dabei nicht mit den Emotionen umgehen und schwor deshalb den OBEs ab, aus Angst, dass er von einer weiteren Reise nicht zurückkehren würde. Da er kürzlich starb, ist er nun wirklich außerhalb seines Körpers und weiß nun, auf was für eine Lüge er herein­gefallen ist. Monroe hatte drei Patente für akustische Signale, die einen erweiterten Bewusstseinszustand auslösen. Sogar buddhistische Mönche benutzen diese Tonbänder »als Übungsmittel«. Das Wall Street Journal berichtete:

Der pensionierte General Albert Stubblebine, ehemaliger Direktor des US-Militär-Geheimdienstes und Sicherheitsbefehlshaber, bestätigt, dass die Armee in den 80er Jahren Personal zu diesem Institut sand­te … während die mögliche militärische Anwendung übersinnlicher Phänomene untersucht wurde …

Katie McKeown, die Koautorin des Bestsellers Beyond IBM, be­suchte das Institut … nach dem unerwarteten Tod von Louis Mobley, ihrem Freund und Arbeitspartner dieses Buches … Mobley kommuni­zierte mit ihr über James R. Hoover, einen Manager von DuPont – und Skeptiker – und besuchte das Institut auf Firmenkosten.

Hoover, der Mobley niemals kennen gelernt hatte … [war] so lange skeptisch, bis … Katie McKeown sagte, dass bestimmte Bemerkungen nur von Mobley kommen konnten. »Das hat mir einen fürchterlichen Schrecken eingejagt«, sagt Hoover. »Mir laufen immer noch eiskalte Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke.«

Vor fast zehn Jahren behauptete der Abgeordnete Charles Rose, dass »zu jedem beliebigen Zeitpunkt etwa ein Viertel der Kongressabgeord­neten mit der Untersuchung übersinnlicher Phänomene beschäftigt sind«. Weil der Schatzmeister von Orange County in Kalifornien Ro­bert L. Citron sich auf den Tipp eines Mediums und Astrologen verlassen und dementsprechend investiert hatte, verlor der wohlhabende Verwal­tungsbezirk »1,7 Milliarden Dollar in riskante Investitionen … [und] er­klärte am 6. Dezember 1994 ihren Bankrott.«72 Der New York Times News Service US News & World Report sagte in Bezug auf die »spirituelle Dimension« in der US-Hauptstadt, dass es »beunruhigend ist, dass der Sprecher des Weißen Hauses tiefe Schlücke von dem Rat von Spiritisten trinkt … Die Clintons haben sich mit Marianne Williamson getroffen, der Bestseller-Autorin, die für Wunderkräfte wirbt.« berichtete kürzlich: »In ganz Washington sind Meinungen von futuristischen und spiritistischen ›Gurus‹ zu [Newt Gingrich] Stadtgespräch.«

Aus Platzmangel können wir hier nicht auf die okkulte Betätigung auf höchster Regierungs- und Wirtschaftsebene in aller Welt eingehen. Doch müssen wir auf die Situation in der islamischen Welt zumindest kurz ein­gehen. In Saudi Arabien, dem Land der hochheiligsten muslimischen Wallfahrtsorte, wuchert der Okkultismus über die Maßen. König Fahd ist so tief im Okkultismus verstrickt, dass er vermeidet, sich in der königli­chen Hauptstadt Rijad aufzuhalten, weil von einem Medium prophezeit wurde, dass er dort sterben würde:

Die Gewohnheit, Hexen und Zauberer zu konsultieren, hat sich wie eine Epidemie ausgebreitet … jeder Fürst hat seine eigene Hexe oder seinen eigenen Zauberer, die bei ihm leben …

Im Königreich herrscht der weit verbreitete Glaube, dass einer von Fahds Neffen einen Raum in seinem Palast hat, der den schwarzen Künsten geweiht ist … Blinder Glaube an übernatürliche Kräfte er­streckt sich über die Königsfamilie hinaus und steht in Verbindung mit einer Serie von aktuellen Tragödien.

Der breite Weg ins Verderben

Niemand erklärt die Grundlage der neuen Spiritualität besser als der Psychologie-Professor Charles Tart. Er macht uns in eindeutiger Sprache klar, dass sie eine Ablehnung der Bibel und des biblischen Christentums dar­stellt. Die neue Spiritualität basiert gänzlich auf der persönlichen Erfah­rung in einem erweiterten Bewusstseinszustand. Kein Kriterium kann herangezogen werden, um zu bewerten, ob eine solche Erfahrung real ist; sondern die Realität wird, wie im Fall von Karen Mains und so vielen anderen (wie z. B. jene, die sich auf den »Toronto-Segen« einlassen, auf die »Pensacola-Erweckung« oder die »Geistliche Kriegsführung« – wie wir noch sehen werden) von der Erfahrung selbst definiert. Tart sagt:

Wer an eine vorgeschriebene Lehre glaubt, neigt dazu, stur zu werden, und in einer Welt, in der Veränderung die Norm ist, kommt man mit Sturheit nicht weit. Die spirituellen Psychologien bieten deshalb eine Veränderung an, mit Hilfe derer man den transpersonalen Bereich selbst untersuchen kann. Man kann sich direkt selbst als Wesen erfah­ren, das mit dem Universum verbunden ist. Das ist ein reichhaltiges Angebot …

Die Vorstellung, dass Wissenschaft oder Psychologie eine solche Un­terscheidung treffen könnten [zwischen einer tatsächlichen und einer vorgetäuschten und eingebildeten spirituellen Erfahrung], ist so gut wie unhaltbar … Rund um die Welt gibt es eine Fülle von Techniken zur Auslösung religiöser Erfahrungen – vom Fasten über Meditation bis zum Tanz … Vielleicht kann die transpersonale Psychologie die Effektivität des Fortschreitens auf dem spirituellen Weg steigern …

Ich … gebe den Leute den Rat, sich auf diesem Markt [nach einer passenden Technik] umzusehen. Einfach irgendetwas »mal auszupro­bieren« und sich auf die erst- oder zweitbeste Gelegenheit völlig ein­zulassen, ist gefährlich oder zumindest unnötig. Aber sehen Sie sich nicht nur beiläufig um. Setzen Sie eine gewisse Energie für einen be­stimmten Weg ein. Nehmen Sie sich ein oder zwei Monate Zeit, um zu sehen, wo diese Technik Sie hinführt … Wenn Sie einen spirituellen Weg finden, der Sie wirklich anspricht, können Sie es in Erwägung ziehen, sich verbindlich darauf einzulassen. Schauen Sie, wohin der Weg führt …

Ich hoffe, dass das Studium der transpersonalen Psychologie zu ei­ner allmählichen Ausbreitung spiritueller Techniken verhilft, die ef­fektiver und weniger vollgestopft mit kulturellen Altlasten sind. Dann kann man sich auf den spirituellen Weg begeben, ohne die mentale Gesundheit aufs Spiel zu setzen oder schwerwiegende Probleme auf dieser Reise zu bekommen.

Das ist ja höchst erstaunlich! Hier haben wir einen intelligenten, hoch gebildeten und kultivierten Mann, einen Universitätsprofessor, der emp­fiehlt, einen »spirituellen Weg« einzuschlagen, der überall und nirgends hinführen kann, der seinem eigenen Geständnis nach gefährlich sein kann und den Wissenschaft und Psychologie nicht beurteilen können. »Schau­en Sie, wohin der Weg führt«, schlägt er vor und lässt dabei die Möglich­keit außer Acht, dass man erst zu spät feststellt, dass ein solcher Weg ins ewige Verderben führt. Er glaubt natürlich nicht an Himmel und Hölle. Es kommt auf nichts anderes an, als dass es der eigenen Lust und Laune entspricht.

Eine solche Einstellung ist die Grundlage der neuen Spiritualität: die Vorstellung, dass es keine Wahrheit gibt, kein Recht oder Unrecht, nur »Erfahrung«. Diese Illusion stammt aus dem fernöstlichen Mystizismus und stößt im Abendland auf immer mehr Akzeptanz und Glaubwürdig­keit.

Eine tragische Verwerfung der Wahrheit

Die Aneignung dieser »Nichts-ist-unmöglich«-Spiritualität ist schon seit einiger Zeit im Gange. Das Jahrestreffen der »Gesellschaft für transper­sonale Psychologie« im August 1987 stand unter dem Motto »Geist in Aktion«. Der Psychologe Jon Spiegel erklärte in einem Artikel im Mit­teilungsblatt der »Gesellschaft für humanistische Psychologie« (AHP): »Spirituelle Anliegen lagen der AHP stets sehr am Herzen … [AHP war immer] offen für sowohl östliche wie westliche spirituelle Praktiken. Wir haben uns für die Rückkehr des Geistes in der Therapie eingesetzt.«

Man kann sich nur wundern, was Humanisten unter Geist, spirituellen Anliegen und spirituellen Praktiken verstehen. In Wirklichkeit sind sie be­reit, nahezu jede Form von »Spiritualität« zu akzeptieren – Buddhismus, Hinduismus, Hexerei oder jede Art des Schamanismus. Eine »Spirituali­tät« gibt es jedoch, die für sie inakzeptabel ist, und das ist das Christen­tum. Warum? Weil es für sich in Anspruch nimmt, die Wahrheit zu sein, und dieser Anspruch ist unannehmbar für solche, die offen für alles blei­ben wollen – für alles, außer natürlich dem Christentum.

Die neue Spiritualität behauptet, »richtig« sei das, was »richtig für dich« ist – und das kann etwas anderes sein, als was »richtig für mich« ist. Aber das macht gar nichts, denn wir haben beide »Recht«, nur jeder auf seine eigene Weise. Wahrheit ist das, was man sich zu glauben aussucht, denn die Quelle der Wahrheit befindet sich in jedem von uns.

Die neue Ehrbarkeit, die das Okkulte in den 90er Jahren erhalten hat, spiegelt zumindest zum Teil einen Aufschwung eines Interesses an Reli­gion wider. Die mehr als 2500 christlichen Buchhandlungen der USA verzeichneten für 1995 einen Umsatz von 3 Milliarden Dollar, das ist das Dreifache von 1980. Christliche Bücher werden auch nicht mehr aus­schließlich von religiösen Verlagen herausgegeben, wie noch ein paar Jahre zuvor, sondern heute entstammen viele den säkularen Verlagen. Anfang 1997 überreichte die Lily-Stiftung eine Spende von 5 Millionen Dollar an WNET-TV, einen öffentlichen Fernsehsender aus New York, um 39 halb­stündige Wochenserien über Religion und Ethik zu drehen, die erstmals im Sommer 1997 ausgestrahlt wurden. »Religion Newsweekly«, wie die Sendung heißt, »soll eine Vielfalt religiöser Standpunkte abdecken und … wird für keine bestimmte Religion missionieren.«

Wieder gibt es nichts Richtiges, nichts Falsches, keine Wahrheit. Die eine Religion ist so gut wie die andere. Doch die vielen schwerwiegenden Widersprüche zwischen den Religionen erweisen diese Sicht als unhalt­bar.

Der gesunde Menschenverstand kann da seinen Protest nicht zurück­halten. Diese Herangehensweise des »Es-gibt-keine-Wahrheit« oder »Es-kommt-nicht-so-drauf-an« wird katastrophale Folgen nach sich ziehen, wenn man sie im wirklichen Leben anwendet. Stellen wir uns einen Pilo­ten eines Passagierflugzeugs vor, der diese Philosophie vertritt. Er würde mit Sicherheit weder an seinem Ziel ankommen noch würden er und sei­ne Fluggäste besonders lange leben. Warum sollten dann intelligente Men­schen glauben, dass jeder spirituelle Weg in den Himmel führt? Warum sollte der Gott, der die sichtbare Schöpfung nach eindeutigen Naturge­setzen funktionieren lässt (sonst könnte es keine Wissenschaft geben), nicht auch eindeutige moralische und spirituelle Maßstäbe haben?

Das »Spirituelle« ist dort, wo man es sucht

Phil Jackson sieht im Basketballsport einen äußerst »spirituellen« Zweck. Er schreibt von dem »Bindeglied zwischen Spiritualität und Sport«. Mit »Spiritualität« oder »spirituell« meint er offensichtlich etwas gänzlich anderes als das biblische Christentum. Und seine neue Spiritualität mit ihrer neuen Akzeptanz seitens der Welt hat ihm anscheinend unbegrenz­te Möglichkeiten eröffnet, die ihn von der Engstirnigkeit seiner Kind­heitsreligion befreit haben.

Jackson sieht ein, dass die menschliche Existenz eine spirituelle Di­mension hat. Er hat sie erfahren, und sie funktioniert – sogar insoweit, dass sie einem Basketballteam den Meistertitel einbringt! Wahre Spiri­tualität wird jedoch keineswegs mehr von der Bibel her definiert. Das gesamte Konzept, dass etwas wahr und etwas anderes falsch sein kann, wurde über Bord geworfen. Spiritualität ist für Jackson ein riesiger Be­reich, der zu erforschen und erfahren ist. Er spricht von seinen »zwei größten Leidenschaften: Basketball und spirituelle Abenteuer«.

Abenteuer, wohl wahr! Dieser Gedanke öffnet großartige Möglich­keiten für Entdeckungsreisen mit staunenden Augen durch exotische Landschaften entlang einer Vielfalt von Wegen – ermöglicht durch das Verwerfen der Bibel als Wort Gottes und unfehlbarem Leitfaden! Und wer trägt Sorge dafür, wohin der eine oder der andere Weg führt? Der Nervenkitzel besteht in der Entdeckung. Alles worauf es ankommt, ist das Erlebnis unbegrenzter neuer Erfahrungen.

Diese neue Ehrbarkeit, die die Welt einer angepassten Spiritualität (sofern es nicht Christentum ist) entgegenbringt, hat Phil Jackson gestat­tet (und mit ihm unzähligen anderen), ohne das geringste Schuldgefühl das abzulehnen, was er unter Christentum versteht. Seine Akzeptanz al­ler Religionen hat jedes Verständnis verschleiert, das er vielleicht irgend­wann einmal vom Christentum hatte.

Jackson setzt Glaube an sich selbst mit Glauben an Gott gleich. Im Okkulten ist jeder Gott. Er schreibt, die Chicago Bulls hätten »in der Saison 91/92 sicherlich Glauben an sich selbst« gehabt, und rät: »Sie müs­sen Ihrer inneren Erkenntnis vertrauen.« Erstaunlicherweise verwech­selt er die eigene innere Erkenntnis mit dem, was »der Apostel Paulus als Glauben bezeichnete: ›eine Verwirklichung dessen, was man hofft; ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht‹ (Hebr 11,1).«

Das Gegenteil ist der Fall: Paulus sagte ausdrücklich, dass er nicht auf sich selbst oder irgendjemand anderen vertraut (Phil 3,4). Die Bibel warnt immer wieder vor Vertrauen auf einen Menschen, einschließlich vor Selbstvertrauen. Salomo schrieb: »Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand« (Spr 3,5). Je­remia warnte: »Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut … und dessen Herz vom HERRN weicht« (Jer 17,5). Jesus sagte: »Habt Glau­ben an Gott!« (Mk 11,22).

Eine folgenschwere Illusion

Jackson konnte sich selbst davon überzeugen, dass er nicht wirklich das Christentum verworfen habe; er habe lediglich seinen Horizont erweitert und erkannt, dass die Bibel nur eins von vielen religiösen Büchern ist, denen er allen die gleiche Hochachtung entgegenbringt. Somit kann er sich einreden, dass er in Wirklichkeit noch spirituelleralle Formen der Spiritualität akzeptiert, einschließlich ame­rikanischer Eingeborenen-Spiritualität und Zen-Buddhismus und hinduis­tischer Konzepte, gemeinsam mit allem anderen, das irgendwie zu funk­tionieren scheint. Ohne jede Andeutung von Ironie schreibt er: geworden ist, da­durch dass er

An dem Tag, als ich die Chicago Bulls übernahm, gelobte ich, eine Umgebung zu schaffen, die auf den Prinzipien der Selbstlosigkeit und Hingabe basiert, die ich als Christ in meinem Elternhaus gelernt hat­te. Dabei kann ich auf einem Polster sitzen und Zen praktizieren oder auch die Lehren der Lakota-Sioux studieren …

Die Schaffung eines erfolgreichen Teams – sei es ein NBA-Meister-titel oder ein sensationeller Verkaufserfolg – ist auch für diejenigen im Wesentlichen ein spiritueller Akt, die sich selber im herkömmlichen Sinne nicht als »spirituell« ansehen.

Das großartigste Vorbild von »Selbstlosigkeit und Hingabe«, das Jackson von seinen Eltern hätte kennen lernen können, ist Jesus Christus, der sich am Kreuz selber hingab, um für unsere Sünden zu sterben – doch Jackson hat Christus dem Zen und der Eingeborenen-Spiritualität zulie­be verworfen. Phil Jacksons neue Spiritualität steht im völligen Wider­spruch zu dem Christentum, dem er einst angehörte. Das gilt für die In-dianer-Spiritualiät genauso wie für Zen-Buddhismus, fernöstliche Medi­tation und alle anderen Religionen, für die er jetzt »offen« ist.

Mit seiner Ablehnung des Christentums steht Jackson nicht alleine da. Er befindet sich in Gemeinschaft nicht nur mit anderen NBA-Trai-nern wie z. B. Pat Riley von Orlando, sondern mit vielen Gemeindelei­tern und Dozenten an theologischen Ausbildungsstätten. Eine Londoner Zeitung bemerkte kürzlich: »Liberale anglikanische und katholische Kle­riker werden heute eine Ansprache vor einer Versammlung von Heiden und Hexen halten, um zu versuchen, eine ›gemeinsame Grundlage‹ zu schaffen.« Die »Gesellschaft religiöser Leiter« von Salem (Massachu­setts) »begrüßte offiziell einen Hohenpriester der Hexerei in ihren Rei­hen. Ein Priester der Episkopalkirche sagte, für niemanden in dieser in­terreligiösen Klerikergruppe sei ein zwingender Grund denkbar, den Hexer auszuschließen.«

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