Hinduismus im Licht der Bibel

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Roger Liebi

 

Der Hinduismus im Licht der Bibel

 

Zum Ursprung

Der Hinduismus ist das Produkt aus vielen Stammesreligionen (dunkelhäutige Urbewohner und zugewanderter hellhäutige Arier [Japhetiten]).

Um 1800-1500 v. Chr.: Eindringen der halbbarbarischen Arier, wohl von Persien her, ins Indusgebiet. Zerstörung der hochstehenden Industalkultur. Die Arier wollten sich nicht mit den Urbewohnern mischen. Daraus entstand mit der Zeit das Kastenwesen!

Die Arier pflegten einen Götter- und Opferkult. Diese Riten sind in den „Veden“ beschrieben („Veden“ = Wissen [um die Götter]). Götter der Arier: Naturgötter (Himmel, Mond, Sonne, Feuer etc.). Mit der Zeit kam es zu einer Religionsvermischung. Die Arier übernahmen auch die vielen Götter der Urbevölkerung und integrierten sie in ihre Vorstellungen.

Im Licht der Bibel: Die Menschheit wandte sich beim Bau des Turmes von Babel von dem einen wahren Gott ab. Sie wandte sich der Verehrung von Naturgöttern und der Ausübung von Magie zu (1Mos 11; Jes 47,12; Röm. 1,18ff.; Apg 14,16). Mit der Sprachenverwirrung und der Zerstreuung der Völker (1Mos 10+11) begann die „Zeit der Unwissenheit“ (Apg 17,30).

Pluralismus

Der Hinduismus ist eine Sammlung vieler Religionen. Dies erklärt die enormen Gegensätze: z.B. intellektualistische Religionsphilosophie, primitive Opferkulte, Askese etc. Der Hinduismus ist offen für neue Religiosität und saugt alles auf, um sich damit zu „bereichern“: ständige Entwicklung, während das Alte bleibt.

Der Hinduismus ist ein riesiges Religionsmuseum. Angebote für alle Bedürfnisse. Jeder kann sich aussuchen, was ihm persönlich passt. Der Hinduismus kann nicht auf einen Nenner gebracht werden. Widersprüche stören den Hindu nicht. Sie sind für ihn vielmehr Ausdruck der Religiösität.

Vgl. dazu das Abendland im 20. Jh.: Pluralismus, alles kann nebeneinander existieren. Die neue Toleranz toleriert alles ausser Absolutheitsansprüche. Wichtig ist nur: es stimmt für mich.

Im Licht der Bibel: Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Das 1. Gebot verbietet Pluralismus (2Mos 20,3). Es geht nicht um eine freie Auswahl: Gott befiehlt den Menschen an allen Orten, sich zu bekehren (Apg 17,30). Der dämonische Wahrsage-Geist aus Apg 16,16-17 versuchte sogar das Evangelium zu integrieren, indem er es als einen mögliche Heilsweg darstellte („die euch, einen Weg des Heils verkünden. Weitere Beispiele von negativem Synkretismus (Religionsvermischung): Goldenes Kalb = „Jahve“, (2Mos 32,4-5); die Kälber in Dan und Bethel (1Kön 12,28); Gnosis (1Tim 6,20-21).

Die drei Kennzeichen des Hinduismus

1. Bekenntnis zu den Veden.
2. Anerkennung des Kastenwesens
(= „nationale Geburtsgemeinschaft“. Zum Hinduismus kann man nicht übertreten. Als Hindu kann man die Kaste nicht wechseln.
3. Glaube an „Dharma“ (das Weltgesetz), „Karma“ (das Vergeltungsgesetz) und „Sansara“ (der Geburtenkreislauf).

Im Licht der Bibel: Jak 3,6: w. „das Rad der Natur“; Kreisläufe in Pred 1,4-11 (Sonne, Wind, Wasser), Räder am Thron Gottes (Hes 1,15-21.26): Die Räder drehen, aber nicht an Ort, sondern hin zu Gottes Ziel der Heilsgeschichte. Lineare Heilsgeschichte in dynamischen Zyklen kontra zielloses Kreisdenken!

Grundanschauungen des Hinduismus

– Heilsnotwendige Heilige Schriften

Veden (1500 v. Chr; Opfergedichte, Rituale etc.).
Brahmanas (ab 1000 v. Chr.; Fortsetzung der Veden),
Upanischaden (ab 800 v. Chr.; philosophische Grundanschauungen des Hinduismus)
Bhagavadgita (um 200 v. Chr.)

– Ewige Religion, Religion = anfangsloser Prozess, kein Religionsstifter

– Brahman = kosmische Kraft, Urwirklichkeit, das höchste unpersönliche Absolute, Weltseele. Die Welt fliesse immer wieder neu aus Brahman hervor. Ewiger Kreislauf: Entstehen, Bestehen,
                     Vergehen. Die Welt geht aus Brahman hervor, ist aber nicht Brahman, sondern „Maya“ (Scheinwelt).

Im Licht der Bibel: Gott allein ist ewig (Jes 42,8: „Jahwe“ = der Ewige); Schöpfer und Schöpfung sind klar voneinander geschieden (1Mos 1,1: Subjekt ist „Gott“, Objekt ist „Himmel und Erde“,
                               „erschaffen“ [hebr. „bara“] ist nicht gleich „herausfliessen“). Die Schöpfung ist Gottes sehr gutes Werk (1Mos 1,31). Die Bibel stellt sich somit positiv zu Materie, Körper, Ehe
                                und Sexualität. In der Gottheit sind drei Personen in interaktiver Gemeinschaft.

– „Atman“ (Selbst) = innerster Kern des Menschen, Atman = Brahman,

 
der Mensch sei göttlich, alles sei eins.

Im Licht der Bibel: Lüge Satans: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1Mos 3,5). Der einzelne Mensch ist eine wirkliche Person, für alle Ewigkeit (Gal 2,20; Mat 8,11). Hinduismus = Leugnung des Menschen als Einheit von Seele, Geist und Körper (1Thess 5,23).

„Dharma“ (Weltgesetz), alle Ordnungen, Pflichten, Fähigkeiten, Klassen und Einteilungen in Kasten leiten sich von da her.

Kaste („varna“ = Farbe), schon in den Veden Einteilung in die vier Haupt-Kasten:

1. Brahmanen (Lehrstand)
2. Kshatriyas (Wehrstand)
3. Vaishyas (Nährstand)
4. Shudras (Nährstand)
Parias = Kastenlose, 10%, Unberührbare (ihr Schatten verunreinigt), Strassenwischer und WC-Reiniger, Nicht- Hindus, Abschaum der Menschheit

Hauptkasten und Unterkasten: ca. 3000 Kasten

Im Licht der Bibel: 1Sam 2,7-8; Dan 2,21; 4,1ff.

„Karma“ (Vergeltungsgesetz), gutes und schlechtes Karma, Schicksalglaube, Fatalismus, Erklärung für arm, reich, gesund, krank etc., Glaube an die Seelenwanderung

Im Licht der Bibel: „Es ist dem Menschen gesetzt, 1x zu sterben“ (Heb 9,27). Unser Schicksal ist in Gottes Hand und hängt nicht von einem früheren Leben ab (Joh 9,1-3; Röm 8,30).

„Moksha“ (Ausbruch), Erlösungslehre: Moksha ist Selbstbesinnung auf den Atman, als einen Teil Brahmans. Nur Atman könne erlöst werden. Erlösung: Atman werde freigesetzt, ohne sich wieder zu verkörpern. Erlösung = Auflösung in ein kosmisches Sein. Tod = (nur) Durchgangsstadium, ewige Verdammnis gebe es nicht.

3 klassische Erlösungswege:

(1) Karmamarga = Erlösung durch Opferwerke und Rezitation von wortmagischen Gedichten; wichtig: die Veden).

(2) Juanamarga = Erlösung durch höhere esoterische Erkenntnis; wichtig: die Upanishaden; Yoga und Meditation über vier Stufen:

– 1. Äussere Erkenntnis durch Bewusstmachen des Körpers
– 2. Absinken ins Unterbewusste
– 3. Glückszustand im Tiefenbewusstsein
– 4. Ekstase im kosmischen Bewusstsein.

(3) Bhaktimarga = Erlösung durch leidenschaftliche Hingabe an einen Gott; wichtig: Bhagavadgita;

Erlösungsweg der breiten Masse; durch leidenschaftliches Anhängen an einen Gott soll das Gefühl der Einheit mit diesem Gott entstehen (vgl. die Hare-Krishna-Bewegung).

Im Licht der Bibel: Röm 3,23. 1Tim 6,20-21 („Erkenntnis“ = „Gnosis“; betrügerischer Erlösungsweg der Gnostiker durch höhere Erkenntnis). Lüge Satans: göttliche Erkenntnis (1Mos 3,5-6). NT: 14x Aufruf zum „Wachen“ (Mat 26,41); 11x Aufruf zu Nüchternheit, z.B. 2Tim 4,4: „nepho“ = Abwesenheit von jeglicher geistigen und seelischen Trunkenheit, Exaltiertheit, Verwirrnis (W. Bauer: Wörterbuch zum NT). Der Heilige Geist ist ein Geist der Selbstbeherrschung/ des gesunden Denkens/ der Besonnenheit (2Tim 1,7: „sophronismos“). Hinduistische Opfer = Perversion der auf Christus hinweisenden Opfer aus 1Mos 3-9.

Götter

Es gebe Millionen von sterblichen Göttern und Göttinnen. Drei verheiratete Spitzengötter: Brahma (Entfaltung),

Vishnu (Erhaltung), Shiva (Niedergang). Sie werden als Dreiergruppe dargestellt.

Hind. Lehre: Von Zeit zu Zeit treten die Götter aus der Passivität heraus und erscheinen unter den Menschen.

Vishnu nimmt Menschengestalt an. Um 3001 v. Chr. ist Vishnu in der Gestalt des Krishna gestorben. Durch die Götter soll den Menschen Brahman besser verständlich werden.

Im Licht der Bibel: Röm 1,18ff. Perversion der Trinität und der Menschwerdung Christi.

Götterbilder

Götter werden nach genauen Vorgaben dargestellt. Die Gottheit sei nur im Bild anwesend, wenn diese mit einem rituellen Akt verehrt werden. Götterbilder = Hilfen für die Meditation

Im Licht der Bibel: 2. Gebot in 2Mos 20,4-6.

Der Mensch

Der Mensch sei göttlich und könne wesenhaft nicht böse sein. Das Böse sei Maya, es stehe außerhalb der Atman-Brahman-Wirklichkeit. Vivekananda (1862-1902) sagte: „Es ist die größte Sünde, einen Menschen einen Sünder zu nennen.“ Der Mensch könne sich selbst erlösen.

Im Licht der Bibel: Röm 3,23.

Roger Liebi, 3.11.99

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