Drogen u. Okkultismus – D. Hunt

image_pdfimage_print

 

Unsere Reise hat es schon immer gegeben … Im ganzen Mittelalter gab es die Sufis, die Kabbalisten, die Bruder- und Schwesternschaften und die Hexer­gruppen und den Malteserorden und die Freimaurerlogen …
Drogenguru Timothy Leary in einer Rede anlässlich der 22. Jahres­versammlung der Gesellschaft für Humanistische Psychologie

Ich vermute, wir werden beizeiten entdecken, dass die moderne Psychophar­makologie – wie seinerzeit Freud – sich zu einem bestimmenden Faktor für das Stimmungsklima entwickelt hat, unter dem wir unsere verschiedenen Leben führen.
Peter Kramer in seinem Bestseller Glück auf Rezept?

Das Gehirn setzt sich zusammen aus mehreren Hundert Milliarden Neuro­nen und Billionen von Synapsen. Jedes einzelne menschliche Gehirn ist kom­plexer als das gesamte physikalische Universum mit all seinen Sternen und Planeten und … Kräften … die darin wirken.

Anders als das physische Universum bleiben die biochemischen Vorgänge des Gehirns fast vollständig von einem Geheimnis umgeben. Wir haben z.B. keine Vorstellung, wie das Gehirn einen Gedanken oder eine Gefühlsregung hervorbringt …

Psychopharmakologie spiegelt kein … Verständnis davon wider, wie das Gehirn und das Denken funktioniert. Zugrunde liegt die gefährliche Annah­me, dass es unbedenklich und effektiv sei, an dem komplexesten Organ des Universums herumzuhantieren!

Angesichts einer so großen psychiatrischen Sorge um die Gefahren eines Ungleichgewichts erscheint es seltsam, dass alle bekannten psychischen Me­dikamente im Gehirn ein weitläufiges chemisches Ungleichgewicht verursa­chen, das gewöhnlich mehrere Nervensysteme umfaßt. Fluctin ist da keine Ausnahme … Es scheint eine tollkühne Vorstellung, dass das Blockieren ei­ner biochemischen Funktion des Gehirns irgendwie das Gehirn und das Denken verbessern soll.
Peter R. Breggin, Dr. med.

Ich danke dir, dass du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!
Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Psalm 139,14.23-24;

 

 Dave Hunt

 

DROGEN, FANTASIE UND DAS OKKULTE

 

Der religiöse Gebrauch von bewußtseinserweiternden Drogen hat eine lange Geschichte, die bis auf das Orakel von Delphi und noch weiter zurück geht. Die Inkas verwendeten das Kokablatt für ihre religiösen Ri­tuale, genau wie der »heilige Pilz« von anderen Naturvölkern für ihre Re­ligion gebraucht wurde. Diese Substanzen versetzten in eine andere, von Geistern bevölkerte Dimension. Weil Peyotl den eingeborenen amerika­nischen Indianern traditionell »heilig« war, hatten sie das Recht (unter dem amerikanisch-indianischen Vertrag für Religionsfreiheit) diese Dro­ge zu religiösen Zwecken einzunehmen – es sei denn, sie stehen im akti­ven Dienst für die Armee. Diese Einschränkung wurde jetzt aufgehoben, unter der Voraussetzung, dass bestimmte Richtlinien befolgt werden.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Kokablatt wegen seiner angeb­lichen medizinischen Eigenschaften in Europa populär. 1883 wurde in den USA von Parke-Davis für Kokain als Mittel gegen Alkoholismus und Schmerzmittel geworben. Sigmund Freud verwendete es zur Behandlung seiner immer wiederkehrenden Depression und verschrieb es einigen sei­ner Patienten. Freuds Biograf Ernest Jones zitierte Freud, dass Kokain ein Gefühl der »Euphorie und anhaltenden Hochstimmung produziere, das sich in keiner Weise von der normalen Euphorie einer gesunden Per­son unterscheidet«. Er leugnete die Möglichkeit einer Sucht und konnte es offenbar gar nicht genug anpreisen. Bereits vor 1914 wurde Kokain als »Narkotikum« identifiziert und denselben Kontrollen unterstellt wie Morphium und Heroin.

Ein wichtiger Brückenkopf für die okkulte Invasion

In den 60er Jahren dieses Jahrhunderts führte Timothy Leary, der »Rat­tenfänger von Harvard«, eine hypnotisierte Jugend in spirituelle Erfah­rungen, von denen die materialistische Wissenschaft behauptet hatte, dass es sie nicht gäbe. Learys LSD (sowie andere psychedelische Drogen) wurden zu Sprungbrettern für mentale Trips jenseits des natürlichen Uni­versums von Zeit, Raum und Materie in eine seltsame Dimension, wo es von berauschenden Säften strömte und exotische Abenteuer die Tages­ordnung waren. Für Millionen war es eine »wahnsinnige« Erfahrung, die ihr Leben für immer veränderte.

Rockmusiker haben eine Schlüsselrolle dabei gespielt, zwei Genera­tionen von Jugendlichen in die Drogenwelt zu führen. Die Musik wurde oft unter dem Einfluß von psychedelischen Mitteln geschrieben und die Konzerte wurden zu einer großen Drogenparty. Leary nannte die Bea­tles »die vier Evangelisten«. Als er ihr Album Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band hörte, sagte Leary: »Die Beatles haben meinen Platz eingenommen. Dieses neue Album – eine absolute Zelebration des LSD.«

Die Drogenbewegung der 50er, 60er und 70er Jahre errichtete einen wichtigen Brückenkopf für die okkulte Invasion in der abendländischen Zivilisation. Alan Morrison schreibt:

Zu dieser Zeit bildete sich die neue Gegenkultur, die die Jugend jener Epoche für eine massive Versuchung mit dämonischen Einflüssen und extrem sündigen Verhalten öffnete. Von zentraler Bedeutung war da­bei der Gebrauch von halluzinogenen und bewußtseinserweiternden Drogen wie Marihuana, Cannabis-Ölen [Haschisch], Lysergsäure-Diäthylamid (LSD), Dimethyl-Tryptamin (DMT), Meskalin, Peyotl und anderen Pilzmixturen.

Kurz darauf entdeckten Millionen, dass sie mittels verschiedener Techni­ken aus dem fernöstlichen Mystizismus »high« oder sogar »higher« wer­den konnten (TM und andere Formen des Yoga, der Visualisierung und Hypnose). So wurde etwas geboren, was sich »New Age« nannte. Hindui­stischer und buddhistischer Okkultismus durchdrang jedes Gebiet der abendländischen Gesellschaft, von Psychologie und Medizin über das Bildungswesen bis hin zur Geschäftswelt. Zahlreiche Yogis und Gurus, wie z. B. Vivekanada, Yogananda, Maharaj Ji, Maharishi Mahesh Yogi, Baba Muktananda und andere erkannten alsbald, dass die Drogen das abendländische Denken für ihre Botschaft geöffnet hat und so fielen sie in einem Eroberungszug bei uns ein.

Zauberer und Hexen werden im Alten Testament verurteilt (2.Mose 7; Jes 47; Jer. 27; Mal 3). Im Neuen Testament werden Zauberei und Hexe­rei wiederum gebrandmarkt (Apg. 13,6.8; Offb. 9,21; 18,23; 21,8; 22,15). Das heutige Wort für Zauberer ist Schamane; und das griechische Wort, das in der Bibel mit Zauberei übersetzt wird, ist pharmakeia. Der Scha­mane muss einen erweiterten Bewußtseinszustand erlangen, um Kon­takt mit seinem Leitgeist aufzunehmen und seine Zauberei auszuführen, und das Mittel dazu sind häufig bewusstseinserweiternde Drogen.

Der populäre Gebrauch von psychedelischen Substanzen und der be­gleitende Einzug fernöstlicher Religionen vollziehen derzeit die Trans­formation der abendländischen Gesellschaft. Die Auswirkungen auf zwei Generationen wurde in der folgenden Geschichte zusammengefaßt:

Joyce [Lyke], Enkelin eines Baptistenpredigers, studiert in Berkeley Mystik unter einem Sufi. Ihr Ehemann [Brian], ein ehemaliger presby­terianischer Geistlicher, bezeichnet sich selbst lachend als evangelika­len Taoist. Brian verging das Lachen, als man ihn fragte, welche Reli­gion er seinen Kindern weitergebe …

Brian sagte: »Was die Kinder betrifft, weiß ich nicht so recht. Ich indoktriniere ihnen nichts, wirklich. Wir gehen nicht zur Kirche …«

An der Carmel High School, wo Karina [Lyke] zur Schule geht, ha­ben einige ihrer Freunde begonnen, mit LSD und angeblich halluzino­genen Psilocybin-Pilzen zu experimentieren. Ihre Eltern sehen psyche­delische Drogen als Schlüssel zu ihrer eigenen spirituellen Erweckung an und können es sich nicht vorstellen, ihrer Tochter zu raten, »ein­fach nein zu sagen«.

Drogen auf Rezept

Der medizinische Fortschritt hat die durchschnittliche Lebenserwartung drastisch gesteigert, wofür wir alle äußerst dankbar sind. Doch dieser Fortschritt kann sich nicht der Verantwortung für die Entdeckung, Ver­breitung und Verschreibung von Drogen entziehen. Wir sind eine böse und unbußfertige Gesellschaft und (wie die Bibel es für die letzten Tage voraussagt) ein großer Teil dieses Übels besteht in den Drogen: »Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten [einschließlich Abtreibung], noch von ihren Zaubereien …« (Offb. 9,21).

Sogar Kinder werden im Drogennetz gefangen. Wenn Philipp sich nicht benimmt, erhöht die Mutter seine Ritalin-Dosis, und um sich selbst auf­recht zu halten, nimmt sie Fluctin (engl. »Prozac«). Ein hoher Prozentsatz der Amerikaner weiß heute nicht mehr mit Notlagen fertig zu werden und somit einen starken Charakter zu entwickeln. Anstatt sich ihren Proble­men zu stellen und sich um eine Lösung zu bemühen, halten sie an einer Wunderdroge fest, die ihnen aus jeder Schwierigkeit heraushelfen soll.

Die US-Regierungsbehörde für rechtmäßigen Drogengebrauch (DEA) ordnet Ritalin in »Klasse II« ein, zusammen mit Kokain und anderen Suchtdrogen wie PCP. Ein Forschungszentrum warnt vor dem »Schnup­fen oder Injizieren von Ritalin«, denn seine »kokainartige stimulierende Wirkung … ist der neueste Trend … der an die ›Speed-Freak‹-Ära der späten 60er erinnert«. Tatsächlich ist es so, dass »alle Einheiten der Ar­mee potentielle Bewerber ablehnt, die Ritalin oder ein vergleichbares verhaltenveränderndes Medikament nehmen«. Der Marine-Ausbilder Se­rgeant Cruz Tores sagt:

Leider können wir nichts machen, wenn der Betreffende Ritalin ge­nommen hat. Ritalin wird als bewusstseinserweiternde Droge angese­hen. Deswegen betrachtet die Armee es als eine äußerst ernste Droge.

Die einflußreiche Psychoanalytikerin Elizabeth Zetzel hält die Wider­standskraft einer Person gegenüber Angst und Depression für notwen­dig, um ein gesundes emotionales Wachstum zu gewährleisten. Sie warnt, eine künstliche Aufhellung der Stimmung mit Pillen könnte eine Person gerade um die stärkenden Erfahrungen bringen, die für eine reale Lö­sung nötig wären. Wenn ein Christ mit einer Droge den Weg des gerings­ten Widerstands wählt, verpaßt er die Lektion des Ausharrens und Glau­bens, die Gott ihm erteilen möchte!
Der Psychiater Peter Breggin, füh­render Experte auf dem Gebiet psychoaktiver Drogen (Psychopharma­ka), warnt:

Die moralischen und psychischen Gefahren von Fluctin [und anderen vergleichbaren Drogen] sind letztlich bedrohlicher als seine körperli­chen Wirkungen. Aber dies ist nicht das erste Mal, dass Amerika sich unbeeindruckt in ein verschreibungspflichtiges Medikament verliebt hat. Bis die Suchtgefahr erkannt wurde, erfreute Valium sich eines stei­genden Rufes als »Mutters kleiner Gehilfe«. Hausfrauen bewältigten ihre täglichen Pflichten, indem sie in einem von Drogen induzierten Nebel verharrten … (Peter R. Breggin, Talking Back to Prozac: What Doctors Aren’t Telling You About Today’s Most Controversial Drug, St.Martin’s Paperbacks, 1994) 

Im Gehirn gibt es mehr Zellen als Sterne im Universum; und diese Zel­len bilden Hunderte Millionen von Neuronen und Billionen von Synap­sen, die in einem vollkommenen Gleichgewicht stehen. Darüber hinaus liegt die geheimnisvolle Verbindung zwischen dem Geist des Menschen (der nach Gottes Bild geschaffen ist) und seinem Gehirn und Körper für immer jenseits des Zugriffs der Wissenschaft. Doch an dieser Verbindung wird mit Drogen herumhantiert, in der Hoffnung, das Verhalten des Menschen regeln zu können. Wie könnte es aber eine chemische Lösung dafür geben? Doch Millionen nehmen solche als Psychopharmaka be­zeichneten Drogen wie Fluctin, Effexor, Benzedrin, Dexedrin, Ritalin, Zoloft, Paxil u.a., um Stimmung und Verhalten passend einzustellen.

Das Gehirn ist viel zu komplex, als dass es mit Drogen präzise »einge­stellt« werden könnte. Im Gehirn gibt es über 500 verschiedene Neuro­transmitter und niemand weiß genau, wie sie funktionieren oder was die Konsequenz ist, wenn man sie mit Hilfe von Drogen »regelt«. Die Zei­tung Time (29.Sept.1997) stellte kürzlich in einem Forschungsbericht heraus:

In soweit sind die Werkzeuge [Drogen], die zur Manipulation von Serotonin-Ausschüttung im Gehirn verwendet werden, eher mit phar­makologischen Keulen vergleichbar als mit Skalpellen – im Groben wirksam, aber imstande, eine Menge zusätzlichen Schaden anzurich­ten. Barry Jacobs, ein Neurochirurg an der Princeton Universität, sagt: »Wir wissen einfach nicht genug über die Funktionsweise des Gehirns.«

Dr. Breggin erinnert uns: »Ob Depression … auf einer biologischen oder genetischen Grundlage beruht, konnte wissenschaftlich noch nicht ge­zeigt werden … Biopsychologische Theorien bleiben reine Spekulation und laufen einer beträchtlichen Menge an Forschungsergebnissen und klinischen Erfahrungen zuwider, sowie dem gesunden Menschenverstand.« Breggin fährt fort:

Die Theorie des biochemischen Ungleichgewichts hat als meistakzep­tierte Erklärung für emotionalen Schmerz … Freuds psychologische Theorie ersetzt. Freuds Theorie wiederum war an die Stelle von eher religiös-philosophischen Erklärungen getreten, wie z. B. Erbsünde, Teu­fel und moralischer Verfall … Die Theorie des biochemischen Ungleich­gewichts ist lediglich die neueste biopsychologische Spekulation, die der Öffentlichkeit als wissenschaftliche Wahrheit präsentiert wird …  Die ironische Wahrheit ist Folgende: Das einzige bekannte bioche­mische Ungleichgewicht, das im Gehirn nahezu aller Psychatriepati­enten bekannt ist, ist dasjenige, das durch die medikamentöse Be­handlung verursacht wird. Die wenigen Ausnahmen, die unter bekann­ten hormonellen Störungen leiden … werden fast immer als medizini­sche – und nicht als psychiatrische – Patienten behandelt.

Einige warnende Worte

Die erschreckenden Folgen des Eingreifens in die Gehirnfunktion wer­den von den professionellen Medizinern im Allgemeinen nicht wahrge­nommen und auch vor der Öffentlichkeit verschwiegen. Alle Psychophar­maka erzielen ihre Wirkung durch die Verursachung einer Gehirn-Fehlfunktion. Dasselbe Mittel, das amerikanische Psychiater für eine Behand­lung verschreiben, wurde von sowjetischen Psychiatern zur Folter einge­setzt. Manchmal wird der Eindruck vermittelt, dass die Einnahme von Drogen zur Beeinflussung der Gehirnfunktion im Grunde nichts anderes sei als die Einnahme von Insulin. Doch dazwischen besteht ein großer Unterschied: Insulin wirkt unterhalb des Halses, während Psychophar­maka im Gehirn wirken. Dabei müssen wir bedenken, dass niemand ge­nau weiß, was diese Substanzen im Gehirn bewirken oder wie schädlich sie letztlich sind. Das kann möglicherweise sogar über die vielen Fälle von Gewalttaten hinausgehen – einschließlich Selbstmord und Mord –, von denen gerichtliche Gutachten sagen, dass sie durch verschiedene auf Rezept erhältliche Drogen zurückzuführen seien.

Ein warnendes Wort: Wir treten nicht dafür ein, dass jeder, der ir­gendwelche Medikamente nimmt, sofort damit aufhören sollte. Psycho­pharmaka können süchtig machen und ein abruptes Absetzen kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Jede Veränderung in der Einnah­me von Medikamenten sollte unter der Aufsicht eines Arztes geschehen. Wir wollen lediglich herausstellen, dass niemand wirklich weiß, wie Dro­gen wirken oder ihr gesamtes Wirkungsspektrum kennt, einschließlich aller Nebenwirkungen. Viele von Ärzten verschriebene Drogen wurden jahrelang angepriesen, bis schließlich der Schaden, den sie verursachten, richtig eingeschätzt und das Präparat vom Markt entfernt wurde.

Sogar LSD wurde von vielen Psychiatern als »Wunderdroge« empfoh­len und jahrelang von ihnen eingesetzt, bis es von der Regierung 1966 verboten wurde. Einige Ärzte treten immer noch für die Wiederzulas­sung von LSD ein. Im April 1990 gab eine offizielle US-Behörde einen Überblick über alle vom FDA zwischen 1976 und 1985 zugelassenen Dro­gen heraus:

Es stellte sich heraus, dass 102 von 198 erlaubten Drogen erwiesener­weise »Risiken schwerwiegender Spätfolgen« haben – negative Reak­tionen, die zu … schweren oder dauerhaften Schädigungen oder zum Tod führen können.

Bei Psychopharmaka lag die Quote sogar noch höher: 9 von 15 kürz­lich genehmigten Medikamenten führten zum Risiko schwerer Spät­folgen. Darunter war auch ein Mittel, das vom Markt genommen wer­den mußte.

Wenn ein Arzt Fluctin (oder Ritalin oder andere vergleichbare Psycho­pharmaka) verschreibt, kann man das nicht mit einem Mechaniker ver­gleichen, der einen Motor genau einstellt. Die Verschreibung basiert nicht auf einer Diagnose des Gehirns, sondern auf einem Verhaltensprofil. Fluc­tin wird nicht verabreicht, um das Gehirn ins »Gleichgewicht« zu brin­gen, sondern vielmehr zur künstlichen Verbesserung des Befindens des Patienten.

Breggin ist nicht der einzige Psychiater, der Kritik an der »biologi­schen Psychiatrie« übt, d. h. das Verwenden von Drogen zur Regulierung der Stimmung. Außer ihm gibt es noch viele weitere. In psychiatrischen und psychologischen Fachzeitschriften sind kritische Artikel erschienen. Die Wirksamkeit dieser Drogen wird offen in Frage gestellt und diese Frage konnte bisher nicht beantwortet werden.

Wenn die Wissenschaft eine chemische Lösung anstrebt, ignoriert sie damit die eigentlich erste Priorität: durch Jesus Christus mit Gott ins Reine zu kommen. Seine Fleischwerdung vereinte Gott und Mensch in seiner eigenen Person; und wenn ein Mensch ihn als Herrn und Retter annimmt, empfängt er diese Versöhnung und Vereinigung in seinem eigenen, menschlichen Geist. Der christliche Glaube ist keine Sammlung von Re­geln, die zu befolgen sind. Nur Christus selbst kann das christliche Leben ausleben, und er wird es in denen und durch die ausleben, die an ihn glauben. Paulus schrieb: »Als es aber [Gott] gefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren« (Gal. 1,15-16). Das Leben als Christ ist die Offenbarung Jesu Christi in unserem Leben durch die Macht Gottes!

Wer ihm vertraut und seinem Wort gehorcht, für den wird Christus sein Ein und Alles, sein Leben. Paulus erklärte: »Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir« (Gal. 2,20). Der Geist Christi in einem wiedergeborenen Christen braucht of­fensichtlich keine Unterstützung durch Psychotherapie oder Psychophar­maka. Jesus hat auch keinen einfachen Weg verheißen. Das Leben als Christ ist reich an Versuchungen und Erprobungen und Konflikten, die Gott zuläßt, um uns zu prüfen und zu sehen, ob wir ihm wirklich vertrau­en und gehorchen.

Zwei Generationen von Zauberern

Die moralischen und spirituellen Konsequenzen von Eingriffen ins Ge­hirn und das Nervensystem mittels Drogen können noch weit schlimmer sein als die natürlichen Gefahren. Wir sollten bedenken, dass das Gehirn »eine Maschine ist, die von einem Geist gesteuert werden kann«. Die normale Verbindung zwischen dem Gehirn und dem menschlichen Geist wird durch Drogen aufgelöst, was einem dämonischen Geist ermöglicht, das Steuer zu übernehmen. Diese Tatsache wird vom gesamten Gebiet der Psychopharmakologie völlig ignoriert.

Schon zwei Generationen von jungen Leuten sind so unwissentlich in die Zauberei geführt worden. Sie meinten, sie würden nur etwas Spaß mit »Entspannungs«-Drogen haben und wurden doch auf verführerische Weise in die Welt der Zauberei geleitet. Folglich entwickelten sie eine grundsätzlich hinduistische Lebensphilosophie, die sie völlig transformiert hat.

Wir haben bereits Terence McKenna zitiert, der sagte, dass die We­sen, denen man auf Drogentrips begegnet, »versuchen uns etwas zu leh­ren«.
Brad Green ist nur einer von unzählig Vielen, der durch die psyche­delische Tür in den Okkultismus hineinkam. Seine Erfahrung ist typisch für viele andere, die der Autor rund um die Welt interviewt hat:

»Als ich zum ersten Mal Acid [LSD] nahm, dosierte ich so kleine Men­gen, dass ich nur etwas Spaß hatte und Farben und psychedelische Mus­ter sah … als ich aber anfing, wirklich heftige Dosen zu nehmen … bekam ich einen Leitgeist.

Von da an wurde ich immer, wenn ich psychedelische Drogen nahm, von Geistwesen geführt. Ich hatte Lehrgeister, die mir Lektionen zeig­ten und direkt vor mir Diagramme aufzeichneten … Bei einem der ersten Male, als ich eine hohe Dosis LSD nahm, erhielt ich eine Lekti­on in Astrologie … Ich sah sämtliche Tierkreiszeichen … Das Ganze war in lebendigen Farben und großen Schaubildern ausgebreitet … Informationen, die direkt vor mir von Geistwesen ausgedruckt wur­den … Ich hörte ihre Stimmen, aber zu der Zeit habe ich keinen von ihnen gesehen.

Bei einem anderen LSD-Trip unterrichteten die Leitgeister mich im Hinduismus … Sie brachten mir die höchste Hindu-Vibration bei, OM. Ich sah, wie sich das ganze Universum in Vibrationen auflöste und begann, Energievibrationen aus Telefondrähten herauskommen zu sehen … Und die Geister zeigten mir, dass alles letztlich auf eine grundlegende Vibration hinausläuft, das OM. Ich sah »Vibrationen« in Menschen …

Ich hatte die High School aufgegeben und widmete mein Leben den Drogen … Wenn Geister mich unterrichten, so dachte ich, habe ich wohl eine höhere Ausbildung angetreten … die lohnender ist als der trockene Stoff in der Schule.

Einem meiner Freunde wurde auf einem LSD-Trip von Geistern die Transzendentale Meditation beigebracht. Er hatte nie etwas von Maharishi gelernt. Als er 18 war, hatte er das kosmische Bewußtsein erlangt … nur durch Befolgung dessen, was die Geister ihm beige­bracht hatten.

Später wurden wir schwer von den Beatles beeinflußt. Sie hatten eine LP namens »Revolver« rausgebracht, die ich zwar gehört, aber nicht verstanden hatte, bis ich sie nochmals hörte … als ich völlig high war. Der Song lehrte Meditation. Der Text war: »Schalte dein Denken ab, entspanne dich und lasse dich treiben, höre auf die Stimmen – spre­chen sie nicht …?« Er handelte von Geistwesen, die dich in das kosmi­sche Bewußtsein führen.

Eine Menge Stoff, den die Beatles in ihre Alben steckten … ent­hielt alle Arten von Verführung, um Kids zum LSD zu bringen … spä­ter zogen sie dann Maharishi Mahesh Yogi zu Rate, nachdem sie … in die TM eingestiegen waren. Die Beatles, meine ich, waren zum gro­ßen Teil dafür verantwortlich, dass Hunderttausende von Kids … in die fernöstliche Denkweise eingeführt wurden …

Ich nahm alles an, was die Geister mich lehrten, weil es Wahrheit sein mußte, die vom »universalen Selbst« stammte. Ich begann zu glau­ben, das sei Gott. Ich begann zu glauben, Gott sei das OM und das Universum nur Maya, eine Illusion … [Später] ist mir allmählich klar geworden, dass die Geister mir Hinduismus beigebracht hatten. Ich nahm ihn als Wahrheit an – es war mir egal, wie es genannt wurde«.

Solche Erfahrungen können nicht der Fantasie oder dem Zufall zugeschrie­ben werden. Dahinter steht eine äußerst deutliche Absicht und eine Ein­heitlichkeit dessen, was denen beigebracht wird, die in diese Zauberwelt einsteigen. In weltweit allen Kulturkreisen und zu allen Zeiten der Ge­schichte finden wir dasselbe. Zweifellos wurde ein Kontakt zu nichtmensch­lichen Wesen hergestellt, die einen streng durchdachten Plan verfolgen.

Das moderne Wiedererwachen des Schamanismus

McKenna hält sehr große Stücke auf Drogen. Er vermutet, dass sie von Außerirdischen auf die Erde gebracht wurden und sogar, dass der »heilige Pilz« selbst eine Intelligenz ist. Er ist überzeugt, dass eine Partnerschaft zwischen halluzinogenen Pflanzen und Menschen die Zukunft prägen wird:

1975 haben wir so etwas wie eine zweite neolithische Revolution durch­gemacht … [durch] die Erfindung von Haus-Pilzzucht. Plötzlich wa­ren zwanzig oder dreißig Arten von psilocybinhaltigen Pilzen allge­genwärtig geworden, die zuvor nur selten und in bestimmten Waldge­bieten vorkamen … Stropharia cubensis … war vor der Erfindung des Anbaus durch Menschen ein seltener tropischer Pilz. Nun wächst er von Nome bis Tierra del Fuego auf jedem Speicher, in jedem Keller und in jeder Garage … Mein Bruder und ich haben 1975 ein Buch geschrieben: »Psilocybin: Magic Mushrooms Growers’ Guide (»Psilocy­bin: Handbuch für Züchter des magischen Pilzes«). Mehr als 100.000 Exemplare wurden verkauft … Bob Harris … schrieb ein Buch mit dem Titel Growing Wild Mushrooms (»Aufzucht wilder Pilze«). Jo­nathan Ott schrieb ein Buch. Ganze Firmen für Pilzsporen kamen auf … es ist kaum vorzustellen, wie viele Leute dies betreiben …

Ich denke, dass sich zwischen Menschen und halluzinogenen Pflan­zen eine wahre Symbiose vollzieht. LSD war eine Sache des Labors. Psilocybin ist ein Geschöpf aus Wäldern und Feldern. Wenn der Mensch es vermehrt, wenn wir es verbreiten, wenn es uns berauscht, kommt es zu einer Wechselbeziehung und einem Austausch von Energie und Information …

Welch lange, seltsame Reise war es, von den Höhlenmalereien in Alta Mira zum Eingang zu den Sternen! Und jetzt stehen wir auf die­ser Schwelle, Hand in Hand mit diesem seltsamen neuen Partner… «

McKenna spricht von einem »ungelösten botanischen Problem: Warum gibt es in der Neuen Welt eine solch ungeheure Konzentration von hallu­zinogenen Pflanzen?« Das ist für ihn der Grund, weshalb in Nord-, Mit­tel- und Südamerika »halluzinogener Schamanismus so hoch entwickelt ist«. Mit der Bemerkung, dass »Millionen von Menschen von LSD be­rührt wurden«, fügt er überraschenderweise hinzu: »Ich meine nicht, dass Drogenkonsum der Massen eine gute Idee wäre.« Dann macht er einen interessanten Vorschlag:

Aber ich meine, dass wir eine stellvertretende Minderheit brauchen – eine professionelle Schamanenklasse … deren Aufgabe darin besteht … für unsere Kultur einige der kulturellen Funktionen auszuüben, die in nicht alphabetisierten Kulturen von Schamanen ausgeübt wurden.«

Wenn er der Welt zuerst dargelegt hat, wie man die heiligen Pilze züchtet und so begeistert dafür eintrat, dass »jedermann« darin eingeführt wird, warum legt er dann nahe, dass nur eine »stellvertretende Minderheit – eine professionelle Schamanenklasse« diejenigen sein sollten, denen die neuen Offenbarungen offiziell erteilt werden? Man braucht überhaupt keine halluzinogenen Drogen zu nehmen, um Schamane zu werden – vie­le Schamanen nehmen keine. Alles was dazu nötig ist, ist die Aktivierung der Imagination durch bestimmte Techniken, von denen die wirksamste die Visualisierung ist. In der Welt – und auch in der Christenheit – sind weit mehr Menschen in diese »harmlose« Methode eingestiegen als in Drogenkonsum.

Jean Houston erinnert uns: »In der ganzen Weltgeschichte haben Menschen viele Möglichkeiten erfunden oder entdeckt, wie man das Bewußtsein erweitern kann zu einem Tor zu subjektiven Wirklichkeiten, erhöhter Sinnesreize und ästhetischer, kreativer und religiöser Wahrneh­mung. Rituelles Trommeln, Tanzen, Singen, Fasten, Einnahme bewußtseinserweiternder Pflanzenextrakte, Yoga und meditative Zustände – sol­che Mittel haben geholfen, die strukturellen Gegebenheiten und kultu­rellen Erwartungen eines bestimmten Gedankengebäudes der Realität – die konditionierte Gedankenwelt – vorübergehend auszuschalten, sodass alternative Realitäten und Lösungen erkannt werden können.«

Imagination und Visualisierung

Okkultismus beinhaltete stets drei Techniken zur Veränderung und Er­schaffung von Realität: Denken, Sprechen und Visualisierung.
Die erste ist am bekanntesten; sie wurde in der Welt und in der Christenheit von Norman Vincent Peale als »Positives Denken« und von Robert Schuller als »Denken in Möglichkeiten« verbreitet.

Die zweite ist vor allem unter Charismatikern bekannt, als »Positives Bekenntnis« (oder »Positives Spre­chen«) der Glaubensbewegung, auf die wir bereits eingegangen waren.

Die dritte Technik – Visualisierung – ist die wirksamste. Sie ist der schnellste Weg in die Welt des Okkulten und zu einem Leitgeist. Scha­manen wenden sie seit Tausenden von Jahren an. Sie wurde Carl G. Jung von Geistwesen beigebracht, und durch ihn beeinflußte sie die humani­stische und transpersonale Psychologie. Sie wurde Napoleon Hill von sei­nen Leitgeistern beigebracht. Agnes Sanford, auf die wir später ausführ­licher zurückkommen werden, war die erste, die diese Technik in die Christenheit einschleuste.
Norman Vincent Peale war nicht weit hinter ihr zurück und sein Einfluß war wesentlich größer. Er schrieb:

Stellen Sie sich vor, ein vertrauter Freund … sagt: »Es gibt eine wirk­same neu-alte Idee … ein für alle verfügbares Konzept, das unser aller Leben auf eine erstaunliche Weise zum Besseren gestalten und än­dern kann …«

Sie würden bestimmt antworten: »Sag mir mehr darüber!«

Und das möchte ich mit diesem Buch: Ihnen mehr darüber sagen.

Das Konzept ist eine Form von mentaler Aktivität, die »Imaging« (Verbildlichen)  genannt wird. Sie besteht aus der lebhaften Vorstel­lung eines ersehnten Ziels oder Objekts in Ihrem bewußten Denken und dem Festhalten dieses Bildes, bis es in Ihr unbewußtes Denken herabsinkt, wo es große, ungenutzte Energien freisetzt …

Die Idee des Verbildlichens … steckte eigentlich schon in allen mei­nen Reden und Schriften … doch erst kürzlich ist es allmählich … von Wissenschaftlern und medizinischen Kapazitäten entdeckt worden …

Diese okkulte Technik ist tief in die Christenheit eingedrungen. Bestimmte Führungspersonen unterrichten seit Jahren Visualisierung. In seiner Bro­schüre The Power of the Inner Eye (»Die Kraft des inneren Auges«) ver­dreht Robert Schuller (wie auch Yonggi Cho und andere) die Bibel, in­dem er behauptet, sie spreche sich selbst für die okkulte Technik der Vi­sualisierung aus. Er schreibt:

In der Psychology Today Ausgabe vom Mai 1985 war ein wunderbarer Artikel mit dem Titel »Im Auge des Geistes«. [Er] handelt von … Vi­sualisierung … Das ist die Vision, von der die Bibel in dem Vers spricht: »Wo keine Vision ist, verkommt ein Volk« …  Ich habe die Kraft des inneren Auges angewendet und benutzt und es funktioniert … Vor dreißig Jahren fingen wir mit der Vision von einer Kirche an. Alles hat sich erfüllt.

Salomo ermutigt in Sprüche 29,18 aber nicht zu der okkulten Praktik der Visualisierung, ganz im Gegenteil! Schreibt Schuller seine heutige Kir­che wirklich der Anwendung der »Kraft des inneren Auges« mittels Vi­sualisierung zu? Was sollte Gott damit tun? Und wenn Gott überhaupt etwas damit zu tun hat, ist der Grund dafür etwa die richtige Ausführung der Visualisierung, die ihn irgendwie dazu gezwungen hat?

Die Zerstörung des wahren Glaubens an Gott

Michael Harner erklärt, dass in der abendländischen Welt der primitive Schamanismus durch die Verwendung antiker Okkulttechniken unter modernen Namen und für moderne Zwecke wiederbelebt wird: in Medi­zin und Psychologie, in Kursen für Geisteskraft und im Motivationstrai­ning in der Geschäftswelt. Eine Fachzeitschrift bemerkte: »Für den heu­tigen Einsatz zur Heilung von Krankheiten werden gegenwärtig wieder antike schamanische Praktiken aufgegriffen.« Die bedeutendste scha­manische Praktik ist natürlich Visualisierung.

Heute gibt es eine »Amerikanische Gesellschaft für das Studium men­taler Verbildlichung« (Visualisierung). Die »Erste Weltkonferenz über Verbildlichung«, die von der Marquette Universität und dem Medizini­schen College von Wisconsin veranstaltet wurde, fand vom 20. – 23. Juni 1985 in San Francisco statt. Weitere folgten. Auf diesen Konferenzen geht es um den Einsatz von Visualisierung in Medizin, Psychologie, Erziehung, Wirtschaft und anderen Gebieten. Der Professor für Medizin Bernie Sie­gel sagte vor Jahren: »… angewendet auf eine körperliche Krankheit, war die am verbreitetsten eingesetzte und erfolgreichste [Technik] … Ver­bildlichung bzw. Visualisierung.« Phil Jackson sagt: »Visualisierung ist für mich ein wichtiges Werkzeug.«

Und auch unter Evangelikalen ist die Visualisierung ein wichtiges Werkzeug geworden –, was diese Technik noch lange nicht von ihrer ok­kulten Kraft läutert. Yonggi Cho hat sie zum Zentrum seiner Lehre erho­ben. Er erklärt sogar, dass niemand Glauben haben könne, wenn er nicht das, worum er betet, visualisiert. Doch die Bibel sagt, Glaube ist »das Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht« (Hebr 11,1). Somit wür­de Visualisierung als Versuch, die Erhörung des Gebets zu »sehen«, viel­mehr gegen den Glauben wirken als ihn fördern! Doch Norman Vincent Peal erklärte: »Wenn jemand bewußt visualisiert, dass er bei Jesus ist, ist das die beste Garantie für Bewahrung des Glaubens, die ich kenne.«

„Imagination steht immer noch ganz vorn in unserer Beziehung zu Chri­stus … in meinem Dialog mit Christus … Ich trinke die Herrlichkeit seiner haselnußbraunen Augen … seines kastanienbraunen Haars …  Was? Sie stimmen nicht zu? Seine Haare sind schwarz? Die Augen dunkel? Dann lassen Sie es dabei, es ist Ihre Weise … Sein Bild muss sowohl für mich wie auch für Sie real sein, selbst wenn unsere Bilder voneinander abweichen. Der Schlüssel zur Lebendigkeit ist jedoch das innerlich vorgestellte Bild.“

Dieses Zitat von Calvin Miller, mit welchem er behauptet, wir müßten den einzigen Christus, den wir kennen können, in unserer Imagination erschaffen, ist reinste Gotteslästerung.
Richard Foster und viele andere lehren grundsätzlich denselben Okkultismus, mit dem wir uns in einem späteren Kapitel befassen werden.

Auch dies steht im krassen Gegensatz zur Schrift. Petrus sagte von Chri­stus:
»Den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt« (1.Petr 1,8).
Im Vers davor spricht er von einer zukünftigen »Offenbarung Jesu Christi«. Ebenso spricht Johannes davon, dass er »offenbar werden wird« (1.Joh. 3,2), und auch Paulus spricht davon, dass Christen »sein [zukünftiges] Erscheinen lieb gewonnen« ha­ben (2.Tim. 4,8).
Die Visualisierung Jesu wäre ein unbiblischer Versuch, ihn zu sehen, bevor er sich zu erkennen gibt, es sei denn, man besteht darauf, dass alles nur Imagination sei. Doch die, die dies praktizieren, schreiben dieser Technik Resultate zu, die wohl kaum als Ergebnis von Fantasie-Selbstgesprächen erklärt werden können.

Darüber hinaus ist ein »Jesus«, der jede mögliche Haar- oder Augen­farbe und jede Gestalt annimmt, wie es dem Visualisierenden gerade ge­fällt, sicherlich nicht der wirkliche Herr Jesus Christus der Bibel und Ge­schichte.
Wer aber ist dann dieses Wesen, das auf diese okkulte Technik hin erscheint und Christen verführt?

Mehr als Imagination?

Wie wir bereits mehrfach bemerkt haben, besteht ein wichtiges Indiz da­für, dass bei diesen okkulten Phänomenen mehr als nur Imagination im Spiel ist, in der durchgängigen tragenden Philosophie, die von den visua­lisierten Wesen vermittelt wird. Ein weiteres Indiz ist die Tatsache, dass dieselben Wesen immer wieder rund um die Welt und durch die ganze Geschichte mit Personen Kontakt aufnehmen, die niemals von ihnen ge­hört haben und auch untereinander keinen Kontakt hatten. Außerdem suchen sie gerade den Kontakt zu solchen Menschen, die selbst keinen Kontakt durch Visualisierung suchten. Die häufigen Vorkommnisse, dass die Große Weiße Bruderschaft oder der tibetische Djwhal Khul oder ver­schiedene »Heilige« und »Jesus« und »Maria« solchen erschienen, die dies überhaupt nicht bestrebten, können kein Zufall sein.

Denken wir beispielsweise an den Fall von Will Baron. Verursacht durch die Evolutionslehre, hatte er auf der High School seinen Glauben an die Bibel verloren. Später wurde er durch Drogen und fernöstlichen Mysti­zismus Anhänger der New-Age-Bewegung. Er wurde sogar leitendes Mit­glied der New-Age-Sekte »Erleuchteter Weg«. An diesem besonderen Tag war Will erst wenige Minuten in seine allmorgendliche Meditation vertieft, als Folgendes geschah:

Plötzlich schien eine nie gekannte physische Kraft über mich zu kom­men. Strahlendes Licht erfüllte mein ganzes Wesen … und durchdrang jede Zelle meines Körpers. Besonders mein Gehirn wurde von Licht durchflutet, als ob eine Tausend-Watt-Birne in meinem Kopf einge­schaltet worden wäre …

Ich spürte das Gefühl eines tiefen Friedens … Mein Geist, mein rationales Denken funktionierte immer noch normal, mit klaren, prä­zisen und logischen Gedanken. Ich hatte keinerlei Drogen zu mir ge­nommen.

Plötzlich stand ein Mann vor mir, der ein intensives, gold-weißes Licht ausstrahlte. Mein erster Eindruck war, dass diese geheimnisvol­le, strahlende Gestalt wie Jesus Christus aussah. Sofort tauchte ein starker intuitiver Gedanke auf … der mir sagte, dass diese Person Djwhal Khul ist, das hochrangige Mitglied der »Großen weißen Bru­derschaft der Aufgestiegenen Meister« … der Alice Bailey den Inhalt der metaphysischen Bücher diktiert hatte, die sie veröffentlichte …

Die Leiterin der New-Age-Sekte, der Will angehörte, war ein spiritisti­sches Medium. Sie hatte ein ähnliches Erlebnis wie er gehabt, allerdings mit einem anderen Wesen. Zumindest nahm es eine andere Gestalt an. Will erinnert sich lebhaft an ihre Begeisterung, als sie es der Gruppe be­richtete:

»Ich wachte mitten in der Nacht auf. Zu meiner Verwunderung stand ein Mann genau in der Mitte meines Hotelzimmers. Ich war scho­ckiert … Er war ungefähr eins-achtzig groß und strahlte eine würde­volle, große Autorität aus. Er sagte zu mir: »Knie dich hin! … Ich bin Jesus Christus, und ich werde dich heilen …«

»Er ist so power-r-r-ful. Er berührte meinen Kopf … segnete mich und ging dann geradewegs durch die feste, verschlossene Tür meines Hotelzimmers …« (Will Baron, Deceiv ed by the New Age, 1990)

Wer die Bibel kennt, weiß, dass dies nicht Jesus gewesen sein kann. Au­ßerdem braucht man nicht darauf zu warten, dass dieser »Jesus« sich ent­schließt, auf einen Besuch vorbeizukommen. Angeblich kann er jederzeit dazu gebracht werden zu erscheinen. Diese Lehre wurde von Peale und Sanford eingeführt und hat die Christenheit seit über 50 Jahren verführt und gewinnt immer noch an Einfluß. Genau wie Schamanen ihren Leit­geist visualisieren, so visualisieren nun Christen zu Millionen »Jesus«, und er erscheint ihnen buchstäblich – so denken sie zumindest. Auf diese okkulte Invasion in die Christenheit werden wir in einem späteren Kapi­tel zurückkommen, doch ein Beispiel soll bereits hier angeführt werden. Ein Gemeindeleiter berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit der ok­kulten Praktik der »Heilung der Erinnerungen«, die Agnes Sanford in die Christenheit eingeführt hat:

Ich fing an, mich selbst als Junge von acht Jahren zu visualisieren … »Sehen Sie nun, ob Sie sich Jesus vorstellen können, wie er er­scheint«, unterwies uns der Seminarleiter. »Lassen Sie ihn auf sich zugehen.«

Zu meiner großen Verwunderung … bewegte sich Jesus aus diesem dunklen Hintergrund langsam auf mich zu. Er streckte mir auf liebe­volle, annehmende Weise seine Hände entgegen …

Ich brauchte die Szenerie nicht länger zu kreieren. Die Gestalt Jesu beugte sich über mich und nahm das Bündel von meinem Rücken. Und das tat er mit einer solchen Souveränität, dass es mich buchstäb­lich nicht mehr auf dem Sitz hielt.«

Es ist klar, dass es sich hier um mehr als bloße Imagination handelt. Der­jenige, der ursprünglich das Bild von »Jesus« visualisiert hatte, war über­rascht, als das Bild plötzlich einen eigenständigen Charakter annahm und ihm klar wurde, dass er dieses Bild nicht weiter selbst erschuf. Dieser »Jesus« hatte sein eigenes Leben und eine eigene Persönlichkeit. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass ein tatsächlicher Kontakt zur Welt der Geister hergestellt wurde. Ebenso sicher können wir sein, dass dieses Wesen nicht der wirkliche Jesus Christus war. Niemand kann ihn von der Rechten des Vaters im Himmel wegrufen und in eine persönliche Er­scheinung versetzen. Bei dem Wesen kann es sich nur um einen dämoni­schen Geist gehandelt haben, der sich als »Jesus« ausgab.

Der klassische Fall von Napoleon Hill

In Kapitel 1 haben wir kurz Napoleon Hill erwähnt. Er war nicht auf der Suche nach Kontakt mit Geistwesen, als er sich bei seinem Studium plötz­lich einem unerwarteten und ungeladenen Eindringling gegenüber sah. Hill behauptet, ein Abgesandter sei über die Astralebene gekommen. Mit einer Stimme, die sich »anhörte wie Glockenklänge einer großartigen Musik«, erklärte dieser Besucher aus einer anderen Dimension: »Ich kom­me von der Großen Schule der Meister. Ich bin einer aus dem Rat der 33, die der Großen Schule und ihren Eingeweihten auf der physischen Ebe­ne dienen.«

Hill wurde informiert, dass er sich seit Jahren »unter der Aufsicht der Großen Schule« befände und von ihnen auserwählt worden sei, um der Welt die Formel des Erfolges, das »Höchste Geheimnis« zu überbringen: dass »alles, was der menschliche Geist glauben kann, er auch zu errei­chen imstande ist«. (Napoleon Hill, Grow Rich with Peace of Mind, 1967)

Hier haben wir wiederum dieselbe Lüge, die von Gott wegführt zur angeblichen Kraft des menschlichen Geistes. Peale und Schuller versuchen diese okkulte Kraft mit Gebet und Glauben zu ver­binden. Hill betete jedoch nicht, sondern wurde in eine geheimnisvolle Quelle des »Beistands« eingeführt, die angeblich eine spirituelle Dimen­sion bewohnt (»eine Region jenseits der Macht der Erkenntnis unserer fünf Sinne«), von der aus »unsichtbare, stille Kräfte uns ständig beeinflussen«.

Obwohl er viel über »Geisteskraft« und »positive Geisteshaltung« (ein Ausdruck, den diese Wesen ihm inspirierten) spricht und schreibt, ist Hill überzeugt, dass hinter diesen Kräften »unsichtbare Beobachter« stehen, die das Schicksal derer leiten, die bereit sind, sich ihrer Leitung zu unter­werfen. Der Erfolg und Wohlstand, den diese angeblich höheren Wesen im Austausch für das Befolgen ihrer Prinzipien versprachen, sollte unbe­grenzt sein. Hill behauptet, diese Geheimnisse durch den Kontakt mit der »Großen Schule der Meister« erhalten zu haben, von der er schrieb:

Bisweilen bekannt als »Ehrwürdige Bruderschaft des Alten Indien«, ist es das große Zentralreservoir des religiösen, philosophischen, mo­ralischen, physikalischen, spirituellen und übersinnlichen Wissens. Diese Schule strebt geduldig danach, die Menschheit von der spiritu­ellen Unmündigkeit zur Reife der Seele und letzten Erleuchtung zu erheben.

Hills bekanntes Buch Denke nach und werde reich ist auch nach 60 Jahren immer noch ein Bestseller. Diesem Werk wird nachgesagt, es habe bei einem hohen Prozentsatz der amerikanischen Topmanager das Leben verändert und ihre Karriere beeinflußt.
Die Ausgabe von 1941 enthält Empfehlungen von den US-Präsidenten Roosevelt, Harding, Wilson und Taft sowie von einigen der bedeutendsten Wissenschaftler und Firmen­gründer: Thomas A. Edison, Luther Burbank, John D. Rockefeller, F. W. Woolworth, William Wrigley Jr., George Eastman (von Eastman Kodak), Robert Dollar (von den Dollar Steamship Lines) und anderen.

Die »Ehrwürdige Bruderschaft des Alten Indien« brachte Hill die Macht der Visualisierung bei. Auf ihren Rat hin visualisierte Hill neun berühmte Männer der Vergangenheit, die als seine »Ratgeber« um einen Tisch herum saßen. Und das Befolgen ihres Rates erwies sich für Hill als bemerkenswert förderlich und einträglich.

Infolgedessen wurde Hill äußerst erfolgreich und Millionen weiterer Menschen (einschließlich vieler führende Geschäftsleute und Politiker) ergriffen und erprobten die erstaunliche Macht dieser antiken schamani­schen Technik in jedem Lebensbereich. Er selbst hält zwar daran fest, dass alles nur Imagination sei, doch aus dem, was Hill schrieb, wird deut­lich, dass Visualisierung die Tür in die Welt des Okkulten geöffnet hat:

Diese neun Männer waren Emerson, Paine, Edison, Darwin, Lincoln, Burbank, Napoleon, Ford und Carnegie. In jeder Nacht … hielt ich eine imaginäre Ratssitzung mit dieser Gruppe, die ich meine »unsicht­baren Berater« nannte.

Bei diesen imaginären Ratssitzungen bat ich meine Kabinettmit­glieder um das Wissen, das ich mir von jedem von ihnen erwünschte und sprach jeden Einzelnen an …  Nach einigen Monaten dieser nächtlichen Prozedur stellte ich mit Erstaunen fest, dass diese imaginären Gestalten anscheinend real wur­den. Jeder dieser neun Männer entwickelte individuelle Charakter­merkmale, die mich überraschten …  Diese Zusammenkünfte wurden derart realistisch, dass ich Angst vor ihren Konsequenzen bekam und sie für einige Monate aussetzte. Die Erlebnisse waren so unheimlich und ich befürchtete, wenn ich sie fortsetzte, würde ich die Sicht dafür verlieren, dass diese Sitzungen nichts als Erfahrungen meiner Imagination sind.

Dies ist das erste Mal, dass ich den Mut habe, das überhaupt zu erwähnen … Ich erachte meine Kabinettsitzungen immer noch für rein imaginär, aber … sie haben mich auf glorreiche Abenteuerwege ge­führt … Auf wundersame Weise bin ich durch Unmengen von Schwie­rigkeiten geführt worden …  Jetzt wende ich mich mit jedem schwierigen Problem, das sich mir oder meinen Klienten stellt, an meine imaginären Berater. Die Ergeb­nisse sind oftmals erstaunlich…  Auch Carl Jung versuchte die Realität der Wesen zu leugnen, die ihn be­suchten und leiteten. Jung wurde schließlich gezwungen, ihre objektive Realität einzugestehen. Hill konnte sicherlich nicht wirklich glauben, dass seine Imagination jedem seiner neun Ratgeber »individuelle Charakter­merkmale« verlieh, die ihn, wie er zugab, überraschten. Und woher stammt die Weisheit, die sich bei so vielen Gelegenheiten als so einträglich er­wies, als er seinen »imaginären« Beratern Probleme vorlegte, deren Lö­sung seine eigenen Fähigkeiten überforderte? Natürlich ist es viel beque­mer, an die Macht der Imagination zu glauben, als die Tatsache zu akzep­tieren, dass man Opfer einer okkulten Invasion geworden ist.

Ein gefährliches Spiel

 

Die Psychologin und Theologin Jean Houston und ihr Mann Robert Mas­ters brachten den Schamanismus in unsere Wohnzimmer. In ihrem Buch Mind Games (»Geistesspiele«) erteilen sie detaillierte Anweisungen für einen »Leiter«, der eine Gruppe in »einen gemeinsamen erweiterten Bewußtseinszustand … eine immer tiefer werdende Trance« führen soll. (Der Leiter selbst soll darauf achten, dass er bei normalem Bewußtsein bleibt, für den Fall, dass es nötig wird, andere Spieler aus ihrem erweiterten Zu­stand zu retten.) Der Höhepunkt kommt in Form einer Begegnung mit einer Wesenheit, die der »Gruppengeist« genannt wird und die der ge­samten Gruppe sehr real vorkommt. Hier einige Anweisungen von Hous­ton und Masters, die der Leiter der Gruppe vorlesen soll:

Wir sind hier in diesem Kreis versammelt … um ein Bewußtseinsreservoir zu schaffen … Und wir werden nun aus diesem Reservoir her­aus das Wesen hervorkommen lassen, das wir den Gruppengeist ge­nannt haben … Ihr werdet euch über den Aufenthaltsort des Grup­pengeistes [im Mittelpunkt des Kreises] bewußt sein … wir können und müssen den Gruppengeist materialisieren, indem wir diesem We­sen ein ausreichend materielles Wesen verleihen, sodass es uns allen erscheinen kann … Wir werden … es sehen und hören können und es sogar berühren können, wenn es nicht nötig wäre, bestimmte Vorsichts­maßnahmen zu beachten …

»Vorsichtsmaßnahmen« wofür?, müssen wir fragen. Mag der »Gruppen­geist« es nicht, wenn man ihn berührt, oder kann das irgendwie schädlich sein? Das hört sich sehr real an, und das muss es ja auch sein, wenn die Teilnehmer ihn wirklich »sehen und hören und sogar berühren« könnten, wenn das zulässig wäre.

Mann muss sich keiner Gruppe anschließen, um sich einen Leitgeist zuzulegen. Die Schamanen haben das stets allein geschafft. Art Ulene, Arzt aus Los Angeles, bekannter Medizinratgeber im Fernsehen und TM-­Graduierter, wurde in das »geleitete Verbildlichen« eingeführt, als er ge­rade »einen Film über Entspannungstechniken mit dem Psychologen Dr. David Bresler« drehte. Ulene, der seinen eigenen Leitgeist hat, erklärt anderen, wie auch sie sich einen solchen Lebensbegleiter zulegen kön­nen. Er führt sie in einen erweiterten Bewußtseinszustand, läßt sie eine »entspannende Szene« visualisieren und sagt ihnen:

Schaue langsam in deiner entspannenden Szene umher, bis du ein le­bendes Wesen siehst. Sei nicht überrascht von dem, was du entdecken wirst … Gehe näher an das Wesen heran. Bitte es, etwas näher auf dich zuzukommen …

Nun … ist es an der Zeit, dass ihr beiden euch bekannt macht … Sprich das Wesen an. Sag ihm deinen Namen. Frage nach seinem Na­men. Ob du glaubst oder nicht, du wirst eine Antwort bekommen …

Wenn du und dein Wesen euch alles gesagt habt, was zu sagen ist, wird es Zeit, wieder zu dieser Welt zurückzukehren. Sag auf Wieder­sehen und versprich, dass du wiederkommen wirst. Dann öffne lang­sam deine Augen …  Wir alle haben diesen inneren Diagnostiker, der in Zeiten der Not zu uns kommen kann. Unsere Wesen haben zwar nicht die üblichen Doktorgrade, aber ihr medizinisches System funktioniert… (Art Ulene, Feeling Fine, 1977).

Ist das Wahnsinn – oder gar etwas noch Heimtückischeres und Gefährli­cheres? Wer sich darauf einläßt, tritt definitiv in Kontakt mit irgend etwas, das als Imagination begann, aber zu einem Wesen wird mit eigener Persönlichkeit, das unabhängig von dem funktioniert, der es ursprüng­lich visualisiert hat. Professor Dr. med. Bernie Siegel von der Yale-Universität war schockiert, als er dies erlebte. Er sagte:

Ich habe nicht geglaubt, dass es funktioniert, aber als ich mich darauf einließ, erwartete ich, Jesus oder Mose zu sehen … Statt dessen traf ich George, einen bärtigen, langhaarigen jungen Mann mit einem un­befleckten wallenden weißen Gewand und einem Scheitelkäppchen. Das war für mich ein unglaubliches Erwachen … George war spontan, kannte meine Gefühle und war ein exzellen­ter Ratgeber (Siegel, Love, S.19-20).

Vertrauen wirklich fehl am Platze!

»Ein exzellenter Ratgeber«? Das hört sich wieder nach Napoleon Hill an. Und es überrascht uns nicht festzustellen, dass die Ratschläge, die »George« erteilte, exakt dieselben waren, wie Hill sie von seinen neun berühmten Männern erhielt. Einer der Hinweise darauf, dass es sich nicht um bloße »Imagination« handelt, findet sich in dem »Rat«, den der inne­re Ratgeber oder Leitgeist gibt. Er bietet Wissen und Weisheit an, die dem Visualisierenden bisher unbekannt sind, und dieser Ratschlag be­inhaltet immer – und das können wir nicht oft genug betonen – in irgend­einer leicht abgewandelten Form dieselben Lügen, mit der die Schlange im Garten Eden Eva verführte. Diese Tatsache liefert genug Beweisma­terial, um darauf zu schließen, um wen oder was es sich bei der Quelle dieser »Ratschläge« handelt.

Masters und Houston empfehlen den »erweiterten Bewußtseinszustand« als besten Weg zum Kontakt mit okkulten Wesen. Ihre Begrün­dung dafür ist höchst interessant:

»Vielleicht ist der bewußte Kontakt mit diesen anderen Lebensfor­men innerhalb der Zustände, die wir als normal empfinden, aufgrund einer Art von Abschirmen davor unmöglich geworden …
Durch die Erweiterung des Bewußtseins lassen wir manchmal das Schutzschild sinken und so wird der Kontakt möglich (Houston and Masters, Games,S.70).

Tatsächlich scheint es, dass die verschiedenen okkulten Techniken zur Erweiterung des Bewußtseins, genau wie bewußtseinserweiternde Dro­gen, speziell entworfen und entwickelt wurden, um jemanden für das Okkulte zu öffnen, indem ein »Schutzschild« entfernt wird. Kann es nicht sein, dass dieses »Schutzschild« von Gott an seinen Platz gestellt wurde und es eine Invasion dämonischer Wesen in die menschliche Persönlich­keit verhindern soll? Der beste Rat wäre: »Lassen Sie dieses Schutzschild nicht sinken!«

Doch genau die Techniken, die dieses Schutzschild entfernen, werden nicht nur von Masters und Houston und anderen New-Age-Gurus ge­lehrt und empfohlen, sondern werden auch in der Christenheit propa­giert. Die Tür des menschlichen Geistes wird vorsätzlich einer okkulten Invasion geöffnet!
Ein ehemaliger Führer der New-Age-Bewegung, der aus jahrelanger Erfahrung spricht, warnt uns:

Nach langfristiger Beobachtung [intern, als Führungsperson] der ge­samten New-Age-Szene bin ich überzeugt, dass diese Techniken (Re­birthing, Yoga, TM, Visualisierung innerer Führer usw.) eine imma­nente Kraft in sich selbst haben. Sie funktionieren, weil sie speziell darauf angelegt sind, Türen aufzustoßen und Barrieren niederzureißen, die Gott in den menschlichen Geist plaziert hat, damit eine Übernahme durch dämonische Wesen verhindert wird. Ich habe erlebt, wie real und äußerst zerstörerisch diese Wesen sind (Aus einem persönlich geführten Interview mit Doug Clover).

Es handelt sich hier nicht um eine Repräsentation des »kollektiven Unbewußten« (eine der Lügen, die Carl G. Jung von diesen verführerischen Wesen übernahm), sondern die Mehrzahl der Indizien deutet darauf hin, dass es sich bei den Wesen, denen man durch schamanische Techniken begegnet, um Gestalten dämonischer Geister handelt, die die Mensch­heit in den Untergang verführen wollen. Doch Masters und Houston (und mit ihnen viele andere, die im Okkultismus verstrickt sind) versprechen: Wenn man »dem Leitgeist vertraut und ihm zutraut, dass er beschützen kann, wird man vor Schaden sicher sein«.

Wie können wir wissen, was real ist?

1996 belustigten sich die Medien über die Geschichte, dass die First Lady Hillary Clinton Kontakt zu der früheren First Lady Eleanor Roosevelt aufgenommen habe und mit ihr Gespräche führe. Hillary äußerte in Gegenerklärungen, dass die Gespräche »Imagination« seien. Hat sie dann nur Selbstgespräche geführt? Sicherlich war es mehr als das! Hillary ist tatsächlich von Jean Houston in die antike okkulte Technik der Visuali­sierung eingeführt worden.

Einerseits hört sich das alles lächerlich an, wenn man in der Vorstel­lung irgendwelche geheimnisvollen Wesen heraufbeschwört, die dann anscheinend »real« werden, was immer das heißen mag. Andererseits wäre es beleidigend, wenn man all diese hochintelligenten und gebildeten Per­sonen eines allgemeinen Wahnsinns bezichtigt. Gerade der Umstand, dass so viele Menschen rund um die Welt zu allen Zeiten der Geschichte die­selben Erfahrungen machten, drückt diesem Phänomen den Stempel der Realität auf. Doch die Tatsache, dass diese Wesen nicht stofflich sind, wirft die Frage auf, wie »real« diese Leitgeister sind – und hier stehen wir vor der Frage, was »real« überhaupt bedeutet.

Eine Folge der Transformation, die sich in unserer Welt durch Drogen und andere schamanische Praktiken vollzieht, ist die Verwirrung über die »Realität«. Von dieser Verwirrung sind heute viele Menschen geplagt, die einst eine sichere Antwort auf die Frage nach der Realität geben konn­ten. Sind die Erfahrungen auf Drogentrips oder im fernöstlich-mystisch erlangten »höheren Bewußtsein« der »reale« Stand der Dinge, oder fin­det sich die Realität im normalen Bewußtsein? Die Behauptung ist po­pulär geworden, dass wir uns mit unserem Geist unser eigenes Univer­sum schaffen, sodass die Realität sich im Fluß befindet und von Person zu Person verschieden ist. Das ist offensichtlicher Unsinn, der aus der hinduistischen Auffassung stammt, alles sei Maya, eine Illusion.

Die Tatsache, dass das Universum bereits existierte, bevor der Mensch kam und sich mit seiner Imagination seine Realität »erschaffen« konnte, sollte logischerweise alle Fantastereien beenden, die Jean Houston und andere mit ihr einer leichtgläubigen Anhängerschaft angedreht haben. Doch diese Theorie hat weiterhin Bestand. Sir James Jeans wartet mit Argumenten auf, mit denen er die Illusion entkräftet, wir würden alle einen gemeinsamen Traum träumen, den wir »Realität« nennen, und mit denen er die Tatsache eines realen Universums begründet, das unabhän­gig von unserem Denken ist. Er zeigte auf, dass es drei Kriterien gibt, die für eine objektive Realität unbedingt notwendig sind: Überraschung, Kon­tinuität und Veränderung.

20 Millionen Menschen werden in Mexiko City plötzlich von einem Erdbeben aus dem Schlaf gerissen. Häuser und Wohnungen stürzen ein und viele Todesopfer sind zu verzeichnen. Die Tatsache, dass die Mexika­ner von diesem Ereignis überrascht wurden – aufgeweckt vom Schütteln und Rütteln eines Erdbebens, das sie sicherlich nicht nur träumten – ist Beweis genug, dass eine objektive Realität ihre Opfer forderte. Es wäre Wahnsinn zu meinen, dass ein Wirbelsturm, der Häuser zertrümmert, oder eine Feuersbrunst, die ein Hotel in Schutt und Asche legt, nichts als Episoden eines gemeinsamen Traumes sind, mit dem die Opfer alle überein­stimmen. Doch die so beliebten Gurus des neuen Bewußtseins fahren mit der Verbreitung von Techniken fort, die einen Ausstieg aus diesem »gewöhnlichen«, aber illusorischen Bewußtseinszustand und den Einstieg in eine neue Realität ermöglichen sollen, die mental in einem so genann­ten »höheren Bewußtseinszustand« geschaffen wird. Das soll angeblich die reale Welt sein.

Sir James Jeans’ zweites Kriterium für die Begründung einer objekti­ven Realität, die Kontinuität, ist leicht nachvollziehbar. Nach 10 Jahren kehren Sie zu einem Klassentreffen an Ihre alte Schule zurück. Sie finden dort dieselben Räume wieder, in denen Sie einst Unterricht hatten, viel­leicht samt Tafel, Tischen, Stühlen und Rissen in der Decke. An all dies haben Sie während der letzten 10 Jahre überhaupt nicht mehr gedacht. Alles blieb am selben Ort, ohne dass Sie auch nur einen Gedanken daran aufgewendet hätten. Die jungen Bäume auf dem Schulhof sind gewach­sen, ohne dass Sie irgendwie mit Ihrem Geist nachgeholfen hätten.

Offensichtlich sind Ihre alte Schule und deren Umgebung – wie der Rest der Welt und des Universums – kein Bestandteil eines Traumes, den Sie geträumt haben, sondern eine objektive Realität, die gänzlich unab­hängig von Ihnen und der übrigen Menschheit existiert. Stellen Sie sich das Chaos vor, das resultieren würde, wenn die Realität tatsächlich das Produkt von Milliarden individueller Menschen mit unabhängigen und vergeßlichen (oder sogar kranken) Psychen wäre. Wessen »Realität« würde dominieren und wie oft würde die selbst geschaffene Realität ei­ner Person plötzlich von der Realität einer anderen Person verdrängt, die sich durchsetzt? Und aufgrund welcher Logik wäre es vorstellbar, dass die Milliarden von Menschen auf dieser Erde sich irgendwie zusammen­gerauft und gezielt das Universum geschaffen haben, das wir alle erfah­ren, vom kleinsten Atom angefangen bis zur entlegensten Galaxie – wo doch dieses Universum existierte, bevor es überhaupt Menschen gab?

Während Ihrer Abwesenheit hat es an Ihrer Schule natürlich auch Ver­änderungen gegeben. Die alte Turnhalle mit dem Parkettboden wurde abgerissen und eine neue und viel größere steht nun an ihrem alten Platz. Änderungen wie diese, die sich ohne unser Wissen an Orten vollziehen, die wir vergessen haben, geschehen eindeutig ohne die kreative Beteiligung unseres Geistes. Auch dies ist ein Hinweis auf die Objektivität des physischen Universums, das uns umgibt. Diese drei Kriterien – Überra­schung, Kontinuität und Veränderung beweisen außerdem aus denselben Gründen auch die Realität von okkulten Erfahrungen.

Wenn Wissenschaftler wie Sir James Jeans sagen, dass das Universum »wie ein großartiger Gedanke« ist, meinen sie damit nicht einen Gedan­ken in menschlichen Köpfen, sondern, wie Jeans sagte, »in den Gedan­ken eines ewigen Geistes«, der allein der Schöpfer des Universums sein kann. Weit davon entfernt, eine mentale Realität zu erschaffen, ringt die Menschheit danach, eine Realität zu entdecken, die unabhängig von ih­ren Gedanken und Vorstellungen existiert und die offensichtlich von ei­nem Geist erschaffen wurde, der ihre Vorstellungskraft und Fähigkeiten weit übersteigt. Das einzig Vernünftige, das wir tun können, ist, mit den Manipulationsversuchen an der Realität aufzuhören und dem Schöpfer seinen rechtmäßigen Platz einzuräumen, den er in unserem Leben bean­sprucht.

Aus dem Buch DIE OKKULTE INVASION, von Dave Hunt

 

www.horst-koch.de

info@horst-koch.de

 

image_pdfimage_print