Aldous Huxley und sein Einfluss

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Alexander Seibel

Aldous Huxley und sein Einfluss auf „evangelikale“ Spiritualität

 

Henri Nouwen war römisch-katholischer Priester und einer der einflussreichsten christlich-spirituellen Autoren des 20. Jahrhunderts. Der Holländer starb 1996 an einem Herzinfarkt. Dennoch wird sein literarisches Werk – über 40 Bücher – immer wieder verwertet, so auch im Sonderheft zum „Jahr der Stille 2010“ der Zeitschrift Aufatmen. Diese Sondernummer erlebte eine sensationelle Auflage von über 250.000 Exemplaren. Darin wird festgestellt, Henri Nouwen war einer der einflussreichsten Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts (ibid. S. 35).

Gemäß Ulrich Eggers teilte er die Ziele von „Aufatmen“ (Nr. 3, 96, S. 31).

Henri Nouwen erklärt nun in seinem Buch Here and Now: The God who dwells in our inner sanctuary is the same as the one who dwells in the inner sanctuary of each human being. <„Der Gott, der in unserem inneren Heiligtum wohnt, ist derselbe, der im inneren Heiligtum eines jeden Menschen wohnt.> (Henri Nouwen, Here and Now – Living in the Spirit, Crossroad Publishing Co., S.22).

Nouwen: Today I personally believe that while Jesus came to open the door to God’s house, all human beings can walk through that door, whether they know about Jesus or not. Today I see it as my call to help every person claim his or her own way to God <„Heute glaube ich, obwohl Jesus kam, um die Tür zu Gottes Haus zu öffnen, dass alle Menschen durch diese Tür gehen können, ob sie Jesus kennen oder nicht. Heute sehe ich es als meine Berufung, jeder Person zu helfen, ihren eigenen Weg zu Gott in Anspruch zu nehmen.“ (Henri Nouwen, Sabbatical Journey, 1998, S.51).

Henri Nouwen wurde entscheidend von Thomas Merton geprägt, den man eigentlich als seinen Mentor bezeichnen kann. In seinem Buch Thomas Merton: Contemplative Critic <Thomas Merton: Kenner der Kontemplation> spricht Nouwen über die „neue Sicht“, zu der ihm Merton verholfen hat und bekennt, dass Merton und sein Werk „einen derartigen Einfluss“ auf sein Leben hatten, dass er die Person war, die ihn am meisten inspirierte. (Henri J.M. Nouwen, Thomas Merton: Contemplative Critic, San Francisco, CA: Harper & Row Publishers, 1991, Triumph Books Edition, S.20).

Der Trappistenmönch Merton wiederum war stark beeinflusst von dem LSD-abhängigen Mystiker Aldous Huxley, der auch als Vater der Droge gilt, besonders für die studentische Welt. Aldous Huxley war einer seiner Lieblingsautoren und durch dessen Buch, Ends and Means, kam Merton zum ersten Mal „in Kontakt mit dem Mystizismus“ (Ebd., S. 3).

Merton schreibt: Er [Huxley] war sehr belesen und hatte eine tiefe und scharfsinnige Einsicht in alle Arten christlicher und orientalischer Literatur über Mystik, und er kam zu der erstaunlichen Einsicht, dass all dies weit davon entfernt war, lediglich Träumerei oder Magie oder Scharlatanerie zu sein, sondern es war sehr real und sehr aufschlussreich (Ebd., S.20).

Der Mann, der Aldous Huxley mit der Droge in Verbindung brachte, war Aleister Crowley, der größte Satansmagier des 20. Jahrhunderts. Huxley wurde 1929 von ihm in den „Isis-Urania Temple of Hermetic Students of the Golden Dawn“ eingeführt. („Kommt das Zeitalter des Wassermanns?“, August 1980, Krieg dem Rauschgift, S. 43).

Auf seinem Sterbelager nahm Huxley LSD und seine Frau las ihm aus dem Tibetanischen Totenbuch vor.

Es ist dies hier eine einfache Zusammenfassung. Dennoch drängt sich der Verdacht auf, dass einerseits der Verführer als brüllender Löwe umhergeht und über die Droge und LSD in die okkulte und rebellische Welt hineinführt, im frommen Lager aber als Engel des Lichts auftritt und durch immer aktuellere „Stilleprogramme“ in die mystisch-ökumenische Frömmigkeit hineinführt.

Alexander Seibel

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