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Unsichtbarkeit (Dr.Koch)

Kurt E. Koch

Unsichtbarkeit

– Aus dem Buch: OKKULTES ABC, Seite 617 – 627 –

Können sich Zauberer unsichtbar machen? Jeder gebildete Europäer, überhaupt jeder Rationalist der ganzen Welt sagt nein. Das sei nur ein Märchenmotiv.

In der Tat kommen solche Vorgänge in den Sagen und Märchen nahezu aller alten Völker vor. Als Schuljunge las ich gern die Nibelungensage. Vor allem war Siegfried mit seiner Tarnkappe mein Lieblingsheld, der meine Phantasie beflügelte. In meinem Lausbubenhirn dachte ich manchmal im Scherz, ich möchte eine Tarnkappe haben, damit ich dem Lehrer ein paar kräftige Ohrfeigen runterhauen oder mich ungestraft und unbeobachtet in einem Süßwarenladen selbst bedienen könnte. Natürlich wußte ich, daß die Siegfriedsage ein Märchen darstellt. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, daß es solche Dinge in Wirklichkeit bei heidnischen Völkern heute noch gibt.
Um nicht für geistesgestört gehalten zu werden, habe ich viele meiner Erfahrungen auf den Missionsfeldern für mich behalten. Nun las ich aber einen Missionsbericht in der Zeitschrift „Weltweit” vom Okt. 1983, in dem ein solcher Fall berichtet wird. Der Berichterstatter ist der junge Missionar Traugott Böker, der Sohn eines meiner Freunde, Pfarrer Georg Böker. Vater und Sohn waren oder sind Missionare, die mit der Zauberei der primitiven Völker auf ihren Missionsfeldern vertraut wurden. Sie sind nicht Hirngespinsten zum Opfer gefallen, wie Rationalisten es meinen.

B (Beispiel) 332  Traugott Böker betete: Es kamen Teilnehmer zu unserer Missionskonferenz nach Batu, die ihre bisher praktizierte Magie noch nicht abgelegt hatten. In Ost-Timor übten sie zum Beispiel Schwarze Magie, um sich unsichtbar zu machen. Sie nehmen ein Blatt, halten es vor sich hin, gebrauchen eine Anrufung Luzifers und machen sich vor ihren Feinden unsichtbar. Mit dem Verstand ist so etwas nicht zu begreifen. Und doch ist es Wahrheit. Die solche Zauberei trieben, waren keine Heiden, sondern Christen – sogar Evangelisten. Warum taten sie es?
Sie lagen in einer kriegerischen Stammesfehde und wollten sich auf diese Art schützen.
Eines Tages entstand während des Bibelkurses auf Batu ein Streit unter den Teilnehmern. Sie fingen an, ihre magischen Kräfte anzuwenden. Nun waren einige von ihnen keine praktizierenden Magier, so daß sie diese schwarze Kunst nicht völlig beherrschten. Die liefen nun in den Stall und holten sich Sicheln und gingen aufeinander los. Was sollten wir in einer solchen Lage tun? Wir unterbrachen den Kurs und legten Gebetsgemeinschaften ein. Dann verkündigten wir schlicht und einfach das Evangelium, bis die Mauer der Finsternis durchbrochen war.

B 333 Das ist ein Erlebnis mit Ost-Timoresen. Ich füge ein eigenes Erlebnis aus West-Timor hinzu. Es war mir Gelegenheit geboten worden, in der Erweckungskirche von Soe 10 Vorträge zu halten. Nach einem solchen Gottesdienst kam ein junger Mann zu mir, der in schwerster Magie steckte und mit diesen Kräften andere töten konnte. Ich füge hinzu, es war kein junger Mann aus dem Dorf Soe, sondern er war gekommen, um zu sehen und zu hören, was in Soe geboten würde. Die Verkündigung erreichte sein Gewissen, und er entschloß sich zu beichten und sein Leben Christus anzuvertrauen. Er bekannte, daß er drei Menschen auf dem Gewissen habe. Es wurde ruchbar, und er mußte sich vor der Polizei in acht nehmen. Die Polizisten waren einige Jahre hinter ihm her, er konnte sich aber durch seine magischen Kräfte unsichtbar machen, so daß sie ihn nie greifen konnten.
Natürlich kann man solche Berichte anzweifeln. Mir sind aber derartige Fälle einige Male begegnet. In Stichwogen gesagt, gibt es folgende Möglichkeiten: Dematerialisationen, Verwirrung der Verfolger durch eine ferngesteuerte Suggestion, plötzliche Translokation und eine temporäre Erfindung sowohl im religiösen wie profanen Bereich.
Traugott Böker und ich haben zwei gleichlaufende Geschichten von der gleichen Insel, er von Ost-Timor, ich von West-Timor. Aus Deutschland und der Schweiz kenne ich keinen Zauberer, dessen magische Kraft ausreicht, sich unsichtbar zu machen.

Aus England, kenne ich zwei solcher Fälle. Die eine Geschichte entnehme ich dem Buch „From Witchcraft to Christ”. Es handelt sich um den Bericht von Doreen Irvine, die einmal unter den englischen Hexen den Rang und Titel „Queen of Darkness” hatte. Sie war in der Seelsorge von Dr. Eric Hutchings, der mich zu Vorträgen in seine Gemeinde eingeladen hatte. Durch seine eigene Seelsorge war er oft auf Zauberei und Magie gestoßen. Das war der Grund, warum er mich aus Deutschland holte, um seine Gemeinde zu informieren.

Doreen Irvine beschrieb nach ihrer Bekehrung und ihrer Befreiung, was sie im Dienst Satans alles erlebt hatte. Sie hatte ursprünglich mehrere Hexenzirkel geleitet und traf sich mit den Hexen in Dartmoor in der Nähe von Devon. Ihre Geschichte ist im Kapitel „Königin der Finsternis” S. 351 festgehalten. Hier folgt nur der Detailbericht über das Unsichtbarwerden.

B 334 „Es war Mitternacht, eine helle, wolkenlose Nacht, für Hexerei wohl geeignet. Die nackten Glieder des Hexenzirkels vollführten ihre rituellen Tänze. Ich war unter ihnen. Plötzlich sahen wir drei Männer über den Kamm des Hügels sich uns nähern. Obwohl die Eindringlinge uns Hexen noch nicht gesehen hatten, würden sie in wenigen Minuten uns alle wahrnehmen. Da waren keine Felsen oder Bäume, um uns zu verstecken.

»Was sollen wir tun?” fragten die Hexen besorgt.
„Da ist kein Versteck für uns.”
„Seid unbekümmert”, sagte ich. „Ich kann mich unsichtbar machen.”
„Was wird aber aus uns?”
„Vertraut euch mir an. Ich mache euch ebenfalls unsichtbar.”

Es war keine Zeit mehr zu verlieren. Hastig taten die anderen, was ich ihnen sagte. Wir standen völlig still in einem Kreis. Wir hoben unsere Hände, so daß sie sich berührten.
Ich rief nach der Macht der Dämonen und Satans selbst. Innerhalb von Sekunden wirbelte ein grüner Nebel hoch und hüllte uns ein. Wir konnten kaum uns selbst sehen, als die drei Männer an uns vorbeigingen. Ich hätte meine Hand ausstrecken und sie berühren können. Einer von ihnen ging unter unseren erhobenen Händen hindurch und trat in die Mitte unseres Kreises. Meine Magie hatte funktioniert.
Was ich berichtet habe, ist völlig wahr. Die anderen Hexen und ich waren für die drei Männer unsichtbar. Sie waren nicht einmal imstande, den dicken wirbelnden Nebel wahrzunehmen. Sie hatten nicht das geringste gesehen.
„Laßt uns heimgehen!” hörten wir einen von ihnen sagen.
„Hier sind keine Hexen. Wir verschwenden nur unsere Zeit.” Als die drei Eindringlinge gegangen waren, verschwand allmählich der Nebel.

Der Grund für die Ankunft der drei Männer wurde mir am nächsten Tag klar, als ich die örtliche Zeitung las. Ein Artikel auf der Frontseite trug die große Überschrift: KEINE HEXEN IN DARTMOOR. Es wurde berichtet, daß der Ortsprediger am Abend zuvor zwei Journalisten nach Dartmoor genommen hatte, um dem Gerücht nachzugehen, daß da Hexen sein sollten.

Die Nachforschung war auf alle Fälle ohne Ergebnis. Der Ortspfarrer jedoch war nicht überzeugt, daß keine Hexen in Dartmoor sein sollten. Er hatte natürlich recht. Er hatte uns nur um wenige Zoll verfehlt. Wir aber waren im höchsten Grad belustigt.
Der Vorgang, sich unsichtbar zu machen, wurde in den Märchen, im Gebiet des Aberglaubens und im Bereich der Zauberei manchmal berichtet. So hat man den Ordensmitgliedern der Rosenkreuzer die Fähigkeit zugeschrieben, sie könnten sich unsichtbar machen.

Das Unsichtbarmachenvon Objekten wurde auch manchen Praktikern des animalischen Magnetismusnach gesagt. So hat ein französischer Magnetiseur einer Versuchsperson drei Früchte gegeben, von denen eine mit einer dicken Schicht magnetischen Fluidums umgeben war. Die Versuchsperson konnte daraufhin nur zwei Früchte sehen. Dieser Vorgang ließ sich auch durch Hypnose erklären.

Eine andere Form des Unsichtbarwerdens ist die spiritistische Dematerialisation. Im Zusammenhang mit den schwersten spiritistischen Experimenten der Dematerialisation und Rematerialisation ist das Verschwinden und Auftauchen von Gegenständen und Personen schon oft berichtet worden. In den Kapiteln über den Spiritismus werden diese Probleme behandelt. Mir sind viele Beispiele dafür bekannt.
Neuerdings bringen auch die Science-fiction-Filme solche Darstellungen. Ich warne davor.

Bei meinem Beispiel aus West-Timor, wie der dreifache Mörder seinen Verfolgern entkam, vermute ich, daß der Geist der Polizisten durch die von dem Magier praktizierte Mentalsuggestion verwirrt war.
Mir ist das in der Beichte und außerhalb oft berichtet worden, daß Schwarzmagier durch Mentalsuggestion auf Entfernung Menschen in ihrem Denken beeinflussen können. Diese Vorgänge gehören nicht in das Gebiet der Geisteskrankheiten, sondern in die Praxis der Zauberei, der Teufelskunst. Auf dem Missionsfeldern begegnen einem oft solche Praktiken.

Der Missionar und Seelsorger, der auf diesem Gebiet zu arbeiten hat, muß sich dauernd unter den Schutz Jesu stellen, sonst kommt er selbst in Gefahr.
Leider wird eine derartige Seelsorge weder an den Universitäten, noch an den theologischen Seminaren und vielen Bibelschulen behandelt. Die wenigen, die für eine solche Seelsorge offen und gerüstet sind, werden dann mit Briefen verzweifelter Menschen überschüttet, weil kurzsichtige Seelsorger dieses Gebiet von sich weisen und die Hilf esuchenden einem Psychiater zuweisen wollen, der dann gewöhnlich eine falsche Diagnose stellt, die dann eine Fehlbehandlung einleitet.

Man verstehe mich nicht falsch. Wenn eine Geisteskrankheit oder ein Gemütsleiden vorliegt, dann rate ich neben einer seelsorgerlichen Betreuung auch, einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Suum cuique = Jedem das Seine. Zaubereifälle gehören aber in die Hated eines erfahrenen Seelsorgers.

Dieses Kapitel war schon geschrieben, da erreichte mich das Buch von Alexander Wolf „Der Jahrhunderthüpfer”. Es handelt sich um die Geschichte der Ch. O. vom A., die auch in dem Kapitel über Karate erwähnt ist. Ch. hat den Übernamen Grille. Sie wird auch das Sprunggespenst genannt. Hier in dem Zusammenhang dieses Kapitels geht es aber um eine andere Fähigkeit dieses medial veranlagten Mädchens.
Zuerst muß aber das Buch, das mir ein Freund zugesandt hat, kurz skizziert werden. Der Verfasser ist ein guter Erzähler. Das Buch ist humorvoll geschrieben und gehör zu der leicht lesbaren Unterhaltungslektüre. Es spricht auch stark die heranwachsende Jugend an. Das Buch hat aber einen echten Kern, die Psi-Fähigkeiten der Ch.

Prof. Bender hat schon oft in seinen Büchern und Vorträgen darauf hingewiesen, daß pubertierende Jugendliche in seltenen Fällen paranormale Fähigkeiten entfalten, die zu rational unverständlichen Vorgängen führen. Wer aber ein Denkschema mit einer rationalen Sperre besitzt, dem kommen die Geschichten um Ch. O. als Phantasieprodukte vor. Natürlich wird der Autor manche Ereignisse um der Lesbarkeit willen überbetont haben. Das tut aber dem Kern seiner Darstellungen keinen Abbruch. In dem Buch klingt es einige Male an, daß Ch. gelegentlich unsichtbar wurde, also in normaler Situation nicht mehr gesehen werden konnte. Diese Seite der ganzen oder teilweisen Tarnung wird als Schlußeffekt gebracht. Das ist auch tatsächlich der Höhepunkt der Psi-Fähigkeiten des Mädchens. Hören wir zuerst den Bericht, dann besprechen wir ihn. Das Mädchen schrieb:
„Das alles fiel mir ein, als ich in der Falle saß und mein linkes Bein nicht mehr bewegen konnte. Ich spürte aber noch unheimlich viel Energie in mir und hatte eine große Wut auf die Leute. Immer fangen die mich, dachte ich, warum nicht mal ich sie? Warum sollte Ch. O. nicht mal die Leute in den Griff bekommen statt umgekehrt? Die Vibrationen in meinem Kopf wurden plötzlich unheimlich stark, das Herz rumste im Brustkasten bis zum Platzen, ich hielt mich am Felsen fest und konzentrierte mich auf die Menschen. Ich wünschte, sie wären blind!
Dann passierte etwas Irres.
Alle Menschen guckten plötzlich an mir vorbei.
,Wo ist sie denn geblieben?` riefen sie verdattert. Dabei saß ich da. Ich schlich mich durch den Eingang, durch den die Wärter hereingekommen waren, nach draußen, und tatsächlich, die Leute liefen an mir vorüber. Ich probierte es immer wieder aus. ,Eben war sie hier`, sagten sie und guckten mit leerem Blick durch mich hindurch. Ich war halb verrückt vor Freude, hinkte und hüpfte auf meinem gesunden Bein, mit dem ich noch ziemlich große Sätze machen konnte, mal zu diesem, mal zu jenem Tier und zum Schluß zu den Löwen und merkte, daß die Tiere mich sahen. Ab und zu konnten mich auch die Menschen wieder sehen. Es ist nicht wahr, daß ich mich unsichtbar machen kann, vielmehr konnte ich die Leute blind machen. Nur mir gegenüber.
So war das. Es war fantastisch!

Aber am Schluß war ich ganz geschlaucht. Als ich meinen Vater und Kulle am Ausgang entdeckte, war ich erleichtert. Sie fragten nicht viel und fuhren mich sofort nach Killenbach, wo ich noch zwei Stunden lang gezittert habe.
Die neue Eigenschaft, das muß ich zugeben, hab’ ich noch nìcht wieder ausprobiert. Sie ist mir auch unheimlich. Mir wird ganz schwindelig, wenn ich an die tollen Möglichkeiten denke, die ich noch erproben muß. Doch wie gesagt, die Menschen sprechen mich auf das Thema nicht an. Ich muß ihnen wohl über den Horizont gesprungen sein, und nun verdrängen sie es. Ich aber nicht! Ich werde es mit Euch besprechen, wenn ich Euch in den nächsten Ferien besuche. Wer weiß, was Ihr alles könnt, wenn Ihr in mein Alter kommt.”

Das ist ein Ausschnitt eines Briefes von Ch. an ihre Freunde. Bevor wir zur Erklärung übergehen, zuerst eine persönliche Beobachtung, die sich auf Tausende von Seelsorgebeispielen stützt, die ich in einem halben Jahrhundert gesammelt habe. So starke mediale Fähigkeiten, wie sie bei Ch. auftreten, kommen in Familien vor, wo beide Vorfahrenlinien des Vaters und der Mutter sich medial betätigt haben. Ich kenne auch das Dorf und weiß, daß in diesem Gebiet viel Viehbesprecherei, Krankheitsbannen, „Wegversetzen” und andere Magieformen praktiziert worden sind. Medialität ist häufig unbewußt und stellt auch keine persönliche Schuld dar, wenn der Träger diese Fähigkeit nicht zur Zauberei mißbraucht.

Als Vergleichsbeispiel sei erwähnt, daß die doppelten medialen Ahnenreihen zu dem starken Medium Uri Geller und Manning geführt haben.
Das ganze oder teilweise Nichtgesehenwerden der Ch. war keine spiritistische Dematerialisation, auch keine Schwarze Magie im Teufelskult wie bei der erwähnten Doreen Irving, sondern eine unbewußte, durch Mentalsuggestion übertragene psi-psychogene partielle Teilerblindung der Menschen, die plötzlich durch Ch. hindurchsahen. Man könnte diesen Vorgang auch kürzer eine medial bedingte Sehstörung der Zuschauer nennen. Die Beobachter sahen alles wie zuvor, nur Ch. war ihnen plötzlich unsichtbar. Mediale Vorgänge sind in großer Zahl in meinem Buch „Seelsorge und Medialität” (688 Seiten, Hänssler-Verlag). Hier seien nur Stichworte angegeben. Es gibt bewußte und unbewußte mediale Vorgänge. Es gibt eine direkte Beeinflussung in der Suggestion oder Hypnose (der Schule Nancy), und es gibt eine Fernbeeinflussung in der Mentalsuggestion. Wir kennen psychogen (seelisch) ausgelöste Vorgänge und auch psi-psychogene Praktiken, das heißt: Mediumität gekoppelt mit psychischen Kräften. Das alles sind Randphänomene der menschlichen Psyche, den Parapsychologen reizvoll, den Nur-Rationalisten ein Greuel.

Angenommen, der Autor Alexander Wolf hätte diese Ch.Geschichten erfunden, dann wäre es aber richtig erfunden worden. Aus der weltweiten Missionsarbeit sind mir solche Vorgänge bekannt. In Tibet und in anderen Himalajaländern gibt es „Priester-Magier”, die erstaunliche Dinge vollbringen. Ich habe in anderen Büchern darüber berichtet.

Wir kennen das plötzliche Erblinden auch durch Ereignisse in der Bibel. In 2. Kön. 6,18 wird berichtet, daß der Herr auf das Gebet von Elisa hin die Syrer mit Blindheit schlug. Ein ähnliches Beispiel steht in Apg. 13,11. Paulus betete, und Gott schlug den Zauberer Elymas mit Blindheit. In beiden Fällen war die Erblindung vorübergehend. Bei der Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis haben die römischen Wachen den Apostel und seinen Befreier, den Engel, auch nicht gesehen, sonst wäre der Gefangene nicht unbehelligt aus dem mehrfach verwahrten Gefängnis entkommen.

Es liegen in der Schöpfung Gottes solche Möglichkeiten, sonst wären die Erlebnisse Elisas und der Apostel Märchen, wie die rational blockierten modernen Theologen meinen.
Diese Möglichkeiten sind dem Teufel bekannt, und er rüstet manchmal seine Diener, die Lamas, Jogis u. a. damit aus. Bei Ch. ist es eine unbewußte Medialität, die sie nicht verschuldet hat, von der sie aber durch die Macht Jesu loskommen könnte.
Da mir die Geschichte von dem medialen Sprunggespenst teilweise unwirklich erschien, schrieb ich einen Freund an, der die Vorgänge um das sensationelle Mädchen kennt. Er antwortete mir mit einem Brief, den ich in vollem Wortlaut wiedergebe. Den Namen des Schreibers gebe ich nur mit den Anfangsbuchstaben an.

Dr. Dr. E. S. 31. 1. 84  Lieber Herr Koch,
in Beantwortung Ihres Briefes vom 27. d. M. informiere ich Sie dahingehend, daß das Mädchen Ch. real existent ist! Schon bevor das Ihnen vorliegende Buch darüber erschien, war die Presse voll mit allerhand Sensationsberichten von ihr. Das Dorf war anfangs sogar stolz auf sie, weil es so schien, als ob ihr „olympisches Gold” winkte.
Aber die anfängliche Begeisterung verrauchte, als das Sportkomitee entschied, daß die „tolle Springerin”, die bald den Beinamen „das Sprunggespenst” bekam, nicht zu den Ausscheidungskämpfen zugelassen werde, weil sie nicht auf „normale” Weise durch Training und hervorragende Konstitution, sondern wie es in der Presse hieß, durch den „Faktor Psi” ihre absolut unheimlichen Leistungen vollbrachte! Ich füge hinzu: „Denn eben, wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein” (Goethe).

Den unzweifelhaften Höhepunkt erreichte die Angelegenheit im Tierpark Hagenbeck in Hamburg-Stellingen, wo Ch. an einem Sommersonntagnachmittag vor der andrängenden Menschenmasse im hohen Bogen über den breiten Trenngraben eines Freigeheges dicht vor eine Herde gefährlicher Tiere (ich weiß heute nicht mehr, ob es sich um Paviane oder Eisbären handelte) aufsetzte, und als die entsetzten Wärter herbeieilten, plötzlich mit einem ungeheuerlichen Riesensatz auf einen Baum schnellte und dort eine Weile lächelnd sitzen blieb.
Einige Fotos davon erschienen in der Presse. In völlig unerklärbarer Weise verschwand das Mädchen mehrmals plötzlich bei ärztlichen Untersuchungen, und ebenso urplötzlich saß sie dann daheim am Eßtisch.
Ob die medialen Belastungen (nicht Begabungen!) des Mädchens heute nach fast zwei Jahren abgeklungen sind oder weiter bestehen, entzieht sich meiner Kenntnis. – Im Buchdeckel, wo ich die Buchbesprechung eingeklebt hatte, steht u. a. sinngemäß der Satz: „Selbst wenn etwas über das Mädchen übertrieben geschildert würde, so wäre es dennoch von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt!”
Mit freundlichen Grüßen
semper tuus
gez. Unterschrift

Anhang:

Translokation

Translokation ist ein noch merkwürdigeres Phänomen als Levitation. Man versteht unter Translokation eine Ortsveränderung durch dämonische Kräfte. Wir haben in den Märchen und Mythen der Völker derartige Motive. Unter den Moslems kursieren die Geschichten vom fliegenden Teppich. In Deutschland kennen wir die Gruselgeschichten von den Hexen, die am Hexensabbat auf einem Besen zum Brocken reiten, oder das Märchen von den Siebenmeilenstiefeln.
Auf den Missionsfeldern sind mir aber durch Missionare Berichte gegeben worden, die nichts mit Phantasieprodukten zu tun haben. Einige Beispiele:

B 4 In Japan wurde mir berichtet, daß es einzelne Shintopriester gibt, die über dämonische Kräfte verfügen. Sie haben durch Satan die Kraft, sich etwa auf der Spitze eines Berges zu dematerialisieren und dann einige Minuten später sich auf der Höhe eines anderen Berges zu rematerialisieren. Wer das zum ersten Mal hört, lehnt es als Phantasterei ab. Mir sind diese Dinge aber auf allen Kontinenten begegnet mit Ausnahme Europas und Nordamerikas. Die Zivilisation drängt tatsächlich solche Dinge zurück. Noch mehr aber zerschlägt die Verkündigung des Evangeliums die Machenschaften Satans.

B 5 In Indien erhielt ich solche Berichte von glaubwürdigen und urteilsfähigen Zeugen. Indische Zauberer können durch solche spiritistische Translokationen Flüsse überqueren.
Das ist eine dämonische Nachäffung des Wunders, als Jesus auf dem See Genezareth wandelte. Es gibt ja kein Wunder der Bibel, das der Teufel nicht nachzuahmen versucht.

B 6 Von Ecuador erhielt ich den Bericht eines Missionars, daß sein Koch über solche Kräfte der Translokation verfügt. Eines Tages stellte der Missionar fest, daß für das geplante Mittagsmahl das Mehl fehlte. Der Koch erklärte: »Das ist doch kein Problem. Ich will es schnell besorgen!« Der Missionar fragte erstaunt: »Wie willst du das bewältigen? Zur Stadt sind es rund zehn Meilen.« »Das laß nur meine Sorge sein. Ich verstehe dieses Handwerk.« In wenigen Minuten war der Koch mit dem erforderlichen Mehl zurück. Auf langes Drängen hin erklärte er dem Missionar das Phänomen des »Windreitens«, wie auch die Translokation genannt wird.

B 7 Das stärkste und zuverlässigste Beispiel habe ich von Haiti. Diese Insel ist ja durch den Wuduismus als Hochburg Satans bekannt. Anläßlich meiner Vorträge auf Haiti hörte ich die merkwürdigsten Dinge. Ein amerikanischer Missionar, der 14 Jahre auf Haiti gearbeitet hat, informierte mich über seine Erfahrungen. Ein einziges Beispiel zum Windreiten.
Ein Wudu‑Zauberer wollte einem Kollegen, der rund 150 Meilen entfernt wohnte, einen Brief senden. Er schickte seinen Boy los. Etwa 100 m vom Haus entfernt wurde der Boy unsichtbar. In rund einer halben Stunde erreichte er das Haus des Kollegen. Der Zauberer schrieb den Antwortbrief. In etwa zwei Stunden war der Boy mit der Antwort zurück und hatte dabei ohne jegliches Verkehrsmittel rund 300 Meilen zurückgelegt. Der Antwortbrief ist der Beweis, daß der Junge dort gewesen war.

Die Missionare, die mit solchen Zauberern zu tun haben, wissen um die Wahrheit solcher Vorgänge. Man darf allerdings keine Kurzschlüsse ziehen.
So fähige Zauberer sind auch in heidnischen Gebieten sehr selten.
Wir werden hier genau wie bei der Levitation wieder an Philippus in Apostelgeschichte 8 erinnert, der vom Geist des Herrn hinweggerückt wurde.

Aus dem Buch OKKULTES ABC, entnommen von Horst Koch
www.horst-koch.de – info@horst-koch.de