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Östl. Mystizismus (Dave Hunt)

Dave Hunt

Der Einfluss des fernöstlichen Mystizismus

Im Jahr 1974 untersuchte das Stanford Research Institute eine Studie, wie der Mensch der westlichen Kultur bewusst in einen fernöstlichen Mystiker bzw. einen medial Begabten umgeformt werden kann. Das Projekt wurde von Willis W. Harman geleitet (dem späteren Direktor von Edgar Mitchells »Institut für noetische Wissenschaften«) und trug die Bezeichnung Veränderung von Menschenbildern. Die beteiligten Wissenschaftler glaubten aufrichtig, dass die Hinwendung zum fernöstlichen Mystizismus die einzige Hoffnung für ein Überleben des Menschen sei.

Die Aufgabe, die Öffentlichkeit zum Annehmen dieser neuen Direktive zu überzeugen, fiel einer nahe stehenden Bewunderin von Dr. Harman zu: Marilyn Ferguson. Sie erfüllte ihren Auftrag im Jahr 1980 mit der Veröffentlichung ihres bahnbrechenden Bestsellers Die sanfte Verschwörung. Darin schreibt sie:

Eine gewaltige, erschreckende und unwiderrufliche Verschiebung bricht über uns herein … ein neues Denken, eine Umkehrung des Bewusstseins bei einer bestimmten Anzahl von Personen, ein Netzwerk, das genügend Potenzial aufbringt, um in unserer Kultur eine radikale Veränderung herbeizuführen.

Dieses Netzwerk – die sanfte Verschwörung des Wassermann-Zeitalters – hat bereits Denkungsart, Herzen und Ressourcen einiger unserer fortschrittlichsten Denker erobert, einschließlich Nobelpreisträger, Philosophen, Staatsmänner, Prominenter … die auf eine andere Art von Gesellschaft hinarbeiten … Die [fernöstlich-mystischen] Techniken zur Erweiterung und Transformation des persönlichen Bewusstseins – einst Geheimnis einer Elite – bewirken nunmehr in jeder kulturellen Einrichtung eine massive Veränderung: in Medizin, Politik, Wirtschaft, Bildung, Religion und Familie.

Der fernöstliche Mystizismus hat jedes Gebiet der abendländischen Gesellschaft durchdrungen. Comichefte für Kinder, die einst Kurse in Bodybuilding von Charles Atlas anboten, werben nun für Kurse in Gedankenkraft, die beibringen, wie man das Denken anderer beherrschen kann. Filme und Serien wie Krieg der Sterne und Raumschiff Enterprise, Akte X, Dark Skies, Stargate, Poltergeist und Zeichentrickserien en masse (»Mutant Ninja Turtles«, »Power Rangers«, »Captain Future« etc.) haben den östlichen Mystizismus zur normalen Denkweise gemacht. Überall im Westen bieten Volkshochschulen und ähnliche Einrichtungen Kurse in Yoga usw. an, und auch kirchliche und christliche Einrichtungen aller Denominationen folgen diesem Trend. Palaniswami, der Herausgeber von Hinduism Today, äußerte, dass Yoga und andere Formen fernöstlicher Meditation »vor 30 Jahren zu speziell für den öffentlichen Markt waren, aber heute das heißeste Angebot im Regal sind«.

Universitäten und Volkshochschulen bieten heute Kurse an in Yoga-Psychologie, Metaphysik, Hatha-Yoga, Die Ursprünge der Salem-Hexerei, Eckankar, Tarotkarten, Entwicklung medialer Fähigkeiten und Techniken, Astrologie, Selbsterkenntnis durch Selbsthypnose und Ähnliches. Ein Artikel in der Washington Post über eine Realschule in Maryland trug den Titel »Meditation hält Einzug ins Klassenzimmer«, während die Seattle Times berichtete, dass Insassen im staatlichen Walla-Walla-Zuchthaus durch regelmäßige Übungen im Hatha-Yoga Stressbewältigung« lernen. Ein Autor US-weiter Zeitungsartikel schrieb: Anstatt Lieder zu singen, sitzt man in Amerikas ältester Schule für Theologie [Harvard Divinity School] im Lotussitz und singt »om«. Der [Schul-Termin-] Kalender erinnert die Studenten, dass der 20. März … »eine besondere Zeit ist, um auf den Buddha zu hören und über die Vervollkommnung der Erleuchtung zu meditieren …« Palmsonntag oder das Passahfest werden nicht einmal erwähnt, was die Bedeutungslosigkeit dieser Feste an einer Institution widerspiegelt, an der alles verehrt wird, nur nicht die abendländische Religion …Harvard … ist eine Eliteinstitution, an der die nächste Generation der höchsten Kirchenführung herangebildet wird. Ein Harvard-Abschluss ist eine Eintrittskarte zu den Machtpositionen im protestantischen Establishment …Würde der letzte graduierende Christ bitte die Bibeln einsammeln und das Licht ausschalten?

Die Evangelisten des östlichen Mystizismus

Wie ist es dazu gekommen, dass diese Transformation ein »christliches« Amerika ereilte? Die Drogenbewegung der 60er und 70er Jahre öffnete den Westen für das kosmische Evangelium der einfallenden fernöstlichen Gurus. Den meisten Europäern und Amerikanern fällt es schwer, diese Yogis, Swamis und Lamas als Missionare anzusehen, die uns für ihr mystisches Evangelium gewinnen wollen. Es überrascht sie, dass die größte Missionsgesellschaft der Welt keine christliche, sondern eine hinduistische ist – die indische Vishva Hindu Parishad (VHP).

Ja, eine Missionsgesellschaft. Vor fast 20 Jahren, im Januar 1979, erklärte ein Redner auf dem vom VHP gesponserten »Weltkongress für Hinduismus« in Allahabad, Indien (dieser Kongress wurde von etwa 60.000 Delegierten aus der ganzen Welt besucht): »Unsere Mission im Westen ist mit fantastischem Erfolg gekrönt worden. Der Hinduismus wird zur dominierenden Weltreligion und das Ende des Christentums ist nahe gekommen.« Jegliche christliche Missionsarbeit ist in Indien unter Hindus per Gesetz verboten, doch Hindus evangelisieren in aggressiver Weise den Westen, und das mit großem Erfolg. Zu den vordersten Zielen, die in der VHP-Konstitution aufgeführt sind, gehören u.a.:

Die Herausbildung einer missionarischen Struktur, sowohl von Laien wie Eingeweihten, [zum] Zweck der Ausbreitung eines dynamischen Hinduismus, der … verschiedene Religionen und Denominationen repräsentiert, einschließlich Buddhisten, Jainas, Sikhs, Lingajatas etc. und die Eröffnung, Verwaltung oder Förderung von Seminaren oder Zentren für die spirituellen Prinzipien und Praktiken des Hinduismus … in allen Teilen der Welt …

Interessanterweise führte bei dieser 1979er Hindu-Weltkonferenz der Dalai Lama den Vorsitz, der öffentlich für Toleranz unter allen Religionen eintritt. Hinduismus und Buddhismus infiltrieren unsere Gesellschaft, unsere Regierungen und sogar unsere Schulen und Universitäten, wohingegen der christliche Glaube als Religion verbannt wird.

Phil Jackson erntet Applaus, weil er die Zentrale der Chicago Bulls in eine religiöse Ausstellung von Fetischen und Totems verwandelt hat und seine ganze Mannschaft in fernöstlichen Mystizismus einführt. Newsweek bezeichnete Jackson wohlwollend als den Mann, »der die Chicago-Bulls mit Zen-Prinzipien zu drei NBA-Meisterschaftstiteln trainierte«. Der Artikel lobte Jackson in höchsten Tönen dafür, dass er »eine der eher entmutigenden Herausforderungen in der Geschichte der Religion« bewältigt habe. Hätte er seiner Mannschaft den christlichen Glauben indoktriniert, würde sich diese Darstellung sicherlich ganz anders anhören.

Von allen Gurus, die ins Abendland kamen, hat keiner mehr für die Begründung der Glaubwürdigkeit des östlichen Mystizismus getan wie Tenzin Gyatso, der Dalai Lama, im Exil lebendes spirituelles Haupt der tibetischen Gelugpa oder »Gelben Sekte« des Mahayana-Buddhismus. Er behauptet, die 14. Reinkarnation des ursprünglichen Dalai Lama zu sein, eines Gottes auf Erden, der die Macht hat, andere in ihre eigene Gottheit einzuführen. Das ist wiederum das fortdauernde okkulte Thema der Vergottung des Menschen, ein Widerhall der Schlangenlüge aus dem Garten Eden.

Im August 1996 ehrte eine Hollywood-Elite mit hochkarätigen Prominenten wie dem Schauspieler Richard Gere und dem MGM-Präsidenten Mike Marcus den Dalai Lama bei einem wohltätigen Bankett, dessen Einnahmen der Amerikanischen Himalaya-Stiftung zugute kommen sollte. Die tausend Gäste brachten etwa 650.000 Dollar zusammen. Harrison Ford stellte den selbst ernannten Gott vor. Natürlich war Shirley Mac-Laine mit von der Partie, ebenso wie Leonard Nimoy und viele andere wohlbekannte Persönlichkeiten. Ende 1996 waren zwei größere Filme über das Leben des Dalai Lama in Produktion.

Ein weltweiter Betrug

Als Teil der massivsten Missionsaktivität der Geschichte – die sich direkt gegen den christlichen Glauben richtet – wurde jeder Guru, der in den Westen kam (von Maharishi Mahesh Yogi über Bhagwan Shri Rajneesh bis Baba Muktananda), dorthin von seinem Guru ausgesandt mit dem besonderen Auftrag, Konvertiten für den hinduistisch-buddhistischen Glauben des Pantheismus zu gewinnen. Yogananda beispielsweise, der Gründer der Self-Realization Fellowship (SRF) und einer der Vorreiter dieser massiven Missionskampagne, weihte persönlich über 100.000 Jünger in das Kriya-Yoga ein. Maharishi hat Millionen in seine TM-Mischung des Yoga eingeführt. Doch die Missionare aus Fernost protestieren allesamt, dass sie nicht Religion, sondern Wissenschaft lehren: Yoga, Gesundheit und einen höheren Bewusstseinszustand.

Wir können keine berechtigte Anklage gegen solche vorbringen, die andere von dem überzeugen wollen, woran sie selbst aufrichtig als wichtige Wahrheit glauben. Sie sollten jedoch über ihr Produkt oder ihre Absicht keine Lügen verbreiten. Und das ist genau das, was die Gurus aus dem Osten getan haben. »Yoga« ist ein Wort aus dem Sanskrit, das »Joch« bedeutet, und sein Zweck ist, durch Selbsterkenntnis den Menschen mit der hinduistischen Vorstellung von Gott zusammenzujochen: das Erlangen der Erleuchtung und Erkenntnis, dass Atman, die individuelle Seele, identisch ist mit Brahman, der universellen Seele – d. h. dass das eigene Ich Gott ist. Doch Yoga-Lehrer schwören inständig, dass Yoga nichts mit Religion zu tun habe, obwohl es in Wirklichkeit das Herz des Hinduismus ist.

Die Größenordnung dieses Betrugs ist vergleichbar mit der Behauptung, der Papst sei nicht Haupt einer Kirche, sondern repräsentiere eine Gruppe nichtreligiöser Wissenschaftler. Bereits kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit hat Indien ausländische Missionare verbannt. Währenddessen reisen Indiens Missionare durch die Welt und bekehren Millionen zum Hinduismus und Buddhismus und beteuern dabei zugleich ihre Toleranz gegenüber allen Religionen und leugnen die religiöse Natur ihrer eigenen Mission.

Abendländische Missionare, die mit dem Evangelium von Jesus Christus nach Afrika, China und Indien gegangen sind, wurden oftmals – und einige zweifellos berechtigt – dafür kritisiert, dass sie versuchten, außer dem Evangelium auch die abendländische Kultur aufzuprägen. Ein solches Ziel kann nicht gerechtfertigt werden. Die abendländische Kultur ist nicht der christliche Glaube. Fairerweise müssen wir jedoch fragen, warum buddhistische, hinduistische und muslimische Missionare so wenig kritisiert werden, die ihre Religion und Lebensweise einer ahnungslosen westlichen Welt aggressiv aufgestülpt haben.

Das Leben ist eine Illusion – bilde dir dein eigenes ein!

Ein beträchtlicher Anteil am Import des östlichen Mystizismus in den Katholizismus und ins Abendland ist dem jesuitischen Priester Pierre Teilhard de Chardin zuzuschreiben. Als junges Mädchen wurde die Psychologin Jean Houston (die Hillary Clinton in »Kontakt« mit der früheren First Lady Eleanor Roosevelt brachte) von Chardin intensiv beeinflusst. Houston behauptet, dass die von ihr gelehrten Imaginations-Aktivierungs-Techniken die Person für eine neue Realität öffnen. Im Widerhall auf Chardins östlichen Mystizismus behauptet sie, dass diese alternative Realität realer ist als die »kulturelle Trance«, die wir als »normales, waches Bewusstsein« kennen, »bei dem wir alle – mehr oder weniger – denselben Traum träumen und ihn ›Realität‹ nennen«.

Carl G. Jung schrieb Einleitungen für einige der ersten abendländischen Ausgaben von Büchern über Yoga und östlichen Mystizismus. In einer Widerspiegelung der hinduistischen Sicht, das Leben sei nur ein Traum, war Jung von Träumen und deren Deutung schier besessen. In einem Traum sah er sich selbst in Yoga-Meditation versunken als Darstellung seiner »unbewussten pränatalen Ganzheitlichkeit«. In einem Kommentar zu diesem Traum erklärte Jung:

Nach der Auffassung der »anderen Seite« [d. h. der kommunizierenden Leitgeister] ist unsere unbewusste Existenz die wirkliche und unsere bewusste Welt eine Art Illusion … die uns so lange als Wirklichkeit erscheint, wie wir darin leben. Es liegt auf der Hand, dass diese Umstände sehr stark an den orientalischen Begriff des Maya erinnern.

Jung behauptete, er habe mehrfach Mitteilungen »von der anderen Seite« erhalten. Die empfangenen Botschaften stimmten mit der breiten Mehrheit solcher Mitteilungen überein – was wiederum die gemeinsame Quelle und Identität außer Frage stellt. Ein ums andere Mal erhebt der fernöstliche Mystizismus seinen Schlangenkopf. Die Botschaft von Ramtha ist keine Ausnahme:
»Du bist Gott und kannst deshalb jede erwünschte Realität erschaffen; wenn nicht jetzt, dann in einer späteren Inkarnation.« Auch das ist die hinduistische Lehre, dass alles Maya ist – Illusion.

Houstons Ziel ist, uns von dieser allgemeinen Illusion zu befreien, sodass … wir eines Tages erstaunt zurückblicken werden auf diese armselige Welt des Bewusstseins, das wir einst gemeinsam hatten und für die eigentliche Welt hielten – unsere offiziell definierte und verteidigte »Wirklichkeit«.

Yoga wurde entwickelt, um dieser unwirklichen Welt von Zeit und Wahrnehmung zu entfliehen und Moksha zu erreichen, den Hindu-Himmel. Mit seinen Atemübungen und gymnastischen Körperhaltungen wird Yoga in der westlichen Welt zur Förderung von Gesundheit und besserem Wohlbefinden verbreitet – aber im Orient wird es als eine Art des Sterbens aufgefasst. Yogis behaupten, sie können fast ohne jede Sauerstoffzufuhr leben und stundenlang bewegungslos verharren, frei von der »Illusion« dieses Lebens.

Trug und Gefahr der Wissenschaft des Yoga

Wie ein klassischer Mumpitz wird uns eine der ältesten religiösen Praktiken der Welt als die »Wissenschaft des Yoga« angedreht. Der durchschnittliche Abendländer ist sich nicht im Klaren, dass Yoga in der Bhagavad Gita vom göttlichen Krishna als sicherer Weg zum Himmel eingeführt wurde oder dass Shiva (eine der gefürchtetsten Hindu-Gottheiten) als Yogeshwara angesprochen wird, als Meister des Yoga.

Dass Yoga purer Hinduismus ist, wird zumeist geleugnet. Der Mensch des Westens hört vielleicht hin und wieder von den Yoga-Sutras von Patanjali aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und meint, dieser Patanjali sei ein früher indischer Plato oder Einstein gewesen. Tatsächlich achten Hindus ihn als einen ihrer bedeutendsten Religionsführer. In der Meinung, Gesundheit zu erwerben, verstricken sich Millionen unwissentlich in Hinduismus. Yoga-Fans glauben in wissenschaftlichen Übungen unterwiesen zu werden, doch werden sie unbewusst in fernöstliche religiöse Lehren und Rituale eingeführt, die speziell dazu entwickelt wurden, um den Menschen für das Okkulte zu öffnen.

Hatha-Yoga, bekannt als körperliches Yoga, soll angeblich frei vom Mystizismus in anderen Formen sein. Das stimmt nicht. Yoga ist Yoga, und alle Körperhaltungen und Atemübungen sind speziell dafür gestaltet, an Brahman gebunden zu werden, dem universalen »Alles« des Hinduismus. Wenn man auf körperliches Wohlbefinden aus ist, sollte man sich an ein Programm halten, das zu diesem Zweck konzipiert ist und nicht an ein Programm, das zur Erlangung der Göttlichkeit gedacht ist. In einer der maßgeblichsten Schriften zum Hatha-Yoga, der Hathayoga-Pradipika aus dem 15. Jahrhundert, führt Svatmarama den Gott Shiva (im Hinduismus als »der Zerstörer« bekannt) als ersten Lehrer des Hatha-Yoga auf. Kein Wunder, dass Yoga so destruktiv sein kann!

Der durchschnittliche Yoga-Lehrer nimmt sich nichts von den vielen Warnungen an, die in vielen alten Schriften enthalten sind und die besagen, dass selbst »Hatha-Yoga ein gefährliches Instrument« ist. In einem ungewöhnlich offenen Interview im Yoga Journal warnt Ken Wilber (ein praktizierender Mystiker und Yoga-Fan, vielfach als heutiger »Einstein des Bewusstseins« bezeichnet), dass zu jeder Form fernöstlicher Meditation – selbst wenn »korrekt« ausgeführt – »eine ganze Serie von Toden und Reinkarnationen gehört; außergewöhnliche Konflikte und Belastungen … einige äußerst harte und furchterregende Zeiten«.

David Pursglove, Therapeut und transpersonaler Ratgeber mit 25-jähriger Erfahrung, listet einige der »transpersonalen Krisen« auf, die bei solchen Leuten üblich sind, die sich mit fernöstlicher Meditation einlassen:

Furchterregende ASW-Erlebnisse [außersinnliche Wahrnehmung] und andere parapsychologische Phänomene … [spontane] Erfahrungen außerhalb des Körpers oder exakte präkognitive »Szenen« … tiefschürfende psychologische Begegnungen des Todes und anschließender Reinkarnation … das Erwachen der Schlangenkraft (Kundalini) … Energie, die die Wirbelsäule hinaufströmt, Zittern, Krämpfe und manchmal heftige Schüttelanfälle und Verrenkungen …

»Derartige Erfahrungen«, gesteht eine New-Age-Zeitschrift, »sind bei denen üblich, die Yoga, [fernöstliche] Meditation und andere [heidnisch-] spirituelle Disziplinen praktizieren«. Diese Krisenzustände haben solche epidemieartigen Ausmaße angenommen, dass Professor Stanislav Grof (eine führende LSD-Kompetenz) und seine Frau Christina (eine Lehrerin für Hatha-Yoga) im Jahr 1980 das »Spirituelle Notfall-Netzwerk« (SEN) einrichteten. SEN koordiniert zahlreiche regionale Zentren in der ganzen Welt, an denen über 1.000 Profis beschäftigt sind, die sich »mit der Natur der ›spirituellen Erweckung‹ auskennen« und – so hofft man – solchen helfen können, die diese spirituellen Schrecknisse erleben.

Transzendentale Trickkunst

Transzendentale Meditation (TM), im Abendland eine der populärsten Formen des Yoga, ist ein treffendes Beispiel für die vorsätzliche Falschdarstellung, die so vieles in der heutigen New-Age-Szene charakterisiert. Wie bereits erwähnt, führte Maharishi Mahesh Yogi TM im Westen zunächst als religiöse Hindu-Praktik ein. Er lehrte frank und frei, der Zweck von TM sei die Erzeugung »einer legendären Substanz namens Soma im Körper des Meditierenden, sodass die Götter des Hindu-Pantheons genährt und erweckt werden können«. Doch als TM als religiöse Praktik aus Schulen und Regierung verbannt wurde, beseitigte Maharishi schleunigst jeden Bezug zur Religion und machte sich daran, TM als reine Wissenschaft darzustellen.

Eine derartig vorsätzliche Täuschung lässt tief auf Maharishis Integrität schließen. Nichts wurde geändert als nur der Name. Dieser Betrug wurde noch von den vielen Prominenten gefördert, die TM praktiziert und mit Begeisterung dafür geworben haben. Bob Koprinski, ein ehemaliger TM-Lehrer, erklärt:

1957 begannen sie [Maharishi] eine Organisation namens Spiritual Regeneration Movement … zu ausschließlich religiösen und pädagogischen Zwecken … 1974 dann änderte [er] die Namen aller Gesellschaften … [unter] einer Reihe neuer Verträge, in denen jede Erwähnung der Begriffe »spirituell« und »religiös« gestrichen wurde … um somit den Unterricht im Hinduismus zu legitimieren.
Beispielsweise bezeichnete Maharishi … Gott von da an als »den Vakuum-Zustand«. Diese Täuschung brachte er [TMlern] bei.

Anschließende Werbeaktionen erklärten unehrlicherweise, dass »TM keine Religion ist, keine Philosophie, kein Yoga … keine Änderung des Glaubens erfordert«. In Wirklichkeit trifft dies alles auf TM zu. Wie Kropinski berichtet, sagte Maharishi zu den Insidern:

Es macht nichts, wenn ihr beim Unterrichten die Leute belügt … [denn] TM ist die ultimative, absolute spirituelle Autorität auf dem Angesicht dieser Erde.
[TMler] sind die einzigen Lehrer und Träger echter spiritueller Tradition … Sie erhalten das Universum aufrecht. Durch das Soma-Opfer beherrschen sie die Götter.

Ehemalige TMler haben unzählige Prozessakten mit Schadensersatzklagen über Millionen von Dollar gefüllt, weil sie durch TM mit einem schweren Trauma geschädigt wurden. Kropinski (der einen solchen Prozess gewann) berichtet, dass bei vielen TMlern »als Ergebnis der TM-Praktik« heftige Schüttelanfälle, Halluzinationen, Mordimpulse und Selbstmordgedanken ausgelöst wurden. Bei Sitzungen für TM-Lehrerausbildung beklagten sich verzweifelte TMler über unkontrollierbare Wutanfälle mitten bei der Meditation, Zertrümmern von Möbeln, Angriffe auf Zimmergenossen und Selbstmordversuche. Einige haben Selbstmord begangen, andere sind wahnsinnig geworden.

R. D. Scott, ein ehemaliger TM-Lehrer, berichtet von zahlreichen »Manifestationen des Geistes« bei Meditierenden. Dazu gehörten u.a. »Visionen von schwebenden grünäugigen … Lichtwesen, die über dem Puja-Tisch [dem Altar des TM-Initiationsrituals] gleiteten«. Schaurige Wesen materialisierten sich von Zeit zu Zeit und starrten mit schrecklichen Blicken auf die Teilnehmer.

Scott weist die Behauptung zurück, dass es sich bei diesen Erfahrungen um bloße Halluzinationen handle, und stellt dabei heraus, dass oftmals mehr als nur eine Person »fürchterliche Prozessionen von Geistwesen gleichzeitig und ohne vorherige Ankündigung sahen«  Solche Vorkommnisse werden in den Werbeanzeigen und Broschüren, die für die angeblichen Vorzüge von TM und anderen Yoga-Arten werben, nicht erwähnt.

Brückenköpfe der okkulten Invasion

Die vielen Zentren und Einrichtungen, an denen Yoga und andere Formen fernöstlicher Meditation gelehrt werden, entwickeln sich zu Brennpunkten der okkulten Invasion. Gechannelte Botschaften beschreiben solche Zentren als »die ersten Brückenköpfe, die von den künftigen Mächten sichergestellt wurden … damit die Menschheit auf diese kollektive Erweckung vorbereitet wird.« Diese so genannte »Erweckung« zu einem »höheren Bewusstsein« ist in Wirklichkeit die Dämonisierung der Menschheit in Vorbereitung auf den Antichristen und seine Weltreligion. Für eine umfassendere Dokumentation dieser Tatsache verweisen wir auf das Buch The New Spirituality dieses Autors (im Deutschen bisher nicht erschienen).

Betrachten wir einmal den Fall von Maurice B. Cooke. Als angesehener Geschäftsmann aus Toronto wurde Cooke durch seine beiläufige Beschäftigung mit dem fernöstlich-mystischen Raja-Yoga zu einem der heute bekanntesten Channeler. Um zu lernen, sein bewusstes Denken »stillzulegen«, fing er an, telepathische Botschaften zu empfangen, die »von einer übernatürlichen Quelle diktiert wurden«, die sich selbst als Hilarion identifizierte. Yoga öffnete Cooke für den Bereich der Geister – genau dazu ist es ja konzipiert.

Die Häufigkeit solcher »Kontakte« mit Geistwesen nimmt stetig zu. Cooke war zwar nicht darauf aus, ein Channeler zu werden, doch Tausende anderer haben verschiedene Formen fernöstlichen Mystizismus allein mit der vorsätzlichen Absicht betrieben, Zugang zu dem zu bekommen, was sie für einen Dialog mit der Geisterwelt und mit vermeintlich höheren Wesen halten. Lyssa Royal erzählt ihre Geschichte:

Ich wurde formal von einem hoch angesehenen Channel in Los Angeles ausgebildet … 1986 traf ich bewusst die Entscheidung, meine Channeling-Fähigkeiten zu steigern, um die Qualität und Tiefe der Information zu erlangen, wie sie sich in unseren Büchern [»Das Prisma von Lyra«, Besucher von Innen »Vorbereitung auf den Kontakt«] darbietet.

Der Channeling-Prozess ist denkbar einfach. Ich versetze mich in einen [fernöstlichen] Meditationszustand … Ein anderes Bewusstsein (oder Wesen) verbindet sich … telepathisch mit meinem Gehirn und benutzt dieses dann als Übersetzungsinstrument …

Während der Trance werden die Wesen durch mich vom Autor Keith Priest bzw. von verschiedenen anderen Personen befragt, die dem privaten oder öffentlichen Treffen beiwohnen.

Die Botschaften, die auf diese Weise ständig von zahlreichen Channelern empfangen werden, sind in Tausenden von Büchern und Videos aufgezeichnet und beeinflussen das Denken einer ganzen Generation des Abendlandes. Die Mitteilungen, die Lyssa Royal von »mehreren Wesen, die zu unseren Forschungszwecken gechannelt werden«, empfängt, passen in das übliche Muster. Lyssa gesteht zwar, dass sie sich über die wahre Identität der Wesen nicht sicher ist, doch vertraut sie auf die Information, die sie übermitteln. Sie schreibt:

Für den Leser ist es in keiner Weise notwendig zu glauben, dass die Wesen die sind, für die sie sich ausgeben … Benutzen Sie das dargebotene Material zur Anregung Ihrer eigenen Suche nach Wahrheit. [Obwohl es stets eine Wiederholung der Lügen Satans ist!]

Ich bin oft gefragt worden, ob ich wirklich glaube, dass ich außerirdische Wesen channele. Darauf antworte ich, dass dies keine Frage des Glaubens oder Nichtglaubens ist. Es kommt vielmehr darauf an, wo die Information und der Prozess des Channeling in meinem Denken ansetzt … Je mehr ich sie [Sasha, eins von mehreren Wesen] channele, desto realer wird sie. Wenn sie auch lediglich das Produkt einer unentdeckten Fähigkeit des menschlichen Bewusstseins ist, so sehe ich meine Beziehung zu ihr immer noch als eine Gabe an. Sie hat mir Türen zum Universum geöffnet!

Es ist erstaunlich, dass Millionen ebenso intelligenter und gebildeter Abendländer sich so leicht überzeugen lassen, Informationen als »Wahrheit« anzunehmen, die von mysteriösen, nicht identifizierbaren Wesen übermittelt wird. Doch das ist ein weiterer Beweis für die Trefflichkeit des Berichts der Genesis über die Verführung Evas durch Satan und bestätigt die universale Anziehungskraft seiner Lügen.

Das Praktizieren von Yoga und anderen Formen fernöstlicher Meditation führt zu denselben erweiterten Bewusstseinszuständen wie die Verwendung von Drogen, Hypnose, Trommelschlägen, Tanzen, Visualisierung und andere schamanische Techniken, die heute im Westen so weit verbreitet sind. Die Tür zur dämonischen Verführung der Menschheit ist geöffnet. Unglaublich aber wahr – auch innerhalb der Christenheit wird Yoga in hohem Maße praktiziert und verbreitet. Robert Schuller drückte dem schon früh sein Siegel der Gutheißung auf:

Viele unterschiedliche Religionen wie auch verschiedene nichtreligiösen Psycho-Systeme … bedienen sich einer breiten Vielfalt von Methoden der Meditation. Bei allen Variationen … TM, Zen-Buddhismus oder Yoga … ist der Meditierende bestrebt, das bewusste Denken zu überwinden …
Es ist wichtig zu bedenken, dass Meditation in jeder Form die Anwendung von Gottes himmlischen Gesetzen durch menschliche Mittel ist …
Transzendentale Meditation oder TM … ist weder eine Religion noch ist sie notwendigerweise antichristlich.

Reinkarnation

Yoga wurde als Ausflucht vor endlosen Reinkarnationen entwickelt. Die Theorie der Reinkarnation wird von den verführerischen Geistern, die sich der Menschheit durch Channeling mitteilen, beständig gefördert. Im fernöstlichen Mystizismus sowie in der »Christlichen Wissenschaft« ist der Tod eine Illusion. Das Dasein folgt einem endlosen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt durch Reinkarnation. So etwas wie Auferstehung gibt es nicht, dafür jedoch eine unaufhörliche »Seelenwanderung« von einem Körper zum nächsten.

Reinkarnation ist im Westen mittlerweile eine weit verbreitete Überzeugung, die an die Stelle der biblischen Lehre getreten ist, dass »es einem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht« (Hebr 9,27).
Im Orient wird jedoch Reinkarnation als Mittel der Bestrafung angesehen. Gandhi bezeichnete sie als »eine Last, die zu tragen zu schwer ist« – die Last, in dieses Leben des Leidens und der Enttäuschung zurückzukehren, um für immer am unendlichen »Rad der Reinkarnation« zu spinnen!

Man kann nicht an Reinkarnation und an Auferstehung zugleich glauben. Jede neue Reinkarnation lässt einen weiteren Körper im Grab zurück, der vom Tod ein für alle Mal besiegt ist. Im Gegensatz dazu verheißt die Bibel den vollständigen Sieg über den Tod durch Jesu Christi Opfertod und Auferstehung. Das tat Gott zum Zweck der Erlösung von der Sünde. Jesus Christus ist nicht reinkarniert, sondern auferstanden. Der Antichrist, der nicht am Kreuz gestorben ist, wird sich wahrscheinlich als die letzte Reinkarnation des »Christus-Geistes« ausgeben.

Wenn bekennende Christen versuchen, die antichristliche Lehre der Reinkarnation mit der Bibel in Einklang zu bringen und sogar meinen, sie im Wort Gottes wiederfinden zu können, lehnen sie sich damit erstaunlich weit aus dem Fenster. Man beruft sich dabei gern auf Elia, denn »Maleachi kündigt die Wiederkunft Elias an, und Jesus sagt, Johannes der Täufer sei der zurückgekehrte Elia«. Doch Elia ist nicht gestorben, sondern leibhaftig in den Himmel aufgenommen worden und erschien mit Mose bei der Verklärung Jesu (Mt 17,3); somit kann Johannes der Täufer mit seinem Körper keine Reinkarnation Elias sein. Johannes kam eindeutig »in dem Geist und der Kraft des Elia« (Lk 1,17) und nicht als Elia in Person.

Manche geben sich sogar als geistlich wiedergeborene Christen aus, obwohl sie Reinkarnation lehren. Der Reinkarnationist Herbert Bruce Puryear sagt: »Ich liebe Jesus und ich kenne ihn als meinen persönlichen Retter.« Doch gesteht er, dass »der Großteil der christlichen Theologie im Lichte dieser neuen Wahrheit neu überdacht und umgeschrieben werden muss«. Es überrascht nicht, dass Puryear im Gebet »das strahlende weiße Licht« erlebt hat, das im Okkulten so üblich ist.

Reinkarnation und wissenschaftliche Beweise

In der Tat sprechen einige wissenschaftliche Befunde für Reinkarnation. Da gibt es beispielsweise die Studien der klinischen Psychologin Helen Wambach. Per Hypnose führte sie Hunderte von Personen in ein »früheres Leben« zurück und stellte fest, dass sie zu 99 % exakte Beschreibungen des damaligen Lebens und der Umgebung liefern. Die Hypnose ist jedoch ein hochgradig beeinflussbarer Zustand, bei dem die betreffende Person vom Hypnotiseur gesteuert wird. Es ist völlig vernünftig anzunemen, dass auch ein Dämon sich dieses passiven Zustandes bedient und sein Wirken einfließen lässt. Hypnose ist eine der ältesten Okkultpraktiken. Wir können nur eindringlich davor warnen, sich je hypnotisieren zu lassen.

Ein weiterer angesehener Forscher auf diesem Gebiet ist der Psychiater Ian Stevenson. Er hat eine Reihe von Fällen kleiner Kinder untersucht, die spontan Erinnerungen aus früheren Leben artikulierten und bei diesem Phänomen derart viel Faktenmaterial lieferten, dass anscheinend keine andere Erklärung herhalten konnte als nur Reinkarnation. Auch hier kann natürlich wiederum ein Dämon solche »Erinnerungen« an frühere Orte und Ereignisse eingegeben haben.

Bei der wissenschaftlichen Auswertung der Daten wird jedoch die Möglichkeit eines dämonischen Einflusses noch nicht einmal näher in Betracht gezogen. Es gibt auch gar keine »wissenschaftliche« Methode, um festzustellen, ob ein Dämon am Werke ist oder nicht. Doch allein diese Möglichkeit reicht aus, um das zu entkräften, was uns einige wenige Beispiele von Reinkarnationisten weismachen wollen. Reinkarnation kann durch einfache Logik widerlegt werden; die Bibel hingegen, die der Reinkarnation widerspricht, ist in jedem Punkt absolut wahrhaftig (was an anderer Stelle hinlänglich gezeigt worden ist). Man kann nicht sowohl an die Bibel als auch gleichzeitig an Reinkarnation glauben. 

Unmoral und Sinn- und Hoffnungslosigkeit

Reinkarnation ist amoralisch, sinnlos und hoffnungslos. Sie ist amoralisch, weil sie das Böse fördert (wie an früherer Stelle aufgezeigt). Wenn ein Mann seine Frau schlägt, erfordert das Karma-Gesetz von Ursache und Wirkung, dass der in seinem nächsten Leben als eine Frau reinkarniert, die von ihrem Mann geschlagen wird. Dieser Mann wiederum muss in der nächsten Reinkarnation abermals als drangsalierte Frau leben und so weiter und so fort. Wer immer ein Verbrechen verübt, muss im nächsten Leben das Opfer derselben Untat werden, was wiederum ein weiteres Verbrechen mit vertauschten Rollen fordert, und so geht es bis in Ewigkeit weiter.

Reinkarnation ist außerdem sinnlos, weil sich weder jemand an die vielen vorherigen Leben erinnert, die er oder sie angeblich gelebt hat, noch an die Fehler und Lektionen, die daraus angeblich resultierten. Wozu dann überhaupt wieder und wieder leben, wenn dabei doch nur die Last des bösen Karma getragen wird, entsprechend den Missetaten, an die man sich weder erinnern noch sie korrigieren kann? Man argumentiert, solche Erinnerungen würden im Unterbewusstsein vorliegen und würden sich auf dieser unterbewussten Ebene auswirken. Wenn das stimmt, sollten wir Hinweise darauf feststellen können, dass die Menschheit allmählich moralische Fortschritte macht. Das ist offensichtlich nicht der Fall.

Die Evolution – der notwendige Partner der Reinkarnation – behauptet, der Mensch sei das Ergebnis Hunderttausender Jahre der langsamen Entwicklung zu einem Wesen immer höherer Ordnung. Die Bibel sagt jedoch, dass der Mensch zu einem immer unmoralischeren Verhalten verkommt und degeneriert. Man braucht nur einen Blick in die Tageszeitung und einige Geschichtsbücher werfen und man wird feststellen, welche dieser beiden gegensätzlichen Auffassungen der Realität entspricht.

Daraus folgt logischerweise, dass Reinkarnation hoffnungslos ist. Das in diesem Leben angesammelte Karma muss in einer künftigen Reinkarnation abgearbeitet werden. Dabei wird wieder neues Karma aufgehäuft, das in einem noch späteren Leben abgearbeitet werden muss und so geht es endlos weiter. Dieser Kreislauf bietet keinen Ausweg. Für eine Fluchtmöglichkeit durch Yoga gibt es weder eine Erklärung, wie diese Praktik dieses unabänderliche Gesetz des Karma außer Kraft setzen könnte, noch einen Beweis, dass jemand jemals einen solchen Ausweg erfolgreich eingeschlagen habe.

Und noch ein weiteres moralisches Dilemma stellt sich vor: Eigene Leiden können niemals vergangene Missetaten wieder gutmachen. Ebensowenig würde ein künftiges vollkommenes Leben (sofern dies möglich wäre) frühere Fehler begleichen. Auf irgendeine Weise muss die Schuld gezahlt werden, oder Gott selbst könnte uns nicht vergeben.

Allein im christlichen Glauben wird die Schuld für die Übertretung von Gottes Geboten von Gott bezahlt, der in Jesus Christus durch Jungfrauengeburt Mensch wurde. Er hat nie aufgehört, Gott zu sein, und wird niemals aufhören, Gott zu sein. Jesus Christus ist einzig und allein Gott und Mensch zugleich, der als vollkommen und sündlos für die Menschheit einstehen, die Schuld auf sich nehmen und diese vollständig bezahlen konnte. Nur auf dieser Grundlage kann Vergebung in gerechter Weise all denen angeboten werden, die umkehren und Christus als Retter annehmen.

Welch ein Unterschied besteht doch zwischen einem unpersönlichen Gesetz des Karma, das Böses und Leiden nur fördern kann, und dem persönlichen Gott! Der hat uns so sehr geliebt, dass er einer von uns wurde und die Schuld bezahlte, die wir verdienten. Nur dadurch kann Böses und Leiden endgültig besiegt werden! 

Das neue Allheilmittel: fernöstliche »Meditation«

Die Harvard Universität spielte lange Zeit eine führende Rolle bei der Förderung des Okkulten mittels übersinnlicher Forschung. Zu einem ihrer Projekte gehörten Experimente mit den übersinnlichen Fähigkeiten buddhistischer Mönche. Die Ergebnisse waren überzeugend. Beispielsweise wurde ein Filmteam von Harvard in arktischer Kleidung bei Temperaturen unter -18° Celsius an einem Kloster in über 5.000 Meter Höhe abgesetzt, um zehn Mönche zu begleiten. Diese Mönche trugen nur Sandalen und leichte Baumwoll-Gewänder. Bei einer Höhe von etwa 5.800 Metern angekommen legten die Mönche auf einem Felsvorsprung »ihre Sandalen ab und ließen sich in Hocke nieder … lehnten sich nach vorn, berührten mit den Köpfen den Boden und stülpten ihre leichten Baumwoll-Gewänder vorn über ihre Köpfe«. Harvard-Professor Herbert Benson berichtet:

>In dieser Position, sozusagen nackt, verbrachten sie die ganze Nacht mit der Übung einer besonderen Form von Tumo-Meditation namens Repeu … Während der frühen Morgenstunden wehte feiner Schnee über sie hinweg.

Kein normaler Mensch hätte diese Umstände ertragen können. Darin sind wir uns sicher. Doch die Mönche … verblieben einfach acht Stunden ununterbrochen ruhig in ihrer Meditationshaltung …

Schließlich … standen sie beim Ertönen eines kleinen Horns auf, schüttelten den Schnee von ihren Rücken, zogen ihre Sandalen an und zogen gelassen ihres Weges wieder den Berg hinab.<

Paramahansa Yogananda hat versucht, diese erstaunlichen Fähigkeiten bestimmter Mönche zu erklären: »Lord Krishna hat die heilige Wissenschaft aufgezeigt, mittels der der Yogi seinen Körper beherrschen und ihn willentlich in reine Energie umwandeln kann. Die Möglichkeit dieser Yoga-Fähigkeit übersteigt nicht das theoretische Verständnis moderner Wissenschaftler, der Pioniere des Atomzeitalters. Jegliche Materie ist erwiesenermaßen in Energie umsetzbar.«

In Wirklichkeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass irgendeine atomare Umwandlung irgendeines Körperteils des Yogi stattfindet. Wäre das der Fall, bräuchten Yogis nicht regelmäßig zu essen, trinken und zu schlafen und könnten die Fähigkeiten eines Supermanns noch vervielfachen. Yogis haben definitiv ihre Grenzen weit unterhalb der Ebene von Atomenergie. Der Dämon, der von einem Menschen Besitz ergreift, ist offensichtlich auf das beschränkt, was er durch einen menschlichen Körper erreichen kann.

Die Wissenschaftler von Harvard und anderswo sammeln Faktenmaterial, das zeigt, dass irgendetwas Paranormales vor sich geht. Doch die Wissenschaft kann es nicht erklären, weil die Quelle hinter übersinnlicher Kraft nicht atomar, sondern dämonisch ist. Eine solche Quelle kann die Wissenschaft weder identifizieren noch auswerten. Fernöstlicher Meditation wird eine wundersame Kraft zugeschrieben, und so hat sie im Abendland zunehmend an Popularität gewonnen. Sie ist eine weitere Tür zum Okkulten.

Das »Wörtlein-wandle-dich«-Spiel

Es ist unbedingt notwendig, zwischen den weit auseinander klaffenden Bedeutungen zu unterscheiden, die das Wort »Meditation« im Abendland einerseits und im Orient andererseits hat. Im Abendland war Meditation stets gleichbedeutend mit Besinnung, Kontemplation und tiefem Nachdenken über eine Sache. Zur christlichen Meditation gehört die Suche nach tiefen Einsichten in Gottes Wort (Ps 1,2), Nachdenken über Gott selbst (Ps 63,6), Staunen über die Werke Gottes (Ps 77,12) und ein Besinnen auf unsere Verantwortung und unsere angemessene Reaktion gegenüber Gott (1Tim 4,15).

Im Gegensatz dazu zeichnet sich fernöstliche Meditation durch Einstellen alles Denkens und einer geistigen Entleerung aus. Sie ist ein Vorspiel der Besessenheit. Durch andauernd wiederholtes Aufsagen eines Wortes oder eine Phrase (ein Mantra) oder durch Konzentration auf eine Kerze oder auf den eigenen Atem, wird der Geist frei und man erlangt einen erweiterten Bewusstseinszustand. Ein Lehrer der östlichen Meditation versucht diesen erzielten Zustand als natürlich zu erklären:

»Wenn Ihnen [fernöstliche] Meditation neu ist, bedenken Sie, dass wir alle natürlicherweise meditieren. Wir machen gewöhnliche Erfahrungen … die uns regelmäßig in einen meditativen Zustand versetzen: Wir beobachten den Sonnenuntergang, hören eine entspannende Musik oder verweilen einfach am Ufer eines Gewässers.
Unser Denken verlangsamt sich, unser Körper entspannt sich und unser Bewusstsein verändert sich. Unser Gehirn wechselt in einen langsameren Frequenzbereich, der als Alpha-Zustand bekannt ist. Das ist alles – wir meditieren.«

Was er beschreibt, ist natürlich das Gegenteil der Kontemplation, die bisher im Abendland unter Meditation verstanden wurde. Doch der Westen hat den Köder geschluckt und so hat sich der Bedeutungswechsel tatsächlich vollzogen. Phil Jackson hat seine ganze Basketballmannschaft in fernöstliche Meditation geführt, eine Praktik, die er in seiner Collegezeit aufgegriffen hat. Er schreibt: »Als wir zum ersten Mal meditierten, dachte Michael [Jordan], ich würde schlechte Witze machen. Mitten bei der Sitzung blinzelte er durch ein Auge und blickte in unserem Raum umher, um zu sehen, ob seine Teamkameraden tatsächlich mitmachten. Zu seiner Überraschung war das bei vielen der Fall.« Jackson, der den christlichen Glauben ablehnt, erläutert, was er im fernöstlichen Mystizismus gefunden hat:

»Was mich am Zen so reizte, war seine Betonung der Reinigung des Geistes … Eines der grundlegendsten Werkzeuge dafür ist eine Form sitzender Meditation, bekannt als Zazen. Bei der Form von Zazen, die ich praktiziere, sitzt man auf einem Kissen, die Augen geöffnet, aber nach unten gerichtet und die Aufmerksamkeit auf den Atem fixiert … Mit der Zeit beruhigen sich die Gedanken … und man erlebt Augenblicke des bloßen Seins ohne dass das Denken in den Weg tritt … man hält seinen Geist offen und richtet ihn auf nichts.«

Der Buddhismus bot Jackson eine Ausflucht vor dem Gott der Bibel, den er einst als junger Bursche gefürchtet hatte und dem er gefallen wollte. John Daido Loori, Abt eines Zen-Bergklosters im US-Bundesstaat New York, sagt: »Buddhismus ist eine Religion ohne einen Gott oder (je nach der besonderen Schule) ein späteres Leben … [Buddhismus ist] die Suche nach dem Wesen des Selbst, die in der Erkenntnis endet, dass es kein Selbst gibt, dass alle Geschöpfe und Objekte Manifestationen derselben zugrunde liegenden Realität sind.«

Die Illusion eines Bewusstseins von Kosmos und Einheit

Das Gefühl, Bestandteil von etwas Allumfassenden im Universum zu sein, ist als Bewusstsein der »Einheit« oder des »Kosmos« bekannt. Es ist bei einem Drogenrausch üblich und besonders für solche attraktiv, die einen persönlichen Schöpfer ablehnen. Im Gegensatz zur Illusion eines mystischen Einsseins mit einem unpersönlichen Universum können Christen Gottes Liebe in einer persönlichen Beziehung zu ihm erfahren.

Der Astronaut Edgar Mitchell, der Kommandeur von Apollo 14, hatte diese mystische Erfahrung des kosmischen Bewusstseins auf seiner Rückreise vom Mond. Er war davon so tief getroffen, dass er das Raumfahrtprogramm in den Makrokosmos aufgab und sich in die Reise in den inneren Mikrokosmos vertiefte. Diese Erfahrung und Transformation in seinem Leben beschreibt er in seinem jüngsten Buch Wege ins Unerforschte – Die äußere und innere Reise eines Apollo-Astronauten:

»Erst als wir auf der Rückreise waren … und auf die Erde zurasten … fand ich Zeit, mich in der Schwerelosigkeit zu entspannen und über diesen blau funkelnden Heimatplaneten nachzudenken, der vor dem samtschwarzen Hintergrund prangte … Ich spürte ein überwältigendes Gefühl der universalen Verbundenheit … eine Ekstase der Einheit.

Es schien mir, dass die Moleküle meines Körpers und die Moleküle der Raumkapsel selbst lange zuvor im Schmelzofen eines der uralten Sterne fabriziert worden waren …

Wir brauchten etwas Neues in unserem Leben, revidierte Wahrnehmungen von Realität und Wahrheit. Unsere religiösen Überzeugungen waren in einer Krise – und sind es immer noch.«

Was haben die materiellen Moleküle des eigenen Körpers, einer Raumkapsel und der Sterne mit der Seele und dem Geist eines Menschen gemein? Wenn man nicht zwischen unbelebter Materie einerseits und dem Bewusstsein und der Persönlichkeit andererseits unterscheidet, ist das eine Illusion von kolossalen Ausmaßen.

Die Irrationalität von Mitchells Erfahrung wurde in seiner Freude übersehen, als er den hinduistischen Zustand des Savikalpa Samadhi erreicht hatte – »eine Erkenntnis der Einheit der Dinge, während man sie immer noch als getrennt wahrnimmt«. In der Christenheit erleben viele Menschen, wie wir noch sehen werden, ähnlich beeindruckende mystische Erfahrungen, die sie in okkulte Illusionen und Bindungen geführt haben.

Wie Phil Jackson ist auch Edgar Mitchell in einem frommen christlichen Elternhaus aufgewachsen. Jackson war Pfingstler, Mitchell konservativer Baptist. Beide haben den wahren christlichen Glauben nicht verstanden und somit nicht unbedingt die Wahrheit, sondern eher ihre eigenen Missverständnisse abgelehnt.

Fantasien aus dem »inneren Weltall«

Als er mit seiner Erfahrung des Samadhi frisch im Gedächtnis vom Mond zurückgekehrt war, gründete Mitchell das »Institut für noetische Wissenschaften«, das sich »dem Fortschritt des Verständnisses des Bewusstseins widmet«. Diese Organisation investiert, wie er sagt, »Hunderttausende von Dollar und viele Tausende Mitarbeiterstunden in die Erforschung der inneren Erfahrungen des Menschen«. Mitchell schreibt:

»Ich möchte gern mit einem Sprichwort schließen, welches diejenigen von Ihnen, die meine Vorträge kennen, bereits viele Male gehört haben. Es hilft mir die Vorstellung auszudrücken, der an diesem Punkt anscheinend unser Denken durchdringt … Das Sprichwort sagt, dass »Gott in den Mineralien schläft, in den Pflanzen erwacht, in den Tieren geht und im Menschen denkt«.

Es ist erstaunlich, dass jedermann an einen »Gott« glauben kann, der ursprünglich kein Bewusstsein hatte, aber in »Pflanzen« aufgewacht ist und schließlich im Menschen die Fähigkeit zu denken erlangte. Die menschlichen Gedanken, von grundsätzlichen Trivialitäten und belangloser Selbstsucht bis hin zu grandiosen Wahnvorstellungen und der monströsen Boshaftigkeit eines Himmlers und Hitlers, werfen nicht gerade ein gutes Licht auf Mitchells »Gott«!

Obgleich er einst ein bekennender Christ war, hat Mitchell mit dem Zuschreiben böser Gedanken und Lüste und Grausamkeiten zu seinem »Gott«, der »im Menschen denkt«, die Heiden übertroffen. Solcher Art ist die irreführende Kraft mystischer Erfahrungen, die das Fortschreiten der okkulten Invasion noch fördert.

Dieselbe Illusion finden wir in der Christenheit wieder. Denken wir nur an das Buch Joruney to Inner Space: Finding God in You (»Die Reise ins Innere: Gott in sich selbst finden«). Wurde es etwa von einem Guru aus Fernost geschrieben? Nein, von dem Pastor der First-Baptist-Church in Seattle. Doch mehr darüber an späterer Stelle.

Shaktipat und die Charismatiker

Professor Michael Ray von der Stanford Wirtschaftsschule kam zu einer neuen Sicht des menschlichen Potenzials und dessen Anwendung auf die Wirtschaftswelt, nachdem er von seinem Psychotherapeuten in das Siddah-Yoga von Swami Muktananda eingeführt wurde. Zu jener Zeit war der Swami (1982 verstorben) der Guru vieler führender Geschäftsleute und Hollywoodstars. Rays Leben wurde transformiert, als ein Assistent von Muktananda eine Pfauenfeder über Rays »drittes Auge« in der Mitte seiner Stirn strich. Ray sagt:

»Ich sah einen Blitzstrahl, wie eine Lichtpyramide. Ich hüpfte buchstäblich vom Boden und fing an zu zittern. Ich schrie. Ich spürte eine gewaltige Energie, Liebe und Freude.
Was ich erfahren hatte, so erfuhr ich später, war Shaktipat, eine spirituelle Erweckung von Kundalini-Energie in meinem Inneren [die Schlangenkraft, die zusammengerollt am unteren Ende der Wirbelsäule ruht und darauf wartet, in einem erweiterten Bewusstseinszustand freigesetzt zu werden) …«

Wie wir sehen werden, gleicht Rays Erlebnis den Erfahrungen Tausender Charismatiker, die überzeugt sind, bei einer »Wunderveranstaltung« mit John Wimber oder Benny Hinn oder in der früheren Vineyard-Gemeinde in Toronto oder vielleicht durch die weltweite »Erweckung«, die von der Gemeinde Gottes in Pensacola (Florida) ausgeht oder von sonst wo eine »besondere Berührung vom Heiligen Geist« empfangen zu haben. Die Übereinstimmung zwischen Shaktipat und dem, was protestantische wie katholische Charismatiker als »geschlagen im Geist« bezeichnen, ist einfach unbestreitbar.

Auf die Berührung durch den Evangelisten hin, gewöhnlich auf die Stirn, fällt die Person nach hinten in die Arme eines »Helfers«, der zum Auffangen bereitsteht. In diesem tranceartigen Zustand durchlebt die Person eine Vielfalt okkulter Erfahrungen, von Lichtblitzen bis zu einem Gefühl des Wohlbefindens und der Liebe, von unkontrolliertem Weinen oder Lachen und heftigen Schüttelanfällen bis zum »Zungenreden«.

Es war die Evangelistin und Heilerin Kathryn Kuhlman, die »geschlagen im Geist« in den 60er und 70er Jahren zu einem Inbegriff unter Charismatikern machte. Der Fernsehevangelist Benny Hinn behauptet, der Nachfolger Kuhlmans zu sein und »die Salbung« übernommen zu haben, die, wie er sagt, immer noch an ihrem Grab gegenwärtig ist.

Als ein weiteres Beispiel für die Parallele zwischen »geschlagen im Geist« und Shaktipat sehen wir uns den Fall von Gerald Jampolsky an. Seine Anwendung von Helen Schucmans Buch »Ein Kurs in Wundern« in seiner psychiatrischen Praxis und in seinen Büchern und Vorträgen hat ihn rund um die Welt bekannt gemacht. Jampolsky glaubt, er sei durch Shaktipat, ausgelöst von Muktananda, auf die Botschaft des »Kurses« vorbereitet worden:

»Es schien, als sei ich aus meinem Körper ausgetreten und sähe auf ihn herab. Ich sah Farben, deren Tiefe und Glanz alles überstieg, was ich mir jemals vorgestellt hatte.
Ich fing an, in Zungen zu reden. Ein wunderschöner Lichtstrahl fiel ins Zimmer und … ich wurde mit einem Gefühl der Liebe erfüllt, wie ich es zuvor nie gekannt habe.
Und als ich später anfing, den »Kurs« zu lesen, hörte ich eine innere Stimme, die sagte: >Arzt, heile dich selbst; das ist dein Weg nach Haus.< Dann erlebte ich ein vollkommenes Gefühl des Einsseins mit Gott und dem Universum.«

Infolge solcher mystischen Erlebnisse haben Ray und Jampolsky und tausend andere wie sie die Ansichten des östlichen Mystizismus übernommen. Wir befinden uns mitten in einer okkulten Invasion.

Östlicher Mystizismus und Ökumene

Viele Christen reden sich selbst ein, dass es wirklich eine Tugend sei, wenn man versucht, in jedem Menschen das Gute zu sehen und dass man damit die Liebe Jesu zeige. Ist schließlich die Liebe nicht die wichtigste Tugend (1Kor 13)? Doch ohne Wahrheit ist Liebe bedeutungslos. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 71 % aller US-Amerikaner, 64 % der nach eigenen Angaben »Wiedergeborenen« und 40 % der bekennenden Evangelikalen nicht an eine absolute Wahrheit glauben, was den starken Einfluss des fernöstlichen Mystizismus verdeutlicht.

Dieses Verleugnen von Gottes Wahrheit wird in allen Botschaften aus dem Jenseits gefördert, sei es von angeblichen Geistwesen, Totengeistern, Aufgestiegenen Meistern, Außerirdischen, Christussen oder sonstigen Erscheinungen. Judith Skutch, die Herausgeberin von »Ein Kurs in Wundern«, bestätigt die Tatsache, dass »die gleiche immer wiederkehrende Philosophie oder uralte Weisheit« beständig durch »verschiedene Stimmen« ausgedrückt wird. Die Botschaft der 500.000 Worte in »Ein Kurs in Wundern« ist da keine Ausnahme. Dieser »Kurs« wurde einem atheistischen Psychologen von einem »Jesus« diktiert und verbreitet dasselbe Gedankengut des fernöstlichen Mystizismus wie es Edgar Mitchell auf seiner Mondreise empfing:

»Die Welt, die du schaffst … existiert nur im Geist ihres Schöpfers … indem du [dies] erkennst, kannst du die Herrschaft darüber erlangen … Das Einssein des Schöpfers und der Schöpfung ist deine Ganzheitlichkeit … deine unbegrenzte Kraft … es ist das, was du bist.
Gott würde niemals gegen dich entscheiden, denn sonst würde er sich gegen sich selbst entscheiden … Vergebung … entschuldigt keine Sünden … sondern sieht ein, dass es keine Sünde gab.
Jegliche Schuld ist einzig und allein eine Erfindung deines Geistes … wenn du das verstehst, bist du gerettet … wie einfach ist doch die Errettung! Sie ist lediglich ein Bekenntnis deiner wahren Identität.«

Die Lüge liegt so klar auf der Hand, dass es keiner weiteren Erklärung mehr bedarf. Jedes Kind weiß aufgrund seines Gewissens, dass es für sein Verhalten verantwortlich ist und dass es durch Sünde von Gott getrennt ist. Doch die Lüge ist so attraktiv, dass intelligente, erwachsene Menschen sie zu Millionen annehmen, da sie verzweifelt vor Gott und der Wahrheit zu fliehen versuchen.

Glaube an die exotischsten Fabeln

Es kann wohl kaum ein Zufall sein, dass »Ramtha«, der sich durch Channeling über J. Z. Knight mitteilt, genau dasselbe kosmische Evangelium aus dem Osten verkündet. Menschen, die die Bibel als »Mythos« verworfen haben, schlucken nun auf einmal die haarsträubendsten Fabeln – und die exotischste darunter ist die von Ramtha.

Ramtha hat angeblich vor 35.000 Jahren im sagenumwobenen antiken Atlantis gelebt und ist »in den siebten Himmel aufgestiegen, wo er mit Gott eins wurde … Jetzt gehört er zu einer ›unsichtbaren Bruderschaft‹ von Superwesen, die uns lieben und unsere Gebete hören.« Die führenden Wirtschaftsbosse der Welt glauben Napoleon Hills Geschichte von einem »Tempel der Weisheit«, der von einer Schule von Meistern auf der Astralebene geführt wird; warum sollte man dann nicht auch Ramthas Wahnsinn glauben? Und tatsächlich gehören zu den Anhängern von Ramtha einige der hellsten und gebildetsten Köpfe der USA.

Die Lehren von Ramtha haben sogar »Manager und Funktionäre des US-Luftfahrt-Amtes (FAA) beeinflusst, deren Entscheidungen und Urteile von größter Auswirkung auf die Behörde sind«. Ramthas Einfluss fand Eingang durch einen Stress-Management-Kurs für leitende FAA-Angestellte, der sich über mehrere Jahre erstreckte und die Steuerzahler 1,4 Millionen Dollar kostete. Das abstruse Trainingsprogramm, das zu gerichtlichen Klagen gegen die FAA führte, wurde von einem Psychologen aus Kalifornien durchgeführt, der verlässlichen Quellen zufolge ein Anhänger Ramthas ist und sogar mit diesem Wesen kommuniziert haben soll. Das amoralische Wesen des Programms und sein Verhältnis zur Ablehnung von Sünde und absoluter Wahrheit spiegelt Ramthas dreiste antichristliche Lehren wider, die zu weiten Teilen den »Kurs in Wundern« rezitieren und wie folgt zusammengefasst wurden:

»Gott ist weder gut noch schlecht … Er ist völlig ohne Moral und verurteilt nicht. Es gibt keine göttlichen Gebote. Das Dasein ist sein einziges Geschäft. Hölle und Teufel sind »widerliche Erfindungen« des Christentums, ein Produkt »eures hinterträchtigen Buches [die Bibel]«, welches Ramtha seinen Anhängern nicht zu lesen empfiehlt.
So etwas wie das Böse gibt es nicht. Was immer man tun kann, selbst Mord, ist nicht falsch … Der Ich Bin »hat nicht einmal die Fähigkeit, euch zu richten«. Es gibt keine Sündenvergebung, weil es keine Sünden gibt, die zu vergeben wären.
Alles Abscheuliche und Miserable, was ihr tut, »erweitert euer Verständnis. Wenn ihr irgendeine Sache tun möchtet, was es auch sei, es wäre nicht ratsam, gegen dieses Gefühl anzugehen.«
»Jeder … ob er am Verhungern ist oder verkrüppelt … hat sich zu dem Zweck für seine Erfahrung entschieden, um davon zu profitieren.« Warum sollte man den Holocaust verurteilen? Jeder ermordete Jude hat sich doch entschieden, umgebracht zu werden, und Hitler unterzog sich lediglich einer Lernerfahrung.«

Dass anscheinend gesunde und gebildete Leute sich zu Zehntausenden der Ramtha – Gefolgschaft anschließen (oder anderen Geisteroffenbarungen, bei denen dieselben Lügen gechannelt werden), lässt den Selbstmord der »Heaven’s-Gate«-Sektenmitglieder vergleichsweise rational erscheinen.

Indien, Tibet, Burma, Sri Lanka und andere Länder, in denen seit Jahrtausenden fernöstlicher Mystizismus praktiziert wird, gehören zu den ärmsten Ländern der Welt und zu den am meisten vom Aberglauben verblendeten. Doch die Abendländer, die die Bibel verworfen haben, suchen gerade bei den Ostreligionen nach Erleuchtung, die diese Länder in Elend und Armut gestürzt haben.  –  Wie verführerisch ist doch die okkulte Invasion!

Aus Dave Hunt: DIE OKKULTE INVASION

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Weiter ergänzende Beiträge von Dave Hunt:
1. Drogen, Fantasie und das Okkulte
2. Holistische Medizin
3. Psychologie und das Okkulte
4. Spiritistische Kommunikation und Besessenheit
5. Ökologie, Schamanismus, Wissenschaft und Christentum
6. Eine dunkle und eine helle Seite der Kraft?