Weltweite Kriegsführung

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Von regionalen Kriegen und Regimewechseln zu weltweiter Kriegsführung

Unter diesem Titel beschreibt der emeritierte kanadische Professor für Soziologie der Saint Mary’s University in Halifax, James Petras, die gegenwärtige Lage:

Die USA, ihre europäischen NATO-Verbündeten und die Türkei attackieren Syrien jetzt offen mit Luftangriffen und Bodentruppen. Es gibt Pläne, den Norden dieses verwüsteten Landes zu besetzen; das Erdogan-Regime will sogar eine “Pufferzone” mit menschenleeren Dörfern. Unter dem Vorwand, “den ISIS zu bekämpfen” bombardiert die türkische Regierung kurdische Widerstandskämpfer und ihre syrischen Verbündeten. Von ihren Basen in Jordanien aus unterstützen US-Spezialtruppen über die Südgrenze Syriens hinweg von den monarchistischen Golfstaaten finanzierte terroristische Söldner im Kampf gegen reguläre syrische Truppen. Seit vier Jahren sponsern die USA, die EU, die Türkei und Saudi-Arabien den Krieg gegen die weltliche syrische Regierung; bisher wurden mehr als 4 Millionen Syrer aus ihren Häusern vertrieben und über 200.000 getötet. Dutzende aus Terroristen, Söldnern und Islamisten bestehende Gruppierungen haben Syrien in konkurrierende Regionen zerstückelt, seine wirtschaftlichen und kulturellen Ressourcen geplündert und seine Wirtschaftsleistung um mehr als 90% reduziert. Das militärische Eingreifen der USA, der EU und der Türkei hat den Krieg auf den Irak, den Libanon und jetzt sogar auf die Türkei ausgeweitet – zu Lasten weltlicher Regierungen, ethnischer und religiöser Minderheiten und weltlich geprägter Zivilgesellschaften.

Das monarchistisch-feudalistische Regime in Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind mit Panzern und Kampfjets über den Jemen, ein Land ohne jede Luftabwehr, hergefallen. Städte und Dörfer werden verwüstet. Saudische Bodentruppen haben mit ihren Schützenpanzern schon Tausende Zivilisten getötet oder verwundet. Die brutale Luft- und Seeblockade der Häfen des Jemen haben eine humanitäre Krise ausgelöst; den 10 Millionen Jemeniten droht wegen des Eingreifens der obszön reichen saudischen Monarchie der Hungertod. Die aus den Städten vertriebenen jemenitischen Widerstandskämpfer stellen sich auf einen lang anhaltenden Guerillakrieg gegen die saudischen Monster und ihre Marionetten ein. Ihr Widerstand hat sich bereits bis in die absolutistische saudische Diktatur hinein ausgeweitet. Die brutalen israelischen Besatzungstruppen setzen in Kollaboration mit bewaffneten Siedlern den gewaltsamen Raub palästinensischen Landes beschleunigt fort. Die ethnische Säuberung besetzter Gebiete dauert an; Dörfer der Palästinenser, Beduinen, Drusen und Christen werden zerstört und durch Siedlungen ›nur für Juden‹ ersetzt. Das riesige ›Konzentrationslager Gaza‹ wird täglich angegriffen, und die zu Lande, zu Wasser und in der Luft betriebene bewaffnete Blockade des Gaza-Streifens verhindert den Wiederaufbau der vielen Häuser, Schulen, Hospitäler, Fabriken und der Infrastruktur, die durch den israelischen ›Blitzkrieg‹ im letzten Jahr zerstört wurden. Die andauernde Annexion und die ethnische Säuberung palästinensischen Territoriums schließen jede diplomatische Lösung aus; Kolonialkriege sind und bleiben die einzigen Mittel Israels im Umgang mit den unterdrückten Palästinensern und seinen arabischen Nachbarn. Die Kriege in Afrika, das Ergebnis vorausgegangener Interventionen der USA und der EU, drohen den ganzen Kontinent zu verwüsten. In Somalia, im Sudan, in Kenia und in Libyen toben blutige Kämpfe zwischen von den USA und der EU gestützten Regimen und bewaffneten islamistischen und nationalistischen Widerstandsbewegungen.

In ganz Nordafrika und in der Subsahara kämpfen Aufständische gegen von den USA und der EU gestützte rückständige Regimes: in Libyen, in Nigeria (die Boko Haram), in Ägypten (der ISIS und die Moslembruderschaft), im Tschad, in Niger, im Südsudan, in Somalia und anderswo. Die in Ägypten und Äthiopien mit eiserner Faust regierenden Diktatoren sind Knechte der Imperialisten; sie werden von den USA und der EU finanziert und mit Waffen versorgt.

Imperialistische Krieg wüten auch im Mittleren Osten und in Südasien. Hunderte erfahrener irakischer Offiziere, die der Baath-Partei (Saddam Husseins) angehörten und entlassen oder von den US-Besatzern sogar eingesperrt und gefoltert wurden, haben sich mit islamistischen Kämpfern zum ISIS zusammengeschlossen und kontrollieren jetzt ein Drittel des Iraks und strategisch wichtige Teile Syriens. Die fast täglich in Bagdad verübten Bombenanschläge destabilisieren das US-Marionettenregime des Iraks. Wegen der strategischen Erfolge des ISIS sahen sich die USA veranlasst, weder direkt und zunehmend in die Kämpfe einzugreifen. Der Rückzug der USA aus dem Irak und die Niederlage des von den USA ausgebildeten (und mit Waffen ausgerüsteten) irakischen Militärs bei dem Versuch, die baathistisch-islamistische Offensive zu stoppen, haben die Voraussetzungen für einen langen, ausufernden Krieg im Irak und in Syrien geschaffen. Die türkischen Luftangriffe auf die Kurden im Irak werden den Krieg im Nordirak eskalieren und auch auf den Südosten der Türkei ausweiten.

Der von den USA und der EU inszenierte Staatsstreich in Kiew und der Versuch, der Ukraine ein diktatorisches, prowestliches Oligarchen-Regime aufzuzwingen, hat das Land in einen verheerenden Bürgerkrieg gestürzt, in dem Handlanger der NATO aus dem Westen der Ukraine gegen von Moskau unterstützte ethnische Russen im Donbass kämpfen. Die USA, Großbritannien, Polen und andere NATO-Mächte rücken mit provozierenden militärischen Aktivitäten bis an die Grenzen Russlands vor. Mit der Verhängung tiefgreifender Wirtschaftssanktionen gegen Russland und der Durchführung großer NATO-Manöver vor seiner Türschwelle haben die USA und die EU einen neuen Kalten Krieg vom Zaun gebrochen. Es ist keine Überraschung, dass Russland auf diese Provokationen mit der Mobilmachung seiner Streitkräfte reagiert hat. Der NATO-Coup in der Ukraine, der dort einen ethnisch begründeten Bürgerkrieg ausgelöst hat, vor dem bereits Hunderttausende nach Russland geflohen sind, kann leicht zu einer globalen Konfrontation und zu einem Atomkrieg eskalieren.

Das US-Marionettenregime in Afghanistan ist nicht in der Lage, den Vormarsch der Taliban, der in allen Regionen bis in die Hauptstadt Kabul stattfindet, aufzuhalten. Der Krieg in Afghanistan ist neu entflammt, und die Truppen des US-Marionettenregimes in Kabul sind überall auf dem Rückzug. Die dort verbliebenen US-Truppen können sich kaum noch aus ihren Befestigungen wagen. Die vorrückenden Taliban-Kämpfer fordern die Kapitulation des Kabuler Regimes und den Abzug aller US-Truppen. Die USA werden auch dort mit einer Eskalation des Krieges reagieren. Das vor US-Waffen strotzende Pakistan muss mit größeren Konflikten an seiner Grenze mit Indien rechnen und liegt in den halbautonomen Stammesgebieten an seiner Nordwestgrenze mit den islamistischen Paschtunen im Krieg; deren Guerilla-Bewegung wird von regionalen politischen Parteien unterstützt. Diese Parteien üben praktisch die Kontrolle über den Nordwesten Pakistans aus; sie gewähren in Pakistan und Afghanistan operierenden Taliban-Kämpfern Unterschlupf und versorgen sie mit Waffen. Bewaffnete ethnisch und religiös geprägte Konflikte gibt es auch im Westen Chinas, in Myanmar, dem früheren Burma, und im Norden Indiens. Eine starke, in der Bevölkerung verankerte militante Widerstandsbewegung kämpft im Nordosten Thailands gegen die monarchistische Militärdiktatur in Bangkok. Im 21. Jahrhundert versucht man auch in Süd- und Südostasien ethnische, religiöse und soziale Konflikte und Differenzen zwischen Stämmen und Regionen nur noch durch Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen zu regeln: Mit Diplomatie und demokratischen Wahlen lassen sich Konflikte kaum noch aus der Welt schaffen.

Lateinamerika auf der Kippe  
In verschiedenen lateinamerikanischen Staaten stoßen gewaltbereite, außerparlamentarische, meist weit rechts stehende Bewegungen, die gewählte Regierungen der linken Mitte stürzen oder abwählen wollen, auf heftigen staatlichen Widerstand, der von der Bevölkerung unterstützt wird. In Ecuador, Venezuela und Brasilien versuchen von den USA finanzierte Oppositionsgruppen mit gewaltsamen Demonstrationen gewählte Regierungen zu vertreiben. In Ecuador fordern sogar Teile der Volks- und Gewerkschaftsbewegung und führende indigene Politiker die Absetzung des Präsidenten Correa. Sie scheinen zu übersehen, dass die rechten Oligarchen, die jetzt in den drei Großstädten Guayaquil, Quito und Cuenca in Schlüsselpositionen sitzen, am meisten von einem Sturz Correas profitieren würden.

Die wieder auflebende Rechte betrachtet gewaltsame ›Regimewechsel‹ als ersten Schritt ›zum großen Aufräumen‹, mit dem die im letzten Jahrzehnt eingeführten sozialen Reformen, die entstandenen regionalen Organisationen und die unabhängige Außenpolitik wieder beseitigt werden sollen. ›Bürgerkrieg‹ kann man die heutige Situation in Lateinamerika noch nicht nennen, aber das ist genau die Richtung, in die die von den USA unterstützten oppositionellen Gruppierungen gewollte Entwicklung führt. Weil es schwierig ist, von der Mehrheit der Bevölkerung geschätzte Regierungen durch Wahlen abzulösen, haben sich die USA und ihre lokalen Komplizen für eine andere Option entschieden. Mit gewaltsamen Demonstrationen und Sabotageakten wollen sie erreichen, dass der Ausnahmezustand erklärt und damit ein Staatsstreich möglich wird, in dessen Folge US-Marionetten durch manipulierte Wahlen an die Macht gehievt werden können. Bewaffnete Auseinandersetzungen und Gewalt gibt es bereits in Mexiko und großen Teilen Mittelamerikas. Durch einen von den USA inszenierten militärischen Staatsstreich wurde der gewählte, unabhängige und sehr populäre Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, gestürzt. Das anschließend errichtete US-Marionettenregime hat Hunderte demokratischer Dissidenten eingesperrt und Tausende mit Gewalt außer Landes getrieben.

Durch die in den 1990er Jahren in El Salvador und in Guatemala mit US-Unterstützung ausgehandelten ›Friedensabkommen‹ wurden Agrarreformen und eine gerechtere Verteilung der Einkommen und damit auch der Umbau der Zivilgesellschaften verhindert. Die seit zwei Jahrzehnten wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung hat bewaffnete Banden entstehen lassen, die mittlerweile mehr als 100.000 Mitglieder haben. In El Salvador werden jährlich zwischen 6.000 und 10.000 Menschen ermordet; auf die Zahl seiner Einwohner bezogen ist El Salvador weltweit das Land mit den meisten Morden. Die seit dem ›Friedensabkommen‹ ständig steigende Zahl der Ermordeten liegt jetzt über der Anzahl der Opfer, die während des Bürgerkriegs jährlich zu beklagen waren. Die zahlenmäßig meisten Morde werden in Mexiko begangen. Während des seit Jahrzehnten mit US-Unterstützung geführten ›Krieges gegen die Drogenkartelle‹ wurden über 100.000 Menschen ermordet; dieser von den USA gesponserte Krieg wird in Wirklichkeit gegen das mexikanische Volk geführt. Die mexikanische Regierung hat diesen internen Krieg genutzt, um die Kronjuwelen der mexikanischen Wirtschaft – die Erdölindustrie – zu privatisieren und zu verkaufen. Während Tausende von Mexikanern terrorisiert und abgeschlachtet wurden, blieben die Ölkonzerne der USA und der EU völlig unbehelligt. Die Regierung, die Verwaltung, die Polizei und das Militär Mexikos, die mit den Drogenbossen kollaborieren und ihren Anteil an den Milliarden an Dollars aus dem Drogenhandel einstreichen, schützen auch die ausländischen Ölfirmen und deren Manager. Die Drogendollars werden auch auf Banken in New York, Miami, Los Angeles und London gewaschen und heizen die Spekulation an.

Vom Regionalkrieg zum globalen Atomkrieg  
Aus lokalen und regionalen Kriegen erwächst die Gefahr eines neuen Weltkrieges. Die USA rücken mit ihren Waffen, Kampfjets, Basen und Operationen immer näher an die Grenzen Russlands und Chinas heran. Niemals zuvor waren so viele US-Truppen und US-Kampfjets an so vielen strategisch wichtigen Positionen platziert wie heute – häufig weniger als eine Flugstunde von russischen Großstädten entfernt. Sogar auf der Höhe des Kalten Kriegs haben die USA nicht derart viele Wirtschaftssanktionen gegen russische Unternehmen verhängt. In Asien schließt Washington bedeutende Verträge in den Bereichen Handel, Militär und Diplomatie ab – nur um China zu isolieren und sein Wachstum als wirtschaftlicher Konkurrent zu behindern. Diese US-Aktivitäten erinnern an die Blockadepolitik gegen Japan, die zum Zweiten Weltkrieg in Asien führte.

Der provozierte ›Stellvertreterkrieg‹ in der Ukraine könnte das erste Gefecht des Dritten Weltkriegs in Europa sein. Der von den USA und der EU inszenierte Staatsstreich in Kiew hat den USA die Annexion der westlichen Ukraine ermöglicht. Als Antwort auf die Androhung von Gewalt gegen die russische Bevölkerungsmehrheit auf der Krim und auf Grund des befürchteten Verlusts seines strategischen Flottenstützpunkts am Schwarzen Meer hat sich Russland die Krim zurückgeholt. Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs hat Deutschland Österreich annektiert. Auf ähnliche Weise haben die USA und die EU durch den gewaltsamen Umsturz in Kiew ein Marionettenregime installiert – als Auftakt für weitere Staatsstreiche in Zentralasien. Zum militärischen Aufmarsch an den Grenzen Russlands gehört auch die Errichtung bedeutender vorgeschobener Militärbasen in Polen. Warschaus kürzlich neu gewählter, weit rechts stehender Präsident Andrzej Duda will Polen zu einer zentralen Militärbastion der NATO und zum Frontstaat in einem Krieg gegen Russland machen.

Endlose Kriege und ein wachsender Strom von Flüchtlingen   
Die imperialistischen Kriege der USA und der EU haben die Lebensgrundlagen von Hunderten von Millionen Menschen in Südasien, in Nordafrika, in der Subsahara, in Mittelamerika, in Mexiko, auf dem Balkan und jetzt in der Ukraine zerstört. Den Millionen Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan, dem Irak, dem Jemen, Somalia, Libyen, Palästina und dem Sudan haben sich jetzt noch vier Millionen Flüchtlinge aus Syrien angeschlossen; sie alle wurden von Bomben, Drohnen und Söldnern der USA und der EU aus ihren verwüsteten Ländern vertrieben. Millionen von Kriegsflüchtlingen suchen Sicherheit in Westeuropa; unter sie mischen sich Millionen von Wirtschaftsflüchtlingen, die vor dem Elend, in das sie die ›freie Marktwirtschaft‹ gestürzt hat, aus Litauen, Lettland, Estland, Bulgarien, Rumänien, Polen, dem Balkan und anderen EU-Satelliten geflohen sind. Unter der Bevölkerung Westeuropas setzt Panik vor den Hunderttausenden von Flüchtlingen ein, die über das Mittelmeer, die Ägäis und den Balkan herbeiströmen. Jeden Tag gehen ganze Scharen von Flüchtlingen zugrunde. Die Aufnahme- und Abschiebelager sind überfüllt. Die Arbeitsmärkte der Aufnahmeländer sind übersättigt, ihre Sozialeinrichtungen überfordert und die USA bauen Mauern und Internierungslager, um die Millionen von Menschen aufzuhalten, die vor den Folgen des freien Marktes, dem Terror der Drogenbanden und den betrügerischen ›Friedensabkommen‹ aus Mexiko und anderen mittelamerikanischen Staaten fliehen.

Kriege gibt es überall, und sie weiten sich ständig aus: Kein Kontinent, keine Region, sei sie groß oder klein, ist vor Krieg gefeit. Der imperialistische Krieg zeugt immer neue lokale Kriege, die in einem nie endenden Zyklus immer neue Massenfluchten auslösen. Die Diplomatie ist nicht mehr in der Lage, dauerhafte Erfolge zu erzielen. Der Frieden ist überall gefährdet. Einige ›Experten‹ werden gegen diese Analyse protestieren: Sie werden die Annäherung der USA an Kuba als ›diplomatischen Erfolg‹ preisen. Sie vergessen dabei, dass die USA immer noch die Regierung Venezuelas, das der größte Handelspartners Kubas ist, stürzen und einheimische Komplizen Washingtons Regimewechsel bei Kubas Verbündeten Ecuador, Brasilien und Bolivien herbeiführen wollen; außerdem wird Washington den Handel Kubas mit Russland und China zu unterbinden versuchen. Auch wenn die US-Fahne jetzt wieder vor der US-Botschaft in Havanna flattert, hindert das Washington nicht daran, mit eiserner Faust gegen Kubas Verbündete vorzugehen. Andere werden die Einigung der USA mit dem Iran hervorheben. Sie ignorieren dabei, dass die USA die blutige saudische Invasion in dem benachbarten Jemen und das Abschlachten dort lebender schiitischer Gemeinschaften unterstützen. Sie unterschlagen auch, dass die USA Israel mit detaillierten Informationen über das komplette Verteidigungssystem des Irans versorgt haben, und dass die USA und die EU gerade Syrien, einen engen Verbündeten des Irans, in Grund und Boden bombardieren.

Europa steht vor dem Ausbruch einer gewaltigen Feuersbrunst   
Das Chaos und die Zerstörung nehmen immer noch zu und nicht ab. Es gibt keinen Wiederaufbau der Häuser und der zerschlagenen Gemeinschaften, weder in Gaza, noch in Falludscha, weder im Donbass, in Mexikos Bundesstaat Guerrero, noch in Aleppo. Die US-Amerikaner glauben noch, dass zwei Ozeane sie schützen werden. Man erzählt ihnen, der an den Grenzen Russlands aufgebaute NATO-Raketenabwehrschild, die vor der Küste Chinas kreuzenden US-Kriegsschiffe und der stromdurchflossene Stacheldraht am Rio Grande könnten sie schützen. Und sie nehmen ihrer politischen Führung diese Propagandalügen ab. Das ist wirklich nur ein Bündel von Lügen, denn Interkontinentalraketen  – russische und chinesische –  könnten trotzdem New York, Washington und Los Angeles auslöschen!

Es wird Zeit, endlich aufzuwachen! Es wird Zeit, die USA zu stoppen und zu verhindern, dass die EU in einem Dritten Weltkrieg untergeht! Wo ist zu beginnen? Libyen wurde unwiderruflich zerstört, dort kommen wir zu spät! Syrien, der Irak und Afghanistan stehen in Flammen. Dort wird immer heftiger gekämpft, während man uns vorgaukelt, der Westen werde sich zurückziehen. Auch in der Ukraine treffen immer mehr Waffen und Truppen ein. Wie sollen wir mit dem Iran Frieden schließen, wenn die US-Regierung weiterhin nach der Pfeife Israels tanzt? Und die israelische Regierung beharrt auf einem Krieg (gegen den Iran), den die USA für sie führen sollen! Der israelische Kriegsverbrecher, General und Premierminister Ariel Sharon hat US-Zionisten einmal mit folgenden Worten beruhigt: ›Schwierigkeiten mit den USA? Die führen wir doch am Nasenring!‹ Wollen wir noch länger tatenlos zusehen, wie terrorisierte Familien vor dem Gemetzel im Mittleren Osten oder in Mexiko fliehen? Wann werden wir endlich handeln? Wann werden wir unsere Angst abschütteln und den Kriegstreibern in den USA und anderswo in den Arm fallen?  [1]

Was den von Todenhöfer genannten Michael Flynn betrifft, so beschuldigte der General in einem mit dem TV-Sender Al Jazeera am 31. Juli geführten Interview die Obama-Administration, den Islamischen Staat absichtlich und nicht als Folge einer Fehleinschätzung aufgebaut zu haben, wohl wissend, dass dieser beabsichtigte, ein islamisches Kalifat auf dem Territorium des Iraks und Syriens zu errichten. Schon zuvor war im Mai durch eine Veröffentlichungsklage der Organisation ›Judicial Watch‹ ein Memorandum des DIA aus dem Jahr 2012 an die Öffentlichkeit gelangt, das die Analyse enthielt, dass die amerikanische Lieferung von Waffen aus dem Arsenal Gaddafis an die syrischen Rebellen deren Absicht fördern werde, ein islamisches Kalifat aufzubauen. Flynn wurde gezwungen, von seinem Posten als DIA-Chef zurückzutreten, nachdem die von seiner Behörde produzierten Berichte den US-Generalstabschef Martin Dempsey dazu veranlasst hatten, bei Obama erfolgreich zu intervenierern, so dass der geplante US-Militärschlag gegen Syrien im September 2013 im letzten Moment abgeblasen wurde.

[1]  http://www.globalresearch.ca/the-age-of-imperial-wars/5470957  August 22, 2015   
The Age of Imperial Wars  –  From Regional War, ›Regime Change‹ to Global Warfare 
By Prof. James Petras resp. 
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP16615_010915.pdf  1. 9. 15  
Das Zeitalter imperialistischer Kriege  –  Von Prof. James Petras  
Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein 
LP 166/15; diesen verdanken wir den ins Deutsche übertragenen Text

[2]  http://www.bueso.de/node/8211  5. 9. 15  Obama ist schuld an der Flüchtlingskatastrophe

 

Anhang, – Horst Koch, im November 2015

Western Union und die geplante Logistik der Migrantenströme

NOVEMBER 7, 2015

Von Peter Haisenko

Mancher fragt sich, wie die Versorgung der Migranten mit Bargeld funktioniert. Kann es sein, dass es Migranten wagen, mit Tausenden Euro oder Dollar Bargeld in der Tasche eine derart gefährliche Wanderschaft anzutreten? Eine Information aus Bulgarien bringt Interessantes zutage. Das US-Institut für Bargeldtransfer Western Union ist maßgeblich beteiligt und verdient viel Geld daran – und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Monaten. Bereits im Juni 2015 hatte Western Union eine Vielzahl an Auszahlungsstellen an der türkisch-bulgarischen Grenze eingerichtet.

Eine bulgarische Freundin war Anfang Juni 2015 zu Besuch in ihrer Heimatgemeinde an der türkisch-bulgarischen Grenze, also zu einer Zeit, als angeblich noch nicht absehbar war, welches Ausmaß die Migrantenströme annehmen würden. Sie berichtete, dass sie ihre Heimat nicht wiedererkennen konnte. In der ganzen Gegend hatten sich die Einheimischen auf Schleuserdienste eingerichtet und verdienten damit viel Geld. Am auffälligsten aber war für sie, dass Western Union eine große Anzahl an Bargeldauszahlungsstellen in Grenznähe eingerichtet hatte. Wie funktioniert das System der Western Union?

Lukratives Geschäft mit Bargeld-Transfer

Will man einer beliebigen Person weltweit Bargeld zukommen lassen, kann man – wiederum weltweit – einfach Bargeld bei Western Union einzahlen. Man erhält dafür einen Code, der zum Beispiel per SMS an den Empfänger gegeben wird. Der kann nun sofort an jeder beliebigen Auszahlungsstelle der Western Union mit diesem Code das Bargeld in Empfang nehmen. Western Union verlangt für diesen Service eine erhebliche Gebühr – mehr als fünf Prozent der transferierten Summe. Ein einträgliches Geschäft, zumal der Bargeld-Transferservice nicht einmal Kreditrisiko zu tragen hat. Western Union unterhält weltweit Filialen, allerdings kaum in ländlichen Regionen und nach Aussage meiner bulgarischen Freundin gab es bislang keine einzige an der bulgarisch-türkischen Grenze. Im Frühjahr dieses Jahres sind sie dort wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Warum ist diese Information so brisant? Banken eröffnen keine noch so kleine Filiale, wenn sie nicht sicher sein können, damit auch Geld zu verdienen. Western Union, das US-Unternehmen, muss folglich bereits im Frühjahr 2015 Informationen gehabt haben, dass hier ein großes Geschäft auf sie zurollen wird. Informationen, die unserer Regierung angeblich nicht zugänglich waren. Wir haben folglich einen Sekundärbeweis, dass in Kreisen der US-Finanz mit einem Anschwellen der Migration Richtung Zentraleuropa gerechnet wurde. Die Frage ist jetzt, woher sie das wussten.

Frühzeitiger Zugang zu gesicherten Informationen

Bereits im Frühjahr 2015 sind die Mittel der UN für die Flüchtlingslager um Syrien drastisch gekürzt worden. Wir wissen, dass die UN von Washington dominiert wird und Washington wiederum von der Hochfinanz. Ist es angesichts der vorausschauenden Etablierung der Western-Union-Filialen entlang der Routen nach Zentraleuropa zulässig, von einer geplanten Aktion seitens amerikanischer Institutionen auszugehen? Wer die Medien beherrscht, kann Geschichte leicht fälschen – schon in der Gegenwart. Betrachtet man jedoch die Wirtschaftshistorie, kommt man der Wahrheit in aller Regel sehr viel näher. Das zeigt sich unter anderem auch, wenn danach geforscht wird, wer den Ersten Weltkrieg unbedingt brauchte. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, steht zweifelsfrei fest, dass es nur das British Empire gewesen sein kann. Wer also hat dieses Mal den Massenansturm auf Europa ausgelöst?

Ein weiterer höchst interessanter Aspekt, den es zu beachten gilt, ist die Anonymität des Bargeldtransfers durch Western Union. Niemand, außer Western Union selbst, kann nachvollziehen, wer das Geld zur Verfügung gestellt hat, das dann mit dem Code zur Auszahlung kommt. Die Frage ist unbeantwortet, wie so viele Migranten über so viel Geld verfügen, dass sie sich teure Taxifahrten und Schleuserdienste leisten können. Es fällt mir schwer zu glauben, dass Menschen in Flüchtlingslagern mühelos Tausende von Euro oder Dollar aus der Tasche ziehen können, um die horrenden Forderungen der Schleuser zu bedienen. Schließlich reden wir hier über Summen, die 5.000,- Euro/Person mühelos übersteigen können. Wer zahlt also das Geld ein, das dann entlang der Migrationsströme von Western Union ausgereicht wird? Ob Western Union auch in den Flüchtlingslagern im Libanon oder der Türkei Filialen unterhält, entzieht sich meiner Kenntnis.

Es gibt so viele offene Fragen zu den Umständen, die die Migration nach Zentraleuropa begleiten und die Information über die Aktivitäten der Western Union entlang der Flüchtlingsrouten ist eine weitere Kuriosität, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Fest steht, dass Western Union frühzeitig Kenntnis davon hatte, dass ihre Dienste an Orten gebraucht werden, um die sie üblicherweise einen großen Bogen machen. Fest dürfte auch stehen, dass das US-Unternehmen Western Union nur über die zugehörigen Informationen verfügen konnte, wenn sie Zugang zu denjenigen hatten, die Auslöser der Migrationsströme sind. Ohne dieses sichere Wissen um ein lukratives Geschäft hätten sie wohl kaum vorausschauend und rechtzeitig ihre Filialen an der türkisch-bulgarischen Grenze eingerichtet.

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