Weltmacht Zionismus – M. Adler

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 Manfred Adler

 

Die Söhne der Finsternis

 

Teil 2  Weltmacht  Zionismus

 

Inhalt

Zionistischer Imperialismus

1. Gewalt und Einschüchterung
2. Das Endziel des zionistischen Messianismus
3. „Zwischen Henkern und Heuchlern“
4. Zionisten und Palästinenser
a) Die Rolle der UNRRA beim Exodus
b) „Der gefährlichste Mann in Israel“
c) Terror, Vergeltung, Massenmord
d) Eine Israelin berichtet
5. Ein Wort zum christlich jüdischen Dialog

Zuvor: Texte zur Meditation

Der Herr sprach zu Salomo:
„Wendet ihr und eure Söhne euch aber von mir ab, beachtet ihr nicht meine Gebote und Satzungen, die ich euch zur Pflicht machte, geht ihr vielmehr hin, fremden Göttern zu dienen und sie anzubeten, dann rotte ich Israel aus dem Lande aus, das ich ihnen gegeben habe, und den Tempel, den ich meinem Namen geheiligt habe, will ich verwerfen und Israel wird bei allen Völkern Gegenstand des Hohnes und Spottes sein. Dieses Haus aber wird zu einem Trümmerhaufen. Jeder, der an ihm vorübergeht, wird entsetzt sein und höhnisch pfeifen. Fragt man dann, warum der Herr so mit diesem Land und diesem Tempel verfahren ist, wird man zur Antwort geben: Weil sie den Herrn, ihren Gott, der ihre Väter aus Ägypten herausgeführt, verlassen, an andere Götter sich angeklammert, sie angebetet und ihnen gedient haben, darum ließ der Herr all dies Unheil über sie kommen“ (1. Könige 9,6-9).

Der Herr Jesus Christus spricht: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle zu stürzen vermag“ (Matth. 10,28).

„Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, bringt sie vielmehr ans Licht“ (Eph. 5,11).

 

ZIONISTISCHER IMPERIALISMUS

Der arglos gütige Papst Johannes XXIII. hielt nichts von „Unheilspropheten“. Mit seinem Wort: „Ich bin Joseph, euer Bruder“, bekundete er nicht nur seine aufrichtige Verbundenheit mit den getrennten christlichen Brüdern, sondern auch mit den zerstreuten Kindern Israels. Er wirkte bahnbrechend für die Verständigung von Christen und Juden und war redlich bemüht, jedes mögliche, der Versöhnung mit dem jüdischen Volk im Weg stehende Hindernis bereitwillig zu beseitigen. Die lichtvolle Gestalt dieses brüderlichen und väterlichen Papstes, der soviel Glaube, Hoffnung, Liebe und Optimismus ausstrahlte, hatte wenig Sinn für die abgründige Realität der Finsternis, die er zwar nicht leugnete, aber auch nicht sehr ernst nahm. Wahrscheinlich hätte er aber doch erschreckt aufgehorcht, wenn er mit der „Unheilsprophetie“ aus Israel konfrontiert worden wäre, die Ende 1974 durch die Presse ging: „Wenn das amerikanische Volk Israel an Arafat ausliefert, wird dies das Ende Israels und das Ende der Welt sein.“

Diese furchtbare Drohung stammt von der sozialistischen Zionistin und ehemaligen israelischen Ministerpräsidentin Frau Golda Meir. Zwar hat sie mit ihrem entsetzlichen Unheilswort weder einen Proteststurm des „Weltgewissens“ entfacht, noch die träumenden „Weltbürger“ aus dem Schlaf geweckt. Aber sie hat es immerhin fertiggebracht, unsere bescheidene Studie über die „Weltmacht Zionismus“ zu provozieren.
Das Thema „Zionismus“ ist in der „freien Welt“ fast gänzlich tabu. Kaum jemand wagt es, dieses heißeste aller heißen Eisen mutig anzufassen. Kritische Auseinandersetzungen mit den finsteren Seiten des Zionismus, besonders mit seiner rücksichtslosen Machtpolitik und dem damit verbundenen erbarmungslosen Terror, sind in den Massenmedien des Westens aus begreiflichen Gründen so gut wie nicht vorzufinden. Denn einerseits ist solche Kritik für den, der sie wagt, nicht ohne Gefahr und Risiko, andererseits ist es fast unmöglich, sie überhaupt in der Öffentlichkeit vernehmbar zu artikulieren. Das ist verständlich, wenn man weiß, daß die Medien der Kommunikation in unserer Welt vorwiegend von Freimaurern und Zionisten beherrscht werden. Letztere schreien sofort „Antisemitismus“, wenn sie angegriffen oder entlarvt werden und mit Hilfe dieses fast allmächtigen „Schlag“-Worts gelingt es ihnen vortrefflich, jede gegen sie gerichtete kritische Äußerung zu verteufeln und schon im Keim zu ersticken.
So unsinnig es auch ist, „Antizionismus“ mit „Antisemitismus“ gleichzusetzen – gibt es doch unter Israelis und Juden nicht wenige Antizionisten -, so durchschlagend ist doch der Erfolg, den die Zionisten damit erreichen. Ist das nicht allein schon ein Beweis ihrer Weltmacht?
Jedermann darf heute immer und überall als „Antichrist“ agieren. Es passiert ihm nichts. Er kann sogar im Vatikan empfangen werden. Die Zeiten, da Antichristen vor Gericht gestellt und verurteilt wurden oder andere gesellschaftliche Sanktionen zu erwarten hatten, sind längst vorbei. Die weltliche Macht des Christentums ist auf den Nullpunkt abgesunken. Man kann auch hierzulande und in den übrigen nichtkommunistischen Ländern sogar heute noch „Antikommunist“ sein, ohne um Freiheit und Leben bangen zu müssen. Jedoch „Antisemitismus“ – selbst im Sinne von Antizionismus – ist in unserer Gesellschaft das schändlichste aller Verbrechen, die schwerste aller Sünden, eine Untat, die unverzeihlich ist und unnachsichtig geahndet wird.

Merkwürdigerweise geht man dabei aber sehr unkonsequent und unlogisch vor, weil man nämlich in diesem Zusammenhang unter „Semiten“ ausschließlich nur jüdische Menschen versteht, obwohl doch – wie heute überall bekannt ist – die Araber ebenso „Semiten“ sind wie etwa ihre feindlichen zionistischen Brüder.

Welche Selbstherrlichkeit und Überheblichkeit liegt allein schon in dem Schlagwort „Antisemitismus“, das schlechthin nur für antijüdische Einstellungen und Haltungen gebraucht wird, als ob die Juden die einzigen Semiten wären. Im Zeitalter des kritischen Bewußtseins sollte der unkritische Begriff „Antisemitismus“ endlich aus seiner Verengung gelöst werden, wenngleich gewisse Kreise, die ihn anscheinend als politisches Machtinstrument benutzen, nicht gern auf ihn verzichten möchten.

Nach einem Wort Papst Pius XI. sind alle Christen „geistig“ Semiten, weshalb kein wahrer Christ „Antisemit“ sein kann. Im vollen Sinn des Wortes heißt das: Kein Christ darf grundsätzlich gegen jüdische, arabische oder andere Menschen der semitischen Völkergruppe feindselig eingestellt sein. Wenn nun aber jemand auf Grund seines Wissens oder aus eigener Erfahrung den Zionismus als Weltmacht der Finsternis erkannt hat und ihn deshalb im Gewissen entschieden ablehnen muß, dann wäre eine solche Haltung in der Tat antizionistisch, nicht aber antisemitisch.

Ein Christ könnte aber auch als Antizionist den Zionisten nicht mit Feindschaft oder Haß begegnen, weil die Ethik Jesu, vor allem das Gesetz seiner Liebe, universal ist und weder völkische, nationale, rassische noch weltanschauliche oder religiöse Schranken kennt.
Wenn in vorliegender Abhandlung einige Tatsachen über den Zionismus mitgeteilt werden, die für diesen nicht gerade schmeichelhaft sein dürften, so geschieht dies im eben genannten christlichen Sinn und in der festen Überzeugung, daß die Wahrheit um der Gerechtigkeit und des Friedens willen nicht totgeschwiegen werden darf. Einseitige und falsche Informationen und Meinungen sind auch dann zu ergänzen oder zu korrigieren, wenn dabei harte und unangenehme Wahrheiten für die Betroffenen ans Licht kommen. Wer sich nicht scheut, mit dem „Ende der Welt“ zu drohen, muß jedenfalls auch mit scharfen Reaktionen rechnen.

 

1. Gewalt und Einschüchterung

Das skandalöse Wort Golda Meirs fordert geradezu eine gründliche Analyse und Reflexion heraus. Es enthält einige Elemente, die sich bei eingehender Betrachtung als für zionistische Mentalität charakteristisch und typisch erweisen. Der Kenner der berüchtigten und umstrittenen Protokolle der Weisen von Zion wird unwillkürlich an gewisse Sätze der „Protokolle“ erinnert, in denen die gleiche Geisteshaltung zum Ausdruck kommt. So ist schon im ersten Protokoll zu lesen, daß „man bessere Erfolge erzielt, wenn man die Menschen mit Gewalt und Einschüchterung, als mit gelehrten Erörterungen regiert . . .  Unser Recht liegt in der Gewalt . . .  Der Zweck heiligt die Mittel. Wenden wir bei unseren Plänen weniger Aufmerksamkeit dem Guten und Sittlichen zu als dem Notwendigen und Nützlichen . . . Nur die Gewalt allein siegt in der Politik…“

Machiavellistische Grundsätze wie diese sind fast auf jeder Seite der „Protokolle“ zu finden. Sie begegnen uns gleichermaßen in der zionistischen Politik der letzten Jahrzehnte auf Schritt und Tritt. Frau Golda Meir steht mit ihrem Gewaltspruch keineswegs etwa als zionistische Außenseiterin im Abseits. Vielmehr ist sie als Schülerin Ben Gurions mit diesem und anderen zionistischen Machtpolitikern in einer langen und konsequenten Tradition verwurzelt. Schon 1920 richtete Chaim Weizmann in einer Rede in Jerusalem eine massive Drohung an die damalige zionistische Schutzmacht England, als er sagte:
„Ihr könnt unser Kommen (nach Palästina, d. V.) beschleunigen oder verzögern. Es ist aber besser für euch, uns zu helfen, denn sonst wird sich unsere aufbauende Kraft in eine zerstörende verwandeln, die die ganze Welt in Gärung bringen wird.“

Golda Meirs taktisches Manöver liegt auf der gleichen Linie. Sie wendet sich an das „amerikanische Volk“, die heutige „Schutzmacht“ der Zionisten, und wirft diesem Volk vor, bzw. unterstellt ihm, daß es unter Umständen bereit sein könnte, „Israel“ an Arafat auszuliefern. Ein solches „Verbrechen“ müßte aber mit dem denkbar teuersten Preis bezahlt werden: mit dem „Ende der Welt“. Darin wäre natürlich das Ende Amerikas miteingeschlossen. Und das fürchten die Amerikaner mehr als alles, was es auf der Erde und in der Hölle zu fürchten gibt. Auf diese Weise unternimmt die kluge Zionistin den raffinierten Versuch, das amerikanische Volk, das an der zionistischen Nahost-Politik ebenso unschuldig ist wie jedes andere Volk der Erde, für die verfehlte Gewaltpolitik der Zionisten verantwortlich zu machen und die USA durch das Mittel der Einschüchterung den Interessen der zionistischen Imperialisten zu unterwerfen.

Dabei weiß Golda Meir so gut wie wir, daß sie sich an die falsche Adresse gewandt hat. Sie spricht vom amerikanischen Volk, meint aber dessen Politiker. Da einige von ihnen gegenüber zionistischen Forderungen Bedenken erhoben haben, droht sie dem ganzen Volk, damit dieses auf seine Politiker entsprechend Druck ausübe. Und das tut sie, obwohl sie wiederum sehr gut weiß, daß die US Politiker in ihren Entscheidungen ganz und gar von jenen 3 % der US Bevölkerung abhängig sind, die durch ihren übermächtigen politischen Einfluß, besonders im Bereich der Finanzen, der Presse und der Wirtschaft, das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ beherrschen.
An allen Zentren der Macht sitzen nämlich in den Vereinigten Staaten Persönlichkeiten, die Golda Meir und den israelischen Zionisten sehr nahestehen, sei es, daß sie selbst Zionisten sind, sei es, daß sie sich mit diesen solidarisieren. Wenn nun deren Politik manchen Amerikanern nicht mehr tragbar erscheint und vereinzelt mutige Kritik laut wird, ist das sehr wohl verständlich. So hat Senator J. W. Fulbright nach einem Bericht der New York Times im Jahr 1973 erklärt:
„Israel beherrscht den Senat. Der Senat ist unterwürfig, nach meiner Meinung viel zu viel. Wir sollten uns mehr an den Interessen der Vereinigten Staaten orientieren, als das zu tun, was Israel will. Die Große Mehrheit des Senats der Vereinigten Staaten – etwa um die 80 % herum – ist völlig auf die Unterstützung Israels ausgerichtet, egal, was Israel verlangt. Dies hat sich immer wieder gezeigt. Und das ist es, was die Lage für unsere Regierung so schwierig gemacht hat.“

Ein Jahr später beklagte der ranghöchste Offizier der USA, Generalstabschef George S. Brown, den nach seiner Meinung zu großen Einfluß Israels auf den Kongreß in Washington. In einem Interview stellte er fest:
Dieser Einfluß ist „so stark, daß Sie es nicht glauben würden. Die Israelis kommen zu uns, um Ausrüstungen zu erhalten. Wir sagen, wir können den Kongreß unmöglich dazu bewegen, ein solches Programm zu unterstützen. Sie sagen, ,zerbrecht euch über den Kongreß nicht den Kopf. Den Kongreß übernehmen wir schon`. Nun ist das jemand aus einem anderen Land. Aber sie können das machen. Sie besitzen, wie Sie wissen, die Banken dieses Landes, die Zeitungen. Schauen Sie sich nur einmal an, wo das jüdische Geld in diesem Lande ist.“

Selbstverständlich hat diese Äußerung des amerikanischen Generalstabschef bei den Angesprochenen und der von ihnen beherrschten US Regierung große Betroffenheit ausgelöst. Zahlreiche jüdische Organisationen, angefangen von der „Jewish Anti-Defamation-League“ über den Freimaurer Orden „B’nai B’rith“ bis zu den „Jewish War Veterans“ protestierten gegen General Browns Erklärung und forderten seine „sofortige Entlassung“. In einem Telefongespräch mit der Washington Post bestätigte General Brown seine Äußerungen und sagte, daß es für jeden, der will, schrecklich einfach sein wird, daraus zu schließen, er sei Antisemit, was aber „einfach nicht wahr ist.“

Die gelenkte und gezielte, in Israel und den USA mit großem Einsatz geführte zionistische Einschüchterungskampagne hatte – wie nicht anders zu erwarten war – vollen Erfolg. In beschämender Weise hat schließlich die US Regierung vor der Weltmacht Zionismus kapituliert, wie einem Bericht des Philadelphia Bulletin zu entnehmen ist, der unter dem Titel „Pentagon entblößt Armee“ folgende Mitteilung brachte:

„Das US Verteidigungsministerium steht vor der schwierigen Lage, den israelischen Forderungen nach Waffenlieferungen zu entsprechen und gleichzeitig die Waffen der US Streitkräfte zu modernisieren.
Um den Bedürfnissen der israelischen Armee nachzukommen, ist das Verteidigungsministerium gezwungen, Panzer von der Armee und von der Nationalgarde abzuziehen, die zudem nach Aussagen von Beamten des Pentagon noch nicht einmal die für Panzer festgesetzte Quote erhalten haben.
Ein Beispiel dafür ist die 210. Panzerbrigade der Nationalgarde, die in Albany, N. Y., stationiert ist. Der demokratische Abgeordnete Samuel S. Stratton, ein Mitglied des Ausschusses für bewaffnete Dienste, der Proteste von Männern der Nationalgarde erhielt, sagte, er sei vom Pentagon unterrichtet worden, daß das Bataillon den Befehl erhalten habe, 43 M 48 Panzer – das ist praktisch der gesamte Bestand der Einheit – zur Verschiffung nach Israel zu übergeben.
Beamte sagen, daß dies das gleiche Problem mit anderen Waffen sei, an denen es mangelt, wie beispielsweise bei den panzervernichtenden Geschossen, bei den Bomben und dem letzten Kampfflugzeugmodell F 4.
Israel, das in einem Jahr auf Kredit Waffen im Wert von etwa 300 Millionen Dollar von den USA gekauft hat, erhöhte seine Erfordernisse für dieses Jahr auf 2,2 Milliarden Dollar, um seine Streitkräfte weiter ausrüsten zu können.
Das Pentagon mußte nun feststellen, daß es diese israelischen Bedürfnisse nicht mehr aus der laufenden Produktion erfüllen kann und greift daher auf Kriegsreserven als auch auf die Ausrüstung der regulären Armee und deren Reserveeinheiten zurück. Den Aussagen der Beamten ist zu entnehmen, daß die Bereitschaft und die Ausbildung der bewaffneten Streitkräfte unausweichlich gefährdet ist, wenn von ihnen Material für Israel abgezogen wird.“

Über diese alarmierende Nachricht kann sich nur wundern, wer den ungeheuren Einfluß der Zionisten auf die Politik der USA nicht kennt. Wir brauchen nur einen flüchtigen Blick auf die nähere Umgebung von Präsident Ford zu werfen, um zu erkennen, wer dort Politik macht. Die in Marietta/Ga. erscheinende Thunderbolt legte in einer Übersicht folgende Insider Liste maßgeblicher Persönlichkeiten vor, die in der Bundesregierung der USA Dienst tun:

Henry Kissinger – Außenminister und Chef des  Nationalen Sicherheitsrates
James Schlesinger – Verteidigungsminister
Arthur Burns – Vorsitzender der Federal Reserve Bank (in privaten Händen)
Caspar Weinberger – Chef des H. E. W.
Alan Greenspan – Chef des Wirtschaftsberatungskomitees des Präsidenten
Ron Nessen – Pressechef des Präsidenten
L. H. Silberman – Vize Generalstaatsanwalt
Don Paarlberg – Chefökonomist im Landwirtschaftsministerium
Isaac Fleischman – Chef des US Patentamtes
Stanley Pottinger – Chef der „Zivilrechtsabteilung“ im Justizministerium, Aktenverwalter aller Arbeitsdiskriminierungsklagen.
Leonard Garment – Chef der Abteilung für jüdische Angelegenheiten
Rabbi Morton Kanter – Chef der Jugendentwicklungsabteilung im H. E. W.
Harris Friedman – Chefökonomist der Federal Heimdarlehensbank.
Helmut Sonnenfeldt – Anwalt im Außenministerium
Milton Friedman – Senior der Verfasser der Präsidentenreden.
George Bernstein – Federal Versicherungsverwalter
Mrs. Shelia Rabb-Weidenfeld – Pressesekretärin von Mrs. Ford
Nelson Rockefeller – Vizepräsident (von spanisch sephardischer Herkunft)

Diese Liste kann noch mit Hunderten von Namen in den Verwaltungsämtern der riesigen Bundesbürokratie fortgesetzt werden.

Inwieweit die genannten Regierungsmitglieder und -beamten Zionisten im engeren Sinn des Wortes sind, mag dahingestellt bleiben. Sie sind jedenfalls nicht zufällig auf ihre einflußreichen Posten gelangt. Oder glaubt jemand im Ernst, daß Henry Kissinger und James Schlesinger die wichtigsten Ministerien der Vereinigten Staaten rein „zufällig“ besetzt haben? Weder sie, noch die anderen verantwortlichen Beamten der Regierung können es sich leisten, antizionistische Politik zu treiben. Sollten sie es dennoch tun – was Bruder Nixon angeblich versucht hat -, dann wären ihre Tage in der Regierung gezählt. Die Zionisten betrachten sich als die „messianische“ Elite des Judentums und erwarten, daß sich alle Juden der Welt mit ihnen und ihren Zielen solidarisieren. Wehe denen, die es nicht tun! Was von den Politikern erwartet wird, hat eine jüdische Stimme so formuliert:
„Jeder Abgeordnete und Senator kennt die prominenten Leute in seinem Wahlbezirk, einschließlich der prominenten Juden. Kein Senator oder Abgeordneter will sich mit prominenten Mitgliedern seines Wahlbezirkes verfeinden.“

Kehren wir nach diesem Exkurs nun wieder zu unserem Golda Meir-Zitat zurück und versuchen wir, ihm noch etwas tiefer auf den Grund zu gehen.
Außer den Elementen der Einschüchterung und Gewalt fällt auf, daß Golda Meir das Schicksal des Staates Israel mit dem Schicksal der ganzen Welt identifiziert und das Schicksal der Welt vom Schicksal Israels abhängig macht. Das Ende des Staates Israel würde das Ende der Welt bedeuten, sagt sie. Muß man über eine so ungeheuerliche Drohung nicht entsetzt sein? Wer ist dieser Staat „Israel“ überhaupt?

Es ist der Staat, der am 14. Mai 1948 von Ben Gurion und dem Nationalrat der Juden eigenmächtig proklamiert und gewaltsam gegen den Willen der Palästinenser errichtet wurde, die dieses Territorium seit Jahrhunderten bewohnten und die nun zu Hunderttausenden aus ihrer Heimat geflüchtet sind und vertrieben wurden, weil die Zionisten mit allen Mitteln einen „homogenen jüdischen Staat“ wollen, der „so jüdisch ist, wie England englisch ist“. (Uri Avnery).
Israel ist der Staat, der 25 Jahre nach seiner Gründung immer noch keine geschriebene Verfassung besitzt, sondern auf der Grundlage verschiedener Grundgesetze regiert wird;
ein Staat, der keine völkerrechtlich gültigen Grenzen hat, sondern nur umstrittene „Waffenstillstandslinien“ (wie Golda Meir 1969 sagte),
ein Staat, der eine dem Völkerrecht und den Menschenrechten entgegengesetzte Politik der rücksichtslosen Annexion und Expansion betreibt. Jedem Juden auf der Welt wird das bedingungslose Recht zuerkannt, nach Israel zu kommen und sich dort niederzulassen, während ungezählten palästinensischen Flüchtlingen und Vertriebenen das Recht auf ihre Heimat erbarmungslos verweigert wird.
Die genannten Feststellungen reichen schon aus, um die Frage zu stellen, ob es moralisch und politisch verantwortbar ist, diesen Staat anzuerkennen. Die beiden Supermächte USA und UdSSR haben Israel sehr schnell anerkannt (15. 17. Mai 1948) und knapp ein Jahr später wurde Israel in die UN aufgenommen. . .

Wir Christen verteidigen das Lebensrecht jedes Menschen, sei er schon geboren oder noch ungeboren. Mit aller Entschiedenheit treten wir auch dem Haß antijüdischer oder antizionistischer Fanatiker entgegen, die mit blindem Terror das Leben unschuldiger Menschen angreifen und auslöschen, seien sie Juden oder Nichtjuden, nur um damit auf sich aufmerksam zu machen. Mögen Verzweiflungsakte Ohnmächtiger und Rechtloser, die auch vor sinnlosem Terror nicht zurückschrecken, manchmal menschlich verständlich scheinen, moralisch zu rechtfertigen sind sie niemals.

Das Lebensrecht jedes einzelnen Juden steht außer jeder Frage, umstritten ist lediglich die rechtliche Existenz des Staates Israel. Und eben von der Existenz dieses Staates macht nun Golda Meir Sein oder Nichtsein der ganzen Welt abhängig. Mit anderen Worten: Wird der Staat Israel von Arafat liquidiert, dann bedeutet dies das Ende oder die Vernichtung der ganzen Menschheit. Hier wird doch tatsächlich der zionistische Imperialismus in wahnsinniger Weise auf die Spitze getrieben. Jahrtausende lang hat die Menschheit ohne einen Staat Israel existiert und jetzt darf sie ohne ihn nicht mehr sein?

Welches Geheimnis steht hinter diesem zionistischen Weltmachtanspruch?

Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die erste ist mehr realpolitischer Natur, die zweite ergibt sich aus der endzeitlich messianischen „Mystik“ des Zionismus.

Befassen wir uns zunächst mit dem realpolitischen Aspekt. Wer die zionistische Machtpolitik auch nur oberflächlich kennt, wird nie daran zweifeln, daß sich der Staat Israel mit allen Mitteln gegen jede Bedrohung von außen zur Wehr setzen wird. Mit allen Mitteln heißt im Extremfall: mit Atomwaffen. Die Drohung Golda Meirs wäre nicht mehr als eine leere Phrase, wenn Israel, dessen Armee gegenwärtig (1975) schon stärker sein soll als die Streitkräfte der gesamten NATO, nicht über modernste atomare Vernichtungswaffen verfügen würde. Daß das Ende der Menschheit heute mit nuklearen Waffen herbeigeführt werden kann, ist eine unbestrittene Möglichkeit. Die Frage ist nur, ob der israelische David dazu fähig ist. So anspruchsvoll die Frage auch klingen mag, die Antwort ist es nicht weniger: Israel besitzt nukleares Potential.
Es gibt in Amerika keine Waffen, die nicht auch den Israelis bekannt wären und ihnen zur Verfügung stünden. Vielleicht ist es eine unglaubliche Geschichte, aber sie macht den unvorstellbaren Einfluß der Zionisten in den Vereinigten Staaten deutlich: „Ende 1970 legten die Israelis dem amerikanischen Verteidigungsminister eine Liste von Waffen vor, die sie aus den USA geliefert haben wollten. Er war erstaunt, weil er diese Waffen nicht kannte. Er mußte sich davon überzeugen, daß es diese modernen Waffen gab, die auch an Israel geliefert wurden.

Dank ihrer hohen Intelligenz, ihrer sprichwörtlichen Geschäftstüchtigkeit und politischen Skrupellosigkeit ist es den Zionisten gelungen, den Goliath USA in die Hand zu bekommen. Ein amerikanischer Botschafter in Tel Aviv hat das amerikanisch israelische Abhängigkeitsverhältnis einmal treffend so kommentiert: „Früher glaubte man, Israel sei ein Staat der USA. Heute glaubt man, die USA sei ein Staat von Israel“.

Aus dem bisher Gesagten darf man mit Sicherheit entnehmen, daß alle in der USA bekannten Waffen auch im Besitz der Israelis sind. Umgekehrt ist es aber nicht ausgeschlossen, daß die israelische Armee über Waffen verfügt, die man in Amerika oder anderswo vielleicht noch nicht kennt. Über die Geschichte der israelischen A-Bombe schrieb ein hervorragender Kenner des Nahen Ostens bereits im Jahr 1966 folgendes: „Presse und Diplomatenberichte besagen, daß Israel in seinem Atomzentrum in Rehovoth an der Entwicklung einer eigenen A-Bombe arbeitet. Indizien in dieser Richtung sind die großen französischen Materiallieferungen der letzten Jahre an Reaktoren und spaltbarem Material, die Gewinnung von Roh-Uran für israelische Rechnung in Frankreich und die israelische Weigerung, die Wiener UNO Nuklearbehörde die israelischen Reaktoren auf ihre Benutzung zu friedlichen Zwecken hin inspizieren zu lassen. All dies veranlaßte englische Blätter im März und April 1964, offen von der Möglichkeit einer israelischen Bombe zu sprechen. Ihr Vorhandensein würde all jenen Kreisen in Tel Aviv Auftrieb geben, die den Verlauf des gescheiterten Präventivkrieges von 1956 noch nicht als schlüssiges Experiment ansehen.

Gegen Ende 1964 wurde dann auch bekannt, daß der 24 Megawatt Reaktor von Dimona, sehr wahrscheinlich nicht, wie Tel Aviv angegeben hatte, eine ,Textilfabrik` war, sondern für militärische Vorhaben arbeitete. Die amerikanische Regierung hatte wiederholt von Israel verlangt, ihn inspizieren zu lassen, was die Israelis rundweg ablehnten. Die amerikanische Luftwaffe hatte dann mehrfach Aufklärungsmaschinen gegen ihn angesetzt, die von israelischen Jägern abgedrängt oder zur Landung gezwungen wurden. Das französische Atomwerk in Marcoule hatte schon früher für die Israelis Isotopen Sortierdienste geleistet. Das alles führte internationale Fachleute zu dem Schluß, daß Israel an einem Atomaggregat arbeitet. Als der amerikanische Sonderbotschafter Harriman im März 1965 in Jerusalem dem Kabinett Eschkol amerikanische Waffenlieferungen unter der Bedingung anbot, daß Israel Washington über seine Pläne im Hinblick auf die arabischen Ablenkungsarbeiten an den Jordan-Quellwassern auf dem laufenden halte, wiesen die Israelis dieses Angebot als „unnötig“ ab. Dies wird als weiteres Indiz in dieser Richtung verstanden.

Von allen Araberstaaten ist allein Ägypten in der Lage, etwas Ähnliches entgegenzusetzen. Zwar ist der Versuchsreaktor von Inschass mit 2 Megawatt zu klein, um Fissionsmaterial zu produzieren, aber die Ägypter entwickelten Mittelstreckenraketen von 700 Kilometer Reichweite, für die sie radioaktives Kobalt als Ladung einkauften. Weiter lud China im Frühjahr 1965 ägyptische Nuklearspezialisten ein, in chinesischen Nuklearanlagen zu arbeiten. Auf jeden Fall würde das Vorhandensein nuklearen Potentials im Nahen Osten die Risiken multiplizieren. Besonders der Kreml scheint vorauszusehen, daß er seine arabischen Freunde nicht schutzlos im Stich lassen kann, wenn gegen sie einmal eine atomare Drohung vorgebracht werden sollte. Daher plädiert Moskau immer wieder für eine regionale Desatomisierung.

In diesem Zusammenhang ist folgendes wissenswert: Der Plan, Israel als „nukleare Kapazität“ aufzurüsten, seinen industriellen und technologischen Fortschritt zu sichern und das Land unabhängig zu machen, entstand zur Zeit der großen Eroberungen anläßlich des israelischen Sinai-Überfalls von 1956, der ursprünglich wie ein gewaltiger Sieg aussah, bald darauf jedoch durch den von den Großmächten erzwungenen Rückzug aller israelischen Truppen von der Sinai Halbinsel in eine demütigende Niederlage Ben Gurions umschlug. In dieser Stunde der Bitterkeit und Enttäuschung schlug Shimon Peres, ein führender Beamter des Verteidigungsministeriums – heute ist er Verteidigungsminister – Ben Gurion vor, die Freundschaft mit Frankreich zu benutzen, um mit französischer Hilfe in Israel nukleares Potential zu entwickeln. „Ben Gurion stimmte dem Bau eines Reaktors von beträchtlichem Ausmaß in Dimona in Zusammenarbeit mit den Franzosen zu. Die ganze Operation wurde unter strengster Geheimhaltung ausgeführt, und es dauerte viele Jahre, bis die Außenwelt davon hörte. Sogar im Land selbst gab es eine starke Opposition. Einige der bekanntesten Wissenschaftler Israels, darunter der leitende Direktor des Weizmann-Instituts, Meyer W. Weisgal, forderten Ben Gurion auf, das Projekt fallenzulassen. Ben Gurion ignorierte die Warnungen, und das Dimona Projekt lief an.
Gleichzeitig wurde das Verteidigungsministerium erweitert mit Shimon Peres als Dynamo, der für die Modernisierung der Streitkräfte und die Entwicklung der einheimischen Industrie sorgen sollte. Ben Gurion wußte, was er wollte . . . So versuchte er, die israelische Haltung gegenüber dem neuen Deutschland zu ändern. Ein neues Verhältnis hatte sich nach dem Wiedergutmachungs Abkommen ergeben, das im September 1953 unterzeichnet wurde . . .
Bisher hat die deutsche Bundesregierung über 3 Milliarden Mark als Wiedergutmachung auf Grund eines von Bundeskanzler Adenauer abgeschlossenen Abkommens an Israel gezahlt. Zusätzlich dazu hat Konrad Adenauer am 14. März 1960 mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion im Waldorf-Astoria-Hotel in New York vereinbart, „daß die Bundesregierung zum Zwecke der Wiedergutmachung Israel Entwicklungshilfe in Höhe von 2 Milliarden Mark einräumen werde. Unter Berücksichtigung der Zahlungen in diesem Jahr wird ein Betrag von 1 944 800 000 Mark erreicht, so daß 1975 noch 55,2 Millionen Mark erforderlich wären, um diese alte Vereinbarung zu erfüllen . . . Eine Fortsetzung deutscher Entwicklungshilfe erscheint Bonner Beobachtern jetzt, nachdem die Zusage Adenauers so gut wie erfüllt ist, unter entwicklungspolitischen Gesichtspunkten als nicht unproblematisch. Israel gehört, gemessen an seinem Wirtschaftspotential, längst nicht mehr zur Dritten Welt. Bereits 1971 verfügte es nach den unverdächtigen Aussagen der Weltbank über ein Bruttosozialprodukt je Kopf der Bevölkerung von 2190 Dollar. Dagegen wurden für Japan und Italien – Länder also, die seit vielen Jahren selbst Kapitalhilfe geben – im selben Jahr nur Beträge von 2130 und 1860 Dollar ausgewiesen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beabsichtigt bereits seit geraumer Zeit, Länder wie Spanien, Griechenland, Mexiko und Argentinien aus ihrer Liste der Entwicklungsländer zu streichen, um die Hilfe an die wirklich Bedürftigen zu konzentrieren. Die vier genannten Länder liegen aber im Einkommen je Kopf der Bevölkerung weit hinter Israel.“

Trotz dieser von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 31. August 1974 erhobenen Bedenken soll Dr. Nahum Goldmann, der Vorsitzende der „Jewish Claims Conference“, in einer bisher noch geheimgehaltenen Vereinbarung am 8. Oktober 1974, als er Bundeskanzler Schmidt und Finanzminister Apel besuchte, die Zusage über weitere 600 Millionen Mark im Rahmen der „Wiedergutmachung“ erhalten haben. Die Summe, von der 60 Millionen für nichtjüdische NS-Verfolgte bestimmt sind, soll ab 1975 in fünf Raten gezahlt werden.“

Die israelische Atomforschung und Kernindustrie konnte, mit deutschem Geld stark gefördert, in den letzten Jahren einen ungeahnten Aufschwung nehmen. Nach Juan Maler wurden in dem „mit westdeutschen Mitteln errichteten Atom Zentrum bei Bersheeba bis Oktober 1969 unter Prof. Bergmann bereits sechs A-Bomben hergestellt, sowie die Ladungen für die in Israel hergestellte Mittelstreckenrakete MD-660 mit einer Reichweite bis zu 1500 Kilometern“(J.Maler Gegen Gott und die Natur,1971).

Was sich in der Zwischenzeit bis zum heutigen Tag an atomarer Aufrüstung in Israel getan hat, dürfte wohl das streng gehütete Geheimnis einiger weniger Eingeweihter innerhalb der zionistischen Führungselite sein. Der bekannte Gnosiologe Hans Baum hat in einer prophetologischen Studie vom 6. Januar 1975 die Vermutung ausgesprochen, daß im Staat Israel die „Weltvernichtungsmaschinerie“, „deren Hervorbringung der einschlägige Experte Hermann Kahn erst für die nächste Generation erwartete“, bereits auf ihren möglichen Einsatz wartet. „Die perfekte Atombombe“, schreibt er, „garantiert Kettenreaktionen, die nicht nur für den Staat Israel und die ihn bedrohenden Araber zum Harakiri würden, sondern zugleich die ganze Menschheit zum Opfer des „Greuels der Verwüstung“ werden ließen“. Im Anschluß daran stellt er im Hinblick auf Golda Meirs Drohung die Frage: „Wer nennt mir zu diesem blasphemischen Pseudo Jehova der Israelis, zu diesem entsetzlichen Rachegott des jüdischen Nationalismus und Rassismus auch nur die Spur eines Vorbilds in der Geschichte der Menschheit?“

Baums Ahnungen und Befürchtungen sollten nicht allzu leichtfertig als phantastische Spekulation abgetan werden. Israels Staatspräsident Ephraim Katzir hat jedenfalls lakonisch erklärt: „Israel verfügt über nukleares Potential.“ Und ein Jahr zuvor tönte der israelische General Arik Scharon: „Israel ist eine militärische Supermacht . . . Alle Armeen Europas sind schwächer als wir.“

Lassen Worte dieser Art an Deutlichkeit noch etwas zu wünschen übrig? Sprechen sie nicht eindeutig dafür, daß der Zionismus wirklich eine Weltmacht ist?
Betrachtet man unter diesem Aspekt noch einmal das Zitat Golda Meirs, so gewinnt man einen noch tieferen Eindruck von dem extremen Machtanspruch der zionistischen Elite, einem Machtanspruch von einzigartiger Dimension. Denn: Weder von der „Elite der Welt“, wie ein Jesuitenhistoriker die Freimaurer nennt, noch von der „Elite Satans“ , wie ein Sowjetoffizier seine kommunistischen Kampfgenossen bezeichnete, ist jemals eine ähnliche Drohung wie jene von Golda Meir ausgesprochen worden. Wenn nun die Drohung mit dem „Ende der Welt“ einzig und allein aus der Welt des Zionismus kommt, dann drängt sich mir die Frage auf:
Zu wessen „Elite“ gehören Frau Golda Meir und die zionistischen Politiker?
Freimaurer und Kommunisten wollen die Welt nicht vernichten, sondern beherrschen. Die Zionisten wollen ebenfalls die Herrschaft über die Welt, aber sie dulden es nicht, daß die Welt ohne sie regiert wird. Lieber soll die ganze Welt zugrunde gehen, als ohne den zionistischen Staat weiterexistieren. Um eine solche Mentalität verstehen zu können, ist es notwendig, in die religiöse Tiefenschicht des Zionismus hinabzusteigen und die tiefsten Wurzeln der zionistischen Geisteswelt aufzudecken.

 

2. Das Endziel des zionistischen Messianismus

Nachdem wir den realpolitischen Aspekt des zionistischen Weltmachtanspruchs besprochen haben, müssen wir uns nun mit dem religiösen Untergrund des Zionismus befassen: mit seiner endzeitlich messianischen „Mystik“.

Wir stoßen hier auf das Fundament der zionistischen Ideologie, den zweiten Aspekt des zionistischen Weltmachtanspruchs. Einige jüdische Denker, Mystiker und Religionsphilosophen haben schon im letzten Jahrhundert gleichzeitig mit dem allmählichen Erwachen des Nationalismus in Europa das messianische Sendungsbewußtsein des jüdischen Volkes wieder zu neuem Leben erweckt. Im Mittelpunkt dieser Erneuerungsbewegung steht der Gedanke an Zion, ein biblisch theologischer Begriff, der von führenden jüdischen Religionsphilosophen und Theologen interpretiert und propagiert worden ist und heute noch das mystische Fundament aller zionistischen Politik bildet.
Ein bekannter und hervorragender Vertreter der zionistischen „Mystik“ war der Philosoph Martin Buber. In seiner Schrift: Zion als Ziel und Aufgabe, die in die Geheimnisse des zionistischen Gedankens einführt, schreibt er:
„Der Jude kann seinen Beruf unter den Völkern nur dann wahrhaft erfüllen, wenn er von neuem und mit seiner ganzen, unversehrten und geläuterten Urkraft daran geht, zu verwirklichen, was seine Religiosität ihn in der Vorzeit lehrte: die Einwurzelung im heimatlichen Boden, die Bewährung des rechten Lebens in der Enge, die vorbildliche Gestaltung einer Menschengemeinschaft auf der schmalen kanaanäischen Erde . . . Dies eine sei gesagt, daß Jerusalem immer noch, ja mehr denn je das ist, als was es im Altertum galt: das Tor der Völker . . . Es gilt das Heil Jerusalems zu suchen, welches das Heil der Völker ist . . . Am Werk der neuen Menschheit, das wir meinen, kann die spezifische Gewalt des Judentums nicht entbehrt werden – die Gewalt, die einst dem Menschen den stärksten Antrieb zum wahrhaften Leben gab. Sie ist nicht erstorben; sie lebt mitten in der Entartung fort und bewahrt die Keime des Heils für die Zukunft . . .“

„Die neue Menschheit braucht uns. Aber sie braucht uns nicht zerstreut und auseinanderstrebend, sondern gesammelt und geeint, nicht von Getue und Gerede besudelt, sondern gereinigt und bereit, nicht Gott bekennend mit unserem Wort und Gott verratend mit unserem Leben, sondern Gott getreu dienend durch die Bildung einer Menschengemeinschaft nach seinem Sinn . . . Wir aber sind die, die aus der Irrfahrt der Seelen die Wanderung nach dem Ziel gemacht haben . . . Wir im Ziel wurzelnden, wir „Söhne des Messias“ . . . Wir wollen ein jüdisches Gemeinschaftsleben schaffen. Es gibt in der Gegenwart kein jüdisches Gemeinschaftsleben . . .“

Die „dem Juden allein innewohnende Fähigkeit, das Land Israel zu erlösen, begründet die Forderung, die wir allen fremden Besitzansprüchen gegenüber erheben. Nicht den ,historischen Rechtsanspruch` . . . machen wir geltend, sondern den aus dem höchsten Menschenrecht fließenden, den Anspruch der Produktivität. Wir sind die, die aus diesem Land sein Höchstes zu schaffen vermögen, wir allein: uns gehört es . . .“

„Zion ist Größeres als ein Stück Land in Vorderasien; Zion ist Größeres als ein jüdisches Gemeinwesen in diesem Lande; Zion ist Erinnerung, Mahnung, Verheißung . . . Von Zion soll wieder wie einst die Lehre ausgehen. Es ist der Grundstein des messianischen Menschheitsbaus . . . An euch, an der Jugend wird es liegen, ob aus Palästina die Mitte der Menschheit oder ein jüdisches Albanien wird, das Heil der Völker oder ein Spiel der Mächte . . . Das Prinzip, das berufen ist, die Gesellschaft zu erneuern, ist. . . das des föderalistischen Sozialismus . . .“

„Zionismus ist etwas anderes als jüdischer Nationalismus . . . Denn Zion ist mehr als Nation. Zion ist kein Gattungsbegriff wie Nation oder Staat, sondern ein Name, die Bezeichnung für etwas Einziges und Unvergleichliches . . . Was einst werden sollte und immer noch werden soll; in der Sprache der Bibel: der Anfang des Königtums Gottes über alles Menschenvolk . . . Wer sich in Wahrheit zu Zion bekennt, bekennt sich wohl zu einer nationalen Tatsache, aber mehr noch als dieses zu einer übernationalen Aufgabe . . . Wir haben erkannt, daß wir die nationale Konsolidierung vollziehen müssen, um einer übernationalen Aufgabe willen . . .“

Da sich M. Bubers Thesen auf die Bibel berufen und jeder Zionismus letztlich in irgendeiner auf die Bibel gegründeten Interpretation oder Tradition wurzelt, wollen wir nun nach Inhalt und Wesen des alttestamentlichen Zionsbegriffs fragen und ihm die Zionsidee des modernen Zionismus vergleichend gegenüberstellen.

Die Wortbedeutung von Zion, das in vorisraelitischer Zeit der Name für den Südost-Hügel Jerusalems war, konnte bisher noch nicht befriedigend geklärt werden. Man hat vermutet, mit Zion sei später die Festung im Südosten des Tempelbergs unterhalb des Ophel bezeichnet worden, jene Festung, die von König David einst erobert und in Davidstadt umbenannt wurde.
Während der Begriff Zion in den geschichtlichen Büchern des Alten Testamentes fast gar nicht vorkommt, spielt er im prophetischen Schrifttum und in den Liedern (Psalmen) eine beherrschende Rolle. Er begegnet uns hier etwa 150 Mal, und zwar bezogen auf den Tempelberg und den Sitz Gottes, auf ganz Jerusalem, das als Stadt Gottes (Is 60, 14; Ps 48, 2f) und Wallfahrtsziel besungen wird. Die Bevölkerung Jerusalems wird im Alten Testament 23 Mal personifiziert Tochter Zions genannt (2 Kön. 19, 21; KI 2, 13).

Schließlich steht bei Jesaja Zion für ganz Israel, bei Jeremia wird es mit Juda gleichgesetzt und in den Psalmen werden die Städte Judas Zion genannt oder ihm zugeordnet. Während und nach dem Exil bezeichnet Zion vorwiegend Jerusalem, die Stadt des endzeitlichen Heils, die Gott (Jahwe) in ihrer Erniedrigung nicht vergißt (Jes 49, 14f), in der er und sein Name wohnt (Joel 3, 17; Zach 2, 10) und von wo aus er über alle Völker herrschen wird, gemäß der prophetischen Verheißung des Jesaja: „Am Ende der Tage wird es geschehen: Da steht der Berg des Herrn an der Spitze der Berge festgegründet und ragend über die Hügel, und alle Völker strömen zu ihm. Viele Nationen sprechen: ,Auf, laßt uns steigen zum Berg des Herrn und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns seine Wege lehre und wir auf seinen Pfaden schreiten. Denn Weisung geht aus von Zion, das Wort des Herrn von Jerusalem. Zwischen den Völkern wird er richten, entscheiden für viele Nationen. Ihre Schwerter schmieden sie zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Nimmer wird Volk gegen Volk das Schwert erheben und nicht mehr lernt man die Kriegskunst“ (Jes. 2, 2 ff).

Der erwählte messianische Gottesknecht „bringt den Völkern das Recht . . . Er selbst wird nicht matt, nicht knickt er zusammen, bis er auf Erden das Recht festsetzt . . .“ (Jes. 42, 1.4)
„Jetzt aber redet der Herr, der dich, Jakob, erschuf, der dich, Israel, formte: ,Fürchte dich nicht, denn ich erlöse dich, rufe dich beim Namen, mein bist du! . . . Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Vom Osten bringe ich deine Kinder herbei, vom Westen her sammle ich dich; zum Norden spreche ich: Gib heraus!, zum Süden: Halt nicht zurück! Bring her meine Söhne von fern, meine Töchter vom Ende der Erde . . .“ (Jes. 43).

Worte der Verheißung wie diese aus dem Jesaja-Buch könnten hier noch in großer Zahl angeführt werden. Für den „gläubigen“ Zionisten ist die alttestamentliche Verheißung des messianischen Heils und der Gottesherrschaft vom Berge Zion aus nicht geschichtliche Vergangenheit, sondern, wie M. Buber sagt, das, „was einst werden sollte und immer noch werden soll“, die „unendliche Aufgabe der jüdischen Volksseele“; eine Aufgabe, die dem auserwählten Bundesvolk Gottes und nur ihm obliegt, den „Söhnen des Messias“.
Sie können ihre Aufgabe nur erfüllen in dem Land Israel („Erez Israel“), „durch dessen Besiedlung einst dieses Volk zum Volk wurde“.
Dort muß ganz Israel sich erneuern, um seine übernationale messianische Aufgabe, die Erlösung der Welt erfüllen zu können, oder anders ausgedrückt: das „Königtum Gottes über alles Menschenvolk“ aufzurichten.
Zur Erreichung dieses Zieles muß „der drohenden Tyrannei der sinnlosen, seelenlosen, leblosen Werte, die das Abendland . . . dahin gebracht hat, wo es heute ist“, begegnet werden. Dies ist „nicht anders“ möglich, schreibt M. Buber, „als indem wir die Diktatur des schöpferischen Geistes aufrichten. Die Diktatur des schöpferischen Geistes, dem sich alle Macht und Herrlichkeit der ,privaten Initiative‘ zu beugen, dem sie zu gehorchen hat. Des schöpferischen Geistes, der all der selbstsicheren Triebkraft des ,wirtschaftlichen Aufschwungs‘ seine Gesetze diktieren wird.“

In einer früheren Schrift gibt uns M. Buber noch tieferen Einblick in seinen „Glauben“, wenn er erklärt: „Das Judentum hat vor allem nicht eine Vergangenheit, sondern eine Zukunft. Ich glaube: das Judentum ist in Wahrheit noch nicht zu seinem Werke gekommen, und die großen Kräfte, die in diesem tragischsten und unbegreiflichsten aller Völker leben, haben noch nicht ihr eigenstes Wort in die Geschichte der Welt gesprochen . . . Wie die Juden der Urväterzeit, um sich aus der Entzweiung ihrer Seele, aus der ,Sünde‘ zu befreien, sich ganz an den nichtentzweiten, den einen einheitlichen Gott hingaben, so sollen wir, die wir in einer anderen, besonderen Zweiheit stehen, uns daraus befreien, nicht durch Hingabe an einen Gott, den wir nicht mehr wirklich zu machen vermögen, sondern durch Hingabe an den Grund unseres Wesens, an die Einheit der Substanz in uns, die so einig und einzig ist, wie der einige und einzige Gott, den die Juden damals aus ihrer Sehnsucht nach Einheit hinaufgehoben haben an den Himmel ihres Daseins und ihrer Zukunft.“

Das Glaubensbekenntnis, das Martin Buber hier ablegt, ist also nicht mehr mit dem der „Juden der Urväterzeit“ oder dem der „Juden von damals“ identisch, weil jener Glaube und jene „Hingabe an einen Gott“ in der heutigen Zeit „nicht mehr wirklich zu machen ist“. Statt der Hingabe an Gott ist nun die „Hingabe an den Grund unseres Wesens, an die Einheit der Substanz in uns“ zu vollziehen, das ist die Hingabe an uns selbst. Eine wichtige Erkenntnis, die zu beachten ist, wenn M. Buber von seinem „Gott“ spricht.

Wir fassen zusammen:
M. Bubers Glaube ist nicht mehr der ursprünglich biblische Offenbarungsglaube an den lebendigen Gott. Daraus ergibt sich, daß auch seine Zionsidee nicht mehr die biblische sein kann. Sein messianischer Zionismus ist total verweltlicht und säkularisiert und dem Wesen nach nur noch verbal, nicht aber real in der Bibel begründet.
Es ist ein humanistischer Messianismus, ähnlich säkularistisch wie der sozialistische Messianismus des Juden Karl Marx, der freilich – im Unterschied zu Bubers Heilsideologie – auf jede biblische Begründung verzichtet.

In der Bibel, der großen „Urkunde der Antike“, findet M. Buber „überall das Streben nach Einheit . . . Nach Einheit im einzelnen Menschen. Nach Einheit zwischen den Teilen des Volkes, zwischen den Völkern, zwischen der Menschheit und allem Lebendigen. Nach Einheit zwischen Gott und der Welt“.

„Und dieser Gott selbst war aus dem Streben nach Einheit hervorgegangen . . . Er war nicht aus der Natur, sondern aus dem Subjekt erschlossen. Der gläubige Jude fragte nicht nach Himmel und Erde, wenn er Ihn nur hatte . . .: weil er ihn nicht in Himmel und Erde erschaut, sondern ihn sich als die Einheit über der eigenen Zweiheit, als das Heil über der eigenen Zweiheit, als das Heil über dem eigenen Leid erbaut hatte. Der gläubige Jude . . . rettete sich in ihm in jene künftige, messianische Zeit der Wiedervereinigung hinüber; er erlöste sich in ihm von aller Dualität. . . Das Streben nach Einheit ist es, was den Juden schöpferisch gemacht hat . . . So ist und bleibt dies die Grundbedeutung des Judentums für die Menschheit, daß es der Urzweiheit im innersten Wesen wie kein anderes bewußt . . . eine Welt verkündet, in der sie aufgehoben ist: eine Gotteswelt, die im Leben des Einzelnen und im Leben der Gesamtheit verwirklicht werden will: die Welt der Einheit.“

Unschwer erkennt man in M. Bubers „Glauben“ die innere Verwandtschaft mit der Geisteswelt der Freimaurerei. Hier wie dort finden wir im innersten Bereich des geistigen Tempelbaus den sich selbst erlösenden und nach der Einheit und dem Heil strebenden Menschen. „Wer immer strebend sich bemüht, den können mir erlösen!“

Was in der Freimaurerei der symbolische „Allmächtige Baumeister aller Welten“ ist, das ist im messianischen Zionismus M. Bubers nicht der objektiv existierende persönliche Gott der Bibel, sondern der vom subjektiven Menschen und seiner Heilssehnsucht konstruierte und geschaffene „Gott“, ein Gott, den sich der „gläubige Jude . . . als das Heil über dem eigenen Leid erbaut hatte“. Hier ist also Gott nicht der Baumeister des Menschen, sondern der Mensch der Baumeister Gottes, oder um mit dem atheistischen Philosophen Feuerbach zu sprechen: Der Mensch hat Gott nach seinem Bild geschaffen und nicht umgekehrt, wie die Bibel verkündet. „Gott“ ist also ein Geschöpf des Menschen, und damit ist er keine göttliche, überweltlich transzendente, übermenschliche Wirklichkeit mehr. Kurz und gut:
Der diesseitig innerweltliche, humanistisch säkularisierte zionistische Messianismus M. Bubers deckt sich nicht mit dem im Offenbarungswort der Bibel verkündeten Messianismus.
Die geistige Kluft zwischen biblischem und zionistischem Messianismus ist ebenso unüberbrückbar wie die zwischen der Humanismus-Religion der Freimaurerei und dem christlichen Glauben. Und das, obwohl beide die Bibel zitieren und sich auf sie berufen.

Die Verfälschung der Bibel beginnt immer dann, wenn sie nicht mehr als Offenbarung des lebendigen Gottes, sondern als symbolisches Erbauungsbuch mißverstanden wird. Von all dem abgesehen, geht der zionistische Messianismus an der Heilswirklichkeit des schöpferischen und erlösenden Gottes deshalb vorbei, weil die messianischen Heilsverheißungen des Alten Testaments sich im Messias König Jesus Christus bereits erfüllt haben und ihrer endgültigen Verwirklichung in der auf uns zukommenden Offenbarung des Gottesreiches entgegengehen. Nach dem Befund der Heiligen Schrift wird diese Gottesherrschaft nicht von leidenschaftlichen und von messianischem Sendungsbewußtsein erfüllten Zeloten, sondern einzig und allein von Gottes mächtiger Heilstat herbeigeführt werden.

Vor M. Buber war bereits im 19. Jahrhundert innerhalb des Zionismus eine mystische Bewegung entstanden, die einen jüdischen Nationalstaat als Wiedergeburt und Fortführung der alten israelitischen Königreiche erstrebte. Hier wurde die Lehre vom Dritten Königreich Israel und vom Dritten Tempel entwickelt. Nach ihr bildeten die alten israelitischen Königreiche das erste jüdische Gemeinwesen mit dem ersten Tempel, den Salomo erbaut hatte, als Mittelpunkt. Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft kam die Zeit des zweiten jüdischen Königreiches mit dem zweiten Tempel als Zentrum. Nun sollte nach einer Unterbrechung von fast 2000 Jahren das Dritte Königreich Israel mit dem Dritten Tempel als geistig religiösem und politischem Mittelpunkt erstehen.
Das Volk der Geschichte sollte zu seinem geschichtlichen Ursprung zurückkehren, in sein geschichtliches Land, mit dem es untrennbar verbunden ist. Das ist die geistige Wurzel des Erez-Israel-Mythos. Vom ersten Königreich Israel unter König David über das Zweite Königreich unter der Hasmonäer-Herrschaft nach dem Makkabäeraufstand gegen die Nachfolger Alexanders des Großen sollte eine geschichtliche Verbindungslinie zu einem neuen, größeren Israel als Drittem Königreich mit einem dritten Tempel gehen. So wurde damals schon die politische Idee des Zionismus „von religiösem Mystizismus durchtränkt und erhielt dadurch einen starken messianischen Impuls. Obgleich dies alles Herzl selber, einem typisch jüdischen Intellektuellen aus Wien, ziemlich fremd war, gelangte er doch, nachdem er mit den jüdischen Massen in Osteuropa in Berührung gekommen war, zu der Überzeugung, daß dieser Mystizismus für die Bewegung unentbehrlich war.“

Inzwischen ist in dem neuen Staat Israel das „Dritte Königreich Israel“ bereits proklamiert worden. Nach dem militärischen Überfall der Israelis von 1956 im israelischen Sprachgebrauch ist statt „Überfall“ das Wort „Präventivkrieg“ zu setzen, der die Eroberung der Sinai Halbinsel zur Folge hatte, wurde es von Ben Gurion feierlich ausgerufen. Doch welche Tragik, schon vierundzwanzig Stunden später mußte der gefeierte Sieger mit gebrochener Stimme bekanntgeben, daß er die Forderung Präsident Eisenhowers akzeptiert und dem Rückzug der israelischen Truppen aus dem eroberten Gebiet zugestimmt habe. Nun gehört zum Dritten Königreich auch der Dritte Tempel. Seine „Wiedererrichtung“ bereitet den Zionisten gegenwärtig größte Sorgen.
Schon die „Encyclopaedia Britannica“ von 1926 definiert den Zionismus als „eine jüdische Bewegung, die die Wiedererrichtung Israels, die Zusammenfassung der Juden in Palästina und den Wiederaufbau des Tempels anstrebt.“

Wo soll nun aber dieser Dritte Tempel erbaut werden? Am 30. November 1930 erhielt der Großmufti von Jerusalem von dem rumänischen Oberrabbiner einen Brief, worin er aufgefordert wurde, die Al-Aqsa-Moschee, das zweitgrößte Heiligtum der islamischen Welt und eines der bedeutendsten Bauwerke der Welt überhaupt, den Juden zur Verfügung zu stellen. Irgend jemand hatte nämlich das Märchen erfunden, daß auf dem Boden der islamischen Moschee einst der Tempel Salomos gestanden habe. Obwohl eine neutrale wissenschaftliche Kommission, die vom Völkerbund mit der Klärung dieser Frage beauftragt worden war, am 14. Januar 1930 feststellte, daß die jüdische Behauptung jeglicher Grundlage entbehrte, wurde von jüdischer Seite dennoch die Forderung nach Übergabe der Moschee erhoben. „Sir Alfred Mond Milchet, selbst Jude und britisches Kabinettsmitglied, erklärte damals: ,Der Tag des Wiederaufbaues des Tempels ist nahe gerückt, und ich werde den Rest meines Lebens der Wiedererrichtung des Tempels Salomos an der Stelle der Al-Aqsa-Moschee widmen.`
Nach der Errichtung des ,Staates Israel` erklärte der israelische Oberrabbiner sofort, daß nicht Tel Aviv die Hauptstadt sein werde, sondern Jerusalem, denn dort stand Salomos Tempel, und die gesamte jüdische Jugend ist bereit, ihr Leben zu opfern, um den Ort ihres heiligen Tempels zu erobern.`
Ministerpräsident Ben Gurion sagte: ,Israel ist sinnlos ohne Jerusalem und Jerusalem ist sinnlos ohne den Tempel.` Noch am 30. Juni 1967 erscheint in ,Time` ein aufschlußreicher Artikel unter dem Titel ,Wird der Tempel errichtet werden?` (Should the Temple be Rebuilt?). Darin wird der vom Völkerbund längst widerlegte Schwindel von den Resten des alten Tempels neu aufgewärmt: ,Wenn man voraussetzt, daß Israel den Wall in Händen hat, welcher eine der wenigen erhaltenen Ruinen des Jüdischen Zweiten Tempels darstellt, so ist damit die Zeit für die Errichtung eines Dritten Tempels gekommen . . . Obwohl der Zionismus weitgehend eine säkulare Bewegung darstellt, so ist doch eine seiner Quellen das Jüdische Gebet um Rückkehr nach Palästina, um dort einen neuen Tempel errichten zu können. So groß ist Israels Euphorie heute, daß manche Juden genügend theologischen Grund sehen, solchen Wiederaufbau zu diskutieren. Sie gründen ihre Argumentation auf die Behauptung, daß Israel bereits in seine ,Messianische Aera` eingetreten sei, und weisen darauf hin, daß Israels Oberrabbiner 1948 festlegte, mit der Errichtung des Jüdischen Staates und der Sammlung der Exilierten habe das Zeitalter der Erfüllung begonnen . . . Und der Historiker Israel Eldad sagt: ,Wir stehen dort, wo David stand, als er Jerusalem befreite. Von da an bis zur Errichtung des Tempels durch Salomo verging nur eine Generation. Genauso wird es uns geschehen.` Und was ist mit dem Moslem Heiligtum? Antwortet Eldad: ,Das ist allerdings eine offene Frage. Wer weiß? Vielleicht wird es ein Erdbeben geben?`

Die Frage ist heute nicht mehr ganz so offen. Anfang 1969 bestellte die israelische Regierung im Ausland genau abgemessene Steine für den neuen Tempel und seine beiden, im Alten Testament genannten massiven Bronzesäulen trafen ebenfalls bereits in Palästina ein. Dann erfolgte die Brandstiftung.“

Am 21. August 1969 brannte die Al-Aqsa-Moschee. Der „Observer“ in London veröffentlichte über diese Schandtat folgenden Augenzeugenbericht:
„Als ich eintraf, sagte man mir, das Feuer wäre vor etwa einer Stunde ausgebrochen. Es war eine Szene wie aus Dantes Inferno. Als ich das Heiligtum betrat, stürzten junge Araber auf mich zu, schreiend, meinen Arm ergreifend, weinend: ,Die Juden haben das getan` heulten sie und schluchzten mit verzerrten Gesichtern. ,Sie wollen uns alle töten! Sogar unsere Heiligen Stätten wollen sie vernichten. . .` Viele Leute weinten. Man fragte mich, ob ich Israeli oder Amerikaner sei (denn letztere werden als Gehilfen Israels angesehen). Die älteren Araber in der Menge führten mich zu einem religiösen Führer in langem Gewand, der nicht weit von der Tür der Moschee inmitten einer tobenden Menge stand. Der Scheich sagte: ,Diese Moschee wurde unter israelischer Herrschaft angezündet. Sagen Sie das der Welt. Das ist noch niemals vorher geschehen. Was heute geschehen ist, spottet jeglicher Beschreibung. Dieses Feuer spricht für sich selbst.` . . .
In und um die Moschee herum liefen Araber mit Schläuchen, manche davon ohne Wasser. Männer und Jungen riefen ,Gott ist groß`, ihre Hemden und Hosen waren klitschnaß, während sie Eimer mit Wasser aufs Dach hinaufreichten. Gruppen bewegten sich im Hof, manche in Tränen, manche die Fäuste in den Himmel streckend. Balken stürzten herab, dicht neben die Helfer unten. Die alte Kanzel, errichtet zu Zeiten des Sultans Salahuddin Ayubi, war in schwarze Stücke auseinandergebrochen. Ich sah einen alten Moslemscheich in Turban und langem Mantel, wie er vorsichtig mit einem Wassereimer in der Hand am Dachrand entlang ging . . . Dann hörte man einen Seufzer der Erleichterung, als ein Wassertankwagen in die Moschee einfuhr. Er war aus Hebron geschickt worden, einer mohammedanischen Stadt südlich von Jerusalem . . . Israelische Soldaten, Ostjuden dem Aussehen nach, schossen auf die arabischen Jungen bei der Via Dolorosa . . . Dann wurden die Geschäfte geschlossen, die Touristen wurden hinausgejagt, weitere Soldaten besetzten die Mauern der Stadt und drangen in diese ein, und die Stadt wurde abgeriegelt . . . Die Leute sprachen kaum. Sie blickten in Angst. Ich sah nicht e i n e n Araber, auch nicht der älteren gutgekleideten Generation, der nicht zitterte vor Ärger, Kummer und Abscheu. Alle sagten Unruhen voraus . . . Jerusalem in einer Atmosphäre voller Bitterkeit, ich hatte es niemals zuvor so gesehen. Es wartete auf die Folgen dieses Feuers . . .`

Der mohammedanische Stadtrat von Jerusalem schloß den Komplex sofort für nichtmohammedanische Besucher. Da erschien am 15. September Moshe Dayan mit Begleitung und drang in die Moschee ein, sie zu besichtigen. Gefühlsroher ist man selbst in Deutschland 1945 nicht aufgetreten.

Es stellte sich heraus, daß die Feuerwehr erst nach Stunden eintraf, daß mehrere Feuer angelegt worden waren, daß hochbrennbare explosivähnliche Stoffe, die nur eine große Organisation liefern und vorbereiten kann, verwandt worden waren, daß der angebliche Van der Luebbe, der Australier Rohan, gar nicht durch das weiter entfernte Nordtor eingedrungen war, sondern durch das von Israelis bewachte Moors Tor. Eine Untersuchung der Brandursache durch Neutrale wurde von den Israelis abgelehnt, der ,Brandstifter` widerrief mitten im Prozeß seine ,Geständnisse` und wiederholte sie dann auftragsgemäß einige Tage später aus seiner Eichmannkabine heraus. Kein Mensch in Jerusalem glaubt ihm auch nur ein einziges Wort. Die mohammedanischen Autoritäten Jerusalems weigerten sich, vor den israelischen Justiz Komödianten zu erscheinen.“

Nun bleibt noch ein Wort über M. Bubers zionistische Moral zu sagen. Es ist die Moral des ursprünglichen Chassidismus, in dem M. Buber „eine große Bewegung“ sieht, „die ins Innerste der Wahrheit griff und des Volkes Innerstes bewegte.“
Dieser Chassidismus brachte „eine Erneuerung der Tatidee. In der Tat offenbart sich ihm der wahre Sinn des Lebens. Es kommt hier in noch deutlicherer und tieferer Weise als im Urchristentum nicht darauf an, was getan wird, sondern jede Handlung, die in Weihe, das heißt: in der Intention auf das Göttliche geschieht, ist der Weg zum Herzen der Welt. Es gibt nichts an sich Böses; jede Leidenschaft kann zur Tugend, jeder Trieb ,ein Wagen für Gott` werden. Nicht die Materie der Handlung, nur ihre Weihung entscheidet. jede Handlung ist heilig, wenn sie auf das Heil gerichtet ist. Die Seele des Täters allein bestimmt das Wesen seiner Tat. Damit erst ist die Tat in Wahrheit zum Lebenszentrum der Religiosität geworden. Und zugleich wird das Schicksal der Welt in die Hand des Täters gelegt. Durch die in ihrer Intention geheiligte Handlung werden die gefallenen göttlichen Funken, die in den Dingen und Wesen verstreuten, irrenden Seelen befreit, und indem er dies tut, wirkt der Handelnde an der Erlösung der Welt. Ja, er wirkt an der Erlösung Gottes selber, da er durch die höchste Sammlung und Spannung der Tat die verbannte Gottesherrlichkeit für die Gnadenzeit eines unmeßbaren Augenblicks ihrem Quell nähern, in ihn eintreten lassen kann . . . Darum ist für den Chassidismus der letzte Zweck des Menschen dieser: selbst ein Gesetz, eine Thora zu werden . . «

Das Grundprinzip der hier entworfenen subjektiven Tat-Moral ist das gleiche wie das jeder anderen autonomen Moral, sei es die der Freimaurerei, des marxistischen Sozialismus oder des Nationalsozialismus. Über Gut und Bös entscheidet da jeweils „die Seele des Täters“, dessen auf „Heil“ ausgerichtete „Intention“ die Handlung „heiligt“.
Der zionistische Sozialismus steht somit in einer Reihe und auf derselben Ebene wie jede andere Form von Sozialismus und stimmt in seiner Morallehre mit der Heilslehre der Freimaurerei und jeder anderen Richtung der autonomen Geisteswelt überein. „Gut“ ist nach diesen Ideologien immer das, was den Zielen und Zwecken der jeweiligen Heilsinstitution nützt. Alle Mittel sind heilig, wenn sie nur auf „Heil“ gerichtet sind, wobei natürlich jede einzelne Ideologie selbst bestimmt, was Heil ist.
All diese, dem Christentum und seiner theonomen  – von Gott gesetzten – Moral radikal entgegengesetzten, sittlichen Theorien haben den Völkern der Welt kein wirkliches Heil, sondern unermeßliches Unheil gebracht, wie die Geschichte hinlänglich bewiesen hat. Wenn jeder Mensch sich selbst Gesetz ist, was nach M. Bubers Chassidismus „der letzte Zweck des Menschen ist“, dann kann die letzte Konsequenz dieser autonomen Moral nur der Kampf aller gegen alle sein.
M. Buber sieht nicht, daß die unausweichliche Konsequenz seiner Tat-Moral kollektives Unheil sein muß.
Inzwischen hat die Geschichte der letzten Jahrzehnte in dem unheiligen „Heiligen Land“ Palästina gezeigt, wieviel Unheil dort durch die zionistische Führungselite und des ihr untergebenen Volkes über Hunderttausende und Millionen arabischer „Semiten“ gebracht wurde. M. Bubers Ideen, nicht zuletzt seine zionistische Moral, haben auf die zionistische Elite einen außerordentlich starken Einfluß ausgeübt und sind leider immer noch die bestimmende Norm für das gesellschaftliche und politische Handeln in Israel. Das gilt auch für die unreligiösen und antireligiösen Zionisten, die von der zionistischen „Mystik“ wenig oder nichts halten und unbewußt – archetypisch – dennoch viel stärker von dieser „Mystik“ leben, als sie selbst wissen oder wahrhaben möchten.

Das große Ziel, dem alle Zionisten zustreben, ihr messianisches Endziel, ist die Herrschaft über „alles Menschenvolk“, das heißt mit anderen Worten: die Weltherrschaft. Diese ist identisch mit dem endzeitlichen messianischen Heil, das zu verwirklichen die „übernationale Aufgabe“ der „Söhne des Messias“ oder des „auserwählten Volkes“ ist. Bei M. Buber heißt das religiös verschleiert: „Königtum Gottes über alles Menschenvolk“ in der „Welt der Einheit“. Da aber der Terminus „Gott“ bei ihm nur Leerformel für „schöpferisches Judentum“ ist, unterscheidet sich seine zionistische „Religiosität“ und Mystik in der Sache nicht von dem radikal säkularisierten Zionismus, der auf jegliches religiöses Beiwerk zur Begründung seines eigentlichen und letzten Zieles verzichtet.

Auch in einer anderen Überzeugung sind alle echten Zionisten einig. Sie betrachten es als selbstverständlich, daß die Weltmacht Zionismus ein Zentrum ihrer Weltherrschaft braucht, und dieses Zentrum ist eben „Zion“, d. h. Jerusalem und Palästina. Der Zionist Nahum Goldmann, der seit 1949 Präsident des Jüdischen Weltkongresses ist, hat dieser Überzeugung schon vor längerer Zeit mit aller nur wünschenswerten Offenheit und Konsequenz Ausdruck gegeben, als er erklärte: „Die Juden hätten Uganda, Madagaskar und andere Länder für den Aufbau eines jüdischen ,Vaterlandes` haben können, aber sie wollten einfach nichts anderes als Palästina . . .: weil Palästina der Schnittpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika ist, weil Palästina das wirkliche Zentrum der politischen Weltmacht ist, das strategische Zentrum der Weltherrschaft.

Ein in jüngster Zeit in den USA geführter Prozeß zwischen Zionisten und antizionistischen Juden hat erneut erkennen lassen, was das Endziel der zionistischen Bewegung ist. Bei dem im Distrikt Columbia (Civil Action Nr. 3271 67) ausgetragenen Prozeß ging es um folgendes: „Der gläubige Jude Saul E. Joftes war Generalsekretär des Internationalen Beirats des jüdischen Freimaurerordens B’nai B’rith. In dieser Stellung wandte er sich gegen eine Kontrolle der Zionisten über den B’nai B’rith und andere jüdische Organisationen in den USA. Er wurde daraufhin auf Druck von Dr. Nahum Goldmann, dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, durch Dr. William A. Waxler, dem Präsidenten von B’nai B’rith, aus seinem Amt entfernt, aber von dem ihm gewogenen Waxler in die Leitung der Informationsabteilung (Research) des B’nai B’rith neu eingesetzt. Auch hier führte er seine Opposition gegen die ,Zionisierung‘ der amerikanischen jüdischen Organisationen fort, so daß der Zionismus mit der bekannten Waffe der Verleumdung gegen Joftes vorging, wobei der Vizepräsident des B’nai B’rith, Rabbi Jay Kaufman, den Reigen anführte. Joftes klagte jetzt gegen Kaufman, und als Zeugen wurden eine Reihe führender Juden gehört. Sie sagten unter anderem aus, daß der B’nai B’rith eine geheime Rolle bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen spielte, daß Beamte des B’nai B’rith Deutsche enteigneten, daß der B’nai B’rith in Zusammenarbeit mit den Zionisten Westdeutschland zwang, den Krieg in Palästina 1948 zu finanzieren, so daß sich die verschwörerische Natur des Weltzionismus aus diesen Aussagen ergibt. . .“

Die wichtigste Erkenntnis jedoch, die bei dem Prozeß der jüdischen Brüder ans Licht kam, ist in einem amerikanischen Nachrichtenblatt so formuliert worden: „Most people think the purpose of the socalled Zionist movement is to establish a homeland for refugee Jews in Palestine   not at all. The real purpose of Zionism is to establish totalitarian global control via a World Supergovernment.“ Auf deutsch: „Die meisten Menschen meinen, der Zweck der sogenannten zionistischen Bewegung sei es, jüdischen Flüchtlingen eine Heimat in Palästina zu schaffen.  – Keineswegs. Der wahre Zweck des Zionismus ist die Errichtung einer totalen weltweiten Kontrolle durch eine Super Weltregierung.“ (The Washington Observer, 15.12.69)

Auf dem Weg zu diesem Endziel werden zur Zeit der israelischen Bevölkerung mit allen Mitteln der politischen und weltanschaulichen Propaganda, in Presse und Schule, folgende „Grundüberzeugungen des Zionismus“ beigebracht:

a) Alle Juden auf der Welt bilden insgesamt eine Nation;
b) Israel ist ein jüdischer Staat, der von den Juden für die Juden der ganzen Welt geschaffen wurde;
c) die gegenwärtige Zerstreuung der Juden ist eine zeitlich begrenzte Situation und früher oder später werden alle Juden nach Israel kommen müssen, sei es auch nur aufgrund unvermeidlicher antisemitischer Verfolgung;
d) die Einsammlung dieser Verbannten ist die raison d’etre Israels, und dieser wichtigsten Aufgabe müssen alle anderen Ziele untergeordnet werden. Diese politische Linie ist das Wesen der gegenwärtigen Staatsordnung.

In diesem Punkt gibt es freilich nicht nur unter Juden, sondern auch unter Zionisten Meinungsverschiedenheiten, wie es sie auch in anderen Fragen schon immer gegeben hat. Die große Frage, wie das letzte Ziel des Zionismus am besten erreicht werden kann, mag umstritten sein, das Endziel selbst ist es nicht, wenigstens nicht für die „Eingeweihten“ und „Weisen“ unter den Zionisten.

3. „Zwischen Henkern und Heuchlern“

Wenn Rassenwahn mit einer messianischen Ideologie verbunden ist, führt er gewöhnlich zum Massenmord, dem abscheulichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit im 20. Jahrhundert.
So war die Rassenideologie Adolf Hitlers der Grund für die kaltblütige Vernichtung ungezählter jüdischer Menschen. Die Zahl der ermordeten Juden ist zwar umstritten. Während die Zionisten permanent von 6 Millionen sprechen, für die sie ungeheure Wiedergutmachungsleistungen fordern, schrieb der jüdische Jurist und Statistiker Dr. Listojewsky 1952 in einer amerikanischen Zeitschrift:
„Ich habe mich als Statistiker 2 1/2 Jahre bemüht, die Zahl der während der Hitlerzeit (1933 – 1945) ums Leben gekommenen und vermißten Juden festzustellen. Die Zahl schwankt zwischen 350 000 und 500 000. Wenn wir Juden behaupten, es wären 6 Millionen gewesen, so ist das eine Lüge.“

Mag die wirkliche Zahl der vernichteten Juden auch unter den heutigen Juden umstritten sein, so ändert das doch nichts an der Tatsache, daß die nationalsozialistische Judenausrottung eine himmelschreiende Schandtat gewesen ist, die eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Deutschen Volkes bleiben wird, wenngleich auch eine Kollektivschuld der Deutschen ausgeschlossen ist.
Andererseits muß aber um der Wahrheit willen festgestellt werden, daß es schon lange vor dem nationalsozialistischen Rassendünkel den zionistischen Auserwähltheitswahn gab, der auf einem krassen Mißverständnis der göttlichen Auserwählung des alttestamentlichen Bundesvolkes und seiner einmaligen messianischen Sendung beruht.

Asher Ginzberg (1856 – 1927) genannt Achad Haam (d. h. „einer aus dem Volk“), wie M. Buber Chasside, ferner führender Talmudist und Begründer des sog. „geistigen Zionismus“, war wohl von diesem mißverstandenen jüdischen Auserwähltheitsgedanken überzeugt, als er von den Juden u. a. schrieb: „Alle (Juden) wußten einfach als selbstverständliches Axiom, daß es auf der Schöpfungsleiter Stufen gebe: Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen und zuoberst Juden.“

Achad Haam gründete auch die Verschwörergruppe B’nai Zion, mit der er in Osteuropa gegen den vornehmlich politischen und wirtschaftlichen Zionismus Theodor Herzls (1860 – 1904) kämpfte. Mit seiner Zeitung Ha Shilvah (Der Weg) gelang es ihm auf den Zionistenkongressen der Jahre 1911 und 1913 seine Ideen vom nationalen Zionismus immer mehr durchzusetzen. Die 1913 in Petersburg erschienene Jüdische Enzyklopädie charakterisierte seine geistige Konzeption wie folgt:
„Nach Achad Haam besteht die Mission des jüdischen Volkes darin, ein Übervolk zu werden, das Volk der Propheten, das in sich von Geschlecht zu Geschlecht den allerhöchsten Typ der Sittlichkeit verkörpert und getreuester Träger der allerschwierigsten sittlichen Verpflichtungen ist, ohne jegliche Überlegung, ob es damit den Menschen Schaden oder Vorteil bringt, sondern ausschließlich nur im Namen dieses höchsten Typus.“

In den vielgeschmähten Protokollen finden sich zahlreiche Stellen, die mit der Gedankenwelt Achad Haams und anderer führender Zionisten in auffallender Weise übereinstimmen.
So heißt es etwa in V,7: „Unsere Propheten haben verkündet, daß wir von Gott auserwählt sind, über die ganze Welt zu herrschen. Gott selbst hat uns die Begabung verliehen, dieses Werk zu vollenden . . .“
In XI,7 lesen wir: „Die Gnade Gottes hat uns, sein auserwähltes Volk, über die ganze Welt zerstreut, und in dieser scheinbaren Schwäche unserer Rasse liegt unsere ganze Kraft, die uns heute an die Schwelle der Weltherrschaft geführt hat.“
I,16: „Der Zweck heiligt die Mittel . . .“
I,27: „Durch die rücksichtslose Strenge unserer Lehre werden wir siegen und alle Regierungen unserer Oberregierung unterwerfen. Die Erkenntnis, daß wir unbeugsam sind, wird genügen, daß jede Unbotmäßigkeit aufhört.“
XV,13: „Der Tod ist das unvermeidliche Ende aller Menschen. Es ist besser, das Ende derer zu beschleunigen, die sich unserem Werk entgegenstellen, als unser Ende, die wir die Schöpfer dieses Werkes sind.“
XV,26: „Jede Auflehnung gegen uns wird exemplarisch bestraft werden.“
XXII,2: „In unseren Händen befindet sich die größte Macht der heutigen Zeit . . . Müssen wir da noch beweisen, daß unsere Herrschaft von Gott vorgesehen ist?“
XXII,4: „Wahre Macht darf vor keinem Recht, nicht einmal vor dem göttlichen Recht zurückweichen . . .“

Hitler soll einmal gesagt haben, daß er von den „Protokollen“ gelernt habe. Wie wir wissen, hat er an die Spitze der Stufenleiter des Seins anstelle der Juden die „Arier“ gesetzt und sie zur Herrenrasse proklamiert. Der Mythos von „Blut und Boden“ sollte als ideologische Rechtfertigung für die geschichtliche Sendung der arischen Rasse dienen, die den Aufstieg und Fortschritt der Menschheit durch Ausrottung der angeblich rassisch minderwertigen Elemente voranzutreiben habe. Auf diese Weise hat er die „blonde Bestie“ losgelassen und seine Rivalen auf dem Weg zur Weltherrschaft ausschalten wollen. Wir sehen, wie ein einziger Irrtum genügt, um unvorstellbares Elend und Unrecht über die Menschheit zu bringen.

Nun gibt es heute gutinformierte Juden, die behaupten, daß Hitler und sein Clique keineswegs die Alleinschuldigen an der jüdischen Massenvernichtung waren, ja es wird von ihnen sogar die feste Überzeugung ausgesprochen, daß es trotz Hitlers Judenfeindlichkeit nicht zur Massenvernichtung jüdischer Menschen gegen Ende des 2. Weltkrieges hätte kommen müssen. Die grauenhafte Tragödie des Massenmordes an unschuldigen Juden wäre in der Tat wenigstens zu einem großen Teil verhindert worden, wenn gewisse führende Zionisten der Auswanderung deutscher und anderer europäischer Juden aus den später besetzten Gebieten zugestimmt und dieses Vorhaben unterstützt hätten, und wenn ferner von den für die Einwanderung vorgesehenen Ländern die Aufnahme jüdischer Emigranten nicht verweigert worden wäre.

Tiefbedauerlich ist, daß der geniale Plan des ehemaligen Reichsbankpräsidenten H. Schacht aus dem Jahr 1938, der Hitlers Zustimmung fand und den deutschen Juden die Ausreise unter annehmbaren Bedingungen ermöglicht hätte, von zionistischer Seite ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde. H. Schacht, Finanzgenie und aufrichtiger Freund der Juden, schreibt über seine Reaktion auf die antijüdischen Ausschreitungen in der sog. „Kristallnacht“ und seinen daraufhin entworfenen Plan zur Rettung der Juden:

„Es ist bekannt, daß nach der Übernahme Österreichs durch Hitler eine ganze Reihe von Juden aus Wien und Budapest sich vor der Verfolgung ins Ausland retten konnten, weil sie Zahlungen an die Partei leisteten. Sie erkauften ihre politische Freiheit durch Ablieferung beträchtlicher Devisensummen. Nach den schändlichen Vorgängen im November 1938, die in der Zerstörung der jüdischen Kultstätten gipfelten, hatte ich mich öffentlich gegen diese Terrorakte gewandt. Anläßlich einer Weihnachtsvorfeier von Angestellten der Reichsbank, bei der zahlreiche Parteiführer anwesend waren, sagte ich in einer Ansprache: ,Die Brandstiftung in den jüdischen Synagogen, die Zerstörung und Beraubung jüdischer Geschäfte und die Mißhandlung jüdischer Staatsbürger ist ein so frevelhaftes Unternehmen gewesen, daß es jedem anständigen Deutschen die Schamröte ins Gesicht treiben muß. Ich hoffe, daß keiner von euch sich an diesen Dingen beteiligt hat. Sollte aber doch einer dabei gewesen sein, so rate ich ihm, sich schleunigst aus der Reichsbank zu entfernen. Wir haben in der Reichsbank für Leute keinen Platz, die das Leben, das Eigentum und die Überzeugung anderer nicht achten. Die Reichsbank ist auf Treu und Glaube aufgebaut.`

Diese meine Einstellung macht deutlich, daß ich den lebhaften Wunsch hatte, eine für Hitler annehmbare Lösung der Judenfrage zu finden. Ich trug ihm vor, daß die terroristische Behandlung der Juden ein politischer Fehler sei und daß er sich anderer Mittel bedienen müsse, wenn er sich der deutschen Juden entledigen wolle. Ich verwies darauf, daß die Reichsbank das in Deutschland befindliche jüdische Vermögen auf rund sechs Milliarden Reichsmark geschätzt habe. Ich schlug vor, dieses jüdische Eigentum unter die Verwaltung eines internationalen Treuhandkomitees zu stellen und aufgrund dieser sechs Milliarden Vermögensgarantie eine Dollaranleihe aufzulegen, etwa in Höhe von eineinhalb Milliarden Reichsmark, die von den ausländischen Juden gezeichnet werden solle. Ich glaubte, daß es nicht schwer sein würde, diese eineinhalb Milliarden Anleihe bei dem großen Kreis ausländischer wohlhabender Juden unterzubringen. Aus dem Dollarerlös der Anleihe solle das Treuhandkomitee jedem deutschen Juden, der die Absicht hätte, Deutschland zu verlassen, einen angemessenen Betrag geben, der es ihm ermöglichen würde, seine Existenz im Ausland wieder aufzubauen. Damit würde nicht nur den auswandernden Juden, sondern auch den Ländern gedient sein, die zögerten, mittellose Juden aufzunehmen. Das Deutsche Reich solle sich verpflichten, die Anleihe in Dollar zu verzinsen und im Laufe von 20 Jahren in Dollar zu tilgen.

Erstaunlicherweise ging Hitler auf diesen Vorschlag ein und ermächtigte mich, wie ich ihm angeboten hatte, mit meinen Londoner Freunden zu verhandeln, um herauszufinden, ob ein solcher Plan durchführbar sei. Ich fuhr Anfang Januar 1939 nach London und trug zunächst dem Gouverneur der Bank von England, Montagu Norman, die Angelegenheit vor, der sie billigte und mir eine Besprechung mit einem der angesehensten Juden Londons vermittelte, dem Chef der bekannten Weltfirma Samuel & Samuel, Lord Berstedt. Dieser sagte mir sein Einverständnis mit dem Plan zu, bemerkte aber, daß er zunächst darüber mit dem geistigen Führer der Londoner Juden sprechen müsse, Herrn Chaim Weizmann. Nach zwei Tagen kam er wieder zu mir und teilte mir mit, daß er meinen Plan leider ablehnen müsse, weil Herr Weizmann sich auf das nachdrücklichste dagegen ausgesprochen habe. Eine Begründung hierfür gab er mir nicht. Ich mußte mich mit der Tatsache abfinden, daß mein Versuch, den deutschen Juden ihre persönliche und politische Freiheit durch eine Finanztransaktion zu ermöglichen, gescheitert war, obwohl es sich nicht um einen Freikauf, sondern nur um eine zu verzinsende und zurückzuzahlende Anleihe handelte, die den Juden noch dazu ihr deutsches Vermögen belassen hätte. Ich habe für dieses Verhalten niemals Verständnis aufgebracht. Daß Hitler auf meinen Plan einging, zeigt, daß er damals, Ende 1938, noch kompromißbereit war. Ob die Juden in aller Welt in der Lage gewesen wären, ihre deutschen Glaubensgenossen vor der späteren Vernichtung zu retten, wird immer ein Diskussionspunkt unter den Menschen guten Willens bleiben. Der frevelhafte Gedanke der Endlösung ist erst später gereift. Auch wenn man an eine solche damals noch nicht denken konnte, war der Wunsch vieler deutscher Juden, auszuwandern, verständlich. Die Weigerung jüdischer Prominenz, unseren Vorschlag aufzugreifen, hat auch in jüdischen Kreisen zu Erörterungen geführt.“ (H.Schacht: Magie des Geldes, Düsseldorf, 1966)

Der israelische Politiker Uri Avnery hat in seinem ausgezeichneten Buch Israel ohne Zionisten diese „Erörterungen“ angedeutet und folgendes festgestellt: „Der Zweite Weltkrieg gab der Idee eines jüdischen Staates den endgültigen, entscheidenden Antrieb. Die Tragödie der europäischen Juden – auf Hebräisch Haschoah, Massenvernichtung – bewirkte eine grundlegende Veränderung der psychologischen und politischen Situation. Während des Krieges wurde von der zionistischen Führerschaft kaum etwas unternommen, um die Juden im eroberten Europa vor der Ermordung zu bewahren. Das ist noch heute ein in Israel umstrittenes Thema . . . Viele glauben, daß doch manches hätte getan werden sollen und auch getan werden können . . . Doch alle Zionistenführer . . . betrieben palästinensische und nicht jüdische Politik . . . Es dauerte fast bis zum Ende des Krieges, ehe die Kunde von der Massenvernichtung endlich durchsickerte.“

Noch härter und schärfer geht der Jude J. G. Burg mit den Zionistenführern ins Gericht. Ausführlich und in vielen Details schildert er in seinem mit unbestechlicher Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit geschriebenen Buch Schuld und Schicksal – Europas Juden zwischen Henkern und Heuchlern die, wie er sagt, „dämonische Verflechtung des Judentums in das Weltgeschehen“.
In dem Kapitel Nürnberg, wo er die Frage nach der „Mitschuld“ am tragischen Schicksal der europäischen Juden stellt, schreibt er: „Die Deutsche Reichsregierung unternahm in den dreißiger Jahren alle Anstrengungen, um eine Massenauswanderung der Juden in die Wege zu leiten. Sie hatte diese Auswanderung nicht nur genehmigt, sondern auch teilweise unterstützt. Man sah damals die Endlösung der jüdischen Frage für Deutschland in einer geschlossenen jüdischen Emigration. Erst als diese Auswanderung mißlang, der Krieg sich der Katastrophe für Deutschland näherte, wurde dem Massenmord freie Bahn gegeben.

An diesem 20. Januar 1942 traten in Berlin Wannsee etwa 20 führende Vertreter aller jener deutschen Dienststellen zusammen, die mit der Judenfrage befaßt waren. Den Vorsitz führte der Chef des SS-Sicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, der berichtete, daß er beauftragt wurde, sich mit der Endlösung der Judenfrage in Europa zu befassen. Er gab eine Übersicht über die bisherigen Bemühungen. Auf Anordnung Görings sei schon im Januar 1939 eine Reichszentrale für jüdische Auswanderung errichtet worden, welche die Aufgabe hatte, alle Maßnahmen zur Vorbereitung einer verstärkten Auswanderung der Juden zu treffen, den Auswanderungsstrom zu lenken und die Durchführung der Auswanderung im Einzelfall zu beschleunigen. Heydrich zählte die Schwierigkeiten auf, die keinesfalls nur im Deutschen Reich, sondern in ganz Europa entstanden waren.

Trotzdem wanderten bis zum 31. Oktober 1941 537.000 Juden aus dem Deutschen Reich aus. Davon ab 30. Januar 1933 aus dem Altreich rund 360 000, ab 15. März 1938 aus Österreich rund 147.000 und ab 15. März 1939 nochmals rund 30.000. Die reichen Juden mußten die Ausreise für ärmere finanzieren, das Weltjudentum überwies durch Schenkungen rund 9 500 000 Dollar für die Kosten dieser Massenauswanderung.

Nun aber hatte Himmler im Hinblick auf die Gefahren einer Auswanderung im Kriege und namentlich auf die Möglichkeiten, welche die freien Räume im Osten, vor allem in Polen, gaben, die weiteren Versuche zur Organisierung der jüdischen Massenauswanderung verboten.

Dr. Grünbaum, der erste Innenminister des Staates Israel, kam etwa ein Jahr nach dem Nürnberger Urteil nach Breslau. Dort soll dieser eigenwillige Jude in einer Rede geäußert haben: ,Die Hauptschuldigen an der jüdischen Tragödie waren in erster Linie die reichen jüdischen Amerikaner, die das Schicksal ihrer bedrohten jüdischen Brüder kalt ließ und die viel zu wenig halfen, in zweiter Linie alle englischen Regierungen, einschließlich der sozialistischen, die mit Gewalt die Einwanderung nach Palästina verhinderten, und erst in dritter Linie die Nazis.`
Wenn Dr. Grünbaum das tatsächlich gesagt hat, wie die Gerüchte behaupten, so irrte er nicht. Zuzutrauen wäre ihm der Mut, die Wahrheit ausgesprochen zu haben, wohl.

Den reichen amerikanischen Juden waren ihre Dollars lieber gewesen als das Leben ihrer gefährdeten Glaubensgenossen. Die englischen Regierungen wehrten sich bis zur Waffengewalt gegen die jüdische Masseneinwanderung nach Palästina. Die Naziführer schließlich, die anfänglich bereit gewesen waren, die Auswanderung zu gestatten und zu unterstützen, ließen ihre Wut und Verzweiflung über die drohende Entwicklung des Krieges an jenen aus, die am wenigsten dafür konnten: an den Massen der armen Juden.
Die reichen Juden waren bis auf verschwindend geringe Ausnahmen von der grauenhaften Liquidation gar nicht betroffen. Für Geld konnte man sich selbst im Dritten Reich auch das Leben erkaufen. Der Preis hieß eben lediglich: Reichsfluchtsteuer.
Man hatte nun in Nürnberg die Henker verurteilt. Und was war mit den Heuchlern, die den Henkern Zutreiberdienste geleistet und sie teilweise so lange provoziert hatten, bis der Massenmord geschah?

Sie gingen frei aus! Sie schlugen nicht einmal die Augen nieder, als sie jene Naziführer zum Tode verurteilten, wie zum Beispiel Göring oder Ribbentrop, die doch von Anfang an bereit waren, die Juden lebend aus dem Chaos zu entlassen. Eine Bereitschaft, die nicht zuletzt an alliierten und zionistischen Widerständen scheiterte.“

Eingehend berichtet J. G. Burg sodann über die Vorgeschichte und das Scheitern des schon genannten Schacht Memorandums und bemerkt dazu abschließend: „Damit war eine der größten Chancen zur Rettung des deutschen Judentums vertan, in der Hauptsache, weil Chaim Weizmann nicht zustimmte.«

Ausführlich geht J. G. Burg auch auf Bemühungen ein, die in anderen Ländern wie Schweden und Ungarn auf die Rettung der Juden abzielten. Man liest diesen Abschnitt seines Buches nicht ohne innere Ergriffenheit. Der einseitig und unzureichend informierte Zeitgenosse mag überrascht sein, wenn er die aufregende, dramatische Geschichte von den Kontakten Adolf Eichmanns mit dem ungarischen Juden Joel Brand liest. Joel Brand wurde ein Tag nach dem Reichstagsbrand in Berlin verhaftet und da er ungarischer Staatsbürger war, 1935 aus Deutschland ausgewiesen. Er ließ sich in Budapest nieder, schloß sich dort den Zionisten an und arbeitete aktiv im jüdischen Untergrund. Mit Hilfe ungarischer Beamter und unter Duldung ungarischer Dienststellen gelang es ihm, immer wieder Juden aus Ungarn herauszuschmuggeln. Dieser Joel Brand wurde noch am 25. April 1944 (!) in das SS Hauptquartier von Budapest gerufen, das im Hotel Majestic untergebracht war, und dort von Adolf Eichmann empfangen. Eichmann erklärte sich bereit, Brand eine Million Juden zu verkaufen und verlangte, daß für je 100 Juden ein Lastauto bereitzustellen sei. „Man wollte angesichts der Niederlage die Juden los sein. Wahrscheinlich hofften gewisse Stellen bei der SS, sich durch diese Aktion für den Fall der Niederlage ein Alibi zu schaffen. Für die Chancen, die in diesem Angebot lagen, war es jedoch einerlei, aus welchen Beweggründen es gemacht wurde“ schreibt J. G. Burg.

Brands unermüdliche Aktivitäten fanden weder bei den jüdischen Organisationen, an die er sich wandte, noch bei den Engländern irgendwelches Verständnis. „Wie stellen Sie sich das bloß vor, Mr. Brand? Was soll ich mit dieser Million Juden tun? Wohin soll ich sie bringen, wer wird die Leute nehmen?“ fragte ihn ein hoher britischer Beamter im Garten des britisch ägyptischen Klubs in Kairo. Auch von der zentralen zionistischen Organisation, der Sochnuth, erhielt Brand keine Hilfe. Er scheiterte „zuerst an den Briten und dann an den Zionisten.“

Unterdessen verhandelte das jüdische Komitee, Waad genannt, weiter mit der SS in Budapest. Es erreichte, daß etwa 18.000 Juden in sechs Zügen aus Ungarn nach Österreich gebracht wurden, wo sie in Sonderlagern, vor allem in Straßhof, den Krieg überlebten. Anstelle Joel Brands führte inzwischen Dr. Rezsö Kastner die Verhandlungen der Waad mit der SS. Als sich die militärische Lage an der Ostfront zusehends verschlechterte, plante die ungarische Regierung eine Totalvernichtung der Budapester Juden. Verzweifelt verhandelte Andreas Biß als Vertreter der Waad mit SS Führern in Budapest. Der Polizei General Winkelmann setzte sich persönlich bei Himmler für die 84000 Juden des Budapester Gettos ein und Himmler verbot im „Reichsinteresse“ den Ungarn ausdrücklich die Vernichtung des Gettos. Die 84 000 Budapester Juden „wurden durch die ausdauernden und tapferen Bemühungen ihrer örtlichen Waad Funktionäre und – durch die deutsche SS – gerettet. Sie blieben am Leben. Nicht am Leben blieb Dr. Rezsö Kastner, der auch nach der Befreiung in Israel nicht müde wurde, seine Stimme zu erheben und den wahren Ablauf der Geschehnisse in Budapest und der ganzen Affäre Adolf Eichmann – Joel Brand zu schildern. Er wurde von Zionisten am 3. März 1952 in Jerusalem auf offener Straße erschossen.

Im Oktober 1934 kam bereits Colonel Meinertzhagen, der langjährige politische Ratgeber General Allenbys nach Berlin und sprach bei Hitler wegen der Judenfrage vor. Hitler soll sich damals mit einer Auswanderung der Juden bei Mitnahme eines Vermögens von 1000 englischen Pfund und von Waren im Werte von 20 000 RM einverstanden erklärt haben. „Meinertzhagen verständigte sofort Chaim Weizmann von dieser Chance. Chaim Weizmann stellte augenblicklich die Gegenforderung: Mitnahme des ganzen jüdischen Vermögens und Errichtung von gewerblichen Umschulungskursen und hebräischen Sprachkursen für die jüdischen Kinder. Weizmann hatte nur die Emigration nach Palästina ins Auge gefaßt, sonst nichts. Tatsächlich reiste der Engländer noch einmal nach Berlin und hatte eine neuerliche Aussprache mit Hitler in Gegenwart von Ribbentrop und Heß. Besonders Heß war sehr aufgeschlossen, und Ribbentrop versicherte Meinertzhagen, daß die Reichsregierung und die Leitung der Reichsbank jedem vernünftigen Vorschlag in Fragen der jüdischen Auswanderungen zustimmen würden. Jedoch wäre es unmöglich für die Reichsregierung mit Chaim Weizmann oder einem anderen Juden darüber zu verhandeln. Ribbentrop schlug vor, daß eine Regierung als Treuhänder der Juden darüber entscheiden möge.

Der Engländer reiste augenblicklich ab und erstattete Weizmann einen eingehenden Bericht. Dieser maßgeblichste Zionistenführer geriet in Wut und sagte scharf: ,Mich würde es wenig genieren, wenn über Deutschland die Cholera oder der Bolschewismus käme. Meinetwegen können über die Deutschen beide Plagen kommen.` Und : ,Eher will ich den Untergang der deutschen Juden sehen als den Untergang des Landes Israel für die Juden‘.“

Ein so brutales und rücksichtloses Verhalten gegenüber den eigenen Volksgenossen, die man lieber den Henkern ausliefert und opfert, als auf machtpolitische Prinzipien zu verzichten, ist wahrscheinlich nur bei Zionisten möglich. Der schon genannte Zionist Dr. Grünbaum hat schon 1928 in Polen Stimmung gegen die Juden dieses Landes gemacht als er sagte: „Die Juden verpesten die Luft in Polen.“ Auf einer Pressekonferenz mit Ben Gurion in Warschau, die ausschließlich für christliche Zeitungen bestimmt war, heizte er die antijüdischen Emotionen noch mehr an als er bestätigte: „Die Juden sind wirklich ein Stein im Wege des polnischen Bauern und der Frau des polnischen Unteroffiziers!“ „Ben Gurion aber meinte, der einzige Ausweg aus diesem Dilemma sei: die totale Emigration aus Polen.“
Als die Delegierten des Jüdischen Weltkongresses im September 1937 dem Völkerbund ein Memorandum überreichten, in dem eine Reihe von Vorschlägen gemacht wurden, „wie man England unter Druck setzen sollte, damit es eine größere Einwanderungsquote von Zionisten nach Palästina gestatte“, fiel „kein Wort des Protestes gegen jene Staaten, in denen sich der Antisemitismus immer deutlicher und drohender bemerkbar machte . . . So mußte sogar das ,Zionistisch israelische Wochenblatt` in Zürich im September 1937 halb ironisch, halb erbittert schreiben, man müsse einmal zusehen, wie Dr. Nahum Goldmann seriös mit Vertretern der antisemitischen Staaten verhandle und dabei keine Möglichkeit finde, ein Wort des Protestes gegen die Judenverfolgungen vorzubringen . . .

Und der polnische Außenminister Oberst Beck erklärte nach einer Konferenz mit dem Führer des Weltzionismus, Professor Chaim Weizmann: ,Wir kamen mit dem Professor über alle Fragen der jüdischen Auswanderung offen überein.` Nicht umsonst haben Weizmann, Goldmann, Shertok, der sich nun Sharett nennt, und andere versichert: ,.Sollte es zu einem Zusammenstoß zwischen den Interessen des jüdischen Staates und jenen der Juden im Galuth (Verbannung) kommen, müßten die letzteren geopfert werden!“
Ganz folgerichtig kommt dann einer dieser „geopferten“ Juden zu dem Schluß:
„Der Zionismus ist nicht nur geistig verwandt mit dem Antisemitismus, er kann ohne ihn überhaupt nicht leben. Das Furchtbare ist, daß gerade die Zionisten allergrößtes Interesse am Antisemitismus haben. Je mehr Unrecht die Juden in der Welt erleben müssen, je mehr sie verfolgt würden, desto besser stehen die Chancen der Zionisten.“ (J. G. Burg, Schuld und Schicksal, S.32)

Ein so vernichtendes Urteil über den Zionismus, wie es hier von einem mutigen und wahrhaftigen Ostjuden ausgesprochen wurde, ist in der Literatur über den Zionismus sonst kaum zu finden, weil ein Nichtjude eine solche Kritik gar nicht wagen würde. Wenn auch bei dieser Sachlage die Verbrechen Hitlers und der Machthaber des Dritten Reiches keineswegs entschuldigt werden, so stellt sich doch die Frage, wer vor dem Gericht des lebendigen Gottes die größere Schuld an den grauenhaften Verbrechen gegen das jüdische Volk zu verantworten hat. Wir können diese Frage nicht beantworten. Aber eine auf dem Ethos der Wahrhaftigkeit gegründete Geschichtsschreibung kann vor diesen Realitäten nicht die Augen verschließen. Sie muß sie vielmehr zur Kenntnis nehmen und die um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen notwendigen Konsequenzen daraus ziehen.

Zu bedenken bleibt ferner, daß die judenfeindliche Mentalität der Nationalsozialisten durch verschiedene antideutsche Publikationen, die von jüdischen Autoren oder Organen im Ausland verbreitet wurden, noch zusätzlich angeheizt worden ist, was wesentlich dazu beitrug, bei den braunen Rassenfanatikern den blinden und ungezügelten Judenhaß noch zu verstärken.
So war schon am 24. März 1933, kurz nach Hitlers Machtübernahme, im Londoner Daily Express zu lesen:
„Das israelische Volk der ganzen Welt erklärt Deutschland wirtschaftlich und finanziell den Krieg. Das Auftreten des Hakenkreuzes als Symbol des neuen Deutschland hat das alte Streitsymbol Judas zu neuem Leben erweckt. 14 Millionen Juden stehen wie ein Mann zusammen, um Deutschland den Krieg zu erklären…“
Der Zionist W. Jabotinsky erklärte im Januar 1934: „Unsere jüdischen Interessen erfordern die endgültige Vernichtung Deutschlands. Das deutsche Volk samt und sonders ist eine Gefahr für uns. Deshalb ist es unmöglich, zuzulassen, daß Deutschland unter der gegenwärtigen Regierung mächtig wird.“
Im Jahr 1935 befaßte sich die in Cincinnati erscheinende jüdische Freimaurerzeitschrift B’nai B’rith (Nr. 10) mit zwei jüdischen Generalen der sowjetischen Roten Armee und schrieb u. a. folgende Sätze:
„Unsere Einbildungskraft spielt gern mit gewissen Möglichkeiten, die sich aus der Tatsache ergeben, daß zwei hervorragende jüdische Generäle in der russischen Armee sind. Nehmen wir an, Rußland und das Deutsche Reich befänden sich miteinander im Kriegszustand und fragen wir, wer die beiden aktivsten Divisionen Rußlands kommandiert: keine anderen als der General Rappoport und der General Zeitlin. Die vernichtenden Schritte Rappoports und Zeitlins dröhnen vor den Toren des Deutschen Reiches. Der arische Generalstabschef steht atemlos vor dem Führer: ,Excellenz! Rappoport steht an den Grenzen des Reiches! Zeitlin marschiert mit ihm! Der Führer ist betäubt und sprachlos. Nun stehen zwei Juden an den Grenzpfählen Deutschlands und wollen gegen ihn kämpfen und sich in ein Unternehmen einlassen, das, wie er immer sagte, nichts für Juden sei. Rappoport und Zeitlin sind gekommen, um mit ihm abzurechnen. . . „

Im Zentralblatt für die Juden der Niederlande stand am 13. September 1939 der Satz: „Die Millionen Juden, die in Amerika, England, Frankreich in Nord  und Südafrika leben, ohne Palästina zu vergessen, sind entschlossen, den Ausrottungskrieg nach Deutschland zu tragen bis zur totalen Vernichtung.“
Am 26. Februar 1940 erklärte der Führer der britischen Abteilung des Jüdischen Weltkongresses (laut „Toronto Evening Telegram“): „Der Jüdische Weltkongreß befindet sich seit sieben Jahren ununterbrochen im Krieg mit Deutschland.“
Zuletzt sei noch das berüchtigte Buch von Th. N. Kaufmann erwähnt, das im Frühjahr 1941 unter dem Titel Germany must perish, d. h. „Deutschland muß untergehen“ in Newark, New York, erschienen ist und in dem u. a. folgender Ausrottungsplan vorgeschlagen wird:
„Die Bevölkerung Deutschlands, ausgenommen die der eroberten und eingegliederten Gebiete, beträgt ungefähr 70 Millionen . . . Um den Zweck der deutschen Ausrottung zu erreichen, wäre es erforderlich, nur etwa 48 Millionen zu sterilisieren – eine Zahl, die Männer über 60 und Frauen über 40 Jahre wegen ihrer begrenzten Zeugungsfähigkeit ausschließt.“

Vielleicht hat der ehemalige „Friedenskanzler“ Willy Brandt an manche der hier zitierten Worte oder an ähnliche Tatsachen gedacht, als er den Alliierten am Ende des 2. Weltkrieges empfahl, die Rückkehr der Juden ins Reichsgebiet nicht zu erlauben. Nach Akten des amerikanischen Außenministeriums, die zu Beginn des Jahres 1975 dem US-Nationalarchiv überwiesen worden sind, hat W. Brandt vor 30 Jahren erklärt: „Auch wenn wir die harte Maßnahme gegen die Juden bedauern müssen, so ist es doch für die Zukunft Deutschlands vorzuziehen, wenn die Alliierten die Rückkehr der Israeliten ins Reichsgebiet nicht genehmigen. Die öffentliche Meinung ist stark gegen sie aufgebracht, und wir würden uns kompromittieren, falls wir uns ihrer Sache annähmen. Es ist besser, nicht wieder zur Vergangenheit zurückzukehren. Man darf nicht das deutsche Volk wegen einer Feindschaft tadeln, für die die Juden die Ursache sind und für die sie die Verantwortung tragen.“

Man darf nicht so weit gehen, daß man „die Juden“ ganz allgemein als „die Ursache“ schlechthin für eine „Feindschaft“ bezeichnet, für die sie allein „die Verantwortung tragen“. Aber ebensowenig wäre es zu rechtfertigen und zu verantworten, die Ursache für den sog. „Antisemitismus“ immer nur bei den Nichtjuden zu suchen, wer immer sie sein mögen. Die Darlegungen in diesem Kapitel haben klar gezeigt, daß namhafte Zionisten eine nicht geringe Mitschuld an der Leidensgeschichte und Tragik des jüdischen Volkes tragen, auch wenn sie es dank ihrer politischen Macht verhindern konnten, für diese und andere Schuld von einem irdischen Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden. Dem göttlichen Richter jedoch werden die „Söhne der Finsternis“ nicht entrinnen. Der lebendige Gott, in dessen Welt alles „nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet“ ist, wie das Buch der Weisheit lehrt (11,20), hat die Tage ihrer Herrschaft längst gezählt. Diese Feststellung hat mit „Antisemitismus“ ganz und gar nichts zu tun. Sie entspringt vielmehr dem Glauben an die Wirklichkeit des gerechten Gottes, von dem es im Alten und Neuen Testament heißt: „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr“ (Dt 32,35 u. Röm 12,19). Von uns allen aber fordert Gottes Wort, daß wir „niemand Böses mit Bösem“ vergelten, und, soweit es an uns liegt „mit allen Menschen Frieden“ halten und auf Rache verzichten (Röm. 12, 17-19).

4. Zionisten und Palästinenser

Das „heilige Land“ Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem – der „Stadt des Friedens“ – hat in seiner wechselvollen Geschichte wie kaum ein anderes Land der Erde unter Unfrieden, Kriegen, Kreuzzügen und zahllosen politischen und militärischen Auseinandersetzungen zu leiden gehabt. Der Boden dieses Landes ist geheiligt durch das Blut und die Tränen des Erlösers Jesus Christus und seit Jahrtausenden ist er als Kampfplatz vieler Völker und Weltanschauungen wie kein anderer mit dem Blut und den Tränen ungezählter Menschen getränkt.

Zur Zeit Jesu war Palästina römisches Besatzungsgebiet. In der Mitte des 7. Jahrhunderts richteten arabische Kalifen ihre Herrschaft über Palästina auf. Im Jahr 1516 wurde das Land von den Türken erobert und kam als türkische Provinz unter die Herrschaft der Osmanen bis es 1918 englisches Mandatsgebiet wurde. Nachdem es den Zionisten nach langen und zähen Bemühungen gelungen war, von der englischen Regierung die Zusicherung einer „nationalen Heimstätte“ in Palästina zu erhalten, ist dieses Land erneut zu einem heftig umstrittenen Territorium geworden, zu einem Krisenherd, der eines Tages eine noch nie erlebte Weltkatastrophe auslösen kann.

Am 2. November 1917 gab der englische Außenminister Balfour in einer an Lord Rothschild gerichteten Deklaration den Zionisten folgende Zusage:
„Die Regierung seiner Majestät begrüßt die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihre Bemühungen darauf verwenden, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei ausdrücklich vorausgesetzt wird, daß nichts unternommen werden darf, was die zivilen und religiösen Rechte der in Palästina bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften oder die Rechte und den politischen Status der Juden in irgendeinem anderen Land beeinträchtigen könnte…“

Mit dieser Erklärung begann die israelisch arabische Tragödie unseres Jahrhunderts. Als die Engländer 1918 das Mandat über Palästina antraten, lebten in dem Land, das schon lange vor der Türkenherrschaft vollständig arabisiert war, nach britischen Statistiken 567 000 arabische Moslems, 63 000 christliche Araber und 70 000 Juden. „Für die Araber bilden diese Zahlen und das ihnen zugrundeliegende Bevölkerungsverhältnis die alleinige Grundlage für alle weiteren Erörterungen, auf die man zurückgehen muß, wenn man eine akzeptable Antwort auf das Palästina Problem geben will. Zudem überwog das arabische Element im alten Palästina nicht nur zahlenmäßig, sondern hatte kulturelle und religiöse Traditionen aufgebaut, die zu denen gehören, die bis heute der islamischen Welt am teuersten sind“ (H. Henle, Der neue nahe Osten, Hamburg,1966).

Trotzdem also Palästina seit vielen Jahrhunderten eindeutig arabisches, von den Palästinensern bewohntes Territorium war, gingen die Zionisten planmäßig und zielbewußt daran, dieses Land Schritt um Schritt zu erobern und errichteten auf diesem fremden Territorium einen unabhängigen, homogenen israelischen Staat, aus dem Hunderttausende der ursprünglichen und rechtmäßigen Bewohner Palästinas entweder vor den Israelis flüchten mußten bzw. von ihnen vertrieben wurden oder nun in den israelisch besetzten Gebieten entrechtet und unfrei leben müssen.

Die allmähliche Eroberung Palästinas begann mit der zionistischen Einwanderung im Jahr 1882, zur gleichen Zeit, als Leo Pinsker in Berlin sein Buch „Autoemanzipation – Warnung eines russischen Juden an seine Rasse“ veröffentlichte, in dem er forderte, daß sich die Juden „in einem Staat zusammenschließen müssen.“
Vor ihm hatte der „Kommunistenrabbi“ Moses Heß (1812 – 1875), der Karl Marx seinen „Abgott“ nannte und von ihm sagte, er werde „der mittelalterlichen Religion und Politik den letzten Stoß versetzen“, die Anschauung vertreten, daß das jüdische Staatsideal das Ziel der geschichtlichen Entwicklung sei und das jüdische Volk der Messias der Menschheit werden müsse.
Mit Recht sieht M. Buber in ihm den „Begründer des modernen zionistischen Gedankenbaus“ und betont, „daß es innerhalb dieses Baus nicht ein einziges Prinzip gibt, das nicht bereits in Hess’ens Rom und Jerusalem entworfen wäre.“
Dieser Schrift, die genau 20 Jahre vor L. Pinskers Autoemanzipation erschienen war, folgte 14 Jahre später (1896) Th. Herzls Judenstaat. Für Theodor Herzl war die Judenfrage weder eine soziale noch religiöse, sondern einfach eine nationale Frage.
Als 1893 Nathan Birnbaum erstmals den Begriff Zionismus prägte, war dieser schon in verschiedene Richtungen gespalten. Es war nicht leicht, die mehr geistig religiösen und die mehr nationalpolitischen Strömungen und Tendenzen in dem von Chaim Weizmann propagierten „synthetischen Zionismus“ zu vereinigen. Die schwierige Frage nach dem Ort, wo die nationale Heimstätte der Juden erstehen sollte, wurde schließlich durch religiöse Motive entschieden.
Während Th. Herzl ursprünglich nicht an Palästina dachte, hat sich doch der „Zions“- und „Erez Israel“- Gedanke durchgesetzt, wodurch die Einwanderungsbewegung nach Palästina – besonders nach dem 1. Weltkrieg – starke Impulse erhielt. Waren es bis zum Ende des Ersten Weltkrieges etwa 50 – 70.000 Juden, die in Palästina einwanderten, so kamen 1925 allein 34.000 und 1933 waren es 40.000. Im Sommer 1939 bestand die jüdische Kolonie in Palästina aus etwa 500.000 Einwohnern, das war ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Trotz energischer Proteste seitens der arabischen Ureinwohner, trotz zahlreicher Aufstände, Streiks und anderer Gegenmaßnahmen, war es nicht möglich, den Strom der Zuwanderer aufzuhalten. Im Gegenteil: Er nahm nach dem 2. Weltkrieg noch gewaltig zu. Im Gründungsjahr des Staates Israel (1948) wanderten 119.000 Juden ein, 1949 kamen sogar 240.000. Zählte man 1947 nur insgesamt 600.000 Juden unter 1.400.000 Arabern in Palästina, so war bereits 1951 der jüdische Bevölkerungsanteil um mehr als das Doppelte angestiegen. Die Rechnung der Zionisten ging auf. Da 1948 etwa 800.000 Palästinenser, durchweg Araber, das Land verließen, war im Jahr der Staatsgründung erstmals ein erhebliches Übergewicht des jüdischen Bevölkerungsteils in Palästina zu verzeichnen.

Zur geschichtlichen Entwicklung sei hier nur noch kurz auf folgende Vorgänge hingewiesen. Angesichts des arabischen Widerstandes gegen die zionistische Palästina Politik, der nach der Balfour-Deklaration immer stärker geworden war, erwog Großbritannien 1937 die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat, eine Politik, die 1947 fortgesetzt wurde, nachdem die Briten die Palästina Frage in die Verantwortung der UNO gegeben hatten. Am 29. November 1947 empfahl die UNO die Zweiteilung Palästinas bei wirtschaftlicher Einheit und Neutralisierung Jerusalems. Dieser „Teilungsbeschluß“ wurde von den Arabern abgelehnt, während er von den Zionisten akzeptiert wurde.

Nach der Proklamation des Staates Israel durch Ben Gurion am 14. Mai 1948
kam es zum ersten israelisch arabischen Krieg, der für die an ihm beteiligten arabischen Staaten mit einer schweren Niederlage endete. In der Zeit vom 24. Februar bis 20. Juli 1949 wurden vier Waffenstillstandsabkommen geschlossen: der Gazastreifen blieb unter ägyptischer Kontrolle, Transjordanien erhielt einen Teil westlich des Jordans und die Teilung Jerusalems wurde bestätigt. Der neue Staat Israel umfaßte 77 °/o der Fläche von ganz Palästina. Durch die Massenflucht der Araber entstanden in den angrenzenden arabischen Staaten große Flüchtlingslager mit vielen sozialen und politischen Problemen. Die palästinensischen Befreiungsbewegungen organisierten sich, der arabische Guerillakrieg nahm besonders seit 1955 stark zu.

Mit der britisch französischen Suezkrise
1956 begann Israel den zweiten israelisch arabischen Krieg. Der Sinaifeldzug unter dem Oberbefehl Moshe Dayans brachte jedoch den Israelis nicht den großen Sieg, da sie sich aus den eroberten Gebieten der Sinai-Halbinsel und dem Gazastreifen wieder zurückziehen mußten. UN-Truppen sind im Gazastreifen stationiert worden. Die Al Fatah wurde gebildet. Am 5. Juni 1967 begann der dritte israelisch-arabische Krieg mit dem israelischen Angriff auf Ägypten (wieder unter Moshe Dayan). Nach sechs Tagen erzwang die UNO einen Waffenstillstand, der von Syrien nicht akzeptiert wurde. Nach diesem Waffenstillstand besaß Israel ein Gebiet, das dreimal größer war als das eigene Staatsgebiet. Trotz der am 22. November 1967 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gefaßten UNO Resolution Nr. 242, in der betont wird, „daß es nicht angeht, ,Territorium durch Krieg` zu erobern“ und der „Rückzug israelischer Streitkräfte aus (den) Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt worden sind“, gefordert wird, haben sich die Israelis aus dem eroberten Gebiet bis heute nicht zurückgezogen. Unmittelbar nach dem Junikrieg, der als Sechs-Tage Krieg in die Geschichte eingegangen ist, hat Israel die Stadt Jerusalem ganz besetzt und eingenommen. Am 16. Juni 1967 gab der israelische Außenminister Aba Eban seinen Kommentar: „Selbst wenn die UNO mit 121:1 gegen Israel stimmen würde, wir werden das besetzte Gebiet nicht wieder räumen“.
Gegen diese Arroganz der Weltmacht Zionismus ist nicht nur die Weltorganisation der UN, sondern die ganze Welt machtlos. Unter der arabischen Bevölkerung, die in den seit 1967 besetzten Gebieten der Sinaihalbinsel, der Golanhöhen, Westjordaniens und im Gazastreifen leben, befinden sich noch 300 000 Flüchtlinge aus dem Jahr 1948. Die Antwort der palästinensischen Guerillas sind die seit 1967 verstärkten Terroraktionen, die von den Israelis regelmäßig mit „Vergeltungsschlägen“ beantwortet werden.
Eine weitere Folge der israelischen Gewaltpolitik ist die zunehmende Isolierung Israels, vor allem bei vielen afro-asiatischen Staaten. Am 6. Oktober 1973 begann der 4. israelisch arabische Krieg – der Jom-Kippur-Krieg.
Ein ägyptisch-syrischer Angriffskrieg, der mit sowjetischer Unterstützung die Ägypter in die Lage versetzte, das Ostufer des Suezkanals zu besetzen. Erst in den letzten Kriegstagen konnten die Israelis einen Brückenkopf am ägyptischen Westufer des Kanals bilden und ihre Linie an der Golanfront nach Osten vorschieben. In der Folgezeit sind Truppenentflechtungsabkommen am Suez-Kanal und an der Golanfront abgeschlossen und UN Truppen in einer Pufferzone auf der Sinai Halbinsel stationiert worden.

Das ist in kurzen Zügen die Situation der feindlichen „semitischen“ Brüder im Nahen Osten, im Krisengebiet Israel – Palästina. In den nun folgenden Ausführungen werden einige Detail-Informationen gegeben, die über Hintergründe des jüdischen Exodus aus dem Osten in das „gelobte Land“ Israel Palästina sowie über schicksalhafte Vorgänge in Israel berichten.

a. Die Rolle der UNRRA beim Exodus

Der Staat Israel hätte nicht errichtet werden können, ohne die Juden aus den Ostgebieten, die nach dem 2. Weltkrieg zu Hunderttausenden in Palästina eingewandert sind. Mancher wird sich angesichts eines so großangelegten Exodus fragen, ob diese Aus- und Einwanderer alle mit glühender Begeisterung nach „Erez Israel“ kamen, wer die Auswanderung organisiert hat und schließlich auch, wie sie finanziert worden ist. Die ganze Wahrheit über die Planung, Organisation und Durchführung dieses Unternehmens wird wohl kaum zu erfahren sein. Doch ist manches aus der Geheimzone des zionistischen Untergrundes an das Licht der Öffentlichkeit gelangt, was nicht einfach totgeschwiegen werden sollte.
Der englische Journalist Douglas Reed, ehemals Chefkorrespondent der „Times“ in Mitteleuropa, hat es gewagt, in seinem 1948 in London erschienenen Bude From Smoke to Smother einige in diesem Zusammenhang wichtige Tatsachen zu veröffentlichen. Leider durfte eine geplante Übersetzung dieses Buches in West-Deutschland nicht erscheinen, doch ist schließlich 1952 im Thomas-Verlag Zürich eine deutsche Übersetzung (von James Schwarzenbach) herausgekommen, die aber heute nicht mehr zu haben ist. Aus diesem Grund ist es angebracht, ausführlich aus diesem Werk zu zitieren. D. Reed schreibt:
„Ein Rückblick auf die Zerstörungen dieser beiden (Welt ) Kriege, auf unzählige Umwälzungen und auf die letzten dreiunddreißig Jahre zeigt deutlich, daß nur zwei große Zielsetzungen, die vor diesen Ereignissen bereits festgelegt waren, aus ihnen Nutzen gezogen haben . . . Gleichzeitig, wie immer die Schlagworte des Augenblicks lauten mochten, gleichgültig, welche anderen Mächte vermeintlich gegeneinander prallten, nur diese Machtfaktoren sind gediehen und erstarkt. Diese beiden Zielsetzungen heißen Kommunismus und politischer Zionismus . . .
Beide stammen vom gleichen Ort: Rußland. Beide kamen im gleichen Augenblick sichtbar zur Macht, nämlich im Oktober und November 1917, als die Kommunisten in Rußland ans Ruder kamen und die Forderung der politischen Zionisten durch eine britische Regierung unterschriftlich anerkannt wurde. Beide traten demnach mitten im „Tumult“ auf. Beide arbeiteten Hand in Hand und unterstützten sich während der nächsten dreißig Jahre gegenseitig . . . Beide erhielten die Unterstützung britischer und amerikanischer Politiker, Waffen und Geld, um ihre Ziele, besonders im „Tumult“ der beiden Weltkriege zu fördern. Beide gingen aus dem ersten Krieg mächtig, aus dem zweiten noch viel mächtiger hervor . . . Der politische Zionismus ist nicht älter als sechzig Jahre. Zu Beginn fürchtete ihn die Mehrheit der Juden; jetzt hält er ihre Mehrheit in einem manchmal mystischen, meist aber terroristischen Bann. . .“
Über die mächtige Partnerschaft von Kommunismus und Zionismus sagt D. Reed:
Beide „sind nach 1917 nicht verschiedene Wege gegangen, sondern haben sich gegenseitig weiterhin unterstützt. Die Juden trugen wesentlich zur Verbreitung des Kommunismus außerhalb Rußlands bei. Das Sowjet-Imperium verbot zwar die zionistische Doktrin in Rußland selbst . . ., aber sie förderte diesen Plan in Palästina, genau so wie ihn die Amerikaner und Engländer unterstützt hatten.

Diese Sachlage wurde der Öffentlichkeit erst unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg klar, trotzdem man sie schon früher hätte erkennen können. In früheren Kriegen wurde die Regierungsgewalt im besiegten Feindesland immer durch die Besatzungsarmee und einige vom Sieger abgeordnete Staatsbeamte ausgeübt. Aber nach dem zweiten Krieg geschah etwas Neues. In den amerikanischen und britischen Besatzungszonen erhielt noch eine dritte Partei große Gewalt, die man nur durch ihre Initialen kannte: UNRRA. Fünfundneunzig Prozent der gewaltigen Gelder dieser Organisation flossen aus den Vereinigten Staaten, England und Kanada. Ohne die Steuerzahler zu fragen, leistete die britische Regierung einen Beitrag von £ 155 000 000 aus Steuergeldern, und der Totalbetrag der „als freie Spende“ ohne Gegenverpflichtung „verteilten“ Gelder belief sich auf £ 920 000 000. Ein wesentlicher Teil dieser Spenden, in Geld und Waren, ging nach der Sowjetunion und den von den Sowjets besetzten Staaten, wo die gespendeten Waren entweder an das Volk verkauft (wobei die Gewinne in die Staatskasse flossen) oder für die privilegierten Beamtenklassen reserviert wurden.

Der neugierige Geschichtsforscher wird sich also mit Recht die Frage stellen, wer hier eigentlich wem auf die Beine geholfen hat . . . Ein angesehener britischer Offizier, Generalleutnant Sir Frederick Morgan, der in die Dienste von UNRRA gestellt worden war, mußte sich mit dem dornenvollen Problem der „Displaced Persons“, dieser armen, heimatlosen Opfer der Kriegszerstörung befassen. Was er entdeckte, veranlaßte ihn, seiner Entrüstung vor aller Öffentlichkeit Luft zu machen.

General Morgan stellte fest, es bestehe „eine Geheim Organisation“, um eine Massen-Auswanderung der Juden aus Europa ins Werk zu setzen. Er soll ferner gesagt haben, es bestehe „ein ausgearbeiteter Plan für einen zweiten Exodus“. Hier war die Enthüllung, daß in aller Heimlichkeit große politische Projekte, unterstützt von amerikanischen und englischen Geldern, ausgeheckt wurden.

So gab es eine plötzliche zuckende Bewegung wie bei einem versteckten, aber lauernden Riesen . . . Ein gewisser Herr Lehmann, damals Generaldirektor der UNRRA, forderte von der anderen Seite des Atlantiks die sofortige Abberufung des Generals. Aber General Morgan erhielt die Erlaubnis zu bleiben, nachdem er erklärt hatte, er sei frei von allen „antisemitischen Absichten“ . . . Aber im August machte er eine zweite, ähnliche Enthüllung und wurde sofort durch den neuen Generaldirektor der transatlantischen UNRRA, einem gewissen Herrn La Guardia, von seinem Posten „enthoben“, der an seiner Stelle einen gewissen Herrn Myer Cohen ernannte. (Beide Generaldirektoren waren eingeschworene Zionisten.)

Die britische Regierung leistete einer solchen Behandlung eines hohen britischen Offiziers keinen Widerstand; er wurde im Dezember (1946) „auf sein eigenes Gesuch“ seines Amtes enthoben. Zu jener Zeit aber hatten sich einige britische Parlamentarier, die zum „Schätzungs-Ausschuß des Unterhauses“ gehörten, nach Österreich begeben, um zu schauen, wie dort die Gelder des britischen Steuerzahlers verwendet wurden. In ihrem Bericht (H. M. Stationery Office, No. 190, 5. November 1946) hieß es, „daß eine gewaltige Zahl von Juden, nahezu ein zweiter Exodus, aus Osteuropa in die amerikanische Zonen von Deutschland und Österreich ausgewandert sind, mehrheitlich in der Absicht, schließlich nach Palästina zu gelangen. Es ist ganz offensichtlich, daß es sich um eine wohldurchorganisierte Bewegung handelt, die über enorme Gelder und mächtige Gönner verfügt. Aber es ist dem Komitee nicht gelungen, irgendeine beweiskräftige Unterlage für die wahre Urheberschaft dieser Organisation zu finden“.
Das war nun eine genaue Bestätigung von General Morgans Aussagen, die nochmals durch den Bericht des Kriegs-Untersuchungs-Komitees erhärtet wurde, welches der amerikanische Senat nach Europa entsandt hatte. Dieser besagte, daß die massive Auswanderung von Juden aus Osteuropa nach der amerikanischen Zone in Deutschland „einen Teil eines sorgfältig organisierten und von besonderen Gruppen in der USA finanzierten Planes bilde“.

Damit lagen die Tatsachen offen vor aller Augen. Diese große Wanderung vollzog sich zur Hauptsache aus der von den Sowjets kontrollierten europäischen Hälfte, die niemand ohne sowjetische Erlaubnis verlassen kann. Ihre Angehörigen waren keine „Displaced Persons“. Die meisten stammten aus mehrheitlich jüdischen Gemeinden in Rußland, dem russisch besetzten Polen, Rumänien und Ungarn. Sie wurden vom kommunistischen Imperium geschickt, und ihr Durchmarsch wurde durch britische und amerikanische Gelder erleichtert. Man half ihnen, nach Palästina zu gelangen, um die dortige Lage noch zu verschärfen. Der Kommunismus und ebenso die amerikanische Finanzwelt unterstützten den politischen Zionismus . . . Noch heute… werden die „Höllenschiffe“ allen britischen Zeitungslesern als Schiffe dargestellt, deren Fracht aus Menschen besteht, die von Hitler aus der Heimat vertrieben wurden und nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. Am 12. August 1947 fragte Major Beamish, ein Parlamentarier im Unterhaus, ob die britische Regierung sich über die Gründe des Exodus aus Polen bei der polnischen Regierung erkundigt habe. Er wies darauf hin, daß drei der mächtigsten Minister in Polen Juden waren. Er erhielt keine Antwort. Die britischen Flottenbehörden hatten in einem der „Höllenschiffe“ Dokumente gefunden, aus denen hervorging, daß dem amerikanischen Kapitän insgesamt £ 45 540 (das heißt £ 10 pro Kopf) ausbezahlt werden sollten, wenn er seine „Flüchtlinge“ in Palästina gelandet hatte . . .

Die Art, wie General Morgan behandelt wurde, ist heute allgemein üblich geworden. Mit List hat man es fertig gebracht, jede Diskussion über den politischen Zionismus, über den jüdischen Einfluß im Kommunismus oder über eine Verwandtschaft oder ein Bündnis zwischen beiden Bewegungen glattweg zu verunmöglichen. Dies geschah lediglich dadurch, indem man jeden Hinweis auf diese Fragen zum „Antisemitismus“ abstempelte . . .

Bei all diesen Vorgängen hatte die Masse der Juden ebensowenig Mitspracherecht wie die russischen, deutschen oder englischen Massen bei der Entscheidung ihres Geschickes . . .

Die Massen der Judenheit sind unter die Gewalt des politischen Zionismus geraten . . . Ein amerikanischer Jude, Henry H. Klein, schilderte in einer Druckschrift die Macht, welche die als Sanhedrin bekannte fanatische Gruppe über die Judenheit gewonnen hat. Diese Gruppe hat nach seiner Schilderung den Vorsatz, die christliche Welt zu zerstören, ein Vorsatz, der zum größten Teil bereits verwirklicht worden ist. (Er schrieb im Jahre 1945.) Herr Klein wurde von den extremen Zionisten verfolgt und durch sie in Verruf gebracht. Wenn einer es wagt, sich ihren Plänen zu widersetzen, fragen sie nicht mehr danach, ob er Jude oder Nicht-Jude ist.

Die Macht, die jüdischen Massen wie Schafherden umherzutreiben und ihnen einen fanatischen Haß einzupflanzen, ist in die Hände der seltsamen, halb geheimen Organisation übergegangen, die Hand in Hand mit dem Sowjetimperium arbeitet und gegen die kein nichtjüdischer Politiker sich aufzulehnen wagt… Ihr Hauptquartier befindet sich in Amerika und in der von den Sowjets beherrschten europäischen Hälfte. In diesem Jahrhundert ist das Gros der Juden von Rußland nach Amerika übergesiedelt . . . Seit 1940 erfolgte ein neuer starker Zufluß von Juden nach Amerika, gleichzeitig mit der jüdischen Abwanderung aus den russischen Gebieten nach Palästina.

Eines kennen die Nicht-Juden nicht, weil ihre Zeitungen davon keine Mitteilungen machen: den Terror, den die „unsichtbaren Drahtzieher“ über diese wandernden Massen ausüben. Ich habe mit britischen Offizieren gesprochen, die sich an Bord der in den palästinensischen Küstengewässern aufgegriffenen „Höllenschiffe“ befanden. Sie gaben ganz erstaunliche Berichte von jüdischen Auswanderern, die keine Ahnung hatten, wer sie eigentlich auf die Reise geschickt hatte; denen man eingeschärft hatte, nur einige erlaubte Worte zu sprechen, und die sich aus Angst um ihr Leben weigerten, zu sprechen; die in diesem Zustand eines wirklich tödlichen Terrors von wirklich brutalen Führern mit Gewalt auf den Schiffen zurückgehalten wurden. Das Ganze ergab das Bild eines sogar noch terroristischeren Systems als Nationalsozialismus und Kommunismus.

Die politischen Zionisten . . . sind in den letzten dreißig Jahren in der Welt erstaunlich mächtig geworden. Im Ersten Weltkrieg gelang es ihnen durch einen bei den kriegführenden Völkern unbemerkten Druck ein Ziel zu erreichen, das mit den eigentlichen Kriegszielen überhaupt nichts zu tun hatte. Sie nötigten einer britischen Regierung das Versprechen für eine „Nationale Heimat“ ab . . . Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es ihnen, . . . einen amerikanischen Präsidenten und sogar die „Vereinten Nationen“ für ihre Forderungen, sowie die Sowjetregierung zur Inszenierung eines „Zweiten Exodus Richtung Palästina“ zu gewinnen . . .“ (Aus: D. Reed, Der grosse Plan der Anonymen, Zürich,1952).

Am Schluß dieser Ausführungen von D. Reed darf sich jeder Leser fragen, warum die Tatsachen, die hier geschildert werden, den meisten unserer vermeintlich „gutinformierten“ Zeitgenossen so gut wie unbekannt sind. Vielleicht deswegen, weil die Informationsmedien in unserer Gesellschaft in Händen von Leuten sind, die kein Interesse daran haben, sich selbst und ihre Ziele zu entlarven? Oder: weil die wenigen, die darum wissen, zu feige sind, die Wahrheit zu sagen und zu schreiben, aus Furcht vor der ungeheuren Macht und dem Terror der Zionisten?

b) „Der gefährlichste Mann in Israel“

Von den israelischen Politikern, die maßgeblich am Aufbau des zionistischen Staates in Palästina beteiligt sind – allen voran Ben Gurion – und ohne deren radikaler Einsatz Israel nicht das geworden wäre, was es heute ist, verdient Moshe Dayan besondere Beachtung. Der israelische Politiker und Schriftsteller Uri Avnery hat von diesem „einsamen Wolf“ ein Porträt gezeichnet, ein schauderhaftes Negativ-Image, das wir wenigstens in seinen wesentlichen Zügen kennen sollten. Er schreibt unter anderem:
„Das Leben und die Karriere Dayans sind des Studiums wert, nicht nur wegen des Einflusses, den er auf die israelische Politik ausübte, sondern vor allem, weil Dajan selbst ein exemplarisches Produkt der zionistischen Geschichte ist. Dajan ist ein Sabra, ein gebürtiger Palästinenser. . ., ein Mann mit vielen Widersprüchen. Sein Hauptmerkmal, die schwarze Augenbinde, ist in sich selbst ein Symbol des Widerspruchs. Die schwarze Binde ist der Traum des Public-Relations-Mannes . . . In vielen Wochenschauen des Juni Krieges wurde gezeigt, wie eine große Gruppe von Offizieren durch das Löwentor von Altjerusalem schreitet. Unbewußt konzentrierte man sich als Zuschauer sofort auf die schwarze Augenbinde des Mannes in der Mitte . . . Er wurde 1941 als Verbindungsoffizier zu den australischen Truppen verwundet, die im . . . Feldzug der Briten und Freien Franzosen gegen das Vichy-Regime in Syrien in den Libanon vordrangen . . . Nach der Einnahme eines Polizeigebäudes kletterte Dajan aufs Dach und betrachtete mit typischer Nonchalance die das Gebäude noch umlagernden Feinde durch seinen Feldstecher. Ein französischer Scharfschütze traf den Feldstecher, der in seine linke Augenhöhle hineingetrieben wurde und dort steckenblieb. Viele Jahre lang suchte Dajan weltbekannte Spezialisten auf, die versuchten, ihm ein künstliches Auge einzupassen, was aber wegen der Wunde in der Augenhöhle nicht möglich war . . .

Dajan . . . gilt in Israel als Symbol der Jugend. Viele Leute waren erstaunt, als sie hörten, daß er Großvater ist und im Mai 1967, vor seiner Ernennung zum Verteidigungsminister, seinen zweiundfünfzigsten Geburtstag feierte.“
Sein „Lächeln ist ohne jede Wärme, es ist nichts Frohes in ihm . . . Er entscheidet schnell, doch oft widerspricht am nächsten Tag eine andere rasche Entscheidung der gestern getroffenen . . . Moshe Dajan sagt gerade nie, was er wirklich denkt . . . Wahrheit oder Lüge sind Kriterien, die gar nicht anwendbar sind auf seine Worte, welche überhaupt nicht beabsichtigen, irgendeine Realität, sei sie nun objektiver oder subjektiver Art, wiederzugeben. Für Dajan sind Wörter Waffen, mit denen er zu erreichen versucht, was er gerade erreichen will . . .

Das Fehlen jeglicher Achtung vor dem Wort resultiert aus einer anderen, tiefer liegenden Eigenheit Dajans, in der vielleicht der Schlüssel zu seiner Persönlichkeit überhaupt zu suchen ist: dem Fehlen jeglicher Kommunikation mit seinen Mitmenschen… Dajan hat keinen Kontakt zu Menschen. Er hat keinerlei enge Bindungen, weder im Kreis seiner Familie noch in einer sozialen Gruppe. Er hat keinen einzigen Freund in der Welt. Seine Tochter Jael schreibt über ihn: „Wenn er guter Stimmung ist, kann er bezaubernd sein, aber er hat nicht die Geduld zu warten, bis er etwas erreicht . . . Die meisten Leute langweilen ihn. Einige sofort, andere nach einer halben Stunde…“ Er hat niemals um sich ein Gefolge gehabt, eine Schar von Ratgebern und Vertrauten. Und er hört auch auf keinen Rat und vertraut niemandem, . . . weil er niemanden achtet und nicht einmal versucht, seine Verachtung zu verbergen . . .

An allem, was Dajan tut, ist etwas auffallend jugendliches. So lehrte er persönlich seine drei Kinder, auch das Mädchen, wie man ein Gewehr handhabt . . . Er riet seinem älteren Sohn, in die Kriegsmarine einzutreten und bestärkte seinen jüngeren Sohn, Fallschirmjäger zu werden . . .
In jungen Jahren heiratete Dajan Ruth Schwartz – die Tochter eines wohlsituierten Rechtsanwalts aus Jerusalem . . . Aber es hat niemals eine wirkliche Dajan-Familie gegeben . . . Vor der Verheiratung von Dajans Kindern lebten die einzelnen Familienmitglieder in ihren eigenen Zimmern, kamen und gingen, wann sie wollten, regelten ihre eigenen Angelegenheiten und trafen die anderen nur selten zu regelmäßigen Zeiten . . . Einmal sagte er zu seiner Tochter: „Wenn ich mein Leben noch einmal zu leben hätte, würde ich keine Familie haben. . .“

Sein alter Mentor, General Jitzchak Sadeh, der legendäre Kommandeur der Palmach, einer Untergrundtruppe der Haganah, der die meisten der fähigsten Kommandeure der israelischen Armee ausgebildet hat, sagte zu mir, kurz bevor er starb:
„Das ist der gefährlichste Mann in Israel. Man muß ihn ständig beobachten. Er hat keine Skrupel, keine Hemmungen, keine Moral. Er ist zu allem fähig.“
Um zu erläutern, was er meinte, erzählte mir Sadeh eine angenommene Geschichte: „Eines Tages wird Ben Gurion alle Befehlshaber der Armee versammeln und ihnen mitteilen, daß Jitzchak Sadeh festgenommen werden muß. Er wird nach einem Freiwilligen fragen. Unter den verschiedensten Vorwänden wird ein General nach dem anderen sich weigern, den Auftrag auszuführen. Nur einer wird bereit sein. Das wird Moshe Dajan sein.“
Nach kurzer Überlegung fügte Sadeh hinzu: „Und wenn Dajan festgenommen werden soll, dann werde ich es tun“. . . Dajan ist kein Intellektueller. . . Er liest selten ein Buch und besitzt nur eine minimale und enge Bildung . . . Ein Mann, der an Ideen nicht interessiert ist und Ratgeber verachtet . . ., kann sich auch nicht in einem bestimmten Ideenkreis bewegen, ein Grund für den Zickzack-Kurs, der in Dajans Handlungen zu verfolgen ist . . . Trotzdem läßt sich durch alle Handlungen Dajans eine durchgehende Linie verfolgen . . . Dajan war, ist und wird immer ein Kämpfer gegen die Araber sein, . . . der meint, daß schon der Gedanke an Frieden demoralisierend sei. . .

Während des arabischen Aufstandes begegnete Dajan einem Mann, der einen anhaltenden Einfluß auf ihn ausüben sollte, dem britischen Armeeoffizier Charles Orde Wingate . . . Er erfand die Technik der Vergeltungsüberfälle, die von kleinen Einheiten auserwählter, besonders ausgebildeter Leute ausgeführt wurden. Sie drangen des Nachts tief in arabisches Gebiet ein, zerstörten ein paar Häuser, töteten manchmal einige Leute und kehrten vor Tagesanbruch nach Hause zurück . . . Wingates Ideen übten einen starken Einfluß auf die Haganah aus, deren Schock  und Stoßtruppe, die Palmach …. im wesentlichen seiner Taktik folgte. Von dort aus wurden seine Ideen an die israelische Armee weitergegeben . . .

In seiner Eigenschaft als politischer Führer vertrat Dajan die Sache des „Aktivismus“. Er ist der Ansicht, daß der Friede eine Illusion ist und daß der israelisch arabische Konflikt noch lange währen wird. Aus dieser Einstellung ergibt sich unweigerlich der Gedanke an einen Präventivkrieg, sobald die Araber im Wettrüsten die Oberhand gewinnen oder sich untereinander zu verbünden drohen .. . Die Israelis sehen Dajan in Verbindung mit einem hebräischen Slang Slogan, der ungefähr so übersetzt werden kann: „Schlag zu, und die Sache ist erledigt.“ Diese Haltung führte zu den Vergeltungsüberfällen von 1953 bis 1956 und zum Sinai Feldzug, durch den Dajan zu einer internationalen Gestalt wurde . . .

Zu der zentralen Frage, was mit den besetzten Gebieten geschehen solle, hat Dajan vieles, doch Widersprüchliches gesagt. Während der ersten beiden Monate, die auf den Krieg (1967) folgten, gab er ein halbes Dutzend Erklärungen ab, von denen eine jede die vorhergehende wieder aufhob . . . Er wies jede Hoffnung auf Frieden mit den Arabern in voraussehbarer Zukunft zurück . . . Er erklärte, daß durch den Sechs Tage Krieg der Frieden sogar noch ferner gerückt sei, daß man von den Arabern nicht erwarten könne, ein Israel anzuerkennen, das noch stärker und größer geworden sei und sich im Besitz von Gebieten befände, die nur 65 km von Damaskus entfernt lägen. Dajan schloß natürlich die Möglichkeit eines Rückzuges aus diesen Gebieten völlig aus…
Moshe Dajan ist ein typischer Israeli, das Produkt des hebräischen Nationalismus“ (Uri Avneri, Israel ohne Zionisten, Gütersloh, 1969)

c) Terror, Vergeltung, Massenmord

Es ist unmöglich und hier auch gar nicht beabsichtigt, auf alle größeren und kleineren israelisch-arabischen Terror- und Vergeltungsaktionen der letzten Jahrzehnte ausführlich einzugehen. Dem gestellten Thema entsprechend, beschränkt sich die folgende Darstellung auf einige charakteristische Massaker und Massenmorde, auf Terror  und Vergeltungsmaßnahmen, die von zionistischer Seite verübt wurden und von denen man in unserer „freien Welt“ viel weniger weiß als von dem Terrorismus der verzweifelten Palästinenser. Letzterer wird von uns selbstverständlich ebenso als sinnlos und verbrecherisch verurteilt wie der israelisch-zionistische Terror.

Schon früh hatten die Zionisten in Palästina militärische Terrorgruppen organisiert. Die berüchtigtsten unter ihnen waren die „Irgun Zwai Leumi“ und die Sternbande.
Am 22. Juli 1946 sprengten Terroristen der „Irgun“ das King-David-Hotel in Jerusalem in die Luft, in dem das Hauptquartier des britischen Generalstabs für Palästina untergebracht war. Mehr als hundert Engländer kamen bei dem Anschlag ums Leben, die Zahl der Verletzten war groß.
Mit diesem verbrecherischen Anschlag begann „der Kampf aller gegen alle in Palästina . . . Die Araber kämpften gegen die Zionisten und gegen die Briten, die Zionisten gegen die Araber und gegen die Briten und die Briten gegen die Zionisten und gegen die Araber. Die Londoner Regierung sah keinen Ausweg mehr. Sie entschloß sich, das Mandat niederzulegen . . . Kaum hatten die Engländer erklärt, daß sie die Mandatsmacht niederlegen wollten, kaum war die Proklamation des jüdischen Staates in Aussicht gestellt, als auch schon zionistische Gruppen in den arabischen Siedlungen Furcht und Schrecken verbreiteten. Menschen wurden überfallen, Häuser niedergebrannt, Kulturen zerstört. Immer wieder dröhnten die Nächte und oftmals die Tage von den Anschlägen der Bombenexplosionen, die stets neue Opfer forderten. Seltsamerweise erfuhr die Weltöffentlichkeit nur von den Verzweiflungsaktionen der Araber. Von den systematischen Anschlägen und Angriffen der Zionisten erfuhr sie nichts“, so der Jude J. G. Burg.“

Fünf Wochen vor der Proklamation des Staates Israel geschah dann am 9. April 1948 der Massenmord von Deir Jasin, nach dem Palästinenser Hussein Ahmad „eines der grausamsten Verbrechen, das die Weltgeschichte kennt“. Er berichtet:
„Deir Jasin ist ein Dorf, das damals etwa 2000 Einwohner zählte. Es liegt in der Nähe von Jerusalem, etwa 4 km westlich davon. Das Dorf war von den Männern verlassen. Sie arbeiteten auf den Feldern oder waren zur Arbeit in der Stadt. Als eine israelische Einheit in das Dorf eindrang, befanden sich nur alte Männer und Frauen sowie Kinder darin.

Die zionistischen Verbrecher der ,Irgun Zwai Leumi` unter Führung des späteren führenden israelischen Politikers Menachim Begin töteten über 250 Frauen, Kinder und alte Männer und warfen sie größtenteils in den Dorfbrunnen. Das Dorf wurde später dem Erdboden gleichgemacht und ist heute von der Landkarte in ,Israel` verschwunden. Tagelang ließ die ,Irgun` keinen Menschen in das Dorf hinein, das später vom Internationalen Roten Kreuz besichtigt wurde. Eine Reihe von jüdischen Autoren distanzierte sich von dem Verbrechen, auch die Jewish Agency. Der Verantwortliche für das Massaker, Menachim Begin, aber durfte ungestraft verkündigen: Ohne Deir Jasin hätten wir heute kein Israel.`

Deir Jasin war das Signal für die Zionisten, noch brutaler vorzugehen und vor allem, es den Arabern als warnendes Beispiel hinzustellen, um sie zum Verlassen ihrer Heimat aufzufordern. Meine deutschen Freunde werden sehen, wie sich die Bilder mit den Vertreibungen aus dem deutschen Osten gleichen. Hoffentlich verstehen aber die Deutschen auch, wie uns zumute wird, wenn wir die weltweite zionistische Propaganda über die palästinensischen Freiheitskämpfer vernehmen, wie sie dieselben als Terroristen und gemeine Verbrecher hinstellen. Dabei kämpfen meine Landsleute nur für ihr Recht, nämlich für ihre rechtmäßige Heimat. Dagegen kämpften die Zionisten wie gemeine Räuber und Mörder für das Unrecht, nämlich für ein Land, das ihnen nicht gehört. Es kommt hinzu, daß die arabischen Freiheitskämpfer ihre Aktionen der Verzweiflung oft gegen den Widerstand der arabischen Regierungen durchführen. Israel dagegen begeht noch heute als Staat dieselben Verbrechen wie die Terrororganisationen von 1948, wenn es Befehle an Kampflugzeuge und Panzertruppen gibt, ihre Grenzen zu überfliegen oder zu überrollen und arabische Dörfer auf fremdem Territorium anzugreifen. Gangster bleiben eben Gangster! Oder haben Sie schon einmal in einer deutschen Zeitung gelesen, daß die israelischen Flugzeuge über den Flüchtlingslagern der Palästinenser Kinderspielzeuge abwerfen, die mit Sprengstoff gefüllt sind und die Kinder, die diese Spielzeuge finden, zerreißen?“. (Hussein Ahmad, Palästina – Meine Heimat, Frankfurt, 1975)

Der Jude J. G. Burg bemerkt dazu: „Zwar sprach die Jewish Agency offiziell ihren Abscheu über dieses Verbrechen aus, aber der Ruf nicht nur Israels, sondern des Judentums war für immer mit dieser schaurigen Affäre belastet. Leider gab es eine Reihe solcher Vorkommnisse, die indessen nicht so bekannt wurden. Über Deir Jasin schrieb später Glubb Pascha in seinem Erinnerungsbuch Jenseits vom Jordan und verbreitete damit die Geschichte dieses Massakers in der ganzen Welt . . . Israelische Kreise geben im Gegensatz zu Glubb Pascha, der von 200 Toten spricht, zu, daß 254 Araber, darunter eine große Anzahl Frauen und Kinder, massakriert wurden. Der Rest der Bevölkerung floh. Tatsache bleibt aber auf jeden Fall, daß solche Morde die spätere Flucht fast der gesamten arabischen Bevölkerung veranlaßt haben.“

Nachdem der Staat Israel am 14. Mai 1948 ausgerufen worden war, kam es zum ersten israelisch-arabischen Krieg. Der erste Waffenstillstand, der vom 1. Juni bis 8. Juli 1948 dauerte, kam auf Vorschlag des Vermittlers der UNO, des schwedischen Grafen Bernadotte zustande. Er schlug die Errichtung eines jüdisch-arabischen Bundesstaates vor, was jedoch von beiden Seiten abgelehnt wurde. Unterdessen entwarf Graf Bernadotte einen neuen Teilungsplan für Palästina, nach dem Galiläa und der Küstenstreifen am Meer mit Haifa und Tel Aviv den Juden, der Rest von Palästina und der Negev den Arabern zufallen, und Jerusalem der Kontrolle der UNO unterstehen sollte. Bernadotte hatte in seinem Bericht vorgeschlagen, daß„ das Recht der arabischen Flüchtlinge, in ihre Heimatorte in jüdisch beherrschtem Gebiet zum frühest möglichen Zeitpunkt zurückzukehren, von den Vereinten Nationen bestätigt werden sollte.“ Am 16. September 1948 hatte Bernadotte seinen Bericht abgeschlossen, einen Tag später wurde er von Mitgliedern der zionistischen Stern-Bande in Jerusalem ermordet.“ (J. Kimche, Zeitbombe Nahost, Hamburg 1970)

Er ist im jüdischen Teil der Stadt mit Maschinenpistolen erschossen worden. „Ein Auto hatte sich vor seinen Wagen quer über die Fahrbahn gestellt, so daß der UNO-Vermittler völlig wehrlos den tödlichen Salven preisgegeben war. Die Täter selber wurden nie ermittelt. Aber nur allerhöchste Stellen Israels wußten, wann der UNO-Vertreter mit seinem Wagen die Demarkationslinie passieren würde, um seine Verhandlungen aufzunehmen, und die Attentäter mußten sehr genau über die Zeit und die Fahrtstrecke des Grafen Bernadotte informiert worden sein.“(J.G.Burg)

Über das Massaker von Kibieh am 15. Oktober 1953 berichtet der Israeli Uri Avnery: „Am 15. Oktober griff eine Einheit der israelischen Armee das jordanische Dorf Kibieh an. Bei dieser Vergeltungsmaßnahme wurden vierzig Häuser zerstört und fünfzig Menschen – Männer, Frauen und Kinder – getötet. Dieses Massaker schockierte die Welt – es schockierte ebenfalls die israelische Regierung. Die Schuld wurde General Moshe Dajan zugeschoben, damals der zweite Mann in der Armee. Er hatte für solche Vergeltungsüberfälle eine Sondereinheit, die ,Einheit 101`, geschaffen. (Ihr Führer war Arik Sharon . . .)“

Drei Jahre später folgte der Massenmord von Kafr Kasem. Am 29. Oktober 1956, am ersten Tag des Sinai Feldzuges, teilte der israelische Major, der für die Sicherheit im Raume von Kafr Kasem verantwortlich war, dem Muchtar (Vorsteher) dieses Dorfes um 16 Uhr mit, daß ab 18 Uhr über das Dorf ein strenges Ausgehverbot verhängt sei. Die arabischen Bauern befanden sich zu dieser Zeit auf ihren Feldern und kehrten gewöhnlich erst gegen 19 bis 20 Uhr nach Hause zurück. Da es unmöglich war, in der kurzen Zeit von zwei Stunden alle Bauern von dem Ausgehverbot zu verständigen, bat der Bürgermeister den Armeemajor, für den ersten Tag die Frist zu verlängern. Der israelische Major telefonierte mit seinem Vorgesetzten und erklärte dann, daß es keine Ausnahme gäbe. Als die Dorfbewohner, von denen die Mehrzahl weit draußen gearbeitet hatte, gegen 19 Uhr zurückkamen, wurden sie von einer Grenzpolizeiabteilung festgenommen. Es waren insgesamt 47 Personen, in der Hauptsache Männer, aber auch einige Frauen und Kinder, die ihre Väter auf die Äcker begleiteten. Am Dorfrand, wo man sie mit Lastwagen hinbeförderte und vor eine Mauer stellte, sind dann alle 47 Araber erschossen, mit Bajonetten erstochen oder mit Gewehrkolben erschlagen worden. „Nie hätte die Welt davon erfahren, wenn nicht Uri Avnery die von der Regierung geheimgehaltenen Einzelheiten des Massakers unter dem Titel Die Saat der Gewalt in seiner Wochenzeitung veröffentlicht hätte.
,Wir können unsere Hände nicht in Unschuld waschen`, schrieb Avnery, ,denn wir haben alle geduldet, daß der Keim des Hasses gelegt wurde.`
Um seinen Lesern zu zeigen, wie weit die Dinge schon fortgeschritten sind, veranstaltete Avnery eine Umfrage unter sechs- bis zehnjährigen israelischen Kindern über ihre Einstellung zu den Arabern. Die Antwort der meisten lautete: ,Die Araber sind dreckig und stinkend. Man soll sie alle abschlachten.` Den Angriffen Avnerys schlossen sich erfreulicherweise auch Zeitungen der linkssozialistischen Mapam und des intellektuellen Kreises um Martin Buber an. Unter dem Druck ihrer Veröffentlichungen bequemte sich die Regierung zu einer Untersuchung. Zwei Jahre später wurde ein Prozeß gegen den Major durchgeführt, nicht aber gegen den Brigadegeneral, der, wie es landesbekannt geworden war, den Mordbefehl ausdrücklich gebilligt hatte. Der Major kam natürlich mit einer geringen Strafe und Bewährungsfrist davon.“ (J. G. Burg)

Inzwischen hat Mohammed Lakhdar Hagmina einen Film mit dem Titel „Kafr Kassem“ gedreht und erhielt dafür auf dem Internationalen Filmfestival in Cannes im Frühjahr 1975 den Großen Preis. Der Film dokumentiert den Massenmord wahrheitsgetreu und hat nur israelische Quellen verarbeitet. Danach soll es auch Urteile von mehreren Jahren Gefängnis gegeben haben, aber 18 Monate später waren alle frei. „Leutnant Gabriel Dahan, der allein 43 Tote auf dem Gewissen hatte, erhielt 15 Jahre Gefängnis, wurde aber im September 1960 ,Beauftragter für arabische Angelegenheiten` in Ramie. Ein Jahr später wurde er Offizier des Nachrichtendienstes und Attacke an der israelischen Botschaft in Paris.“ Kommentar: Zionistische Justiz! (H. Katzer, Paris).

Ein weitaus schrecklicheres Verbrechen darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Die Massenvernichtung ägyptischer Soldaten nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967.
Juan Maler berichtet darüber:
„Während die im Sinai-Gebiet gefangengenommenen ägyptischen Offiziere gut behandelt und bald schon auf dem Luftwege heimbefördert wurden, trieb der israelische Brigadegeneral Yesha’ahu Gavish auf Befehl Dajans die ägyptischen Soldaten durch die Sinai-Wüste, wo sie an Durst, Hunger und Hitze starben. Hunderte von Fotos wurden von diesem Todesmarsch von amerikanischen Flugzeugen aus aufgenommen. Die Zahl der so Liquidierten wird mit 50 000 angegeben. Verteidigungssekretär Mc Namara verbot es, 60 000 Gallonen Wasser in Kunststoffkannen über den Unglücklichen abzuwerfen, nachdem sich Dean Rusk, Goldberg und Walt Rostow telefonisch gegen eine solche Hilfsaktion ausgesprochen hatten. . .“

J. Maler weist noch darauf hin, daß bei Hebron im Zuge der „Umsiedlungen“ ganze Dörfer, Haus für Haus mit Dynamit in die Luft gesprengt und in Gaza mehr als hundert Mädchen im Alter von 15 bis 20 Jahren bei einer Kundgebung im Februar 1969 von israelischen Soldaten brutal zusammengeschossen wurden.
Moshe Menuhin, der Vater des großen Geigers Yehudi Menuhin erklärte dazu in verschiedenen Zeitungen der USA:
„Meine Religion ist ,prophetisches` Judentum, nicht ,Napalm`. Die jüdischen Nationalisten, die neue Sorte von kämpfenden Juden, sind keine Juden, soweit es mich betrifft, sondern ,jüdische` Nazis, die allen Sinn für jüdische Moralität und Menschlichkeit verloren haben. Anti-Zionismus ist daher nicht Antisemitismus.“ (J.Maler, Gegen Gott und die Natur).

Ob dieses furchtbare Urteil auch auf Golda Meir zutrifft, die als Ministerpräsidentin am 21. Februar 1973 nach eigenen Angaben den Befehl zum Abschuß eines lybischen Passagierflugzeuges gab, das 104 Fluggäste und 9 Besatzungsmitglieder an Bord hatte, vom Kurs abkam und statt in Kairo zu landen über dem Suez-Kanal herumirrte? Obwohl der französische Flugkapitän der israelischen Luftabwehr mitteilte, daß es sich um eine Zivilmaschine handelte, wurde das Flugzeug von der israelischen Luftwaffe abgeschossen.

Geben wir am Ende dieses finsteren Kapitels noch einmal dem Juden J. G. Burg das Wort. Er schreibt: „Niemals hätte ich geglaubt, daß sich ein jüdischer Staat in diesen Teufelskreis des Hasses, der Unduldsamkeit und des Verbrechens begeben würde. Soweit hat uns der fanatische Chauvinismus der Zionisten, besonders aber der zionistischen Sozialdemokraten, gebracht.
Mögen wir als Juden niemals das bezahlen müssen, was uns eine gewissenlose Clique in Israel an Schuld auflud! Bisher standen wir Juden vor der Welt als diejenigen da, die Gerechtigkeit zu fordern hatten. Nun hat man in Israel den Arabern gegenüber diese Gerechtigkeit vor aller Welt mit Füßen getreten.
Daß in Israel nur eine kleine Minderheit des Weltjudentums lebt und daß die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung von Israel mit diesen Greueltaten nichts zu tun haben will, wird die Welt vielleicht ebensowenig zur Kenntnis nehmen, wie sie 1945 zur Kenntnis nahm, daß auch die Masse des deutschen Volkes mit den entsetzlichen Folgen der Judenhetze nichts zu tun hatte.“

d. Eine Israelin berichtet

„Ein Fortschritt im Nahen Osten kann nur über die Verwirklichung der nationalen Rechte der Palästinenser und der Israelis erreicht werden, nämlich wenn Israelis und Palästinenser sich gegenseitig als Nationen akzeptiert haben, die im selben Land ihre Heimat haben“, diese Meinung vertritt die Israelin Edna Politi in ihrem Film: Für die Palästinenser.
Sie tritt darin entschieden für die Rechte des palästinensischen Volkes ein, „dessen eine Hälfte in Flüchtlingslagern, dessen andere Hälfte unter Besetzung lebt“ und begründet die Vorführung ihres Filmes in Europa damit, „daß Informationen über die Palästinenser zu oft mangelhaft oder auch falsch. sind“. Es geht ihr darum, „daß das Unrecht, das dem palästinensischen Volk widerfahren ist, beendet wird“.

Zunächst erklärt sie, wie es zu den palästinensischen Flüchtlingen kam.
„Wenn Kriegshandlungen in der Nähe ihrer Dörfer stattfinden, verlassen die palästinensischen Bauern das Dorf mit ihren Familien, um irgendwo in den Bergen, im Dorf nebenan Sicherheit zu finden. Nach dem Ende der Kämpfe verhindern die Israelis die Rückkehr der Bevölkerung in ihre Dörfer: denn auf die Gebiete, die sie eroberten, wollen sie nicht verzichten, und eine große Zahl palästinensischer Bürger in Israel, das ein jüdischer Staat sein soll, wollen sie ebenfalls nicht.

Mindestens 250 bis 300 Dörfer werden von den Israelis leergehalten. Ihre Einwohner werden zu Flüchtlingen: die meisten von ihnen in den arabischen Nachbarländern, in Flüchtlingslagern. Sie wissen nicht, daß sie nach 26 Jahren immer noch in diesen Lagern leben werden müssen, auf die Rückkehr in die Heimat hoffend. Andere flüchten nach Dörfern, die unter israelische Herrschaft gerieten. Diese wurden zu Flüchtlingen innerhalb Israels: Sie wurden zwar israelische Staatsbürger, durften jedoch in ihre Dörfer nicht zurück.“

Der Film zeigt dann, wie an der Stelle eines zerstörten Dorfes dessen Bewohner vertrieben worden waren, ein Wald gepflanzt wird, der beides: Vertreibung und Zerstörung, vergessen lassen soll.
„Die jungen Bäume hier sind von gutwilligen, aber oft unwissenden Leuten gespendet worden. Sie haben Geld gegeben, damit Israel die Wüste beseitigen kann . . . Aber die Bäume wachsen hier nicht ,in der Wüste`, sondern in einem verwüsteten Land.“
Anderswo werden auf dem Boden palästinensischer Dörfer israelische Siedlungen gebaut: Dreihundertfünfzig israelische Siedlungen und Kibbutzim sind allein zwischen 1948 und 1953 auf diese Weise entstanden.“

Unter dem Titel: Palästinenser in Israel: beraubt und unfrei im eigenen Land wird geschildert, welche Methoden bei der Beschlagnahmung palästinensischen Eigentums angewandt wurden. Ein Araber sagt bei einem Interview:
„Unser Dorf hatte ungefähr 3600 Hektar, davon haben uns die israelischen Behörden 2800 Hektar konfisziert . . . 1948 zogen sie eine Linie ums Dorf und sagten: Was außerhalb dieser Linie ist, gehört euch nicht mehr. Was innerhalb ist, könnt ihr behalten. Und das war gesetzlich! Die Israelis brauchten bloß die Notstandsgesetze aus der Engländerzeit zu nehmen und uns verbieten, unseren Boden zu betreten. Später kam ein weiteres Gesetz, wonach der seinen Boden verliert, der ihn drei Jahre lang nicht bestellt hat. Ich z. B. habe als Taglöhner für einen Kibbutz gearbeitet, und zwar auf Ländereien, die eigentlich meinem Großvater gehören. Als Taglöhner ließen sie mich auf Felder, die mein Großvater als Eigentümer nicht betreten durfte. Und so konnten sie schließlich, obgleich ich dort jahrelang gearbeitet habe, zu meinem Großvater sagen: Du hast hier seit drei Jahren nicht mehr gearbeitet. Jetzt gehört das Land uns. So haben sie uns alles Land weggenommen.“
Wer von unseren Bürgern in Deutschland und der freien Welt weiß schon von diesen Enteignungsmethoden der israelischen Räuber? Und wer kann sie billigen? Warum schweigen die Massenmedien? (Diese Frage ist bereits im Teil I Die geplante Weltregierung ausführlich behandelt.)

Die Enteigneten in ihrem eigenen Land sind aber noch in manch anderer Hinsicht entrechtet. Edna Politi zitiert z. B. folgenden „Einschränkungsbefehl“: Aufgrund meiner Befugnisse gemäß Paragraphen 6 und 109 der Notstandsgesetze von 1945, und da ich der Meinung bin, daß es für die Sicherheit des Staates Israel erforderlich ist, befehle ich hiermit, daß Jahsi Joseph Schauita sich in keinem Ort des Staates Israel außerhalb des Bezirkes Scharon aufhalten darf, es sei denn mit einer besonderen Genehmigung, die er im nächsten Polizeirevier beantragen kann. Gegeben den 27. 5. 73.
Unterschrift: Rechav am Zeevi, General

Frau Politi kommentiert dazu: „Solche Befehle werden in Israel nur palästinensischen Bürgern erteilt. Heute bekommen sie nur bestimmte Personen, bis 1965 waren es jedoch die palästinensischen Bewohner ganzer Bezirke, die sich für jede Reise beim Militärkommandanten eine Reisegenehmigung holen mußten. Diese Befehle werden aufgrund von Notstandsgesetzen erteilt, die den Behörden eine absolute Gewalt über die Freiheit des einzelnen geben und die sie nutzen, um politisch mißliebige Personen unter Druck zu setzen.“

Einige Notstandsgesetze:

§ 109 Der Militärkommandant ist befugt, einer Person
a) zu untersagen, bestimmte Bezirke zu betreten,
b) zu befehlen, ihn über ihren jeweiligen Aufenthaltsort zu unterrichten.
§ 110 Der Militärkommandant ist befugt, eine Person unter Polizeiaufsicht zu stellen, so daß
a) diese Person verpflichtet ist, sich nur in dem vom Kommandanten genannten Bezirk aufzuhalten;
b) es dieser Person untersagt ist, ihren Wohnort ohne polizeiliche Genehmigung zu wechseln.
c) Es kann dieser Person zur Auflage gemacht werden, sich zu bestimmten Tageszeiten im Polizeirevier zu melden;
d) es kann dieser Person zur Auflage gemacht werden, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang sich nicht außerhalb ihrer Wohnung aufzuhalten.
§ 111 Der Militärkommandant ist befugt, einen Haftbefehl gegen eine Person zu erlassen. (Der Haftbefehl muß nicht begründet werden. Eine Gerichtsverhandlung findet nicht statt. Der Haftbefehl gilt für drei Monate und kann beliebig oft erneuert werden.)

Über „Die politische Unterdrückung in den palästinensisch besetzten Gebieten“ sagt Edna Politi: „Auf Israels Straßen werden die Kraftfahrzeuge der besetzten Gebiete ständig kontrolliert. Sie tragen besondere Nummernschilder, die sich deutlich von den israelischen unterscheiden. An der Sperre müssen nur Palästinenser halten. Heute genügen Patrouillen, Ausweiskontrollen und Straßensperren, um in den palästinensischen Gebieten relative Ruhe herzustellen. In den ersten Jahren nach der Okkupation war es anders. Die Palästinenser übten Widerstand. Die Israelis reagierten mit eiserner Hand: Kollektive Bestrafung, Häusersprengungen, Sippenhaft.

Ein israelischer General sagte: Wir haben hier Ordnung gemacht, wie es die Amerikaner in Vietnam nicht geschafft haben.“

5. Ein Wort zum christlich jüdischen Dialog

Am Schluß dieser Abhandlung darf ein Wort zum christlich jüdischen Dialog nicht fehlen. Er gehört doch zu den ermutigenden und hoffnungsvollen Zeichen unserer Zeit. Mehr denn je sind wir heute auf Verstehen, Verständigung und Versöhnung angewiesen.

Auf katholischer Seite hat die im Oktober 1974 geschaffene „Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum“, die vom Präsidenten des Einheitssekretariats, Kardinal Jan Willebrands, geleitet wird, ein neues Dokument über das Verhältnis der Christen zu den Juden erarbeitet, das unter dem Titel „Richtlinien und Hinweise für die Durchführung der Konzilserklärung ,Nostra Aetate`, Art. 4″ am 3. Januar 1975 in Rom veröffentlicht wurde.

Ein halbes Jahr später gab der Rat der EKD eine Studie über „Christen und Juden“ heraus, die, als Orientierungshilfe gedacht, ebenso wie die katholische Erklärung geeignet ist, dem notwendigen Dialog zwischen Christen und Juden neue und richtungsweisende Impulse zu geben. Da bei dem anstehenden Dialog nicht nur rein theologische, sondern auch politische Fragen offen und vorbehaltlos diskutiert und nicht ausgeklammert werden sollten, dürfte die vorliegende Studie über die „Weltmacht Zionismus“ nicht als negativer Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog gewertet werden. Fakten und Realitäten muß man kennen und anerkennen, Unrecht und Ungerechtigkeit aber sind zu überwinden, wenn einer vertieften Brüderlichkeit zwischen Christen, Juden und Arabern ein Weg gebahnt werden soll.

Weitere Beiträge von Manfred Adler:

1. Die geplante Weltregierung
2. Die antichristliche Revolution der Freimaurer


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