Streit um Zion – Teil 2 – D.Reed

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Douglas Reed

 

Der Streit um Zion   –  Teil 2

 

Kapitel 19  Die Weltrevolution
Kapitel 20  Der Plan
Kapitel 21  Die Warnungen Disraelis
Kapitel 22  Die Manager
Kapitel 23  Der „Prophet“
Kapitel24  Die Geburt des Zionismus
Kapitel 25  Die Zionistische Weltorganisation
Kapitel 26  Die Häresie Dr. Herzls
Kapitel 27  Die „Protokolle“

 

– Hier in Teil 2 als Auszug die Kapitel 19 bis 27.  In Teil 3 folgen Kap. 29 bis 41, in Teil 4 die Kap. 42 bis 46. Alles wegen des grossen Umfangs des Werkes.
 Siehe auch letzte Seite. Die
Hervorhebungen im Text sind von mir. Horst Koch, Herborn, 2013 –

 

Einleitung von Ivor Benson

Der Verfasser:

In den Jahren unmittelbar vor und nach dem Zweiten Weltkrieg war der Name Douglas Reed in Europa in aller Munde; seine Bücher wurden in einer Auflage von Zehntausenden von Exemplaren verkauft und er besaß in der gesamten englischsprachigen Welt Heerscharen von Lesern, die seine Werke förmlich verschlangen. Als ehemaliger Zentraleuropa-Korrespondent der Londoner Times war er mit Büchern wie Insanity Fair, Disgrace Abounding, Lest We Regret und Far and Wide zu großem Ruhm gelangt; jedes dieser Werke mehrte seinen Ruf als einer der führenden Auslandkorrespondenten der Welt. In Deutsch erschien (1956) lediglich Der grosse Plan der Anonymen.

Dass Douglas Reed und seine Werke fast ganz in Vergessenheit geraten sind, lässt sich unmöglich allein mit dem Vergehen der Zeit erklären. Ganz im Gegenteil: Die seitherigen Geschehnisse haben bewiesen, dass Reeds Deutung der zeitgeschichtlichen Entwicklungen voll zutraf und sein Schicksal, sowie das seiner Bücher, stellt ein zusätzliches Indiz für die Richtigkeit seines Geschichtsbildes dar.

Nachdem 1951 Reeds Buch Far and Wide erschienen war, in dem er die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika vor dem Hintergrund dessen deutete, was er in Europa über die Weltpolitik erfahren hatte, wurde er bei den Verlegern über Nacht zur Unperson und seine früheren Werke verschwanden auf Nimmerwiedersehen aus den Bücherläden und Bibliotheken.

Nun, wo seine öffentliche Karriere nach menschlichem Ermessen beendet war, konnte sich Reed einer gewaltigen Aufgabe zuwenden. All seine bisherigen Erfahrungen waren in gewissem Sinne lediglich eine Vorbereitung auf diese Aufgabe gewesen, eine Schulung, die keine Universität vermitteln konnte und die bloß einigen wenigen Glücklichen und Begabten offenstand – seine Jahre als Auslandskorrespondent, seine Reisen durch Europa und Amerika, seine Gespräche und Kontakte mit den großen politischen Führern seiner Zeit sowie sein intensives, auf Lektüre und Beobachtung Fußendes Studium des Besten, was die europäische Kultur hervorgebracht hat.

Die Geschichte des Buches selbst. Ab 1951 arbeitete Douglas Reed in der Central Library von New York oder saß in seinen bescheidenen Unterkünften in New York und Montreal vor seiner Schreibmaschine. Er arbeitete unermüdlich an seinem Buch, bis dessen Umfang schließlich auf 300.000 Wörter angewachsen war; 1956 ergänzte er es um einen Epilog…

Es bedurfte ungewöhnlicher geistiger Kraft und Motivation, um ein dermaßen umfangreiches Buch zu schaffen, das so viele Recherchen und gewissenhafte Nachforschungen erforderte…

Ivor Benson

 

Kapitel 19 Die Weltrevolution

Um der chronologischen Reihenfolge Rechnung zu tragen, haben wir den Verlauf der Dinge bis zur Einberufung des Sanhedrin durch Napoleon geschildert. Auf die Frage des Kaisers aller Franzosen, ob sich die Juden Frankreichs als französische Bürger oder als Angehörige einer fremden Nation empfänden, antwortete der Sanhedrin, die Juden seien französische Staatsbürger mosaischen Glaubens. Diese offizielle Absage an die Idee einer separaten jüdischen Nation schloss die dritte, talmudistische Epoche in der Geschichte Zions ab und eröffnete die vierte Periode, jene der Assimilation, die rund neunzig Jahre später mit dem Bekenntnis zum jüdischen Nationalismus in seiner extremsten Form enden sollte.

Bevor wir uns der vierten Phase zuwenden, müssen wir bei unserer Darstellung der Geschehnisse um zwei Jahrzehnte zurückgehen, in jene Jahre, als der Auftakt zur Weltrevolution erfolgte; dabei müssen wir zu ermitteln versuchen, ob die Juden bei dieser eine Rolle gespielt haben, und wenn ja, welche.

Das 19. Jahrhundert sah die Geburt zweier Bewegungen, die ein konvergierendes Ziel verfolgten und bis zum Jahrhundertende eine geradezu überwältigende Schlagkraft entwickelten. Die erste dieser beiden Bewegungen, der Zionismus, zielte darauf ab, eine über unzählige Länder zerstreute Nation auf einem Territorium zusammenzuführen, das ihr vom jüdischen Gott versprochen worden war. Die zweite Bewegung, der Kommunismus, hatte die Zerstörung der Nationen als solche auf seine Fahnen geschrieben.

Somit erweckt es auf den ersten Blick den Anschein, als seien diese beiden Bewegungen einander diametral entgegengesetzt gewesen, denn schließlich erhob die erste den Nationalismus zu ihrer Religion, während ihm die zweite den Krieg bis aufs Messer erklärt hatte. Doch war dieser Antagonismus nur scheinbarer Art: in Tat und Wahrheit agitierten die beiden Bewegungen parallel; weit davon entfernt, miteinander zu kollidieren, verfolgten sie ein und dasselbe Ziel. Derselbe Gott, der eine bestimmte Nation in einem bestimmten Land versammeln wollte, hatte dieser nämlich versprochen, sie über alle anderen Völker zu erheben. Somit bestand die Aufgabe der Weltrevolution, die auf die Zerstörung der Nationalstaaten hinarbeitete, darin, die Voraussetzungen für die Verwirklichung des zionistischen Projekts zu schaffen; sie war also, ob bewusst oder unbewusst, nichts weiter als das Werkzeug Jahwes.

In Anbetracht dieser Ausgangslage gilt es in Erfahrung zu bringen, ob eine Beziehung zwischen den geistigen Vätern der Weltrevolution und jenen des Zionismus bestand. Gab es keine solche Beziehung, so war es reiner Zufall, dass die beiden Bewegungen ein und dasselbe Ziel anpeilten. In diesem Fall hat das Schicksal dem Abendland ganz einfach einen bösen Streich gespielt. Lässt sich hingegen eine Beziehung nachweisen, so vermitteln die Geschehnisse der letzten 170 Jahre eine Vorahnung kommender Dinge.

Diese 170 Jahre waren vermutlich die am wenigsten ruhmvollen in der Geschichte der Christenheit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte das Abendland auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Nie zuvor hatte der Mensch sowohl in seiner eigenen Entwicklung als auch in seinem Verhalten gegenüber seinem Mitmenschen einen dermaßen hohen Stand erreicht wie damals. Selbst die Kriegführung war gewissen zivilisatorischen Normen unterworfen worden, und alles schien darauf hinzudeuten, dass sich diese Höherentwicklung auch in Zukunft fortsetzen würde. Heute, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, ist jedoch vieles von dem Erreichten wieder verloren gegangen; ein großer Teil des Abendlandes seufzt unter heidnischer Barbarei; die Frage, ob der restliche Teil mitsamt seinem Glauben überleben kann, wird vermutlich erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts beantwortet sein.

Die Periode, während der die christliche Welt diesen fürchterlichen Rückschlag erlebte, sah einen ungeahnten Aufstieg des jüdischen Einflusses auf die Geschicke der abendländischen Menschheit: das Judentum errang eine Machtfülle, der sich kein europäischer Potentat oder Papst je hatte rühmen können, und seine Ideologie wurde stärker als jede andere Doktrin oder Religion zuvor. Zwei Zitate mögen die Ausbreitung dieser Macht, die sich wie eine düstere Gewitterwolke vom Osten her über den europäischen Kontinent schob, veranschaulichen. 1791 schrieb der große deutsche Historiker Johann Gottfried von Herder:

„Die roheren Nationen Europas sind willige Sklaven des jüdischen Wuchers… Das jüdische Volk ist ein asiatisches Volk und bleibt es auch in Europa; es ist in unserem Weltteil ein Fremdkörper, und es ist unlöslich an ein altes Gesetz gekettet, das sämtlichen anderen Völkern feindlich gesinnt ist.“

Ein Zeitungsleser des Jahres 1807, der eben erfahren hatte, dass der Sanhedrin der Idee von einer getrennten jüdischen Nation eine Absage erteilte, hätte Herder wohl als „engstirnigen Fanatiker“ oder „Antisemiten“ etikettiert, doch die Geschehnisse der folgenden Jahrzehnte haben bewiesen, dass der deutsche Denker die reine Wahrheit gesprochen hatte. Ein Jahrhundert später, im Jahre 1899, erinnerte ein anderer großer Denker, Houston Stewart Chamberlain, mahnend an Herders Worte und zog eine Bilanz der seitherigen Entwicklung:

„Ein großer Wandel hat sich vollzogen: Die Juden spielen in Europa und überall, wohin sich europäischer Einfluss erstreckt, eine andere Rolle als noch vor hundert Jahren; wie Viktor Hohe sagte, leben wir heute in einem jüdischen Zeitalter. Über die frühere Geschichte der Juden mögen wir denken, was wir wollen, doch ihre heutige Geschichte nimmt in unserer eigenen einen so breiten Raum ein, dass wir uns unmöglich weigern können, sie zur Kenntnis zu nehmen… Das ‚fremde Element‘, von dem Herder sprach, wird immer bedeutsamer… Der direkte Einfluss des Judentums auf das 19. Jahrhundert erscheint zum ersten Mal als neuer Einfluss in der Geschichte der Kultur; er wird somit zu einer der brennenden Fragen unseres Lebens… Herder sagte, die roheren Nationen Europas seien willige Sklaven des jüdischen Wuchers. Heute könnte Herder dasselbe bezüglich des allergrößten Teils unserer zivilisierten Welt sagen… Unsere Regierungen, unser Recht, unsere Wissenschaft, unser Handel, unsere Literatur, unsere Kunst, fast alle Bereiche unseres Lebens sind mehr oder weniger willige Sklaven der Juden geworden und tragen die Sklavenfesseln wenn nicht an beiden, so doch wenigstens an einem Fuß…Der direkte Einfluss des Judentums auf das 19. Jahrhundert wird somit zu einer der brennendsten Tagesfragen. Wir müssen uns hier mit einem Problem auseinandersetzen, das nicht bloß die Gegenwart, sondern auch die Zukunft der Welt betrifft… Sollte der jüdische Einfluss in Europa im intellektuellen und kulturellen Bereich die Oberhand gewinnen, so hätten wir ein weiteres Beispiel einer negativen, zerstörerischen Kraft vor uns.“

Diese Worte vermitteln Aufschluss über die Entwicklung in den hundert Jahren, die Herder von Chamberlain trennten. Die letzten drei Sätze sind eine brillante Prognose, denn Chamberlain hatte die Beweise für die Richtigkeit seiner Ausführungen noch nicht gesehen; diese Beweise hat erst unser Jahrhundert erbracht.

Im Oktober 1917, als der Kommunismus (der große Zerstörer der Nationen) und der Zionismus (der Nationalismus eines auf Weltherrschaft erpichten Volkes) gleichzeitig triumphierten, erwies es sich, wie perfekt die beiden Bewegungen ihre Aktivitäten synchronisiert hatten.

In den sechzig Jahren, die seit Chamberlains Warnung verflossen sind, hat der von ihm und zuvor von Herder geschilderte Prozess ungemein an Dynamik gewonnen. Das Problem betrifft längst nicht mehr nur „die Zukunft der Welt“, wie Chamberlain schrieb, sondern ist zu einem Alltagsproblem geworden, das uns auf Schritt und Tritt begleitet. Es hat das Antlitz der Welt verändert und das Schicksal der Menschheit aufs nachhaltigste beeinflusst. Im Laufe dieser sechs Jahrzehnte sind unsere Regierenden in der Tat „willige Sklaven“ der herrschenden jüdischen Sekte geworden, und zwar in solchem Umfang, dass sie keine wirkliche Macht mehr innehaben, sondern nur noch Steigbügelhalter und Laufburschen einer neuen, internationalen Herrscherklasse sind.

Dieser traurige Zustand findet seine Erklärung darin, dass das Abendland zwischen Hammer und Amboss geraten ist, zwischen die antinationale Weltrevolution des Kommunismus und die neue, nationenbildende Ideologie des Zionismus. Der Kommunismus wirkte von unten, indem er die Massen aufwiegelte, der Zionismus von oben, indem er die Regierenden korrumpierte.

Stehen hinter beiden Bewegungen ein und dieselben Kräfte? In den folgenden Kapiteln des vorliegenden Buchs wird versucht, eine erschöpfende Antwort auf diese Frage zu erteilen.

Es lässt sich unschwer nachweisen, dass jede Phase dieser für das Abendland so verheerenden siebzehn Jahrzehnte das alte jüdische Gesetz seiner Erfüllung um einen Schritt näher gebracht hat. Dies ist bereits ein so starkes Indiz für einen gemeinsamen Ursprung von Kommunismus und Zionismus, dass man es unmöglich unter den Teppich kehren kann, es sei denn, es ließe sich hieb- und stichfest widerlegen. Den „unaufgeklärten“ christlichen Massen mag der historische Prozess, den die Französische Revolution von 1789 einläutete, als bloßes Gedröhne erscheinen, doch der mit den Tatsachen vertraute Forscher erkennt dahinter die Handschrift der Weisen, die einst das Gesetz festlegten, sowie der Propheten Judas.

Das 19. Jahrhundert war eine Epoche der Verschwörung, deren Ergebnisse heute, im 20. Jahrhundert, auf der Hand liegen. Diese Verschwörung erzeugte den Kommunismus und den Zionismus, zwei Ideologien, die das Abendland in die Zange nahmen. Welches waren ihre Ursprünge? Warum keimten sie im Dunkeln, ehe sie im 19. Jahrhundert gemeinsam an die Oberfläche durchbrachen? Hatten sie eine gemeinsame Wurzel? Um diese Fragen zu beantworten, gilt es die Wurzeln jeder der beiden Bewegungen getrennt zu untersuchen; erst dann wird man zu einem sicheren Urteil darüber gelangen können, ob sie sich unter der Oberfläche vereinen. In diesem Kapitel sowie dem nächsten gehen wir der Frage nach der Wurzel der Idee von der Weltrevolution nach.

Die Französische Revolution war kein auf Frankreich beschränktes Phänomen, sondern Ausdrucksform der Weltrevolution. Hieran war vom Moment ihres Ausbruchs an kein Zweifel mehr statthaft. Frühere Revolutionen mochte sich in der Tat dadurch erklären lassen, dass sich das von arroganten Aristokraten unterdrückte Volk spontan gegen seine Peiniger erhob, doch ein sorgfältiges Studium der Hintergründe der Französischen Revolution schließt eine solche Deutung aus. Diese Revolution war das Ergebnis eines Plans sowie der Wühlarbeit einer geheimen Organisation; sowohl der Plan als auch das subversive Wirken seiner Vollstrecker waren bereits bekannt, bevor der Aufstand aufflammte. In anderen Worten, die Ursache der Geschehnisse lag mitnichten in irgendwelchen Missständen der französischen Gesellschaft begründet. Der Plan, auf dem sie beruhten, war derselbe, der heute dem Kommunismus zugrunde liegt, und der Kommunismus (also die permanente Weltrevolution) ist das geistige Kind der Organisation, die den Plan begründete.

Die Französische Revolution von 1789 liefert den Schlüssel zur Enträtselung des Geheimnisses. Sie war das Zwischenglied zwischen der Englischen Revolution von 1640 und der Russischen Revolution von 1917 und lässt erkennen, dass wir es mit einem geplanten, kontinuierlichen Prozess zu tun haben, der, nachdem diese drei Phasen nun abgeschlossen sind, mit Sicherheit in nicht allzu ferner Zukunft, vermutlich noch in diesem Jahrhundert, seine Apotheose erleben wird. Diese wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit in einem Versuch bestehen, die Weltrevolution durch die Einsetzung einer Weltregierung unter der Kontrolle jener Organisation, die den revolutionären Prozess von Beginn an gelenkt hat, zu krönen und zu vollenden. Eine solche Entwicklung käme der Machtergreifung einer neuen Herrscherklasse und der totalen Entrechtung der Nationen gleich.

Dieses Bild, das sich im Verlauf von drei Jahrhunderten nach und nach herauskristallisiert hat, weist heutzutage scharf umrissene historische Konturen auf. Jede der drei großen Revolutionen lässt sich im Lichte der folgenden betrachten:

(1) Die Englische Revolution erschien den Zeitgenossen als Angelegenheit, welche ausschließlich die britischen Inseln betraf, als spontane Rebellion, die sich gegen die Ansprüche eines bestimmten Königshauses, des Hauses Stuart, sowie gegen eine bestimmte, verächtlich „Papistentum“ genannte Religion richtete. Niemand wäre damals auf den Gedanken verfallen, sie als Ausgangspunkt einer weltweiten Bewegung aufzufassen, deren Ziel die Abschaffung aller Religionen und jeder Form legitimer Herrschaft war. Die herrschende jüdische Sekte unterstützte den revolutionären Diktator (Oliver Cromwell) finanziell; mittels dieser bewährten Methode wurden die Judenführer zu den hauptsächlichen Sponsoren der Revolution. Dass sie bei deren Anzettelung die Hand im Spiel gehabt hätten, lässt sich freilich nicht nachweisen, ebenso wenig wie sich nachweisen lässt, dass diese Revolution langfristig geplant war.

(2) Die Natur und der Verlauf der Französischen Revolution erlaubt es dem Historiker jedoch, die Englische Revolution in neuem Lichte zu betrachten. Dass der Aufstand von 1789 keinesfalls eine rein französische, einzig und allein durch die in Frankreich herrschenden Bedingungen ausgelöste Episode war, begriffen einsichtige Beobachter von Anfang an. Ihr lag im Gegenteil ein Plan für eine Weltrevolution zugrunde, der bereits einige Jahre zuvor aufgedeckt und publik gemacht worden war. Aus diesem Grunde lassen sich die charakteristischsten Episoden dieser Revolution, der Königsmord sowie die blutige Verfolgung der christlichen Religion, ganz unmöglich als spontane, von aufgeputschten Hitzköpfen begangene Racheakte deuten; sie waren wohlkalkulierte, symbolische Akte, die auf die Existenz eines langfristigen Plans und eines klaren Ziels hindeuteten: Der Zerstörung jeglicher Form von Religion und legitimer Herrschaft überall auf der Welt. Diese Erkenntnis legt logischerweise die Vermutung nahe, dass auch die Englische Revolution von derselben geheimen Organisation vorbereitet und durchgeführt worden sein könnte, die auf die Vernichtung aller Nationalstaaten hinarbeitete.

Genau wie bei der Englischen Revolution gehörte das Judentum auch bei der Französischen zu den Hauptgewinnern. Den Juden wurden volle Bürgerrechte gewährt, mit dem Ergebnis, dass sie die neu gewonnenen Freiheiten in den anschließenden Jahrzehnten als Deckmantel für konspirative Tätigkeit nutzten. Anhand der vorhandenen Dokumente lässt sich jedoch nicht nachweisen, dass Juden an der Planung und Durchführung der Französischen Revolution maßgeblich beteiligt gewesen wären.

Rekapitulieren wir: Im Gegensatz zur Englischen Revolution war die Französische nachweislich das Ergebnis einer lange zuvor eingefädelten Verschwörung. Von diesem Augenblick an war die Natur des Plans für jedermann erkennbar, doch sofern es gelang, die Drahtzieher zu entlarven, erschienen diese als lose Ansammlung von Individuen, die nichts gemein hatten außer der Lust des Brandstifters am Zerstören. Was die Revolutionäre im Schilde führten, lag mittlerweile auf der Hand, doch wer sie waren, blieb immer noch ein Geheimnis. Eine anerkannte Autorität auf diesem Gebiet, Lord Acton, hat es prägnant formuliert:

„Das Fürchterliche an der Revolution ist nicht der Tumult, sondern der Plan. Durch Feuer und Rauch hindurch erkennen wir den Beweis für eine wohldurchdachte Organisation. Die Drahtzieher bleiben sorgfältig verborgen und maskiert, doch an ihrer Existenz kann von Anfang an kein Zweifel bestehen.“

Somit war hinter der Französischen Revolution ein Plan zu erkennen, und dieser Plan verfolgte weltweite Ziele. Was zur Zeit der Englischen Revolution noch als spontaner Aufstand erschien, wies nun plötzlich alle Merkmale eines langfristig durchdachten Projekts auf, und die Verschwörung war offenkundig dermaßen mächtig und dermaßen langfristig eingefädelt, dass man sich des Verdachts nicht erwehren konnte, bereits die erste, die Englische Revolution sei ihr Werk gewesen. Doch auch bei der zweiten, der Französischen Revolution blieben die wahren Drahtzieher im Dunkeln, so dass sich das Geheimnis lediglich zur Hälfte entschlüsseln ließ. (Lord Acton starb 1902, so dass es ihm nicht mehr beschieden war, die dritte Revolution zu erleben.)

(3) Die dritte Revolution gab ihrerseits Anstoß zu allerlei Theorien über den Charakter ihrer beiden Vorgängerinnen. Ihre Visitenkarten, der Mord an der Zarenfamilie und die grauenhafte Verfolgung des christlichen Glaubens, ließen von Anfang an mit aller Deutlichkeit erkennen, dass sie die nächste Etappe jenes weltweiten Zerstörungsplans darstellte, dessen Existenz die Französische Revolution unmissverständlich bewiesen hatte. Was eben noch ein eifersüchtig gehütetes Geheimnis gewesen war, nämlich der permanente Charakter der Weltrevolution, wurde ab 1917 offen proklamiert, und die einst streng geheime Verschwörung wurde zu einer weltweit agierenden politischen Partei, die ihre Befehle aus dem zentralen Hauptquartier in Moskau erhielt. Doch die Drahtzieher, die, um Lord Acton zu zitieren, zuvor „sorgfältig verborgen und maskiert“ gewesen waren, streiften ihre Masken nun jäh ab und traten ins Rampenlicht. Fast alle Führer der Russischen Revolution waren Ostjuden. Die bedeutungsschweren, symbolischen Bluttaten, mit denen sich diese Revolution gleich zu Beginn befleckt hatte, die Abschlachtung der Zarenfamilie und die Massenmorde an Priestern, waren ebenfalls das Werk von Juden. Allerdings wurde in der Sowjetunion alsbald ein Gesetz erlassen, das jede Erörterung der jüdischen Rolle bei der Oktoberrevolution, oder der „Judenfrage“ allgemein, unter Strafe stellte.

Somit lieferten die Ereignisse eine Antwort auf kapitale Fragen; was 1789 noch ein Geheimnis gewesen war, trat 1917 für jeden Einsichtigen klar zutage. Für den heutigen Historiker ist das Studium der Französische Revolution von unschätzbarem Wert, liefert sie doch den Beweis für die Existenz eines Plans zur Weltrevolution sowie einer Organisation, welche dieses zerstörerische Ziel auf ihre Fahnen geschrieben hat. Ihr Vorhandensein machte das 19. Jahrhundert zu einem Jahrhundert der großen Verschwörung. Wie ein Gefangener nachts angstvoll den dumpfen Geräuschen lauscht, die seinen Kerker erfüllen, empfanden Menschen und Nationen im 19. Jahrhundert dumpfe Furcht vor einem unbekannten Bösen. Dies war das Gefühl, das die Verschwörung auf ihre Umwelt hinterließ. Seit der Französischen Revolution wussten die Menschen instinktiv, dass in ihrer Mitte Verschwörer wirkten. Wir, die wir die Ergebnisse der Verschwörung am eigenen Leibe erfahren haben, können immerhin erkennen, womit wir es zu tun haben, immer vorausgesetzt, wir wollen es erkennen. Der Teufel hat seinen Pferdefuß längst gezeigt.

Vielleicht bestand der größte Schaden, den Napoleon angerichtet hat, darin, dass er die Gedanken der Menschen mit seinen Feldzügen und spektakulären Eroberungen von der unvergleichlich größeren Gefahr ablenkte, die sich damals zusammenbraute: Die Weltrevolution und ihre Drahtzieher. Ohne den Wirbel, den Napoleon auf der weltpolitischen Bühne entfachte, hätte die Menschheit der Verschwörung vielleicht mehr Beachtung geschenkt, denn für deren Existenz gab es nun eindeutige Beweise.

 

Kapitel 20  Der Plan

Nachdem die bayerische Regierung im Jahre 1786 die Dokumente der von Adam Weishaupt geleiteten Geheimgesellschaft der „Illuminaten“ beschlagnahmt und sie im Jahr darauf veröffentlicht hatte, lag ein hieb- und stichfester Beweis für die Existenz einer Verschwörung vor. Die Dokumente enthüllten nämlich den Plan für eine Weltrevolution sowie das Vorhandensein einer mächtigen Organisation, deren Angehörige teilweise gesellschaftliche Spitzenpositionen einnahmen. Fortan war kein Zweifel mehr daran statthaft, dass es in allen Ländern und Gesellschaftsklassen Männer gab, die sich zusammengetan hatten, um alle legalen Regierungen zu stürzen und alle Religionen zu vernichten. Als die Beweise für die Existenz dieser Verschwörerorganisation ans Licht gekommen waren, tauchte sie sofort wieder in den Untergrund ab, überlebte jedoch und arbeitete weiterhin zielstrebig auf die Verwirklichung ihres Plans hin; 1917 ließ sie dann die Maske fallen und trat mit einem Paukenschlag ins Rampenlicht. In Gestalt der internationalen kommunistischen Bewegung verfolgt sie ihre anno 1786 durch den Coup der bayerischen Regierung bloßgestellten Ziele seither ohne jede Tarnung weiter, wobei sie sich jener Methoden bedient, die in den beschlagnahmten Dokumenten dargelegt worden waren.

Die Veröffentlichung der Weishaupt-Dokumente wurde durch einen Zufall ermöglicht, der nicht minder bizarr war als die Sicherstellung der Whittaker-Chamber-Papiere im Jahre 19482. Es handelte sich lediglich um einen kleinen Teil der dokumentarischen Belege für die Realität der Verschwörung; der Hauptteil war vor 1786 vernichtet worden, nachdem das eine oder andere über das Treiben und die Pläne der Illuminaten durchgesickert war – teils durch die Prahlereien einiger Angehöriger des Ordens, teils durch die Enthüllungen von Mitgliedern, die sich (wie Chambers 160 Jahre später) von der Organisation, der sie angehörten, abgestoßen fühlten, nachdem sie ihre wahre Natur durchschaut hatten. Beispielsweise wurde die Herzogswitwe Maria Anna von Bayern 1783 von ehemaligen Illuminaten darüber unterrichtet, dass der Orden jede Religion als „Unsinn“ betrachtete (Lenins „Opium für das Volk“), Patriotismus für „kindisch“ hielt, die Ansicht vertrat, der Mensch solle sich bei der Gestaltung seines Lebens von der Leidenschaft und nicht von der Vernunft lenken lassen, es für statthaft erachtete, seine Feinde zu vergiften etc. Als Ergebnis dieser und anderer ihm zugegangener Informationen erließ der Herzog von Bayern 1785 ein Edikt gegen die Illuminaten; diese wurde als Zweig der Freimaurerei bezeichnet, und es wurde Regierungsbeamten, Angehörigen des Heeres, Professoren, Lehrern und Studenten verboten, dem Orden beizutreten. Die Gründung von Geheimgesellschaften (d.h. von nicht ordnungsgemäß registrierten Vereinigungen) wurde ganz allgemein untersagt.

Das Verbot (das selbstverständlich nicht durchgesetzt werden konnte, weil sich Geheimgesellschaften per definitionem nicht per Dekret auflösen lassen) war für die Verschwörer ein Warnschuss vor den Bug. Laut zwei Historikern der Illuminatenbewegung, C. F. Forester und Leopold Engel, wurde „eine erhebliche Anzahl der wertvollsten Papiere des Ordens entweder sorgfältig verborgen oder verbrannt“, so dass „nur wenige Dokumente überlebt haben, denn die meisten waren zerstört worden, und Beziehungen zu Außenstehenden waren zwecks Vermeidung von Verdacht abgebrochen worden“. In anderen Worten: Der Orden tauchte ab. Unter diesen Umständen können die 1786 vorgefundenen Dokumente lediglich die Spitze des Eisbergs gewesen sein. Forestier schreibt, 1784 (dem letzten Jahr, in dem die Illuminaten ihre Macht nicht nur nicht vertuschten, sondern regelrecht damit protzten) habe sich der Orden von seinem bayrischen Stützpunkt aus „über ganz Mitteleuropa vom Rhein bis zur Weichsel und von den Alpen bis zur Ostsee“ erstreckt; zu seinen Mitgliedern hätten „junge Menschen, welche die ihnen eingebläuten Prinzipien später in die Praxis umsetzten“, ebenso gehört wie „Beamte aller Art, die ihren Einfluss für die Ziele des Ordens geltend machten, Kleriker, die Gefallen daran fanden, ‚tolerant‘ zu sein, sowie Fürsten, auf deren Schutz der Orden zählen konnte und die er zu kontrollieren hoffte“. Dem Leser wird nicht entgangen sein, dass diese Schilderung wie ein Spiegelbild des Kommunismus in unseren Tagen anmutet, abgesehen vom Hinweis auf die „Prinzen“, deren Zahl seit 1784 empfindlich geschrumpft ist.

Obschon die vorgefundenen und veröffentlichten Papiere keinen Aufschluss über die zahlenmäßige Stärke und den Einfluss der Illuminaten vor allem in Frankreich, England und Amerika vermittelten, warfen sie ein grelles Licht auf die Natur der Gesellschaft und ihre zerstörerischen Ziele. 1785 war ein Abgesandter des Ordens während einer Reise nach Schlesien vom Blitz getroffen worden. Die bei ihm entdeckten Dokumente führten dazu, dass die Häuser zweier führender Illuminaten durchsucht wurden. Ein Briefwechsel zwischen „Spartakus“ (Adam Weishaupt) und den „Areopagiten“ (seinen engsten Vertrauensmännern) sowie andere Papiere enthüllten das ganze Ausmaß des Plans zur Weltrevolution, dessen Ergebnisse wir im 20. Jahrhundert unter dem Namen „Kommunismus“ so hautnah kennengelernt haben.

Niemand wird heute ernstlich behaupten wollen, dieser grandiose Zerstörungsplan sei dem Gehirn eines bayrischen Professors entsprungen. Sehr viel glaubhafter wirkt da Nesta Websters These, wonach Weishaupt und seine Verbündeten nichts anderes taten, als eine furchterregende Kraft, die seit Jahrhunderten geschlummert hatte, zu erwecken und auf die Welt loszulassen.

Als Weishaupt den Illuminatenorden am 1. Mai 1776 gründete, war er Dekan der juristischen Fakultät an der Universität von Ingolstadt (auch heute unterrichten Professoren, die insgeheim kommunistischem Gedankengut huldigen, oft an den juristischen Fakultäten). Er war von den Jesuiten erzogen worden, die er später hasste; von ihnen übernahm er, freilich unter umgekehrten ideologischen Vorzeichen, das Geheimnis der Organisation, die Methode, die (wie sich sein Gesinnungsgenosse Mirabeau ausdrückte) darin bestand, dass „Männer, welche über die Welt zerstreut waren, unter einem Oberhaupt auf ein und dasselbe Ziel hin arbeiteten“. Die Idee, Männer durch eine Verschwörung aneinanderzuketten und zur Erreichung eines Ziels zu benutzen, das sie nicht verstehen, findet sich in sämtlichen von der bayrischen Regierung sichergestellten Briefen und sonstigen Dokumenten der Illuminaten.

Diese Idee wird mit leidenschaftlichem Eifer präsentiert, und die vielen Wege zu ihrer Verwirklichung zeugen von höchstem Einfallsreichtum. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Ersteller dieser Dokumente die gesammelten Erfahrungen der Verschwörer früherer Zeiten zunutze gemacht haben; bei ihrer Suche nach den Quellen dieser trüben und perversen Doktrin stieß Nesta Webster bereits in den ersten christlichen Jahrhunderten, ja noch früher, auf handfeste Belege. Hierzu ein Beispiel: Laut Sylvestre de Sacy trieb im 8. Jahrhundert innerhalb des Islam eine subversive Sekte ihr Unwesen, deren Strategie darin bestand, „überall und in allen Klassen der Gesellschaft“ Anhänger zu rekrutieren, mit dem Ziel, den überlieferten Glauben sowie die bestehende Regierung zu zerstören. Der Führer dieser „Ismailiten“, Abdullah Ibn Maymun, plante „eine riesige Geheimgesellschaft mit zahlreichen Stufen der Einweihung zu begründen; dieser sollten Freidenker, welche die Religion als Instrument zur Unterdrückung der Menschen betrachteten, ebenso angehören wie Eiferer aller Sekten“. Gemäß einem anderen Fachmann auf diesem Gebiet, Reinhart Dozy, erreichte Abdullah Ibn Maymun „mit diesen Mitteln das außergewöhnliche Ergebnis, dass eine große Zahl von Menschen verschiedener Glaubensrichtungen einträchtig auf ein Ziel hinarbeiteten, das nur wenigen von ihnen bekannt war“. Diese Schilderung lässt sich mühelos auf die Methoden und Erfolge Adam Weishaupts und des Kommunismus übertragen; in der Literatur der Kabbalisten, der Gnostiker und der Manichäer finden sich zahlreiche Parallelen.

Die Weishaupt-Dokumente sind unbestreitbar echt: Indem die bayerische Regierung es allen Interessenten freistellte, die Papiere in den Münchner Archiven zu besichtigen, durchkreuzte sie von vorneherein jeden Versuch, sie als Fälschungen abzutun.

Aus den Dokumenten gingen drei grundlegende Dinge hervor: Erstens die Ziele der Gesellschaft, zweitens die Methoden, nach denen der Orden organisiert war, und drittens die Mitgliederschaft, wenn auch nur in einem verhältnismäßig kleinen Gebiet (vor allem den süddeutschen Staaten). Im Folgenden werden wir auf alle drei Punkte eingehen.

Die Grundidee des Ordens ging aus dem Briefwechsel zwischen „Spartakus“ und seinen ebenfalls unter Pseudonymen agierenden Mitverschwörern mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit hervor und bestand in der Zerstörung sämtlicher bestehender Regierungen, Nationen und Religionen, um einer neuen herrschenden Klasse, jener der Illuminaten, den Weg zur Macht zu ebnen. Henri Martin resümiert die Ziele der Geheimgesellschaft wie folgt: „Abschaffung des Eigentums, der gesellschaftlichen Autorität und der Nationalität; Rückkehr des Menschengeschlechts zu jenem glücklichen Zustand, in dem sie eine einzige Familie ohne künstlich geschaffene Bedürfnisse und ohne unnütze Wissenschaften war. Jeder Vater wird Magistrat und Priester zugleich sein – Priester was für einer Religion, wissen wir nicht, denn obwohl sich Weishaupt oft auf den Gott der Natur berief, deutet vieles darauf hin, dass er keinen anderen Gott hatte als die Natur selbst.“

Dies wird von Weishaupt selbst bestätigt: „Fürsten und Nationen werden verschwinden… Die Vernunft wird die einzige Richtschnur des Menschen sein.“ In all seinen Schriften findet sich nicht die Spur eines Hinweises auf eine göttliche Macht außerhalb des Menschen.

Die Attacken gegen „Könige und Fürsten“ waren lediglich ein Tarnmäntelchen für den wirklichen Angriff, jenen auf jede Form der Nation (die seitherigen Entwicklungen haben drastisch gezeigt, dass die Kommunisten in unseren Tagen, wo Könige und Fürsten zur Mangelware geworden sind, proletarische Premierminister und Politiker genau so kaltblütig über die Klinge springen lassen wie gekrönte Häupter), und die Kritik an den „Priestern“ war nichts weiter als ein Rauchvorhang, hinter dem sich der Angriff auf jegliche Form von Religion verbarg. In beiden Fällen ging das wahre Ziel aus Weishaupts eigener Korrespondenz mit seinen Vertrauensmännern hervor, während die vorgetäuschten Ziele für Illuminaten minderen Ranges gedacht waren – oder für die Öffentlichkeit, falls diese Wind von den Ränken des Ordens bekam. Weishaupts bewundernswertes Geschick bei der Rekrutierung wichtiger Persönlichkeiten, die sich ihm anschlossen, um ihre „fortschrittliche“ oder „liberale“ Gesinnung unter Beweis zu stellen, wird durch die Zahl der Adeligen und Priester belegt, die auf den Mitgliederlisten seiner Organisation figurierten.

Das schlagendste Beispiel für seinen Erfolg und für die Mühelosigkeit, mit der er seine Methoden der konkreten Situation anpasste, war sein Umgang mit der Religion. Sein Angriff auf die Religion war in jenen Tagen ungleich waghalsiger und schockierender als in unseren; schließlich haben wir lange genug mit bekennenden Kommunisten zusammengelebt, um uns mit einer Denkweise vertraut zu machen, die zu Weishaupts Zeiten kaum fassbar schien, nämlich dass der Mensch, nachdem er den Weg zur Idee Gottes gefunden hat, wieder den umgekehrten Weg einschlagen soll!

Ursprünglich hatte Weishaupt mit dem Gedanken geliebäugelt, die Anbetung des Feuers zur Religion des Illuminatentums zu machen. Dies hätte ihm unter dem Klerus allerdings kaum Anhänger beschert, so dass er schon bald auf eine weit klügere Strategie verfiel, der Heerscharen von Priestern auf dem Leim krochen. Er behauptete nämlich, Jesus habe eine „geheime Lehre“ besessen, die zwar nie im Klartext offenbart worden sei, die man jedoch erschließen könne, wenn man in den Evangelien nur fleißig genug zwischen den Zeilen lese. Diese geheime Lehre solle die bestehende Religion ersetzen und an ihrer Stelle die Vernunft auf den Thron heben; wenn die Vernunft zur Religion der Menschheit geworden sei, ließen sich alle Probleme lösen. Die Idee, einer Geheimgesellschaft beizutreten, deren wahrer Begründer Jesus gewesen war, erwies sich für viele Angehörige des Klerus als unwiderstehlich: Bereitwillig durchschritten sie das Tor, das sich vor ihnen auftat. Für die damalige Zeit war dies fürwahr außergewöhnlich, während kommunistische Priester heutzutage fast schon eine Alltagserscheinung sind.

Die Illuminatenführer machten sich privat über ihre naiven Gefolgsleute lustig. So schrieb Weishaupts führender Mitarbeiter „Philo“ (hinter dem Pseudonym verbarg sich der hannoveranische Baron von Knigge): „Wir sagen dann, Jesus habe keine neue Religion einführen, sondern lediglich die Naturreligion und die Vernunft in ihren alten Rechten wiederherstellen wollen… Es gibt viele Stellen in der Bibel, auf die man sich hierbei stützen kann; deshalb hören sämtliche Streitereien zwischen den Sekten auf, wenn man in der Lehre Jesu einen vernünftigen Sinn finden kann, mag dieser nun zutreffen oder nicht. Weil die Leute sehen, dass wir die einzigen wirklichen und wahren Christen sind , können wir das eine oder andere Wort gegen die Priester und Fürsten fallen lassen, aber ich habe es so eingerichtet, dass wir nach vorhergehender Prüfung Päpste und Könige in diesen [für den Klerus und den Adel bestimmten] Grad aufnehmen können. In den höheren Mysterien müssen wir dann: a) Den frommen Betrug enthüllen, und b) Gestützt auf alle Schriften den Ursprung sämtlicher religiösen Lügen und den Zusammenhang zwischen ihnen offenbaren…“

„Spartacus“ war hochzufrieden: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, welches Aufsehen unser Priestergrad auslöst. Das Wundervollste ist, dass große protestantische und reformierte Theologen, die dem Illuminatentum angehören, immer noch glauben, die von diesem gelehrte Religion atme den wahren und echten Geist des Christentums. Oh Mensch, was kann man dir nicht alles weismachen! Ich hätte nie geglaubt, dass ich der Begründer einer neuen Religion werden würde.“

Indem er Priester davon zu überzeugen vermochte, dass eine Unreligion der wahre Glaube und der Antichrist das wahre Christentum sei, brachte Weishaupt seinen Orden in Bayern einen großen Schritt vorwärts. Mit Genugtuung konstatierte er, dass alle den Illuminaten fern stehenden Professoren von der Universität Ingolstadt gefeuert worden waren, dass die Gesellschaft ihre klerikalen Angehörigen mit „handgreiflichen Vorteilen, Gemeinden, Positionen am Hof“ belohnt hatte, dass die Schulen der Kontrolle der Illuminaten unterstanden und dass sich das Seminar für junge Priester schon bald in den Händen des Ordens befinden würde, worauf es diesem möglich sein werde, „ganz Bayern mit passenden Priestern zu versorgen“.

Weishaupts Feindschaft gegen die Religion war das hervorstechendste Merkmal seiner Lehre. Seine Vorstellungen vom „Gott der Vernunft“ und dem „Gott der Natur“ erinnern auffallend an jene primitive Religion, die das Judentum für die Goyim vorsieht; da aus dem Illuminatentum der Kommunismus hervorging und die kommunistische Bewegung unter jüdische Kontrolle geriet, verdient diese Tatsache gebührende Beachtung. Laut dem jüdischen Religionsgesetz werden die Nichtjuden keinen Anteil an der kommenden Welt haben und besitzen keinen Anspruch auf irgendeine Religion außer derjenigen der Vernunft und der Natur, just jene Religion also, die Weishaupt predigte. Moses Mendelssohn3 äußerte sich laut seinen Memoiren wie folgt:

„Unsere Rabbiner lehren einmütig, dass die geschriebenen und mündlichen Gesetze, die gemeinsam unsere offenbarte Religion bilden, nur für unsere eigene Nation verbindlich sind . Moses überlieferte uns ein Gesetz, ja das Erbe der Gemeinschaft Jakobs. Wir glauben, dass alle anderen Nationen der Erde von Gott dazu angeleitet worden sind, der Naturreligion anzuhängen… Jene, die ihr Leben getreu den Vorschriften der Religion der Natur und der Vernunft gestalten, werden tugendhafte Menschen anderer Nationen genannt.“

Dieser Autorität zufolge hat Gott die Nichtjuden also aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen und ihnen befohlen, einzig und allein die Gebote der Religion der Vernunft und Natur zu befolgen. Dies entspricht haargenau dem, wozu Weishaupt seine Anhänger anhielt. Falls die talmudistischen Rabbiner keinen Anteil an der Begründung des Illuminatenordens hatten (und bisher hat kein Forscher beweisen können, dass dies der Fall gewesen wäre), tritt der Grund dafür, dass die Juden später eine führende Rolle beim Kommunismus gespielt haben, klar zutage.

Soviel zu den Zielen der Illuminaten; sie entsprachen vollumfänglich jenen des Kommunismus in unseren Tagen. Bezüglich der Methoden, mit denen diese Ziele erreicht werden sollten, lässt sich sagen, dass dabei alle Niederträchtigkeiten, deren der Mensch fähig ist, zum Zuge kamen. Unter den Dokumenten fanden sich zwei Pakete mit Papieren, welche die Öffentlichkeit damals besonders entsetzten. Sie enthielten Beweise dafür, dass der Orden das Recht beanspruchte, über Leben und Tod seiner Mitglieder zu entscheiden, ferner Lobpreisungen des Atheismus, die Schilderung einer Maschine zur automatischen Zerstörung von Geheimpapieren, Anleitungen für die Durchführung von Abtreibungen, die Fälschung von Siegeln, die Herstellung giftiger Parfüme und Geheimtinte und dergleichen mehr. Dies alles gemahnt an die Ausstattung eines kommunistischen Labors und mag heutzutage nicht mehr besonders aufregend wirken, doch 1787 erweckten diese Enthüllungen bei den Bewohnern des katholischen Bayern den Eindruck, sie hätten dem Teufel in den Rachen geblickt.

Unter anderem enthielten die Weishaupt-Dokumente ein Diagramm, das Aufschluss über die Art und Weise vermittelte, wie „Spartacus“ die Kontrolle über seine Organisation ausübte. Es erinnert an einen Kettenbrief oder eine Bienenwabe und ist mit dem legendären „Zellensystem“ kommunistischer Untergrundorganisationen identisch. Dieses System zeugt von höchster Intelligenz, aber auch von jahrhundertelanger Erfahrung, denn solche Methoden sind zwangsläufig die Frucht einer langen Versuchsperiode. Das Geheimnis besteht darin, dass jeder Schlag gegen eine solche Organisation bestenfalls lokale Erfolge zeitigen kann, welche die Struktur als Ganzes nicht ernsthaft zu erschüttern vermögen, da diese solche Niederlagen immer wieder ausbügeln kann. Wenn einige Verbindungen (oder Zellen) zerstört werden, können sie in absehbarer Zeit neu aufgebaut werden, und in der Zwischenzeit funktioniert die Organisation ohne nennenswerten Schaden weiter.

Im Zentrum des Netzes saß Weishaupt, und er hielt sämtliche Fäden in der Hand. „Man muss zeigen, wie leicht es für einen klugen Kopf wäre, Hunderte oder gar Tausende von Männern zu leiten“, schrieb er über das Diagramm und fügte unter diesem hinzu: „Unmittelbar unter mir stehen zwei Männer, die mir restlos ergeben sind; jeder von diesen beiden hat zwei weitere Männer unter sich, und so weiter. Auf diese einfache Weise kann ich tausend Männer in Bewegung setzen und zum Handeln veranlassen; auf diese Weise muss man Befehle erteilen und auf die Politik einwirken.“

Als die Dokumente der Illuminaten veröffentlicht wurden, erfuhren die meisten Mitglieder des Ordens, dass Weishaupt ihr Oberhaupt war; zuvor war dies lediglich seinen engsten Vertrauten bekannt gewesen. Die große Masse der Angehörigen hatte bloß gewusst, dass sie einem „geliebten Führer“ oder „großen Bruder“ unterstand, einem allweisen, aber strengen Wesen, das die Welt mit ihrer Hilfe neu gestalten würde. Somit hatte Weishaupt das „außergewöhnliche Ergebnis“ erreicht, das man Abdullah Ibn Maymun in der islamischen Welt zuschreibt: Unter seiner Leitung arbeitete eine „Vielzahl von Menschen verschiedener Glaubensrichtungen einträchtig auf ein Ziel hin, das nur wenige von ihnen kannten“.

Die Tatsache, dass jeder dieser Gimpel lediglich jene zwei anderen Gimpel kannte, mit denen er persönlich zusammenarbeitete, hätte nicht ausgereicht, um ein solches Resultat zu bewerkstelligen. Mit welchen Mitteln wurden die Illuminaten zusammengehalten? Die Antwort lautet, dass Weishaupt das Geheimnis entdeckte (oder ihm dieses von einer höheren Intelligenz offenbart wurde), das die Weltrevolution heute, im Zeitalter des Kommunismus, zusammenkittet und auf dem ihre Stärke beruht: Terror.

Alle Angehörigen des Ordens nahmen „erleuchtete“ Namen an, deren sie sich im Verkehr miteinander sowie in ihrer Korrespondenz bedienten. Diese Praxis der Decknamen ist noch heute üblich. Als die Kommunisten in Russland 1917 die Macht ergriffen, lernte die Welt ihre Führer unter Pseudonymen kennen, die bis zum heutigen Tage in den Geschichtsbüchern stehen. Die Enthüllungen über die kommunistische Untergrundtätigkeit in Amerika, Kanada, England und Australien von 1945 bis 1955 belegen, dass die Männer, die als kommunistische Agenten im Regierungsapparat dieser Staaten tätig waren, ebenfalls unter Decknamen gewirkt hatten, wie es seit Weishaupts Zeiten üblich war.

Weishaupts Orden war nach Graden oder Kreisen aufgebaut, wobei der äußere Kreis aus Neulingen oder Gimpeln minderen Ranges bestand. Die Aufnahme in einen höheren Grad ging Hand in Hand mit der Einweihung in weitere Einzelheiten des großen, geheimnisvollen Plans. Weishaupt rekrutierte mit Vorliebe junge Männer zwischen 15 und 30, da diese am leichtesten zu beeinflussen sind. (Diese Praxis wurde in unseren Tagen fortgesetzt: Alger Hiss, Harry Dexter White, Whittaker Chambers, Donald Maclean, Guy Burgess und viele andere gingen den Werbern an amerikanischen oder britischen Universitäten ins Netz.) Mit der Rekrutierung einer immer größeren Zahl von Mitgliedern sowie dem Auftauchen unvorhergesehener Schwierigkeiten kamen neue Grade hinzu. Wir haben bereits erwähnt, mit welchen Mitteln der Orden Geistliche köderte. Auch hier traten die Kommunisten in die Fußstapfen Weishaupts, indem sie ihren Anhängern einredeten, Jesus sei der erste Kommunist gewesen; sie taten also nichts anderes, als das Wort „Illuminat“ durch das Wort „Kommunist“ zu ersetzen. Man erkennt, dass die Methoden, mit denen der Orden seine Mitglieder anwarb, auf den individuellen Hintergrund der Opfer zugeschnitten waren.

Die jungen Männer, die man für die Verschwörung anwarb, wurden bei einer furchteinflößenden Zeremonie vereidigt, zu der auch die Nachäffung der christlichen Sakramente gehörte. Es wurde von ihnen verlangt, ein Dossier über ihre Eltern anzulegen, in dem ihre „vorherrschenden Leidenschaften“ aufgelistet waren, und sich gegenseitig auszuspionieren. Auch diese Praktiken werden im Kommunismus weitergeführt; eine mögliche Quelle ist hier das „mosaische Gesetz“, das seinen Anhängern befiehlt, der Häresie verdächtigte Verwandte zu denunzieren und die Wächter von anderen Wächtern überwachen zu lassen.

Ein junger Illuminat musste zwangsläufig den Eindruck erhalten, dass er nie wissen konnte, wieviele unbekannte Vorgesetzte jeden seiner Schritte mit Argusaugen beobachteten; schließlich kannte er nur seine unmittelbaren Vorgesetzten. Er wurde angewiesen, seine Umgebung auszuspionieren, und folgerte daraus, dass man auch ihn ausspionierte. Dies ist das Grundprinzip des Terrors; um diesen wirklich wirksam zu machen, reichen Mord, Folter und Kerker allein nicht aus. Es bedarf dazu der Einsicht, dass man niemandem trauen darf, nicht einmal seinem eigenen Sohn oder Vater oder Freund; erst dieses Bewusstsein erzeugt die erwünschte vollkommene Unterwerfung. Seit Weishaupts Zeiten hat dieser geheime Terror in den Ländern des Westens stets existiert. Wer ihn nie persönlich kennengelernt hat, kann sich ein Bild von seiner gegenwärtigen Schlagkraft machen, indem er liest, wie sich Whittaker Chambers vor der Rache seiner kommunistischen Herren verbarg, nachdem er sich dazu durchgerungen hatte, mit ihnen zu brechen.

Aus den Weishaupt-Papieren ging hervor, dass der Illuminatenorden zehn Jahre nach seiner Gründung mehrere tausend Mitglieder zählte, von denen ein erheblicher Teil wichtige gesellschaftliche Positionen einnahm und folglich in der Lage war, auf das Handeln von Herrschern und Regierungen einzuwirken – ganz abgesehen davon, dass er sogar gekrönte Häupter zu den Seinen zählte: Wie der Marquis de Luchet berichtete, schlossen sich rund dreißig regierende und nichtregierende Fürsten nichtsahnend einem Orden an, deren Führer die Vernichtung des Adels auf ihre Fahnen geschrieben hatten! Dazu gehörten die Herzoge von Braunschweig, Gotha und Sachsen-Weimar, die Fürsten von Hessen und Sachsen-Gotha sowie der Kurfürst von Mainz. Auch Fürst von Metternich, der berühmte Pädagoge Heinrich Pestalozzi, Botschafter, Politiker und Professoren waren Mitglieder des Illuminatenordens. Zu guter Letzt gehörte diesem ein Dichter an, welcher zwanzig Jahre später ein unvergängliches Meisterwerk über einen Mann verfassen sollte, der seine Seele dem Teufel verkauft. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Faust in Wahrheit die Geschichte Goethes und seiner Beziehung zu den Illuminaten ist. Auf dasselbe Grundthema stoßen wir in Whittaker Chambers‘ Buch Witness sowie anderen Zeugnissen von Menschen, die sich in unseren Tagen vom Kommunismus losgesagt haben.

Diese Listen waren selbstverständlich keineswegs vollständig: Wie bereits erwähnt, hatte der Orden im Jahre 1786 nach der bei zwei der engsten Mitarbeiter Weishaupts durchgeführten Hausdurchsuchung eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Aus demselben Grund erfassten die Diagramme nur einen Teil des Gebiets, in dem die Illuminaten Fuß gefasst hatten. Wie aus Weishaupts eigenem Diagramm hervorging, war der Orden so aufgebaut, dass nie mehr als ein Segment davon geschädigt werden konnte, wenn das eine oder andere Mitglied den Behörden ins Netz ging. Unter diesen Umständen lässt sich nicht ausschließen, dass Weishaupt selbst lediglich ein regionaler Führer war und die Identität der eigentlichen Drahtzieher der weltrevolutionären Organisation niemals enthüllt worden ist.

Obschon die beschlagnahmten Dokumente keinerlei französische Namen oder sonstige Hinweise auf die Macht des Ordens in Frankreich enthielten, blies die drei Jahre später ausgebrochene Französische Revolution zum Sturmangriff auf jegliche Autorität und Religion, genau wie Weishaupt und seine Spießgesellen geplant hatten. Im Dienste der Weltrevolution stehende Autoren haben sich die Finger wundgeschrieben, um jeglichen Zusammenhang zwischen dem Illuminatentum und der Französischen Revolution in Abrede zu stellen, wobei sie sich des fadenscheinigen Arguments bedienten, die Geheimgesellschaft sei ja 1786 verboten worden und habe folglich keinen Einfluss auf eine Entwicklung ausüben können, die erst 1789 begann.

Tatsache ist, dass das Illuminatentum durch das Verbot genau so wenig ausgemerzt wurde, wie ein Verbot kommunistischer Bewegungen heute den Kommunismus ausmerzen könnte. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Agenten des Ordens der Französischen Revolution jene Züge verliehen, die sie als Werk von Weltrevolutionären und nicht von mit den Verhältnissen in ihrer Heimat unzufriedenen Franzosen auswiesen. Während der Periode des Terrors wurden Taten begangen, die für den Durchschnittsmenschen früher undenkbar gewesen wären, in den Hirnen der Illuminaten jedoch längst Gestalt angenommen hatten. Wer, außer diesen, hätte beispielsweise auf die Idee verfallen können, die Gefäße, aus denen das Abendmahl gereicht wird, öffentlich von einem Esel durch die Straßen von Paris tragen zu lassen? Den Illuminaten war dergleichen bestens vertraut, gehörte die Verhöhnung der christlichen Sakramente doch zu ihren Einweihungsritualen. Wer, wenn nicht Weishaupt oder einer seiner Geistesverwandten, konnte auf den Gedanken gekommen sein, in der Kathedrale von Notre Dame eine Schauspielerin als „Göttin der Vernunft“ auftreten zu lassen?

„Um den Teufel heraufzubeschwören… muss man die Zeremonien der Religion, der man angehört, auf lästerliche Weise nachäffen und auf ihrem heiligsten Symbol herum trampeln“, schreibt A. E. Waite über die Formeln der schwarzen Magie. Schwarze Magie und Satanismus waren zwei Grundpfeiler der Ideologie des Illuminatenordens.

Weishaupt und seine Mitarbeiter (oder Vorgesetzten?) hatten zielstrebig darauf hingearbeitet, ihre Agenten in Frankreich in hohe Positionen einzuschleusen. Das 20. Jahrhundert hat gezeigt, welch schlagende Erfolge man mit dieser Methode erzielen kann: Dass die kommunistische Sowjetunion aus dem Zweiten Weltkrieg als eigentliche Siegerin hervorging, und dass seither kein Frieden, sondern allenfalls ein brüchiger Waffenstillstand herrscht, ist das Ergebnis der Wühlarbeit von Männern wie Alger Hiss und Harry Dexter White sowie der Komplizenschaft hochgestellter Persönlichkeiten, die ihre schützende Hand über die Maulwürfe hielten. Um sich gebührenden Einfluss auf die Entwicklung in Frankreich zu sichern, hatte Weishaupt den sichersten Weg gewählt: Er infiltrierte eine andere, ebenfalls sehr mächtige Geheimgesellschaft, die sich die in seinen Dokumenten dargelegten Methoden zu eigen machte. Bei dieser Geheimgesellschaft handelte es sich um den Freimaurerorden Grand Orient.

Der Plan, mittels Agenten, welche dem Illuminatenorden angehörten, die Kontrolle über die Freimaurerei zu gewinnen, wird in den Weishaupt-Papieren unumwunden dargelegt. Weishaupt schreibt nämlich: „Es ist mir gelungen, einen tiefen Einblick in die Geheimnisse der Freimaurer zu gewinnen; ich kenne ihr Ziel vollumfänglich und werde es in einem der höheren Grade [des Illuminatenordens] bekanntmachen, sobald die Zeit reif ist. “ Später wies er seine „Areopagiten“ an, sich Freimaurerlogen anzuschließen: „Dann werden wir unsere eigene Freimaurerloge haben… Wir werden diese als unsere Schule betrachten… Bei jeder Gelegenheit werden wir uns dahinter [d.h. hinter der Freimaurerei] tarnen. “

Der Kniff, unter dem Tarnmantel einer anderen Organisation zu agitieren, ist bei den Kommunisten heute noch Gang und Gebe; für Weishaupt war er das alles beherrschende Prinzip: „Wenn das Ziel erreicht wird, spielt es keine Rolle, unter welchem Deckmantel es erreicht worden ist, und ein Deckmantel ist stets notwendig. In der Tarnung liegt nämlich ein großer Teil unserer Stärke. Aus diesem Grund müssen wir uns stets mit dem Namen einer anderen Organisation tarnen. Die bestehenden Freimaurerlogen sind vorderhand die beste Tarnkappe für unser hohes Ziel… Eine auf diese Weise getarnte Gesellschaft kann man nicht bekämpfen… Bei gerichtlichen Ermittlungen oder Verrat können die Führer nicht entdeckt werden… Wir werden durch eine undurchdringliche Finsternis vor Spionen und Emissären anderer Gesellschaften geschützt sein.“

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass diese Schilderung sehr genau auf die heutzutage von den Kommunisten benutzten Taktiken passt; man könnte sie auf die heutige kommunistische Unterwanderung von Parteien, Vereinen und Gesellschaften anwenden, ohne ein einziges Wort zu ändern. Wie erfolgreich Weishaupts Strategie war, geht mit aller Klarheit aus den Worten des Herzogs von Braunschweig hervor, der zugleich Großmeister der deutschen Freimaurerei und Angehöriger des Illuminatenorden gewesen war. 1794, fünf Jahre nach dem Ausbruch der Französischen Revolution, ordnete er die Auflösung seines Freimaurerordens an und führte für diesen Schritt folgende Gründe ins Feld:

„Wir sehen unser Gebäude [die Freimaurerei] zerbröckeln und den Grund mit Ruinen bedecken; wir sehen eine Zerstörung, der unsere Hände nicht länger Einhalt zu gebieten vermögen… Eine große Sekte ist entstanden, die das Gute und das Glück des Menschen zu ihrer Losung erhoben hat, doch im Dunkel einer Verschwörung darauf hinwirkt, das Glück des Menschen zu ihrer eigenen Beute zu machen. Diese Sekte ist jedermann bekannt; ihre Brüder sind nicht weniger bekannt als ihr Name. Sie sind es, welche die Grundfesten des [freimaurerischen] Ordens bis zu ihrem völligen Einsturz untergraben haben; sie sind es, welche die ganze Menschheit schon seit mehreren Generationen vergiften und irreführen… Sie begannen, indem sie die Religion verleumdeten… Der von ihnen entworfene Plan zur Auflösung aller gesellschaftlichen Bande und zur Zerstörung jeglicher Ordnung wurde in all ihren Reden und Taten enthüllt… Sie warben Lehrlinge aller Ränge und Stellungen an; sie führten die scharfsinnigsten Männer hinters Licht, indem sie sie über ihre Absichten täuschten… Ihre Führer strebten nach nichts Geringerem als nach den Thronen der Erde, und die Herrschaft über die Nationen sollte ihren lichtscheuen Klubs anheimfallen. Dies ist es, was geschehen ist und auch weiterhin geschieht… Doch stellen wir fest, dass die Fürsten und das Volk nicht merken, wie und mit welchen Mitteln es geschieht. Deshalb sagen wir ihnen frank und frei: Der Missbrauch unseres Ordens… hat all jenen politischen und moralischen Probleme hervorgerufen, von denen die Welt heute voll ist. Ihr, die ihr eingeweiht wurdet, müsst heute gemeinsam mit uns eure Stimme erheben und Völker wie Fürsten darüber belehren, dass die Sektierer, die Abtrünnigen unseres Ordens, die alleinigen Urheber gegenwärtiger und künftiger Revolutionen sind… Um die Wurzeln des Missbrauchs und des Irrtums auszureißen, ist es jetzt an der Zeit, den ganzen Orden aufzulösen…“

Indem wir die Worte des Herzogs von Braunschweig wiedergaben, sind wir den Ereignissen um fünf Jahre vorausgeeilt, um zu zeigen, dass einer der führenden Freimaurer jener Zeit dem Illuminatenorden, dem er zeitweise angehört hatte, mit Schaudern den Rücken kehrte, nachdem er sich darüber klar geworden war, dass die Illuminaten hinter der Französischen Revolution sowie hinter allen künftigen Revolutionen steckten. Weishaupt hatte sein erklärtes Ziel, die Freimaurerei zu unterwandern und vor den Karren seines eigenen Ordens zu spannen, erfolgreich verwirklicht; dies konnte niemand besser bezeugen als der Großmeister der deutschen Freimaurerei selbst.

Infolge ihrer Unterwanderung durch die Illuminaten schlug die in Frankreich schon seit langem ungemein einflussreiche Freimaurerei einen immer radikaleren Kurs ein. Aus ihr gingen die Jakobinerklubs hervor, die – ebenfalls unter dem Einfluss der Illuminaten – zu den Regisseuren des Terrors wurden, durch den die Drahtzieher der Revolution ihr wahres Gesicht enthüllten. Wie die russischen Revolutionäre 130 Jahre später stellten auch die französischen unter Beweis, dass sie die Armen und Wehrlosen inbrünstiger hassten als die Reichen, denn unter den Bauern der Vendée forderte die Schreckensherrschaft einen noch furchtbareren Blutzoll als unter den angeblichen Unterdrückerschichten. Ebenso wenig machten die Revolutionäre ein Hehl aus ihrer Verachtung für alles Schöne, für Kirchen und Religion, für alles, was die menschliche Seele über das Niveau rein animalischer Bedürfnisse und Gelüste erhebt.

Adam Weishaupt selbst hatte sich anno 1777, ein Jahr nachdem er den Illuminatenorden gegründet hatte, in eine Münchner Freimaurerloge aufnehmen lassen. Graf Mirabeau, der später zu den Führern der französischen Revolution gehören sollte, wusste von Weishaupts Mitgliedschaft in der Loge sowie von den Gründen, die ihn zum Eintritt bewogen hatten: In seinen Memoiren findet sich ein auf das Jahr 1776 datiertes Papier, in dem er ein Programm entwarf, das mit demjenigen der Illuminaten identisch war; in seiner „Geschichte der preußischen Monarchie“ nennt er Weishaupt sowie die Illuminaten beim Namen und fügt hinzu:

„Die Loge Theodore de Bon Conseil in München, der etliche Männer mit Hirn und Herz angehörten, war der leeren Versprechungen der Freimaurerei und der Streitigkeiten innerhalb dieser überdrüssig geworden. Ihre Führer beschlossen, ihrem Zweig eine andere Geheimorganisation aufzupfropfen, dem sie den Namen ‚Orden der Illuminaten‘ gaben. Diesen formten sie nach dem Vorbild der Gesellschaft Jesu, während ihre Ansichten den Ihrigen [denen der Jesuiten] diametral entgegengesetzt waren.“

Diese Darstellung entspricht exakt den Zielen und Methoden, die Weishaupt in seiner eigenen Korrespondenz beschrieben hat. Damit dürfte der Beweis erbracht sein, dass der spätere Revolutionsführer Mirabeau bereits 1776 zu den Eingeweihten gehörte. Des Weiteren weisen Mirabeaus Ausführungen darauf hin, dass der Illuminatenorden mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet wurde, die Kontrolle über die Freimaurerei zu gewinnen, um diese als Instrument zur Anzettelung und Durchführung von Revolutionen benutzen zu können. Ein starkes Indiz dafür, dass Mirabeau von Anfang an zu den Illuminaten gehörte, ist die Tatsache, dass er in seinen anno 1776 (also im Gründungsjahr des Ordens!) verfassten Memoiren unter dem Tarnnamen „Arcesilas“ figuriert; er dürfte also eines der Gründungsmitglieder und später einer der Führer der Geheimgesellschaft gewesen sein. Ein seriöser Forscher wird es sich nicht leisten können, Mirabeaus Rolle als Verbindungsglied zwischen den Illuminaten und der Französischen Revolution zu ignorieren.

Der Herausgeber der Memoiren, M. Barthou, hob hervor, dass der 1776 unter den Papieren Mirabeaus vorgefundene „Reformplan“ unverkennbare Ähnlichkeit „mit gewissen Teilen der später von der verfassungsgebenden Versammlung [dem revolutionären Parlament von 1789] bewerkstelligten Reformen“ aufwies. In anderen Worten: Die „Reformen“ der verfassungsgebenden Versammlung erinnerten fatal an Adam Weishaupts Plan aus dem Jahre 1776, als er und Mirabeau gemeinsam den Illuminatenorden aus der Taufe hoben und Pläne zur Unterwanderung der Freimaurerei schmiedeten.

Auch die weiteren Etappen der unter der Regie Weishaupts erfolgten Unterminierung der Freimaurerlogen sind dokumentiert. Beim freimaurerischen Generalkongress, der 1782 in Wilhelmsbad stattfand, warben die Illuminaten so viele Neumitglieder an, dass die zuvor mächtigste Gruppierung innerhalb der Freimaurerei, der „Orden der Strikten Observanz“, von der Bildfläche verschwand. Als es den Illuminaten gar noch gelang, die beiden wichtigsten Gestalten der deutschen Freimaurerei – Herzog Ferdinand von Braunschweig (der sich später entsetzt von ihnen abwandte) sowie Prinz Carl von Hessen – für sich zu gewinnen, waren sie endgültig zur führenden Kraft innerhalb des Maurertums geworden.

1785 beteiligten sich Emissäre des Illuminatenordens an einem anderen Kongress, der diesmal in Paris stattfand und bei dem die Planung der Revolution allem Anschein nach der Loge des Amis Réunis anvertraut wurde, die den Illuminaten als Deckmantel diente. Dass sich die Illuminaten schon bald darauf emsig bemühten, ihre Spuren zu verwischen, ging darauf zurück, dass der Orden in Bayern 1786 zu jäher Bekanntheit gelangte und im Jahr darauf verboten wurde. Dies hinderte ihn freilich nicht daran, 1787 auf Einladung des Geheimkomitees der Loge ein und dieselben Emissäre nach Paris zu entsenden.

Noch ehe die Revolution so richtig in Fahrt geriet, war die Tatsache, dass sie von den Illuminaten vorbereitet und durchgeführt worden war, ein offenes Geheimnis. Die Warnungen des Marquis de Luchet wirken nachträglich wie eine erstaunlich präzise Prophezeiung nicht nur der Entwicklung, welche die Französische Revolution einschlagen sollte, sondern auch der bis in unsere Tage anhaltenden weltrevolutionären Bestrebungen.

Bereits 1789 schrieb der Marquis:

„Wisset, dass eine Verschwörung zugunsten des Despotismus gegen die Freiheit, der Unfähigkeit gegen das Talent, des Lasters gegen die Tugend, der Unwissenheit gegen die Aufklärung existiert… Diese Gesellschaft strebt die Weltregierung an… Ihr Ziel ist die Herrschaft über die Welt… Kein solches Unheil hat die Welt je zuvor betroffen…“

De Luchet sah genau voraus, welch entwürdigende Rolle man dem Monarchen während der girondistischen Phase der Revolution zuweisen würde: „Wir sehen ihn dazu verurteilt, den Leidenschaften all jener zu dienen, die ihn umgeben…, entarteten Männern zur Macht zu verhelfen, sein Urteilsvermögen zu prostituieren, indem er Entscheidungen trifft, die seiner Urteilskraft Hohn sprechen“. Auch gab er sich keinen Illusionen über die verheerenden Folgen hin, welche die Revolution für Frankreich haben würde: „Wir behaupten nicht, das Land, in dem die Illuminaten herrschen, werde aufhören zu existieren, doch wird es ein solches Ausmaß an Erniedrigungen hinnehmen müssen, dass es in der Politik nichts mehr zählen und seine Bevölkerung abnehmen wird.“ Falls man seine Warnungen in den Wind schlage, fuhr de Luchet beschwörend fort, werde „eine Reihe von Katastrophen eintreten, deren Ende sich im Dunkel der Zeit verbirgt… Ein unterirdisches Feuer wird ewig schwelen und periodisch in gewaltsame und zerstörerische Explosionen münden“.

Treffender als der Marquis von Luchet hätte man die Entwicklungen der letzten 165 Jahre kaum schildern können! Er ahnte auch voraus, dass liberale und progressive „Schutzherren“ maßgeblich zu den künftigen „gewaltsamen und zerstörerischen Explosionen“ beitragen würden: „Es gibt zu viele Menschen, die daran interessiert sind, das System der Illuminaten zu unterstützen, zu viele hinters Licht geführte Herrscher, die sich für aufgeklärt halten und bereit sind, ihr Volk in den Abgrund zu stürzen.“ Ebenso sah er voraus, dass die Verschwörung ihre Stärke und Schlagkraft keineswegs einbüßen würde: „Die Hände des Ordens werden die Macht, die sie errungen haben, ebenso wenig aufgeben wie die ihnen zur Verfügung stehenden Schätze.“ De Luchet forderte die Freimaurerei auf, ihren Stall auszumisten, so lange noch Zeit dafür sei: „Wäre es nicht möglich, die Freimaurer selbst gegen die Illuminaten zu mobilisieren, indem man ihnen zeigt, dass, während sie selbst für die Aufrechterhaltung der Harmonie in der Gesellschaft wirken, jene anderen überall Zwietracht säen und die völlige Zerstörung ihres Ordens anstreben?“ 165 Jahre später beschworen Menschen in England und Amerika ihre eigenen Regierungen mit ganz ähnlichen Worten, den Augiasstall auszumisten und den Staatsapparat von jenen Illuminaten zu säubern, die heute unter dem Namen „Kommunisten“ agitieren. Doch auch diesen Mahnern leiht niemand sein Ohr.

Wie klar de Luchet die künftigen Entwicklungen voraussah, geht schon daraus hervor, dass er die zitierten Zeilen im Jahre 1789 schrieb, als die Französische Revolution noch gar keine eigentliche Revolution war; sie galt damals allgemein als sanfte, gesunde Reform, die dem Monarchen einen guten Teil seiner ehemaligen Macht belassen, offenkundige Missstände beheben und einem glücklichen, erneuerten Frankreich dauerhafte Gerechtigkeit und dauerhaften Frieden bescheren würde. Auch ein Jahr darauf, anno 1790, hing man noch überall solchen Vorstellungen an, doch jenseits des Ärmelkanals gab es einen Mann, der die wahre Natur der Revolution durchschaut hatte und „den Lauf der Dinge mit unheimlicher Klarsicht voraussagte“ (so sein Biograph John Morley, der mehr als ein Jahrhundert nach ihm lebte).

Edmund Burke, ein Ire, war einer der begnadetsten Redner, die das britische Unterhaus je gekannt hat. Die Zeit ist ein Prüfstein für die Qualität eines solchen Menschen, und je mehr Zeit seit der Französischen Revolution verstreicht, desto eindrücklicher klingen Burkes Angriffe auf sie. Wie im Fall des Marquis de Luchet liegt das Bemerkenswerte darin, dass Burke seine Attacken bereits im Jahre 1790 ritt, als die Namen Robespierre und Danton kaum jemandem ein Begriff waren, das Wort „Republik“ noch nicht gefallen war, der König scheinbar einer langjährigen Regierungszeit als konstitutioneller Monarch entgegensehen durfte und sich ganz Frankreich über die mit friedlichen Mitteln durchgesetzten gesellschaftlichen Verbesserungen freute. Inmitten dieses allgemeinen Jubels erhob sich die prophetische Stimme Burkes, der vor den kommenden Gräueln warnte.

„Es ist kein Wunder, dass, nachdem die Wolke geborsten und das Unheil hereingebrochen war, sich die Menschen Burke zuwandten, wie sie sich in alter Zeit Ahitopheth zugewandt hatten, dessen Rat so viel galt wie das Orakel Gottes“, schreibt Burkes Biograph Morley. Leider entspricht diese Darstellung nicht den Tatsachen, denn nachdem sich Burkes düstere Weissagungen bewahrheitet hatten, spendeten ihm viele nicht etwa Beifall, sondern griffen ihn heftig an – gerade weil er die Wahrheit gesagt hatte! Welche Macht die Verschwörung selbst zum damaligen Zeitpunkt über Öffentlichkeit und Presse ausübte, lässt sich am klarsten daraus ersehen, dass jene, die Burke zuvor gelobhudelt hatten, ihn nach dem Erscheinen seiner „Gedanken über die Revolution“ auf gehässige Weise attackierten. Die Illuminaten sowie die von ihnen kontrollierten „liberalen und fortschrittlichen“ Blätter hatten fest mit der Unterstützung Edmund Burkes gerechnet, weil er ein Jahrzehnt zuvor eine Lanze für die amerikanischen Kolonisten gebrochen hatte. Wie konnte er die eine Revolution unterstützen und die andere verurteilen? fragten sie erbost und fielen gemeinsam über Burke her – so wie die Einheitspresse in unseren Tagen über jeden herzieht, der öffentlich eine Untersuchung kommunistischer Umtriebe im Regierungsapparat fordert.

Hätte Burke einen „progressiven“ Kurs verfolgt und behauptet, die Französische Revolution sei gut für den „einfachen Mann“, so hätte man ihn auch weiterhin mit Schmeicheleien bedacht. Freilich wären seine Aussagen in diesem Fall nicht von bleibendem Wert gewesen, und kein Mensch würde seinen Namen heute noch kennen. Doch er wagte es, gegen den Strom zu schwimmen, und seine klarsichtigen Worte über die Französische Revolution sichern ihm dauerhaften Ruhm:

„Sie ist nicht mehr, jene Treue zum Prinzip, jene Keuschheit der Ehre, die einen Flecken wie eine Wunde empfand… Das Zeitalter der Ritterlichkeit ist nicht mehr. Jenes der Wortklauber, Ökonomen und Rechner ist angebrochen, und der Ruhm Europas ist für immer dahin.“

Falls auch diese Worte von prophetischer Hellsicht zeugten (sie wirken im Jahre 1955 noch wahrer als selbst im Jahre 1790), dann haben das Christentum und das Abendland in Edmund Burke einen wortgewaltigen und edlen Chronisten ihres Niedergangs gefunden. Er vermochte genau so klar zwischen verschiedenen „Revolutionen“ zu unterscheiden, wie er die Natur der Geschehnisse in Frankreich durchschaute. Er ließ sich nicht dadurch irreführen, dass einige Leute einen von Grundbesitzern angeführten Unabhängigkeitskrieg gegen eine Kolonialmacht zur „Revolution“ hochstilisierten. Als echter Freund der Freiheit unterstützte er die Forderung der amerikanischen Siedler, sich selbst regieren zu dürfen und Herr im eigenen Haus zu sein. Zwischen ihren Beweggründen und jenen der Dunkelmänner, die, wie Burke wusste, in Frankreich hinter den Kulissen die Fäden zogen, klaffte jedoch ein unüberwindbarer Abgrund. Deshalb zog er wortgewaltig gegen die Französische Revolution zu Felde und kümmerte sich so wenig um die Vorwürfe der „Liberalen“ und „Progressiven“, wie er sich zuvor um ihre Lobeshymnen geschert hatte (schließlich war er sich sehr wohl bewusst gewesen, dass ihr Lob nicht auf irgendwelche Sympathien mit Händlern in New England oder Plantagenbesitzern im Süden des nordamerikanischen Kontinents zurückging).

In Amerika gab man sich zum damaligen Zeitpunkt noch allerlei Illusionen über die Geschehnisse in Frankreich hin. Schuld daran war jene Begriffsverwirrung, die Burke durchschaut hatte; die amerikanische Bevölkerung glaubte eine Zeitlang, in Frankreich sei eine menschenfreundliche Revolution im Gang, die sich mit der „Amerikanischen Revolution“ vergleichen lasse. Während einer – allerdings nur kurzen – Periode herrschte in den USA eine Art „französisches Fieber“: Die Amerikaner trugen Kokarden und Freiheitsmützen und skandierten das Schlagwort „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Mit dem Beginn der Schreckensherrschaft zerstoben diese Illusionen jäh und wichen dem Abscheu und dem Entsetzen.

Die Jakobiner, die den Terror dirigierten, waren Illuminaten, wie sie im Buche standen, und benutzten nach dem Vorbild von „Spartacus“ Weishaupt Pseudonyme: Chaumette nannte sich „Anaxagoras“, Clootz (dem Vernehmen nach ein preußischer Baron) „Anarcharsis“, Danton „Horace“, Lacrois „Publicola“ und Ronsin „Scaevola“. Nachdem sie, um eine Parallele zur Russischen Revolution zu ziehen, die „Kerenski-Phase“ hinter sich gebracht hatten, führten sie den Plan der Illuminaten getreulich aus. Der Mord am König sowie die Schändung von Kirchen spiegelten die beiden grundlegenden Ziele des Ordens wider: Den Sturz aller bestehenden Regierungen und die Vernichtung sämtlicher Religionen. Trotz allem scheinen auch die Jakobiner lediglich Werkzeuge gewesen zu sein, denn ein zeitgenössischer Beobachter, Lombard de Langres, schrieb von einer „streng geheimen Konvention, die nach dem 31. Mai alles lenkte“; diese charakterisierte er als „ okkulte und furchtbare Macht, deren Sklavin die andere Konvention wurde und die sich aus den höchstrangigen Eingeweihten des Illuminatentums zusammensetzte. Diese Macht stand über Robespierre und den Regierungskomitees… Diese okkulte Macht war es, die sich der Schätze der Nation bemächtigte und sie an jene Brüder und Freunde verteilte, welche bei dem großen Werk mitgeholfen hatten.“

Dieses Bild hochrangig platzierter Männer, welche den Willen einer verborgenen, aber erkennbaren Sekte vollstrecken, verleiht der Revolution den Charakter eines dämonischen Puppenspiels, das vor dem Hintergrund lodernder Flammen und unter Schwefelgeruch über die Bühne geht. Was sich abspielte, war die Revolution, nicht die Französische Revolution. Mag der Charakter der Englischen Revolution auch strittig sein – seit 1789 gibt es nur noch eine, permanente Revolution. Was 1848, 1905 etc. geschah, waren nicht etwa Episoden oder spontane, voneinander unabhängige Explosionen des Volkszorns, sondern Ausbrüche eines „ewig schwelenden unterirdischen Feuers“, das de Luchet und Burke bereits erkannt hatten, ehe die erste große Eruption erfolgte. Die immense historische Bedeutung der Französischen Revolution liegt darin, dass bei ihr nachweislich Männer für ein Ziel mobilisiert wurden, das sie nicht verstanden. Dies verlieh und verleiht der Revolution ihr besonderes, satanisches Gepräge, ihren „Höllencode“, um es mit Lombard de Langres zu sagen.

Als die Revolution abflaute, meldeten sich in Frankreich, Großbritannien und Amerika drei Männer zu Wort, die drei Dinge klar erkannt hatten: Erstens, dass die Revolution nach dem Plan verlaufen war, der in den 1787 aufgefundenen Dokumenten des Illuminatenordens dargelegt worden war; zweitens, dass es dieser Geheimgesellschaft gelungen war, die Revolution anzuzetteln und zu lenken, wobei sie die Freimaurerei als Transmissionsriemen benutzte; drittens, dass der Geheimbund der Verschwörer, deren Ziel weiterhin die Weltrevolution war, überlebt hatte und sich anschickte, die nächsten „gewaltsamen und zerstörerischen Explosionen“ auszulösen, die de Luchet prophezeit hatte.

Diese drei Männer waren Abbé Barruel, französischer Jesuit und Augenzeuge der Revolution, Professor John Robison, ein schottischer Wissenschaftler, der über zwanzig Jahre lang als Generalsekretär der Royal Society von Edinburgh waltete, sowie Pfarrer Jedediah Morse, ein Geistlicher und Geograph aus New England. Die Bücher Abbé Barruels und John Robinsons sowie die gesammelten Predigten Jedediah Morses erschienen in den Jahren 1797/1798 und erlebten zahlreiche Auflagen; für jemanden, der sich ernsthaft mit den damaligen Geschehnissen auseinandersetzen will, sind sie schlicht und einfach unverzichtbar. Sie erregten damals großes Aufsehen; Sukkurs erhielten sie unter anderem von der von William Cobbett in Philadelphia herausgegebenen Porcupine Gazette. Vieles weist übrigens darauf hin, dass Cobbett von derselben okkulten Kraft ins Exil getrieben worden war, die sich nun anschickte, Barruel, Robison und Morse eine Lektion zu erteilen.

Abbé Barruels Verdikt über die Französische Revolution stimmte mit der früheren Prophezeiung de Luchets sowie der weit später vorgenommenen Analyse Lord Actons überein:

„Wir werden nachweisen, dass alles, bis hin zu den abscheulichsten während der Französischen Revolution verübten Taten, vorausgesehen und im Voraus geplant, abgesprochen und langfristig vorbereitet war; dass diese Taten das Ergebnis einer abgrundtiefen Verruchtheit waren, da sie von Männern vorbereitet und begangen wurden, die den Schlüssel dieser Komplotte und Verschwörungen allein in der Hand hielten, nachdem sie sich bei geheimen Treffen, wo diese Pläne ausgeheckt wurden, ein Stelldichein gegeben hatten… Obwohl es den Anschein machen mag, die Ereignisse der einzelnen Tage seien nicht im Voraus geplant worden, existierte nichtsdestoweniger eine geheime Triebkraft und ein geheimes Ziel, die Anstoß zu den einzelnen Geschehnissen gaben und jeden Umstand dem lang erstrebten Ziel Untertan machten… Das große Ziel der Revolution, ihre hervorstechenden Charakterzüge, ihre grässlichen Verbrechen sind und bleiben eine ununterbrochene Kette sorgfältig geplanter und vorsätzlicher Schurkereien.“

Die drei Männer gelangten zu ein und derselben Schlussfolgerung: „Eine antichristliche Verschwörung… nicht nur gegen Könige, sondern gegen jegliche Regierung, gegen jede zivilisierte Gesellschaft, ja sogar gegen jedwelche Form von Eigentum“ (Abbé Barruel). „ Es wurde eine Vereinigung gegründet, die das ausdrückliche Ziel verfolgt, alle etablierten Religionen auszurotten und alle bestehenden Regierungen Europas zu stürzen“ (Prof. Robison). „Das erklärte Ziel ist die Ausrottung und Abschaffung des Christentums sowie der Sturz aller zivilisierten Regierungen“ (Pfarrer Morse). Die drei Autoren waren sich darin einig, dass das, was sich zugetragen hatte, nicht nur eine durch die spezifischen Umstände in Frankreich ausgelöste Episode der französischen Geschichte war, sondern das Werk einer in allen Ländern tätigen Organisation mit einem langfristigen, weltweiten Plan. Sie stimmten darin überein, dass diese Organisation der Geheimorden der Illuminaten war, welcher die terroristische Phase der Revolution inspiriert und kontrolliert hatte, dass dieser überlebt und sowohl in England als auch in den USA feste Wurzeln geschlagen hatte. Zu diesem letzten Punkt gab Abbé Barruel besonders unmissverständliche Warnungen von sich.

Die Worte und Schriften dieser drei Autoren wurden von den führenden Politikern ihrer Zeit unterstützt. Die späteren Entwicklungen, insbesondere jene unseres Jahrhunderts, haben sie dermaßen frappant bestätigt, dass sie im Grunde lediglich von historischem Interesse sind, beweisen sie doch, dass es schon damals Menschen gab, welche die Weltrevolution zum Zeitpunkt ihres zweiten Erscheinens im Westen durchschaut hatten. Allerdings vermochten die Warnungen dieser drei Männer die Katastrophe, welche die Revolution später bewirkte, in keiner Weise zu verhindern; dies ist ein weiterer Grund dafür, dass ihr Fall besonderes Interesse verdient.

Was ihnen widerfuhr, belegt die Realität dessen, was sie zu beweisen versuchten, noch drastischer als ihre eigenen Worte: Die fortgesetzte Existenz und Macht einer Geheimgesellschaft, die in allen Ländern tätig war, um die von den drei Männern beschriebenen zerstörerischen Ziele zu erreichen. Barruel, Robison und Morse wurden mit wüsten Schmähungen überhäuft. Damals steckte die Presse noch in den Kinderschuhen; normalerweise gehörte eine Zeitung einer einzigen Person, die zugleich als ihr Herausgeber amtierte. Unter diesen Umständen muss es weit schwieriger gewesen sein als heute, die Kontrolle über eine größere Anzahl von Zeitungen zu erringen. Dass diese drei Männer von Moment an, wo sie geschrieben hatten, das Illuminatentum habe die Französische Revolution organisiert und bestehe auch weiterhin, unter Dauerbeschuss seitens der Presse gerieten, zeigt eindrücklich, dass der Illuminatenorden die amerikanische sowie die britische Presse bereits 1797 kontrollierte.

Es ist dies eines der überraschendsten Ergebnisse, zu denen ich bei meinen Recherchen für das vorliegende Buch gelangt bin. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass die Presse einer Kontrolle unterliegt und dass ein Autor, der im Stile Edmund Burkes über die Weltrevolution schreibt, keine Zeile mehr in einer größeren Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichen darf. Dieselbe Erfahrung hat auch Nesta Webster gemacht. Als sie sich zu Beginn der zwanziger Jahre erstmals mit der Revolution auseinandersetzte, warnte sie ein wohlbekannter Londoner Verleger: „Denken Sie daran: Wenn Sie eine antirevolutionäre Linie einschlagen, werden sie die ganze literarische Welt gegen sich haben.“ Ihren eigenen Ausführungen zufolge erschien ihr dies in höchstem Grade absonderlich, doch erfuhr sie schon bald, dass der Verleger recht gehabt hatte. Meine eigenen Erlebnisse weisen in dieselbe Richtung. Anfangs war ich der Auffassung, dieser Stand der Dinge habe sich erst in den letzten drei Jahrzehnten eingependelt, doch dann stieß ich auf die Fälle Barruel, Robinson und Morse und musste feststellen, dass 1798, als die Erinnerung an den Terror noch frisch war, in der Tat „die ganze literarische Welt“ über diese Männer hergefallen war. Einen schlagenderen Beweis dafür, dass zwischen dem Illuminatentum des Jahres 1789 und dem Kommunismus unserer Tage eine ununterbrochene Kontinuität besteht, kann man sich kaum wünschen: Ein und dieselbe Organisation verfolgt ein und dasselbe Ziel mit ein und denselben Methoden, ja sogar mit ein und denselben Worten.

Die Attacken gegen diese drei Männer, die „eine antirevolutionäre Linie einschlugen“, waren auch in anderer Hinsicht aufschlussreich. Kaum waren sie mit ihren Schriften ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getreten, setzten in den Zeitungen die Angriffe gegen sie ein, wobei die Verfasser der betreffenden Artikel fast immer anonym blieben. Sie bedienten sich derselben Sprache, die heutzutage bei ähnlichen Verleumdungsfeldzügen Verwendung findet. Man warf den drei Männern vor, eine „Hexenjagd“ angezettelt zu haben, zieh sie der Bigotterie und der Panikmache, beschuldigte sie der Unterdrückung der „Meinungsfreiheit“ und der „akademischen Freiheit“, unterstellte ihnen eine verzerrte Darstellung „liberalen“ und „fortschrittlichen“ Gedankenguts etc. Mit der Zeit nahmen die Angriffe und Verunglimpfungen an Heftigkeit zu, und die Vorwürfe wurden immer bizarrer. Ich habe in diesen Artikeln mehrfach Formulierungen gefunden, die später, von 1947 bis 1949, bei der Hetzkampagne gegen das amerikanische Kabinettsmitglied James Forrestal benutzt worden sind. Man bezichtigte die drei Männer eines unsittlichen Lebenswandels und finanzieller Unregelmäßigkeiten und deutete schließlich nach altbewährtem Muster an, sie müssten wohl „verrückt“ sein. Auch heute wird oft nach diesem Schema vorgegangen: Auf dem Höhepunkt einer Kampagne gegen eine antirevolutionäre Persönlichkeit gilt der Vorwurf der Geistesgestörtheit offenbar als äußerst wirksame Waffe. Diese besonders niederträchtige Variante der Diffamierung mag ihre Wurzeln im Talmud haben, wo sie gegen Jesus angewendet wird. In ihrem Artikel zum Stichwort „Jesus“ erwähnt die Jewish Encyclopedia einen jüdischen Verfasser, der „sich der Auffassung anschließt, den Aussagen und dem Verhalten Jesu müssten abnorme mentale Prozesse zugrunde liegen“.

Kurz und gut: Die Urheber der Attacken gegen Barruel, Robison und Morse bedienten sich einer Handvoll politischer Schlagwörter, die noch heute Gang und Gebe sind und ohne jeden Zweifel aus der Küche der Revolution und ihrer Agenten stammen. Heutzutage wirkt dieses Vokabular so abgedroschen, dass man den Eindruck erhält, es sei den Eingeweihten von irgendeiner Zentrale eingepaukt worden. Der Verleumdungsfeldzug erwies sich als so erfolgreich, dass die Namen dieser drei Männer bei der breiten Masse ebenso in Vergessenheit gerieten wie derjenige Edmund Burkes. Nichtsdestoweniger empfand die Geheimsekte, welche die Wahrheit hasst wie der Teufel das Kreuz, auch weiterhin Furcht vor ihnen, so dass die Diffamierungskampagne auch nach ihrem Tode weiterging. Noch 1918 stellte die Columbia University in New York ein Stipendium für eine aufwendige Forschungsarbeit zur Verfügung, die nachweisen sollte, dass der Illuminatenorden mit seinem Verbot im Jahre 1786 tatsächlich erloschen war und somit keinerlei Einfluss auf die Französische Revolution ausgeübt haben konnte. In der betreffenden Publikation erschienen die alten, abgegriffenen Schlagworte wieder, als seien Barruel, Robison und Morse weiterhin quicklebendig und gäben sich immer noch hingebungsvoll der „Hexenjagd“ hin!

1918 war die Russische Revolution erst ein Jahr alt, und man hielt die Zeit für reif, ein weiteres Mal nachzuweisen, dass die Französische Revolution ein isoliertes Ereignis gewesen war und keine Wurzeln hinterlassen hatte, denen 1917 in Russland ein neues Gewächs hätte entspringen können. Sofern es den Herren Barruel, Robison und Morse vergönnt war, die Geschehnisse aus dem Jenseits zu verfolgen, werden sie zweifellos bemerkt haben, dass die Columbia University von New York ab 1918 für die Kommunisten ein erstklassiges Rekrutierungsfeld abgab. Zu den bedauernswerten jungen Männern, die den Fischern ins Netz gingen, gehörte Whittaker Chambers, der sich 1939 vom Kommunismus lossagte; hätte Präsident Franklin Roosevelt seinen Warnungen Gehör geschenkt, so hätten der Zweite Weltkrieg und der Rest des 20. Jahrhunderts vielleicht einen ganz anderen, besseren Verlauf genommen.

Die beiden ersten Präsidenten der Amerikanischen Republik gingen zwar nicht aktiv gegen die Geheimgesellschaft vor, empfanden aber lebhafte Sorge über ihre Wühlarbeit und wussten, dass Barruel, Robison und Morse die Wahrheit geschrieben hatten. Eine der letzten Handlungen George Washingtons bestand darin, Morse einen Brief zuzustellen, in dem er seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, seinem Werk möge „eine größere Verbreitung“ beschieden sein, enthalte es doch „wichtige Informationen, die außerhalb eines kleinen Kreises wenig bekannt sind, und eine allgemeine Verbreitung in der Öffentlichkeit wäre von Nutzen“. (Vermutlich hätte Washington Morse nicht nahegelegt, „in einen See zu springen“, wie es ein Emissär der Roosevelt-Regierung gegenüber Whittaker Chambers tat.) Kurz zuvor hatte Washington in einem anderen Brief festgehalten, er sei völlig überzeugt, dass sich „die Doktrin der Illuminaten und die Prinzipien des Jakobinertums“ auf die USA ausgedehnt hätten.

Daran konnte in der Tat kein Zweifel bestehen, denn bereits 1793 waren in den USA Geheimgesellschaften aufgetaucht, die sich zwar als „demokratische Klubs“ tarnten, über deren wahren Charakter die Einstellung des französischen Botschafters Genet jedoch beredten Aufschluss vermittelte: Dieser legte ihnen gegenüber offene Sympathie an den Tag, so wie sowjetische Botschafter in unsren Tagen kein Hehl aus ihren Sympathie für kommunistische Organisationen – oder Tarnorganisationen – zu machen pflegen. (Die Beziehungen zwischen den Sowjetbotschaften und den jeweiligen lokalen kommunistischen Parteien wurden 1945/1946 bei den Ermittlungen in Kanada und 1954/1955 bei denjenigen in Australien durch eine Flut von Dokumenten erhärtet.) 1794, als Washington noch Präsident war, hatte er diesen Gesellschaften vorgeworfen, einen Aufstand in Pennsylvania angezettelt zu haben, der als „Whiskey Rebellion“ in die Geschichte eingegangen ist. Washingtons genoss ein zu hohes Ansehen, als dass man ihn der „Hexenjagd“ hätte bezichtigen können, und die Klubs tauchten flugs in den Untergrund ab, doch von jenem Augenblick an wusste jeder, der es wissen wollte und der Gehirnwäsche durch die Presse widerstehen konnte, dass es auf amerikanischem Boden eine Organisation gab, die sich der Weltrevolution verschrieben hatte.

Aufgrund der Rolle, welche die von den Illuminaten unterwanderte Freimaurerloge Grand Orient bei der Französischen Revolution unleugbar gespielt hat, geriet auch die amerikanische Freimaurerei in Verdacht, aber eine offene Diskussion dieser Frage wurde dadurch verhindert, dass der große George Washington selbst Vorsitzender der Logenbruderschaft gewesen war. Dies haben die Verteidiger der Freimaurerei immer wieder hervorgehoben (wobei sie nach der Logik operierten: Wenn einer unschuldig ist, sind alle unschuldig), und als Washington 1799 zu Grabe getragen wurde, führte die Loge einen großen Trauerzug durch. Dass die Debatte anschließend abflaute, war dem Respekt vor dem verstorbenen Helden zuzuschreiben, denn die Frage an sich blieb weiterhin unbeantwortet. Immerhin gab es zumindest zwei prominente Freimaurer, Amos Stoddard und Pfarrer Seth Payson, die öffentlich erklärten, der Illuminatenorden habe die Freimaurerei unterwandert und treibe unter neuem Namen weiter sein Unwesen. Washingtons Nachfolger als Präsident, John Adams, hatte schon 1798 unmissverständlich vor der Freimaurerei gewarnt:

„Die Gesellschaft der Maurer hat eine Wissenschaft des Regierens oder eine Kunst der Beherrschung der Gesellschaft entwickelt, die für sie eigentümlich und allen anderen Gesetzgebern und Philosophen der Welt unbekannt ist. Ich meine damit nicht nur die Fähigkeit, einander durch Zeichen oder Gebärden zu erkennen, deren Sinn kein anderer Mensch erraten kann, sondern die wundersame Macht, alle Männer, und vermutlich auch alle Frauen, zur dauerhaften Wahrung eines Geheimnisses zu befähigen, ja zu zwingen. Wenn diese Kunst angewendet werden kann, um die allgemein gültigen Maximen der Gesellschaft außer Kraft zu setzen, eine Politik des Ungehorsams gegenüber der Regierung zu betreiben und das Geheimnis auch weiterhin zu wahren, liegt es auf der Hand, dass eine solche Wissenschaft und solche Gesellschaften für all jene üblen Zwecke missbraucht werden können, die man ihnen unterstellt hat…“

Nach diesen deutlichen Worten hätte wahrscheinlich nichts außer dem Tod Washingtons, der im folgenden Jahr eintrat, die Forderung der Öffentlichkeit nach einer gründlichen Untersuchung verstummen lassen können; wie so oft in solchen Situationen profitierten die Gegner einer solchen Ermittlung von einem an und für sich irrelevanten Ereignis, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ablenkte. Nichtsdestoweniger schwelte das Misstrauen gegenüber der Freimaurerei in der Bevölkerung weiter und führte 1827 zur Gründung einer antifreimaurerischen Partei, die zwei Jahre darauf bei ihrer Versammlung in Massachusetts 1829 erklärte, „es gebe Beweise für eine enge Verbindung zwischen den höheren Graden der Freimaurerei und dem französischen Illuminatentum.“ Dies war freilich fast schon eine Art Schwanengesang der Freimaurergegner, denn bei ihrer nächsten Versammlung, die 1830 in Vermont stattfind, zog die Partei eine ernüchternde Bilanz: „Die Forderung nach einer Ermittlung… wurde bald auf unerklärliche Weise abgewürgt; die Presse verhielt sich so still wie ein Wächter, dem man den Hals zuschnürt, und die Masse des Volkes wird in Unwissenheit darüber gehalten, dass wegen der Freimaurerfrage je Alarm geläutet worden ist.“

In anderen Worten, der Ruf nach einer Untersuchung war, genau wie in der Gegenwart, unterdrückt worden, indem man den Warnern „eine Hexenjägermentalität“ und dergleichen mehr unterstellte. Seit jenen Tagen ist es dem amerikanischen Volk niemals gelungen, seine Regierung zu einer umfangreichen Ermittlung zu bewegen; die geheime Infiltrierung des Regierungsapparates nahm ihren Fortgang, mit Resultaten, welche durch die 1948 und danach erfolgten Enthüllungen nur unvollkommen bekannt geworden sind. Ganz ähnlich ist die Lage in England.

Wie wir gesehen haben, meldeten sich in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts in Amerika Stimmen zu Wort, die vor der Freimaurerei warnten. Die Antifreimaurerpartei löste sich allerdings bereits 1840 auf. Kehren wir nun in die Jahre unmittelbar nach der Französischen Revolution zurück und wenden wir uns wieder der Frage zu, welche Auswirkungen diese für den Gang der Weltgeschichte nach sich gezogen hat.

Die Worte und Schriften Präsident Adams‘ belegen, dass er über die Existenz einer weltweiten und andauernden Verschwörung gegen alle bestehenden Regierungen und Religionen vollumfänglich Bescheid wusste. Allerdings beging er den (damals verzeihlichen) Fehler, zu glauben, diesen Bestrebungen liege ein rein französischer Plan zugrunde, so wie viele Menschen heute (unverzeihlicherweise) vom „russischen“ Kommunismus sprechen, obwohl am internationalen Charakter der Revolution längst kein Zweifel mehr statthaft ist.

Durch den Erlass eines Anti-Meuterei-Gesetzes im Jahre 1798 versuchte Präsident Adams die Zukunft der amerikanischen Republik zu sichern, aber die seitherigen Entwicklungen haben gezeigt, dass Gesetze gegen Geheimgesellschaften und Verschwörungen (die an und für sich völlig berechtigt sind, weil sie die Illegalität derartiger Unternehmungen klarstellen) ein untaugliches Mittel zu ihrer Eindämmung darstellen, zumal die Geheimorganisation auf jahrhundertelange Erfahrung bei der Umgehung solcher Gesetze zurückblicken kann. Die einzige wirksame Waffe gegen geheime Verschwörungen ist eine Ermittlung, der sich die öffentliche Entlarvung der Dunkelmänner sowie Maßnahmen zur Behebung des angerichteten Schadens anschließen. Solche Schritte sind aber noch nie konsequent erfolgt.

Kein anderer amerikanischer Politiker hat die Gefahr für die Zukunft seines Landes so klar erkannt wie Alexander Hamilton, ein Vertrauter Washingtons. In seinem Nachlass fand sich ein undatiertes, vermutlich aus dem Zeitraum von 1797 bis 1800 stammendes Schriftstück folgenden Inhalts:

„Die gegenwärtige Ära gehört zu den außergewöhnlichsten der Menschheitsgeschichte. Seit geraumer Zeit gewinnen allmählich Ansichten an Boden, welche die Grundlagen der Religion, der Moral und der Gesellschaft gefährden. Zuerst erfolgte ein Angriff auf die christliche Offenbarung, für die eine Naturreligion als Ersatz feilgeboten wurde… Die Existenz einer Gottheit selbst wurde in Frage gestellt und in einigen Fällen bestritten. Die Pflicht zur Frömmigkeit wurde der Lächerlichkeit preisgegeben; es wurde behauptet, der Mensch sei sterblich, und all seine Hoffnungen beschränkten sich auf die kurze Spanne seines irdischen Lebens. Vom Tod hieß es, er sei ein ewiger Schlaf; das Dogma der Unsterblichkeit wurde als Betrug dargestellt, der dazu diene, die Lebenden um der Toten willen zu quälen… Zwischen den Aposteln und Jüngern der Gottlosigkeit und jener der Anarchie wurde ein Bündnis geschmiedet. Religion und Regierung wurden beide als überflüssig gebrandmarkt… Zu welchen praktischen Ergebnissen dieses verderbliche System führt, hat sich in Frankreich erwiesen. Es hat als Werkzeug zur Unterwanderung all seiner alten weltlichen und religiösen Institutionen mitsamt aller Kontrollmechanismen, welche die Härte der Autorität milderten, gedient; es hat eine Reihe furchtbarer Revolutionen ausgelöst, die Eigentum verwüstet, Kunstwerke vernichtet, Städte zerstört, Provinzen verheert, Regionen entvölkert, den Boden des Landes mit Blut gerötet und zu Verbrechen, Armut und Verworfenheit geführt hat… Dieses entsetzliche System schien eine Zeitlang eine Bedrohung der zivilisierten Gesellschaft darzustellen und die Gefahr eines allgemeinen Chaos unter der Menschheit heraufzubeschwören. Und obwohl die fürchterlichen Übel, die seine ersten und einzigen Früchte waren, seinen Fortschritt gehemmt haben, ist zu befürchten, dass sich das Gift schon zu weit verbreitet hat und schon zu tief eingedrungen ist, als das man es jetzt noch unschädlich machen könnte. Seine Aktivitäten [die Aktivitäten dieses Systems] sind eingestellt worden, aber seine Anhänger existieren weiter und bereiten neue Anschläge vor, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Es besteht triftiger Grund zur Sorge, dass die Menschheit noch nicht am Ende des Unheils angelangt ist, welches es [dieses System] erzeugen soll, und dass dieses noch eine lange Reihe von Erschütterungen, Revolutionen, Schlächtereien, Verwüstungen und Elend auslösen wird. Die Symptome der nur zu offensichtlichen Präsenz dieses Systems in den Vereinigten Staaten sind erschreckend sichtbar. Unter seinem Einfluss wurden Versuche unternommen, unser Land in der frühen Phase des Krieges zu einer Allianz mit Frankreich zu verleiten und unsere Regierung dazu zu verführen, seine verabscheuenswerten Grundsätze und Ansichten mit dem Blut und den Schätzen unserer Bürger zu verteidigen und zu fördern. Unter seinem Einfluss wurde jede erfolgreiche Revolution gebilligt oder entschuldigt; alle dabei verübten Gräuel wurden gerechtfertigt oder verharmlost; selbst die übelsten Exzesse, die den lautstark verkündeten Prinzipien der Revolution ins Gesicht schlugen, wurden beschönigt, und die von ihr [der Revolution] verabschiedete despotische Verfassung wurde uns listig als Modell angepriesen, das unserer Nachahmung durchaus nicht unwürdig sei. Mit dem Fortschritt dieses Systems haben sich Unfrömmigkeit und Untreue sprunghaft vermehrt. Man sieht ungeheure Verbrechen, wie wir sie zuvor nicht gekannt haben…“

Wir, die wir in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts leben, sind mit den Ergebnissen der Entwicklung, die Hamilton prophezeite, dermaßen vertraut, dass wir uns kaum vorstellen können, welcher Weitsicht es im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts bedurfte, um all dies vorauszusehen! Kaum jemand hat die Ereignisse unseres Jahrhunderts so klar vorausgeahnt wie de Luchet, der schon vor dem Beginn des Terrors in Frankreich von einer „Reihe von Katastrophen, deren Ende sich im Dunkel der Zeit verliert“ und von „einem unterirdischen Feuer“ schrieb, das ewig schwele und „periodisch in gewaltsamen und verheerenden Explosionen“ ausbreche, und Hamilton („Die Anhänger existieren weiter und bereiteten neue Anschläge vor, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt… Eine lange Reihe von Erschütterungen, Revolutionen, Schlächtereien, Verwüstungen und Elend“) .

Das praktische Ergebnis dieser hellsichtigen Mahnungen war freilich gleich Null, denn niemand zog daraus die sich aufdrängenden Konsequenzen. So wurde all das, was de Luchet, Burke, Hamilton, Barruel, Robison und Morse vorausgeahnt hatten, bittere Wirklichkeit. Wie ein Schlafwandler trat der Westen auf alle Minen, die für ihn ausgelegt waren. Die antirevolutionären Propheten wurden niedergeschrien; die revolutionären Tribunen und Schriftsteller übernahmen die Führung der Debatte und ernteten dafür stürmischen Beifall.

Die Napoleonischen Kriege trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der Verschwörung und der hinter dieser stehenden Organisation abzulenken. Zehn Jahre nach der Französischen Revolution gerieten die Dokumente der Illuminaten bereits in Vergessenheit und die breite Masse der Bevölkerung wähnte, der Orden sei tatsächlich tot, oder er habe bei der Revolution keine Rolle gespielt; viele interessierten sich schon gar nicht mehr für diese Frage. Zwanzig Jahre nach der Französischen Revolution schmiedeten die Illuminaten ihre Ränke so eifrig wie stets zuvor. Der einzige Unterschied zu früher bestand darin, dass es der Gefolgschaft der Sekte in England und Amerika dank ihrem Einfluss auf die Presse geglückt war, die Öffentlichkeit einzuschläfern und die Warner zu verleumden.

In jüngerer Vergangenheit haben die Forschungen Nesta Websters unser Wissen über den Illuminatenorden erheblich bereichert, ist es ihr doch gelungen, die Dossiers der Polizei Napoleons aufzustöbern, deren Inhalt Historikern und anderen Interessenten jetzt zugänglich ist. Sie zeigen, dass die Illuminaten zwei Jahrzehnte nach dem Ausbruch der Revolution und kurz vor Napoleons Sturz quicklebendig waren und ihre Ziele unbeirrt weiter verfolgten.

François Charles de Berckheim, ein Freimaurer, war während des Napoleonischen Kaiserreichs Sonderkommissar der Polizei in Mainz. 1810 hielt er in einem Bericht fest, dass die Illuminaten in ganz Europa über Eingeweihte verfügten und emsig darauf hinarbeiteten, ihre Prinzipien in die Freimaurerlogen einzubringen: „ Das Illuminatentum entwickelt sich zur großen und furchterregenden Macht… Könige und Völker werden darunter viel zu leiden haben, falls Weitsicht und Vorsicht seinen furchtbaren Mechanismus nicht zu brechen vermögen.“ Ein zweiter, aus dem Jahre 1814 stammender Bericht bestätigt das, was Barruel, Robison und Morse zwischen 1797 und 1799 über den Fortbestand der Geheimgesellschaft geschrieben hatten, voll und ganz:

„Die älteste und gefährlichste Vereinigung ist diejenige, die allgemein unter der Bezeichnung ‚Illuminaten‘ bekannt ist und deren Grundlagen auf die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen… Die Doktrin des Illuminatentums strebt die Abschaffung jeder Art von Monarchie an; unbegrenzte Freiheit, absolute Nivellierung ist das fundamentale Dogma der Sekte; die Bande zu zerstören, die den Herrscher eines Staates mit seinen Bürgern verketten, ist das Ziel all ihrer Bemühungen.“

Zwanzig Jahre nachdem der Herzog von Braunschweig der Freimaurerei öffentlich abgeschworen hatte, rief Berckheim in Erinnerung, dass es „unter den hauptsächlichen Führern… eine Anzahl von Männern gibt, die sich durch ihr Vermögen, ihre Geburt und die ihnen anvertrauten Würden auszeichnen“. Seiner Ansicht nach waren einige davon „keine Betrogenen, die demagogischen Träumen anhängen“ , sondern hofften „in den von ihnen angeheizten Emotionen des Volkes das Mittel zur Machtergreifung zu finden, oder zumindest ihren Reichtum und Ruhm zu mehren, doch die große Mehrzahl der Anhänger glaubt mit religiöser Inbrunst daran…“

Diese Worte, die an die fünfundzwanzig Jahre zuvor gemachten Äußerungen de Luchets gemahnen, tönen heute bekannt oder sollten zumindest bekannt tönen, denn in unserer Generation haben wir abermals erlebt, dass die Machtgier wohlhabende oder berühmte Menschen dazu verleitet hat, sich mit Bewegungen einzulassen, die ihrem Reichtum und Ruhm scheinbar feindlich gesinnt waren, weil sie hoffen, mit Hilfe dieser Bewegungen noch reicher oder noch berühmter zu werden.

Im folgenden liefert Berckheim eine Schilderung der Organisation sowie der Methoden der Illuminaten, die dem Bild entspricht, welches sich aus Weishaupts Korrespondenz aus dem Jahre 1786 ergibt; auch hier liegen die Parallelen zur Strategie des Kommunismus in unserem Jahrhundert auf der Hand. Im folgenden Abschnitt werden Charaktere geschildert, die so wirken, als entstammten sie dem 20. Jahrhundert, obwohl der Text anno 1813 entstand:

„Da die hauptsächliche Kraft der Illuminaten in der Macht der Ansichten liegt, strebten sie von Beginn an danach, unter jenen Menschen Anhänger zu gewinnen, die durch ihren Beruf einen direkten Einfluss auf das Denken ausüben, wie beispielsweise Literaten, Gelehrte und vor allem Professoren. Letztere propagieren die Prinzipien der Sekte von ihren Lehrstühlen aus, erstere in ihren Schriften, indem sie das Gift, das sie verbreiten, auf tausenderlei Art tarnen… Vor allem an den Universitäten hat das Illuminatentum stets zahlreiche Anhänger gefunden und wird sie auch künftig finden. Jene Professoren, die der Vereinigung angehören, erforschen von Anfang an den Charakter ihrer Schüler. Wenn ein Student durch einen scharfen Verstand oder eine glühende Phantasie besticht, nehmen ihn die Sektierer gleich unter ihre Fittiche; sie flüstern ihm die Worte Despotismus, Tyrannei, Volksrechte etc. ins Ohr. Bevor er mit diesen Worten eine klare Vorstellung verbindet, wird durch für ihn ausgewählte Lektüre und geschickt arrangierte Gespräche dafür gesorgt, dass sich die ihm eingepflanzte Mikrobe in seinem jungen Hirn entwickelt, während er älter wird. Schon bald gärt seine Phantasie… Wenn er schließlich vollkommen umgarnt ist, wenn die Gesellschaft ihn jahrelang geprüft hat und sicher sein kann, dass er das Geheimnis unverbrüchlich wahren und sich ihr voll und ganz hingeben wird, offenbart man ihm, dass Millionen von Menschen in allen Staaten Europas seine Gefühle und Hoffnungen teilen, dass ein geheimes Band alle zerstreuten Mitglieder dieser riesigen Familie fest aneinanderkettet und dass die von ihm so dringend ersehnten Reformen früher oder später zustande kommen müssen. Diese Propaganda wird durch die bestehenden Studentenverbindungen erleichtert, die sich zum Studium der Literatur, zum Fechten, Spielen oder auch zu bloßen Ausschweifungen treffen. Die Illuminaten schleichen sich in all diese Zirkel ein und verwandeln sie in Zentren zur Propagierung ihrer Prinzipien. Auf diese Weise hat die Vereinigung von ihren Anfängen bis hin zur Gegenwart stete Fortschritte erzielt; indem das Illuminatentum die Angehörigen der höchsten Klassen von Kindheit an mit den Keimen des Gifts infiziert, den Studenten Ideen einflößt, die der Ordnung, unter der sie leben müssen, diametral entgegengesetzt sind, und die Bande zerstört, die sie an Fürsten ketten, hat es die größte Zahl von Jüngern rekrutiert.“

So überlebte das Illuminatentum und blühte in der Dunkelheit, nachdem seine „Jünger“ in den Zeitungsredaktionen sowie auf den Lehrstühlen der Universitäten die öffentlichen Rufe nach seiner Ausmerzung zum Schweigen gebracht hatten. Die Entwicklung dauerte seither rund fünf Generationen an, und in jeder Generation gingen der Sekte eine erhebliche Anzahl gesellschaftlich hochrangiger Personen sowie ein gewisser Teil der jungen Universitätsstudenten ins Netz. Die einzige Gegenmaßnahme, die den Ränkeschmieden Einhalt geboten und den ahnungslosen jungen Opfern die Augen geöffnet hätte, wäre eine umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit über die Weltrevolution und ihre Methoden gewesen, doch in keiner einzigen Generation ist ein solcher Schritt je erfolgt, so dass es der Sekte gelang, sich zu behaupten und ihre Macht noch zu vergrößern. Dass sich die Regierungen von Generation zu Generation weigern, die notwendigen Ermittlungen durchzuführen und die Sekte bloßzustellen, hat nur eine einzige mögliche Erklärung: Wie in den Tagen Weishaupts hocken die Jünger des Illuminatenordens auch heute in den Regierungen selbst. Hieb- und stichfeste Beweise hierfür haben die Ereignisse unseres Jahrhunderts erbracht.

Was geschah mit Weishaupt selbst, nachdem er entlarvt und sein Orden geächtet worden war? 1808 erkundigte er sich nach einem Detail des freimaurerischen Rituals. Ein prominentes Mitglied der Loge Grand Orient, Marquis de Chefdebien, erfuhr davon und schrieb anschließend an einen Freund, aus dem Illuminatentum seien jene Männer hervorgegangen, welche „Aufstände, Verwüstung und Mord“ heraufbeschworen hätten. Als Weishaupt 1830 das Zeitliche segnete, war sein Orden vermutlich mächtiger denn je zuvor, stand jedoch kurz vor einem Namenswechsel, denn schon in den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts nannte sich diese Organisation, die ihre Ziele unverändert verfolgte, „kommunistisch“. Auf den Kommunismus werden wir in späteren Kapiteln zu sprechen kommen.

Dies ist die Geschichte von Adam Weishaupt, jenem Mann, dessen Name für immer mit der Weltrevolution als permanenter Idee und permanentem Ziel verbunden sein wird; diese Idee und dieses Ziel wurden von einer seither kontinuierlich existierenden Organisation von Verschwörern verfochten, die in allen Ländern wirken und die Unterdrückung und Ungerechtigkeit keineswegs abschaffen, sondern in noch schlimmerer Form verewigen wollen.

Wer immer seine Förderer waren und was auch immer die Quellen gewesen sein mögen, aus denen er seine profunde Kenntnis der menschlichen Schwäche schöpfte, Tatsache ist, dass Adam Weishaupt „die Fäden sämtlicher Verschwörungen in seinen Händen vereinte und zu einem gigantischen Plan zur Zerstörung Frankreichs und der Welt zusammenwob“ (Nesta Webster). In seiner Armee waren Männer aller Klassen und der unterschiedlichsten Überzeugungen durch Bande der Infamie aneinandergekettet, die anscheinend nicht minder stark als jene der Treue und der Ehre waren. Nesta Webster schreibt:

„Weishaupts bewundernswertes System dicht abgeschotteter Zellen verhinderte, dass seine Gefolgsleute sich der großen zwischen ihnen bestehenden Unterschiede gewahr wurden, und sie marschierten alle bewusst oder unbewusst auf ein und dasselbe Ziel zu.“

Hatte es früher zahlreiche Gruppierungen gegeben, die mit den bestehenden Verhältnissen unzufrieden waren und sie zu ändern gedachten, so schweißte Weishaupt sie alle zu einer einzigen Oppositionsbewegung zusammen. Mit ihm und dem Illuminatentum wurden, um wiederum Nesta Webster zu zitieren, „verschwommene subversive Theorien zu einer aktiven Revolution“; es wurde ein Generalstab gebildet, die kommenden Schlachten wurden geplant, die Ziele wurden schärfer umrissen. Heute, fast zweihundert Jahre später, liegen die Folgen all dessen klar zutage: Entweder wird die zerstörerische Weltrevolution über das Christentum und das Abendland triumphieren und beides vernichten, oder sie wird selbst vernichtend geschlagen. Es gibt keinen dritten Weg, keinen Mittelweg und keinen anderen möglichen Ausgang des Konflikts, von dem die Welt erstmals im Jahre 1786 erfuhr. Dies haben führende Staatsmänner und Denker sowie die Anhänger der Sekte selbst von Beginn an klar erkannt. 1875 fasste Monseigneur Dillon die unabänderlichen Fakten kurz und bündig zusammen:

„Hätte Weishaupt nicht gelebt, so hätte die Freimaurerei nach der Reaktion, die auf die Französische Revolution folgte, womöglich aufgehört, eine Macht zu sein. Er verlieh ihr eine Form und einen Charakter, die sie dazu befähigte, diese Reaktion zu überleben, ihr bis zum heutigen Tag immer neue Energie verlieh und dazu führen wird, dass sie immer größere Fortschritte erzielt, bis ihr Endkampf gegen das Christentum darüber entscheiden wird, ob Christus oder Satan letzten Endes über die Welt regieren wird.“

Das vorliegende Buch ist eine Studie der heutzutage wichtigsten weltpolitischen Frage, der „Judenfrage“, doch in diesem bisher längsten Kapitel war bislang nicht von dieser Frage, oder überhaupt von den Juden, die Rede. Dafür gibt es einen triftigen Grund. Fünfzig Jahre nach der Französischen Revolution unterstand die Weltrevolution jüdischer Führung, doch dass die Juden bei der Weltrevolution in ihrer französischen Phase die Hand im Spiel gehabt hätten, lässt sich nicht nachweisen. Unter diesen Umständen ist es sehr wohl möglich, dass die Weltrevolution anfangs kein jüdisches Unterfangen war und erst später unter jüdische Kontrolle geriet. Definitive Schlußfolgerungen lassen sich nicht ziehen, denn die Verwischung von Spuren ist das oberste Prinzip revolutionärer Taktik.

Allem Anschein nach spielten die Juden bei der ursprünglichen Verschwörung, jener Weishaupts und der Illuminaten, keine oder allenfalls eine geringfügige Rolle; bei der Französischen Revolution war ihr Anteil unter den Revolutionsführern nicht höher als ihr Anteil unter der Bevölkerung insgesamt. Bezüglich des ersten Punktes schreibt die namhafteste Autorität auf diesem Gebiet, Nesta Webster, Juden seien „nur in seltenen Fällen“ in den Orden aufgenommen worden. Leopold Engel, eine mysteriöse Figur, die den Orden 1880 reorganisierte, geht noch weiter und behauptet, die Rekrutierung von Juden sei ausdrücklich verboten gewesen. Andererseits stellte sich Mirabeau, ein namhafter Illuminat und Revolutionär, hinter jüdische Forderungen und Anliegen, so dass ein allfälliges Verbot der Anwerbung von Juden eine jener Tarnmaßnahmen gewesen sein könnte, auf die Weishaupt so großen Wert legte.

Die führenden Fachleute sind sich darüber einig, dass die Illuminaten die Anstifter der Revolution und in allen Ländern vertreten waren. Chevalier de Malet hielt fest: „Die Urheber der Revolution sind nicht mehr Franzosen, als dass sie Deutsche, Italiener, Engländer etc. sind. Sie bilden eine besondere Nation, die im Dunkel geboren wurde und aufwuchs, inmitten aller zivilisierten Nationen, die sie unterwerfen und beherrschen wollen.“ Dasselbe Bild ergibt sich heute auch aus der Erforschung der Französischen Revolution; es unterscheidet sich radikal von dem der Russischen Revolution von 1917, auf die diese Worte in keiner Hinsicht zuträfen.

Bei der Französischen Revolution selbst (im Gegensatz zu der ihr vorausgehenden Verschwörung) ist die Rolle der Juden recht klar; Sie bestand darin, „die Unordnung zu begünstigen“, wie es im Koran heißt, doch unternahmen sie keinen Versuch, die Kontrolle über die Revolution an sich zu reißen. Den damaligen Dokumenten lässt sich oft nicht entnehmen, ob eine Person jüdischer Abstammung war, weil die betreffenden Autoren dies nicht erwähnten. Außerdem richtete sich die Revolution in ihrer Französischen Phase zumindest dem Anschein nach gegen alle Religionen und Nationen (in der russischen Phase war dies nicht mehr der Fall). Deshalb gehörten dem Pöbel, der, während in den Kirchen von Paris Feste zu Ehren der „Vernunft“ gefeiert wurden, der revolutionären Versammlung Kreuze und Kelche brachte, auch Juden an, die aus den Synagogen Schmuckstücke geraubt hatten und der Profanierung preisgaben. Im „Tempel der Freiheit“ bewies ein „in den Vorurteilen der jüdischen Religion erzogener Bürger“ namens Alexandre Lambert, dass „alle Arten von Religion Betrügereien sind, die den Menschen gleichermaßen erniedrigen“. Dabei verlieh Lambert seinem Protest gegen die Knechtschaft des Talmuds beredten Ausdruck:

„Bürger! Die Unehrlichkeit, der die jüdische Nation angeklagt ist, kommt nicht von ihr selbst, sondern von ihren Priestern. Ihre Religion erlaubt ihnen nicht, von Glaubensgenossen mehr als fünf Prozent Zins zu nehmen, befiehlt ihnen aber, von Katholiken soviel wie möglich zu nehmen; in unseren Morgengebeten ist es sogar Brauch, um Gottes Hilfe bei der Ausplünderung eines Christen zu bitten. Dies ist aber noch nicht alles, Bürger, der Höhepunkt der Niederträchtigkeit ist folgendes: Wenn bei einem Handel zwischen Juden ein Fehler unterläuft, muss er gutgemacht werden, aber wenn ein Christ statt 100 Louis 25 zu viel zahlt, ist man nicht verpflichtet, sie ihm zurückzugeben. Welch eine Infamie! Welch eine Ruchlosigkeit! Und woher kommt das alles, wenn nicht von den Rabbinern? Wer hat zu unserer Ächtung [der Ächtung der Revolutionäre] aufgerufen? Unsere Priester! Ach Bürger, mehr als irgendeinem anderen Ding auf der Welt müssen wir einer Religion abschwören, die uns lästige und knechtische Praktiken aufzwingt und es uns unmöglich macht, gute Bürger zu sein.“4

 

Es gibt zwar Autoren, denen zufolge die Juden sich nicht nur an der Revolution beteiligten, sondern für deren schlimmste Gräuel verantwortlich waren, doch dies ist bloße Prahlerei, die von jüdischer und nicht von nichtjüdischer Seite stammt. Zu diesen Autoren gehörte beispielsweise ein Léon Kahn, der hundert Jahre nach den Geschehnissen behauptete, von ihm namentlich genannte Juden seien für die Angriffe auf den König und die Religion verantwortlich gewesen. Diese Art von Geschichtsfälschung, die sich in der jüdischen Literatur nicht selten findet, verfolgt den Zweck, nachzuweisen, dass solche Dinge einzig und allein durch die Hand Jahwes, also durch die Juden, geschehen können. Offenbar war Kahn unfähig, die Französische Revolution anders darzustellen als in Bildern, die der Geschichte von Daniel und Belsazar entlehnt waren. Hätte sich nicht die Russische Revolution ereignet, so würde es sich nicht lohnen, Herrn Kahn auch nur zu erwähnen; auch in diesem Fall verleitet unser heutiges Wissen uns dazu, Behauptungen wie die seinen für bare Münze zu nehmen.

Als die Französische Revolution abgeklungen war, machte es den Anschein, die jüdischen Führer hätten im Interesse ihrer Gemeinde das Beste aus der Situation gemacht, was selbstverständlich ihr gutes Recht war. Im Lichte der späteren Ereignisse lässt sich freilich sagen, dass jene Juden, die von den Ereignissen profitierten, die Ostjuden waren und dass diese nichtsemitischen Konvertiten zum Judentum die Entwicklung zum ersten konzertierten Sturmangriff auf das Abendland nutzten.

Die meisten französischen Juden waren Sepharden, also Nachkömmlinge der spanischen und portugiesischen Juden, die zumindest teilweise von den Hebräern Palästinas abstammten. Sofern diese Juden noch unter rechtlichen Diskriminierungen zu leiden hatten, wurden letztere im Jahre 1790 durch ein Dekret beseitigt, das alle Juden zu französischen Bürgern machte.

 

Allerdings gab es damals im Elsass bereits eine Gemeinde, die aus Aschkenasen bestand. Diese Ostjuden waren äußerst unbeliebt; der Vorschlag, ihnen das französische Bürgerrecht zu verleihen, führte in der Generalversammlung zu stürmischen Debatten und löste unter den elsässischen Bauern einen regelrechten Aufruhr aus. Bei diesem Anlass erschollen wiederum Warnungen, wie sie in Europa bereits in früheren Jahrhunderten erklungen waren. Abbé Mauret mahnte die Abgeordneten:

„Die Juden haben sich siebzehn Jahrhunderte lang nicht mit anderen Nationen vermischt… Man darf sie nicht verfolgen; sie müssen als Individuen geschützt werden, nicht aber als Franzosen, denn sie können keine Bürger sein… Was immer ihr tut, sie werden stets Fremdlinge unter uns bleiben.“

Der Bischof von Nancy stieß ins gleiche Horn: „Man muss ihnen Schutz, Sicherheit und Freiheit zuteil werden lassen, doch sollten wir einem Stamm Zutritt zu unserer Familie gewähren, der ihr fremd ist, dessen Augen unaufhörlich auf ein seinen Angehörigen gemeinsames Land gerichtet sind, der davon träumt, das Land zu verlassen, in dem er ansässig ist? Die Interessen der Juden selbst machen diesen Protest erforderlich.“

Selbst die Sepharden schlossen sich diesem Protest an: „Wir machen kein Hehl aus unserer Überzeugung, dass unser Status in Frankreich heute keinen Anlass zur Diskussion gäbe, hätten gewisse Forderungen der Juden Elsass-Lothringens und der drei Bischofstümer nicht eine Verwirrung erzeugt, die anscheinend auch auf uns abfärbt… Den Zeitungen nach zu urteilen, scheinen diese Forderungen recht ungewöhnlich zu sein, weil diese Juden in Frankreich einen Sonderstatus verlangen, nur für sie gültige Gesetze haben wollen und eine Klasse von Bürgern zu bilden gedenken, die von allen anderen getrennt lebt.“

Zu diesem jüdischen Protest hatte es schon in früheren Jahrhunderten Parallelen gegeben, die von den nichtjüdischen Herrschern allerdings regelmäßig ignoriert wurden. Auch diesmal war ihm ebenso wenig Erfolg beschieden wie dreißig Jahre früher dem Widerstand der Pariser Händler gegen ein Dekret, das Juden den Eintritt in ihre Verbände erlaubte:

„Der französische Händler treibt seinen Handel allein; jedes Handelsunternehmen ist gewissermaßen isoliert, während die Juden Bestandteile des Quecksilbers sind und letzten Endes immer einen festen Block bilden.“

Ungeachtet aller Opposition erhielten auch die elsässischen Juden 1791 die französische Staatsbürgerschaft. Als Napoleon die Macht ergriff, hatte das jüdische Problem bereits gewaltige Ausmaße angenommen, und da es ihm nicht gelang, es zu lösen, wurde es schon bald zu einem Problem für die Welt.

Von diesem Zeitpunkt an tat die führende Sekte innerhalb des Judentums alles in ihrer Macht stehende, um den Einfluss der ursprünglichen, sephardischen Juden zu verringern und jenen der in geschlossenen Siedlungsgebieten im Osten lebenden Aschkenasen zu mehren. Die Aschkenasen migrierten alsbald in immer größeren Scharen nach Mittel- und Westeuropa (und später nach Amerika), schwangen sich zu Führern der Weltrevolution auf und bliesen überall zum Sturm auf die bestehenden Regierungen, die Religion und die Nation.

Diese Entwicklung kam nach der ersten Phase der Weltrevolution, der Französischen Revolution, in Gang und erinnerte an das Eindrücken einer Tür oder den Bruch eines Deichs. Bisher hatte man allenfalls behaupten können, die Juden hätten zur Revolution einen Beitrag geleistet, der ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprach, und von ihr etwas mehr profitiert als andere. Doch nun wandelte sich das Bild jäh; von jetzt an waren die Juden nicht bloße Teilnehmer am revolutionären Prozess, sondern dessen Führer.

In den fünf Jahrzehnten, die auf die Enthüllung eines weltrevolutionären Plans und die bald danach ausgebrochene Französische Revolution folgten, verliefen die Geschichte des Judentums und jene der Weltrevolution nicht länger getrennt, sondern flossen zusammen. Die weiterhin existierende Verschwörung und die Juden (genauer gesagt, die führende Sekte innerhalb des Judentums) wurden buchstäblich miteinander identisch; niemand konnte fortan guten Gewissens behaupten, sie hätten nichts miteinander zu tun. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich die Weltrevolution unter jüdischer Führung.

Dies wurde von einem Mann bezeugt, an dessen Sachkenntnis kein Zweifel statthaft war und dessen Warnungen sich im Folgenden ebenso bewahrheiten sollten wie die der früheren Mahner de Luchet, Hamilton und Burke. Dieser Mann war kein Geringerer als Benjamin Disraeli, Premierminister von Großbritannien.

2. Whittaker Chambers, ein leicht beeinflussbarer, charakterlich labiler junger Amerikaner wurde 1925 an der Universität von Columbia, New York, von den Kommunisten angeworben. Im Folgenden war er als Agent und Kurier tätig, der unter einem Pseudonym arbeitete und seinen kommunistischen Vorgesetzten gestohlene Dokumente zuspielte. 1938 wurde er seiner Tätigkeit sowie der kommunistischen Partei überdrüssig. Schockiert über die Allianz zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten versuchte er 1939, Präsident Roosevelt über die Infiltration des Regierungsapparates durch kommunistische Agenten sowie die fortgesetzte Spionage aufzuklären, wurde jedoch rüde abgewiesen: Ein Emissär des Präsidenten riet ihm, „in den See zu springen“. Vorsichtigerweise hatte er sein Beweismaterial (Hunderte von Photographien offizieller Geheimdokumente) in einem ausrangierten Fahrstuhlschacht verborgen. Bis 1948 blieb es still um ihn, doch dann wurde sein Name im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens genannt, das durch die Enthüllungen eines anderen ehemaligen kommunistischen Agenten ausgelöst worden war, und er wurde in den Zeugenstand gerufen. Unmittelbar danach reichte ein hoher Regierungsbeamter namens Alger Hiss Strafanzeige gegen Whittaker Chambers ein, weil ihn dieser bezichtigt hatte, streng geheime Papiere gestohlen und über ihn, Chambers, an die Kommunisten weitergeleitet zu haben. Um sich verteidigen zu können, bat Chambers einen Verwandten in New York, nachzuforschen, ob sich die von ihm verborgenen Papiere immer noch in dem Fahrstuhlschacht befanden. Dies war in der Tat der Fall, und als Chambers das staubbedeckte Paket nach zehn Jahren öffnete, wurde er sich der immensen Brisanz seines Inhalts erst so richtig bewusst.. Er versteckte das Paket zunächst in einem hohlen Kürbis auf seiner Farm, legte es aber bei dem Prozess, den Hiss wegen übler Nachrede gegen ihn angestrengt hatte, als Beweismaterial vor. Dies führte dazu, dass Hiss wegen Spionage verurteilt wurde und die kommunistische Unterwanderung der amerikanischen Regierung zumindest teilweise ans Licht kam; sie hatte solche Ausmaße angenommen, dass der Schluss nahe liegt, die Politik der Vereinigten Staaten sei während des ganzen Zweiten Weltkriegs großenteils von den Führern der Weltrevolution in Moskau beeinflusst worden.

3. Moses Mendelssohn vor fast zweihundert Jahren gemachte Ausführungen geben die jüdische Einstellung gegenüber den „minderen Arten ohne Gesetz“ (Kipling) korrekt wieder. In unseren Tagen (anno 1955) entstand in Israel ein Plan, die minderen Arten nominell der jüdischen Gemeinschaft anzugliedern, sie de facto aber auch weiterhin zu diskriminieren und auszugrenzen. Wie sich der Leser erinnert wird, waren Konvertiten zum Judentum in der vorchristlichen Periode willkommen, doch nach Beginn der christlichen Ära wurde die jüdische Haltung gegenüber Konversionen zusehends feindlicher, und diese Feindseligkeit nahm schließlich geradezu rabiate Züge an (abgesehen von der Massenbekehrung der mongolischen Chasaren, von denen die heutigen Aschkenazen abstammen) Laut dem Talmud sind Proselyten „für Israel so schädlich wie die Krätze“.

1955 meinte ein in Deutschland geborener, jedoch in den USA lebender junger Reform-Rabbiner namens Jakob Petuchowski, für die Juden sei nun die Zeit gekommen, unter den Nichtjuden zu missionieren, wobei sich diese Missionsarbeit an den von Moses Mendelssohn aufgestellten Prinzipien orientieren müsse. Dabei fand Petuchowski eine Lösung für ein Problem, das Mendelssohn unüberwindbar erschienen war („Gemäß den Grundsätzen meiner Religion darf ich nicht versuchen, jemanden, der von Geburt nicht unserer Gemeinschaft angehört, zu bekehren… Die jüdische Religion ist absolut dagegen [d.h. gegen Konversionen].)“ Petuchowski schlug vor, die Missionstätigkeit solle auf einer Grundlage erfolgen, die den Nichtjuden gegenüber den Juden einen Status einräumen sollte, der recht genau demjenigen der amerikanischen Negersklaven gegenüber den weißen Herren der Plantagen entsprach. Von den Konvertiten sollte lediglich verlangt (oder besser gewagt, ihnen sollte lediglich erlaubt) werden, den „sieben noachidischen Gesetzen“ zu gehorchen; vermutlich enthält dieser Ausdruck eine Anspielung auf das neunte Kapitel der Genesis. Die Befolgung der vielen hundert Gesetze, die Gott den Juden laut dem Mosaischen Gesetz auferlegt hat, sollte den Nichtjuden nicht abverlangt werden. Auf diese Weise sollte das Judentum den „minderen Arten“ anscheinend jene „Religion der Natur und Vernunft“ schenken, die ihnen schon Adam Weishaupt und Moses Mendelssohn empfohlen hatten. Wenn sie sich dann „Juden“ nennen, tun sie es einfach den schwarzen Plantagensklaven gleich, welche die Familiennamen ihrer Besitzer zu übernehmen pflegten.

Diesem raffinierten Vorschlag mochte vielleicht die Überlegung zugrunde liegen, dass die jüdische Macht mittlerweile weltweit dermaßen groß ist, dass sie eine Klärung des Status der „minderen Arten“ erforderlich macht, wenn das Gesetz wortwörtlich befolgt werden soll. Petuchowskis eigene Formulierung lautete wie folgt: „Religiöse Juden glauben, dass die Pläne für Gottes Königreich auf Erden bereits angelaufen sind… Jene Nichtjuden, welche diese Rettung in weiterem Sinne anstreben, sollten deshalb mit dem vertraut gemacht werden, was das Judentum zu bieten hat, und sollten aufgefordert werden, ihr Geschick mit demjenigen Israels zu verketten.“ Was das Judentum „zu bieten hat“, ist die „Religion der Natur und Vernunft“.

4. Der Satz „Und woher kommt das alles, wenn nicht von den Rabbinern?“ bietet uns die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass das Judentum zum Zeitpunkt, wo Alexandre Lambert diese Worte sprach, eben erst in seine rabbinische Periode eingetreten war. Bis zur Teilung Polens im Jahre 1772 hatte es stets ein sichtbares Zentrum oder eine führende Autorität für das gesamte Judentum gegeben. Anfangs war dies das levitische Priestertum in Jerusalem und Babylon. Während der Römerzeit bildete die vorherrschende Partei, die der Pharisäer, in der Praxis die Regierung. Nach dem Fall Jerusalems und der Zerstreuung der Juden entstand eine „mobile Regierung“, die ihren Sitz der Reihe nach in Palästina, Babylonien, Spanien und Polen hatte. 1772 tauchte diese Regierung in den Untergrund ab, und es begann die rabbinische Periode, während deren jede jüdische Gemeinde ihrem eigenen Rabbiner unterstand. Unter letzteren gab es natürlich Männer, die sich in Bezug auf Orthodoxie und Charakter stark unterschieden und alle Schattierungen von der extremsten bis zur gemäßigtsten verkörperten, doch in unserem Jahrhundert hat sich gezeigt, dass die meisten von ihnen wie schon in den früheren Perioden der jüdischen Geschichte das jüdische Gesetz, welches vom nichtjüdischen Standpunkt aus Extremismus in seiner reinsten Form darstellt, wortwörtlich befolgen.

 

Kapitel 21  Die Warnungen Disraelis

Benjamin Disraeli, der spätere Lord Beaconsfield, hat die Christenheit wiederholt vor der Weltrevolution gewarnt. Wie de Luchet, Hamilton und Burke fünfzig Jahre zuvor erkannte er hinter dieser einen „Plan“, im Gegensatz zu Lord Acton, der ein halbes Jahrhundert später lediglich von anonymen „Managern“ sprach. Disraeli identifizierte die Organisatoren dieses Plans ohne Umschweife als Juden. Die seitherige Entwicklung hat die Richtigkeit seiner Warnungen bestätigt: Was auch immer ihre Ursprünge gewesen sein mögen, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich die Weltrevolution unter jüdischer Führung. Dieser Zustand hielt zumindest bis zu den zwanziger Jahren unseres eigenen Jahrhunderts an, meiner persönlichen Überzeugung zufolge sogar bis zum heutigen Tage.

Warum die talmudistische Sekte die Kontrolle über die von Weishaupt begründete revolutionäre Organisation übernahm, lässt sich unter den gegenwärtigen Bedingungen ebenso wenig beantworten wie die Frage, ob sie möglicherweise von Anfang an hinter dem ganzen Unternehmen stand. Das Ziel der jüdischen Weltherrschaft war viele Jahrhunderte lang durch den Talmud, und erst recht durch die Kabbala, propagiert worden. Wenn die Versklavung der „Heiden“ und ihre Unterwerfung unter die „heilige Nation“ zustande kommen soll, kann dies einzig und allein über eine destruktive Organisation wie die von Weishaupt gegründete Sekte erfolgen. Dass Weishaupt seinen Illuminatenorden ausgerechnet zu dem Zeitpunkt schuf, wo sich das jüdische „Zentrum“ in Polen unsichtbar machte, nachdem es mehr als zwei Jahrtausende lang ohne jeden Unterbruch sichtbar existiert hatte, könnte mehr als bloßer Zufall sein. Denkbar ist freilich auch, dass die herrschende Sekte zur Verwirklichung der talmudischen Prophezeiungen eine von Nichtjuden zu ganz anderen Zwecken gegründete zerstörerische Organisation unterwanderte und unter ihre Kontrolle brachte.

Die beiden eindringlichsten Warnungen Disraelis erfolgten vor und nach der revolutionären Welle, die 1848 über große Teile Europas schwappte. Diese revolutionären Bestrebungen stützten sich auf die ein halbes Jahrhundert zuvor in Frankreich gesammelten Erfahrungen und stellten die zweite jener „Eruptionen“ oder „periodischen Explosionen“ der Weltrevolution dar, von denen Luchet und Hamilton gesprochen hatten. Sie scheiterten jedoch überall, wahrscheinlich weil die Erinnerung an die Französische Revolution noch frisch genug war, um Regierungen und Völker zu entschlossenen Abwehrmaßnahmen zu veranlassen. Das Abebben der revolutionären Welle verleitete Disraeli zu keinerlei Illusionen. Bereits vor ihrem Einsetzen hatte er sie vorausgesagt, was bedeutet, dass er sich über die fortgesetzte Existenz der Verschwörung im Klaren war und wusste, dass diese auch in Zukunft gewaltsame Erschütterungen provozieren würde.

 

Disraeli schrieb Romane, die sich weit größeren Erfolgs erfreuten als die seiner späteren Imitatoren, des texanischen Obersten House sowie des jungen Winston Churchill. In diesen Romanen schlüpft er als Erzähler jeweils in die Rolle eines distanzierten, allwissenden, leicht ironisierenden Chronisten der Irrungen und Wirrungen des Menschengeschlechts. In Coningsby ist dieser Erzähler Sidonia, ein spanischer Moslem jüdischer Herkunft. Als hochkarätiger Financier ist Sidonia die graue Eminenz hinter den Mächtigen, welche die Ereignisse leidenschaftslos manipuliert.

 

Dabei kommt ihm seine „absolute Freiheit von Vorurteilen“ zugute, die einen „Menschen ohne Vaterland“ auszeichnet.

 

In dem im Jahre 1846 erschienenen Roman Coningsby sagt Sidonia: „Die mächtige Revolution, die gegenwärtig in Deutschland vorbereitet wird… und von der man in England so wenig weiß, entwickelt sich voll und ganz unter der Führung der Juden.“

 

1852, vier Jahre nach den Wirren auf dem europäischen Kontinent, griff Disraeli diesen Gedanken in einer Ansprache vor dem Unterhaus wieder auf: „Der Einfluss der Juden lässt sich im letzten Ausbruch des destruktiven Prinzips in Europa verfolgen. Es findet ein Aufstand gegen Tradition und Aristokratie, gegen Religion und Eigentum statt… Die natürliche Gleichheit der Menschen und die Abschaffung des Eigentums werden von jenen Geheimgesellschaften propagiert, welche provisorische Regierungen bilden, und Männer der jüdischen Rasse finden sich an der Spitze jeder von ihnen.“ Genau dies war sieben Jahrzehnte nach dem europäischen Revolutionsjahr anno 1917 in Russland der Fall.

Disraeli fügte hinzu: „Die geschicktesten Manipulatoren des Eigentums verbünden sich mit Kommunisten; das von allen anderen abgesonderte auserwählte Volk geht Hand in Hand mit dem ganzen Abschaum und den niedrigen Kasten Europas.“ Diesem Handeln lag laut Disraeli der Wunsch nach der Zerstörung des Christentums zugrunde.

Wer ein Buch wie das vorliegende schreibt, muss ungeheuer viel recherchieren und dazu viel Kraft aufwenden. Dass der Verfasser im Verlauf seiner Recherchen Bekanntschaft mit Disraeli schloss, entschädigte ihn für gar manche Mühen. Bei seiner Reise durch die Jahrhunderte hat der Leser neben vielen falschen Propheten auch einige wahre kennengelernt, doch wird er keinen zweiten vom Kaliber Benjamin Disraelis antreffen, dessen Befreiung von der Knechtschaft des Talmud ihm seine „absolute Freiheit von Vorurteilen“ bescherte. Disraeli stand in der Tradition jener israelitischen Propheten, die Juda angeprangert hatten. Er empfand zwar Stolz auf seine jüdische Abstammung, aber seine Abkehr vom jüdischen Glauben befähigte ihn, England inbrünstiger zu lieben als gar mancher waschechte Angelsachse. Seine ironischen Kommentare zu Politik und Gesellschaft wirken heute, wo sich die Politiker vor der Wahrheit fürchten wie der Leibhaftige vor dem Weihwasser, geradezu herzerfrischend.

Die Welt, schrieb Disraeli, werde „von ganz anderen Personen regiert, als sich jemand, der nicht hinter den Kulissen steht, vorstellen kann“. Damit bekundete er in aller Öffentlichkeit, dass in der Politik eine unsichtbare Hand das Zepter schwingt. Jeder gutinformierte Beobachter weiß, dass dies in der Tat der Fall ist, aber heutzutage würde ein amerikanischer Präsident oder britischer Premierminister eine solche Aussage unweigerlich als „Hexenjagd“ brandmarken. „Ich glaube, kein Irrtum ist so verbreitet wie der, Revolutionen seien die Folge wirtschaftlicher Krisen“ , sagt Sidonia. Also sprach Disraeli. In unserem Jahrhundert haben ein Lloyd George und ein Woodrow Wilson, ein Franklin Roosevelt und ein Harry Truman behauptet, die Revolutionen in Frankreich, Russland und anderswo seien spontane Aufstände der ergrimmten Volksmassen gegen die „Tyrannei“ gewesen.

Disraeli war nicht bloß ein „getaufter Jude“, sondern ein praktizierender Christ. Er hätte es nicht zugelassen, dass sein Name, oder der seines Landes, durch ein alttestamentarisches Rachetribunal wie dem von Nürnberg besudelt wurde, denn nach der indischen Meuterei von 1857, als ganz England nach Rache schrie, sagte er:

„Ich erkläre in aller Bescheidenheit, aber ohne jedes Zaudern, dass ich die Erklärungen jener hochgestellten Persönlichkeiten missbillige, die meinen, England solle seine hohen Ansprüche unter dem Banner der ‚Rache‘ und nicht unter dem der ‚Gerechtigkeit‘ verwirklichen… Ich verwahre mich dagegen, auf Gräueltaten mit Gräueltaten zu antworten. Ich habe in letzter Zeit Dinge gehört und gelesen, die bei mir beinahe den Verdacht aufkommen lassen, die religiösen Ansichten der Menschen Englands hätten sich jäh gewandelt, und statt sich vor den Namen Jesu zu verneigen, schickten sie sich an, den Mollochkult wiederzubeleben. Ich kann nicht glauben, dass es unsere Pflicht ist, einem solchen Geist zu huldigen.“

Disraeli, der seine Worte sorgfältig zu wählen pflegte, wusste, dass das Wort „Mollochkult“ jedermann, ob Jude oder Nichtjude, ein Begriff war. Der Streit zwischen dem alten Israel und dem Juda der Leviten war um dieser falschen Gottheit und ihrer Forderungen willen entbrannt; um dieser Frage willen hatte sich Israel von Juda abgewandt. Dies war die Wurzel des Streits um Zion, der vor fast dreitausend Jahren seinen Anfang nahm. Ihm lagen zwei der wichtigsten Stellen des Alten Testaments zugrunde, jene bei Jeremia, der geltend machte, Gott habe den Kindern Israel niemals geboten, ihre Söhne und Töchter dem Moloch zu opfern, und jene bei Hesekiel, wo Jahwe einräumt, Israel Dinge befohlen zu haben, die „nicht gut“ seien, darunter das Opfer der Erstgeborenen. War Gott ein Gott der Liebe und der Gnade oder ein Gott des Hasses und der Rache, der seinen Anhängern Menschenopfer abverlangte? Dies war von Anfang an die Wurzel des Streits um Zion, und sie ist es bis zum heutigen Tag. Hätte Disraeli hundert Jahre später gelebt, so hätte dieser Spross des Judentums der Christenheit den Schandfleck der talmudistischen Rachejustiz von Nürnberg erspart.

Ebenso wenig kann man sich vorstellen, dass Disraeli das Gewicht seiner Person, seines Amtes und seines Landes in die Waagschale geworfen hätte, um die Weltrevolution zu fördern und zu verbreiten. Während die Führer Großbritanniens und Amerikas in den beiden Weltkriegen genau dies taten, warnte Disraeli sein Land während seiner ganzen politischen Karriere unermüdlich vor der zerstörerischen Verschwörung, die seine Nachfolger dann begünstigen sollten.

1955 erklärte ein Lord Samuel, der ursprünglich einfach Herbert Samuel geheißen hatte, auf dem Höhepunkt der Macht der englischen Liberalen jedoch in den Adelsstand erhoben worden war, stolz, er sei der erste Jude gewesen, der einen Posten im britischen Kabinett bekleidet habe. Dies war vermutlich ein gezielter Seitenhieb gegen Disraeli, der ja zum anglikanischen Christentum konvertiert war. Allerdings sähe die Welt heute, im 20. Jahrhundert, besser aus, wenn es mehr Disraelis gegeben hätte. Was aus der Distanz eines Jahrhunderts an Disraeli so außergewöhnlich wirkt, sind seine absolute Wahrheitsliebe, die Genauigkeit seiner Voraussagen, sein sicherer Instinkt, seine umfassenden Kenntnisse, seine zwar leidenschaftslose, aber deshalb nicht minder tiefe Liebe zu England sowie schließlich seine christliche Nächstenliebe. In Sachfragen hatte er stets recht, in moralischen Fragen stand er stets auf der Seite der Engel. Den „Liberalen“ begegnete er mit Verachtung, die er in markanten Formulierungen auszudrücken verstand („Kindermord wird in England in ebenso großem Ausmaß und ebenso legal praktiziert wie an den Ufern des Ganges, ein Umstand, auf den die Gesellschaft für die Verbreitung des Evangeliums noch nicht aufmerksam geworden ist“ ). Wir persönlich sind der Ansicht, dass sich Disraeli in einem Punkt geirrt hat; er meinte nämlich, die Lehren Jesu seien die Krönung und nicht die Verwerfung der jüdischen Religion. Mir scheint das Gegenteil zuzutreffen, nämlich dass der Judaismus jene Häresie war (der „Mollochkult“, wie sich Disraeli ausdrückte), die zu ändern Jesus Christus gekommen war.

Als Engländer, der von sephardischen Juden abstammte, war Disraeli zwangsläufig vom Einfluss dieser beiden Nationen geprägt; ansonsten hätte er nie und nimmer „absolute Freiheit von Vorurteilen“ erringen können. Sein Vater, Isaac Disraeli, hatte geschrieben: „Eine Religion, die keine Toleranz kennt, kann man nicht ohne Gefahr für die eigene Sicherheit tolerieren, wenn sie eine Chance besitzt, politische Macht zu erringen.“ Laut der Encyclopaedia Britannica war der Grund für Isaacs Abkehr von der Synagoge, dass das talmudistische Judentum mit seinen starren Gesetzen „die Juden von der großen Familie der Menschheit absondert“. Der Biograph seines Sohnes, Hesketh Pearson, berichtet, die jüdischen Führer hätten Isaac Disraeli zu einer Buße von vierzig Pfund verurteilt, nachdem er seine Wahl zum Vorsteher der Gemeinschaft mit der Begründung abgelehnt habe, er könne sich nicht an den öffentlichen Gottesdiensten beteiligen, weil diese in ihrer gegenwärtigen Form religiöse Gefühle nicht förderten, sondern behinderten. Hätte Isaac in einer talmudistischen Gemeinde in Russland oder Polen gelebt, so wäre er nicht mit einer Busse davongekommen; er hätte die Führer der Gemeinschaft nicht so kühn herausfordern können, ohne der Ächtung anheimzufallen oder gar umgebracht zu werden.

Somit waren sowohl der Vater als auch der Sohn (welcher der anglikanischen Kirche mit zwölf Jahren beitrat) durch das damals noch freie Klima Englands geprägt. Als Premierminister sorgte Benjamin Disraeli für die Beseitigung der letzten Diskriminierungen, unter denen die britischen Juden noch zu leiden hatten, was ihn freilich nicht daran hinderte, öffentlich zu erklären, die Juden seien im Begriff, die Kontrolle über die Weltrevolution zu übernehmen (wozu sie nur dank ihrer Emanzipation imstande waren!). Einem Menschen, der „absolut frei von Vorurteilen war“, galten sowohl der Kampf für die Emanzipation der Juden als auch der offenherzige Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen eben dieser Emanzipation gleichermaßen als Pflicht. Dies entbehrt nicht der Ironie, weil gerade die Gegner der Judenemanzipation immer wieder vor einem solchen Schritt gewarnt hatten.

Bevor wir das Thema Disraeli abschließen können, müssen wir uns dem Verlauf der Weltrevolution während jener Epoche zuwenden. Als Adam Weishaupt, der Begründer des Illuminatenordens, anno 1830 starb, war Benjamin Disraeli sechsundzwanzig Jahre alt. In den nächsten fünf Jahrzehnten tobte ein erbitterter Untergrundkrieg um die Nachfolge Weishaupts, aus dem das Judentum, oder genauer gesagt sein östlicher Zweig, als Sieger hervorging. Von nun an kontrollierten die Ostjuden, die von talmudistischen Rabbinern geleiteten Chasaren, die Weltrevolution.

Dieses Ergebnis stand keineswegs von Anfang an fest, denn am Kampf um Weishaupts Erbe beteiligten sich die unterschiedlichsten Figuren, und etliche davon waren Nichtjuden. Zu Beginn existierte noch keine einheitliche revolutionäre Organisation; es gab lediglich miteinander rivalisierende revolutionäre Geheimgesellschaften in verschiedenen Ländern. Die wichtigste davon, deren Ursprung sich am eindeutigsten auf Weishaupt zurückführen ließ, war die Alta Vendita in Italien. Aus Dokumenten, die in den Besitz des Vatikan gelangt und von diesem veröffentlicht worden waren, war ersichtlich, dass diese Gruppierung sich eng an die Ziele des Illuminatenordens anlehnte und sich derselben Methoden bediente. Hierauf hat Nesta Webster, die sich auf das Werk Crétineau Jolys stützte, mit gebührendem Nachdruck hingewiesen.

In Frankreich benutzten die Verschwörer auch weiterhin die Freimaurerei als Transmissionsriemen, während Weishaupts Gefolgsleute in Deutschland den sogenannten „Tugendbund“ leiteten.

Mehrere Männer arbeiteten zielstrebig darauf hin, diese scheinbar unterschiedlichen nationalen Bewegungen zu vereinen und sich als Nachfolger Weishaupts an ihre Spitze zu stellen. Darunter waren der Franzose Louis Blanc (der Leser tut gut daran, sich diesen Namen zu merken, denn eine kurze Zeit lang machte es den Anschein, als würde dieser Mann die Rolle spielen, die später Lenin zufiel), der Russe Michael Bakunin und der deutsche Jude Karl Marx.

Da Louis Blanc schon bald von der Bühne abtrat, fand der Entscheidungskampf zwischen Bakunin und Marx statt. Zwischen diesen beiden Männern klaffte ein himmelweiter Unterschied. Bakunin, der Begründer des Anarchismus, war laut dem französischen revolutionären Sozialisten Benoît Malot ein Jünger Weishaupts. Er repräsentierte jenen frühen Schlag idealistischer Aufrührer, die glaubten, in der Revolution ein Werkzeug zur Zerstörung der Tyrannei gefunden zu haben. Bakunin erkannte die Gefahr, dass ein auf den Trümmern des Privateigentums gegründeter Staat die despotischen Eigenschaften des Privatkapitalisten womöglich ins Uferlose steigern würde, und sann daher über Möglichkeiten nach, den Gemeinbesitz von Grund und Kapital mit der größtmöglichen Verringerung der Staatsmacht und letzten Endes mit dem Absterben des Staates an sich zu vereinbaren. Somit unterschied er sich grundlegend von Marx, der zwar ebenfalls den Gemeinbesitz von Grund und Kapital befürwortete, jedoch an die Stelle vieler kleiner Tyrannen eine einzige Supertyrannei setzen wollte.

Die treibende Kraft, die Bakunins ganzem Werk ihre Prägung verlieh, war sein Abscheu vor der Despotie, während Marx die herrschende Klasse ausschalten wollte, um sie durch eine Gewaltherrschaft zu ersetzen, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte. Somit unterschieden sich die Ziele dieser beiden Männer wie Tag und Nacht. Dies wirft eine Frage auf, die sich niemals beantworten lassen wird: Wie hätte sich die Weltgeschichte entwickelt, wenn die Führung der Weltrevolution dem Anarchismus eines Bakunin zugefallen wäre und nicht dem Kommunismus eines Karl Marx? Schließlich bekämpfte der Anarchismus jede Form von Zwangsregime, ja den Staat an sich, während der Kommunismus die Apotheose der Staatsmacht darstellte.

An Bakunin wirkt alles echt: Sein Kampf, seine Leiden, sein Tod. An Marx wirkt alles falsch: Seine dreißigjährigen Studien im Lesesaal des British Museum, sein bequemes Leben als von Friedrich Engels ausgehaltener Schmarotzer, seine Zweckheirat mit einer „von“, sein pompöses Begräbnis mit pathetischen Reden an seinem Grabe. All dies war typisch für einen Kleinbürger, der wild gegen die Bourgeoisie gewettert hatte. Der größte Schwindel war sein Kommunistisches Manifest, das eine Krankheit diagnostizierte („Das Proletariat hat keinen Besitz“) und als Heilmittel den Selbstmord verschrieb („Die Theorie der Kommunisten lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Abschaffung des Privateigentums“).

Für das Proletariat war dies ein überdeutlicher Hinweis darauf, dass es vom Kommunismus nichts anderes zu gewinnen hatte als Sklavenketten und dass die revolutionären Ausbrüche, die sich nach der im Januar 1848 erfolgten Veröffentlichung des Manifestes in zahlreichen europäischen Staaten ereigneten, ganz unmöglich das Werk der unterdrückten Massen gewesen sein können. Schon wenige Wochen nach dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests kam es in ganz Deutschland, in Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich und Dänemark zu Revolten. Dies bewies, dass die „Geheimgesellschaften“ dieser Länder den Schulterschluss bereits vollzogen hatten und dass es irgendjemandem gelungen war, die Aufstände zu koordinieren und zu synchronisieren. Die in vielen Ländern zugleich ausgebrochenen Unruhen waren der erste handfeste Beweis für die Existenz einer Weltrevolution.

Man darf getrost davon ausgehen, dass nur eine damals bereits existierende Organisation über jenes internationales Netzwerk verfügen konnte, welches für die Koordination der Revolten unabdingbar war, und bei dieser Organisation konnte es sich einzig und allein um das talmudistische Rabbinertum in Osteuropa handeln. Theoretisch hätte man die riesige Organisation der Katholischen Kirche zu einem solchen Zweck missbrauchen können, doch die Kirche sah in der Revolution ihre Todfeindin und ließ sich unter keinen Umständen vor den Karren der Revolutionäre spannen; in diesem Punkt ist kein Zweifel möglich. Was Disraeli zwei Jahre zuvor gewusst und geschrieben hatte, wurde über Nacht Wirklichkeit: „Die mächtige Revolution, die gegenwärtig in Deutschland vorbereitet wird, entwickelt sich voll und ganz unter der Führung der Juden.“ Karl Marx und sein Kommunistisches Manifest waren die Vorhut eines epochemachenden geschichtlichen Ereignisses: Der Übernahme der Weltrevolution durch das talmudistische Judentum.

Von jenen drei Männern, die sich damals die Rolle eines Revolutionsführers streitig machen, schied einer, Louis Blanc, schon bald aus. Blanc war Mitglied der 1848 im Anschluss an die Revolte in Paris gegründeten provisorischen Regierung und besaß hiermit zumindest theoretisch die Möglichkeit, seine Theorien in die Praxis umzusetzen. Individualismus und Wettbewerb waren für ihn Krebsgeschwüre am Volkskörper; wie Marx schwebte auch ihm die Errichtung eines totalitären Superstaates vor (allerdings in der Form eines „Wohlfahrtsstaates“, wie ihn die britischen Sozialisten ein Jahrhundert später propagierten). Er warb nachdrücklich für ein „Recht auf Arbeit“ (im Russland des 20. Jahrhunderts versteht man darunter das Recht des Staates, seine Untertanen zur Zwangsarbeit abzukommandieren). Während seiner kurzen Amtszeit bemühte er sich, den „Lebensunterhalt der Arbeiter durch Arbeit“ zu garantieren, und wurde dazu ermächtigt, eine Versammlung von Arbeitervertretern einzuberufen, um einen Plan für „Vollbeschäftigung“ zu entwerfen. Diese Organisation war ein Vorläufer der sowjetischen Räte und ist der Hauptgrund dafür, dass man den Namen Louis Blanc heute noch kennt. Nach der Niederschlagung der Revolte floh Blanc nach England; erst dreiundzwanzig Jahre später kehrte er wieder nach Frankreich zurück, spielte fortan jedoch keine bedeutende Rolle mehr.

Somit verblieben nur noch Marx und Bakunin im Rennen. Karl Marx ließ sich in England nieder, als ihm nach den Geschehnissen von 1848 der Boden in Preußen und Frankreich zu heiß unter den Füssen geworden war, und blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1883 dort. Im Gegensatz zu Marx war Bakunin ein Barrikadenstürmer im wortwörtlichen Sinne. Er entstammte der russischen Aristokratie und diente als Offizier in der zaristischen Armee, die er nach der Unterdrückung des polnischen Aufstands von 1830 jedoch verließ. Der Terror im geknechteten Polen flößte diesem jungen russischen Offizier einen grenzenlosen Abscheu vor der Despotie ein, der künftig zum Leitmotiv seines Lebens werden sollte. Nachdem er sich vor 1848 einmal mit Marx getroffen hatte, schilderte er den Unterschied zwischen letzterem und ihm selbst wie folgt: „Marx nannte mich einen sentimentalen Idealisten, und er hatte recht; ich nannte ihn einen eitlen, hinterlistigen und gerissenen Menschen, und ich hatte ebenfalls recht.“

1848 nahm Bakunin in Paris an den Kämpfen teil, und im Mai 1849 gehörte er der provisorischen revolutionären Regierung in Sachsen an, wobei er die Verteidigung Dresdens leitete. Nach dem Sieg der preußischen Truppen versuchte er zu flüchten, geriet aber (gemeinsam mit Richard Wagner) in Gefangenschaft. Er wurde von der sächsischen Regierung zum Tode verurteilt, jedoch begnadigt und nach Österreich überstellt, wo sich dasselbe wiederholte. Anschließend an seine zweite Begnadigung wurde Bakunin ein volles Jahr lang an eine Wand gekettet, ehe man ihn an die russische Regierung auslieferte. Nach sechsjähriger Haft, während der er durch den Skorbut viele seiner Zähne verloren hatte und frühzeitig gealtert war, wurde er in die „relative Freiheit“ Sibiriens entlassen, d.h. verbannt. 1861 gelang ihm nach insgesamt zwölf Jahren Freiheitsentzug die Flucht; über Japan schlug er sich nach Amerika und von dort aus nach England durch. Sein hartes Schicksal hatte ihn nicht zu brechen vermocht: Er agitierte sogleich wieder für die anarchistische Revolution und begründete in der Schweiz seine eigene Internationale (die Alliance Internationale Sociale Démocratique).

Ungefähr zur gleichen Zeit rief Karl Marx in London die International Working Men’s Association ins Leben. Im Verlauf der folgenden Jahre tobte ein erbitterter Kampf zwischen Bakunin und Marx um die Seele der Revolution. Während Bakunin gesamthaft zwölf Jahre in sächsischen, österreichischen und russischen Verließen und anschließend in der Verbannung zubrachte, hatte Marx von London aus seinen Griff um die internationale revolutionäre Organisation gefestigt, wobei ihm zugute kam, dass er wie einst Napoleon in mehreren Ländern über Stellvertreter in Gestalt von Schwiegersöhnen verfügte. Doch genoss Bakunin weiterhin hohes Ansehen, und nach seiner Rückkehr nach England gelang es Marx, der den Generalrat der revolutionären Organisation kontrollierte, lediglich durch eine Reihe von Tricks, seinem Rivalen die Führerschaft über die internationale Bewegung zu verwehren. 1872 berief der Generalrat in Den Haag einen Kongress der Internationalen ein, an dem Bakunin und seine Freunde aufgrund eines von der niederländischen Regierung gegen sie verhängten Einreiseverbots nicht teilnehmen konnten. Bei diesem Kongress wurden gegen Bakunin Vorwürfe von der Art laut, wie sie sechzig Jahre später gegen Kommunistenführer erhoben wurden, die bei Stalin in Ungnade gefallen waren. Der Rat, in dem mehrere von Marx persönlich ausgewählte Männer saßen, stimmte für den Ausschluss Bakunins aus der Internationalen.

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Bakunin starb 1876 in Bern; dem Vernehmen nach setzte er seinem Leben durch die Verweigerung von Nahrungsaufnahme selbst ein Ende. Falls je Hoffnung bestanden hatte, dass es der Weltrevolution gelingen würde, die Tyrannei zu stürzen und die Menschen zu befreien, so starb sie mit Bakunin. Nach seinem Tod festigte sich der jüdische Würgegriff um die revolutionäre Organisation, von dem schon Disraeli gesprochen hatte; ihr Ziel war die Versklavung der Menschen und die Errichtung einer unzerstörbaren Tyrannei. Bakunins Leitmotiv war der gewaltsame Kampf gegen die Unterdrückung gewesen, und der schlimmste Unterdrücker von allen war in seinen Augen der Staat, zu dem er sich wie folgt äußerte: „Der Staat ist nicht die Gesellschaft, sondern lediglich eine historische Form davon, die ebenso brutal wie abstrakt ist. Historisch gesehen entstand er in allen Ländern durch eine Verbindung von Gewalt, Raub, Plünderung, in einem Wort, durch Krieg und Eroberung… Er war von Beginn an, und ist es heute noch, eine Absegnung brutaler Gewalt und triumphierender Ungleichheit. Der Staat ist Autorität; er ist Gewalt; er ist Protzerei mit der Gewalt und Verliebtheit in sie.“

Einen solchen Staat wollte Karl Marx mittels seiner internationalen revolutionären Bewegung begründen, und es sollte ein Weltstaat sein. Als die Rivalität zwischen Marx und Bakunin 1869 ihren Höhepunkt erreichte, tat letzterer dasselbe, was Disraeli schon 1846 und 1852 getan hatte: Er identifizierte die Führer der Weltrevolution als Juden. Hierin sah er den Grund dessen, was er als Pervertierung der revolutionären Idee betrachtete. Seine 1869 geschriebene Polémique contre les Juifs richtete sich in erster Linie gegen die Juden in der Internationalen. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass der vom marxistischen Generalrat verhängte Ausschluss Bakunins aus der Internationalen die unmittelbare Folge dieser Schrift war.

Als Disraeli 1881 starb, waren seit seiner ersten Warnung vor den „Geheimgesellschaften“ 35 Jahre vergangen und auf die erste Warnung waren zahlreiche weitere gefolgt; hier zwei Beispiele:

„Weder das Parlament noch die Bevölkerung, weder die natürliche Entwicklung noch der Gang der Dinge waren dafür verantwortlich, dass Louis Philippe vom Thron gestoßen wurde… Der Thron wurde durch die Geheimgesellschaften überrumpelt, die stets auf der Lauer lagen, um Europa zu verheeren… Wenn sie gemeinsam mit einer großen Volksbewegung agieren, sind sie möglicherweise fähig, die Gesellschaft zu zerstören.“ (1852)

„In Italien gibt es eine Macht, die wir in diesem Haus [dem Unterhaus] selten erwähnen. Ich meine die Geheimgesellschaften. Es ist sinnlos, dies zu leugnen, denn es lässt sich unmöglich verbergen, dass ein großer Teil Europas von einem Netzwerk dieser geheimen Gesellschaften bedeckt ist, genau wie die Oberfläche der Erde jetzt von Eisenbahnlinien bedeckt wird… Sie wollen keine konstitutionelle Regierung; sie wollen keine Verbesserung der Institutionen… sie wollen den Besitz von Grund und Boden ändern, die gegenwärtigen Eigentümer des Bodens vertreiben und den kirchlichen Einrichtungen ein Ende bereiten…“ (1856)

Disraeli erkannte die betrügerische Natur des Liberalismus klar und durchschaute als erster den Schwindel, der sich hinter dieser Bezeichnung verbarg „Die guten Menschen dieses Landes, die so bedacht auf die Mehrung ihres Besitzes und so religiös sind, halten die Manöver jener Männer, die gegen das Eigentum und gegen Christus kämpfen, für einen Fortschritt der liberalen Sache und spenden ihnen Beifall.“

Stünde es in der Macht des Menschen, Katastrophen durch wohlfundierte Warnungen abzuwenden, so hätten die wiederholten Warnrufe dieser einzigartigen Autorität Millionen von Menschen die furchtbaren Leiden erspart, welche die Revolution im 20. Jahrhundert über sie brachte. Dass man Disraelis Warnungen in den Wind schlug, bewies ein weiteres Mal, was sich bereits in allen vorangehenden Jahrhunderten gezeigt hatte, nämlich dass kein auch noch so weiser Ratschlag die Menschen von einem gefahrvollen Unternehmen abzubringen oder sie aus ihrer verhängnisvollen Passivität wachzurütteln vermag. Nur die Erfahrung kann sie zum Handeln bewegen, und an Erfahrungen sind sie im 20. Jahrhundert wahrhaftig reich geworden.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Disraeli ein einsamer Mahner in der Wüste. Da er ein zu hohes Ansehen genoss, als dass man ihn als „Hexenjäger“ hätte etikettieren können, kommentierte man seine Aussagen mit ironischer Herablassung. Laut Hesketh Pearson „dachte man allgemein, er leide an fixen Ideen bezüglich der Geheimgesellschaften, deren Existenz freilich nicht bestritten wurde; doch heute können wir in ihnen die Saat einer Bewegung erkennen, die, nachdem sich ihre endgültige Ideologie herauskristallisiert hatte, in den Kommunismus mündete und als dieser weiterschwelte.“ Diese 1951 geschriebenen Zeilen treffen den Nagel auf den Kopf und entsprechen dem Urteil, das Disraelis Zeitgenosse Benoît Malet gefällt hatte: „Der Kommunismus war die Frucht der Wühlarbeit der Geheimgesellschaften im 19. Jahrhundert.“

Noch vor Disraelis Tod war das, was er zu verhüten versucht hatte, Wirklichkeit geworden: Die „Geheimgesellschaften“ waren zu einer weltrevolutionären Bewegung unter jüdischer Kontrolle zusammengeschweißt worden, die sich anschickte, die Grundfesten des 20. Jahrhunderts zu verminen. Disraelis Charakterisierung dieser Bewegung hätte treffender nicht sein können: Er bezeichnete sie als „Netzwerk“, welches Europa so bedecke, wie die Erdoberfläche gegenwärtig von Eisenbahnlinien bedeckt werde. Wohlinformierte Persönlichkeiten sprachen fortan immer häufiger von einem „Netzwerk“ oder einer „verborgenen Hand“, welche hinter den Kulissen die Fäden ziehe. In den Jahren vor 1848 hatte der ehemalige Rabbiner Drach, der wie Disraeli begriff, was sich da zusammenbraute, den Talmud als Quelle dieser destruktiven Bestrebungen geortet. Ein jüdischer Autor namens Morel schilderte die Verfolgungen, unter denen Drach nach seinen Enthüllungen zu leiden hatte, und fügte hinzu: „Was vermögen die weisesten Maßnahmen der Behörden aller Länder gegen die riesige, permanente Verschwörung eines Volkes, das sich, einem ebenso gewaltigen wie starken Netzwerk gleich, über den ganzen Globus erstreckt und immer dann seine Macht offenbart, wenn etwas geschieht, was die Israeliten tangiert.“

Lassen wir die Chronologie der Ereignisse nochmals Revue passieren. 1772 wurde Polen geteilt, worauf das zuvor zweieinhalb Jahrtausende sichtbar existierende Zentrum der jüdischen Regierung „verschwand“ (Dr. Kastein) oder, wie die russische Regierung glaubte, in den Untergrund abtauchte. 1776 hob Adam Weishaupt seinen Illuminatenorden aus der Taufe. 1846 schrieb Disraeli, die Revolution befinde sich ganz und gar unter jüdischer Führung. 1869 wurde Bakunin aus der Internationalen ausgeschlossen, und diese unterstand fortan Karl Marx und seinen Anhängern. 1917 riss ein fast durchwegs aus Juden stehendes bolschewistisches Regime in Russland die Macht an sich.

Zu diesen Ergebnissen hatte die Abschaffung der Diskriminierungen, unter denen die Juden früher zu leiden hatten, sowie einige wenige Jahrzehnte jüdischer Emanzipation also geführt. Disraeli hatte alles vorausgeahnt. Dass sämtliche zuvor für die Juden gültigen Beschränkungen entfielen, führte nicht etwa dazu, dass diese in ihren Gastvölkern aufgingen, sondern schenkte der „furchterregendsten aller Sekten“ (Bakunin) die Freiheit, eben diese Gastvölker durch die Revolution ins Elend zu stürzen. Die Antworten, die der Sanhedrin zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Napoleons Fragen erteilt hatte, entpuppten sich fünf Jahrzehnte darauf als leere Worthülsen. Die Juden gingen nicht in der Menschheit auf und befolgten die Sitten und Gebräuche der Länder, in denen sie lebten, keinesfalls; im Gegenteil: Ihre Identifizierung mit der Weltrevolution sonderte sie noch stärker von ihrer Umgebung ab, als dies je zuvor der Fall gewesen war. Das Jahrhundert der Emanzipation erwies sich schon lange vor seinem Ende als Schwindel.

Dr. Kastein weist darauf hin, dass der Begriff „Antisemitismus“ im 19. Jahrhundert erfunden wurde. Nun, wo man unmöglich länger von einer „Verfolgung“ der Juden sprechen konnte, bedurfte es eines neuen Ausdrucks, um die Nichtjuden einzuschüchtern und die Juden zu erschrecken, wobei der zweite Zweck noch wichtiger war als der erste. Dies war die Geburtsstunde des „Antisemitismus“. „Abrakadabra“ hätte es genau so getan, denn das Wort „Antisemitismus“ ist eine offenkundige Absurdität. Schließlich sind die Juden in ihrer großen Mehrheit nachweislich keine Semiten, und ihr Gesetz befiehlt ihnen die Vernichtung oder doch zumindest die Vertreibung der wirklichen Semiten (der arabischen Bevölkerung Palästinas). Heutzutage läuft man Gefahr, als „Antisemit“ attackiert zu werden, wenn man Sympathie für diese Semiten äußert, die 1948 von den zionistischen Eindringlingen ihrer Heimat beraubt und großenteils aus ihr verjagt worden sind.

Vermutlich entsprang die Erfindung des Wortes „Antisemitismus“ dem Bestreben, Wörter wie „Juden“ „Judentum“ oder „judenfeindlich“ aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen und die Massen durch die Verwendung eines obskuren Ausdrucks einzuschüchtern. Was die herrschende Sekte unter „Antisemitismus“ verstand, war eine Verbindung von Majestätsbeleidigung (ein Anschlag auf die Würde der Herrschenden) und Ketzerei (eine Versündigung gegen die edelste aller Religionen). Heute, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, sind breite Schichten der Bevölkerung diesem Schwindel auf den Leim gegangen; jene, die in früheren Zeiten respektvoll die Mütze abgenommen hätten, wenn der Gerichtsvollzieher auftauchte, oder sich bekreuzigt hätten, wenn sie ein Priester ansah, verstummen heute ehrerbietig, wenn das Wort „Jude“ fällt, und bemühen sich, einen respektvollen Gesichtsausdruck zur Schau zu tragen.*

Kehren wir noch kurz zu Disraeli zurück. Da dieser seiner Abstammung nach selbst Jude war, hielt er es offenbar nicht für nötig, noch lange zu betonen, dass viele Juden die von ihm geschilderte „mächtige Revolution“ und das von ihm gebrandmarkte „destruktive Prinzip“ ebenso entschieden ablehnten wie er selbst. Dies war damals eine Selbstverständlichkeit, und Disraeli brauchte sich nicht gegen Propagandisten von der Sorte jener zu verteidigen, die ihn heute beschuldigen würden, alle Juden in einen Topf zu werfen, weil er gesagt hatte, die Revolution entwickle sich „unter der Führung der Juden“ und nicht „unter der Führung von Juden“.

Während der Französischen Revolution warnten die seit langer Zeit in Frankreich ansässigen Sepharden vor den ostjüdischen Neuankömmlingen, die im Elsass für Unruhe sorgten. Auch im Folgenden empfanden die sephardischen Juden Westeuropas größtes Unbehagen über den Sturmwind aus dem Osten. Die Emanzipation hatte die Bande unter ihnen gelockert; sie liefen Gefahr, alles zu verlieren, was sie errungen hatten, wenn das destruktive Prinzip, dessen Träger die talmudistischern Ashkenasen des Ostens waren, über den Westen obsiegte.

Es ist durchaus möglich, dass sich Disraelis Warnungen in gleichem oder noch höherem Masse an den damals noch dominierenden sephardischen Teil des Judentums wie an die Nichtjuden richteten. Tatsache ist jedenfalls, dass die Sepharden seine Mahnungen bereitwilliger zur Kenntnis nahmen als die nichtjüdischen Massen, in deren Mitte sie lebten. Ihre Strafe bestand in der Exkommunizierung. Innerhalb von hundert Jahren wurden die Sepharden innerhalb des Judentums zu einer kleinen Minderheit, und es erging ihnen nur wenig besser als den längst „verschwundenen“ zehn Stämmen Israels. Diese Merkwürdigkeit sucht in der Geschichte der Statistik Ihresgleichen.

5. Laut der Jewish Encyclopedia entwickelte sich aus der Kabbala – der im Gegensatz zur Thora nicht schriftlich fixierten, sondern nur mündlich weitergegebenen jüdischen Tradition – ab dem 13. Jahrhundert eine umfassende Literatur, die parallel zum Talmud existierte und diesem widersprach. Nesta Webster verweist allerdings auf eine andere Passage aus der Jewish Encyclopedia , in der es heißt, die Kabbala stehe nicht wirklich im Widerspruch zum Talmud. 

 

Kapitel 22  Die Manager

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum wurde es immer klarer, dass die Weltrevolution unter der Führung von Juden stand, und zwar von Ostjuden oder Aschkenasen. Die westjüdischen Sepharden lehnten die Revolution größtenteils ab, denn diese richtete sich ebenso gegen sie wie gegen die Christenheit; schließlich hatte die Emanzipation dazu geführt, dass sich die Westjuden Europas zunehmend assimilierten und sich aus dem Würgegriff ihrer Führer befreiten. Für letztere war das Aufgehen der Juden in der Menschheit gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer eigenen Machtbasis. Vom Standpunkt des talmudistischen Judentums aus war Segregation folglich unabdingbar und Assimilation tödlich. Deshalb spielten die Führer der Sekte die Trumpfkarte des Ostjudentums aus, und dieses trat zum Zeitpunkt, wo der Auftakt zur Weltrevolution erfolgte, als eigenständige Gruppierung in die Geschichte ein. Zuvor hatte man im Westen lediglich „Juden“ gekannt, worunter man die Sepharden verstand.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts, meint Dr. Kastein, sei es möglich geworden, „von West- und Ostjuden zu reden.“ In Wirklichkeit existierten diese beiden Zweige des Judentums damals bereits ein rundes Jahrtausend nebeneinander; Dr. Kasteins Formulierung bedeutet also, dass die Ostjuden zu jener Zeit als separate Bevölkerungsgruppe in Erscheinung traten und von ihren rabbinischen Führern gegen die emanzipierten sephardischen Juden des Westens und den Westen in seiner Gesamtheit mobilisiert wurden.

Bis dahin hatten die Sepharden nur verschwommene Vorstellungen mit diesen Ostjuden verbunden, und dem christlichen Abendland waren sie gänzlich unbekannt gewesen. Ihr fester Zusammenhalt sowie die Energie, die sich durch die jahrhundertelange absolute Herrschaft der Rabbiner in den Ghettos in ihnen angestaut hatte, machten sie zum Zeitpunkt ihres Eintritts in die abendländische Geschichte zur dynamischsten unter jenen Kräften, welche die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts prägten. Sie waren das ideale Menschenmaterial für die Aufgabe, zu der sie gebraucht wurden. Rassisch gesehen entstammten sie einem barbarischen asiatischen Volksstamm, und die totalitäre talmudistische Diktatur, unter der sie erzogen worden waren, lief jeder anderen Form der orientalischen Despotie mühelos den Rang ab.

Auf dem großen strategischen Schachbrett des 19. Jahrhunderts war den Ostjuden eine doppelte Rolle zugedacht; sie wurden geschickt zur Erreichung von Zielen eingesetzt, die einander scheinbar dermaßen entgegengesetzt waren, dass jeder rationale Beobachter ihre gleichzeitige Verwirklichung für unmöglich erklärt hätte, ehe der Verlauf der Dinge das Gegenteil bewies. In Russland wurden sie als Manövriermasse zur Bekämpfung der Emanzipation benutzt (hätten die emanzipierten Juden Westeuropas gesehen, dass sich die Ostjuden ebenfalls assimilierten, wäre jeder Versuch, diesen Prozess rückgängig zu machen, von vorne herein zum Scheitern verurteilt gewesen). Gegenüber der Außenwelt wurden sie als Opfer einer grausamen „antisemitischen“ Verfolgung dargestellt, obwohl sie sich selbst mit Händen und Füssen gegen Emanzipation wehrten, die man im Westen für sie einforderte.

In Anbetracht der Kontrolle der modernen Medien durch Experten auf dem Gebiet der Massenpropaganda und Massensuggestion ist es durchaus möglich, der Bevölkerung ein völlig falsches Bild der Geschehnisse in anderen Ländern vorzugaukeln und sie dermaßen aufzuhetzen, dass sie den Krieg will. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts begannen die Politiker des Westens die Verfolgung der Juden in Russland anzuprangern, während die russischen Juden unter der Führung der Rabbiner nichts unterließen, um die Emanzipation zu hintertreiben.

Um allfällige Zweifel des Lesers an dem hier skizzierten Bild zu zerstreuen, möchte ich darauf hinweisen, dass die historische Richtigkeit dieser Ausführungen von jüdischen Autoritäten bestätigt wird. So schreibt Dr. Kastein: „Die große Mehrheit der Juden leistete erbitterten passiven Widerstand gegen alle Versuche zur Verbesserung ihres Loses.“ Allerdings war dieser Widerstand keinesfalls nur „passiv“, sondern nahm bisweilen mörderische Formen an.

Dr. Chaim Weizmann ist vermutlich der beste Kenner dieser Epoche, so dass wir sein 1949 erschienenes Buch Trial and Error im Folgenden häufig als Quelle zitieren werden.

Die ghettoisierten Aschkenasen (sowohl die in den kommunistischen als auch die in den zionistischen Organisationen tätigen) wurden dazu angehalten, die Emanzipation mit allen erdenklichen Mitteln, zu denen notfalls auch der Mord gehörte, zu sabotieren, während man in Westeuropa unaufhörlich über ihre Verfolgung zeterte, einerseits zur Einschüchterung und Warnung der Westjuden, andererseits um das christliche Abendland zur Unterstützung der „Verfolgten“ zu ermuntern.

Die nichtjüdischen Politiker des Westens präsentierten ihren Völkern diese Fiktion als lautere Wahrheit. Es war ihnen nämlich nicht entgangen, dass in allen Ländern mächtige Juden dazu imstande waren, Parteien, die ein offenes Ohr für jüdische Anliegen hatten, mit Geld, einer positiven Berichterstattung in der Presse und Stimmen zu unterstützen; als Gegenleistung verlangten sie, dass diese Parteien ihre Stimme für die „verfolgten“ Juden in Russland und für deren „Rückkehr“ nach Palästina erhoben. Dies bedeutete in der Praxis, dass Politiker, die um die Gunst der einflussreichen Juden buhlten, die nationalen Interessen ihres eigenen Landes zwei Dingen unterordnen mussten, die für alle Nationalstaaten zerstörerisch waren: Der Revolution sowie den Bestrebungen, ein Territorium für die „Auserwählten“ zu ergattern. „ Die Demokratie degradiert Staatsmänner zu Politikern“, hatte Disraeli 1870 in Lothar treffend geschrieben.

Mit denselben Mitteln begann man der breiten Öffentlichkeit einen Mythos einzutrichtern, der ungeachtet seiner offenkundigen Absurdität anscheinend unzerstörbar geworden ist: Den Mythos von der unaufhörlichen Verfolgung der Juden und einer dem abendländischen Menschen innewohnende Krankheit namens „Antisemitismus“. Als es gefährlich war, zu glauben, die Welt sei rund, stimmten die Massen der Auffassung zu, dass sie flach sei; ganz ähnlich verhält es sich seit dem 19. Jahrhundert mit der talmudistisch-jüdischen Propaganda. Die Ergebnisse dieser Gehirnwäsche bekommen wir heute zu spüren.

Die Westjuden waren gegenüber diesen beiden Strömungen aus dem Osten weniger empfänglich als die westlichen Politiker. Diese ursprünglichen Juden, in denen die sephardischen Traditionen noch lebendig waren und in deren Adern immerhin noch semitisches Blut floss, integrierten sich immer stärker oder vollzogen zumindest eine Annäherung an ihre nichtjüdische Umwelt, die zu einem steten Abbau der Spannungen führte. Der wachsende Druck aus Russland erfüllte sie mit instinktiver Furcht; sie erinnerten sich an das traurige Ende der glücklichen Jahrhunderte in Spanien und empfanden düstere Vorahnungen über die möglichen Konsequenzen der neuen Entwicklung. Ich erinnere mich aus meiner eigenen Zeit in Europa an das Misstrauen und die Furcht, welche die Westjuden den Ostjuden entgegenbrachten; diese verkörperten für sie das Gespenst einer erzwungenen Rückkehr zu den Ghettos und der absoluten Herrschaft der Rabbiner. Die deutschen Juden begegneten den „Ostjuden“ mit Abneigung, während die Ostjuden, die nach dem Ersten Weltkrieg aus Russland und Polen nach Deutschland abgewandert waren, verächtlich die Nase über „diese Berliner“ (deutschen Juden) rümpften.

Von seinen Festungen im Osten aus benutzte das rabbinische Direktorat diese judaisierten Tataren aus Russland als Rammbock gegen die emanzipierten Juden des Westens und gegen den Westen selbst. Die Geheimnistuerei, mit der das Judentum all seine Aktivitäten umgibt, hat eine genaue Zählung der Juden seit jeher verunmöglicht. Das Fehlen glaubwürdiger Statistiken über die jüdische Bevölkerung erlaubte es der herrschenden Sekte vor einem Jahrhundert, eine erstaunliche biologische Operation in die Wege zu leiten, die heutzutage beinahe abgeschlossen ist: Sie machte fast alle Juden zu Aschkenasen!

Am Ende des 18. Jahrhunderts waren die einzigen Juden, die man im Westen kannte, die Sepharden, die sich auf eine klar umrissene Tradition beriefen. Ihre Geschichte führte von Spanien zurück nach Afrika und verlor sich in der Legende von ihrer Herkunft aus dem Lande Kanaan. Doch im Jahre 1954 sind diese sephardischen Juden von den Führern für zumindest in Europa fast ausgestorben erklärt worden! Damals fand in New York die zweite sephardische Weltkonferenz statt, bei der behauptet wurde, die jüdische Weltbevölkerung belaufe sich auf 11.763.883 Personen, von denen jedoch nur 1.744.883 (oder ca. 15%) Sepharden seien. Lediglich 52.000 dieser Sepharden lebten laut diesem Bericht in der gesamten westlichen Hemisphäre einschließlich Europas.

Für diese wundersame Entwicklung konnten unter keinen Umständen die Geburts- und Sterberaten verantwortlich sein. Ganz offensichtlich wurden die Sepharden wie vor fast dreitausend Jahren die Stämme Israels einfach für verschwunden erklärt, weil sie aufgehört hatten zu glauben, dass das Schicksal ihnen eine andere Rolle zugewiesen hatte als ihren Nachbarn. Zu den Erben Judas wurden die Aschkenasen ernannt, die weiterhin der Überzeugung anhingen, ihre Existenz unterscheide sich grundlegend von der ihrer Umwelt, und das Gebot laute nicht Assimilation, sondern Abgrenzung. Somit sind heute fast alle Juden zu Aschkenasen erklärt worden! Zum zweiten Mal in der jüdischen Geschichte hatten die Weisen von Zion einen großen Teil der Juden mit einem Federstrich aus ihrer Gemeinschaft getilgt. Die Sepharden sind aus demselben Grund exkommuniziert worden wie weiland die zehn Stämme Israels, existieren aber selbstverständlich weiter, teils in ihre Umwelt integriert, teils der ursprünglichen jüdischen Religion immer noch treu ergeben und daher von ihrem Mitmenschen abgesondert.

Dass die Ostjuden um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum als Führer der Weltrevolution in Erscheinung traten, konnte unmöglich auf bloßen Zufall oder irgendwelche individuellen Neigungen zurückzuführen sein; dafür wurden sie viel zu despotisch regiert. Die Herrschaft der Rabbiner im Osten war annähernd absolut, und die ghettoisierten Gemeinden gehorchten den Geboten ihrer Führer in allen Lebenslagen, da sie diese als von Gott eingesetzte Gesetzgeber und Richter anerkannten. In den dreißiger Jahren habe ich in Polen und Ruthenien viele solche ostjüdischen Gemeinden gesehen; sie igelten sich in einem Ausmaß von ihrer Umwelt ab, von der sich ein Mensch aus dem Westen keine Vorstellung machen konnte, ehe er sich mit eigenen Augen davon überzeugt hatte.

Ein massenhafter Übertritt dieser Ostjuden ins revolutionäre Lager (oder jedes beliebige andere Lager) konnte nicht ohne den Segen der Rabbiner erfolgen, denn für Unbotmäßigkeit wurden in diesen Hochburgen des Talmudismus die grässlichsten Strafen verhängt. (In einem früheren Kapitel habe ich eine jüdische Autorität zitiert, der zufolge die Rabbiner bisweilen zur Lynchjustiz ermunterten, wenn die örtlichen Gegebenheiten ihnen die Verhängung der von ihrem Gesetz vorgeschriebenen Todesstrafe verunmöglichten.)6

Unter diesen Umständen wird man davon ausgehen müssen, dass der massenhafte Übertritt der Juden ins revolutionäre Lager auf einen bewussten Entscheid der jüdischen Regierung zurückging, die nach der Ausweisung der Juden aus Spanien nach Polen übergesiedelt und nach der Teilung dieses Landes im Jahre 1772 in den Untergrund abgetaucht war. Vor diesem historischen Hintergrund tritt das dreifache Ziel des großen Plans klar zutage, und die seitherige Entwicklung hat es bestätigt:

– Erstens konnte die Emanzipation der Westjuden, die früher oder später in ihre völlige Assimilation münden musste, durch die Revolution gestoppt und die Vorherrschaft der führenden Sekte innerhalb des Judentums behauptet werden.

– Zweitens konnte mittels der Revolution Rache für die Vertreibung aus Spanien geübt werden, wenn nicht ganz allgemein Rache für die Existenz des Christentums: Schließlich stellt dieses für das Judentum eine immerwährende Provokation dar, auf die der Talmud die Antwort ist.

– Drittens sollte die Revolution die Voraussetzungen für die Erfüllung des Gesetzes schaffen, das die Vernichtung der Heiden und den Triumph des auserwählten Volkes vorsah – oder vielmehr den Triumph der Sekte, die diesen verführerischen Ausdruck benutzte.

Somit wurde ein ehrgeiziges Ziel, das um 500 v. Chr. in einem von primitiven Stämmen bewohnten Gebiet des Nahen Ostens gewisse Chancen auf Verwirklichung besitzen mochte, zur größenwahnsinnigen Agenda in unserer globalen Ära, in der unverhohlen versucht wird, der ganzen Welt das alte Gesetz eines kleinen Stammes aufzunötigen. Als Nichtjude erliegt man nur allzu leicht der Versuchung, dieses Gesetz dem der Thora, d. h. des Alten Testaments, gleichzustellen doch dies wäre ein Irrtum. Das Alte Testament enthält einen achtungsgebietenden Kodex moralischer Gesetze; es hält die Menschen zu guter Nachbarschaft an und spricht von einem „Gebetshaus aller Völker“. Gewiss, dieses Gesetz wurde von Juda verworfen, und in die Thora wurden allerlei Stellen eingeschoben, die es aufhoben, doch immerhin enthält es sowohl Gebote, die zur Rechtschaffenheit mahnen, als auch deren Gegenteil; somit besteht das Alte Testament im Grunde genommen aus zwei Büchern, und jedermann kann selbst wählen, welches für ihn Gottes Wort ist. Genau dies haben die Christen auch getan; sie übernahmen jene Teile der Thora, die für alle Menschen gültig sind, und ignorierten die von den Leviten vorgenommenen Einschübe, welche die moralischen Gebote in ihr Gegenteil verkehren.

In schroffem Gegensatz hierzu leitet sich das jüdische Gesetz, auf das sich die Führer des Ostjudentums stützten, als sie ihre Herde in das revolutionäre Lager trieben, vom Talmud ab, jenem Buch also, von dem Rodkinson gesagt hat, der moderne Jude sei sein Produkt. Der Talmud verkündet keine erhabenen sittlichen Gebote, die für alle Menschen verbindlich sind, sondern entkleidet das Gesetz Mose sämtlicher für die gesamte Menschheit gültigen Bestandteile; er ist somit ein Buch und nicht zwei. Er stellt eine kompromisslose Kampfansage an das Christentum dar; wie der zum Christentum übergetretene ehemalige Rabbiner Drach festhielt, haben „ Konzepte wie Gerechtigkeit, Gleichheit oder Nächstenliebe gegenüber dem Christen nicht nur keine Gültigkeit, sondern stellen ein recht eigentliches Verbrechen dar. Der Talmud verbietet es ausdrücklich, einen Nichtjuden vor dem Tod zu retten… ihm verlorenes Gut zurückzuerstatten, mit ihm Mitleid zu haben etc.“ Dies war das Gesetz, dem die Aschkenasen in ihren Ghettos unterstanden. Unter der straffen Führung der Rabbiner wurden die Aschkenasen zu Ingenieuren der Weltrevolution; laut offiziellen jüdischen Angaben stellen sie heute 85% der jüdischen Weltbevölkerung und sind weitgehend mit „den Juden“ identisch.

Somit schulte eine furchterregende geheime Sekte in Russland, von der die Außenwelt nur wenig wusste, eine kompakte Menschenmasse für den Ansturm auf das christliche Abendland. Im 19. Jahrhundert begann sich die angestaute Kraft dieser Masse zu entladen. Während der nächsten hundertfünfzig Jahre, also bis zur Gegenwart, arbeitete die revolutionäre Kraft mit zunehmendem Erfolg darauf hin, den Westen von innen auszuhöhlen; dabei folgte sie unbeirrbar dem Plan, der erstmals in den Weishaupt-Dokumenten dargelegt worden war, und an ihrer Spitze standen unweigerlich „Männer jüdischer Rasse“. Die Ergebnisse dieser Wühlarbeit liegen auf der Hand: Europa, einst eine Landmasse, die aus wohlhabenden, energischen Nationen bestand, ist heute zur Heimstatt verschreckter Menschen geworden, die versuchen, dem neuen dunklen Zeitalter zu entrinnen und sich wieder zum Lichte vorzukämpfen. Allerdings reichen die Auswirkungen der Revolution weit über Europa hinaus. Das von Disraeli angeprangerte „destruktive Prinzip“ pocht heute in aller Welt gebieterisch an die Tür. Vielleicht muss ein weiteres Jahrhundert vergehen, ehe die von der Leine gelassene zerstörerische Kraft ihre Dynamik verliert und die Aschkenasen wie vor ihnen die Sepharden die Anziehungskraft der Menschheit als unwiderstehlich empfinden; tritt diese Entwicklung ein, ist der Traum der Kabbalisten von der Weltherrschaft endgültig ausgeträumt.

Laut dem Gesetz ist die Zerstörung, welche die Revolution angerichtet hat, kein Zweck an sich, sondern lediglich ein Mittel zum Zweck. Die Vernichtung der nichtjüdischen Nationalstaaten ist nämlich die unabdingbare Voraussetzung für die Errichtung eines triumphierenden Nationalstaates, jenes des auserwählten Volkes im Gelobten Land. Dies ist der Grund dafür, dass in der Mitte des letzten Jahrhunderts im von den talmudistischen Führern kontrollierten Osten, wo die Weltrevolution geboren und erstarkt war, eine zweite revolutionäre Bewegung aus der Taufe gehoben wurde. Bei dieser handelte es sich um den Zionismus, dessen Aufgabe darin bestand, die „Rückkehr“ der Juden nach Palästina sowie die Gründung eines jüdischen Nationalstaats auf palästinensischem Boden zu organisieren. Dieses Ziel ist mittlerweile erreicht: Die „Rückkehr“ hat stattgefunden, und parallel dazu wurden die nichtjüdischen Nationalstaaten teils vernichtet, teils zumindest geschwächt. Die Macht der Sekte hat die Regierungen dieser Staaten korrumpiert, während die Revolution ihre Grundlagen unterminierte.

Dr. Kastein, der behauptet, die jüdische Regierung (das „Zentrum“, das auf eine mehr als zweitausendjährige ununterbrochene Existenz zurückblicken konnte) habe nach der Teilung Polens „zu existieren aufgehört“, räumt nichtsdestoweniger ein, dass ein Jahrhundert darauf eine „jüdische Internationale“ existierte. Im Klartext heißt dies offensichtlich, dass an die Stelle einer jüdischen Herrschaft über Juden eine jüdische Herrschaft über nichtjüdische Regierungen getreten war, und so verhielt es sich in der Tat.

Disraeli hatte von einem „Netzwerk“ revolutionärer Organisationen gesprochen, welche die Erde wie ein System von Eisenbahnschienen bedecke; besser ließe sich der klug ausgetüftelte zerstörerische Mechanismus kaum beschreiben. Um das zweite, noch größere Ziel zu erreichen, bedurfte es freilich noch eines anderen Netzwerks, das die Spitzen der Regierungen umspannte. Obwohl Disraeli das Wort „Netzwerk“ in diesem Zusammenhang nicht benutzte, spielte er darauf an, als er sagte: „Die Welt wird von ganz anderen Personen regiert, als sich jene, die nicht hinter den Kulissen stehen, träumen lassen.“ Gemeint war vermutlich die von Dr. Kastein erwähnte „jüdische Internationale“, eine Liga, an deren Spitze mächtige und reiche Männer standen und die zunächst Könige und Prinzen und dann Präsidenten und Politiker wie Marionetten an ihren Fäden tanzen ließ.

Diese beiden Maschinerien funktionierten in perfekter Synchronisierung und spielten sich gegenseitig die Bälle zu. Bei ihrem Umgang mit der Masse mussten die nichtjüdischen Herrscher angesichts der permanenten Drohung der Revolution einen immer größeren Teil ihrer Macht abgeben, bis sie schließlich stürzten; bei ihrem Umgang mit anderen Ländern sowie in den Kriegen gegen diese wurden sie durch die Macht der Börse gezwungen, den Plan zur symbolischen „Rückkehr“ der Juden zu unterstützen. Nichtjuden fragen sich oft, welches Interesse reiche Männer eigentlich daran haben mögen, Revolutionen zu fördern. Diese Frage hat bereits Disraeli gestellt und gleich selbst beantwortet: Sie wollen das Christentum zerstören. Disraeli wusste, wovon er sprach; für Nichtjuden ist seine Antwort vielleicht leichter verständlich, wenn man ihnen klarmacht, dass sie sich dem talmudistischen Gesetz unterwerfen müssen, welches die Zerstörung der „heidnischen“ Nationalstaaten als Voraussetzung für die triumphierende „Rückkehr“ der Juden in das ihnen verheißene Land vorsieht.

Somit bildet die Geschichte von der Geburt des Zionismus in den russischen Ghettos sowie des raffinierten Zusammenspiels zweier Kräfte, von denen die eine die Herrscher des Westens umgarnte und die andere die Grundfesten der Nationalstaaten untergrub, das nächste Kapitel des Streits um Zion.

6. Noch heute gilt in den jüdischen Gemeinden Amerikas, Englands und anderer westlicher Länder das jüdische Gesetz. 1955 wurde ein jüdischer Händler in Leeds von seinen Stammesbrüdern verdächtigt, einen Teil von 223 alten britischen Panzern, mit deren Verscherbelung er beauftragt war, nach Ägypten verkauft zu haben. Seine Verkäufe an andere Länder gaben zu keinen Klagen Anlass, und nach britischem Gesetz war er befugt, die Panzer an jedes beliebige Land zu verkaufen. Die ihm vorgeworfene Lieferung an Ägypten kam vor ein jüdisches Gericht, dessen Vorsitzender gegenüber der britischen Presse erklärte, wenn der Angeklagte freigesprochen werde, so werde die jüdische Gemeinde das Verdikt anstandslos akzeptieren; stelle sich jedoch heraus, dass er schuldig sei, so verfüge die Gemeinde über angemessene Mittel, um gegen einen Verächter des Gesetzes vorzugehen. Der Ausdruck „Verächter des Gesetzes“ bezog sich auf das rabbinische jüdische Gesetz; somit liefen die Erklärungen des Richters darauf hinaus, dass der Mann im Falle eines Verstoßes gegen dieses bestraft werde, ohne Rücksicht auf seine Schuld oder Unschuld nach dem Gesetz des Landes, dessen Bürger er war.

Dieser Fall ist von allerhöchster außen- und verteidigungspolitischer Brisanz. Weder die Außenpolitik noch die Verteidigungspolitik können in den Dienst der nationalen Interessen gestellt werden, wenn ein bestimmtes Segment der Bevölkerung die Regierungspolitik hintertreiben kann, indem es darüber bestimmt, an welche Länder Waffen geliefert werden dürfen, und „Verächter des Gesetzes“ bestraft. Außergewöhnlich an diesem Fall war freilich nur, dass er überhaupt an die Öffentlichkeit gelangte. Soweit ich es beurteilen kann, erregte er die Gemüter der Öffentlichkeit nicht sonderlich, und wenn er sie doch erregte, durften die Zeitungen nichts darüber berichten. Es war dies ein schlagendes Beispiel dafür, dass jede öffentliche Diskussion über gewisse von den Führern des Judentums unternommene Aktionen sowie jegliche Kritik an letzteren im Jahre 1955 im Westen tabu sind.


Kapitel 23  Der „Prophet“

Das 19. Jahrhundert war Zeuge einer Entwicklung, welche die Erklärungen des Sanhedrin gegenüber Napoleon zum toten Buchstaben werden ließ und unerbittlich auf eine erneute Absonderung der Juden von ihrer Umwelt und die Errichtung eines theokratischen Staates inmitten anderer Staaten zusteuerte – eine Gefahr, von der Tiberius bereits zur Zeit Christi gewarnt hatte. Der Kampf verlief nicht so sehr zwischen „den Juden“ und „den Nichtjuden“; wie in jener fernen Vergangenheit, als es Esra und Nehemiah dank den Soldaten des Perserkönigs gelungen war, den Judäern das „neue Gesetz“ aufzuzwingen, war es weit mehr ein Kampf zwischen manchen Juden und manchen Nichtjuden auf der einen und den übrigen Juden sowie den übrigen Nichtjuden auf der anderen Seite. Dieses scheinbare Rätsel findet seine Lösung darin, dass sich die Herrscher der Nichtjuden wie schon so oft in der Vergangenheit mit der herrschenden Sekte innerhalb des Judentums gegen die jüdischen Massen, aber auch gegen ihre eigenen Völker verbündet hatten, die unter der zerstörerischen Tätigkeit der Sekte zu leiden hatten. Dieses Paradoxon wiederholte sich im 19. Jahrhundert und setzte sich bis in unsere krisengeschüttelte Gegenwart fort, in der alle Nationen aufs Schwerste von dieser Entwicklung betroffen sind.

Genau wie die überwältigende Mehrheit der nichtjüdischen Menschheit wurden auch die emanzipierten Juden des Westens von westlichen Politikern verraten, die sich als eine Art Schweizergarde in den Dienst des Zionismus stellten. Deshalb müssen wir uns nun den „Liberalen“ des 19. Jahrhunderts zuwenden, die dem Zionismus ihre Unterstützung angedeihen ließen und es ihm dadurch ermöglichten, verhängnisvollen Einfluss auf die nationale Politik der Staaten zu gewinnen.

Um sich ein Bild davon machen zu können, welchen Menschenschlag diese „Liberalen“ verkörpern, fängt man am zweckmäßigsten bei ihrem Stammvater an. Der „Prophet“ – denn diese Bezeichnung, die Amos einst erbost von sich gewiesen hatte, beanspruchte er für sich – war Henry Wentworth Monk, ein Mann, den heute nur noch die wenigsten kennen. Er war der Prototyp der amerikanischen Präsidenten und britischen Premierminister des 20. Jahrhunderts und das Urbild eines modernen westlichen Politikers.

Um erschöpfend zu erklären, wie ein solcher Mann überhaupt hochkommen konnte, müsste man sich die hauptsächlichen Ideologien und Impulse des 19. Jahrhunderts vergegenwärtigen. Dieses ist uns noch so nahe, dass man zumindest den Versuch wagen kann. Eine Auswirkung der Emanzipation bestand darin, dass sich jeder Wirrkopf für den Bannerträger einer erhabenen Sache hielt. Die Fortschritte der Druckkunst ermöglichten es auch dem hintersten Schaumschläger, seine fragwürdigen Gedanken zu verbreiten. Die immer schnelleren Transportmittel, mit denen selbst die abgelegensten Gebiete zu erreichen waren, befähigten diese Demagogen dazu, fern von ihrer Heimat nach Anliegen zu suchen, für die es sich ihrer Ansicht nach zu kämpfen lohnte. Unter diesen Umständen konnte sich Verantwortungslosigkeit als christliche Nächstenliebe tarnen, wenn sie den Menschen Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal äthiopischer Waisenkinder vorwarf, und wer konnte die Tatsachen überprüfen? Charles Dickens hat diesen Menschentyp in der Gestalt von Stiggins geschildert, der eine Gesellschaft zur Ausstattung von Negerkindern mit Taschentüchern gründete; Disraeli wies darauf hin, dass das grenzenlose Elend der Bergwerkarbeiter in Nordengland „der Aufmerksamkeit der Gesellschaft zur Abschaffung der Negersklaverei offenbar entgangen ist“.

Die neue Methode, sich werbewirksam ins Rampenlicht zu setzen, war so unwiderstehlich, dass die Kritik eines Dickens oder eines Disraeli jene Schwärmer, die sich durch das verführerische Wort „liberal“ magisch angezogen fühlten, nicht abzuschrecken vermochte. Wie ein Lauffeuer breitete sich unter den Liberalen der Drang nach allerlei Reformen aus; die „Menschenrechte“ mussten durchgesetzt werden, und Missstände, die man im eigenen Land eben abgeschafft hatte, ließen sich unter fernen Völkern mühelos auffinden (je ferner sie waren, desto eifriger warb man für die Abschaffung der Missstände unter ihnen).

Für die Selbstgerechten, die für die anderen nur das Allerbeste wollten, ohne sich darum zu kümmern, welchen Schaden sie mit ihren unbedachten Aktivitäten anrichteten, war ein goldenes Zeitalter angebrochen. Diese Gutmenschen beeinflussten das Denken einer Generation, schufen zugleich aber auch eine regelrechte Industrie, weil ihre Tätigkeit ihnen nicht bloß Berühmtheit, sondern auch handgreifliche materielle Vorteile einbrachte. Im Namen der Freiheit spendeten solche Menschen in unseren Tagen der erneuten Versklavung halb Europas nicht nur Beifall, sondern trugen sogar aktiv dazu bei.

In dieser Zeit (genauer im Jahre 1827) wurde Henry Wentworth Monk geboren. Er erblickte das Licht der Welt auf einem Bauernhof am Ottawa River in Kanada weitab von den Zentren der Zivilisation. Im Alter von sieben Jahren wurde er seiner Familie entrissen und nach England gebracht, wo er die Bluecoat School in London besuchte, eine der strengsten Schulen des Landes, in der vor allem ein alleinstehendes Kind nichts zu lachen hatte. Die Knaben trugen die in den Tagen des Schulgründers (Edward VI.) übliche Kleidung: Einen langen blauen Mangel, eine Priesterkrawatte, gelbe Strümpfe und Schnallenschuhe. Sie lebten wie eine abgesonderte Sekte, wurden karg ernährt, bekamen regelmäßig die Rute zu spüren und mussten die Heilige Schrift fleißig studieren.

Der junge Monk besaß viele emotionale Bedürfnisse, die nach Befriedigung schrien, und sein kindliches Gemüt fand ein ihm angemessenes Betätigungsfeld im Alten Testament, mit dem er sich so intensiv beschäftigte und das er im Licht der modernen Entwicklungen deutete. Mit „schnellen Tieren“, schloss er, hatte Jesaja Eisenbahnen gemeint, und mit „schnellen Boten“ Dampfschiffe. Schon im Kindesalter war er überzeugt, die „Prophezeiungen“ entschlüsseln und Gottes Gedanken zeitgenössisch deuten zu können. Er schlug die Warnungen der israelitischen Propheten und des Neuen Testamentes vor dieser Versuchung in den Wind, und was er „herausfand“, war lediglich die Lehre der levitischen Priesterschaft, wonach die Heiden eines Tages der Vernichtung anheimfallen werden und dem auserwählten Volk im gelobten Land ein Königreich zuteil wird, das über die Welt herrscht.

Die Vorstellung, dass die Zeit reif für die Verwirklichung des göttlichen Plans sei, griff damals auch unter hochgestellten und einflussreichen Persönlichkeiten um sich. Als Monk elf Jahre alt war, regte ein Lord Shaftesbury an, die Großmächte sollten Palästina dem türkischen Sultan abkaufen und den Juden „zurückgeben“. Mit Lord Palmerston besaß England damals allerdings einen Staatsmann, der für derartige Pläne nicht zu gewinnen war, so dass vorerst nichts Konkretes geschah. Doch der junge Monk hatte Feuer gefangen; somit war ein Prophet geboren, der die restlichen sechzig Jahre seines Lebens voll und ganz in den Dienst dieser Idee stellen sollte.

Im Alter von vierzehn Jahren erhielt er einen Sonderurlaub, um einer Predigt des „ersten englischen Bischofs in Jerusalem“ beiwohnen zu können (der Mann hieß Solomon Alexander). Mit leuchtenden Augen kehrte der Knabe in seine Schule zurück; von nun an gab es für ihn kein anderes Ziel mehr, als Palästina für ein ihm gänzlich unbekanntes Volk zu gewinnen, ohne Rücksicht auf die Menschen, die bereits dort lebten. Seine Fixierung auf dieses Ziel hinderte ihn daran, auf dem Bauernhof seines Vaters in Kanada zu bleiben, auf den er zeitweilig zurückgekehrt war, und vereitelte auch seine geplante Weihe zum Geistlichen. Immer und immer wieder vertiefte er sich in das Alte Testament; dieses galt ihm als Code, den er entziffern konnte. Somit verfiel er dem klassischen Irrtum jener, die sich zwar als Christen bezeichnen, ihre Aufmerksamkeit jedoch ausschließlich dem Alten Testament zuwenden und das Neue vergessen. Indem sie von dem Postulat ausgehen, dass die alttestamentarischen Prophezeiungen wortwörtlich in Erfüllung gehen müssen, akzeptieren sie das jüdische Gesetz de facto als politischen Vertrag, der Gott keinerlei Freiheit mehr lässt, es sei denn bezüglich des Zeitpunkts, zu dem er seine Verheißungen wahrmacht. Konsequent durchgedacht, führt dieser Gedankengang zur Verneinung des Christentums und alles Göttlichen, und es kann leicht passieren, dass jemand, der so denkt, sich selbst für Gott hält. Diesem fatalen Irrtum sind alle führenden Politiker des Westens in unserem Jahrhundert aufgesessen, und Monk war ihr Prototyp.

Selbst im abgelegenen Kanada stieß er auf andere Propheten. Zu diesen gehörte ein amerikanischer Jude namens Major Modechai Noah, der auf einer Insel im Niagarafluss eine „Fluchtburg“ für die Juden errichten wollte, ehe sie ins gelobte Land „zurückkehrten“; vor wem amerikanische Juden vor ihrer Auswanderung nach Palästina wohl flüchten mussten, wusste nur er allein. Ein Warder Cresson, erster amerikanischer Konsul in Jerusalem, erwärmte sich dermaßen für die „Heimkehr“ der Juden, dass er zum jüdischen Glauben übertrat und ein Buch mit dem Titel Jerusalem, The Centre and Joy of the Whole World (Jerusalem, das Zentrum und die Freude der ganzen Welt) schrieb. Nach seiner Rückkehr nach Amerika ließ er sich von seiner nichtjüdischen Frau scheiden, nahm den Namen Michael Boas Israel an, trat abermals die Fahrt nach Palästina an und ehelichte dort eine jüdische Maid, mit der er sich nur per Handzeichen verständigen konnte.

Diese Vorbilder beflügelten Monks Eifer noch. Er beschloss, nach alttestamentarischer Tradition sein Haar nicht mehr zu schneiden und keinerlei Schmuck mehr zu tragen, bis Zion „wiederhergestellt“ war. Da er mit ungemein üppigem Haarwuchs gesegnet war, sah er schon bald wie ein struppiger Waldmensch aus. Er verkaufte seinen bescheidenen Besitz, und da er fortan nie mehr einer bezahlten Arbeit nachging, war er bis zum Ende seiner Tage auf Sponsoren angewiesen. Mit sechsundzwanzig Jahren trat er die Reise nach Jerusalem an, das er nach großen Strapazen erreichte, doch da er einen schäbigen und ungepflegten Eindruck hinterließ, fand er mit seiner Botschaft dort herzlich wenig Gehör.

Nur einer schicksalhaften Begegnung war es zu verdanken, dass Monk zu diesem Zeitpunkt nicht in der Versenkung verschwand. In unserem Jahrhundert der Weltkriege und Langstreckenraketen neigen wir dazu, das neunzehnte Jahrhundert als verhältnismäßig stabile und friedliche Zeit zu betrachten, in der keine Weltuntergangsstimmung herrschte, doch wer sich näher mit seiner Geschichte, und insbesondere dem Streit um Zion, befasst, entdeckt zu seiner Verwunderung, wieviele gebildete Männer permanent in Furcht und Schrecken lebten, da sie der Ansicht waren, sie könnten der Vernichtung nur entrinnen, wenn ein gewisser Teil der Weltbevölkerung auf arabisches Territorium umgesiedelt werde. So kreuzte sich der Pfad unseres Propheten mit dem eines anderen Mannes, der denselben bizarren Vorstellungen anhing.

In Jerusalem tauchte ein junger englischer Mann namens Holman Hunt auf. Auch er war bereit, alles für eine „Sache“ zu geben; wie so viele junge Künstler fühlte er sich den Kunstakademien verkannt, was ihn in einen permanent gereizten Zustand versetzte. Hunt war gesundheitlich angeschlagen und befürchtete, früh sterben zu müssen (er wurde dann dreiundachtzig). Er hatte soeben ein Bild mit dem Titel Das Licht der Welt vollendet, auf dem Jesus mit der Laterne in der Hand vor dem Tor des Sünders zu sehen war, als er auf den bärtigen Monk aufmerksam wurde. Nachdem ihm der Prophet seine Idee dargelegt hatte, der Menschheit (einschließlich der Akademiker) ihre baldige Vernichtung in Aussicht zu stellen, wenn sie nicht tat, was ihr die Propheten geboten hatten, war er sofort Feuer und Flamme.

So schmiedete dieses Tandem, der Prophet und der Künstler, einen Plan, um die gleichgültige Welt wachzurütteln. Monk erklärte dem Maler, der „Sündenbock“ sei das Symbol für die Verfolgung der Juden durch die Menschheit, worauf sie sich darauf einigten, dass Hunt ein Bild des „Sündenbocks“ malen und Monk gleichzeitig ein Buch schreiben sollte, in dem er darlegte, dass es an der Zeit war, den Verfolgten ihre alte Heimat zurückzugeben und so dafür zu sorgen, dass die Prophezeiung in Erfüllung ging.

Die Wahrheit sah freilich ein wenig anders aus. Der „Sündenbock“ war nämlich nichts anderes als eine listige Erfindung der Leviten, die den Priester dazu ermächtigte, die Gemeinde von ihren Sünden zu befreien, indem er zwei Zicklein nahm, von denen er das eine schlachtete und das andere in die Wildnis trieb, damit es durch seine Leiden alle Verstöße und Sünden der Juden auf sich nahm und sie dadurch entsühnte. Der Prophet und der Künstler verkehrten dieses Symbol in sein Gegenteil: Aus dem Sündenbock für die Verstöße der Juden gegen das Gesetz wurde ein Symbol für die Juden selbst, und aus den Peinigern des Sündenbocks wurden die Goyim, welche die Juden unterdrückten!

Holman Hunt machte sich mit Feuereifer an die Arbeit, die für ihn ein echtes Vergnügen war, denn erstens konnte er nun durch die Schaffung eines tiefsinnigen Gemäldes die Akademie, die sein Genie verkannt hatte, widerlegen, und zweitens diente er damit einer „Sache“. Sein Bild würde aussagekräftiger sein als alle Worte, und bald würde ihm Monks Buch folgen, die Interpretation des von ihm dargestellten Symbols. Wenn die Welt erst den „Sündenbock“ zu Gesicht bekam, würde Monk endlich Gehör finden; die Menschen würden ihre Sünde erkennen und Buße tun.

Die Beduinen sahen Hunt, wie er, in arabische Kleidung gehüllt, Pinsel und Gewehr in der Hand, eine weiße Ziege zum Toten Meer trieb. Dort malte er ein ausgezeichnetes Bild eine Ziege (genauer gesagt, von zwei Ziegen, denn die erste starb und musste ersetzt werden). Zur Steigerung des Effekts schuf Hunt eine Hintergrundkulisse in Gestalt eines Kamelskeletts, das er aus Sodom herbeischaffen ließ, und eines Ziegenschädels. Das Gemälde stellte das Leiden des Tieres eindrücklich dar und erweckte den Eindruck, dass die Leviten nicht nur furchtbar grausam, sondern auch Betrüger gewesen waren, denn nur solche konnten dem Volk weismachen, durch die Qualen einer Ziege würden sie von ihren Sünden gereinigt. Hunt nahm sein Kunstwerk nach England mit und gelobte gemeinsam mit Monk, für „den Wiederaufbau des Tempels, die Abschaffung des Krieges zwischen den Menschen und das Kommen des Königreichs Gottes auf Erden“ zu wirken. Vermutlich hat kein anderer Maler mit der Schaffung eines Gemäldes je so ehrgeizige Ziele verfolgt…

Inzwischen hatte Monk sein Buch Simple Interpretation of the Revelation (Einfache Deutung der Offenbarung) fertig geschrieben, und das gemeinsame Unterfangen war abgeschlossen; nun war es an der Welt, darauf zu reagieren. In seinem Buch (dem später noch weitere folgten) unternahm Monk den Versuch, levitische Politik und christliche Lehre miteinander zu versöhnen. Der Ausgangspunkt seiner Argumentation war historisch durchaus einleuchtend: Er wies zu Recht darauf hin, dass die zehn Stämme nicht einfach ausgestorben, sondern in der Menschheit aufgegangen waren. Aus dieser Tatsache entwickelte er nun seine Interpretation, der zufolge die „wahren Israeliten“ (Juden und Christen) nach Palästina auswandern und dort einen Musterstaat gründen sollten; in diesem Punkt wich er also klar vom orthodoxen Zionismus ab. Wenn dies erfolgt sei, argumentierte er demagogisch, werde es keinen Krieg mehr geben. Als nächstes legte er seine eigentliche Kernidee dar (woher er sie bloß hatte?): Jerusalem sollte zum Sitz einer Weltregierung werden. Diese Forderung nahm einen zentralen Gedanken des Zionismus vorweg.

Dass Monk sein Buch überhaupt publizieren konnte, verdankte er einem Mann, den er durch Hunt kennengelernt hatte, dem berühmten Kunstkritiker John Ruskin, der den Verleger Constable dazu überredete, das Opus zu drucken. Genau wie Hunts Gemälde blieb dieses freilich völlig unbeachtet, doch Ruskin griff dem Propheten finanziell unter die Arme und bewahrte ihn somit davor, in Vergessenheit zu geraten.

Auch Ruskin hatte schon früh unter Zwangsvorstellungen gelitten und war mit sich und der Welt unzufrieden. Wie Wilkie Collins, ein an und für sich solider Schriftsteller, der sich nicht damit zufrieden gab, gute Romane zu schreiben, sondern vergeblich versuchte, Dickens nachzueifern und moralische Empörung zu erwecken, hielt sich auch Ruskin nicht an die alte Volksweisheit „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, sondern war allzeit bereit, alles, was nach einer moralischen Sache aussah, ungeprüft zu fördern. Wie Monk hatte er sich in seiner Kindheit intensiv mit dem Alten Testament beschäftigen müssen (dafür sorgte seine puritanische Mutter, die jeden seiner Schritte lenkte), und er verliebte sich mehrmals in junge Frauen, die seine Gefühle nicht erwiderten und ihn dies auf bisweilen demütigende Weise spüren ließen. Deshalb suchte er stets nach einem Ventil für die Emotionen, die sich in ihm angestaut hatten. Er fürchtete sich vor dem Leben und der Zukunft: die unablässigen Warnungen der Propheten vor dem Zorn Gottes, der sich eines Tages über die Menschheit entladen werde, verstärkten seine Angstzustände noch und bewogen ihn dazu, die Faust in der Tasche zu ballen. Er fand eine große Zuhörerschaft und verfiel demselben antichristlichen Irrtum wie Monk und Holman; Wie sein Biograph Hesketh Pearson in seinem 1952 erschienenen Buch The Man Whistler schreibt, „erlag er der allen falschen Propheten eigenen Wahnvorstellung, sein Wort sei Gottes Wort“, und seine Urteilskraft ließ zusehends nach. Ruskin war es, der dem Propheten Monk die Möglichkeit verlieh, weiter durch die Welt zu ziehen und seine Botschaft zu verkünden.

Nach dem Fiasko mit Monks Buch unternahm Hunt einen neuen Anlauf. Er begann an einem Gemälde zu arbeiten, auf dem Jesus zu sehen war, wie er in der Synagoge die Prophezeiungen über den Messias vorlas und verkündete, der Messias sei er selbst. Um keine Zweifel an der Aussage des Bildes aufkommen zu lassen, benutzte er Monk als Modell für seine Jesusgestalt; die entrüstete Ablehnung Jesu durch die Schriftgelehrten symbolisierte die Verwerfung des Propheten durch die Welt. Eine experimentelle Vorstufe des Bildes befindet sich in der National Gallery in Ottawa; auf ihr ist Monk zu erkennen, wie er in der einen Hand eine Bibel hält (diese ist offen und zeigt das Buch der Offenbarung) und in der anderen eine Ausgabe der Londoner Times . (Als ich auf dieses Kunstwerk stieß, arbeitete ich in Montreal, wo ich mich wie ein Mönch eingeschlossen hatte; die Schwierigkeit und die überwältigende Bedeutung der Aufgabe, der ich mich verschrieben hatte, lasteten zentnerschwer auf mir, doch als ich dieses Bild entdeckte, vernahmen meine Nachbarn zu ihrem Erstaunen, dass in der üblicherweise mäuschenstillen Kammer, in der ein ehemaliger Times-Korrespondent über seinen Wälzern hockte, ein homerisches Gelächter erscholl.)

Nun zeigte der alte Adam sein vertrautes Gesicht: Nachdem es Hunt gelungen war, ein Bild mit dem Titel The Finding of Christ in the Temple für 5.500 Pfund zu verkaufen, schmolzen seine Ressentiments gegen das Leben und die Kunstakademien jäh dahin. Er wurde von Gesellschaftslöwen wie Val Prinsep und Tennyson eingeladen und konnte den struppigen Propheten Monk unmöglich in diese erlauchten Gemächer mitnehmen. Ruskin litt wieder einmal an Liebeskummer und wurde von nagenden Zweifeln befallen. Dennoch nahmen diese beiden sesshaft gewordenen Männer die Warnungen des Propheten, der ihnen mit Vernichtung drohte, wenn sie nicht schleunigst die Übersiedlung der Juden nach Palästina bewerkstelligten, weiterhin sehr ernst. Bis zum Überdruss wiederholte Monk, „der Tag“ stehe kurz bevor; er untermauerte diese Behauptung jeweils mit dem Hinweis auf irgendeine kriegerische Auseinandersetzung in Afrika, in Kleinasien, auf dem Balkan oder in Europa, die angeblich das Ende der Welt ankündigte, und an kriegerischen Konflikten kleineren Umfangs herrschte nie Mangel. Schließlich heckten Hunt und Ruskin einen Plan aus, der dazu angetan war, ihre Ängste zu lindern, ihr Gewissen zu beruhigen und den Propheten zum Schweigen zu bringen: Sie forderten ihn auf, nach Jerusalem zurückzukehren und wie einst Sabbatai Zvi das unmittelbar bevorstehende Tausendjährige Reich zu verkünden.

Der Prophet saß bereits auf gepackten Koffern, als der nächste Krieg ausbrach – zu Monks Verstörung allerdings nicht an einem jener Orte, wo er laut seiner Entzifferung der alttestamentarischen Prophezeiungen eigentlich hätte ausbrechen müssen, um das Ende der Tage einzuläuten, sondern in Amerika, jenem Erdteil also, aus dem seinen Interpretationen zufolge die Rettung kommen sollte!

Nachdem er wieder einmal über die Bücher gegangen war, erklärte Monk, er habe den Fehler in seinen Deutungen entdeckt: Der amerikanische Bürgerkrieg sei in der Tat das Ereignis, welches das Ende der Tage ankündige. Nun war es wirklich an der Zeit, in Sachen Palästina aktiv zu werden, und zwar sofort! John Ruskin versicherte ihn der nötigen Unterstützung: Wenn Monk wirklich ein Prophet sei, solle er sich vor seiner Umsiedlung nach Jerusalem schleunigst nach Amerika begeben und den Himmel um ein Zeichen bitten, das den Krieg beenden werde. Er, Ruskin, sei bereit, die Reise zu finanzieren. So zog der Prophet aus, um dem amerikanischen Bürgerkrieg ein Ende zu bereiten.

Gemäß damaliger Tradition musste jeder Bürger Gelegenheit haben, einem republikanischen Präsidenten persönlich ein Anliegen zu unterbreiten, so dass Abraham Lincoln drei Tage pro Woche von Audienzen in Anspruch genommen wurde. Eines schönen Tages machte ihm der Prophet seine Aufwartung; ihm folgte ein Schwarm von Leuten, die den Präsidenten um Hilfe bitten, ihm irgendwelche Petitionen unterbreiten oder ihn einfach einmal persönlich zu Gesicht bekommen wollten.

Die Gestalt, die Lincoln wie durch ein dichtes Gestrüpp hindurch anstarrte, erweckte seine Neugier; er erkundigte sich, wer dieser Besucher denn sei, und erfuhr, dass es sich um einen Kanadier handelte, der gekommen war, um den Krieg zu beenden. Auf die Frage des Präsidenten, mit welchen Mitteln dies denn zu erreichen sei, regte der Prophet an, der Süden solle seine Sklaven gegen Entschädigung freilassen und der Norden als Gegenleistung in die Sezession (Abtrennung) des Südens einwilligen. Dieser Vorschlag „schien den Präsidenten zu amüsieren“ (Monk). „ Betrachtet ihr Kanadier meine Erklärung über die Emanzipation der Neger nicht als großen Schritt in Richtung auf den sozialen und moralischen Fortschritt der Welt?“ wollte Lincoln wissen.

Monk erwiderte, dies sei nicht genug. „Warum soll auf die Emanzipation des Negers eigentlich nicht ein noch viel wichtigerer Schritt folgen: Die Emanzipation des Juden?“ fragte er. Da der Jude in Amerika längst emanzipiert war, reagierte Lincoln mit ungläubiger Verwunderung: „Der Jude? Warum der Jude? Ist der etwa nicht schon frei?“

„Gewiss, Herr Präsident, der amerikanische Jude ist frei und der britische desgleichen, nicht aber der europäische“, erwiderte Monk. „Wir in Amerika leben so fern vom Rest der Welt, dass wir blind gegenüber dem sind, was in Russland und Preußen und der Türkei vor sich geht. Es kann keinen dauerhaften Frieden auf Erden geben, ehe die zivilisierten Nationen, hoffentlich unter der Führung Großbritanniens und Amerikas, Sühne für das leisten, was sie den Juden in zweitausend Jahren der Verfolgung angetan haben, indem sie ihnen ihre nationale Heimstatt in Palästina wiedergeben und Jerusalem zur Hauptstadt eines wiedervereinigten Christentums machen.“

Bezeichnenderweise war Monk wie fast alle „Liberalen“, die so argumentierten, nie in seinem Leben in Russland oder Preußen gewesen, und von der Türkei kannte er nur deren palästinensische Provinz. In Russland sträubte sich das talmudistische Rabbinat mit Händen und Füssen gegen die Emanzipation; zwei Jahre vor Monks Treffen mit Lincoln war Zar Alexander II. ermordet worden, nachdem er die Verabschiedung einer Verfassung angekündigt hatte, welche die Gründung eines Parlaments vorsah. In Preußen waren die Juden bereits emanzipiert und wurden deshalb von den russischen Juden angegriffen; in der Türkei wurden alle unterworfenen Völkerschaften gleichermaßen und unparteiisch unterdrückt, und die türkischen Juden lebten größtenteils bereits in Palästina, so dass keinerlei Notwendigkeit vorlag, sie dorthin zu verfrachten.

In Lincolns Tagen war die Vorstellung, Kriege dürften nur noch darum ausgefochten werden, um die Gründung eines Judenstaates in Palästina zu ermöglichen, noch neu (heute ist sie de facto längst akzeptiert, wie die beiden Weltkriege gezeigt haben), und der Präsident reagierte abermals mit Verwunderung.

In Amerika tobte damals einer der grausamsten Kriege, welche die abendländische Welt je gesehen hatte. Als phantasiebegabter Mann, der wusste, wie man ungebetene Gäste mit einem Minimum an Grobheit loswird, verabschiedete Lincoln den Propheten mit einem gutmütigen Scherz: „Der Arzt, der meine Füße behandelt, ist Jude“, sagte er, „und er hat mir so oft wieder auf die Beine geholfen, dass ich durchaus gewillt bin, seinen Glaubensgenossen Beine zu machen, damit sie nach Palästina auswandern können.“ Er rief Monk in Erinnerung, dass in Amerika ein blutiger Krieg wütete, und bat ihn, dessen Ende abzuwarten; „dann dürfen wir wieder Visionen haben und Träume träumen“. (Ob Lincoln diese Formulierung wohl zufällig gewählt hat? Er war bibelfest genug, um zu wissen, welches Schicksal das Alte Testament „falschen Propheten und Träumern von Träumen“ weissagt.)

Monk kehrte nach London zurück, und Ruskin zahlte ihm die Reisekosten nach Palästina, wo er allerdings gleich nach seiner Ankunft als lästiger Ausländer wieder abgeschoben wurde. Man schrieb mittlerweile das Jahr 1864. Da Monk keinen roten Heller besaß, verdingte er sich als Seemann auf einem Frachter, der nach Boston fahren sollte, jedoch kurz vor dem Erreichen seines Bestimmungsortes kenterte, so dass der Prophet das letzte Stück Atlantik schwimmend hinter sich bringen musste. Er wurde blutend und halbnackt an Land gespült; ein Bauer, der ihn im Halbdunkel zu Gesicht bekam, hielt ihn für einen Bären und brannte ihm gleich eine Kugel auf den Pelz. Die Aufregungen waren für den Propheten zu viel: Er verlor sein Gedächtnis und begann irre zu reden. In diesem Zustand wurde er nach Großbritannien zurückgeschafft. Nach einigen Jahren erholte er sich wieder, und alsbald übermannten ihn die alten Wahnvorstellungen. Der von ihm so hartnäckig prophezeite „letzte Tag“ war immer noch nicht eingetroffen; der Planet Erde zog nach wie vor seine althergebrachte Bahn. Ein weiteres Mal ging Monk über die Bücher und entdeckte, dass er sich geirrt hatte, als er die Vereinigung von Juden und Christen sowie die Errichtung eines Weltstaates mit Jerusalem als Hauptstadt forderte. Er begriff nun endlich, was Gott den Propheten zufolge tun musste: Er musste zuerst dafür sorgen, dass die Juden die Herrschaft über Palästina errangen, und dann eine weltweite Organisation gründen, welche die Macht besaß, alle Völker zur Befolgung ihres Gesetzes zu zwingen.

Nach jahrzehntelangen Irrungen und Wirrungen war Monk also mehr oder weniger zufällig über den politischen Plan zur Weltherrschaft gestolpert, der bereits im Alten Testament dargelegt wird, glaubte jedoch weiterhin, den Willen Gottes zu deuten. Nichts weist darauf hin, dass er je in Berührung mit den Eingeweihten und Illuminaten des Großen Plans gekommen wäre. Das einzige jüdische Geld, das er nachweislich erhalten hat, war eine milde Gabe in Höhe von fünf Pfund „für den Fall, dass Sie persönlich knapp dran sind“. Er verkehrte stets im Dunstkreis nichtjüdischer „Liberaler“, die sich von seinen Weissagungen beeindruckt zeigten, und lebte auf deren Kosten.

Im Ottawa-Tal, wohin er sich zurückgezogen hatte, schenkte ihm niemand irgendwelche Beachtung, doch im Jahre 1870 erhielt seine Hoffnung, dass der Tag des Gerichts nahe war, durch einen gewaltigen Waldbrand, den er als Zeichen des Himmel deutete, neuen Auftrieb. Zwei Jahre darauf gelang es ihm irgendwie, nach London zurückzukehren und wieder zu Hunt und Ruskin zu stoßen, die ihn für tot gehalten hatten. Ruskin machte damals gerade einer Dame namens Rose La Touche den Hof, so dass er kein Ohr für die Warnungen des Propheten hatte und diesem schrieb: „Ich anerkenne, dass vieles von dem, was du sagst, wundervoll ist, kann aber einfach nicht glauben, dass du so viel von Gott verstehst, wenn du so wenig vom Menschen verstehst… Mir kommt es so vor, als seist du verrückt, denn ich sollte wissen, dass ich womöglich selbst verrückt bin“ (diese letzten Worte waren unglücklicherweise prophetischer Natur).

Solche Mahnungen waren für den Propheten nichts Neues. Seine Verwandten und Freunde hatten ihn geradezu angefleht, einen Blick auf die Zustände in seiner Heimat zu werfen, wenn er die Menschheit wirklich verbessern wolle: Das Los des kanadischen Indianers, aber auch des weißen Kanadiers, war der Verbesserung dringend bedürftig. Einem Mann, der im Besitz des Schlüssels zum Verständnis der göttlichen Weissagungen war, galten dergleichen Anregungen jedoch als pure Gotteslästerung. Monk verfasste mehrere Schriften, in denen er für die Gründung eines Fonds warb, der die Rückkehr der Juden nach Palästina finanzieren sollte. Hierbei stützte er sich auf eine Idee Ruskins, der damit freilich die Entwicklung seines eigenen Landes im Auge gehabt hatte: Die Reichen sollten ein Zehntel ihres Einkommens abgeben, um die wilden Gegenden Englands urbar zu machen. Monk wollte den Zehnten hingegen für eine bessere Sache aufwenden: Die „Rückkehr“!

Damals (im Jahre 1875) wurde Ruskin wieder einmal von heftigen Depressionen gequält, denn erstens war Rose La Touche gestorben, und zweitens zeichnete sich am Horizont ein neuer Krieg ab, diesmal zwischen Großbritannien und Russland. Ganz offensichtlich hatte der Prophet recht gehabt: Der Tag des Gerichts war in der Tat nicht mehr fern! Ruskin unterzeichnete Monks Manifest und zahlte ein Zehntel seines Vermögens in den vom Propheten gegründeten Fonds ein; Palästina sollte dem Sultan abgekauft werden, während die wilden Gebiete Englands auch weiterhin ihrer Urbarmachung harrten. Wenn diese erste Etappe abgeschlossen war, sollte ein Kongress aller Nationen eine Weltföderation mit Jerusalem als Hauptstadt ausrufen.

Somit hatte der Prophet wieder festen Boden unter den Füssen. Unterstützung erhielt er auch von Laurence Oliphant, einem Salonlöwen der Viktorianischen Epoche, den er in Amerika zufällig kennengelernt hatte. Oliphant war ein Mensch ganz anderen Schlages, ein kühner, zynischer und waghalsiger Abenteurer. Die Idee, Palästina zu kaufen, sagte ihm durchaus zu, doch gab er sich keinen Illusionen hin. In einem Brief an Monk hielt er fest: „Jede beliebige Geldsumme kann dafür aufgebracht werden, da die Menschen glauben, hiermit der Erfüllung einer Prophezeiung Vorschub zu leisten und das Weltenende näher zu bringen. Ich weiß nicht, warum sie letzteres so dringend herbeisehnen, doch erleichtert es die kommerziellen Spekulationen.“ Wie wir bald sehen werden, machte Oliphant kein Hehl aus seiner Verachtung für die Botschaft des Propheten.7

1880 war Hunt, dessen Gesundheit immer mehr nachließ, so verstört über kleine kriegerische Episoden in Ägypten und Südafrika, dass er den Weltuntergang für unmittelbar bevorstehend hielt und gemeinsam mit Monk ein Manifest veröffentlichte, das die Pläne unseres Jahrhunderts für eine zionistisch kontrollierte Weltregierung vorwegnahm. Es trug den Titel Die Abschaffung des internationalen Krieges und rief alle Menschen guten Willens dazu auf, ein Zehntel ihres Einkommens für die Verwirklichung des „Königreichs Gottes“ zu spenden, das die Form einer Weltregierung mit Sitz in Palästina aufweisen und den Namen Die Vereinten Nationen tragen sollte. Das Geld sollte an Herrn Monk gehen, damit er Palästina kaufen konnte.

Dies war jedoch bereits der Schwanengesang des Projekts. Ruskin, der sein Ende nahen fühlte, lehnte jede künftige Unterstützung des phantastischen Plans schroff ab. Auch Oliphant wandte sich von Monk ab, und die „Bank of Israel“ blieb ein Luftschloss. Butler wies dem Propheten die Tür. Selbst Holman Hunt drängte diesen schließlich, zu predigen, „dass es einen Gott im Himmel gibt, der jedermann auf Erden richten wird “, und nicht länger so zu tun, als sei er, Monk, mit dem Herrgott identisch. Ganz ähnlich äußerten sich die Juden: „ Das Land unserer Vorväter ist tot, und Palästina ist sein Grab… Jeder Versuch, aus dem heutigen, vielsprachigen Volk des Judentums eine Nation zu machen, wäre von vorneherein zum Scheitern verurteilt.“

Doch Monk war unverbesserlich. 1884 kehrte er zum letzten Mal nach Ottawa zurück und verbrachte seine letzten Jahre damit, die Mitglieder des kanadischen Unterhauses mit seinen Reden und Traktaten zu belästigen, wenn sie zwischen den Parlamentsessionen im Garten am Ottawa-Fluss saßen. Sie hörten ihm mit spöttischer Nachsicht zu. Sechzig Jahre später würden kanadische Minister in Ottawa und New York all das, was Monk gesagt hatte, zu unangreifbaren Prinzipien der großen Politik hochjubeln, und kein Abgeordneter würde es wagen, Einwände gegen diese Sicht der Dinge zu erheben.

Monks Leben war eine Kette von Fehlschlägen, die durch keinen wahren Glauben und durch keine echte Mission gemildert wurden. Wenn wir so ausführlich auf diesen Mann und sein Wirken eingegangen sind, dann um zu zeigen, wie verkehrt und töricht der Große Plan damals anmutete und wie schwer die Menschen irrten, die sich vor dem Hintergrund der Verhältnisse im 19. Jahrhundert für seine Verwirklichung einsetzten. Wie verhängnisvoll die Vorstellung von einer zionistisch gesteuerten despotischen Weltregierung ist, wird sofort klar, wenn man sie von derselben Perspektive aus betrachtet wie Monk und seine Mitstreiter. Das Ganze wirkt dann wie eine groteske Komödie, eine Farce, nicht so sehr, weil es mit einem Fehlschlag endete, sondern weil dieser Fehlschlag von Anfang an feststand. Die von Monk und Konsorten geschmiedeten Pläne besaßen nicht den Hauch einer Chance auf Erfolg, weil ihre Urheber sich offensichtlich keine Gedanken über die Folgen gemacht hatten, die sie nach sich ziehen mussten; hätten sie dies getan, so hätten sie sogleich begriffen, dass ihr Projekt nur mit einer Katastrophe enden konnte. Da zu jener Zeit Meinungsfreiheit herrschte und der Öffentlichkeit die Möglichkeit offenstand, sich objektiv zu informieren, wirkten diese Männer wie Narren und hinterließen in den Korridoren der Zeit nichts weiter als das gedämpfte Echo ihrer bizarren Tiraden.

Nichtsdestoweniger wurde das damals so ruhmlos gescheiterte wahnwitzige Projekt den Völkern in unserem Jahrhundert als ernsthaftes und dringliches Unterfangen präsentiert, das über den Bedürfnissen der Nationen stehe. Nicht genug damit: Es wurde für sakrosankt erklärt; jede freie Diskussion darüber wurde durch ein ungeschriebenes Gesetz, die sie für häretisch erklärte, bereits im Keim erstickt, und hinter dieser Palisade verklärten die Politiker des Westens den irren Plan des Propheten Henry Wentworth Monk zum unumstößlichen moralischen Prinzip. Wir wissen nicht, in welchem Sektor des Jenseits John Ruskin und Holman Hunt heute weilen, doch jedenfalls können diese beiden viktorianischen Freunde der Unterdrückten heute auf die Gräber der vielen Toten sowie die elenden Baracken blicken, in denen fast eine Million Flüchtlinge hausen, und sich somit die ersten Ergebnisse des großen Plans, für den sie sich so eifrig einsetzten, anschaulich vor Augen führen.

Hätte Monk in unserem Jahrhundert gelebt, so wäre er gewiss in eine hohe Stellung aufgerückt, denn die Unterstützung der Sache, der er sich mit Haut und Haar widmete, ist inzwischen zur unabdingbaren Voraussetzung für eine politische Karriere geworden. Was sein Leben verdarb, war seine maßlose Selbstüberschätzung, doch in seinem Todesjahr 1896 wurde die Fantasie, die das Leitmotiv seiner Existenz gewesen war, zu einer politischen und praktischen Realität, welche die Welt in Zukunft immer nachhaltiger prägen sollte. Während er zwischen Ottawa, Washington, London und Jerusalem hin- und herpendelte, arbeiteten ganz andere Männer in Russland zielstrebig auf die Schaffung einer wahrhaft schlagkräftigen zionistischen Bewegung hin. 1896 wurde diese auf die Menschheit losgelassen, und die Explosionen, die sie verursachte, wurden mit der Zeit immer lauter und zerstörerischer, bis hin in unsere Tage, wo sie selbst von den Journalisten häufig als Lunte an einem Pulverfass bezeichnet wird, dessen Detonation die Welt zum dritten Mal in unserem Jahrhundert in Brand setzen könnte.

7. Oliphant berührte hiermit einen interessanten Punkt. Eine Interpretation der zahlreichen alttestamentarischen Prophezeiungen besagt, dass das Ende der Welt nach der „Rückkehr“ der Juden nach Palästina erfolgen wird, so dass Leute, welche diese „Rückwanderung“ fördern, de facto den Augenblick bestimmen, zu dem Jahwe das Ende des Planeten einläutet. Nicht minder perplex als Oliphant war hierüber ein französischer Politiker bei der Pariser Friedenskonferenz von 1919, der Balfour fragte, warum er die „Rückkehr“ der Juden nach Palästina so eifrig unterstütze; wenn dieses Ereignis der Erfüllung einer Prophezeiung gleichkomme, gehe aus dieser auch hervor, dass das Ende der Welt nahe sei. „Genau dies macht das alles so interessant“, erwiderte Balfour lässig.

 

Kapitel 24  Die Geburt des Zionismus

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Kommunismus und Zionismus ihren Zangenangriff auf Europa einleiteten, bestand der Alte Kontinent aus starkem und selbstbewussten Staaten, die ohne weiteres in der Lage waren, Kriege und innere Wirren zu verkraften. Die revolutionären Erhebungen des Jahres 1848 waren ohne sonderlich großen Aufwand niedergeschlagen worden. Österreich-Ungarn und Frankreich erholten sich rasch von ihren 1866 bzw. 1871 erlittenen Niederlagen gegen Preußen: sie lebten Seite an Seite mit ihren Überwindern, wie es besiegte Staaten seit jeher getan hatten, ohne dass ihre innenpolitische Stabilität dadurch nennenswert gelitten hätte. Die Völker des Balkans, die das türkische Joch eines nach dem anderen abschüttelten, nutzten die neu gewonnene nationale Freiheit, um ihren Wohlstand zu mehren. An der Ostgrenze Europas führte das russische Riesenreich unter dem Banner des Christentums tiefgreifende Reformen durch, welche die Lage der verschiedenen Bevölkerungsgruppen grundlegend verbesserten und den Bürgern immer mehr Rechte bescherten.

Doch dieses idyllische Bild trog, denn die beiden Würmer saßen bereits im Apfel. Die achtzehn christlichen Jahrhunderte, die der Menschheit trotz vieler unleugbarer Rückschläge größeren Fortschritt gebracht hatten als jede andere Epoche zuvor, steuerten entweder auf ihr Ende oder auf ein Interregnum zu, von dem wir nicht wissen, wie lange es dauern wird.

Gläubige Christen sind allgemein der Ansicht, dass dieses dunkle Zeitalter irgendwann ein Ende nehmen und es auf Erden einst wieder helle werden wird, doch schon im 19. Jahrhundert gab es einen Mann, der die Entwicklungen des zwanzigsten voraussah und davon überzeugt war, dass die Menschheit nicht in eine zeitlich begrenzte finstere Periode eingetreten war, sondern auf ihr Ende zusteuerte. Dieser Mann war Henry Edward Manning, ein anglikanischer Geistlicher, der zum römisch-katholischen Christentum übertrat, zum Erzbischof von Westminster geweiht wurde und Papst geworden wäre, hätte er seine Wahl durch seine Mitkardinäle nicht abgelehnt.

Edmund Burke, John Adams und Alexander Hamilton hatten die weltumspannenden Ziele der Revolution erkannt und prophezeit, dass sie sich kontinuierlich ausbreiten werde. Ein halbes Jahrhundert später wiesen Disraeli, Bakunin und andere warnend darauf hin, dass die Führung der revolutionären Bewegung von Juden usurpiert worden war. Manning schloss sich diesen Warnungen an, sah jedoch auch den Aufstieg des Zionismus und seine künftige Rolle als zweite zerstörerische Kraft neben dem Kommunismus voraus.

Zur Revolution bemerkte er: „Die Geheimgesellschaften der Welt, deren Existenz die Menschen in ihrer maßlosen Selbstüberschätzung spöttisch leugnen, zwingen ihre Existenz und Realität jenen auf, die eben noch behaupteten, es gebe sie gar nicht.“ (1861) Manning rechnete mit einem durchschlagenden Erfolg von Weishaupts ursprünglichen Plan und war der Ansicht, die Zeit, in der er lebte, sei ein „Vorspiel der antichristlichen Periode, die in die völlige Entthronung des Christentums münden wird, und die Errichtung einer gottlosen Gesellschaft auf der Welt“.

Heutzutage besitzt die antichristliche Revolution in halb Europa die zeitliche Macht; mit Ausnahme Großbritanniens haben alle großen und viele kleine Nationen Europas das Kreuz aus ihrem Wappen verbannt, und eine „Gesellschaft ohne Gott“ wurde zur potentiellen Weltregierung erhoben. Angesichts dieser Fakten führt kein Weg an der bedrückenden Erkenntnis vorbei, dass Mannings vor neunzig Jahren getätigte Prophezeiung zum großen Teil bereits in Erfüllung gegangen ist.

Was Manning weit über die anderen Seher erhob, war seine Erkenntnis der Rolle, die dem Zionismus bei dieser Entwicklung zugedacht war: „Jene, die den Glauben an die Inkarnation verloren haben, wie Humanisten, Rationalisten und Pantheisten, können nur allzu leicht einer politisch mächtigen Person auf den Leim gehen, welche den Juden ihr eigenes Land zurückgibt… und in der politischen Konstellation der Welt gibt es nichts, was eine solche Entwicklung verunmöglicht.“ Manning erwartete das Erscheinen des Antichristen in Gestalt eines Juden.

„Es ist ein Gesetz der Heiligen Schrift, dass Personen, deren Kommen prophezeit wird, auch erscheinen“, kommentierte er jene Stelle aus dem zweiten Brief Paulus an die Thessalonicher, in der es heißt: „… Der Frevler wird auftreten in der Macht des Satans mit allerlei lügenhaften Kräften und Zeichen und Wundern, und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit…“ (Thessalonicher 2,2; 2,9-10).

Während Europa auf dem seit achtzehn Jahrhunderten bewährten Pfad in eine immer lichtere Zukunft zu schreiten schien, erschien in den talmudistisch geschulten Kreisen Russlands nach dem Kommunismus eine zweite Bewegung, die sich anheischig machte, diesem Prozess Einhalt zu gebieten – der Zionismus. Die Aufgabe des Kommunismus bestand darin, die Massen für sich zu gewinnen; er war jene „große Volksbewegung“, von der Disraeli geahnt hatte, dass sie den Geheimgesellschaften als Rammbock zur Zerstörung Europas dienen würde.

Der Zionismus schlug die entgegengesetzte Strategie ein, indem er auf die Regierenden einwirkte und die Gesellschaft somit von oben her zersetzte. Keine der beiden Kräfte hätte ohne die Andere Erfolg haben können, denn Herrscher, die über uneingeschränkte Autorität verfügt hätten, hätten die Revolution so leicht unterdrücken können, wie dies 1848 der Fall gewesen war.

Der Zionismus war seinem Wesen nach die Antwort des talmudistischen Zentrums in Russland auf die Emanzipation der Juden im Westen; seine Mission bestand darin, die Juden vom Aufgehen in der Menschheit abzuhalten und ihre Sonderexistenz zu verewigen. Seit den Zeiten der babylonischen Gefangenschaft hatte die Sekte diese Karte niemals ausgespielt. Falls der gegenwärtig unternommene Versuch scheitert, ist kein zweiter möglich; dies war der Grund dafür gewesen, dass die Talmudisten diesen Trumpf erst ausspielten, als die Emanzipation sie in eine akute Notlage versetzte und sie Gefahr liefen, ihre Macht über die jüdischen Massen zu verlieren. In der Vergangenheit hatten sie jene, die verkündeten, der Tag der Verheißung sei da, stets als „falsche Propheten“ gegeißelt. Wäre es Sabbatai Zevi (oder Cromwell, oder Napoleon) gelungen, Palästina für die Juden zu gewinnen, so hätten sie ihn möglicherweise zum Messias ausgerufen, doch nun riefen sie sich selbst zum Messias aus – ein halsbrecherisches Unterfangen, das sich kaum je wiederholen lässt. Historisch gesehen steuern wir also aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Ende des zerstörerischen Plans zu, da dessen Erfüllung offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit ist, doch die heutige Generation, und vermutlich noch einige kommende Generationen, werden allen Anzeichen nach einen hohen Preis dafür bezahlen müssen, dass man dem Versuch zu seiner Verwirklichung keinen Riegel vorgeschoben hat.

Kein anderes Werk vermittelt tiefere Einsichten über den gemeinsamen Ursprung und das gemeinsame Ziel von Kommunismus und Zionismus als Dr. Chaim Weizmanns Trial and Error. Weizmann stand bei der Geburt des Zionismus Pate, wurde zu seinem wandernden Botschafter, war vierzig Jahre lang ein gern gesehener Gast westlicher Könige, Präsidenten und Minister, wurde zum ersten Präsidenten des Zionistenstaates gewählt und erzählte die ganze Geschichte mit erstaunlicher Offenheit. Sein Buch enthüllt, wie die zionistische Bewegung, die später das Schicksal aller westlichen Völker entscheidend beeinflussen sollte, vor hundert Jahren in den abgelegenen talmudistischen Gemeinden des Ostens Gestalt annahm.

Um den Aufstieg der zwei sich gegenseitig ergänzenden zerstörerischen Bewegungen zu ermöglichen, musste die abendländische Menschheit einen hohen Preis an Blut und Gold entrichten. Millionen von Menschen arbeiteten zwischen den beiden Weltkriegen auf ihre Förderung hin. Wer in unserer Zeit das Licht der Welt erblickt, ist von Geburt an dazu verurteilt, unter den Stürmen zu leiden, die sie unweigerlich heraufbeschwören werden. Hiervon sind auch die Juden selbst nicht ausgenommen; schon in der Vergangenheit haben sie bei den von ihren Führern ausgelösten Katastrophen Verluste erlitten, die etwa ihrem Anteil an der Bevölkerung der betroffenen Staaten entsprachen. Dr. Weizmanns Darstellung vermittelt dem Wissbegierigen Aufschluss über den Beginn dieses Prozesses, dessen Ergebnisse wir in der Gegenwart tagtäglich verfolgen können.

Wie Dr. Weizmann darlegt, zerfielen die Juden in Russland in drei Gruppen. Die Angehörigen der ersten Gruppe wollten nichts weiter als Frieden mit ihrer Umwelt und strebten danach, loyale russische Bürger zu werden, so wie die Mehrheit der deutschen, französischen und anderen westlichen Juden damals bereits loyale Bürger ihrer jeweiligen Staaten waren. Dieser Gruppe, deren oberstes Ziel die Emanzipation war, gehörten vor allem jene Juden an, die sich dank ihrer Begabung und ihrem Fleiß, oder aus Abneigung gegenüber der talmudistischen Herrschaft, aus den Ghettos befreit hatten.

Dr. Weizmann tut diese Gruppe als verlorenes Häufchen von Renegaten ab. In der Tat wurden die Angehörigen dieser Gruppe von den Talmudisten exkommuniziert und sind letzteren zufolge mittlerweile von der Erdoberfläche verschwunden.

Die übrigen russischen Juden lebten unter der Herrschaft ihrer talmudistischen Führer in den Ghettos und zerfielen in zwei Parteien, wobei der Riss oft quer durch die jüdischen Familien verlief (ein anschauliches Beispiel hierfür liefert Dr. Weizmanns eigene Familie). Beide Parteien waren revolutionär und arbeiteten somit auf die Zerstörung Russlands hin. Meinungsunterschiede zwischen ihnen bestanden lediglich in Bezug auf den Zionismus.

Die kommunistische Fraktion vertrat die Ansicht, die volle Emanzipation der Juden werde eintreten, wenn die Weltrevolution die Nationalstaaten überall abgeschafft haben werde.

Die zionistische Fraktion hatte sich zwar ebenfalls der weltrevolutionären Agenda verschrieben, meinte jedoch, Voraussetzung für die Emanzipation sei die Gründung eines eigenen Staates für das jüdische Volk.

Vom Standpunkt der talmudistischen Orthodoxie aus war die zionistische Gruppierung unbedingt vorzuziehen; laut dem jüdischen Gesetz ist die Zerstörung der nichtjüdischen Umwelt nämlich nichts weiter als ein Mittel zur Errichtung der jüdischen Herrschaft, deren Zentrum sich in Jerusalem befinden muss. Der Streit zwischen Kommunisten und Zionisten war ungemein erbittert und spaltete unzählige Familien. Die Kommunisten betrachteten den Zionismus als Schwächung der Revolution, die den Anspruch erhob, über den Rassen und Religionen zu stehen; die Zionisten konterten, die Revolution müsse dem auserwählten Volk, für das Rasse und Religion ein und dasselbe waren, seine rechtmäßige Position verschaffen. Das jüdische Fußvolk nahm diesen Streit vermutlich bitter ernst, doch dabei täuschte es sich, denn keine der beiden Parteien hätte sich in den streng kontrollierten Ghettos gegen den Willen der Rabbiner entfalten können. Hätten diese entschieden, dass die Kommunisten gegen das Gesetz verstießen und die Zionisten es befolgten, so hätte es in den Ghettos keine Anhänger des Kommunismus, sondern ausschließlich solche des Zionismus gegeben.

Die herrschende Sekte, welche die Ereignisse im Gegensatz zu der von ihr kontrollierten jüdischen Masse nicht aus der Froschperspektive betrachtete, begriff natürlich, dass beide Parteien zur Verwirklichung des angepeilten Ziels schlicht unabdingbar waren. Den Grund hierfür hatte bereits Disraeli in seinem zuvor zitierten Ausspruch offengelegt. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts ist die Geschichte der Revolution gleichbedeutend mit jener des Kommunismus und des Zionismus, die von ein und demselben Zentrum gesteuert werden und auf verschiedenen Wegen ein und dasselbe Ziel verfolgen.

Dr. Weizmann vermittelt lehrreiche Informationen über den Riss, der mitten durch die Angehörigen der – durchwegs der Revolution ergebenen – jüdischen Familien verlief, welche die raffinierte Strategie nicht durchschauten und felsenfest von der Unvereinbarkeit von Kommunismus und Zionismus überzeugt waren. Er zitiert seine Mutter, die zuversichtlich die Ansicht äußerte, wenn sich der kommunistische Weg zur Revolution als richtig erweise, werde sie glücklich in Russland leben, und wenn die Zionisten recht behielten, nicht minder glücklich in Palästina. Die Entwicklung gab ihr in doppelter Hinsicht recht: Sie verbrachte einige Jahre im bolschewisierten Moskau und wanderte dann ins zunehmend von den Zionisten kontrollierte Palästina aus, wo sie ihren Lebensabend verbrachte. Dies wurde dadurch möglich, dass die beiden insgeheim Seite an Seite flügge gewordenen Revolutionen in derselben Woche des Jahres 1917 triumphierten.

Die Kommunisten existierten in den Ghettos bereits als gut organisierte, wenn auch geheime Partei, als die Bewegung Chibath Zion (Liebe zu Zion) gegründet wurde, die ebenfalls geheime erste zionistische Organisation. Geburtsort der Bewegung war Pinsk, jene Stadt, wo Dr. Weizmann als Schüler dem zionistischen Flügel der antirussischen Verschwörung beitrat. Im Jahre 1881, als Weizmann sechs Jahre alt war, geschah etwas, was den Eckpfeiler der talmudistischen Propaganda im Ausland, die Legende von der „Verfolgung der Juden in Russland“, in seinen Grundfesten zu erschüttern drohte.

Zwanzig Jahre zuvor, anno 1861, hatte Zar Alexander II. dreiundzwanzig Millionen Leibeigenen die Freiheit gegeben. Von jenem Zeitpunkt an schien die Übernahme des westlichen Modells, das allen Nationalitäten und Glaubensbekenntnissen dieselben Rechte einräumte, auch in Russland mit seinen rund 160 Nationalitäten und seiner vier Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachenden jüdischen Minderheit eine reelle Möglichkeit. In den zwei Jahrzehnten nach der Aufhebung der Leibeigenschaft begannen die Juden unter der Führung der Talmudisten „bitteren passiven Widerstand gegen alle Versuche zur Verbesserung ihres Schicksals zu leisten“ (Dr. Kastein). Im März 1881 schickte sich Alexander II. an, sein Lebenswerk zu krönen, indem er die Verabschiedung einer parlamentarischen Verfassung ankündigte. Dr. Kasteins Kommentar hierzu spricht für sich selbst: „Es ist nicht überraschend, dass an der Verschwörung, die zur Ermordung Alexanders II. führte, auch Juden beteiligt waren.“

Der Zarenmord war der erste einer ganzen Reihe von Erfolgen der Revolutionäre bei der Vereitelung der Emanzipation. Sie stellte die idealen Voraussetzungen wieder her, die Moses Hess, einer der ersten zionistischen Propagandisten, im Jahr nach der Befreiung der Leibeigenen wie folgt charakterisiert hatte: „Wir Juden werden stets Fremde unter den Nationen bleiben; diese werden uns zwar aus humanitären Gefühlen und aus Gerechtigkeitssinn Rechte zuerkennen, doch werden sie uns niemals respektieren, solange wir unsere große Erinnerung auf den zweiten Rang verbannen und als unser erstes Prinzip das Motto Wo es mir gut geht, ist mein Vaterland akzeptieren.“

Während dieser Periode veröffentlichte Leo Pinsker, ein anderer Herold des Zionismus, sein Buch Selbstemanzipation . Der Titel war (für die Eingeweihten) eine Drohung, bedeutete er im Klartext doch: „Wir werden keine Emanzipation annehmen, die uns von anderen gewährt wird, sondern uns selbst emanzipieren und dem Wort ‚Emanzipation‘ unsere eigene Deutung verleihen.“

„Es besteht ein unerbittlicher und unvermeidlicher Konflikt zwischen den als Juden bekannten Menschen und den anderen Menschen“, hielt Pinsker fest und verhehlte nicht, auf welchem Wege die jüdische „Selbstemanzipation“ sowie die „Wiederherstellung der jüdischen Nation“ erkämpft werden sollten: Hierzu müsse „unwiderstehlicher Druck auf die internationale Politik der Gegenwart ausgeübt“ werden.

Diese im Jahre 1882 niedergeschriebenen Worte gehören zu den bedeutendsten der gesamten Geschichte und zeugen von einer wahrhaft außergewöhnlichen Weitsicht. Um ihre Tragweite zu ermessen, braucht man sich nur vorzustellen, irgendein im Exil lebender polnischer oder ukrainischer Patriot würde heutzutage „unwiderstehlichen Druck auf die internationale Politik“ propagieren! Der heute politische Emigrant ist ein Mensch ohne greifbare Hoffnung auf Erreichung seiner Ziele: er verkehrt in Cafés unter seinesgleichen und weiß sich vor Dankbarkeit kaum zu fassen, wenn der zweite Sekretär irgendeines Unterstaatssekretärs huldvoll geruht, ihn zu einer dreißigminütigen Unterredung zu empfangen. Als Pinsker die eben zitierten Worte niederschrieb, die man als Phantasien eines Spinners abtun würde, hätten die letzten sieben Jahrzehnte ihren prophetischen Charakter nicht bestätigt, war er ein obskurer jüdischer Emigrant in Berlin, den außerhalb der revolutionären Kreise kaum jemand kannte. Er wusste, wie der Zionismus triumphieren würde. Ganz offensichtlich verfügte die Verschwörung bereits zu einem Zeitpunkt, wo die Außenwelt noch nichts von ihrer Existenz ahnte, auch außerhalb Russlands über mächtige Unterstützer und Pinsker wusste, mit welchen Methoden die Welt auf den Kopf gestellt werden sollte.

Als Chaim Weizmann dem Knabenalter entwuchs und seine Rolle zu spielen begann, hatten die Verschwörer die Karten also bereits gemischt. Dass wir hier so häufig von einer „Verschwörung“ sprechen, ist keineswegs auf eine persönliche Marotte unsererseits zurückzuführen, denn Dr. Weizmann verwendet das Wort mehrfach selbst. Da er Russland verabscheute, emigrierte er nach Deutschland, ohne dass ihn jemand daran gehindert hätte, doch der Anblick emanzipierter Juden beelendete ihn so sehr, dass in ihm alsbald Sehnsucht nach den russischen Ghettos aufwallte und er in seinen Ferien regelmäßig dorthin zurückkehrte, ehe er im Westen weiter „an der Verschwörung arbeitete“, wie er selbst schreibt. An verschiedenen Universitäten des freien Westens führte er seinen Kampf für die „Entemanzipierung“ der europäischen Juden fort. Diese erkannten die Gefahr jedoch und begegneten den Ostjuden mit Furcht und Misstrauen.

Ein deutscher Jude namens Gabriel Rieser schleuderte den zionistischen Revolutionären aus Russland ins Gesicht: „Wir sind nicht hierher eingewandert, wir sind hier geboren, und weil wir hier geboren sind, streben wir nicht nach einer Heimstatt anderswo; wir sind entweder Deutsche oder heimatlos.“ Auch die Rabbiner des Reformjudentums ließen die Zionisten abblitzen: „Der Idee des Messias verdient in unseren Gebeten ein Ehrenrang, doch die Bitte um unsere Rückkehr in das Land unserer Väter und die Wiederherstellung eines jüdischen Staates darf darin keinen Platz haben.“

Diese Juden bemühten sich, zu halten, was der Sanhedrin Napoleon versprochen hatte. Sie hatten Frieden mit der Menschheit geschlossen, und es schien ausgeschlossen, dass es den Talmudisten gelingen würde, sie wie einst Nehemiah in eine neue Knechtschaft zu führen. Dr. Kastein registriert mit Entsetzen, dass am Ende des 19. Jahrhunderts jeder fünfte jüdische Mensch einen nichtjüdischen Partner heiratete; mit noch größerem Entsetzen vermeldet er, dass „an allen Fronten Juden gegen Juden standen; dies war eine Tragödie, die sich wiederholen wird, solange Juden gezwungen sind, ihre Pflichten als Bürger des Landes, wo sie leben, zu erfüllen“.

Die Schatten der neuen talmudistischen Gefangenschaft lagen schon weit bedrohlicher über den Juden des Westens, als sie ahnten. Die jahrzehntelange zähe Untergrundarbeit der Weisen in Russland trug ihre Früchte, und als das Ende des Jahrhunderts nahte, waren sie bereit, „unwiderstehlichen Druck auf die internationale Politik der Gegenwart auszuüben“. Spezialist Nummer eins auf diesem Gebiet war der wandernde „Premierminister“ des Zionismus, der junge Chaim Weizmann, der zum Zeitpunkt, wo sich Monks Leben seinem Ende näherte, von einer europäischen Stadt und Universität zur anderen pilgerte – von Darmstadt nach Berlin und später nach Genf – und überall Zeitbomben legte, die dann im 20. Jahrhundert explodieren sollten.

Um die Jahrhundertwende erfolgte eine jähe Beschleunigung dieses Prozesses; es wirkte, als ob eine in langwieriger Arbeit konstruierte Maschine endlich fertig erstellt war und auf Hochtouren zu laufen begann. Die Erschütterungen, die sie auslöste, waren überall im Judentum sogleich zu spüren, während die Nichtjuden, die auf solche Vibrationen weit weniger empfindlich zu reagieren pflegen, sie kaum zur Kenntnis nahmen. Im Sinn und Geiste des Moses Hess verkündete ein anderer zionistischer Hohepriester, der russische Jude Asher Ginsburg (Ahad Ha’am), die Juden bildeten nicht nur eine Nation, sondern bedürften auch eines Staates in Palästina. Doch war dies nur eine weitere Stimme aus dem fernen Russland, und die Schwäche der westlichen Juden bestand darin, dass sie die Macht der kompakten, gut organisierten Massen in den Ghettos des Osten verkannten oder zumindest ihr Übergreifen auf den Westen für unmöglich hielten.

Das Zeichen an der Wand erschien anno 1896, dem Todesjahr Monks, als Theodor Herzl seine Schrift Der Judenstaat veröffentlichte. Nun war die Katze aus dem Sack. Bemerkenswerterweise war Herzl kein Ostjude, sondern (zumindest dem Anschein nach) das Musterbeispiel eines emanzipierten Westjuden, was ihn freilich nicht daran hinderte, mit größter Entschiedenheit Partei für den Zionismus zu ergreifen. Ein ahnungsvoller Schauer durchfuhr das Judentum. Das Christentum, das allen Grund gehabt hätte, das Zeichen an der Wand zur Kenntnis zu nehmen, verschloss weiterhin die Augen und öffnete sie erst knapp sechs Jahrzehnte später.

 

Kapitel 25  Die Zionistische Weltorganisation

Wenn der reine Zufall immer wieder Männer vom Schlage eines Karl Marx und eines Theodor Herzl hervorbringt, und zwar in einer Zeit, wo ihre Theorien verheerende Folgen zeitigen können, die in keinem Verhältnis zur Bedeutung dieser Männer stehen, dann hat der Zufall der Verschwörung im 19. Jahrhundert kräftig unter die Arme gegriffen. Bedeutend wahrscheinlicher ist freilich, dass die Entwicklung von Hintergrundmächten gesteuert wurde, welche Marx und Herzl zu ihren Werkzeugen erkoren oder zumindest als solche benutzten. Bei Herzl stimmt die Kürze seiner Karriere besonders nachdenklich; er erschien und verschwand wie eine Sternschnuppe am Firmament. Die entwürdigende Art, auf die er abgehalftert wurde und sein jäher Hinschied im Alter von erst vierundvierzig Jahren deuten darauf hin, dass auch in seinem Fall das berühmte Motto galt: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“

Wer Wien und die dort herrschende Atmosphäre in unserem Jahrhundert gekannt hat, kann Herzl und die Auswirkungen seines Schaffens verstehen. Eine im Niedergang begriffene Monarchie, ein morsch gewordener Adel, eine jüdische Klasse, die sich über Nacht zu einer furchterregend mächtigen politischen Kraft mauserte – all dies beeindruckte die jüdischen Massen ungemein. Was auf der Welt vor sich ging, erfuhren sie jetzt von Dr. Herzl und nicht wie früher aus der Neuen Freien Presse, und Dr. Herzl war es, der den Politikern Anweisungen erteilte. Wenn er in einem Café auftauchte, eilten dienstbeflissene Kellner herbei, um den Herrn Doktor zu bedienen, was seinem Selbstbewusstsein äußerst gut getan haben muss. Dass dieser von einem Tag auf den anderen berühmt gewordene Mann der Herold des Zionismus war, versetzte die Westjuden in ehrfürchtiges Staunen und bewog sie dazu, in sich zu gehen: Wenn Dr. Herzl gegenüber den Großmächten Forderungen erheben konnte, bedeutete dies womöglich, dass er im Recht war und der von Napoleon einberufene Sanhedrin unrecht gehabt hatte! Wurden die politischen Entscheide letzten Endes gar nicht auf dem Ballhausplatz, sondern in Dr. Herzls Büro gefällt?

Hätte ein russischer Jude ein Buch mit dem Titel Der Judenstaat geschrieben oder versucht, eine zionistische Weltorganisation aus der Taufe zu heben, so hätten die westlichen Juden dem keine große Bedeutung beigemessen. Schließlich fürchteten sie sich vor der Verschwörung aus dem Osten und ahnten wohl dumpf, welche Ziele diese verfolgte. Doch wenn Dr. Herzl, ein voll emanzipierter Jude aus der Donaumonarchie, die Ansicht vertrat, die Juden müssten sich wieder von ihrer Umwelt absondern, musste man das ja wirklich ernst nehmen!

Herzl behauptete, der Fall Dreyfus habe ihn von der Realität des „Antisemitismus“ überzeugt: „Der Dreyfus-Prozess hat mich zum Zionisten gemacht.“ Dies war freilich eine an den Haaren herbeigezogene Begründung, denn wenn der Dreyfus-Prozess etwas bewiesen hatte, dann die Realität der jüdischen Emanzipation und die Unparteilichkeit der Justiz. Nie zuvor war ein Mann von so vielen öffentlich verteidigt und so vollständig rehabilitiert worden. Heute besitzen die Bürger ganzer Nationen östlich von Berlin kein Recht auf faire Prozesse und dem Westen, der sie ihren Unterdrückern ausgeliefert hat, ist ihr Geschick herzlich gleichgültig; sie können ohne Anklage und ohne Prozess eingesperrt oder umgebracht werden. Hingegen wird der Dreyfus-Prozess, das Musterbeispiel eines rechtsstaatlichen Verfahrens, von der Propaganda im Westen bis zum heutigen Tage als klassisches Beispiel von Willkürjustiz dargestellt. Hätte das Schicksal des Zionismus vom Ausgang des Dreyfus-Prozesses abgehangen, so hätte er nach der Rehabilitierung des jüdischen Hauptmanns sogleich verschwinden müssen!

Dies alles hinderte Dr. Herzl nicht daran, „einen Teil des Erdballs“ zu verlangen, „der groß genug ist, um die rechtmäßigen Ansprüche einer Nation zu befriedigen“ . Allerdings forderte er kein spezifisches Territorium und sprach nicht von Palästina. Zum ersten Mal gab die Idee zur Gründung eines jüdischen Staates unter den Westjuden Anstoß zu lebhaften Diskussionen. Der Londoner Jewish Chronicle rühmte das Projekt als „einen der kühnsten Vorschläge, die je vorgelegt worden sind“. Durch diese positiven Reaktionen ermutigt, begab sich Herzl nach London, wo damals die mächtigsten Männer der Welt residierten, um für seinen Plan die Werbetrommel zu rühren. Nach mehreren erfolgreichen Unterredungen im Londoner East End beschloss er, einen jüdischen Kongress einzuberufen, der dem Projekt seine Unterstützung bekunden sollte.

Gesagt, getan. Im März 1897 erhielten jüdische Gemeinden „überall auf der Welt“ die Einladung, Delegierte zu einem „zionistischen Kongress“ zu entsenden, einer Art „Gegen-Sanhedrin“, der im August desselben Jahres in München stattfinden sollte. Die meisten Westjuden reagierten mit schroffer Ablehnung. Die deutschen Rabbiner und die Münchner Juden protestierten, so dass der Kongress ins schweizerische Basel verlegt wurde. Die amerikanischen Reformjuden hatten zwei Jahre zuvor erklärt, sie erwarteten „weder eine Rückkehr nach Palästina… noch die Wiederinkraftsetzung irgendeines jener Gesetze, welche den jüdischen Staat betreffen“. (Höchst aufschlussreich ist folgende Episode: Als der amerikanische Rabbiner Stephen Wise 1899, also zwei Jahre nach dem Basler Kongress, der Gesellschaft Jüdischer Publizisten Amerikas die Veröffentlichung eines Buchs über den Zionismus vorschlug, antwortete deren Sekretär: „ Die Gesellschaft kann das Risiko nicht eingehen, ein Buch über den Zionismus zu publizieren.“)

Von den 197 Delegierten, die sich zu Herzls Kongress einfanden, kamen die meisten aus Osteuropa. Diese Männer gründeten eine „Zionistische Weltorganisation“, welche die Juden zur Nation erklärte und für sie eine „öffentlich gesicherte, rechtlich garantierte“ Heimstatt forderte. „Der Judenstaat existiert“, proklamierte Herzl. Tatsache war und blieb jedoch, dass eine geringe Anzahl von Juden, die sich anmaßten, für das gesamte Judentum zu sprechen, in Basel einen Kongress durchgeführt hatten, mehr nicht.

Immerhin, das Projekt zur Gründung eines Judenstaates war zum internationalen Gesprächsthema geworden. De facto war der Basler Zionistenkongress ein Sanhedrin gewesen, der einberufen worden war, um die vom Sanhedrin des Jahres 1806 abgegebenen Versprechungen aufzuheben. Jener Sanhedrin hatte die Vorstellung, die Juden bildeten eine eigene Nation, ebenso verworfen wie den Anspruch auf die Errichtung eines jüdischen Staates, doch die Teilnehmer am Basler Kongress bekannten sich zum einen ebenso wie zum anderen. Fünfzig Jahre später schrieb Rabbiner Elmer Berger: „Der Keil des jüdischen Nationalismus wurde zwischen die Juden und den Rest der Menschheit getrieben. Es wurde die Idee des Ghettos verewigt, in dem die Juden der nicht emanzipierten Nationen auch weiterhin leben sollten, damit der Prozess der Emanzipation und Integration nicht auf sie übergriff.“

Der Sanhedrin von 1806 hatte eine grundlegende Schwäche aufgewiesen, der sich Napoleon wahrscheinlich nicht bewusst gewesen war: Er vertrat lediglich die Westjuden. Napoleon wird kaum geahnt haben, welche Macht die kompakten, von ihren talmudistischen Herrschern straff kontrollierten jüdischen Massen des Ostens verkörperten. Selbst Dr. Herzl, der es besser hätte wissen müssen, entdeckte erst beim Basler Kongress, bei dem er mit der geschlossenen Unterstützung aller Juden gerechnet hatte, wie mächtig das Ostjudentum war. „Vor unseren Augen erhob sich ein russisches Judentum, dessen Stärke wir nicht einmal geahnt hatten“, berichtete er. „Siebzig unserer Delegierten kamen aus Russland, und es war uns allen klar, dass sie die Ansichten und Gefühle der fünf Millionen Juden jenes Landes verkörperten. Was für eine Demütigung für uns, die wir unsere Überlegenheit als selbstverständlich vorausgesetzt hatten!“

Dr. Herzl stand seinen Herren und der Verschwörung, die durch ihn Einzug in den Westen hielt, von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Er hatte der Emanzipation den Krieg erklärt und hierdurch wie viele seiner Nachfolger Kräfte freigesetzt, die er nicht einzuschätzen vermochte. Schon bald wurde er nicht mehr gebraucht; er war der Trompeter gewesen, dem die Aufgabe oblag, die Westjuden wachzurütteln, und nachdem er diese Aufgabe erfüllt hatte, übernahmen die wirklichen „Manager“ die Regie. Dr. Herzl hatte das Werkzeug geschmiedet, dessen sie sich bei ihrem Sturmangriff auf den Westen bedienen sollten. Dies hat Dr. Weizmann, der die Führung der zionistischen Bewegung schon bald übernahm, klar erkannt: „Dr. Herzls dauerhafter Beitrag zum Zionismus bestand darin, dass er für ihn eine einheitliche, zentrale parlamentarische Exekutive begründete… Zum ersten Mal in der Geschichte des jüdischen Exils hatte eine große Regierung offiziell mit den gewählten Vertretern des jüdischen Volkes verhandelt. Die Identität, die rechtliche Persönlichkeit des jüdischen Volkes war wiederhergestellt worden.“

Vermutlich lächelte Dr. Weizmann verschmitzt vor sich hin, als er die Wörter „parlamentarisch“ und „gewählt“ niederschrieb. Was zwischen diesen Wörtern steht, ist allerdings ungeheuer wichtig: Die Delegierten, die sich gegen den Willen der großen Mehrheit der Westjuden in Basel trafen, sowie die von ihnen verabschiedeten Erklärungen konnten nur zu einem gewichtigen politischen Faktor werden, wenn sie von einer Großmacht anerkannt wurden. Dies schien ein Ding der Unmöglichkeit, doch das Unmögliche wurde schon wenige Jahre später möglich, als die britische Regierung Dr. Herzl Uganda als jüdische Heimstatt anbot. Auf dieses Ereignis spielt Dr. Weizmann in dem zitierten Abschnitt an. Von jenem Augenblick an erkannten sämtliche westlichen Mächte die russischen Talmudisten als Repräsentanten aller Juden an, und die zionistische Bewegung schlug auch im Westen feste Wurzeln.

Somit endete das Jahrhundert der Emanzipation, das mit der hoffnungsvollen Erwartung begonnen hatte, die Juden würden endlich der Menschheit beitreten. Unmittelbar vor dem Basler Zionistenkongress schrieb Houston Stewart Chamberlain einige Sätze, deren bittere Realität sich alsbald bestätigte. Chamberlain zitierte zunächst einen Ausspruch, den Johann Gottfried Herder ein Jahrhundert zuvor getan hatte: „Die roheren Nationen Europas sind willige Sklaven des jüdischen Wuchers“, und fuhr dann fort: „Die Dinge haben sich grundlegend verändert… Heute könnte Herder dasselbe vom weitaus größten Teil unserer zivilisierten Welt sagen… Der direkte Einfluss des Judentums auf das 19. Jahrhunderte ist zu einem brennenden Tagesthema geworden. Wir haben es hier mit einer Frage zu tun, die nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft der Welt betrifft.“

Mit der Gründung der Zionistischen Weltorganisation, die von den großen westlichen Regierungen de facto als höhere Autorität anerkannt wurde, begann das „brennende Tagesthema“ den Gang der Ereignisse immer stärker zu prägen. Dass es in der Tat „die Zukunft der Welt betrifft“, kann man im Jahre 1956, wo wir das vorliegende Buch abschließen, klar und deutlich erkennen: Zu Beginn dieses Jahres stellten die Führer der beiden übrig gebliebenen westlichen Großmächte, Großbritanniens und der USA, mit schmerzlichem Erstaunen fest, dass der nächste Weltkrieg jederzeit dort ausbrechen kann, wo sie den „Judenstaat“ gegründet hatten, und entfachten hüben und drüben des Atlantiks hektische Aktivitäten, um diese Katastrophe irgendwie zu verhüten.

 

Kapitel 26  Die Häresie Dr. Herzls

In den sechs Jahren von 1897 bis 1903 war Dr. Theodor Herzl von der Neuen Freien Presse eine weltbekannte Persönlichkeit ganz neuer Art. Er hatte den Zionismus als organisierte politische Kraft geschaffen (was ihm sowie anderen, die in seine Fußstapfen traten, den Tod brachte) und ihn wie einen Knallfrosch auf der Bühne der westlichen Politik explodieren lassen. Nichtsdestoweniger war er eine schattenhafte Figur, ein Produkt der Wiener Cafés, wo man sich an Sacher Torte und Kaffee mit Schlagsahne gütlich tat. Herzl erweckte den Eindruck einer Person, die von einem gewieften Werbefachmann für die Zwecke seiner Firma benutzt und dann, wenn sie das Produkt erfolgreich lanciert hat, fallen gelassen wird. Er war nie der wirkliche Führer der zionistischen Bewegung und wurde sich dessen bei seinem ersten Kongress von 1897 jäh bewusst, „als sich vor unseren Augen ein russisches Judentum erhob, dessen Stärke wir nicht einmal geahnt hatten“. Sieben Jahre später führte ihn die volle Erkenntnis seiner Unfreiheit frühzeitig ins Grab.

Herzl schrieb einmal, er habe 1897 in Basel „den Judenstaat gegründet… Ich bläute den Menschen die Überzeugung ein, dass sie einen Staat brauchten, und vermittelte ihnen das Gefühl, sie seien die Nationalversammlung.“ Die nächsten sechs Jahre ließen erkennen, was Leon Pinsker 1882 gemeint hatte, als er schrieb, die Juden müssten „unwiderstehlichen Druck auf die internationale Politik der Gegenwart ausüben“.

Der Journalist und gebürtige Wiener Theodor Herzl trat einen Triumphzug durch die großen Hauptstädte an; er stand im glitzernden Rampenlicht, als schwinge er sich von Trapez zu Trapez, und war das Hätschelkind der Schickeria. Kaiser, Potentaten und Staatsmänner empfingen ihn als den Sprecher aller Juden; der Kontrast zwischen dem, was sie dachten und dem, was er wissen musste, ist eindrücklich, denn seine rechte Hand Max Nordau sagte nach seinem Tod: „Unser Volk hatte einen Herzl, aber Herzl hatte nie ein Volk.“ Das talmudistische Rabbinertum des Ostens, das diesen falschen Messias verachtete, schob einen Keil zwischen ihn und die jüdischen Massen.

Die Welt, in der sich Herzl bewegte, schien auf sicherer und stabiler Grundlage zu beruhen. Die Witwe in Windsor und der alte Herr in Schönbrunn wurden von ihren Völkern aufrichtig geliebt, während der junge Mann in Berlin älter und reifer wurde; der Zar war immer noch der Vater seines Volkes: das Recht eines jeden Menschen auf einen gerechten Prozess wurde immer mehr zur Selbstverständlichkeit; das Elend des Industrieproletariats wurde Schritt um Schritt gemildert. Doch überall wussten Herrscher und Politiker, dass das Damoklesschwert der Weltrevolution über ihnen hing und drohte, den Evolutionsprozess, dem mit Sicherheit Erfolg beschieden sein würde, wenn man ihn ungestört ablaufen ließ, abrupt zu beenden und zunichte zu machen. Via das von Disraeli erwähnte „Netzwerk von Geheimgesellschaften“ war aus Weishaupts Illuminatenorden nämlich die Kommunistische Partei geworden, die in jedem Land ihre Filiale hatte.

Herzl, der vorgab, für alle Juden zu sprechen, verstand es sehr geschickt, diese allgemeine Furcht für die Verwirklichung seines Ziels auszuschlachten. Er lockte mit dem Zuckerbrot und drohte mit der Peitsche: Wenn die Herrschenden sein Programm unterstützten, würde in ihren Ländern der innere Friede gewahrt bleiben; ansonsten würde die Revolution ausbrechen. Somit musste er selbstverständlich wissen, dass die revolutionäre Führung aus Juden bestand; er bestätigte also, was Disraeli und Bakunin Jahrzehnte zuvor gesagt hatten. Wie sehr er auf den Erfolg seiner Methode baute, lässt sich seinem berühmten Satz entnehmen: „Wenn wir sinken, werden wir zu einem revolutionären Proletariat; wenn wir aufsteigen, steigt auch die furchtbare Macht unserer Börse.“

Herzl erklärte gegenüber dem Großherzog von Baden, je mehr Unterstützung er seitens der Regierenden für seine territorialen Ambitionen erhalte, desto nachhaltiger werde er die revolutionäre Propaganda in Europa dämpfen. Anschließend empfing ihn der deutsche Kaiser hoch zu Ross und helmbewehrt vor den Toren Jerusalems und erklärte sich bereit, Herzls Vorschlag zur Schaffung einer von den Zionisten gepachteten und unter deutschem Schutz stehenden zionistischen Kolonie in Palästina an den türkischen Sultan weiterzuleiten. Als dieser Plan im Sande verlief, drohte Herzl auch dem Kaiser mit der Revolution: „Scheitert unser Projekt, dann werden Hunderttausende unserer Anhänger geschlossen zu den revolutionären Parteien überlaufen.“

Als nächstes erhielt Herzl eine Audienz beim russischen Zaren, dem gegenüber er sich ähnlich äußerte. Ungefähr zur gleichen Zeit fand der dritte Zionistische Weltkongress statt, bei dem eine Resolution verabschiedet wurde, wonach jeder Jude, der einer zionistischen Organisation beitrat, die Souveränität des immer noch nicht existierenden jüdischen Staates anerkannte. Rabbi Elmer Berger konstatiert betrübt, dass „die ghettoisierte, streng überwachte jüdische Existenz hierdurch wieder zur Realität wurde, und zwar in größerem Umfang als je zuvor“.

Zu guter Letzt wurde Herzl noch vom türkischen Sultan empfangen. Greifbare Ergebnisse hatten seine bisherigen Reisen und Audienzen nicht gezeitigt, doch alsbald folgte der größte Coup, denn nun verlagerte Herzl seine Aktivitäten nach England. Auch hier hatte er offenbar Zugang zu den erlauchtesten Kreisen, gelang es ihm doch, eine der schicksalhaftesten Operationen der Weltgeschichte einzufädeln. Britische Bürger, die damals noch in der Wiege lagen, sowie ihre Kinder und Enkel sollten die Folgen seiner Unterredungen ausbaden müssen, über die keinerlei Unterlagen vorliegen.

Was befähigte einen Dr. Herzl aus Wien dazu, sich bei den Regierenden aller europäischen Großmächte Gehör zu verschaffen, und wer sorgte dafür, dass sie seinen in gebieterischem und drohendem Ton vorgetragenen Forderungen ernst nahmen? Die „Pforten der Könige“ (so sein eigener Ausdruck) öffneten sich ihm schwerlich nur darum, weil er in Basel einen Kongress organisiert hatte, an dem 197 Männer teilnahmen und bei dem eine Resolution verabschiedet wurde. Andere, bedeutend mächtigere Persönlichkeiten müssen die notwendige Vorarbeit geleistet und sichergestellt haben, dass Pförtner, Wachposten, Sekretäre, Kammerdiener und alle anderen subalternen Figuren, denen die Aufgabe obliegt, ihre Herren und Meister vor ungebetenen Besuchern zu schützen, ehrerbietig zur Seite wichen, wenn Herr Dr. Herzl erschien.

Wir sind nun zur geheimnisvollsten, am schwersten zu beantwortenden Frage von allen vorgestoßen. Über den Ursprung der Weltrevolution, ihre Ziele, die Kaperung ihrer Führung durch Juden liegt eine Vielzahl von Dokumenten vor; an der Existenz des von Disraeli erwähnten weltumspannenden „Netzwerks von Geheimgesellschaften“ ist längst kein Zweifel mehr statthaft; wer hinter dem „revolutionären Proletariat“ steht, ist jedem Einsichtigen klar. Doch muss es noch ein zweites Netzwerk geben, das aus Personen der höchsten Gesellschaftskreise besteht und sich der „Macht der Börse“ bedient, um Herrscher und Politiker zu beeinflussen und hierdurch „unwiderstehlichen Druck auf die internationale Politik der Gegenwart auszuüben“. Dieses zweite Netzwerk von Menschen, die in aller Herren Länder auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, muss es Herzl ermöglicht haben, zu den höchsten Stellen vorgelassen zu werden und seine Forderungen unterbreiten zu können.

Alle sachkundigen Beobachter wissen um die Existenz einer solchen Organisation, die auf den höchsten Ebenen der internationalen Politik hinter den Kulissen wirkte. Die zionistischen Propagandisten behaupten, lediglich „hochgestellte jüdische Persönlichkeiten“, „jüdische Magnaten“ und „reiche Juden“ hätten gegen den Zionismus Stellung bezogen (diese Ausdrücke finden sich beispielsweise in Dr. Weizmanns Buch wiederholt), doch in Wahrheit verlief der Riss vertikal durch das Judentum: Sowohl unter den reichen als auch unter den armen Juden gab es Zionisten und Antizionisten. Die Mehrheit der westlichen Juden wollte damals nichts vom Zionismus wissen, aber unter der zionistischen Minderheit gab es sehr wohl hochgestellte und reiche Juden. Nur sie können es möglich gemacht haben, dass eine obskure Figur wie Dr. Herzl plötzlich an den Fürstenhöfen und in den Kabinettsräumen erschien und dort ein- und ausging, als gehöre er zu den von Geburt an Privilegierten. Seine Helfer arbeiteten ohne geringsten Zweifel eng mit der einzigen kompakten zionistischen Masse zusammen, die es damals im Judentum gab: den talmudistischen Gemeinden Russlands.

Dr. Kastein schreibt, die aus 197 Männern bestehende, beim Basler Zionistenkongress einberufene „Exekutive“ sei „die erste Verkörperung einer echten jüdischen Internationale“ gewesen. Anders gesagt, eine bereits existierende Organisation erhielt eine sichtbare Fassade. Eine „jüdische Internationale“ existierte schon lange, und sie war mächtig genug, um Könige, Fürsten und Minister zum Empfang Dr. Herzls zu veranlassen.

Von dem internationalen Netzwerk gleichgesinnter hochgestellter Persönlichkeiten, das in Herzls Tagen seine Fäden zog, kann sich der Forscher ein ungefähres Bild machen, wenn er eine Anzahl vielsagender Splitter und Fragmente zusammensetzt. Beispielsweise schreibt Weizmann, er habe im Gespräch mit Herzl einen der führenden Juden Englands, Sir Francis Montefiore, als „Narren“ betitelt, worauf Herzl geantwortet habe: „Er öffnet mir königliche Pforten.“

Herzls wichtigster Gönner war ein Baron de Hirsch, von dem Graf Carl Lonyay unter Berufung auf Dokumente in den Geheimarchiven des kaiserlichen Hofs in Wien berichtet, er habe dem österreichischen Kronprinzen Rudolf, der vor seinem Selbstmord in Meyerling eine Freundin finanziell versorgen wollte, die Summe von 100.000 Gulden zur Verfügung gestellt, „als Gegenleistung für eine freundliche Geste im Dezember, als er dem Bankier [de Hirsch] ein Treffen mit dem Prinzen von Wales [dem künftigen König Edward VII.] ermöglichte“.

Als Folge dieser Begegnung wurde Baron de Hirsch zum Vertrauensmann, Privatbankier und finanziellen Berater des künftigen britischen Königs. De Hirsch war der Schwager Bischoffsheims vom jüdischen Finanzhaus Bischoffsheim und Goldschmidt in London, dem auch ein steinreicher, in Deutschland geborener Jude namens Sir Ernest Cassel angehörte. In seiner biographischen Studie „Sir Ernest Cassel“ (in: Manifest Destiny. A Study of the Mountbatten Family, 1953) schreibt Brian Connell, Sir Ernest habe Baron de Hirschs Freundschaft mit dem Prinzen von Wales „geerbt“: „Während Hirsch lediglich ein Vertrauter gewesen war, wurde Cassell zum engsten persönlichen Freund Edwards VII.“ Cassell war übrigens der letzte Freund des Königs, der diesen lebendig sah; an seinem Todestag erhob sich dieser von seinem Krankenlager und kleidete sich an, um eine Verabredung mit Sir Ernest einhalten zu können.

 

Brian Connell schreibt: „Die kleine internationale Brüderschaft, zu deren führendem Mitglied er [Sir Ernest Cassell] vielleicht wurde, bestand durchwegs aus Männern mit ähnlichem Hintergrund wie er, mit denen er auf seinen umfangreichen Reisen Bekanntschaft geschlossen hatte. Zu ihnen gehörten Max Warburg, das Oberhaupt der großen Privatbank in Hamburg, Edouard Noetzlin, Ehrenpräsident der Banque de France et des Pays Bas in Paris, Franz Philippson in Brüssel, Wertheim und Gompertz in Amsterdam sowie vor allem Jacob Schiff von der Firma Kuhn, Loeb and Company in New York.

 

Ihre Rasse und ihre Interessen verbanden diese Männer miteinander. Das zwischen ihnen geknüpfte Verbindungsnetz zitterte bei der leisesten Berührung. Sie unterhielten ein unglaublich fein gesponnenes Netzwerk, über das sie einander erstaunlich genaue Informationen über die wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Entwicklungen auf höchster Ebene vermittelten. Sie konnten dem einen die Unterstützung entziehen, dem anderen zusätzliche finanzielle Hilfe gewähren, unermessliche Geldsummen blitzartig und unter höchster Geheimhaltung von einem Punkt ihres Finanzimperiums zum anderen verlagern und auf die politischen Entscheidungsprozesse in rund zwanzig Ländern einwirken.“

 

Niemand kann ernstlich in Abrede stellen, dass es sich bei diesen Männern, die „durch ihre Rasse und ihre Interessen verbunden waren“, „unermessliche Geldsummen von einem Punkt ihres Finanzimperiums zum anderen verlagern“ und „auf die politischen Entscheidungsprozesse in rund zwanzig Ländern einwirken“ konnten, um die von Dr. Kastein erwähnte „jüdische Internationale“ handelte, die über alle Landesgrenzen hinweg operierte, um Dr. Herzl zu unterstützen. Eine andere Erklärung dafür, dass die britische Regierung beschloss, diesem ein Territorium für die Gründung seines Judenstaates anzubieten, gibt es schlicht und einfach nicht. Mit einer solchen Macht im Rücken konnte Herzl es sich in der Tat leisten, Forderungen zu stellen und Drohungen auszustoßen. Die einflussreichen Männer, die das internationale Direktorat bildeten (dieses Wort ist durchaus nicht übertrieben!), mögen privat durchaus nicht an den Zionismus geglaubt und ihn vielleicht sogar abgelehnt haben, doch unserer Überzeugung nach waren nicht einmal sie mächtig genug, um gegen die von den jüdischen Weisen festgelegte Politik zu rebellieren oder ihr auch nur die Unterstützung zu versagen.

 

Während die Reisetätigkeit Dr. Herzls im Stillen ihre Früchte zu tragen begann, begab er sich erneut auf Wanderschaft. Er empfand kindlichen Stolz auf seine plötzliche Berühmtheit; die Eleganz der High Society, die Fräcke und die weißen Handschuhe, die Kronleuchter und die Empfänge – all dies sagte ihm ungemein zu. Die talmudistischen Weisen in Russland, die im Kaftan und mit Locken aufgewachsen waren und sich anschickten, ihn zu stürzen, verachteten ihn zwar, benutzten ihn jedoch als Galionsfigur des „emanzipierten westlichen Juden“.

 

1903 hatte Dr. Herzl eine Reihe wahrhaft erstaunlicher Erlebnisse, welche an die Sabbatai Zevis im Jahre 1666 gemahnten. Er trat eine Reise durch die jüdischen Städte Russlands an, wo ihm die unerleuchteten Massen zujubelten, als sei er der Messias persönlich. Bei diesem Anlass versuchte er die russische Regierung dazu zu bewegen, Druck auf den Sultan auszuüben, damit dieser in seinen Vorschlag für eine von den Zionisten gepachtete Kolonie in Palästina einwilligte. Auf den russischen Innenminister von Plehve hinterließ Herzl, der vorgab, für alle russischen Juden zu sprechen, einen gewissen Eindruck. Falls sich Herzl tatsächlich für das Sprachrohr der gesamten Judenheit hielt, so wurde er von diesem Irrtum alsbald kuriert. Er tat nämlich etwas, was entweder von wahrem Heldenmut oder aber von gänzlicher Unkenntnis der Lage zeugte (Männer wie er, die von anderen als Marionetten benutzt werden, sind sich dessen oft nicht bewusst). Um von Plehve gehörig unter Druck zu setzen, griff er wieder zu dem altbewährten Argument: Zionismus oder Revolution. Er ersuchte die russischen Juden, sich jeglicher revolutionärer Aktivitäten zu enthalten, und brachte bei seinen Verhandlungen mit den russischen Verantwortlichen das Thema der jüdischen Emanzipation zur Sprache!

 

Hierdurch unterzeichnete er sein politisches Todesurteil; in der Tat segnete er schon bald darauf das Zeitliche. Mit seinen Vorstößen hätte er nämlich verbotenes Terrain betreten. Für die talmudistischen Führer waren sie blanke Häresie. Sie hatten sich fieberhaft bemüht, die Emanzipation der Juden in Russland zu hintertreiben, weil sie darin eine tödliche Gefahr für ihre Macht über ihr Fußvolk erkannten. Wenn Herzl bei seinen Verhandlungen mit der jüdischen Regierung Erfolg beschieden war, würde sich das Verhältnis zwischen Russen und Juden entscheidend entspannen, und dies würde der propagandistischen Legende von der „Verfolgung der Juden in Russland“ den Garaus machen.

 

Als Herzl aus Russland zurückkehrte, um auf dem sechsten Kongress seiner Zionistischen Weltorganisation aufzutreten, trat ihm das Schicksal in Gestalt einer kompakten Masse russischer Juden entgegen, die ihn nicht bloß wie früher „demütigten“, sondern bedrohten. Angesichts dieser kritischen Lage glaubte er seinen Trumpf ausspielen zu müssen und tat dies auch: Als Ergebnis seiner Unterredungen in London und des von seinen Hintermännern auf die britische Regierung ausgeübten „unwiderstehlichen Drucks“ hatte letztere ihm, Dr. Herzl von der Wiener Neuen Freien Presse, ein Territorium in Afrika angeboten – Uganda!

 

Wenn die Annalen der Geschichte ein noch seltsameres Ereignis verzeichnen, so bin ich jedenfalls nicht darauf gestoßen. Die Trumpfkarte stach jedoch nicht. Wohl stimmten 295 Delegierte für die Annahme des Vorschlags, doch gab es immerhin 175 Gegenstimmen, was bewies, dass Dr. Herzl mitnichten für alle Juden sprach. Bei der großen Mehrheit der Neinsager handelte es sich um russische Juden. Mochte das einfache jüdische Fußvolk in Russland Herzl auch frenetisch zugejubelt haben, die 175 Emissäre des Rabbinats stellten sich gegen ihn, denn Uganda war gleichbedeutend mit dem Scheitern ihres Plans. Sie warfen sich auf den Fußboden, wie es fromme Juden seit jeher zu tun pflegen, um die Toten zu betrauern oder die Zerstörung des Tempels zu beklagen. Unter ihnen war eine Frau, die den weltberühmten Dr. Herzl als „Verräter“ schmähte und, nachdem er gegangen war, die hinter dem Rednerpult hängende Karte von Uganda von der Wand riss.

 

Falls seine Worte und Schriften seine aufrichtigen Überzeugungen widerspiegelten, begriff Dr. Herzl nie, weshalb die jüdischen Abgesandten aus Russland sich strikt weigerten, eine andere Heimstatt als Palästina überhaupt in Betracht zu ziehen. In diesem Fall war er freilich ausgesprochen naiv. Er hatte seine ganze Bewegung auf dem Argument aufgebaut, die „verfolgten Juden“ bedürften dringend einer Heimstatt, und mit den „verfolgten Juden“ konnte er nur die russischen meinen; die westlichen Juden waren schließlich voll emanzipiert. Wenn sein Argument zutraf, war jeder einigermaßen vernünftige Ort eine Lösung, und nun war es ihm gelungen, einen solchen zu finden. Zogen es gewisse russische Juden jedoch vor, in Russland zu bleiben, und war seinen Verhandlungen mit der russischen Regierung Erfolg beschieden, dann ging die Unterdrückung der Juden auch in Russland zu Ende!

 

Die talmudistischen Rabbiner sahen die Dinge allerdings in ganz anderem Licht. Auch sie hatten fleißig an der Legende von den „verfolgten Juden“ gestrickt, während sie sich gleichzeitig mit Zähnen und Klauen gegen die Emanzipation sträubten, doch taten sie dies um der Erfüllung des alten Gesetzes willen, das ihnen die Rückkehr nach Palästina gebot; hiervon hing die Erfüllung aller Verheißungen ab.  –  Uganda hätte für das talmudistische Judentum den Todesstoß bedeutet.

 

Chaim Weizman hat Theodor Herzls endgültige Demütigung geschildert. Nach der Abstimmung suchte Herzl das Gespräch mit den russischen Juden, die ihm den Rücken zugekehrt und den Saal verlassen hatten. „Er trat ein und sah verstört und erschöpft aus. Ihm schlug Totenstille entgegen. Keiner erhob sich, um ihn zu begrüßen, keiner spendete ihm Beifall, als er seine Darlegungen abgeschlossen hatte… Es war wohl das erste Mal, dass Herzl bei einer zionistischen Versammlung so empfangen wurde – er, das Idol aller Zionisten!“

 

Es war auch gleich das letzte Mal. Noch ehe das Jahr zu Ende ging, schied Dr. Herzl im Alter von nur 44 Jahren vom Lichte. Über die Ursache seines Ablebens liegen keine schlüssigen Informationen vor; jüdische Verfasser äußern sich darüber in verklausulierten Formulierungen. Laut der Jewish Encyclopedia war sein frühzeitiger Hinschied die Folge dessen, was er hatte erdulden müssen: Standardwerke äußern sich in gleichem Sinn und machen dunkle, aber aufschlussreiche Andeutungen. In all den vorhergehenden Jahrhunderten hatten Juden, die von der herrschenden Sekte mit dem Bannfluch belegt worden waren, sehr oft plötzlich und unter ungeklärten Umständen das Zeitliche gesegnet. In dieser Frage stößt der Forscher an eine undurchdringliche Mauer. (Magie).

 

Merkwürdigerweise erkannte Herzls engster Vertrauter und wortgewandtester Helfer Max Nordau (ein Pseudonym; sein wirklicher Familienname war Suedfeld) mit großer Klarheit, wie sich die Dinge entwickelt hatten und weiter entwickeln würden. Mit einer Hellsicht, die nicht hinter derjenigen Leon Pinskers zurückstand, schilderte er die Entwicklung, zu welcher der von Pinsker erwähnte „unwiderstehliche Druck“ führen würde. Bei demselben Kongress, bei dem Herzl so schwer gedemütigt wurde, gab Nordau folgende, sehr zutreffende Prognose ab:

 

„Die Worte, die ich jetzt zu Ihnen sagen werde, sind wie die Sprossen einer Leiter, die immer weiter nach oben führt: Herzl, der zionistische Kongress, das englische Uganda-Projekt, der künftige Weltkrieg, die Friedenskonferenz, auf der mit Hilfe Englands ein freies und jüdisches Palästina geschaffen werden wird.“ Also sprach Max Nordau im Jahre 1903.

 

Allerdings unterließ selbst er es, die logische Schlussfolgerung aus seinen Ausführungen zu ziehen. Dies tat stattdessen ein anderer Delegierter, Dr. Nahum Sokoloff, der sagte: “Jerusalem wird eines Tages die Hauptstadt des Weltfriedens werden.“ Heute, im Jahre 1956, wo die westlichen Regierungen täglich fürchten, Jerusalem könnte tatsächlich vom zionistischen Staat annektiert werden, ist es klar, dass die Zionisten in der Tat das von Sokoloff ausgesprochene Ziel verfolgen, doch ob dieses dem Rest der Menschheit dann wirklich als „Hauptstadt des Weltfriedens“ vorkommen wird, bleibt abzuwarten.

 

Nach Herzls Tod leitete der spätere Führer des Zionistischen Weltkongresses Dr. Chaim Weizmann die Attacke auf den Uganda-Plan, und schon beim nächsten Kongress (es war der siebte) wurde die Zustimmung zu dieser Offerte rückgängig gemacht. Von diesem Augenblick an war der Zionismus das Werkzeug des talmudistischen Rabbinats im Osten.

 

Die Geschichte des Uganda-Plans und seiner verächtlichen Ablehnung zeigt, wie gleichgültig sich die herrschende Sekte gegenüber dem Wohlergehen und den Wünschen der jüdischen Massen verhielt, in deren Namen sie angeblich sprach. Anstatt „gleichgültig“ müsste man richtiger „feindselig“ sagen. Den Beweis dafür liefert die Art und Weise, wie die drei Hauptgruppen innerhalb des Judentums auf das Angebot reagierten: Die westlichen, die russischen und die bereits in Palästina ansässigen, die bei der ganzen hitzigen Debatte überhaupt nie der Erwähnung für würdig befunden worden waren.

 

Wie bereits mehrfach hervorgehoben, waren die westlichen Juden in ihrer übergroßen Mehrheit gegen den Zionismus, ob dieser die angestrebte jüdische Heimstatt nun in Uganda, in Palästina oder anderswo zu gründen gedachte; sie wollten dort bleiben, wo sie waren. Die russischen Juden wurden als Opfer von „Verfolgung“ dargestellt; wenn dies stimmte, mussten sie den Uganda-Plan logischerweise begrüßen. Der begeisterte Empfang, den sie Herzl bereiteten, spricht dafür, dass sie seinen Rat unter allen Umständen befolgt hätten, hätte das Rabbinat ihnen dies erlaubt.

 

Die bereits in Palästina lebenden Juden waren Feuer und Flamme für Uganda; diesbezügliche Forschungen lassen keinen Zweifel daran zu. Aus diesem Grunde wurden sie von den judaisierten Chasaren Russlands, die unter dem Banner des Zionismus marschierten, als „Verräter“ verunglimpft. Anno 1945 hielt die Zionistische Weltorganisation fest:

 

„Es war entwürdigend und deprimierend, ansehen zu müssen, wie all diese Menschen, die… das jüdische Palästina jener Zeit als erste aufgebaut hatten, nun ihre eigene Vergangenheit verleugneten und sich von ihr lossagten… Die Leidenschaft für Uganda ging Hand in Hand mit einem tödlichen Hass auf Palästina… In den Gemeindezentren der ersten jüdischen Kolonien beschimpften junge Männer, die in den Schulen der Alliance Israélite erzogen worden waren, Palästina als ‚Land von Leichen und Gräbern‘, als Land der Malaria und der Augenkrankheiten, als Land, das seine Einwohner vernichte. In diesem Sinne äußerten sich durchaus nicht nur Vereinzelte. Ganz im Gegenteil, nur hier und da gab es ein paar Bewohner, die sich loyal verhielten… Ganz Palästina befand sich im Zustand der Gärung… Die gesamte Opposition gegen Uganda kam von außerhalb Palästinas. In Zion selbst waren alle gegen Zion.“

 

Was die Massen – ob jüdische oder nichtjüdische – wollten, war ab 1903 freilich nicht von Belang. Ob die Zionisten den Uganda-Plan annahmen oder ablehnten, war letzten Endes bedeutungslos: das Angebot war auf dem Tisch, und hierdurch hatte der Westen einen Weg eingeschlagen, der früher oder später in den Abgrund münden musste. Wie Dr. Weizmann schreibt, verpflichtete sich eine britische Regierung „durch diese Tat“ dazu, die russischen Talmudisten als Vertreter aller Juden anzuerkennen; durch diesen Schritt nahm sie auch die künftigen Generationen ihres Volkes in die Mangel, und ein Jahrzehnt später folgte eine entsprechende Verpflichtungserklärung seitens der Vereinigten Staaten, wo der Boden inzwischen gedüngt worden war.

Dieser im Jahre 1903 erfolgte Schritt der britischen Regierung war der Auslöser der Katastrophen, welche im 20. Jahrhundert über die Welt hereinbrachen. Die Geschichte Zions wurde fortan immer mehr identisch mit der Geschichte westlicher Politiker, die sich „unter unwiderstehlichem Druck“ vor den Karren der Sekte spannen ließen. Somit war 1903 das Jahr, in dem die Verschwörung triumphierte; für das Schicksal des Abendlandes war es ebenso verhängnisvoll wie die Jahre 1914 oder 1939, auf deren Verlauf es direkt eingewirkt hat.

 

Kapitel 27  Die „Protokolle“

Während der Zionismus im Verlauf des 19. Jahrhunderts in den östlichen Ghettos Gestalt annahm und sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die britische Regierung den Zionisten Uganda anbot, zu einer neuen Kraft auf der internationalen Bühne mauserte, bereitete die Weltrevolution in denselben talmudistisch beherrschten Zonen ihren dritten Ausbruch vor. Die beiden Bewegungen marschierten in strammem Gleichschritt voran; wie wir gesehen haben, benutzte der Zionismus die kommunistische Bedrohung als Erpressungsmittel, um die Regierenden Europas für seine außereuropäischen territorialen Ansprüche einzuspannen. Eine Zwillingsturbine hatte zu rotieren begonnen und erzeugte eine Kraft, die das neue Jahrhundert galvanisierte.

Laut Disraeli und Bakunin war die Weltrevolution um die Mitte des 19. Jahrhunderts herum unter jüdische Kontrolle geraten, und ihre Zielsetzungen hatten sich geändert. Bakunins Anhänger, die den Staat als solchen abschaffen wollten, weil sie ahnten, dass der revolutionäre Staat noch despotischer sein würde als jedes beliebige vorrevolutionäre Regime, wurden entmachtet und gerieten schon bald in Vergessenheit. Zur ideologischen Grundlage der Weltrevolution wurde das von Karl Marx geschaffene Kommunistische Manifest, dessen Zielsetzung die Errichtung eines auf Sklavenarbeit gründenden Superstaates und die „Konfiskation der menschlichen Freiheit“ (so de Tocqueville im Jahre 1848) war.

Dass die Führung der Weltrevolution in neue Hände übergegangen war und sich ihre Ziele entsprechend geändert hatten, bestimmte den Verlauf des 20. Jahrhunderts. Nicht geändert hatten sich allerdings die Methoden, mittels welcher die bestehende Ordnung zerstört werden sollte; sie entsprachen immer noch den von Weishaupt in seinen 1787 veröffentlichten Dokumenten empfohlenen. Viele Publikationen des 19. Jahrhunderts belegen, dass der ursprüngliche Plan der Illuminaten in Bezug auf die anzuwendenden Mittel für die Revolutionäre aller Lager noch generationenlang seine Gültigkeit behielt.

 

Diese Publikationen propagierten – oder entlarvten – den zerstörerischen Plan auf verschiedene Art und Weise, manchmal in allegorischer Form, doch stets so, dass Weishaupts Ideen erkennbar blieben. 1859 schrieb der katholische französische Autor Crétineau Joly ein Buch mit dem Titel L’église romaine en face de la révolution [Die römische Kirche angesichts der Revolution], in dem er die jüdische Führung der „Geheimgesellschaften“ attackierte und Dokumente des italienischen Geheimbundes „Alta Vendetta Romana“ zitierte, die ihm von Papst Gregor XVI. zur Verfügung gestellt worden waren; an ihrer Echtheit bestand kein Zweifel. An der Spitze dieser Geheimgesellschaft stand ein Illuminat reinsten Wassers, ein italienischer Prinz, der von Baron Knigge, einem der engsten Vertrauten Weishaupts, eingeweiht worden war. Dem äußeren Kreis der Eingeweihten, den leichtgläubigen Gimpeln, hatte man weisgemacht, das Ziel der Vereinigung sei erhaben und edel; es handle sich bei ihr um einen Orden, der eine reinere Moral, größere Frömmigkeit sowie die Unabhängigkeit und Einheit Italiens anstrebe. Je weiter ein Mitglied ins Innere der Gesellschaft vordrang, desto mehr erfuhr es über deren wirkliche Bestrebungen; es musste schwören, auf die Zerstörung jeder Form von Religion und legitimer Regierung hinzuwirken, und wurde dann in die Geheimnisse des Meuchelmordes, der Gifte und des Meineids eingeweiht, die Weishaupt weiland in seinen Dokumenten enthüllt hatte.

 

Unverkennbar illuministischen Charakter trug auch das Kommunistische Manifest des Karl Marx. 1862 gründete dieser seine Erste Internationale, während Bakunin seine Sozialdemokratische Allianz aus der Taufe hob; wie Nesta Webster anhand besonders aufschlussreicher Passagen nachgewiesen hat, war deren Programm unverwässertes Illuminatentum. Im selben Jahr erschien Maurice Jolys allegorisches Buch Gespräch zwischen Montesquieu und Macchiavelli in der Hölle, in dem dieser Napoleon III. angriff und ihm vorwarf, die Gesellschaft mit den von den Illuminaten propagierten Mitteln zu korrumpieren und zu zersetzen. 1868 schrieb der Deutsche Hermann Goedsche unter dem Pseudonym John Retcliffe einen Roman mit dem Titel Biarritz , in dem er vor der jüdischen Verschwörung warnte; in gleichem Sinne äußerte sich ein Jahr später der französische Katholik und Royalist Gougenot Des Mousseux in seinem Buch Le juf, le judaïsme et la judaïsation des peuples chrétiens [Der Jude, das Judentum und die Verjudung der christlichen Völker]. Ebenfalls Anno 1869 publizierte Bakunin seine Polemik gegen die Juden.

 

In all diesen Werken tauchten die Grundideen, die Weishaupt in seinen Dokumenten offenbart hatte, in der einen oder anderen Form auf: Die Vernichtung aller Religionen, legitimen Regierungen und Nationen; die Errichtung eines despotischen Weltstaates, der die geknechteten Massen mit barbarischem Terror regierte. In einigen dieser Schriften wurde die jüdische Usurpierung der Weltrevolution gebrandmarkt.

 

Nach 1869 wurde es um dieses Thema für lange Zeit still, doch 1905 erschien aus der Feder des russischen Religionswissenschaftlers und wandernden Mönchs Sergej Nilus ein Buch mit dem Titel Das Grosse im Kleinen, dessen letztes Kapitel 1920 ins Englische übersetzt wurde; es trug den Titel „Die Protokolle der Weisen von Zion“ und löste im Westen eine stürmische Debatte aus. Angeblich handelt es sich bei diesem Text um die Protokolle eines geheimen Treffens jüdischer Führer, doch wurde hierfür nie ein Beweis erbracht. Insofern ist die Schrift wertlos.

 

In jeder anderen Hinsicht ist sie hingegen von geradezu überwältigender Bedeutung, denn die späteren Ereignisse haben ohne jedes Wenn und Aber bewiesen, dass es sich um ein authentisches Dokument der Weltverschwörung handelt, von der man erstmals aus den Weishaupt-Papieren erfuhr. Wie bereits erwähnt, erschienen im 19. Jahrhundert noch viele andere Dokumente, die an Weishaupt anknüpften, doch keines kann sich auch nur im Entferntesten mit den Protokollen messen. Alle anderen waren fragmentarischer Natur und ermöglichten dem Forscher lediglich den einen oder anderen Einblick in die Verschwörung, während die Protokolle ein umfassendes Bild von dieser mitsamt ihren Beweggründen, Methoden und Zielen vermittelten. Abgesehen von der unbewiesenen Behauptung, sie stammten von jüdischen „Weisen“, enthalten sie zwar kaum etwas, was nicht schon vorher in dieser oder jener Form durchgesickert wäre, doch ihr Vorzug liegt darin, dass sie all diese Fragmente zu einem geschlossenen Mosaik zusammensetzen. Sie liefern eine realistische Schilderung dessen, was sich in den anschließenden fünfzig Jahren ereignet hat, sowie dessen, was in den kommenden fünf Jahrzehnten zweifellos folgen wird, sofern die von der Verschwörung entfesselte Kraft bis dann keine überlegende Gegenkraft auf den Plan gerufen hat.

 

Die Protokolle verraten ein ungeheures Maß an Kenntnissen (insbesondere der menschlichen Schwächen), denen zwangsläufig die gesammelten Beobachtungen und Erfahrungen ganzer Jahrhunderte, oder Zeitalter, zugrunde liegen müssen. Sie sind in herablassendem, hochmütigem Ton verfasst, als hätten ihre mit uralter Weisheit gesegneten Urheber vom Olymp auf die ungebildete Masse in der Tiefe hinabgeblickt („der Mob“, „alkoholisierte Tiere“, „Vieh“, „blutrünstige Tiere“), die vergeblich versucht, sich der „Zange“ zu entziehen, die sich um sie schließt. Die beiden Kneifer dieser Zange sind „die Macht des Goldes“ sowie die rohe Gewalt des Pöbels, der dazu aufgehetzt wird, seine einzigen Beschützer und damit auch sich selbst zu vernichten.

 

Die zerstörerische Idee wird hier im Gewande einer annähernd exakt wissenschaftlichen Theorie präsentiert, und zwar mit Gusto und Eleganz. Beim Studium der Protokolle kam mir ein Zitat von Disraeli in den Sinn, auf das ich in früherem Zusammenhang hingewiesen habe. Disraeli, der seine Worte mit Bedacht zu wählen pflegte, sprach nicht von einer „zerstörerischen Idee“, einem „zerstörerischen Plan“, oder einer „zerstörerischen Verschwörung“, sondern von einem „zerstörerischen Prinzip“. Schlägt man in verschiedenen Wörterbüchern nach, so wird der Begriff „Prinzip“ dort als „fundamentale Wahrheit“, „grundlegendes Gesetz“ oder „verbindliche Leitlinie“ definiert; all diese Definitionen treffen auf die Protokolle zu.

 

Bei deren Lektüre gewinnt man an vielen Stellen zunächst den Eindruck, als betrachteten sie jede Form der Zerstörung als Tugend und rechtfertigten folglich sämtliche explizit erwähnten destruktiven Methoden; dieser Logik nach wären Bestechung, Erpressung, Korruption, Subversion, Aufruhr, Aufwiegelung des Pöbels, Terror und Gewalt als Mittel zur Erreichung eines tugendhaften Ziels an sich tugendhaft. Eine genauere Analyse ergibt freilich, dass dem nicht so ist.

 

Die Protokolle sind so aufgebaut, dass das Ziel – die Weltherrschaft – schon zu Beginn formuliert wird und erst anschließend die zweckmäßigsten Methoden zu ihrer Erringung erörtert werden. Dieses Ziel wurde bereits in den Weishaupt-Dokumenten enthüllt; alles deutet darauf hin, dass sowohl diese als auch die Protokolle auf eine sehr viel ältere Quelle zurückgehen, auch wenn es den Anschein macht, als habe Weishaupt bei der Entstehung der Protokolle Pate gestanden. Wie bereits hervorgehoben, soll auf die Erringung der Weltherrschaft die Vernichtung aller Religionen und Nationen sowie die Gründung eines auf gnadenlosem Terror beruhenden Superstaates folgen.

 

Nach der Veröffentlichung der Protokolle in englischer Sprache konzentrierten die aufgebrachten Juden ihre Angriffe auf deren schwächsten Punkt, nämlich die unbewiesene Behauptung, sie seien bei einem bestimmten Anlass von einer Gruppe jüdischer Führer verfasst worden. 1913 erschien übrigens eine ähnliche Publikation, die angeblich von den Jesuiten stammte und in der es um eine jesuitische Weltverschwörung ging; die Jesuiten konterten gelassen, es handle sich um eine Fälschung, und die Angelegenheit geriet schon bald in Vergessenheit. Die Reaktion des offiziellen Judentums in den zwanziger Jahren und darauf war völlig verschieden: Es bestritt nicht nur die Urheberschaft der Protokolle, sondern verwarf deren Inhalt in Bausch und Bogen und stellte nicht bloß die Existenz einer jüdischen Verschwörung, sondern jede Verschwörung überhaupt in Abrede. Dies war eine offensichtliche Unwahrheit: Schließlich hatte eine lange Reihe von Autoritäten, von Edmund Burke, George Washington und Alexander Hamilton bis hin zu Disraeli, Bakunin und vielen anderen die Realität einer Verschwörung anerkannt. Ein schlagender Beweis war zudem die drei Jahre vor der englischen Ausgabe der Protokolle ausgebrochene Revolution in Russland. Unter diesen Umständen hatten die allzu wütenden und lautstarken jüdischen Attacken lediglich den Effekt, den Argwohn der Öffentlichkeit noch zu verstärken.

 

Schon mehr als ein Jahrhundert früher hatten Robison, Barruel und Morse mit ihren Forderungen nach einer öffentlichen Untersuchung auf Granit gebissen. Keiner dieser drei Männer hatte behauptet, die Verschwörung sei jüdischen Ursprungs; sie hatten lediglich auf deren permanenten Charakter hingewiesen und hervorgehoben, dass die Französische Revolution nichts weiter als deren erster Ausbruch gewesen war. Im Fall der Protokolle wurden alle Forderungen nach einer sachlichen Untersuchung von jüdischer Seite abgeblockt; dass das Judentum ihre Echtheit so verbissen bestritt, war der überzeugendste Beweis dafür, dass sie in der Tat authentisch waren, ließ jedoch gleichzeitig erkennen, dass sich eine öffentliche Diskussion unerwünschter Tatsachen viel wirksamer unterdrücken ließ als 120 Jahre zuvor. Vermutlich war noch nie in der Geschichte so viel Geld und Energie zur Diskreditierung eines einzigen Dokuments aufgewendet worden.

 

Einer der beiden namhaftesten britischen Korrespondenten in Moskau, Victor Marsden von der Morning Post, hatte ein Exemplar des Buchs von Nilus nach England gebracht. (Auf den anderen dieser beiden Korrespondenten, dessen Geschichte ebenfalls von großer Wichtigkeit ist, werden wir in einem späteren Kapitel zu sprechen kommen.) Marsden war ein anerkannter Russland-Spezialist und stand noch ganz unter dem Eindruck des bolschewistischen Terrors. Letzten Endes gehörte auch er zu dessen Opfern, starb er doch schon bald nach dem Abschluss einer Arbeit, die er offenbar als seine Pflicht betrachtete – der Übersetzung der Protokolle, die er im British Museum vornahm.

 

Sofort nach ihrem Erscheinen schlug diese Schrift in aller Welt hohe Wellen. Die zwanziger und die frühen dreißiger Jahre waren die letzte Periode, in der man in der Öffentlichkeit sachlich über die jüdische Frage diskutieren konnte. Anfangs war die Debatte frei und lebhaft, doch schon bald gelang es den daran interessierten Kreisen, selbst die leiseste Kritik an Juden als Majestätsbeleidigung darzustellen, und heute wagt es kaum jemand, die Protokolle auch nur zu erwähnen, es sei denn, um sie als „infame Fälschung“ zu geißeln. Dieser vorauseilende Gehorsam seitens der Nichtjuden gehört zu jenen Entwicklungen, die in den Protokollen selbst vorausgesagt werden.

 

Die erste Reaktion auf die Veröffentlichung der Schrift hatte freilich dem entsprochen, was zu erwarten gewesen war: Man sah in ihnen den handfesten Beweis für eine internationale Verschwörung gegen Religion, Nation, legitime Regierung und Privateigentum. Alle Kommentatoren waren sich darüber einig, dass keine Beweise für die den Protokollen zugeschriebene Herkunft vorlagen, eine öffentliche Untersuchung jedoch angesichts des schwerwiegenden Inhalts und der jüngsten geschichtlichen Ereignisse unabdingbar war. Nach einer Untersuchung hatten 120 Jahre zuvor in einem ähnlichen Zusammenhang bereits andere Männer gerufen, und wie schon damals wurden diese Forderungen auch jetzt gnadenlos unterdrückt; man gab sich also nicht mit bloßer Kritik an der Behauptung zufrieden, die Protokolle seien tatsächlich das Werk irgendwelcher „Weisen von Zion“.

 

In der Times (of London) vom 8. Mai 1920 erschien zu dieser Frage ein langer Artikel, in dem es unter anderem hieß: „Eine unparteiische Untersuchung dieser angeblichen Dokumente und ihrer Geschichte ist in höchstem Grade wünschenswert… Sollen wir die ganze Angelegenheit ungeprüft zu den Akten legen und keinerlei Ermittlungen zum Einfluss eines Buchs wie des vorliegenden durchführen?“ Die Morning Post, eine der ältesten und seriösesten britischen Zeitungen, veröffentlichte zu diesem Thema nicht weniger als dreiundzwanzig Beiträge und forderte ebenfalls eine Untersuchung. In gleichem Sinne äußerte sich auch Lord Sydenham, eine der angesehensten Figuren jener Zeit, in The Spectator vom 27. August 1921: „Der entscheidende Punkt ist natürlich die Quelle, von der Nilus die Protokolle erhalten hat. Die Russen, die Nilus und seine Schriften kannten, können nicht alle von den Bolschewiken liquidiert worden sein. Sein Buch… ist nicht [vollständig] übersetzt worden, obwohl es eine gewisse Vorstellung von diesem Mann vermitteln würde… Was ist der auffallendste Zug der Protokolle? Die Antwort lautet: Ungewöhnliche und erstaunlich breitgefächerte Kenntnisse. Die Lösung dieses ‚Rätsels‘, wenn es eines ist, kann nur dort gefunden werden, wo diese unheimlichen Kenntnisse, auf denen die vor unseren Augen wortwörtlich in Erfüllung gehenden Prophezeiungen beruhen, nachweislich vorhanden sind.“

 

In Amerika erklärte Henry Ford: „Die Protokolle schildern zutreffend, was bisher auf der Welt geschehen ist und weiterhin geschieht.“ In seiner Zeitung The Dearborn Independant ließ Ford eine Reihe von Artikeln zu diesem Thema publizieren, die später in einer Auflage von anderthalb Millionen als Sonderdruck verbreitet wurden.

 

Zwei Jahre nach dem Erscheinen des erwähnten Artikels in The Times wurde der Besitzer der Zeitung von einem ungenannten Arzt in einem fremden Land für verrückt erklärt (auf diese Episode gehen wir in einem späteren Kapitel ein) und seiner Position enthoben; die Zeitung veröffentlichte einen Artikel, in dem die Protokolle als auf dem Buch Maurice Jollys basierende Fälschung bezeichnet wurden. Der Besitzer der Morning Post wurde zur Zielscheibe einer pausenlosen Hetzkampagne, die ihn schließlich zum Verkauf des Blatts bewog; bald darauf stellte es sein Erscheinen ein. Henry Ford entschuldigte sich 1927 öffentlich bei einem bekannten amerikanischen Juden; als ich die Vereinigten Staaten später besuchte, erfuhr ich aus glaubwürdiger Quelle, dass er zu diesem Schritt durch die Drohungen von Autohändlern gezwungen worden war, von denen der Erfolg seines brandneuen Ford-Modells und damit das Schicksal seines Konzerns abhing.

 

Die Kampagne gegen die Protokolle hat seither niemals aufgehört. Im kommunistischen Russland wurden alle vorgefundenen Kopien vernichtet, und der Besitz des Buchs wurde unter dem Gesetz gegen „Antisemitismus“ zum Kapitalverbrechen erklärt. Fünfundzwanzig Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, zwangen die amerikanischen und britischen Besatzungsbehörden die Regierung des okkupierten Westdeutschlands, Gesetze gegen „Antisemitismus“ nach bolschewistischem Muster zu erlassen; 1955 wurde dort das Geschäft eines Typographen beschlagnahmt, der die Protokolle gedruckt hatte. In England wurde der Verkauf des Buchs schon bald nach seinem Erscheinen von den Behörden unter dem Druck bestimmter Kreise zeitweise unterbunden; die Heftigkeit der Attacken ließ auch in den folgenden Jahren nicht nach, so dass größere Verleger die Finger von dieser Schrift ließen und nur Kleinverlage den Mut aufbrachten, sie zu drucken. In der Schweiz versuchten jüdische Kreise in den dreißiger Jahren, die Protokolle gerichtlich als „Schundliteratur“ einstufen zu lassen; sie gewannen den Prozess zwar, zogen jedoch im Berufungsverfahren den kürzeren.

 

Bereits Anno 1905 schilderten die Protokolle eine Entwicklung, die in den zwanziger Jahren begann und bis in unsere Tage anhält:

 

 „Durch die Presse haben wir die Macht errungen, Einfluss auszuüben, während wir selbst im Schatten bleiben… Der hauptsächliche Faktor des Erfolges in der Politik ist, dass sie geheim betrieben werden muss; das Wort des Diplomaten darf seinen Taten nicht entsprechen… Wir müssen die Regierungen zwingen… Aktionen zu unternehmen, die mit unserem langfristigen Plan übereinstimmen…, der sich seiner angestrebten Erfüllung bereits nähert, und zwar durch das, was wir als öffentliche Meinung darstellen werden, während es in Wirklichkeit durch uns mittels der sogenannten ‚Großen Macht‘ insgeheim geschaffen wird, der Presse, die sich, von einigen kaum erwähnenswerten Ausnahmen abgesehen, bereits voll und ganz in unseren Händen befindet. Wir werden mit der Presse wie folgt umgehen: … Wir werden ihr straffe Zügel anlegen; dasselbe werden wir auch mit allen anderen Druckerzeugnissen tun, denn was für einen Sinn hätte es, die Angriffe in der Presse zu unterbinden, wenn wir auch weiterhin in Pamphleten und Büchern attackiert würden?…Niemand soll den Heiligenschein unserer unfehlbaren Regierung ungestraft antasten dürfen. Der Vorwand für das Verbot einer Publikation wird darin bestehen, dass sie die Öffentlichkeit ohne Anlass oder Rechtfertigung aufhetzt… Wir werden sicherlich über unsere Gegner triumphieren, da ihnen dank den erwähnten Methoden des Umgangs mit der Presse keinerlei Organe zur Verfügung stehen werden, in denen sie ihre Ansichten voll und umfassend darlegen können…“

 

Fassen wir das bisher zu den Protokollen Gesagte zusammen: Die Behauptung, dass sie von jüdischen Weisen stammen, lässt sich nicht belegen und ist deshalb zu verwerfen, was allerdings längst noch nicht heißt, dass es keine Beweise für die jüdische Führung der Weltrevolution gäbe. Die jüdischen Attacken auf die Protokolle wurden nicht damit motiviert, dass sie das Ansehen der Juden schädigen, sondern damit, dass sie „die Öffentlichkeit ohne Anlass oder Rechtfertigung aufhetzen“. Dass es sich bei den Protokollen um eine Fälschung handle, wurde mit dem fadenscheinigen Argument begründet, sie wiesen auffallende Ähnlichkeit mit mehreren früheren Publikationen auf und seien demnach ein „Plagiat“. Die Wahrheit lag natürlich auf der Hand: Sie waren eine von vielen Schriften, in denen die Methoden und Ziele der Verschwörung dargelegt wurden. Auf jeden Fall beweisen sie, dass die Organisation, über deren Existenz die Weishaupt-Dokumente erstmals Aufschluss vermittelten, auch 120 Jahre später noch existierte, sich weiterhin der von Weishaupt propagierten Methoden bediente und unbeirrt dieselben Ziele verfolgte. Zum Zeitpunkt, wo die Protokolle ins Englische übersetzt wurden, hatte die bolschewistische Revolution all dies endgültig erhärtet.

 

Meiner Ansicht nach sind die Protokolle für jeden, der das vorliegende Thema ernsthaft erforscht, die grundlegendste aller Quellen. Schon 1921 bekundete Lord Sydenham sein Erstaunen über die „unheimlichen Kenntnisse, auf denen die vor unseren Augen in Erfüllung gehenden Prophezeiungen beruhen“; um wieviel größer wäre sein Erstaunen heute, im Jahre 1956, wo ein noch weit größerer Teil dieser Prophezeiungen wortwörtlich in Erfüllung gegangen ist? Anhand dieses Buchs kann jedermann die Umwälzungen der letzten 150 Jahre verfolgen, jene der kommenden 50 Jahre vorausahnen und im voraus abschätzen, wie stark die „Taten“ der von ihm gewählten Politiker von ihren „Worten“ abweichen werden.

 

In einem spezifischen Punkt kann ich Lord Sydenhams Urteil, wonach ein großer Teil der in den Protokollen geäußerten Prophezeiungen bereits in Erfüllung gegangen ist, anhand meiner persönlichen Erfahrungen bekräftigen. Bezüglich der Informationskontrolle liest man in den Protokollen:

 

„Keine einzige Information wird die Öffentlichkeit ohne unsere Kontrolle erreichen. Bereits heute sind wir insofern schon so weit, als alle Nachrichten von einigen wenigen Agenturen empfangen werden, in deren Büros sie aus allen Teilen der Welt eingehen. Diese Agenturen werden dann ganz und gar uns gehören und werden nur das veröffentlichen, was wir ihnen diktieren.“

 

Diese Schilderung entspricht nicht dem Anno 1905 oder zu Lord Sydenhams Zeiten herrschenden, wohl aber dem heutigen Zustand; als ich 1926 meine Karriere als Journalist begann, hatte diese Entwicklung bereits eingesetzt. Der Strom von „Nachrichten“, mit dem die Öffentlichkeit via die Zeitungen gefüttert wird, stammt von einem runden halben Dutzend Agenturen; wer diese paar Ventile kontrolliert, entscheidet darüber, welche Informationen die Öffentlichkeit erreichen und welche nicht. Der Leser dieser Zeilen kann selbst darüber urteilen, in welch filtrierter Form er Informationen erhält.

 

Hinsichtlich der – auf diesen kontrollierten Informationen beruhenden – Kommentare der Redaktionen lohnt es sich, einen Vergleich mit den sachlichen und kritischen Artikeln anzustellen, die vor einem runden Vierteljahrhundert in The Times, Morning Post, Spectator, Dearborn Independent und anderen Blättern erschienen; heute könnten dergleichen Beiträge nicht mehr veröffentlicht werden. Die Gängelung der Presse ist nach dem in den Protokollen geschilderten Rezept erfolgt; das Zeitalter, in das ich hineingeboren wurde, sowie meine reiche Erfahrung als Journalist haben es mir ermöglicht, diese Entwicklung vorauszuahnen.

Ein Vergleich zwischen den Protokollen und den Weishaupt-Papieren legt den Schluss nahe, dass beide einer gemeinsamen, viel älteren Quelle entstammen. Ganz unmöglich können sie die Schöpfung eines einzigen Menschen oder auch einer Gruppe von Menschen sein, die zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gelebt haben, denn die „unheimliche Erfahrung“, die aus ihnen spricht, beruht offensichtlich auf dem gesammelten Erfahrungsschatz von Generationen. Insbesondere verraten sowohl die Weishaupt-Dokumente als auch die Protokolle eine tiefgründige Kenntnis der menschlichen Schwächen, die mit großer Präzision geschildert werden, und es wird genüsslich und ironisch beschrieben, welche Methoden zur Anwendung gelangen, um jede dieser Schwächen auszunutzen.

Das Werkzeug zur Zerstörung der christlichen Nationalstaaten mitsamt ihrer Religion ist der „Mob“. Dieser Begriff wird immer wieder mit schneidender Verachtung als Bezeichnung für die Massen verwendet, denen man öffentlich schmeichelt, indem man sie „das Volk“ nennt. „Menschen mit schlechten Instinkten sind zahlreicher als solche mit guten, weshalb man bei ihrer Lenkung die besten Ergebnisse mit Gewalt und Einschüchterung erzielt… Die Macht eines Mobs ist blinde, sinnlose und unvernünftige Gewalt, die stets von Einflüsterungen von irgendwelcher Seite abhängt.“ Aus diesem Argument ergibt sich die Schlussfolgerung, dass „absoluter Despotismus“ notwendig ist, um über den „Mob“ zu regieren, bei dem es sich um einen „Wilden“ handelt, und dass „unser Staat den Terror anwenden wird, der gewöhnlich blinde Unterwerfung erzeugt“. Bekanntlich werden diese Rezepte heute im kommunistischen Russland wortwörtlich angewendet.

Auf „absolutem Despotismus“ beruhen soll auch der internationale Superstaat, der das Endziel der geplanten Entwicklung darstellt. Bis es soweit ist, dienen despotische regionale Marionettenregime als unerlässliches Instrument zur Zerstörung der Staaten und zur Brechung der Widerstandkraft der Völker: „Selbst vom letzten der diktatorischen Premierminister der Gegenwart lassen sich die Völker geduldig Ungerechtigkeiten gefallen, für die sie zwanzig Könige geköpft hätten. Was ist die Erklärung? … Sie liegt darin, dass diese Diktatoren den Völkern durch ihre Agenten einreden, mittels dieser Ungerechtigkeiten schädigten sie die Staaten mit dem edelsten aller Ziele – um das Wohlergehen der Völker, die internationale Brüderschaft zwischen ihnen, ihre Solidarität und Gleichberechtigung zu gewährleisten. Natürlich sagen sie den Völkern nicht, dass diese Vereinigung einzig und allein unter unserer souveränen Herrschaft erfolgen darf.“

Diese Passage ist von besonderem Interesse. Im Jahre 1905 hätten die Menschen mit dem Ausdruck „diktatorische Premierminister“ nichts anfangen können, denn damals glaubten die Völker des Westens, ihre gewählten Vertreter verträten ihre Interessen und seien auf ihre Zustimmung angewiesen. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg stellte sich freilich heraus, was damit gemeint war, denn damals schwangen sich amerikanische Präsidenten und britische Premierminister in der Tat zu „Diktatoren“ auf und rissen im Namen des „Wohlergehens der Völker“, der „internationalen Brüderschaft“ und der „Gleichberechtigung“ exzessive Machtbefugnisse an sich. In beiden Weltkriegen erklärten diese „diktatorischen Premierminister“ ihren Völkern tatsächlich, diese Schritte verfolgten das Ziel, die Welt zu vereinen, drückten sich aber geflissentlich um die Frage herum, unter was für einer Regierung dies geschehen solle. Da bereits ein so großer Teil der in den Protokollen gemachten Voraussagen in Erfüllung gegangen ist, wäre es äußerst töricht, die Prophezeiung, wonach die Weltregierung mit „Gewalt und Einschüchterung“ regieren werde, auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ein besonderes Merkmal der beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts besteht darin, dass sie den scheinbar siegreichen Völkern Enttäuschung über Enttäuschung bescherten. Auch folgende, im Jahre 1905 (oder früher) gemachten Aussagen scheinen auf „unheimlichen Kenntnissen“ zu beruhen: „Seither [seit der Französischen Revolution] führen wir die Völker von einer Enttäuschung zur anderen… Hierdurch befinden sich alle Staaten in einer Zwangslage; sie rufen zur Ruhe auf, sie sind bereit, alles für den Frieden zu opfern, doch wir werden ihnen keinen Frieden gewähren, bis sie die/unsere internationale Superregierung offen und unterwürfig anerkennen.“ Diese 1905 oder früher niedergeschriebenen Worte schildern den Verlauf des 20. Jahrhunderts recht treffend.

Aufschlussreich ist auch folgende Passage aus den Protokollen: „Es ist für unsere Zwecke unerlässlich, dass Kriege, soweit dies möglich ist, nicht zu territorialen Gewinnen führen.“ Dies war in der Tat der zentrale, scheinbar zutiefst moralische Slogan, dessen sich die politischen Führer Amerikas und Großbritanniens in beiden Weltkriegen bedienten; der Unterschied zwischen den Worten und den Taten dieser Staatsmänner trat hier mit seltener Klarheit zutage.

Das hauptsächliche Ergebnis des Ersten Weltkriegs bestand darin, den revolutionären Zionismus und den revolutionären Kommunismus zu neuen Kräften auf der internationalen Bühne zu machen, ersteren mit dem Versprechen auf eine jüdische Heimstatt und letzteren mit der Schaffung einer kommunistischen Hochburg. Das hauptsächliche Resultat des Zweiten Weltkriegs sah so aus, dass einzig und allein der Zionismus und der Kommunismus „territoriale Gewinne“ erzielten: Der Zionismus bekam den versprochenen Judenstaat, der Kommunismus halb Europa. Die „tödliche Präzision“ (Lord Sydenham) der in den Protokollen getätigten Weissagungen hat sich in diesem Fall besonders anschaulich bewahrheitet; ein betrügerischer Satz aus den Protokollen wurde in den Jahren 1914 bis 1918 sowie 1939 bis 1945 zur Standardphrase amerikanischer Präsidenten und britischer Premierminister.

Der Grund dafür, warum die Urheber der Protokolle diesem Slogan bei der Betörung der Völker so große Bedeutung beimaßen, wird ebenfalls erklärt. Wenn den in einen Krieg verstrickten Nationen „territoriale Gewinne“ verweigert werden, ist der einzige Sieger „unsere internationale Agentur… Unsere internationalen Rechte werden dann unsere nationalen Rechte auslöschen… und wir werden die Nationen genau so regieren, wie das Gesetzbuch der Staaten die Beziehungen der Bürger untereinander regelt.“

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, braucht es gefügige Politiker; von ihnen heißt es in den Protokollen:

„Die Regierenden, die wir unter strenger Berücksichtigung ihrer Fähigkeit zu servilem Gehorsam aus der Öffentlichkeit wählen werden, werden keine in der Kunst des Regierens geschulten Personen sein und deshalb leicht zu Bauern in unserem Spiel werden; sie werden sich ganz in der Hand gebildeter und genialer Männer befinden, die ihre Berater sein werden, Spezialisten, die von früher Kindheit an darin geschult worden sind, die Angelegenheiten der ganzen Welt zu regeln.“

Der Leser mag selbst darüber urteilen, ob diese Schilderung auf gewisse „Regierende“ des Westens in den letzten fünf Jahrzehnten zutrifft. Der Prüfstein ist ihre Einstellung zum Zionismus, der Weltrevolution und der Weltregierung; in späteren Kapiteln werden wir näher auf diese drei Aspekte eingehen. Noch schlagender trifft die Prophezeiung jedoch auf die „Berater“ der „Regierenden“ zu. Auch in dieser Frage beeindrucken die „unheimlichen Kenntnisse“ der Verfasser der Protokolle, denn vor einem halben Jahrhundert war die Figur des nicht gewählten, jedoch ungemein einflussreichen „Beraters“ noch unbekannt. Gewiss, eine Handvoll Eingeweihte vom Schlage Disraelis wussten, dass „die Welt von ganz anderen Menschen regiert wird, als sich jene, die nicht hinter die Kulissen blicken, vorstellen“, doch für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung wäre der eben zitierte Abschnitt unbegreiflich gewesen.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde der nicht gewählte, aber ungeheuer mächtige „Berater“ jedoch zur bekannten öffentlichen Figur. Er trat (im Zusammenhang mit der Verabschiedung von „Notstandsgesetzen“) offen in Erscheinung und wurde von den Massen ohne Murren akzeptiert; die Verachtung der Protokolle für den „Mob“ mag sich mit der Gefügigkeit erklären lassen, mit der sich dieser der Macht dieser Männer unterwarf, die kaum ein Hehl daraus machten, dass sie im Land das Sagen hatten. In den USA nisteten sich beispielsweise „Berater zu jüdischen Fragen“ im Weißen Haus, aber auch in den Hauptquartieren der amerikanischen Besatzungsarmeen im Ausland ein. Ein Finanzier (der öffentlich für „drastische Maßnahmen bei der „Regelung der Weltgeschäfte“ warb), diente so vielen Präsidenten als Berater, dass ihn die Presse zur „Grauen Eminenz“ ernannte und ihm britische Premierminister, welche die Vereinigten Staaten besuchten, regelmäßig ihre Aufwartung machten, als sei er der Regierungschef.

Die Protokolle sagten die Herrschaft dieser „Berater“ voraus, als noch kaum jemand begriff, was unter solchen zu verstehen war und die wenigsten ihren Aufstieg in die höchsten Sphären der Macht vorausahnten.

An mehreren Stellen wird in den Protokollen hervorgehoben, dass das erste Ziel in der Vernichtung der herrschenden Klasse (der „Aristokratie“, wie es 1905 noch hieß) sowie der Zerstörung des Privateigentums mittels Aufstachelung des unvernünftigen „Mobs“ bestand. Auch die „tödliche Sicherheit“ folgender Voraussagen wurde durch die spätere Entwicklung bestätigt:

„In der Politik müssen wir es verstehen, uns ohne Zaudern des Eigentums anderer zu bemächtigten, wenn wir uns dadurch Unterwerfung und Souveränität sichern… Die Worte ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ haben dank unseren uns blind ergebenen Agenten ganze Legionen in unser Lager getrieben, die unsere Banner mit Begeisterung trugen. Und die ganze Zeit über waren diese Worte Holzwürmer, die sich in den Wohlstand der Menschen bohrten, dem Frieden, der Ruhe und der Solidarität überall ein Ende bereiteten und sämtliche Grundlagen der Staaten zerstörten…Dies verhalf uns zu unserem größten Triumph und verlieh uns unter anderem die Möglichkeit, die Trumpfkarte in die Hand zu bekommen: die Zerstörung der Privilegien, oder in anderen Worten die Existenz der Aristokratie selbst…, jener Klasse also, welche die einzige Verteidigung der Völker und Länder gegen uns war. Auf den Ruinen der natürlichen und geburtsmäßigen Aristokratie… haben wir die Aristokratie unserer gebildeten Klasse errichtet, an deren Spitze die Aristokratie des Geldes stehen wird. Als Qualifikation dieser Aristokratie haben wir Wohlstand, der von uns abhängt, und Kenntnis festgelegt… Diese Möglichkeit, die Vertreter des Volkes zu ersetzen, hat uns dieses auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, und uns de facto die Macht verliehen, sie zu ernennen… Wir erscheinen als angebliche Retter des Arbeiters vor der Unterdrückung auf der Bühne, wenn wir ihm vorschlagen, sich den Reihen unserer kämpfenden Kräfte anzuschließen: Sozialisten, Anarchisten, Kommunisten… Durch Not, sowie den Neid und Hass, den sie erzeugt, werden wir die Massen lenken, und durch ihre Hände werden wir all jene hinwegfegen, die uns im Wege stehen… Das Volk, das allem Gedruckten blind glaubt, hegt… blinden Hass gegen alle Zustände, die es für besser als seine eigenen hält, denn es hat keine Ahnung von der Bedeutung von Klasse und Zuständen…. Diese Massen werden begeistert das Blut jener vergießen, die sie in ihrer dumpfen Ignoranz von der Wiege an beneidet haben und deren Besitz sie dann werden plündern können. ‚Unseren‘ Besitz werden sie nicht anrühren, weil wir den Augenblick des Angriffs kennen und Maßnahmen treffen werden, um unser Eigentum zu schützen…

Das Wort ‚Freiheit‘ verleitet die menschlichen Gemeinschaften dazu, gegen jede Art von Macht und Autorität, selbst gegen Gott und die Naturgesetze zu kämpfen. Aus diesem Grund werden wir, wenn wir in unser Königtum einziehen, dieses Wort aus dem Lexikon des Lebens tilgen müssen, da es ein Prinzip roher Gewalt verkörpert, welche die Massen in blutrünstige Tiere verwandelt… Aber selbst die Freiheit kann harmlos sein und ihren Platz in der Staatswirtschaft haben, ohne das Wohlergehen der Völker zu schädigen, wenn sie auf den Grundlagen des Glaubens an Gott beruht… Dies ist der Grund dafür, dass es für uns unabdingbar ist, jeden Glauben zu untergraben, das Prinzip der Gottheit und des Geistes aus dem Denken der Massen zu verbannen und an seine Stelle arithmetische Berechnungen und materielle Bedürfnisse zu setzen…

Wir haben die persönlichen und nationalen Gegensätze zwischen den Völkern verschärft und religiösen sowie rassischen Hass im Verlauf der vergangenen zwanzig Jahrhunderte so geschürt, dass er riesige Ausmaße annahm. Dies ist der Grund dafür, dass es keinen einzigen Staat gibt, der irgendwelche Unterstützung erhielte, wenn er gegen uns zu den Waffen griffe, denn jeder von ihnen muss sich vergegenwärtigen, dass jegliches Bündnis gegen uns für ihn selbst nachteilig wäre. Wir sind zu stark, an unserer Macht führt kein Weg vorbei. Die Nationen können nicht einmal ein unbedeutendes privates Abkommen schließen, ohne dass wir dabei heimlich die Hand im Spiel haben… Um die öffentliche Meinung in unsere Hand zu bekommen, müssen wir sie in einen Zustand der Verstörung versetzen, indem wir von allen Seiten so lange alle erdenklichen widersprüchliche Meinung äußern lassen, dass die Völker in diesem Labyrinth den Kopf verlieren und einsehen, dass man am besten daran tut, in politischen Fragen keine Meinung zu haben, die dem Volk nicht erklärt wird, weil sie nur von dem verstanden werden, der die Öffentlichkeit lenkt. Dies ist das erste Geheimnis.

Das zweite Geheimnis, das für den Erfolg unserer Regierung vonnöten ist, besteht in Folgendem: Es gilt nationale Schwächen, Gewohnheiten, Leidenschaften … dermaßen zu mehren, dass niemand mehr begreifen wird, wo er in dem dadurch heraufbeschworenen Chaos steht, so dass die Menschen einander dann nicht mehr verstehen werden… Mit all diesen Mitteln werden wir die Völker so zermürben, dass sie gezwungen sein werden, uns internationale Macht einer Art anzubieten, die uns durch ihren Besitz dazu befähigen wird, ohne jede Gewalt allmählich sämtliche Kräfte der Staaten der Welt zu absorbieren und eine Superregierung zu bilden. An Stelle der heutigen Herrscher werden wir ein Marionettenregime einsetzen, das Superregierung heißen wird. Seine Hände werden wie Kneifzangen überall hinreichen, und seine Organisationen werden dermaßen kolossale Ausmaße aufweisen, dass sie zwangsläufig sämtliche Nationen der Welt in ihrem Würgegriff halten werden.“

Dass die Protokolle den gemeinsamen Ursprung von Zionismus und Kommunismus enthüllen, lässt sich durch die eindeutigen Parallelen zwischen den beiden in ihnen dargelegten Hauptstrategien und den Strategien von Theodor Herzl bzw. Karl Marx aufzeigen.

In den Protokollen wird mehrmals hervorgehoben, dass die Aufhetzung des „Mobs“ gegen die herrschende Klasse das effizienteste Mittel zur Zerstörung von Staaten und Nationen sowie zur Erringung der Weltherrschaft darstellt. Wie wir im vorhergehenden Kapitel erläutert haben, benutzte Herzl eben diese Methode, um die europäischen Herrscher unter Druck zu setzen und somit für seine Forderungen empfänglich zu machen.

 

Auch die Strategie von Karl Marx findet in den Protokollen ihren Widerhall: „Die Aristokratie der Völker als politische Kraft ist tot… aber als Landbesitzer können sie [die Aristokraten] uns immer noch gefährlich sein, weil sie sich mit allem Lebensnotwendigen selbst versorgen können. Deshalb ist es für uns um jeden Preis erforderlich, sie ihres Bodens zu berauben… Zugleich müssen wir Handel und Industrie intensiv fördern… Wir arbeiten darauf hin, dass die Industrie sowohl die Arbeitskräfte als auch das Kapital vom Land abzieht und auf dem Wege der Spekulation alles Geld der Welt in unsere Hände transferiert…“

 

In seinem Kommunistischen Manifest äußerte sich Karl Marx in gleichem Sinne. Zwar erklärte er, das Wesen des Kommunismus lasse sich in einem einzigen Satz zusammenfassen – „Abschaffung des Privateigentums“ –, fügte jedoch gleich hinzu, dieses Prinzip beschränke sich auf die Konfiskation des Landes, und deutete an, dass andere Formen des Privateigentums bewahrt werden sollten. (Als man den Marxismus später in die Praxis umsetzte, wurde freilich alles Privateigentum beschlagnahmt, doch geht es hier um die auffallenden Parallelen zwischen den Protokollen und der ursprünglichen Strategie von Karl Marx.)

 

Ein besonders interessanter Satz aus den allerspätestens im Jahre 1905 schriftlich fixierten Protokollen lautet wie folgt: „Wenn heute irgendwelche Staaten gegen uns protestieren, dann geschieht dies nur pro forma, mit unserer Genehmigung und auf unseren Hinweis, denn ihr Antisemitismus ist für uns unerlässlich, um unsere geringeren Brüder unter Kontrolle halten können.“ Ein Kennzeichen unserer Ära besteht in der Art, wie der Vorwurf des „Antisemitismus“ gegen ein Land nach dem anderen erhoben wird, wobei das angeklagte Land automatisch zum Feind im nächsten Krieg wird. Der eben zitierte Satz aus den Protokollen müsste einen verständigen Menschen dazu veranlassen, den regelmäßigen Berichten über antisemitische Strömungen im kommunistischen Russland oder anderswo mit gehöriger Skepsis zu begegnen.

 

Besonders stark ist die Ähnlichkeit zwischen den Weishaupt-Dokumenten und den Protokollen in jenen Abschnitten, die sich mit der Unterwanderung der öffentlichen Ämter, Berufsstände und Parteien befassen. Hier ein Beispiel: „Von uns geht der allumfassende Terror aus. In unserem Dienste stehen Menschen aller Ansichten und Weltanschauungen – Leute, welche die Monarchie wiederherstellen wollen, Demagogen, Sozialisten, Kommunisten und utopistische Träumer aller Art. Wir haben sie alle auf ihre Aufgabe vorbereitet; jeder davon trägt auf seine Weise dazu bei, die letzten Reste von Autorität zu zerstören und jede bestehende Form von Ordnung zu stürzen. Durch diese Taten leben die Staaten in beständiger Unruhe; sie rufen zur Ruhe auf, sie sind bereit, alles für den Frieden zu opfern, aber wir werden ihnen keinen Frieden gewähren, ehe sie unsere internationale Superregierung offen und unterwürfig anerkennen.“

 

Auch der Hinweis auf die Infiltrierung der Universitäten im besonderen und des Erziehungswesens im allgemeinen lässt sich direkt auf Weishaupt (oder auf eine frühere Quelle, von der sich Weishaupt inspirieren ließ) zurückführen: „Wir werden die Universitäten entmannen… Ihre Angestellten und Professoren werden durch ausführliche geheime Aktionsprogramme, von denen sie ungestraft nicht um ein Jota abweichen dürfen, auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Bei ihrer Ernennung wird man besonders umsichtig vorgehen, und sie werden so plaziert sein, dass sie völlig von der Regierung abhängen.“ Diese geheime Unterwanderung der Universitäten (die, wie seine Dokumente beweisen, zu Weishaupts Zeiten in Deutschland von Erfolg gekrönt war) wurde auch in unserer Generation sehr effektiv betrieben. Die beiden britischen Regierungsbeamten, die 1956 nach ihrem Flug nach Moskau der internationalen Presse vorgeführt wurden und erklärten, sie seien an ihren Universitäten zu Kommunisten geworden, waren typische Produkte dieser Methode, die zu Beginn unseres Jahrhunderts in den Protokollen und 1787 von Weishaupt beschrieben worden ist.

 

In den Weishaupt-Papieren wird die Freimaurerei als beste „Tarnung“ für die Agenten der Verschwörung bezeichnet, während die Protokolle als „Tarnmantel“ den Liberalismus empfehlen: „Als wir das Gift des Liberalismus in den Staat einführten, erfuhr seine ganze politische Gestalt einen Wandel. Die Staaten wurden von einer tödlichen Krankheit befallen, einer Blutvergiftung. Ihnen bleibt nichts weiter übrig, als auf das Ende ihres Todeskampfs zu warten.“

 

Der mehrfach auftauchende Ausdruck „utopistische Träumer“ ist auf die Liberalen gemünzt und dürfte ursprünglich auf das Alte Testament zurückgehen, wo von „Träumern von Träumen“ die Rede ist, die ebenso wie die „falschen Propheten“ dem Tode zu überantworten sind. Hieraus müsste ein aufmerksamer Forscher, der sich mit den Protokollen auseinandersetzt, auch dann auf das unvermeidliche Ende des Liberalismus schließen, wenn dies nicht ausdrücklich im Text stünde: „Wir werden den Liberalismus aus den wichtigen strategischen Posten unserer Regierung ausmerzen, von denen die Schulung von Untergebenen für unsere Staatsstruktur abhängt.“

 

Die Regime unseres Jahrhunderts, an deren Spitze ein „großer Bruder“ steht, werden in folgender Passage treffend geschildert: „Unsere Regierung wird dem Anschein nach die patriarchalische, väterliche Vormundschaft unseres Herrschers sein.“

 

Auch die republikanische Staatsform ist nichts weiter als eine „Tarnung“. Die Protokolle äußern sich besonders geringschätzig über die Republik, sehen sie in ihr (sowie im Liberalismus) doch die vom „Mob“ geschmiedete Waffe zur Selbstzerstörung des Staates: „Dann geschah es, dass die Ära der Republiken möglich wurde, und dann geschah es, dass wir den Herrscher durch die Karikatur eines Regierenden ersetzten, einen Präsidenten, den wir aus dem Mob ausgewählt hatten, aus der Mitte unserer Marionetten, unserer Sklaven. Dies war die Grundlage der Mine, die wir unter die Völker gelegt haben.“

 

Als nächstes schildern die ungenannten Verfasser die Lage, in der sich amerikanische Präsidenten in unserem Jahrhundert befinden. Die betreffende Passage beginnt mit dem Satz: „In naher Zukunft werden wir die Verantwortung der Präsidenten festlegen.“ Gleich anschließend wird klargestellt, dass hiermit deren persönliche Verantwortung gemeint ist und nicht jene Verantwortung, die durch konstitutionelle Kontrollen eingeschränkt wird; der Präsident soll zu einer Figur von der Art der bereits früher erwähnten „diktatorischen Premierminister“ werden, deren Funktion darin besteht, die Verfassungen, welche die Staaten schützen, zu zerstören und so deren „Vereinigung unter unserer souveränen Herrschaft“ vorzubereiten.

 

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde der jeweilige amerikanische Präsident in diesem Sinne tatsächlich zum „diktatorischen Premierminister“: Er erklärte den „Ausnahmezustand“, mit der Begründung, zur Erringung des Sieges sei es unabdingbar, ihm ein großes Maß an Entscheidungsbefugnissen zu gewähren, die er nach dem Ende des „Ausnahmezustandes“ wieder an das „Volk“ abtreten werde. Leser, die bereits ein gewisses Alter erreicht haben, werden sich erinnern, dass dergleichen vor seiner Verwirklichung als unvorstellbar gegolten hätte, jedoch trotzdem fügsam hingenommen wurde. – Die Fortsetzung der Passage lautet wie folgt:

 

„Die Abgeordnetenkammer wird Präsidenten decken, schützen und wählen, aber wir werden sie des Rechts berauben, neue Gesetze zu erlassen oder bereits bestehende abzuändern, denn dieses Recht werden wir dem verantwortlichen Präsidenten zuerkennen, einer Marionette in unserer Hand… Unabhängig davon werden wir dem Präsidenten das Recht zur Ausrufung des Kriegszustandes gewähren. Dieses höchste Recht werden wir damit begründen, dass der Präsident als Oberbefehlshaber der gesamten Streitkräfte des Landes im Bedarfsfall über diese verfügen können muss… Man begreift leicht, dass der Schlüssel zum Schrein unter diesen Umständen in unseren Händen liegen und niemand mehr außer uns selbst die Kraft der Gesetzgebung lenken wird… Der Präsident wird den Sinn der bestehenden Gesetze, die eine verschiedene Interpretation zulassen, nach unseren Wünschen auslegen; des weiteren wird er sie abschaffen, wenn wir ihm dies nahelegen; außerdem wird er das Recht besitzen, temporäre Gesetze und sogar Abweichungen vom verfassungsmäßigen Ablauf der Regierungsgeschäfte vorzuschlagen, und zwar unter dem Vorwand, das eine wie das andere sei für das Staatswohl erforderlich. Mit solchen Maßnahmen werden wir die Macht erlangen, nach und nach, Schritt um Schritt all das zu zerstören, was wir zu Beginn, wenn wir unsere Rechte zu beanspruchen beginnen, notgedrungen in die Verfassung der Staaten einbauen, um den unmerklichen Übergang zur Abschaffung jeglicher Art von Verfassung zu ermöglichen; dann ist die Zeit gekommen, jede Form von Regierung in unseren Despotismus zu verwandeln.“

Auch diese Anno 1905 oder früher getätigte Prophezeiung war, um die Formulierung Lord Syderhams aufzugreifen, von „tödlicher Präzision“. In beiden Weltkriegen haben amerikanische Präsidenten so gehandelt, wie es hier beschrieben wird. Sie usurpierten das Recht, Kriege zu erklären und zu führen; auch nach dem Zweiten Weltkrieg hat ein US-Präsident dieses Recht zumindest in einem Fall (in Korea) für sich in Anspruch genommen, und jeder Versuch seitens des Kongresses oder außenstehender Kreise, dem Präsidenten diese Macht zu nehmen oder sie zumindest einzuschränken, wird mit giftigen Attacken quittiert.

In diesem Geist fahren die Protokolle fort. Den Völkern, die „von einer Enttäuschung zur anderen taumeln“, wird dabei „keine Atempause“ gewährt. Jedes Land, „das es wagt, sich uns zu widersetzen“, ist mit Krieg zu überziehen, und auf jedes oppositionelle Staatenbündnis ist mit dem „universalen Krieg“ zu antworten. Den Völkern wird keinerlei Opposition erlaubt sein (hier liegt der Schlüssel zu den wütenden Attacken auf die 1790, 1920 und heutzutage erhobenen Forderungen nach einer Untersuchung, die als „Hexenjagd“, „McCarthyismus“ etc. diffamiert wurden und werden). Im kommenden Superstaat werden die Menschen verpflichtet sein, dissidente Angehörige zu denunzieren (wie früher erwähnt, findet sich im Alten Testament auch hierzu eine Parallele). Die „völlige Zerstörung der christlichen Religion“ wird dann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Man wird die Völker mit trivialen Vergnügungen („Volkspalästen“) ablenken, um zu verhindern, dass sie aufsässig werden und unbequeme Fragen stellen. Zur Absicherung dieses gigantischen Volksbetrugs wird man die Geschichte umschreiben (auch dies ist im kommunistischen Russland bereits Wirklichkeit), denn: „Wir werden alle Geschehnisse früherer Jahrhunderte, die uns unerwünscht sind, aus der Erinnerung der Menschen tilgen und nur solche bestehen lassen, die alle Irrtümer der nationalen Regierungen veranschaulichen… Alle Räder der Maschinerie sämtlicher Staaten werden durch die Kraft des Motors bewegt werden, der in unserer Hand ist, und dieser Motor der Staatsmaschinerie ist das Gold.“

Das Endziel sieht wie folgt aus: „Wir müssen erreichen, dass es in allen Staaten der Welt außer uns selbst lediglich die Massen des Proletariats, ein paar unseren Interessen ergebene Millionäre, Polizisten und Soldaten gibt… Die Anerkennung unseres Despoten… wird kommen, wenn die durch die Unordnung und Inkompetenz ihrer Herrscher … völlig zermürbten Völker rufen werden: ‚Weg mit ihnen, gebt uns einen König über die ganze Erde, der uns einigen und die Ursachen der Zwistigkeiten – Grenzen, Nationalitäten, Religionen, Staatsschulden – beseitigen wird, der uns Frieden und Ruhe bescheren wird, die wir unter unseren Herrschern und Volksvertretern nicht finden können.“

In zwei oder drei der zitierten Abschnitte habe ich das Wort Goyim durch Volk oder Massen ersetzt, weil der Gebrauch dieses hebräischen Ausdrucks voraussetzt, dass die Protokolle tatsächlich von jüdischen Weisen verfasst wurden – eine Behauptung, die sich, wie bereits betont, nicht beweisen lässt – und ich verschiedene Fragen nicht miteinander vermengen will; wer Näheres über die Hintermänner der Verschwörung erfahren will, darf sich nicht mit solchen Behauptungen zufrieden geben. Die Autoren der Protokolle mögen Juden, Nichtjuden oder sogar Judengegner gewesen sein; letzten Endes ist diese Frage bedeutungslos. Zum Zeitpunkt seiner Drucklegung war das Werk gewissermaßen das Drehbuch eines noch ungespielten Dramas; heute läuft dieses schon seit fünfzig Jahren, und sein Titel lautet Das Zwanzigste Jahrhundert. Die in ihm auftretenden Charaktere huschen über die zeitgenössische Bühne; sie spielen die ihnen zugewiesenen Rollen, und die Handlung des Dramas läuft bisher streng nach dem Drehbuch ab.

Wie es ausgehen wird, ist freilich noch ungewiss; es kann plangemäß oder mit einem Fiasko enden. Wir haben es mit einem ungeheuer ehrgeizigen Plan zu tun, dem meiner Ansicht nach kein Erfolg beschieden sein kann. Doch existiert er seit wenigstens 180 Jahren, vermutlich sogar schon sehr viel länger, und die Protokolle stellen ein zusätzliches Glied in einer immer länger werdenden Kette von Beweisen dar. Die Verschwörung, deren Ziel die Errichtung der Weltherrschaft mittels eines universalen Sklavenstaates ist, existiert; sie heute unter Kontrolle zu bekommen oder ihre Verbreitung zu blockieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn die Dynamik, die sie gewonnen hat, bedingt, dass sie entweder ihr Ziel erreichen oder vollkommen zerschmettert werden muss. In beiden Fällen wird sie unermessliche Zerstörungen anrichten, unter denen die Menschen jener künftigen Epoche aufs Schwerste zu leiden haben werden.

 

ANHANG

Wegen der Überlänge des kompletten Buches DER STREIT UM ZION von ca. 500 DIN A4 Seiten habe ich eine Unterteilung in fünf Gruppen unternommen. Auch die Hervorhebungen im Text sind von mir. Horst Koch, Herborn, im Frühjahr 2013. – Allerdings kann ich Ihnen auf Anfrage als PDF auch das komplette Buch zusenden.

 

Sehr zu empfehlen ist Reeds deutsches Buch Der grosse Plan der Anonymen, siehe evtl bei www.amazon.de

 

www.horst-koch.de  –  info@horst-koch.de

 

 

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