Schöpfungstage

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Auslegung des Schöpfungsberichtes

Manuskript Dr. Hans Penner – 76351 Linkenheim-Hochstetten
– Email: hanspenner@gmx.de
07.04.2017

Im Schöpfungsbericht Genesis 1 ist der hebräische Begriff „jom“, zu deutsch „Tag“, von grundlegender Bedeutung. Bei der Auslegung steht man vor der Wahl, „jom“ entweder als Zeitabschnitt von 24 Stunden zu verstehen oder als „Tag des Herrn“, als ein heilsgeschichtliches Ereignis. Je nachdem für welche Bedeutung von „jom“ man sich entscheidet, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen.

1. Jom als 24-Stunden-Zeitabschnitt
1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Dieser Vers wird als Überschrift über den gesamten Schöpfungbericht aufgefaßt.
2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
Die Erde wird als vorhanden vorausgesetzt. Über ihre Erschaffung wird nicht berichtet. Die Erde ist mit einer finsteren Urflut bedeckt. Gottes Geist ist anwesen.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. 4 Und Gott sah das Licht, daß es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. 5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.
Der Erste Schöpfungstag. Es wird postuliert, daß Gott eine Art Urstrahlung schafft ohne einen strahlenden Himmelsköper. Diese Urstrahlung bestrahlt die sich drehende Erde einseitig. Obwohl noch keine Sonne existiert, gibt es Morgen und Abend.
6 Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern! 7 Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so. 8 Und Gott nannte die Wölbung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
Der Zweite Schöpfungstag. Ein Teil der die ganze Erde bedeckenden Urflut entweicht in die Atmosphäre.
9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so. 10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, daß es gut war. 11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. 12 Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. 13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag.
Der Dritte Schöpfungstag. Innerhalb weniger Stunden tauchen die Kontinente in ihrer heutigen Gestalt aus der Urflut empor. Innerhalb weniger Stunden überziehen sich die Kontinente mit einem Pflanzenkleid.
14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und <zur Bestimmung von> Zeiten und Tagen und Jahren; 15 und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. 16 Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. 17 Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten 18 und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, daß es gut war. 19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag.
Der Vierte Schöpfungstag. Sonne und Mond werden erschaffen. Offensichtlich werden an diesem Tag auch die Galaxien erschaffen. Die Himmelskörper sind an einer „Wölbung“ befestigt.
20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels! 21 Und Gott schuf die großen Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. 22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde! 23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.
Der Fünfte Schöpfungstag. Wassertiere und Vögel werden erschaffen.
24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und <wilde> Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so. 25 Und Gott machte die <wilden> Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. 26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! 27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie <euch> untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! 29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; 30 aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, <habe ich> alles grüne Kraut zur Speise <gegeben>. 31 Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.
Der Sechste Schöpfungstag. Niedere Landtiere, sämtliche Säugetiere und der Mensche werden in wenigen Stunden erschaffen.
2:1 So wurden die Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet. 2.2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte. 4 Dies ist die Entstehungsgeschichte der Himmel und der Erde, als sie geschaffen wurden.
Der Siebente Schöpfungstag. Am siebenten Tag wird die Schöpfung vollendet. Es wird nicht gesagt, was darunter zu verstehen ist. Gleichzeitig ist der siebente Tag ein Ruhetag

2.  Jom als heilsgeschichtliches Ereignis

1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Zuerst wird der Kosmos geschaffen und dann die Erde. Über Zeiräume wird nichts ausgesagt.
2a Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe;

UND DANN wurde die Erde dämonisch-chaotisch.
2b und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

UND DANN schwebte Gottes Geist über dem Chaos.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.

UND DANN ließ Gott das Licht seines Wortes aufstrahlen.
4 Und Gott sah das Licht, daß es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis. 5a Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.

UND DANN trennte Gott den Machtbereich der Finsternis von seinem Machtbereich.
5b Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. 6 Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern! 7 Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so. 8a Und Gott nannte die Wölbung Himmel.
UND DANN ereignete sich der erste Schöpfungseingriff Gottes. Es entstand einmalig im gesamten Kosmos eine Atmosphäre mit flüssigem Wasser als Voraussetzung für Leben.
8b Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag. 9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so. 10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, daß es gut war. 11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. 12 Und die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

UND DANN ereignete sich der zweite Schöpfungseingriff Gottes. Es entstanden die Kontinente, die Bakterien und die Pflanzen.
13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein dritter Tag. 14 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und <zur Bestimmung von> Zeiten und Tagen und Jahren; 15 und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. 16 Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. 17 Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten 18 und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, daß es gut war.

UND DANN ereignete sich ein dritter Schöpfungseingriff Gottes. Es bildeten sich Wolken aus dem die Erde umspannenden Nebel. Die Gestirne wurden auf der Erdoberfläche sichtbar. Es entstand das Klima als Voraussetzung für Kultur.
19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag. 20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels! 21 Und Gott schuf die großen Seeungeheuer und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. 22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!

UND DANN ereignete sich ein vierter Schöpfungseingriff Gottes. Es entstanden Fische, Vögel und die ersten Säugetiere im Meer.
23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag. 24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und <wilde> Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so. 25 Und Gott machte die <wilden> Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. 26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! 27 Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie <euch> untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! 29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; 30 aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, <habe ich> alles grüne Kraut zur Speise <gegeben>. 31a Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

UND DANN ereignete sich ein fünfter Schöpfungseingriff Gottes. Es entstanden auf dem Festland Kriechtiere, Säugetiere und Menschen.
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag. 2:1 So wurden die Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet. 2:2a Und Gott vollendete am siebten (bzw. sechsten) Tag sein Werk, das er gemacht hatte;
UND DANN ereignete sich ein sechster Schöpfungseingriff Gottes. Die Schöpfung wird vollendet. In Christus neugeschaffene Menschen entstehen.
2:2b und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte. 4 Dies ist die Entstehungsgeschichte der Himmel und der Erde, als sie geschaffen wurden.
UND DANN kommt der siebente Tag des Herrn, die Wiederkunft Christi. Dieser Tag läutet die Sabbatruhe Gottes ein, die wir alle erreichen sollen.

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