Orthodoxie in Israel

image_pdfimage_print

 Talmudisches Judentum in Israel (Entwurf)

von Hans Penner

FI-Dokumentationen – www.fachinfo.eu/fi180.pdf – Stand: 26.03.2017

 Die auch als „orthodox“ bezeichneten Talmudischen Juden (TJ) beanspruchen Dominanz im demokratischen Rechtsstaat Israel. Durch irrationale religiöse Vorschriften stellt das Talmudische Judentum eine erhebliche Belastung für den demokratischen Rechtsstaat Israel dar und behindert die Entwicklung des Wohlstandes für die Bevölkerung.

1. Orthodoxes Judentum
„Das orthodoxe Judentum hat seine Wurzeln in der Tora, im Talmud und in den nachfolgenden Werken des rabbinischen Judentums. Daraus entwickelte sich ein Verhaltenskodex, der den Lebensablauf jedes orthodoxen Juden umfassend regelte. „Macht einen Zaun um die Thora“ war der Leitspruch der Rabbiner. Dies wird von orthodoxen Juden so interpretiert: Praktiziert die Tora als ein Regelwerk in eurem täglichen Leben. Daraus folgert das orthodoxe Judentum die Forderung nach einer strikten Befolgung der jüdischen Gesetzesvorschriften, der Halacha, wie sie in traditionellen Werken wie dem Schulchan Aruch festgelegt wurden. Neuerungen werden anhand dieser Halacha interpretiert. Das orthodoxe Judentum ist dadurch in der Lage, auf Änderungen zu reagieren, ohne die Gesetzgebung selbst zu ändern. Das orthodoxe Judentum zeichnet sich somit in erster Linie durch seine Religionspraxis aus.“ (Wikipedia, Orthodoxes Judentum 12/2010)

2. Spaltung der Gesellschaft
TJ grenzen sich von der übrigen israelischen Bevölkerung ab, so daß sich in Bnei Brak (Tel Aviv) und Mea Schearim (Jerusalem) Ghettos gebildet haben. Diese werden zum Schabbat-Beginn abgesperrt, so daß kein Straßenverkehr mehr möglich ist.
Auch die Geschlechtertrennung in bestimmten Linienbussen geht auf TJ zurück. Das ultraorthodoxe Judentum verwehrt den Frauen an der Klagemauer, die von der Sektion der Männer abgetrennt sind, den traditionellen Gebetsschal (talit) anzulegen und laut zu beten.
Das intolerante Verhalten der TJ führte dazu, daß zunehmend die säkularen Juden Jerusalem verlassen, weil sie sich unfrei und observiert fühlen.

Die TJ genießen bei der israelischen Bevölkerung keine sonderliche Beliebtheit, weil sie sich nicht am täglichen Leben aktiv beteiligen. Überall, wo sich TJ niederlassen, wie in Raanana oder Ramat Aviv, gibt es seitens der weltlich eingestellten Bevölkerung Proteste, Demonstrationen und Ablehnung.

Der Anteil der TJ an der Gesamtbevölkerung beträgt 10 Prozent mit steigender Tendenz, da ultraorthodoxe Familien durchschnittliche acht Kinder haben.
Im politischen Leben repräsentieren die TJ 20 Prozent, so daß sie im Parlament und im öffentlichen Leben überrepräsentiert sind.

3. Finanzierung des Talmudischen Judentums
Die TJ genießen in Israel Privilegien. Da sich die Tätigkeit der TJ auf das Studium von Thora und Talmud beschränkt, kommt der Staat für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien auf. Die TJ weigern sich, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Als ein Rabbiner von den TJ eigenen Broterwerb verlangte, forderte der Mentor der sephardisch-orthodoxen SCHAS-Partei, Rabbi Ovadia Joseph, dessen Ausschluß aus dem Judentum.

4. Wehrdienst
Die TJ sind vom Wehrdienst befreit. Dagegen sind 20 Prozent der israelischen Armeeangehörigen Einwanderer aus Rußland, deren Judentum von den orthodoxen Rabbis in Zweifel gezogen wird. Betroffen sind 250.000 Einwanderer aus Rußland, die schon als Fünfte Kolonne diskreditiert wurden.

5. Schulsystem
Sowohl die aschkenasischen als auch die sephardischen Orthodoxen unterhalten eigenständige Schulsysteme, die den modernen Anforderungen nicht gerecht werden. Naturwissenschaftliche oder neusprachliche Fächer werden nicht unterrichtet, so daß es in Israel kein einheitliches Curriculum für alle Schüler gibt. Dies führt dazu, daß das Kontingent an heranwachsenden jungen Menschen aus den orthodoxen Kreisen ihre Zukunft nur in den Talmudschulen finden kann, in denen antidemokratische und gegenüber anderen Glaubensauffassungen intolerante Thesen vertreten werden.

Etwa 20 Prozent der Schüler sind TJ. Die unheilvolle Entwicklung im Schulsystem wird dazu führen, daß sich das Heer der ungebildeten jungen Menschen in Israel in einem Maße vergrößern wird, daß die israelische Wirtschaft mit den Bedürfnissen und Anforderungen der Weltwirtschaft nicht mehr wird konkurrieren können. Israel wird demzufolge zunehmend auf ein Niveau von Ländern der Dritten Welt zurückfallen. Mit 1,2 Milliarden Schekel jährlicher Zuschüsse an die orthodoxen Parteien fördert Premier Netanjahu diese Entwicklung, wobei sowohl die SCHAS-Partei als auch die aschkenasische orthodoxe „Torah-Judaismus-Partei“ mit dem Austritt aus der Regierungskoalition gedroht haben, wenn sie keine entsprechende Förderung für ihr marodes Schulsystem erhalten.

Die orthodoxen Juden besitzen das Sonderprivileg, ein ganzes Leben lang in den „Jeschivot“ (Talmudschulen) auf Kosten des israelischen Steuerzahlers zuzubringen zu können. Diese finanzielle Bürde wird aufgrund der erwähnten Kinderzahl für den kleinen Staat Israel immer größer werden, so daß ein wirtschaftlicher Kollaps unausweichlich ist, falls die Regierung dieser Fehlentwicklung keinen Einhalt gebietet.

6. Ethische Normierung der Gesellschaft
Die TJ versuchen auch auf politischem Wege, der übrigen Bevölkerung ihre Normen aufzunötigen.

Die TJ rechnen mit dem demographischen Faktor, um den demokratischen Staat Israel in einen Rabbinatsstaat umzugestalten, ähnlich dem islamischen Mullah-Regime in Teheran. Bei den letzten Knessetwahlen drohte Rabbi Ovadia den israelischen Wählern mit dem Höllenfeuer, wenn sie nicht die orthodoxe SCHAS-Partei wählten. Sie gehen in ihrer Religionsauffassung so weit zu sagen, nur wenn ganz Israel zwei Schabbatot korrekt einhielte, bliebe Israel von drei Dingen verschont:
– Vor dem „Gog aus dem Lande Magog-Krieg“ (Rußland), der nach Hesekiel
   Kapitel 38 Israel für die Endzeit verheißen ist.
– Von den messianischen Leiden.
– Vom göttlichen Endgericht.
Durch ihre Intransigenz wollen die TJ damit das Kommen des messianischen Erlösers erzwingen.

7. Torpedierung der Demokratie
Die TJ verhindern die Entwicklung Israels zu einem demokratischen Staat.

Staatsgründer David Ben-Gurion nahm seinerzeit die TJ in den Parlamentarismus auf, um keine außerparlamentarische Opposition zu schaffen. Dennoch sagte er, daß die TJ in ihren Synagogen bleiben sollten wie die Soldaten in ihren Kasernen. Hätte Ben-Gurion die Folgen seiner damaligen Entscheidung geahnt, hätte er sich wahrscheinlich anders entschieden.

Lediglich Arik Scharon hatte eine Regierung ohne Beteiligung der TJ gebildet. Auch die jetzige Oppositionsführerin Zippi Livni hatte nach den letzten Wahlen den TJ Fördergelder in Höhe von 900 Millionen Schekel angeboten, was Netanjahu mit 1,2 Milliarden überboten hatte.

Der Zionismus gilt bei den TJ als eine weltliche Bewegung, obschon der Zionist Theodor Herzl der Wegbereiter eines Staates Israel war. Die orthodoxen Sekten der Satmar-Juden sowie der KACH des ermordeten Rabbi Kahane lehnen den Staat Israel in seiner Gesamtheit ab. Rabbi Teitelbaum von den Satmar-Juden flog mit seinem Gefolge nicht mit der staatlichen EL AL – Fluggesellschaft, sondern mit amerikanischen Fluglinien nach Israel.

Da in Israel Staat und Religion nicht getrennt sind, obschon die Unabhängigkeitserklärung vom Jahre 1948 die demokratischen Grundrechte proklamiert, hat sich in Israel eine Mehr-Klassen-Gesellschaft gebildet. Problematisch wird dies, wenn keiner Regierung eine Koalition ohne die orthodoxen Parteien gelingt. Die TJ verhindern die Entwicklung Israels zu einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat, in welchem jeder Bürger – egal ob Jude, Araber, Christ, Druse oder Beduine – die gleichen Rechte und Pflichten erhält. Bereits aus der Identitätskarte ist ersichtlich, wer wirklich Jude ist oder nicht.

8. Rassismus

Die TJ haben eine Einstellung gegenüber Andersdenkenden entwickelt, die mit Rassismus vergleichbar ist, obwohl „Rasse“ ein biologischer Begriff ist.

Die TJ verhindern durch eine rassistische Ideologie das friedliche Zusammenleben innerhalb der Bevölkerung. Es ist besonders tragisch, ja unverständlich, daß nach den jahrhundertelangen Verfolgungen der Juden unter den Völkern aufgrund eines rassistischen Antisemitismus nunmehr ein Segment religiöser Juden nach ihrer Rückkehr ins Land der Väter selbst zu Rassisten geworden ist. Dies geschieht unter dem Vorwand, nicht nur die halachische Tradition zu wahren, sondern damit auch das Kommen des verheißenen Messias zu beschleunigen, der nach Ansicht dieser Kreise ein politischer sein wird.

Vom kommenden Messias wird erwartet, daß er einen Dritten Tempel errichtet, ein Großreich Israel aufrichtet (daher möchte man die Westbank als biblisches Land – Judäa und Samarien – nicht aufgeben) sowie die Feinde Israels ein für allemal niederwirft.

Ein Messias, der an einem der vielen Kreuze der römischen Okkupanten sein Leben ausgehaucht hat, ist für die TJ untragbar. Daher reden die TJ über Jesus als „etnan sonah“ (Geschenk einer Hure) und mit der abwertenden Bezeichnung „Jeschu“ als Abbreviation zu „imach schmo u-sichero“ (sein Name und das Andenken an ihn soll ausgelöscht sein). (Quelle: Talmud-Traktat Tossafot Chul. II. 22,24; Sabbath 104 b; Sanhedrin 67 a; Origines C. Cels. 1.9).

9. Verfolgung von Judenchristen
Legt man die Definition des Lukas in Apostelgeschichte 11:26 zugrunde, dann sind unter „Christen“ Menschen zu verstehen, die den jüdischen Messias Jesus von Nazareth als höchste Autorität anerkennen. Die „messianischen Juden“ sind Juden, betrachten sich als Juden, wollen Juden bleiben und erkennen Jesus an als den Messias der Juden. Jesus, seine ersten Schüler und die Mitglieder seiner ersten Gemeinde waren Juden.

Der jüdische Messias Jesus ist nach der Verheißung in Micha 5:1 in Bethlehem geboren als der in Jesaja 9:5 geweissagte Held Gottes (el-Gibor) und nach Jesaja 53 als der wahre leidende Gottesknecht (ewed ha-Schem), der für die Missetaten Israels sein Leben geopfert hat.

In Unkenntnis der Geschichte identifizieren die TJ die israelischen Judenchristen mit den Mitgliedern der triumphalistischen Großkirchen, die in grausamer Weise Juden verfolgt haben. Ignoriert wird die europäische Geschichte der Freikirchen, die ebenfalls von den Großkirchen blutig verfolgt wurden, selber aber niemals Juden verfolgt haben. Die Freikirchen haben sich an der Lehre von Jesus orientiert, der seinen Anhängern jede Anwendung von Gewalt in Glaubensfragen untersagt hat.

Zwar gelten die Judenchristen als Israelis, aber falls ihr Glauben an den noch immer verachteten Messias (Jesus = Jeschua) bekannt wird, müssen sie mit Diskriminierung rechnen. Ausführendes Organ ist die vom Staat Israel subventionierte Antimissionsliga „Jad le-Achim“ unter der Leitung des Rabbi Schalom Dov Lif-schitz, die Jagd auf Missionare und judenchristliche Evangelisten oder auch nur auf Mitglieder von solchen Gemeinden macht.

Wenn ein gebürtiger Jude sich zur Auswanderung nach Israel bei der Jewish Agency (sochnut) vorstellt und dabei auf seinen Glauben an die Messianität Jesu Christi hinweist, wird ihm ein Einwanderungsvisum verweigert.

www.horst-koch
info@horst-koch.de

 

 

image_pdfimage_print