Jesus der ewige Gott

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 Michael Kotsch

 

Jesus der ewige Gott

 

Für die meisten Christen gehört die Trinität und damit die Gottheit Jesu Christi zum selbstverständlichen Glaubensinhalt. Diese ist heute jedoch auch im Umfeld christlicher Kirchen bei weitem nicht mehr unumstritten.[1] Ein Beitrag zur Klärung der Frage nach der Gottheit Jesu Christi soll in folgendem Aufsatz unternommen werden. Dabei handelt es sich nicht um ein fachinternes Steckenpferd, hängt diese Frage für überzeugte Christen doch untrennbar mit ihrem Gottesbild, biblischer Soteriologie und dem Wahrheitsanspruch der Bibel zusammen. Gott wird in der Heiligen Schrift als in sich kommunizierendes Wesen vorgestellt. Rettung hängt mit dem unüberbietbaren Wert des sündlos dargebrachten Opfers Jesu Christi – also seiner Gottheit – zusammen (vgl. Kol 1,17ff). Darüber hinaus wird Jesus Christus selbst mehrfach in der Bibel selbst als Gott bezeichnet.

1. Argumente gegen die Gottheit Jesu Christi

Auch wenn eine eingehende Auseinandersetzung mit den einzelnen Argumenten der Kritiker der Gottheit Jesu Christi aufgrund der räumlichen Begrenztheit des vorliegenden Aufsatzes hier nicht geboten werden kann, soll die Kritik jedoch exemplarisch dokumentiert werden.

1.1. Infragestellung durch den Islam

In zahlreichen oftmals polemischen Veröffentlichungen wenden sich muslimische Autoren gegen die Gottheit Jesu Christi.[2] Ausgangspunkt der Argumentation ist zumeist die strikte Ablehnung irgendeines göttlichen Wesens neben Allah im Koran: „Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: »Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah?« wird er antworten: „Gepriesen seist Du. Nie könnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, würdest Du es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du in Dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen.” (Sure 5:116)

Die für christliche Exegeten interessanten Argumente islamischer Ablehnung der Gottheit Jesu Christi entstammen zumeist den Werken bibelkritischer Autoren und christlicher Sondergruppen. In folgendem Aufsatzauszug werden einige der immer wieder angeführten Argumente für Jesus als einem Allah untergeordneten Propheten zusammengefasst: „1. Gott ist allwissend … Aber Jesus war es nicht. … Dass Jesus, wie er selbst gesteht, nicht weiß, wann der Jüngste Tag ist, ist ein klarer Beweis dafür, dass er nicht allwissend ist und daher nicht Gott ist. 2. Gott ist allmächtig … aber Jesus war es nicht (Johannes 5:19). … Dass Jesus, wie er selbst zugibt, nichts von sich allein aus tun konnte, ist ein klarer Beweis dafür, dass Jesus nicht allmächtig und daher auch nicht Gott ist. 3. Gott hat keinen Gott … aber Jesus hatte einen Gott (Matthäus 27:46). … Dass Jesus in seinen Worten und Taten ein anderes Wesen als Gott akzeptiert, verehrt und zu ihm betet ist ein klarer Beweis dafür, dass Jesus selbst nicht Gott ist. 4. Laut Bibel ist Gott ein unsichtbarer Geist … aber Jesus war Fleisch und Blut (Johannes 1:18). … Dass Jesus sagen kann, dass niemand Gott gesehen oder gehört hat, während ihn seine Anhänger sowohl sahen als auch hörten, ist ein klarer Beweis dafür, dass Jesus nicht Gott war. 5. Niemand ist größer als Gott und niemand kann ihn leiten … aber Jesus hat bestätigt, dass es jemanden gab, der größer ist als er selbst und dessen Wille sich von seinem unterscheidet (Johannes 8:42). …. Dass Jesus zugibt, dass er nicht durch seine eigene Initiative auf diese Welt kam, sondern dazu angewiesen wurde, dass er ein Wesen anerkennt, das größer als er ist, und dass er seinen eigenen Willen negiert und dem Willen eines anderen Respekt bezeugt und ihn bestätigt, sind klare Beweise dafür, dass Jesus nicht das Höchste Wesen ist und Jesus daher nicht Gott ist. … Mein Bruder oder meine Schwester, der Glaube, dass das Höchste Wesen eine Dreifaltigkeit ist, ist falsch und steht im völligen Widerspruch zu den Worten Jesu, wie sie in der Bibel vorgebracht werden. Gott ist EINER, nicht drei. Er ist die vollkommene Einheit. Wenn Sie an der Wahrheit Gottes interessiert sind und an Ihrer Beziehung zu Ihm, so laden wir Sie ein, die Religion des Islam näher zu betrachten.”[3]

1.2. Infragestellung durch Sekten

Angriffe auf die Gottheit Jesu Christi finden sich bei klassischen Sondergruppen wie den Mormonen, die Jesus zwar als Gott bezeichnen, diesen Begriff jedoch dermaßen aufweichen, dass sie jeden Menschen als potentiellen Gott ansehen und damit seine in der Bibel definierte Exklusivität in Frage stellen. Auch neuere Bewegungen wie Scientologie oder Universelles Leben gehen einen ähnlichen Weg, indem sie die Gottheit Jesu lediglich als Titel eines spirituellen kosmischen Lehrers ansehen. Wahrscheinlich am detailliertesten argumentiert die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas gegen die Gottheit Jesu Christi. Entsprechend ihren theologischen Grundsätzen ist Christus für sie wahlweise der Erzengel Michael, das erste Geschöpf Gottes oder  sogar Gott, allerdings nur einer unter vielen. Einzig wirklicher Gott bliebe demnach Jehova. „Christus ist der Sohn Gottes und ist ihm untergeordnet (Mat 3:17; Joh 8:42; 14:28; 20:17; 1Kor 11:3; 15:28). Christus war der Anfang der Schöpfung Gottes (Kol 1:15; Offb 3:14). … Christus gab sein menschliches Leben als Lösegeld für die gehorsamen Menschen dahin (Mat 20:28; 1Tim 2:5, 6; 1Pet 2:24). … Christus wurde als unsterbliche Geistperson von den Toten auferweckt (1Pet 3:18; Röm 6:9; Offb 1:17, 18).”[4]

Zeugen Jehovas heben hervor, dass der Begriff Trinität im Neuen Testament vergeblich gesucht wird. Sowohl den Juden als auch den apostolischen Vätern sei diese Lehre fremd gewesen. Erst nach langen theologischen Auseinandersetzungen sei es unter heidnischen und platonischen Einfluss zur Formulierung der Trinitätslehre und damit zur Bestimmung der Gottheit Jesu Christi gekommen. Die von Zeugen Jehovas ins Feld geführten Bibelstellen heben zumeist auf eine ihrer Meinung nach mangelnden Logik ab. Tatsächlich wenden sich ihre Argumente eher gegen eine als Dreigottheit (Tritheismus) missverstandene Dreieinheit und gegen einen von Gott Vater getrennten Gottmenschen Jesus, bei dem das Bekenntnis über Christus als ganzem Menschen und ganzem Gott außer acht gelassen wird. Jesu Gebete zu seinem Vater (Mt 26,39), seine Bezeichnung als Erstgeborener (Kol 1,15) oder die vorbildlich demütige Unterordnung Jesu unter den Vater (Mt 20,20-23); Mk 13,32; Joh 14,28; 1Kor 11,3) zeigen für Zeugen Jehovas eine völlige Trennung zwischen Jehova und Jesus Christus. Darüber hinaus sind für sie die biblischen Bestätigungen der Einheit Gottes (Joh 17,1-3; 1Kor 8,5f) und die Bezeichnung des Schöpfers als „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus” (1Petr 1,3) Hinweis genug, Jesus Christus lediglich als Geschöpf Jehovas anzusehen.

Durchaus nimmt die Wachturmgesellschaft in ihren Publikationen auch Stellung zu Bibelversen, die von der Gottheit Jesus Christi sprechen. Zumeist setzt man sich jedoch nur oberflächlich exegetisch mit diesen auseinander, um, unter dem Hinweis auf die Varianten der eigenen Bibelübersetzung oder den Bezug auf andere Bibelstellen schnell zu der selbst favorisierten Unterordnung Jesu unter den ‘Jehova’ zu kommen.[5]

Stoßen Zeugen Jehovas während ihres Predigtdienstes an den Haustüren auf Christen, die von Trinität oder Gottheit Jesu Christi sprechen wird ihnen empfohlen folgendermaßen zu antworten: „Jemand könnte sagen: ‘Glauben Sie an einen dreieinigen Gott?’ Darauf könnte man erwidern: ‘Dieser Glaube ist heutzutage weit verbreitet. Ist Ihnen aber bekannt, dass Jesus und seine Jünger etwas anderes lehrten? … Jesus behauptete niemals Gott gleich zu sein …’ Dann könnte man hinzufügen: ‘Wenn der Sohn und der Vater einander gleich sind, wie kommt es dann, dass der Vater Dinge weis, die der Sohn nicht weiß? … Ich halte mich eben ausschließlich an das, was die Bibel lehrt. Haben Sie das Wort Dreieinigkeit … je in der Bibel gelesen?”[6]

Christen, die entgegen der offensichtlichen Argumente der Zeugen Jehovas an der Lehre von der Gottheit Jesu Christi festhalten, sind laut Wachturmgesellschaft Heuchler, die keinesfalls in das Reich Jehovas kommen können. „Zu den geistlichen Führern der Juden des 1.Jahrhunderts sagte Jesus: ‘Damit habt ihr Gottes Wort um eurer Überlieferung willen außer Kraft gesetzt. Ihr Heuchler! …’ Das trifft auch genau auf diejenigen zu, die in der Christenheit heute menschliche Überlieferungen den unmissverständlichen Wahrheiten der Bibel vorziehen.”[7]

1.3. Infragestellung durch christliche Separatisten

In der Kirchengeschichte sind aber auch immer wieder Theologen (z.B. K.-H. Ohlig) und kleinere Gemeinschaften aufgetreten, die die Trinitätslehre ablehnen. Ab dem zweiten Jahrhundert stellen sich Ebioniten und jüdisch geprägte Theologen gegen die Auffassung der Gottheit Jesu Christi. Der Adoptianismus lehrt, dass der Mensch Jesus erst durch einen Eingriff des Schöpfers (z.B. durch die Taufe) in den Status Gottes erhoben wird. In der Reformationszeit sind es einzelne Täufergruppen und Humanisten wie Michael Servet die einzig den Schöpfer als Gott ansehen und Jesus allenfalls als ein von Gott besonders hervorgehobenes Geschöpf betrachten. In der Mitte des 16.Jahrhunderts entstanden unter dem Einfluss Fausto Sozzinis insbesondere in Polen antitrinitarische Gemeinden, auch Unitarier genannt, die in ganz Europa verfolgt wurden. Auch der in der Aufklärung aufkommende Deismus lehnte die Trinität ab. Im 17. Jh. bildeten sich auch in England und ab dem 18. Jh. in den späteren USA unitarische Gemeinden. Jesus als eigenständige göttliche Person wird bis heute beispielsweise von den Oneness- Pfingstlern in den USA abgelehnt.

Stellvertretend für verschiedene christliche Gruppen, die sich gegen die Lehre von der Gottheit Jesu Christi stellen sollen hier die US amerikanischen Theologen Anthony Buzzards und Charles Huntings zu Wort kommen. In ihrem Buch ‘Die selbst zugefügte Wunde der Christenheit’ versuchen sie die Trinität als tragischen theologischen Irrtum der Kirchengeschichte seit der Konstantinischen Wende darzustellen.[8] Viele Bibelstellen, die offenkundig von der Gottheit Jesu Christi sprechen werden hier antitrinitarisch umgedeutet. In diesem Zusammenhang entwickeln Buzzard und Hunting eine sehr interessante These. Die Briefe des Johannes seien dessen Antwort auf gnostischen Ketzer, die sein Evangelium missbrauchten indem sie Jesus zu Gott erheben. Johannes bezeichne ihre Behandlung seines Evangeliums als antichristlich. In seinem Vorwort fasst Sidney A.Hatch die Kerngedanken des Buches folgendermaßen zusammen: „… Keine Stelle, die scheinbar trinitarisch ist oder für die Präexistenz spricht, bleibt unwidersprochen. … Es ist ein wichtiger Punkt und die Grundlage dieses Buches, dass die Behauptung der Präexistenz Christi als „Gott, der Sohn“ eine Belastung für die Wirklichkeit seines Mensch-Seins im theologischen Denken darstellte, das dieses nicht ertragen konnte. … Paulus erklärte den Korinthern, „es gibt keinen Gott außer dem Einen“ und definierte diesen Einen Gott als den Vater. Er fuhr fort zu sagen, dass „nicht alle diese Erkenntnis haben“. Die Autoren fügen hinzu: „Wir sind in Versuchung zu sagen, dass sich seit dem ersten Jahrhundert nicht viel geändert hat.“ … Letztendlich ist die Lehre der Dreieinigkeit in dieser Hinsicht ein ausgewachsener theologischer Mythos. Das Christentum verurteilt die Menschheit für ihr Festhalten an der unbewiesenen Theorie der Evolution. Doch die Orthodoxie besteht auf etwas gleichwertig Problematischem: einem Mehrfach-Personen-Gott.  … Um es anders auszudrücken (diese Illustration ist von mir und nicht von den Autoren), das Dogma der Dreieinigkeit war dieser Gifttrank, den die gnostisch zugeneigten Theologen absichtlich als Getränk wählten, indem sie den reinen Strom hebräischer Lehre mit dem Gift der griechischen Philosophie vermischten. Dann zwangen sie die Mixtur ihren Jüngern auf. Die Strafe im Falle einer Verweigerung sollte die ewige Verdammnis sein.”[9] Sich selbst sehen die Autoren als „einen übergebliebenen Rest” derer, die „das Prinzip der Schrift” (die Ablehnung der Gottheit Jesu Christi) gegen die Mehrheit der irregeleiteten Christenheit bewahrt hätten.

Stellvertretend für den deutschsprachigen Bereich soll hier auf die Ausführungen von Wolfgang Schneider hingewiesen werden. Auf einer von ihm betreuten Internetseite finden sich neben historischen Spekulationen Dr. Werner Papkes zahlreiche Aufsätze, die sich gegen die Gottheit Jesu Christi und gegen die Lehre der ewigen Verdammnis wenden.[10] Vertretern der Trinität wirft Schneider vor ihren Gottesbegriff nicht klar genug zu definieren und dadurch

Verwirrung zu stiften. Bibelstellen in denen Jesus Christus als Gott bezeichnet wird wollten nach Schneider lediglich seine über normale Menschen herausgehobene Stellung betonen, keinesfalls ihn aber auf eine Stufe mit dem Schöpfer stellen. „Gott ist nur Einer, nicht zwei oder drei oder mehr. … Für uns Christen ist nur Einer Gott, nämlich der Vater Jesu Christi. 1. Korinther 8,6 – ‘so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.’ … ‘Gott’ ist ein Titel. Das Wort ‘Gott’ bezeichnet jemanden (oder auch eine Sache), der als höher gestellt eingestuft wird und dem man sich unterordnet. ‘Gott’ ist an sich kein absoluter Begriff, der einzig und allein auf Einen (den einen wahren Gott) angewendet wird, sondern es ist ein relativer Begriff, der im jeweiligen Kontext näher bestimmt wird, wo dann steht, wer oder was wem untergeordnet wird. … Nur weil das Wort ‘Gott’ in anderen Zusammenhängen für andere Personen oder sogar Sachen benutzt wird, so heißt das nicht, dass diese damit zu Gott werden im Sinne eines mit dem einen wahren Gott zu identifizierenden Lebewesens. Niemand unter den Trinitariern kommt auf die Idee, Mose oder die Richter im AT zu ‘Personen der Gottheit’ zu machen, weil sie in der Bibel als ‘Gott’ bzw. ‘Götter’ bezeichnet werden.”[11] Wann der Begriff ‘Gott’ genau wie zu deuten sei kann auch Schneider allerdings nicht plausibel machen, außer durch seine dogmatisch bestimmte Zuordnung, immer wenn vom Schöpfer die Rede ist der einzigartige Gott gemeint ist, an allen anderen Stellen lediglich ein relativ Höhergestellter.

Die logischen Probleme der Trinität beschreibt er folgendermaßen: „Gott hat sich verändert – aus Geist wurde Mensch und dann wieder Geist. Gott, obwohl als Mensch auf Erden, war trotzdem als Geist im Himmel. Gott hat eine Frau (Maria) geschwängert, und der gleiche eine Gott wurde dann von Maria geboren. Gott war gleichzeitig sein eigener Vater, aber auch sein eigener Sohn. Gott ist am Kreuz gestorben und war 3 Tage und Nächte tot im Grab, aber auch im Himmel am Leben. Gott hat zu sich selbst gebetet bzw. Selbstgespräche geführt. Gott hat sich selbst gesandt. Gott ist Einer aber trotzdem Drei.”[12] Die von ihm skizzierten intellektuellen Schwierigkeiten dürften in erster Linie allerdings an menschlichen Unvermögen liegen mit rein innerweltlichen irdischen Kategorien überirdische Realitäten erfassen zu wollen. Sicher, rein logisch gesehen klingt die Trinitätslehre absurd, vertreten wird sie allerdings nicht aufgrund logischer Reflexionen, sonder im Nachvollzug biblischer Selbstaussagen, wie unten noch zu zeigen sein wird. Wer allerdings von der Wirklichkeit Gottes ausgeht, sollte auch nicht erwarten, dass sich diese allein mit immanent anthropozentrischen Kategorien beschreiben lässt.

 

2. Argumente für die Gottheit Jesu Christi[13]

Nach einer knappen Darstellung einiger Gegner der Gottheit Jesu Christi in der Gegenwart wollen wir im zweiten Teil unseres Aufsatzes auf  biblische Argumente für Jesus als ewigen Gott zu sprechen kommen.

Natürlich kann die Gottheit Jesu Christi im eigentlich naturwissenschaftlichen oder philosophischen Sinn nicht bewiesen werden. Das beruht jedoch nicht auf der Unsicherheit oder Fehlerhaftigkeit der behaupteten Feststellung, sondern auf dem fehlenden wissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Instrumentarium, Gott nachweisen zu können. Untersuchen kann der Wissenschaftler nur, was er sich zum Zweck einer Messung oder allgemeiner Datenerhebung verfügbar machen kann. Da Gott definitionsgemäß absolut und für den Menschen prinzipiell unverfügbar ist, wird ihm damit die Grundlage einer möglichen Beweisführung entzogen. Ein still in sich ruhender, sich in eine andere Dimension oder zum Rand des Universums zurückziehender Gott wäre für einen menschlichen Beobachter absolut unzugänglich. Nur wenn dieser Gott sich aus eigener Motivation oder durch „Zufall” erkennbar macht könnten Menschen Daten über sein Wesen und Handeln erfassen und analysieren. Besser noch allerdings wäre eine zielgerichtete Selbstmitteilung Gottes, gerichtet an einzelne Individuen oder die menschliche Gesellschaft als ganze. Auch dann wäre zwar ein neutraler Beweis Gottes nicht möglich, zumindest könnten Menschen aber die Stimmigkeit der behaupteten Aussagen, sowie deren historische und logische Glaubwürdigkeit kritisch nachvollziehen. Eine eben solche Selbstmitteilung Gottes meinen Christen in der Bibel vorliegen zu haben. Die durchaus plausiblen Gründe dafür lassen sich in diesem Aussatz natürlich nicht darlegen. Wird die Bibel jedoch erst als Erkenntnisgrundlage anerkannt, deuten zahlreiche Beobachtungen auf die Gottheit Jesu Christi.

2.1. Jesus Christus wird als Gott bezeichnet

Jahwe stellt fest, dass es nur einen Gott gibt, ihn selbst: „… Und sonst gibt es keinen Gott außer mir. … Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst.” (Jes 45,21-23).

Als der Jünger Thomas nach der Auferstehung vor Christus niederfällt, um ihn mit den Worten „Mein Herr und mein Gott!” anzubeten (vgl. Joh 9,38; Apg 7,59), lässt Jesus dies geschehen, obwohl eine solche Verehrung allein Gott zustand, weder Menschen noch Engeln (Joh 20,28; vgl. Ps 5,3; 84,4; Lk 4,8; Apg 10,26; Offb 19,10; 22,8.9). Jesus Christus hingegen soll von Menschen und Engeln angebetet werden, im Auftrag Gottes (Mt 4,11; Joh 1,51; Phil 2,10f; Hebr 1,6). „… damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. .” (Phil 2,10f). Wer Jesus nicht anbetend ehrt, wendet sich gegen Gott den Vater: „damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.” (Joh 5,23; vgl. Jes 42,8).

Von Paulus wird Jesus Christus mehrfach als Gott bezeichnet. In seiner Predigt verkündigt er Christus, „der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit.” (Röm 9,5). Entsprechend alter Lesarten hat Gott „durch sein Blut” Vergebung der Sünden bewirkt, wodurch auf Jesus Christus als Gott hingewiesen wird: „ Habt acht auf … die Gemeinde Gottes …, die er sich erworben hat durch sein eigenes Blut!” (Apg. 20,28; vgl. Eph 1,7; Hebr 9,12; 1Petr 1,19).

In seiner Funktion als Heiland ist Jesus gleichzeitig Gott: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, … indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten.” (Tit 2,11.13; vgl. Tit 2,10; 2Petr 1,1).

Nach Aussagen des Hebräerbriefes wird Jesus Christus sogar von Jahwe selbst als Gott angesprochen: „… von dem Sohn aber: »Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches … darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl …” (Hbr 1,8f).

2.2. Jesus Christus ist eine Einheit mit Gott

Jesus nimmt für sich in Anspruch eins mit dem Vater zu sein (Joh 10,30). Später konkretisiert er diese Aussage, indem er verkündet: „Wer mich sieht, sieht den Vater!” (Joh 14,7-9; vgl. Joh 8,18f; 12,45). Die Identität zwischen Jesus und Gott dem Vater kommt auch durch die Aussage in Johannes 3 Vers 13 zum Ausdruck: „Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.” (vgl. Joh 14,23). Jüdische Gelehrte konnten den Anspruch Jesu zutreffend interpretieren: „Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er … auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich so selbst Gott gleichmachte.” (Joh 5,18; vgl. Joh 10,33; 19,7).

In seinem Prozess vor dem Hohen Rat wird Jesus gefragt, ob er der Sohn Gottes sei und er bejaht (Mt 26,63; Joh 19,7). Daraufhin wird er als Gotteslästerer verurteilt. Die exklusive Bezeichnung „Sohn Gottes” bedeutete für die Juden weit mehr als „Kind Gottes”. Als Kind Gottes verstanden sich die meisten Juden, deshalb wurde niemand hingerichtet (Jes 63,16; 64,7; Mal 2,10; Lk 3,8; Joh 11,52).

Paulus bekennt Jesus als exaktes Ebenbild Gottes (Joh 12,45; 2Kor 4,4; Kol 1,15). Die ganze Macht, alle Eigenschaften und Fähigkeiten Gottes finden sich auch in Jesus Christus: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.” (Kol 2,9; vgl. Joh 1,14-16; Kol 1,9). Jesus war auch schon vor seinem irdischen Leben in seiner Gestalt und seinem Wesen ganz Gott (Phil 2,6).

2.3. Jesus Christus tat, was Gott tat

An zahlreichen Stellen in der Bibel wird das gleiche göttliche Verhalten von Jahwe und Jesus ausgesagt. Beispielsweise soll nur der Rettung erfahren, der wahlweise Gott den Schöpfer oder seinen Sohn Jesus Christus verehrt: „Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.” (Joel 3,5) und „dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst … denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.” (Röm 10,9.13; vgl. Apg 2,20f) Ähnliche parallele Aussagen über Gott den Vater und Jesus Christus finden sich in 1Petr 3,15 und Jes 8,13. Einige weitere Beispiele sollen hier thematisch geordnet vorgestellt werden.

 Gott / Jesus ist Herr über die Engel

Jesus sagte, er würde seine Engel senden (Mt 13,41), an jeder anderen Stelle jedoch wird von ihnen als „Engel Gottes” gesprochen. In demselben Zusammenhang verweist Jesus auf „sein Königreich” und meint damit das Reich Gottes.

 Gott / Jesus ist nicht versuchbar

Sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament wird die Absicht von Menschen, Gott zu versuchen schwer verurteilt. „Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.” (Mt 4,7). Gleichzeitig wird betont, das Gott letztlich nicht versuchbar ist (Jak 1,13). Die versuchte Versuchung Gottes wird unmittelbar mit demselben Vorgehen gegen Jesus identifiziert: „Lasst uns auch den Christus nicht versuchen, wie einige von ihnen ihn versuchten und von den Schlangen umgebracht wurden.” (1Kor 10,9; vgl. 2Mo 17, 2-7; 4Mo 21,5.6; 5Mo 6,16; Mt 4,7; Apg 5,9).

 Gott / Jesus ist Schöpfer der Welt

Unzweifelhaft wird Gott Jahwe in der Bibel als Schöpfer dieser Welt bezeichnet: „Durch des Herrn Wort sind die Himmel gemacht und all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes.” (Ps 33,6; vgl. 1Mo 1-2) Gleichzeitig finden wir im Neuen Testament eindeutige Aussagen, die Jesus Christus als Schöpfer der Welt vorstellen: „Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen.” (Kol 1,16; vgl. Joh 1,3; 1Kor 8,6). Im Hebräerbrief werden beide Aussagen miteinander verbunden. Demnach hat Gott die ganze Welt durch Jesus Christus bzw. durch „das Wort” (Joh 1,1ff) geschaffen (Hbr 1,2.10; 11,3).

 Gott / Jesus vergibt Sünde

Sündenvergebung ist nach jüdisch- alttestamentarischer Auffassung allein Gott dem Schöpfer und Richter der Menschen möglich. Weil kein Geschöpf imstande ist, für die Sünden eines anderen einzustehen (Hes 14,14), kann Jesus kein geschaffenes Wesen sein, das an Gottes Stelle die Menschen erlöst. Durch den Tod seines Sohnes engagiert sich Gott vielmehr selbst, um die Sünder zu retten. Er wälzt die Bereinigung der Schuld nicht auf einen Unbeteiligten ab, sondern steht persönlich für seine Geschöpfe ein.
Jesu Anspruch die Sünden der Menschen vergeben zu können (Mk 2,5) begründen das ihm entgegengebrachte Misstrauen der Pharisäer und führen schließlich zu seiner Verurteilung. „Es saßen dort aber einige von den Schriftgelehrten und überlegten in ihren Herzen: Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben außer einem, Gott? … Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – spricht er zu dem Gelähmten …” (Mk 2,6.7.10; vgl. Mt 9,6; Lk 5,20f) Zurecht erinnerten sich die jüdischen Gelehrten, dass nur Gott Sünden vergeben kann (vgl. Jes 43,25; 44,22), die Konsequenzen, Jesus als Gott anzuerkennen, ziehen sie allerdings nicht.

Gott / Jesus ist Richter

Im Matthäusevangelium nimmt Jesus Christus für sich die Autorität als letzter Weltenrichter in Anspruch (Mt 25,31-46): „Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden …” (Mt 25,31f; vgl. Mt 7,22; Joh 5,22.27; 2Tim 4,1; 1Petr 1,5). Er wird kommen in der Vollmacht und Herrlichkeit Gottes, um zu richten (Mk 8,38). Sein Amt als Richter der Welt steht in vollkommenem Einklang mit dem Willen Gott Jahwes (Joh 5,22.27; 2Tim 4,1).

Dieses endgültige Gericht über alle Völker wird an anderer Stelle Gott dem Vater und Schöpfer zugesprochen (Joel 4,2; 3,12; Zeph 3,8; Jer 25,31; Jes 33,22), weshalb es wohl eine gewisse Identität zwischen beiden geben muss, will man nicht behaupten, die biblischen Autoren widersprächen sich wissentlich.

In fast derselben Formulierung wird auch das Gericht über die Christen sowohl Gott dem Vater als auch Jesus Christus zugeschrieben: „Du aber, was richtest du deinen Bruder? … Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.” (Röm 10,14) und „Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, … dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.” (2Kor 5,10).

Gott / Jesus ist Gesetzgeber

„Einer ist Gesetzgeber und Richter, der zu erretten und zu verderben vermag,” Gott (Jak 4,12; vgl. Ps 119; Mt 5,17ff). Das Neue Testament berichtet von der außergewöhnlichen Vollmacht Jesu Christi göttliche Gesetze autoritativ zu interpretieren (Mt 5,21ff; Mk 2,27f). Gott selbst hatte befohlen, den Sabbat heilig zu halten (2Mo 20, 8-11). Jesus Christus aber sieht sich als Herrn des Sabbats (Mk 2,27f), eine Stellung, die eigentlich nur Gott als Gesetzgeber selbst zukommt. Parallel zu der alttestamentlichen Offenbarung Gottes an seine Propheten stellt Jesus mit den Worten „Ich aber sage euch …” (Mt 5,22) absolute für alle Menschen verpflichtende Regeln auf. Seine Aussagen und Gebote haben ewige Gültigkeit: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.” (Mt 24,35).

2.4. Jesus Christus verfügt über Gottes Eigenschaften

Die gegenwärtige menschliche Vorstellung von Gott wird stark durch die Eigenschaften bestimmt, die ihm zugeschrieben werden. Nach Angaben der Bibel verfügt Gott einzigartig über Eigenschaften, die kein anderes geschaffenes Wesen besitzt. Auffällig jedoch, dass einige dieser Persönlichkeitsmerkmale im Neuen Testament Jesus Christus zuerkannt werden.

Allwissenheit

Während seiner irdischen Lebenszeit verfügte Jesus Christus über ein Wissen, dass normalen Menschen unzugänglich ist (Lk 2,46f; 4,22). Jesus weiß über das Leben und Denken Natanaels (Joh 1,47ff) ebenso Bescheid wie über die Biographie der Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4,16.29) ohne ihnen bis dahin auf Erden begegnet zu sein. Christus kann auch die Gedanken seiner Gegner zutreffend erkennen und ihre Motive nachvollziehen (Lk 5,22; 6,8). Gleichermaßen verfügt Jesus über Informationen bezüglich der Zukunft. Er kann seine eigene Gefangennahme (Lk 9,22.44; 22,21), die Umstände seines Einzugs in Jerusalem (Lk 19,28ff), die Zerstörung des Tempels (Mt 24,2; Lk 21,20ff) und die Verhältnisse der Endzeit (Mt 24,4ff; Lk21,25ff) korrekt vorhersagen.

Jesus Christus kennt die Einzelheiten der Schöpfung (1Kor,8,6; Kol 1,16f) und der Geschichte, auch kennt nur er Wesen und Gedanken Gottes (Joh 10,30; 17,22). „Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, … wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.” (Lk 10,22)

Wenn Jesus verspricht bei all denen zu sein, die sich in seinem Namen versammeln, erfordert dass nahezu unbeschränktes Wissen über das Leben jedes einzelnen Menschen zu jedem Augenblick (vgl. Mt 18,20; vgl. Joh 14,13; Hbr 7,25).

Recht deutlich bezeugen die Jünger die Allwissenheit Jesu: „… Petrus wurde traurig, dass er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alles; du erkennst, dass ich dich lieb habe. ..” (Joh 21,17)

Allgegenwart

Jesus gibt an, augenblicklich sowohl bei Gott in der Ewigkeit (Joh 7,33; 14,2.12.28; 16,10) als auch auf der Erde bei den Christen zu sein (Mt 28,20). Darüber hinaus will er sich sogar gleichzeitig bei allen momentan lebenden Millionen von Christen aufhalten: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.” (Mt 18,20; vgl. Joh 17,26; Röm 8,10; 2Kor 13,5; Gal 2,20).

Allmacht

Allmacht ist eine exklusive Eigenschaft des einzig wahren Gottes Jahwe: „… da erschien der Herr dem Abraham und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige …” (1Mo 17,1; vgl. 1Mo 35,11; 43,14; 48,3; 2Mo 6,3; 4Mo 24).

Ist Jesus Christus, wie die Bibel mehrfach bezeugt, Schöpfer des Universums, muss er wohl auch allmächtig sein (Joh 1,3; 1Kor 8,6; Hbr 1,3).

Jesus Christus heilt Kranke aller Art (z.B. Lk 4,38ff; 5,12ff; 5,17ff), treibt zahlreiche Dämonen aus (Lk 4,33ff; 8,26ff; 11,14ff) und hat Macht sowohl über die Tiere (Lk 5,1ff; Joh 21,4ff) als auch über die Naturgewalten (Lk 8,22ff; 19,40). „Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die an mancherlei Krankheiten Leidende hatten, sie zu ihm; er aber legte jedem von ihnen die Hände auf und heilte sie alle.” (Lk 4,40; Joh 20,30f) Über eine solche Möglichkeiten verfügt eigentlich allein Gott der Allmächtige.

Christus verfügt über die einzigartige Macht seine Jünger zu bewahren gegen alle irdischen und außerirdischen Angriffe: „… und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.” (Joh 10,28)

Macht über Leben und Tod hat alleine Gott Jahwe. Er ist der einzige, der Menschen aus dem Grab zurückrufen kann: „Der Herr tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und wieder herauf.” (1Sam 2,6; vgl. 5Mo 32,39; 1Kön 17,22; Joh 5,21). Jesus Christus verfügt als einziger auch über diese Macht. Er rief die Tochter des Jairus (Mt 9,18ff), den Jüngling aus Nain (Lk 7,11ff) und Lazarus (Joh 11,11ff) aus dem Grab, auch in Zukunft wird er die längst Verstorbenen zurück ins Leben rufen:  „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben.” (Joh 5,25; vgl. 1Thess 4,16; Phil 3,21).

Durch Jesus Christus erhält Paulus alle Macht und Kraft, die er nötig hat: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.” (Phil 4,13; vgl. 2Kor 12,10; Eph 3,20).

Jesus gibt an, alles tun zu können, was Gott Jahwe tun kann: „Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann … tun, … was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn.” (Joh 5,19).

Nicht nur diese einzigartigen Taten bezeugen seine Macht, in der Offenbarung wird Jesus sogar unmittelbar Allmacht zugeschrieben: „Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.” (Offb 1,8). Auch Jesus selbst nimmt für sich umfassende Macht in Anspruch: „Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.”  (Mt 28,18; vgl. Mt 11,27; Lk 10,22; Eph 1,21.22; Phil 2,9; 1Petr 3,22).

Macht Leben zu geben

Im Alten Testament ist es allein Gott der Leben schafft und erhält (1Mo 1,27; 2,7; 1Sam 2,6; Ps 104,30; Sach 12,1; Apg 17,25). Im Neuen Testament beansprucht Jesus diese Macht für sich: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.” (Joh 5,21; vgl. 5Mo 32,39; 1Sam 2,6). Er wird geradezu als „Fürst des Lebens” bezeichnet (Apg 3,15) und behauptet sogar das Leben selbst zu sein (Joh 11,25; 14,6).

Ewigkeit

Obwohl Jesus Christus erst nach Johannes dem Täufer gezeugt wurde, Johannes der Täufer, der vor Jesus Christus gezeugt wurde (Lk 1,5-57), hebt die Präexistenz des Sohnes Gottes hervor, indem er dessen höheres Alter betont: „Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir ist, denn er war eher als ich.” (Joh 1,30; vgl. Joh 1,15).  Jesus existierte nicht allein vor der Zeugung des Johannes, er ist älter als selbst der Patriarch Abraham: „Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.” (Joh 8,58).

Wenn Jesus Christus Schöpfer der Welt ist, wie zahlreiche oben genannte Stellen bezeugen (Joh 1,3; 1Kor 8,6; Kol 1,16), muss er älter sein als die gesamte Schöpfung: „… ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.” (1Kor 8,6). Schon lange vor dem Anfang der Welt war der Sohn Gottes in der Herrlichkeit Jahwes: „Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war!” (Joh 17,5).

Auch in der Offenbarung stellt sich Jesus als der ewige Herrscher dar, der schon lange vor aller Schöpfung existierte: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.” (Offb 22,13; vgl. Offb 1,8.17; Jesus ist hier der sprechende vgl. Offb 22,12.16.20) Andernorts in der Offenbarung wird der Ehrentitel „Alpha und Omega / Erster und Letzter” übrigens auf Gott Jahwe bezogen (Offb 21,6), womit wiederum die Identität beider nahegelegt wird. Auch ist zu bedenken, dass „im Anfang”, also zu der Zeit auf die sich Jesus bezieht lediglich Gott und sonst nichts existierte (1Mo 1,1; vgl. Ps 8,4; 33,6; 115,15; Jer 10,12.16).

Nicht nur in Bezug auf die Vergangenheit Jesu Christi kennen wir kein Anfangsdatum, auch in der Zukunft wird er, nach Auskunft der Bibel, ewig leben. Unterstützend reden alttestamentliche Bibelverse von der Ewigkeit des verheißenen Messias: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: … starker Gott, Vater der Ewigkeit …” (Jes 9,5; vgl. Mi 5,1). Demnach wäre Jesus, der verheißene Messias, gleichzeitig ewig und Gott.

Die alttestamentarische Prophetie über die ewige Herrschaft des Messias wird von Lukas auf Jesus angewandt: „… und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein.” (Lk 1,33; vgl. 2Sam 7,13.16; Jes 9,6; Dan 2,44; 7,14; Mi 4,7).

Jesu Aussagen und Gebote gelten dauerhaft: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.” (Mt 24,35; vgl. Jes 40,8; 1Petr 1,25)

Der Sohn Gottes lebt ewig und verändert oder entwickelt sich nicht: „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.” (Hebr 13,8; vgl. Hebr 7,24; Offb 1,18).

 

2.5. Jesus Christus trägt die Titel Gottes[14]

Die biblischen Autoren legen Jesus Christus verschiedene Titel bei, die seine Stellung besonders hervorheben sollen; darunter auch solche, die eigentlich für Gott den Vater reserviert sind. Jesus Christus ist mehr als ein normaler Mensch, er ist mehr als der Gesetzgeber Mose (Hbr 3,1-6) mehr als der Hohepriester (Hbr 4,14-5,10) und mehr als ein Engel (Hbr 1,4-2,9).

König

Mehr als dreißig Mal wird Gott Jahwe in den Psalmen und von den Propheten als außergewöhnlicher König betitelt: „Denn der Herr, der Höchste, ist gefürchtet,

ein großer König über die ganze Erde.” (Ps 47,3; vgl. Ps 95,3; Jes 43,15). Auch Jesus wird als König bezeichnet, dessen Reich allerdings nicht in dieser Welt aufgeht (Lk 1,33; Lk 23,2ff.38; Joh 18,36). Christus ist jedoch noch weit mehr, er ist König der Könige: „… und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige …” (Offb 17,14; vgl. Apg 10,36; 1Tim 6,15; Offb 19,16). Im Alten Testament wird von Gott Jahwe als dem „Gott der Götter und Herrn der Herren” gesprochen (5Mo 10,17). Gleichermaßen Gott der Vater und Jesus Christus könnten mit folgender Aussage über die Zeit der Wiederkunft des Sohnes gemeint sein: „Die wird zu seiner Zeit der selige und alleinige Machthaber zeigen, der König der Könige und Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann …” (1Tim 6,15f).

Gott

Obwohl in der Bibel auch heidnische Götzen als Gott bezeichnet werden, ist diese Ansprache auf einen Menschen bezogen äußerst ungewöhnlich. Da Jesus Christus kaum in die negative Kategorie Götze passen dürfte, muss er wohl im positiven über alle Menschen herausgehoben sein. Von dem Sohn aber sagt Gott: „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches …” (Hbr 1,8; vgl. Joh 1,1; 2Petr 1,1)

Kyrios

In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (LXX) wurden die Gottesnamen ‘adonai’ und ‘jahwe’ schon bald mit dem Begriff ‘kyrios’ übersetzt. Dieser Titel kyrios wird im Neuen Testament sowohl auf Gott Jahwe (Mt 1,20; 9,38; 11,25; Apg 17,24; Offb 4,11) als auch auf Jesus Christus (Lk 2,11; Joh 2,28; Apg 10,36; 1Kor 2,8; Phil 2,11) angewandt.[15]
Kyrios (Jesus) steht im Neuen Testament öfters im gleichen Kontext steht wie kyrios (Gott) im Alten Testament (vgl. Jes 45,23 und Phil 2,10, Joel 2,32 und Röm 10,13, Jes 8,13 und 1Petr 3,15). Als Bezeichnung für Gott betont es die Überlegenheit und die Herrschaft Gottes (Mt 2,15; 5,33; 11,25; Mk 5,19). In diesem Sinn steht es auch für Jesus: „Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus! und niemand sagen kann: Herr [kyrios] Jesus! außer im Heiligen Geist.” (1.Kor 12,3) „und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr [kyrios] ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.” (Phil 2,11) „Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr [kyrios] der Herren.” (Offb 19,16; vgl. auch Apg 5,14; 9,1; 10,36; Röm 9,29; 13,14; 1Kor 8,6; 12,13; 1Thess 3,11; 2Thess 2,8; Offb 11,8; Offb 22,20).

Da für die neutestamentlichen Christen die Identität zwischen Jahwe und Jesus feststand wird an einigen Stellen nicht einmal deutlich gemacht wer von beiden genau mit kyrios angesprochen wird (Apg 1,24; 2,47; 8,39; 9,31; 11,21; 13,10ff; 16,14; Röm; 14,11)

Ich bin”

Jesus Christus stellt sich vor wie Gott der Schöpfer und Vater sich im Alten Testament geoffenbart hat: „Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der »Ich bin« hat mich zu euch gesandt.” (2Mo 3,14) Ähnliche Selbstvorstellungen Gottes mit der feststehenden griechischen Formulierung „Ich bin …” (gr. ego eimi) finden sich auch an anderen Stellen des Alten Testaments (vgl. 1Mo 15,1.7; 17,1; 5Mo 32,39; Jes 41,4; Jes 43,10). Jesus greift das im Neuen Testament auf und weist nicht nur auf seine Präexistenz hin (Joh 8,58), sondern beschreibt sich und seine Sendung mit derselben Ausgangsformulierung: „Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens …” (Joh 6,35).
Allein im Johannesevangelium verwendet Jesus diese auf sich selbst bezogene Redewendung in 23 verschiedenen Versen: „Ich bin das Licht der Welt.” (Joh 8,12) „Ich bin die Tür der Schafe.” (Joh 10,7.9) „Ich bin der gute Hirte.” (Joh 10,11.14) „Ich bin die Auferstehung und das Leben.” (Joh 11,25) „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.” (Joh 14,6) und „Ich bin der wahre Weinstock.” (Joh 15,1.5; vgl. außerdem Joh 4,26; 6,20.41.48.51; 8,18.24.28.58; 13,19; 18,5.6.8). Als feststehende Formulierung der Selbstvorstellung wird der Ausdruck „Ich bin” in der Bibel lediglich von Gott dem Vater und Jesus Christus verwendet.

Sohn Davids

Jesus Christus wird in den Evangelien als Sohn Davids bezeichnet: „Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.” (Mt 1,1; vgl. Mt 22, 42; Joh 7,42). Demnach ist Christus identisch mit dem verheißenen Messias, in dem Gott selbst den Menschen begegnen will. Diesem Davidssohn werden im Alten Testament unter anderem auch die Gottesnamen Adonai, Elohim und Jahwe zugesprochen (Ps 45,7f; 110,5; Jes 9,5; 10,21; Jer 23,6).

Sohn Gottes

Auch der exklusive Titel „Sohn Gottes” deutet auf die intensive Verbindung zwischen Jahwe und Jesus. Nur wer in Jesus diesen einzigartigen Sohn Gottes erkennt, kann Zugang zu Gott selbst bekommen: „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott „ (1Joh 4,15; vgl. Mt 16,16; Apg 9,20; 1Joh 5,5.10.12).

Guter Hirte

Die alttestamentarische Ankündigung Jahwes als „guter Hirte” bezieht Jesus Christus auf sein eigenes Auftreten: „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen …” (Jes 40,11; Hes 34,12ff; Mi 5,3) Jesus spricht: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.” (Joh 10,11)

Herr der Herrlichkeit

Verschiedentlich wird Jesus der göttliche Titel „Herr der Herrlichkeit” zugesprochen: „Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit …” (Jak 2,1; vgl. 1Kor 2,8).

In Hebräer 1 werden die Titel Jesu Christi in einer unüberbietbaren Steigerung aufgezählt: zuerst wird er als Sohn Gottes vorgestellt, dann als Gott (theos) und schließlich als Jahwe (kyrios).

Zusammenfassend wird ein bibelgläubiger Christ dem kirchlichen Bekenntnis der vergangenen Jahrhunderte zustimmen: Jesus Christus ist Gott

 

3. Konsequenzen der Gottheit Jesu Christi

Erkennt ein Mensch Jesus Christus als Gott, kann er bei dieser intellektuellen Wahrnehmung nicht stehenbleiben, sie muss und wird sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln widerspiegeln. Wer Jesus Christus als Herrn des Universums akzeptiert, wird dessen Aussagen eine hohe Glaubwürdigkeit und einen hohen Stellenwert in der eigenen Wirklichkeitswahrnehmung und Zukunftsplanung einräumen. Es wäre vernünftig, göttliche Mitteilungen zum unhinterfragbaren Ausgangspunkt (Paradigma) menschlichen Denkens und Lebens zu machen.

 

3.1. Jesus Christus ist Herr des Universums

– In der Erforschung und Deutung der Schöpfung soll Jesus Christus verherrlicht werden.

– Maßstäbe und Werte Jesu Christi sollen in der Gesellschaft zu Gehör gebracht in eigenem Engagement und im Beruf vorbildlich verwirklicht werden.

– In Gebet und Leben soll die Sehnsucht nach der Herrschaft des Herrn Jesus Christus zum Ausdruck kommen.

– Der Charakter Jesu als Herr des Universums spricht gegen eine Verniedlichung Jesu in Gesprächen, bildender Kunst, Romanen und Filmen.

– Weil Jesus Herr ist, sollte unwürdigen Angriffen auf seine Person mit einer konsequenten Anwendung eines zumindest gemeindlichen Blasphemieverbots begegnet werden

 

3.2. Jesus Christus ist Herr der Theologie

– Jesu Äußerungen und Interpretationen sind verpflichtend für die Hermeneutik und Exegese.

– In der Exegese müssen Aussagen Jesu wie Aussagen Gottes als absolut und überzeitlich gültig akzeptiert werden. Es gibt keine substantielle Veränderung seines Willens im Übergang von Altem
  und Neuem Testament.

– Aussagen Jesu dürfen keinesfalls einer kulturellen oder scheinwissenschaftlichen Korrektur unterworfen werden.

– Theologische Unternehmungen dürfen nicht der Profilierung von Menschen dienen. Ihr Ziel muss ausschließlich die Verherrlichung Gottes sein.

– Gemeindliche Verkündigung muss auf die Erkenntnis Gottes ausgerichtet sein und kann sich nicht in der Befriedigung anthropologischer Bedürfnisse erschöpfen, wenn Jesus Christus als ewigem
  Herrn Rechnung getragen werden soll

– Die Göttlichkeit Jesu umfasst die Unveränderlichkeit seiner Person und Lehre. Diese Erkenntnis steht gegen die Idee einer Evolution der Religionen oder einer Veränderung des christlichen
  Glaubens.

– Die Göttlichkeit Jesu steht gegen einen als tot und beerdigt proklamierten Jesus von Nazareth einer neoliberalen Theologie.

– Die Ewigkeit Jesu spricht gegen eine Relativierung der christlicher Hoffnung auf den baldigen Anbruch der Herrschaft Jesu durch den Hinweis auf die ‘irrtümliche’ Naherwartung der ersten
  Gemeinde

 

3.3. Jesus Christus ist Herr der Gemeinde

– Ist der Gott Jesus Christus tatsächlich Herr der Gemeinde, darf diese sich nicht als Selbstzweck verstehen, sondern muss in ihrem Sein und ihren Aktivitäten suchen Jesus der Welt optimal vor Augen zu malen und zu verherrlichen.

– Außenstehenden Menschen soll nicht die Gemeinde nahegebracht werden, sondern die Person Jesu.

– Jesus Christus gibt Anleitung für den Aufbau und die Aktivität der Gemeinde. Nicht die Bedürfnisse des zeitgeistlich geprägten Menschen oder psychologisch- ökonomische Optimierungsstrategien können als gerechtfertigte Grundlagen des Gemeindebaus herangezogen werden.

– Die Erkenntnis Jesu Christi als ewigen Herrn verpflichtet zu nachhaltigem missionarischem Engagement, um dem Anspruch seiner Herrschaft Nachdruck zu verleihen und um Menschen zu helfen, ein realistisches Bild ihrer geistlichen Existenz zu bekommen.

 

3.4. Jesus Christus ist Herr des Christen

– Als irrtumslosem und liebendem Gott gebührt Jesus Christus ein Mitspracherecht in der Lebensplanung des Christen.

– Die Erkenntnis der Gottheit Jesu sollte sich im ethischen Verhalten des Christen ebenso zeigen wie in den Prioritäten seiner Alltagsplanung. Der als Gott und Herr proklamierte Christus sollte im individuellen Umgang mit Zeit, Geld und Talenten sichtbar werden.

– Wird Jesus als Gott anerkannt, kann sich das Leben nicht in der Ausgestaltung des Privaten erschöpfen, sondern muss den Dienst für Gott an den Mitmenschen umschließen.

– Jesus Christus ist höchste Autorität in Denken, Glauben und Leben des Christen, keine machtvollen Propheten, begabte Wissenschaftler, umjubelte Showstars oder verführerischen Ideologien.

– Ist Jesus Christus allmächtiger Gott, sollte der Christ bestrebt sein, seine Persönlichkeit, entsprechend der Aufforderung seines Herrn, nach göttlichen Anforderungen zu optimieren. Die zu erstrebenden Werte sind dann die Eigenschaften Jesu: Liebe, Friede, Freude, Geduld … – Christen sollten in der freudigen Gewissheit und der heilsamen Infragestellung der abschließenden Bewertung ihres Lebens durch den unbestechlichen Richter Jesus Christus denken, reden und handeln.

„Damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit des Verständnisses zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.” (Kol 2,2f)


[1]Vgl. Http://www.aberhallo.de/lexikon/index.php/Dreifaltigkeit / Http://www.lexikon-definition.de/Dreifaltigkeit.html / www.wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit /

www.wikipedia.org/wiki/Trinitarismus / Http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Trinit%E4t.html

[2]Vgl. Beispielsweise: Ahmed Deedat: Christus im Islam, Abul Qasim Pbulishing House, Saudi Arabien, 1995 / Ahmad v. Denffer: Jesus im Christentum und IslamHrsg.: Islamisches Zentrum München, 3. Auflage 2000 / Ahmad v. Denffer/ Islamisches Zentrum München: Vorträge über den Islam 1, München 1995 / Muhammad Ahmad Rassoul: Jesus der Prophet Allahs, Islamische Bibliothek, Köln / Amina Adil: Gaben des Lichts. Die wundersamen Geschichten der Gesandten Gottes, Spohr Verlag / Sahib Mustaqim Bleher: Das Zeugnis der Bibel, Haus des Islam, ohne Jahr

[3]Ist Jesus wirklich Gott?, Http://www.islamic.org.uk/deutsch/jesusgod.html, 15.10.2004

[4]Http://www.watchtower.org/languages/deutsch/library/jt/index.htm / vgl.

Http://www.watchtower.org/library/ti/article_01.htm, 10.10.2004

[5]Vgl. Watch Tower Bible and Trac Society Hrsg.: Unterredungen anhand der Schriften, New York 1985 / 1990, S.91-111; 227f; 241-245

[6]Watch Tower Bible and Trac Society Hrsg.: Unterredungen anhand der Schriften, New York 1985 / 1990, S.110f

[7]Watch Tower Bible and Trac Society Hrsg.: Unterredungen anhand der Schriften, New York 1985 / 1990, S.109

[8]Anthony Buzzards / Charles Huntings: Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes  (englisch: Die selbst zugefügte Wunde der Christenheit), Linz 2001

[9]Sidney A.Hatch: Vorwort zu: Anthony Buzzards / Charles Huntings: Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes, Linz 2001

[10]Vgl. Http://www.bibelcenter.de

[11]Wolfgang Schneider: Der Begriff ‘Gott’ in der Trinität, Http://www.bibelcenter.de, 16.6.2004


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