Die Industrialisierung Deutschlands

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Sigurd Schulien

Wie man Deutschland dazu brachte, seine heimische Energiebasis aufzugeben

 
“Die einzige Möglichkeit, die deutsch-englischen Beziehungen zu verbessern, wäre, unsere wirtschaftliche Entwicklung zurückzuschrauben. Dies ist nicht möglich.” –  Bismarck

1. Die Industrialisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert mit
     Hilfe der Kohlenenergie
2. Die Kohleveredelung nach dem Ersten Weltkrieg
3. Der Hochtemperaturreaktor zur Kohlevergasung

1. Die Industrialisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert

Deutschland verdankt seinen Aufstieg zu einem leistungsfähigen Industriestaat im 19. Jahrhundert seinem einheimischen Energieträger – der Kohle –, dem Genie seiner Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler und der Zuverlässigkeit und Intelligenz seiner Arbeiter sowie einem dem Wohle der Allgemeinheit dienenden Banken- und Finanzwesen, das die riesigen Investitionen finanzierte (das Börsengesetz von 1896 verbietet Termingeschäfte und erschwert die Spekulation sowie den Einfluß der Londoner City auf die deutsche Wirtschaftspolitik).

Nach den napoleonischen Kriegen erweiterte Großbritannien konsequent seine politische Vorherrschaft in der Welt.1 Seine Macht beruhte seit dieser Zeit auf drei Säulen:

1. der Beherrschung und Kontrolle der Rohstoffe,
2. der Beherrschung und Kontrolle der internationalen Geldgeschäfte (Anleihen…),
3. der Kontrolle der Verkehrswege, vor allen Dingen die Vorherrschaft zur See.

Der Schwerpunkt seiner Wirtschaftstätigkeit waren seit ca. 1860 der Handel sowie Finanz- und Zinsgeschäfte. Nach der Reichsgründung 1871 baute Deutschland seine Industrie in rasantem Tempo auf, damit wuchs auch sein Handel sehr schnell und wurde ein ernst zu nehmender Konkurrent für die Briten. Während um 1850 die englische Industrie den Weltmarkt beherrschte, überflügelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die deutsche Industrie die englische. Schwerpunkt der deutschen Wirtschaftstätigkeit war die Produktion von Gütern.

Der rasche Aufstieg der deutschen Wirtschaftsmacht, – er kam ohne große Anleihen bei den Londoner Banken zustande –, der mit friedlichen Mitteln nicht mehr zu bremsen war, beunruhigte die Londoner City derart, daß sie insgeheim die Vernichtung des lästigen Industriekonkurrenten mit militärischen Mitteln betrieb. Der wachsende Interessengegensatz zwischen England und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg und deren unterschiedliche Wirtschaftspolitik ist sehr anschaulich von dem Engländer F. W. Engdahl in seinem Buch “Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ beschrieben.1

Den führenden Kräften in Deutschland war klar, daß nur die friedliche Entwicklung von Industrie und Handel dem Land zum Vorteil gereichte und den Wohlstand der Bevölkerung mehren konnte. Ein europäischer Krieg hätte die erfolgreiche Entwicklung des Reichs gebremst und großen Schaden angerichtet, selbst wenn er gewonnen würde. Im Gegensatz dazu sahen die Herren der Londoner City nur im Krieg und der Vernichtung Deutschlands ihre Rettung vor dem absehbaren Niedergang der eigenen Wirtschaft. Durch geschickte Intrigen bekam die Londoner City ihren Krieg, den sie militärisch gewann. Dadurch konnte England nach 1918 alle seine Ziele zur Beherrschung der Welt durchsetzen, vor allen Dingen die vollständige Ausschaltung des deutschen Konkurrenten.

Das sicherste Mittel zur Ausschaltung der deutschen Industrie ist die Vernichtung ihrer Energiebasis. Die Energiequelle der deutschen Industrie war bis weit ins 20. Jahrhundert die heimische Kohle. Aus diesem Grunde wurden nach dem Versailler Diktat die Kohlengruben des Saarlandes an Frankreich ausgeliefert, die oberschlesische Kohle an das neugegründete Polen. Für Deutschland blieb nur noch das Ruhrgebiet, auf das Frankreich aber 1923 auch Anspruch erhob, allerdings ohne Erfolg.

Während des Ersten Weltkriegs hatte sich herausgestellt, daß der Energieträger der Zukunft das Erdöl ist.1 Die großen Schiffe wurden seit ca. 1900 von Kohle- auf Ölfeuerung umgestellt, die Autos und Flugzeuge benötigen zum Antrieb Benzin, das aus Erdöl gewonnen wird, nicht Kohle.

Aus diesem Grunde wurde schon 1916 das geheime Sykes-Picot-Abkommen zwischen England und Frankreich abgeschlossen. In diesem Abkommen wurden die deutschen Bohrkonzessionen für das mesopotamische Erdöl auf England und Frankreich übertragen. Diese deutschen Rechte auf das mesopotamische Erdöl hätten die Energieversorgung Deutschlands für Jahrzehnte sichergestellt. Mesopotamien (heute Irak) gehörte damals zum Osmanischen Reich, mit dem das Deutsche Reich einen Freundschaftsvertrag zur technischen Entwicklung des Landes geschlossen hatte (z.B. Bau der Bagdad-Bahn zwischen Mitteleuropa
und dem Persischen Golf, wodurch der Suez-Kanal seine Bedeutung zur Beherrschung des Handels zwischen Europa und Asien verloren hätte, was ein wesentlicher Grund für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs war, Bohrkonzessionen im Bereich dieser Bahnlinie). Durch das Diktat von Versailles wurde die Kohlebasis Deutschlands erheblich reduziert, seine Erdölrechte wurden für nichtig erklärt. Eine Weiterentwicklung der Technik in Deutschland wäre damit unmöglich gemacht worden, damit war das eigentliche Ziel der Urheber und
Sieger des Ersten Weltkriegs erreicht, die technikorientierte deutsche Industrie zu vernichten.

2. Die Kohleveredelung nach dem Ersten Weltkrieg

Seine geistigen Ressourcen ermöglichten es Deutschland, die Absichten seiner Feinde zu vereiteln. Aus der heimischen Kohle wurden durch Wasserstoffanlagerung an die Kohle Benzin und Öl hergestellt. Ab 1927 entstanden die ersten großen Fabriken zur Herstellung von Benzin aus Kohle und Wasserstoff (Hydrierwerke) in Mitteldeutschland (Leuna) und im Ruhrgebiet, im Zweiten Weltkrieg auch in Oberschlesien. 2 In deutschen Labors (z.B. BASF) wurden seit 1910 zahllose Verfahren zur Kohleveredelung entwickelt und zur Fertigungsreife
gebracht. Hierzu zwei Beispiele: Bei der Kohlehydrierung (Kohleverflüssigung) nach Bergius wird Kohle fein vermahlen und mit Wasserstoff in Verbindung gebracht bei einem Druck von 300 bar und einer Temperatur von 480 °C in Gegenwart eines Katalysators. Dabei bilden sich Öle, Benzin und gasförmige Produkte, die weiter zu chemischen Stoffen verarbeitet werden können.

Bei dem Verfahren nach Fischer-Tropsch wird die Kohle nicht direkt hydriert, sondern sie wird bei hoher Temperatur und Sauerstoffabschluß vergast. Zur Kohlevergasung leitet man Wasserdampf über glühende Kohle (ca. 1000 °C). Dabei entsteht ein Gemisch von Kohlenmonoxid und Wasserstoff (Synthesegas)
C + H2O –> CO + H2

Das Synthesegas wird auf ca. 25 bar komprimiert und strömt dann bei ca. 220 °C über einen geeigneten Katalysator. Dabei bilden sich je nach Betriebsbedingungen aus dem Gasgemisch Kohlenwasserstoffe wie Benzin, Öle, Paraffine. Die Produkte werden in Destillationsapparaturen voneinander getrennt. Außer Benzin können so auch Chemierohstoffe und Kunststoffe hergestellt werden.

Die Anglo-Amerikaner waren nicht erfreut, als sie sahen, daß die Deutschen sich unabhängig von ihren Erdölvorräten machten, die sie sich während des Ersten Weltkriegs im Vorderen Orient angeeignet hatten. Deutschland war dadurch nicht mehr erpreßbar, weil es keine Anleihen in der Londoner City oder bei New Yorker Banken mehr aufnehmen mußte, um seine Rohstoffeinfuhren bezahlen zu können oder weil die Lieferungen unterbrochen werden konnten. Zu Erpressungszwecken blieben also nur die Anleihen, die sich aus den Reparationszahlungen des Versailler Diktates ergaben. Als die Wirtschaft nach 1933 wieder wuchs und größere Rohstoffeinfuhren nötig wurden, bezahlte Deutschland diese mit Technik (Lokomotiven, Kraftwerke…) und nicht mit Dollars. Diese Tatsache führte zum Zweiten Weltkrieg, weil abzusehen war, daß das deutsche Beispiel Schule machen und die Zinseinnahmen der anglo-amerikanischen Finanzwelt zurückgehen könnten. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war die Leitung der Geschäfte zur Beherrschung der Welt von der Londoner City auf die New Yorker Banken übergegangen.

Nachdem Deutschland auch den Zweiten Weltkrieg verloren hatte, beschlossen die anglo-amerikanischen Befreier, reinen Tisch zu machen und Deutschland endgültig und unwiderruflich in ihre Abhängigkeit zu bringen. Zunächst wurden alle Hydrierwerke wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen. Außerdem beabsichtigte man, die heimische Energieversorgung – also den Steinkohlenbergbau – zu liquidieren. Diese Absicht war allerdings nicht sofort durchführbar, weil Europa zum Wiederaufbau nach dem Krieg unbedingt die Ruhrkohle brauchte. Aus diesem Grund stieg in den ersten Jahren nach dem Krieg die deutsche Steinkohlenproduktion erheblich. Das sollte aber nicht von Dauer sein. Die steigende Produktion sollte Deutschland nicht zugute kommen, sondern hauptsächlich den benachbarten Ländern, vor allen Dingen Frankreich. Aus diesem Grunde wurde die internationale Ruhrkontrolle installiert und in ihrer Nachfolge 1951 die Montanunion gegründet, die dafür sorgte, daß die deutsche Kohle zu niedrigen Preisen im Ausland verkauft werden mußte. Außerdem mußten die deutschen Kohleverkaufsgesellschaften aufgelöst werden.2 Durch die Politik der Montanunion mußte eine Zeche nach der anderen schließen.

Dazu kam, daß die Anglo-Amerikaner während des Krieges alle westlichen Bohrkonzessionen unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Sie überfluteten den europäischen Markt mit billigem Erdöl, das zum großen Teil mit Marshall-Plan-Geldern bezahlt wurde, um die Kohle zu ersetzen. Industrie, Kraftwerke und Haushalte verbrauchten in immer größerem Maße Heizöl statt Kohle. Die Kohlenutzung wurde als veraltete und unwirtschaftliche Technik hingestellt.
Die Zahl der Zechen sank zwischen 1957 und 1974 von 175 auf 46 in Übereinstimmung mit den Wünschen der neuen Herren. Renommierte Forschungsinstitute wurden lahmgelegt und schließlich geschlossen (z.B. Bergbauforschung in Essen). Wie oben schon erwähnt, wurden alle Hydrierwerke, die aus Kohle und Wasserstoff Benzin herstellten, sofort nach der “Befreiung“ wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen, so sehr lag den Befreiern unser Wohl am Herzen. Der eigentliche Grund war allerdings, die einzige heimische Energiequelle zu verstopfen und einen Markt für das zunächst billige, den Arabern gestohlene Erdöl, zu öffnen (ca. 20 Pfg/l). Zu geeigneter Zeit – wenn die Deutschen ihre Zechen geschlossen hatten – konnte man den Ölpreis beliebig erhöhen, wie es jetzt passiert.

3. Der Hochtemperaturreaktor (HTR) zur Kohlevergasung

Bei dem Fischer-Tropsch-Verfahren zur Benzinherstellung wird Kohle zunächst bei ca. 1000 ° C vergast und das dabei entstehende Synthesegas in speziellen Behältern in Benzin, Öle usw. umgewandelt. Die hohe Vergasungstemperatur wurde durch Verbrennung von Kohle erzeugt. Ein billigeres Verfahren zur Erzeugung solcher Temperaturen liefert der Hochtemperaturreaktor. In diesem Reaktor wird durch Kernenergie das Gas Helium auf Temperaturen von ca. 1000 °C aufgeheizt. Bei dieser Temperatur kann Kohle vergast werden, billiger als durch Verbrennung von Kohle. Dadurch wäre die Benzinerzeugung durch Kohleverflüssigung wirtschaftlicher geworden. Allerdings hatte man schon vorher den Deutschen die Kohleverflüssigung verboten, wegen Unwirtschaftlichkeit und weil mit synthetischem Benzin Naziflugzeuge geflogen waren. Der letztgenannte Grund war wohl der wichtigere, denn die Hydrierwerke wurden nicht wieder in Betrieb genommen, als sie durch das neue Vergasungsverfahren hätten wirtschaftlicher werden können. Der HTR wurde in den siebziger und achtziger Jahren entwickelt, er hätte also die Herstellung von synthetischem Benzin aus Kohle wirtschaftlich und uns unabhängig von den Öllieferungen der Anglo-Amerikaner gemacht. Während der Kohlevergasung kühlt sich das heiße Heliumgas aus dem Reaktor von 1000 °C auf etwa 700 °C ab. Mit diesem kühleren Gas hätte man mit geeigneten Turbinen Elektrizität erzeugen können. Eine geniale Erfindung, die im Ruhrgebiet entwickelt wurde: ein sicherer Kernreaktor, der Prozeßwärme von ca. 1000 °C und Elektrizität erzeugt, damals in den siebziger und achtziger Jahren noch möglich.

Mit dem HTR hätte nicht nur die Kohleverflüssigung zur Herstellung von Benzin und Chemierohstoffen optimiert, sondern die Kohle hätte unter Tage zu Synthesegas vergast werden können, indem zu tief liegende oder zu steil verlaufende oder zu schmale Flöze abgebaut worden wären. Mit dem HTR hätte synthetisches Erdgas produziert werden können. Das alles wäre nicht im Sinne unserer Befreier gewesen. Deswegen wurden getrennte Kampagnen gegen die Kohlenutzung und die Kernenergie in die Wege geleitet. Inzwischen hatte man nämlich neben der Unwirtschaftlichkeit noch einen anderen Einwand gegen die Kohle gefunden. Bei der Verbrennung von Kohle entsteht immer CO2, was die Kohle nach moderner Auffassung zu einer gefährlichen Substanz macht. Denn CO2 soll ein furchtbares “Klimagift“ sein. Der Beweis für diese Behauptung ist nie erbracht worden. Aber die Medien wiederholen sie seit Jahrzehnten mehrere Male täglich, wodurch sie in den Augen der meisten Menschen zur Tatsache geworden ist (Gehirnwäsche). Der HTR erzeugt kein Kohlendioxid. Seine Verwendung bei der Kohleveredelung hätte den Feinden Deutschlands ihre Argumente aus den Händen geschlagen. Aus diesem Grunde wurden flugs Kampagnen inszeniert, bei denen der Hochtemperaturreaktor und die gesamte Kernenergie als Teufelszeug dargestellt wurden, das die ganze Menschheit bedroht, ebenso wie die Kohle durch das bei ihrer Verbrennung erzeugte CO2 das Klima “vernichtet“. Das Erdöl produziert auch viel Kohlendioxid bei seiner Verbrennung. Da es aber auch Dollars produziert, ist es nützlich. Es ist wirklich nett von unseren Freunden in der Londoner City, uns vor den Gefahren der deutschen Kohle und der Kernreaktoren zu warnen. Wer hätte das von ihnen gedacht, nachdem sie die Bombardierung Dresdens veranlaßt hatten.

Mit dem HTR wäre das Ruhrgebiet in den 80er Jahren wieder das industrielle Herz Deutschlands geworden. Aber allmählich wurden die dem Gemeinwohl verpflichteten Männer in den Schlüsselstellungen von Wirtschaft und Industrie durch andere ersetzt, welche insgeheim die Geschäfte internationaler Finanzgruppen betrieben. Zu ihren Gunsten sei angenommen, daß sie die eigentlichen Drahtzieher nicht kannten. Auf jeden Fall gehen diese Politiker auf Nummer sicher. Denn wenn die Bilderberger oder Trilateralen dahinter stehen, kann nichts passieren. Auf Betreiben der nordrhein-westfälischen Landesregierung unter Ministerpräsident Joh. Rau wurde die Entwicklung des Hochtemperaturreaktors 1988 eingestellt und damit eine großartige Forschungsleistung vernichtet. An heimischen Energiequellen blieben den Deutschen jetzt nur noch einige Zechen, die Braunkohle sowie geringe Vorräte an Erdöl und Erdgas und einige Wasserkraftwerke. Es gibt Gruppen in Deutschland, die verlangen, daß die Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Deren Leistung soll durch erneuerbare Energien – Wind- und Sonnenenergie – ersetzt werden. Das ist in einem Industriestaat wie Deutschland purer Unfug, auch wenn die Medien und Politiker das Gegenteil behaupten.

Die gleichen Gruppen verlangen, daß die Kohlesubventionen abgeschafft werden, d.h. daß man die restlichen Zechen schließt. Damit würde Deutschland ganz in die Hände der ausbeuterischen Globalisierer gegeben. Wenn man die Kohleveredelung mit modernen Methoden weiterentwickelt hätte, wären längst keine Kohlesubventionen mehr erforderlich und Europa würde nicht unter den hohen Benzinpreisen stöhnen.

Die Schlagworte “Kohle ist unwirtschaftlich“, “CO2 ist ein Klimagift“, “Kernkraft ist pfui“ dienen alle dazu, uns in die Abhängigkeit von anglo-amerikanischen Finanzgruppen zu bringen. Die Aufgabe der Medien in diesem Komplott ist es, diese Parolen täglich zu wiederholen. Zur Verstärkung des Effekts machen ab und zu Gruppen von Berufsdemonstranten und Irregeleiteten mit ihrem Anhang entsprechende Randale, die in den Medien verstärkt wiedergegeben werden. Auf Grund dieses Geschreis werden dann folgenreiche Fehlentscheidungen getroffen.

Die Kohlesubventionen müssen natürlich vorerst bleiben, damit unsere Enkel in Freiheit leben können. Versorgungssicherheit und Nichterpreßbarkeit sind wichtige Güter im nationalen Leben. Wir subventionieren die Landwirtschaft in Frankreich und den Aufbau der Infrastruktur in Spanien mit unseren EU-Beiträgen. Weswegen sollen wir nicht unsere Energieversorgung unterstützen?

Deutschland kann nur dann seine Freiheit und Souveränität wiedererlangen, wenn es möglichst unabhängig von ausländischen Energielieferungen wird. Zur Zeit sieht man, wie das Land ausgepreßt wird, weil es über 74% seiner Energie aus dem Ausland bezieht.

Daher müssen die von unseren Feinden und ihren heimischen Helfershelfern in den letzten Jahrzehnten durchgesetzten energiepolitischen Fehlentscheidungen rückgängig gemacht werden. Die heimische Kohle muß wieder eine wichtige Rolle in der Energie- und Rohstoffversorgung Deutschlands spielen, die Kohle-Veredelungsverfahren müssen wiederaufgenommen werden, die Kernenergie muß für eine Übergangsperiode von einigen Jahrzehnten für die Energieversorgung zur Verfügung stehen, bis die erneuerbaren Energien so
weit entwickelt sind, daß sie eine große Volkswirtschaft wie Deutschland sicher mit Energie versorgen können.

Die erneuerbaren Energien benötigen einen leistungsfähigen Speicher – das ist der Wasserstoff. Es muß ein großes mehrjähriges Programm zur Entwicklung der erneuerbaren Energien mit Wasserstoff als Energiespeicher in die Wege geleitet werden, das die Grundlage der neuen Energietechnik werden soll. Dieses Programm muß ähnlich abgewickelt werden wie die Programme zur Entwicklung der Kohleveredelung oder der Kernreaktoren. Die Methode, die zur Zeit angewandt wird, besteht darin, daß man spärliche Fördergelder in einzelne Labors gibt, die kaum miteinander, eher gegeneinander arbeiten, so daß die Fördergelder oft sinnlos verpraßt werden. Man könnte den Eindruck gewinnen, daß die Förderstellen gar keine sinnvollen Ergebnisse erwarten, sondern die Gelder nur hergeben, damit sie in der Forschungsstatistik erscheinen.

Das Erdöl muß in Dollar bezahlt werden, die man von amerikanischen Banken gegen Zahlung von Zinsen erhält. Durch den Kauf von Dollars stärken wir die uns aussaugendenFinanzgruppen.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie es den Feinden Deutschlands in jahrzehntelangem Bemühen gelungen ist, alle ihre Ziele mit Hilfe ihrer deutschen Mittelsmänner, die ihre Stichworte und Handlungsanweisungen von den Bilderbergern und ähnlichen erhalten, durchzusetzen, teils mit Gewalt, teils über Gehirnwäsche und Manipulation der Begriffe. Erfreulich ist, daß viele Menschen in Deutschland dieses üble Spiel jetzt durchschauen, ihr Wissen wird aber von den Medien, Politikern und Regierungen nicht zur Kenntnis genommen, da sie sich in ihrer virtuellen Welt noch sehr wohl fühlen.

Damit in Deutschland wieder die reale Wirtschaft maßgebend wird, muß das Land so schnell wie möglich aus dem ausbeuterischen anglo-amerikanischen Finanzsystem aussteigen, das uns durch zwei Weltkriege aufgezwungen worden ist. Die Gelegenheit dazu ist günstig, da in absehbarer Zukunft dieses bankrotte System zusammenbrechen wird. In dem darauffolgenden internationalen Konkursverfahren müssen die immensen, an den Börsen erzielten privaten Spekulationsgewinne in Höhe von vielen hundert Billionen Dollar (mit denen man produktive deutsche Firmen aufkauft, zerlegt und mit Gewinn weiterverscherbelt) auf Null abgeschrieben
werden.

Es ist überflüssig zu bemerken, daß amerikanische Kohle nicht altmodisch, unwirtschaftlich und umweltschädlich ist. Im Jahre 2003 förderten die USA 892 Millionen Tonnen Steinkohle, Deutschland 29 Millionen Tonnen mit fallender Tendenz.

Sigurd Schulien

1 F.W. Engdahl: “Mit der Ölwaffe zur Weltmacht”, Dr. Böttiger Verlags GmbH 1992.
2 Walter Theimer: “Öl und Gas aus Kohle”, dtv Wissenschaft 1980.
3 Bundesministerium für Wirtschaft: “Technologie und Energie”, www.bmwa. bund.de

www.horst-koch.de
info@horst-koch.de

 

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