Verwirrung der Geschlechter-W.Grudem

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Verwirrung der Geschlechter

 

Von Wayne Grudem

 

23.03.07

 

 

 

Männer und Frauen sind gleich in ihrem Wert und in ihrer Würde

 

 

 

In Gen 1:27 (lesen wir): Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild…; als Mann und als Frau schuf er sie.

 

Jedes Gespräch über Männlichkeit und Weiblichkeit in der Bibel muss hier beginnen. Nach Gottes (Eben-) Bild erschaffen zu sein bedeutet, so zu sein wie ER und IHN auf der Erde zu repräsentieren. Nur Männer und Frauen haben dieses große Vorrecht, nicht die Tiere, ja noch nicht einmal die Engel. Deshalb sollten wir Männern und Frauen mit der gleichen Wertschätzung begegnen als solche, die den gleichen Wert besitzen.

 

Die Fehler männlicher Vorherrschaft, die in der Geschichte in nahezu allen Kulturen beobachtet werden konnten, sind als Folge der Sünde aufgetreten. An keiner Stelle sagt die Bibel, dass Männer mehr nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind als Frauen. Wo immer man Männer für besser hält als Frauen wird diese Wahrheit verleugnet. Wo immer man Frauen als minderwertiger ansieht wird die biblische Wahrheit der Gleichheit als Ebenbild Gottes verleugnet.

 

 

 

In der Ehe – als Teil der Schöpfungsordnung – haben Männer und Frauen unterschiedliche Rollen

 

 

 

(I) Die Ordnung.

 

Zuerst wurde Adam erschaffen, dann Eva. Wir mögen das nicht für bedeutend halten. (Und) Egalitarier (Gleichmacher) würden sagen, dass es in Ehe und Gemeinde keine unterschiedlichen Rollen gibt (nur) aufgrund des Geschlechtes; (sie würden sagen,) dass die unterschiedlichen Rollen aufgrund von Vorlieben und Begabungen zustande kommen, (sie würden die Frage stellen): Wenn die Tatsache, dass man zuerst erschaffen wurde besagt, dass einem die Leiterschaft zufällt, warum haben dann nicht die Tiere die Autorität über die Menschen? Eine gute Frage, aber im Alten Testament findet die Vorstellung, dass dem Erstgeborenen die Leitung der Familie zufällt, nur in menschlichen Familien ihre Anwendung. Gott erschuf Adam als Ersten und gab ihm die Verantwortung. Als Zweite erschuf er Eva, und eine leitende Funktion des Erstgeborenen war selbstverständlich.

 

In 1 Timotheus 2:13 sagt der Apostel Paulus, “denn Adam wurde zuerst erschaffen, dann Eva”, und er sieht das als eine bleibende Wahrheit an, die auch das Verhältnis betrifft, das wir in der Gemeinde zueinander haben.

 

 

 

(II) Die Verkörperung.

 

Adam, nicht Eva, repräsentierte die menschliche Rasse! Eva hat zuerst gesündigt und man könnte deshalb annehmen, dass wir wegen Eva unsere sündige Natur geerbt haben. Aber in 1 Korinther 15:22 heißt es: “Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.” (Elberfelder Übersetzung). Wir ererben unsere sündige Natur wegen Adams Sünde. Es heißt nicht: “Denn wie in Eva alle sterben…” Adam hatte eine repräsentative leitende Rolle, die Eva nicht hatte.

 

 

 

(III) Die Namensgebung für die Frau.

 

In Gen 2:23 heißt es: Der Mann sagte, …”diese soll Männin genannt werden…” Das Hebräische Wort für ‘benennen’ wurde schon vorher im 1. Buch Mose verwendet, und zwar als Gott das Licht mit ‘Tag’ benannte und die Dunkelheit mit ‘Nacht’; Adam benannte alle Tiere mit einem Namen. (Und) dasselbe Wort wird verwendet als Adam die Frau Männin nennt. Durchweg in der Bibel ist die Befugnis, einen Namen zu vergeben, ein Zeichen von Leiterschaft.

 

 

 

(IV) Die Benennung der menschlichen Rasse.

 

In Gen 5:2 heißt es: Als Mann und Frau schuf er sie,… und gab ihnen den Namen Mensch. Das hebräische Wort “Adam” wird in diesen frühen Kapiteln des 1. Buches Moses mindestens ein duzend mal benutzt um über den Mann zu sprechen in Unterscheidung zur Frau. Gott hat die menschliche Rasse nicht Frau genannt oder hat sie mit einem geschlechtsneutralen Wort wie Menschheit oder Menschsein benannt, Er hat dafür einen Ausdruck mit männlichem Bedeutungsumfang gewählt.

 

 

 

(V) Die Haupt-Verantwortung

 

In Gen 3:9 heißt es: Und Gott der HERR rief den Menschen (Einzahl) und sprach zu ihm: “Wo bist du?” (Einzahl). Gott kam in den Garten Eden und rief nicht nach Adam und Eva, ER rief nach dem Mann. Als meine drei Söhne noch jünger waren, rief ich, wenn sie sich daneben benahmen: “Elliot, was ist passiert?” Warum? Weil er der Älteste ist und mehr Verantwortung hatte. Ich forderte ihn als ersten dazu auf zu berichten. Ebenso sagte Gott: “Adam, was ist passiert?”, was darauf hindeutet, dass er die Hauptverantwortung trug.

 

 

 

(VI) Die Zweckbestimmung.

 

Eva wurde um Adams Willen erschaffen, nicht Adam um Evas willen. In Gen 2:18 heißt es: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Das Wort “Hilfe” wird hier auf Eva angewendet. “Hilfe” ist nicht ein erniedrigender Ausdruck, er ist ehrenhaft und wird in der Bibel oft für Gott verwendet, aber er zeigt an, dass Eva erschaffen wurde, um eine unterstützende Funktion einzunehmen. Das Wort ‘Hilfe’ ist das Gegenstück zu dem Ausdruck ‘Leiter’.

 

 

 

(VII) Der Kampf.

 

Der Fluch, den Gott über Adam und Eva verhängt hat, nachdem sie gesündigt hatten, brachte eine Entstellung der ursprünglichen Rollenverteilung mit sich, nicht die Einführung einer neuen Rollenverteilung. In Gen 3:16 sagt Gott zu Eva: “Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann soll dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen!” Die Schlüsselwörter sind: ‘Verfangen’ und ‘herrschen’. Was bedeutet es, wenn Gott zu Eva sagt, dass ihr Verlangen nach ihrem Manne sein würde? Ist damit sexuelles Verlangen gemeint?

 

Das würde im Widerspruch stehen zum Rest der biblischen Lehre, die sexuelles Verlangen innerhalb der Ehe nicht als Fluch ansieht, sondern als Segen. Viele Gelehrte des Alten Testaments glauben, dass es ein streitsüchtiges Verlangen ist, sich Adams Leiterschaft zu widersetzen. Dieses seltene hebräische Wort teshugah zusammen mit dem Vorwort el erscheint nur ein weiteres Mal in der ganzen Bibel, (und zwar) in Gen 4:7 als Gott zu Kain sagt: “Sünde lagert vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen. (Elberfelder). Es ist das Bild eines Löwen, der vor der Tür steht und darauf lauert, sich plötzlich auf Kain zu stürzen und ihn zu überwältigen. Es ist ein aggressives, feindseliges Begehren gegen ihn. Dasselbe Wort und (dieselbe Wort-) Konstruktion werden hier verwendet. Gott sagt zu Eva: “Du wirst ein angriffslustiges Verlangen deinem Mann gegenüber haben, sich seiner Leiterschaft zu widersetzen. Dann sagt Gott: “(Aber) er wird über dich herrschen”. Das hebräische Wort (für herrschen) ist mashal, das immer gebraucht wird im Sinne von: beherrschen aufgrund von überlegener Stärke. Gott sagt zu Eva, dein Verlangen wird es sein, sich der Leiterschaft deines Mannes zu widersetzen, er aber wird über dich herrschen, weil er durch seine größere Stärke im Vorteil (dir gegenüber) ist. Vordem Sündenfall haben sie in erfreulicher Harmonie vor Gott gelebt. Nach dem Sündenfall hat Gott gesagt, dass er den besonderen Verantwortungsbereich Adams verfluchen würde; der Erdboden würde Domen und Disteln hervorbringen und er würde das Essen im Schweiße seines Angesichtes erarbeiten. Dann sagte er, dass er den besonderen Verantwortungsbereich von Eva verfluchen würde; sie würde ihre Kinder mit Schmerzen gebären. Und Schmerzen würden ihre schöne harmonische Beziehung (zueinander) stören. Eva würde versuchen die Autorität über Adam an sich zu reißen, und Adam würde dagegen ankämpfen und sie beherrschen.

 

 

 

(VIII) Die Wiederherstellung.

 

In Kolosser 3:18-19 wird 1.Mose 3:11 aufgehoben. Der Fluch verzerrte die früheren Rollen (lediglich), er verteilte sie nicht neu. Wenn das nämlich so wäre, dann dürften wir niemals Gen 3:16 zitieren, wenn wir männliche Leiterschaft innerhalb der Ehe lehren. (Die Verzerrung der Rollen aber) ist ein Fluch, eine Strafe und die ganze Bibel ab Gen 3:16 zeigt wie Gott daran arbeitet, den Fluch zu überwinden, den er aufgrund des Sündenfalls verhängt hatte. Wenn das das richtige Verständnis ist, dann dürften wir erwarten, dass es eine Aufhebung des Verlangens gibt, sich zu widersetzen und zu beherrschen, etwa so wie “Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter” … “Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht rau gegen sie”, was genau das ist, was in Kolosser 3:18-19 gelehrt wird.

 

 

 

(IX) Das Geheimnis.

 

In Epheser 5:31-32 zitiert Paulus Gen 2 bezüglich Adam und Eva: ” Deshalb wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein, und dann sagt en “Dieses Geheimnis ist groß” (ein Geheimnis in der Vorstellung von Paulus ist etwas, was da ist, was aber bisher noch nicht verstanden wurde). Paulus sagt, dass Gott ursprünglich beabsichtigte, durch die Ehe die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu beschreiben. Das ist nicht eine von Kultur zu Kultur unterschiedliche Wahrheit, sie überwindet alle Kulturen und alle Epochen in der Geschichte. Deshalb kann Paulus auch sagen: “So wie sich die Kirche dem Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem ihren Männern unterordnen”, und deshalb kann er auch sagen: “Ihr Männer liebt eure Frauen wie Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben.”

 

 

 

(X) Die Parallele mit der Dreieinigkeit.

 

In 1 Korinther 11:3 lesen wir: “Der Christus ist das Haupt eines jeden Mannes, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott.” Da gibt es eine Parallele zwischen Vater und Sohn in der Dreieinigkeit und Mann und Frau innerhalb der Ehe (Wir kommen darauf später noch einmal zu sprechen.) In unserer eigenen Ehe sprechen Margaret und ich häufig über Entscheidungen, über kleinere und größere. Ich stelle meine Wünsche oft zugunsten von Margarets (Wünschen) zurück, und so tut sie das mit ihren, weil wir uns lieben. Wir haben gelernt, einander zuzuhören und uns gegenseitig zu vertrauen. Aber die Verantwortung, die Entscheidungen zu fällen liegt immer noch bei mir.

 

Ich stimme denen nicht zu, die behaupten, dass männliche Leiterschaft nur einmal in zehn Jahren etwas ausmacht, nämlich dann, wenn Ehemann und Ehefrau sich nicht einigen können. Ich denke, dass sich männliche oberste Leitung oder Leiterschaft bei allen Entscheidungen auswirkt, die ein Ehepaar jeden Tag zusammen trifft.

 

Ich will damit nicht sagen, dass der Mann alle Entscheidungen in der Familie treffen sollte. Da gibt es ganze Verantwortungsbereiche, die Margaret hat, und mit denen ich mich nicht ungefragt abgebe und umgekehrt. Aber da gibt es auch Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen und für die die Verantwortung letztendlich bei mir liegt, nicht weil ich ein weiserer oder fähigerer Leiter wäre, sondern weil Gott mir diese Verantwortung gegeben hat. Trotz des kulturellen Druckes, werde ich diese männliche oberste Leitung nicht verleugnen oder mich dafür schämen. Vor zwei Jahren litt Margaret unter immer stärker werdenden Schmerzen, die durch Kälte und Feuchtigkeit verschlimmert wurden. Ich hatte damals seit zwanzig Jahren an der Trinity Evangelical Divinity School (in Trinity) gelehrt, aber das Klima war dort oft kalt und feucht. Wir besuchten Arizona, wo es heiß und trocken ist und Margaret fühlte sich besser. Ich sagte zu ihr “Margaret, ich würde gerne mit Dir dorthin ziehen, aber da gibt es keine Arbeit für mich.” Ich bin nur ausgebildet um an dem theologischen Seminar zu unterrichten. Dann bot mir das Seminar von Phoenix eine Stelle an. Bei meiner planmäßigen Andacht kam ich zu der Stelle in Epheser 5:28, wo es heißt: “So sind auch die Männer schuldig ihre Frauen zu lieben wie ihre! eigenen Leiber.” Ich dachte mir, “die Bibel sagt mir, dass ich schuldig bin, meine Frau zu lieben wie meinen eigenen Körper, sollte ich da nicht Margarets Gesundheit zuliebe umziehen?” Ich wurde gewiss, dass ich umziehen sollte. Das Problem war nur, dass Margaret nicht umziehen wollte, weil sie wusste, dass Gott mir den Auftrag in Trinity gegeben hatte, und sie glaubte nicht, dass körperliche Krankheit ein Grund sein könnte diesen Auftrag aufzugeben! Wir waren in einer Pattsituation; zwei Wochen lang sprachen wir jeden Tag darüber. Schlussendlich sagte Margaret: “Wayne, ich habe mich dazu entschlossen, dass ich meine Entscheidung davon abhängig machen werde, wie du dich entscheidest!” Gott hat uns sehr gesegnet und Margaret geht es bedeutend besser.

 

 

 

Die Gefahr der Verzerrung

 

Aber da gibt es die Gefahr der Verzerrung in Bezug auf männliche Leiterschaft. Das biblische Ideal ist liebende demütige Leiterschaft, und freudige kluge Unterordnung unter das Haupt. Aber man kann da auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Zum einen ist es möglich, dass der Mann ein Tyrann wird und keine Rücksicht auf seine Frau nimmt, zum anderen ist es aber auch möglich, dass die Frau zum Thronräuber wird und in der Ehe herrschen will. Wenn ein Tyrann mit einer Thronräuberin verheiratet ist, dann gibt es immer Streit. Aber auf der anderen Seite gibt es aber auch den Fehler der Passivität. Ein Mann kann seine leitende Rolle aufgeben, die Kinder sind undiszipliniert und machen ihre Schularbeiten nicht, das Dach tropft und er tut nichts. Er kommt nur nach Hause, stellt den Fernseher an und trinkt eine Büchse Bier. Oder da ist Passivität auf Seiten der Frau, wenn ihr Beitrag zur Entscheidungsfindung nach 30-40 Jahren immer noch ist: “Ja, Schatz, was immer Du sagst.” Das ist keine kluge, freudige Unterordnung. Das bedeutet: ein schlafendes Risiko sein.

 

Wenn Du nun einen Feigling hast, der mit einer Thronräuberin verheiratet ist, dann läuft sie herum, führt alle ihre Pläne aus und er folgt ihr sechs Schritte hintendran. Oder wenn Du einen Tyrannen hast, der mit einer Schläferin verheiratet ist, dann kann es zu fürchterlichem Missbrauch und zur Entmenschlichung der Frau führen. Wenn aber ein Feigling mit einer Schläferin verheiratet ist, dann ist es hoffnungslos!

 

Ich denke jeder von uns, auch wenn wir gläubig sind stehen in der Gefahr, der Versuchung zu erliegen und in der einen oder anderen Richtung Fehler zu machen. Mag sein, dass du dich in der Öffentlichkeit auf die eine oder andere Art und Weise verhältst, zu Hause aber ganz anders und nochmals auf eine andere Weise, wenn du die Verwandten deiner Frau besuchst! Wie kriegen wir es richtig hin? Bleib beständig im Wort, indem du jeden Tag um Gottes Führung bittest und in einer Gemeinschaft bleibst, in der du ermutigt wirst, Gottes Plan zu folgen.

 

 

 

Drei Einwände, die von Egalitariern gemacht werden

 

Galater 3:28: “… in Christus, da ist nicht Mann noch Frau, denn ihr alle seid einer in Christus.”

 

Dieser Vers sagt nicht aus, dass wir alle dieselben sind. Er sagt aus, dass wir alle eins sind in Christus Jesus. Rick Hove hat in seinem Buch “Gleichförmigkeit in Christus?”, das eine ausführliche Studie zu Galater 3:28 darstellt, eine ausführliche Untersuchung zu dem Satz angestellt: “denn ihr seid alle einer in Christus Jesus” und kommt zu dem Schluss, dass er immer zwei oder mehr verschiedenartige Dinge vereint, niemals aber Dinge, die dasselbe sind. Da gibt es einige Beispiele wie: “es gibt viele Glieder, aber ein Leib” oder “der eine, der pflanzt, der andere, der bewässert.” So lehrt Galater 3:28 nicht, dass männliche und weibliche Unterschiede abgeschafft werden, sondern dass wir vereint sein sollen.

 

Epheser 5:21: “… ordnet euch einander unter aus Ehrfurcht vor Christus.”

 

Egalitarier (Gleichmacher) sagen, dass dieser Satz gegenseitige Unterordnung lehre, und ein verwirrender Satz sei, der jede Idee von männlicher Leiterschaft verwässere. Im Zusammenhang (aber) gibt Paulus drei Beispiele: Frauen ordnet euch euren Männern unter, die Kinder den Eltern und Sklaven ihren Herren. Man kann nicht sagen: Frauen ordnet euch euren Männern unter und Männer euren Frauen, weil man dann auch sagen muss: Kinder ordnet euch euren Eltern unter, und Eltern euren Kindern. Dieser Abschnitt lehrt nicht eine Aufhebung der männlichen Autorität, so wenig wie der Elterlichen.

 

Epheser 5:23: “Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde.”

 

Egalitarier (Gleichmacher) behaupten, dass das Wort ‘Haupt’ nicht Autorität bedeute sondern Quelle (Adam war die Quelle Evas). Das griechische Wort dafür ist kephale. Ich habe eine Computerliste weit gestreuter Beispiele für die Verwendung des Wortes kephale in der Geschichte – es sind 2336 Beispiele. In den meisten Fällen hat es die Bedeutung von physischem Kopf wie zum Beispiel ein Soldat schneidet einem andern Soldaten im Kampf den Kopf ab.

 

Ich habe mindestens 50 Beispiele gefunden, in denen eine Person das Haupt einer anderen Person war, und es handelte sich hierbei immer um eine Autoritätsbeziehung wie zum Beispiel: Der General ist das Haupt der Armee oder der Kaiser ist das Haupt des Reiches. In der ganzen griechischen Literatur findet man kein Beispiel dafür, dass von einer Person A gesagt wird, dass sie das Haupt von Person B ist und keine Weisungsbefugnis über Person B hat. Ich habe auch einen privaten Brief von Peter Greer, für den ich die Erlaubnis eingeholt habe ihn zu veröffentlichen. Peter Greer hat 52 Jahre für die Bodleian Bücherei in Oxford als Lexikograf (Verfasser eines Lexikons) gearbeitet. Er ist der größte lebende Experte für Altgriechische Wörter. Ich habe ihn letzte Woche getroffen. Und er sagt in seinem Brief, dass die Bedeutung ‘Quelle’ für das Wort kephale nicht existiert.

 

Die Ebenbürtigkeit und die Unterschiedlichkeit zwischen Männern und Frauen spiegeln die Ebenbürtigkeit und die Unterschiedlichkeit in der Dreieinigkeit wider

 

Das ist das Zentrum der Auseinandersetzung und zeigt, dass viel mehr auf dem Spiel steht; (nämlich): die Natur Gottes selbst. Paulus sagt in 1 Korinther 11.3: “ich will aber, dass ihr wisst, dass das Haupt eines jeden Mannes der Christus ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott.” Da gibt es eine Autoritätsbeziehung innerhalb der Dreieinigkeit; der Vater hat Autorität, die der Sohn nicht hat. Wir sehen das bei der Schöpfung und bei der Auferstehung. Der Vater gab den Anstoß und erschuf durch den Sohn die Welt, und der Vater sandte den Sohn in die Welt, um für unsere Sünden zu sterben. Der Sohn hat nicht den Vater gesandt, der Vater sandte den Sohn. Da gab es ein Autoritätsverhältnis. Es geht zurück auf die Zeit vor der Schöpfung. In Epheser 1:4 heißt es, “…wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt.” Das bedeutet, da gab es einen Vater und einen Sohn und der Erlösungsplan stand schon fest bevor es überhaupt eine Schöpfung gab. Vater und Sohn sind schon immer Vater und Sohn gewesen und so wird es bis in alle Ewigkeit sein.

 

Der Sohn sitzt zur Rechten Gottes. (Aber) der Väter hat eine Autorität innerhalb der Trinität, die der Sohn nicht hat (1 Kor. 15:28). Das bedeutet, dass die Idee von Leiterschaft und Unterordnung innerhalb einer Beziehung nicht erst mit der patriarchalischen Gesellschaft im Alten Testament beginnt und auch nicht mit der Erschaffung von Adam und Eva im Garten Eden. Es begann schon vor der Schöpfung mit der Beziehung von Vater und Sohn innerhalb der Dreieinigkeit. Der Vater hat eine leitende Funktion und die Autorität, etwas ins Leben zu rufen und Anweisungen zu geben, die der Sohn nicht hat. Wann hat das angefangen?

 

Die Idee von Leiterschaft und Unterordnung hat niemals angefangen, sie lag schon immer in der Natur des ewigen Gottes selbst, (verankert) in der Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist. Sie (die Idee) ist schon immer da gewesen. In dieser grundlegendsten aller grundlegenden Autoritätsbeziehungen, gründet sich die Autorität nicht auf Begabungen oder Fähigkeiten; der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind gleich in ihren Eigenschaften und in ihrer Vollkommenheit. Es gibt sie nicht, weil der eine ein besserer Leiter wäre, mehr geeignet oder weiser wäre. Leiterschaft und Unterordnung sind einfach da. Die Autorität gehört dem Vater, nicht weil er weiser wäre oder ein fähigerer Leiter, sondern einfach deshalb weil er der Vater ist. Autorität und Unterordnung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist ist der grundlegende Unterschied zwischen den Personen der Dreieinigkeit. Sie unterscheiden sich nicht in ihren Eigenschaften, sie unterscheiden sich nur darin, in welcher Beziehung sie zueinander stehen, und diese Beziehung ist eine Beziehung von Leiterschaft und Autorität auf der einen Seite und freiwilliger, vorsätzlicher, freudiger und bereitwilliger Unterordnung auf der anderen Seite.

 

Unterordnung unter rechtmäßige Autorität ist gut und erstrebenswert und wird für immer vorgelebt vom ewigen Sohn Gottes. Es ist die Ehre des Sohnes wie er sich dem Vater gegenüber verhält. Wenn wir anfangen den Gedanken von Leiterschaft und Unterordnung abzulehnen, dann machen wir uns unerlaubterweise an etwas sehr Tiefem zu schaffen. Wir fangen an, Gott selbst abzulehnen. Egalitarier (Gleichmacher) würden sagen: “Wenn Du Gleichwertigkeit lehrst, dann kannst du nicht gleichzeitig männliche Leiterschaft lehren.” Wir sagen: “Schau dir die Dreieinigkeit an, du kannst beides haben.” Unglücklicherweise haben einige egalitäre (gleichmacherische) Gelehrte geschrieben, dass sie glauben, dass gegenseitige Unterordnung innerhalb der Dreieinigkeit existiere, sprich, dass der Vater sich auch dem Sohn unterordnet, obwohl keine Stelle der Schrift das besagt. (Und) das wurde seit 2000 Jahren auch niemals von irgendeinem rechtgläubigen Lehrer der Kirchengeschichte gelehrt. Aber so tief ist ihre Bindung an ihren egalitäre (gleichmacherische) Anschauung über Männer und Frauen in der Ehe, dass sie sich – wenn nötig – sogar an der Lehre der Dreieinigkeit zu schaffen machen, um ihren Standpunkt beibehalten zu können.

 

Gleichwertigkeit und Unterschiedlichkeit zwischen Männern und Frauen in der Ehe sind sehr gut

 

Wir sollten uns freuen über die Lehre, dass Männer und Frauen gleichwertig, aber unterschiedlich sind. Jedoch wir tun es nicht, weil wir dazu neigen, uns dafür zu schämen. Wir möchten nicht von anderen angegriffen oder verachtet werden. Aber “Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut” (Gen 1:31). Wenn es sehr gut ist, dann ist es auch fair. Unsere egalitären (gleichmacherischen) Freunde sagen, es sei nicht fair. Sagt etwa der Sohn zum Vater, “es ist nicht fair du hast die Verantwortung nun über vier Billionen Jahre getragen, jetzt bin ich für die nächsten vier Billionen Jahre an der Reihe”? Nein. Er sagt, “Es ist meine Freude, deinen Willen zu tun, oh mein Gott.” Dieser Blickwinkel ist nicht frauenfeindlich. In Wahrheit ehrt es Frauen als Frauen und Männer als Männer. Indem Gott Mann und Frau erschaffen hat, hat ER eine erstaunliche Einheit bewirkt unter Menschen, die total unterschiedlich sind. Diese Einheit kommt zum Ausdruck in unserer Sexualität innerhalb der Ehe. “Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen, wird seiner Frau anhangen und die zwei werden ein Fleisch werden…” Gott hat uns so angelegt, dass wir uns am meisten zu denjenigen hingezogen fühlen, die sich am meisten von uns unterscheiden. Unsere tiefste Einheit physisch, emotional und geistlich kommt an dem Punkt zustande, wo wir am unterschiedlichsten sind, und in unserer körperlichen Einheit, wie Gott sie gemeint hat, gibt es keine Entmenschlichung von Frauen, da gibt es keine Entmannung von Männern, sondern da ist Gleichwertigkeit, Akzeptanz und Freude.

 

Ich glaube, dass die sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe von Gott dazu bestimmt ist, zu zeigen, dass Unterschiedlichkeit, Gleichwertigkeit und Einheit alles zusammen möglich ist. Gott hat es bestimmt, dass sich in der Einheit der Ehe das erstaunlichste Ereignis überhaupt vollzieht, nämlich die Erschaffung eines neuen menschlichen Wesens nach dem Ebenbild Gottes.

 

Das ist der Brennpunkt in einem gewaltigen Kampf um Gottes Ehre

 

Die Stimme in deinem Ohr, die sagt: “Betone nicht die Unterschiede”, ist eine starke geistliche Waffe, die sich gegen Gottes Plan stellt. Aber auf der anderen Seite gibt es da auch eine Stimme, die dir ins Ohr flüstert, “Männer, ihr seid besser als die Frauen, ihr seid überlegener”, oder “Du! bist eine Frau, du bist minderwertiger.’ Da gibt es feindliche geistliche Mächte, die versuchen unsere Gleichwertigkeit zu zerstören und das führt zu Missbrauch und Entmenschlichung. Blendet diese Stimmen aus und hört auf Gott. Willst Du Gottes weisem Plan folgen? Willst Du dich an deinem Mannsein erfreuen, dich an deinem Frausein erfreuen, dich an deiner Ebenbürtigkeit erfreuen? Möchtest du die Herrlichkeit Gottes auf Erden bekannt machen, die sich (auch) in seinem Plan für Männer und Frauen ausdrückt!

 

 

 

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