Frauen im Orient – N. Kelek

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Dass Dilemma der Frauen im Orient

 

Zum Artikel von Necla Kelek „Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol“ (F.A.Z. vom 5. Juni):

Man muss der Redaktion der F.A.Z. ausgesprochen dankbar sein, daß sie Frauen, die aus dem morgenländischen Kulturkreis stammen und sich diesem verständlicherweise verbunden fühlen, die Möglichkeit gibt, sich zu aktuellen Problemen wie zum Beispiel dem nun auch optischen Erstarken des Islams (Moscheenbau) in Deutschland beziehungsweise Europa zu äußern. Der Artikel von Frau Kelek illustriert mit großer Deutlichkeit, in welchen Konflikt, in welches unlösbare Dilemma junge, gebildete Frauen aus dem Orient geraten, welche die Kultur und damit auch die Religion ihres Herkunftslandes nicht aufgeben wollen, auf der anderen Seite aber auch an den Vorteilen, welche eine freie, das heißt christliche beziehungsweise säkulare Gesellschaft gerade auch Frauen bietet, teilhaben wollen. Einerseits versteht sich Neecla Kelek ja „als Muslimin“, wie sie schreibt, andererseits wünscht sie sich offenbar „Gleichberechtigung“ für Frauen, die der Lehre Mohammeds anhängen.

Um sich über die Möglichkeiten zur Verwirklichung solch emanzipatorischer Bestrebungen im Islam ein wirklichkeitsgerechtes Bild zu machen, ist es zu empfehlen, sich möglichst genau zu informieren. Das Frauenbild, das der Koran, die Hadithen, die Überlieferungen über das Leben Mohammeds und so weiter vermitteln, zeigt aber nur zu deutlich, wie problematisch solche verständlichen Wünsche sind. Nur auf einige wenige Stellen aus der mohammedanischen Überlieferung sei hier hingewiesen:

Nach seiner sogenannten Nachtreise berichtet Mohammed „Ich schaute ins Paradies und sah, dass die Mehrzahl ihrer Bewohner die armen Leute waren, und ich schaute in das (Höllen‑)Feuer und sah, dass die Mehrzahl seiner Bewohner Frauen waren“ („The Correct Books of Bukhari“, Bd. 8, Buch 76, Nr. 456). Nach der Sure 2, 282 gilt die Zeugenaussage eines Mannes so viel wie die von zwei Freuen, was nicht erstaunt, wenn man Mohammeds Einstellung zu Frauen kennt. Er begründet die Minderwertigkeit einer weiblichen Zeugenaussage mit dem „mangelnden Verstand einer Frau“ (a. a. O., Bd. 3, Buch 48, Nr. 826).

Aischa,die Lieblingsfrau Mohammeds, überliefert folgende Lehraussage ihres Eheherrn:
Die Dinge, die das Gebet zunichte machen, wurden von mir erwähnt. Sie sagten: „Gebet wird durch einen Hund, einen Esel und eine Frau zunichte gemacht (wenn sie an einem vorbeigehen)“ (Bd. 1, Buch 9, Nr. 490). Deshalb müsse er auch ‑ so Mohammed ‑ seine Gebetszeit noch einmal von vorn beginnen, wenn Hund, Esel oder eine Frau vorbeigingen. Besonders aufschlussreich ist auch folgendes Zitat aus dem Koran: „Ein Mann befindet sich nie allein mit einer Frau, ohne dass der Teufel sich als dritter zu ihnen gesellt“ („Der Koran“, Gütersloh, 1992, Seite 533). In diesem Zusammenhang gibt die Tatsache zu denken, dass Mohammed dreizehnmal heiratete. Ganz besonders bezeichnend ist aber die muslimische Lehre gegenüber denjenigen Frauen, denen das Unglück widerfährt, bei Auseinandersetzungen in die Gewalt der Anhänger Mohammeds zu geraten: „Es ist erlaubt, sexuellen Verkehr mit ei­ner gefangenen Frau zu haben, nachdem sie (von der Menstruation oder der Geburt) gereinigt ist. Falls sie einen Ehemann hat, ist ihre Ehe aufgehoben, sobald sie in Gefangenschaft gerät“ (Hadithensammlung Sahih Muslim, Kapitel 29, 8. Buch).

Durch solche Äußerungen wird nicht nur die Würde der Frau radikal abgewertet und verletzt, selbst als Mann, der aus christlich‑abendländischen Überzeugungen lebt, fühlt man sich durch solche Zitate verletzt und herabgewürdigt, werden doch die wichtigste und liebste Partnerin, die man haben kann (die Ehefrau), und auch die eigenen Kinder, soweit es sich um Mädchen handelt, als Wesen eines frivolen, halb animalischen, halb teuflischen Zwischenreiches dargestellt, zu denen man eigentlich besser den größten Abstand halten sollte, anstatt mit ihnen zusammenzuleben. Diese wenigen Zitate mögen genügen, um darzustellen, wie es um die Möglichkeiten bestellt ist, die Lehre Mohammeds mit den berechtigten Wünschen von Frauen nach einem menschenwürdigen Leben zu verbinden.

Necla Kelek schreibt in der zweiten Spalte ihres Artikels „Der Islam begreift sich nicht nur als spirituelle Weltsicht, sondern als Weltanschauung, die das alltägliche Leben, die Politik und den Glauben als eine untrennbare Einheit sieht.“ Dieser Anspruch ist nichts weniger als totalitär.

Otto Frhr. Hiller von Gaertringen, Bitburg

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