Europa könnte Zukunft haben

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EUROPA KÖNNTE ZUKUNFT HABEN

 

Von Dr. Hans Penner

21. Februar 2010

Der “Untergang des Abendlandes” (Oswald Spengler) ist keine Zwangsvollstreckung der Geschichte, sondern die Konsequenz politischer Fehler. Europa kann eine Zukunft haben, wenn diese Zukunft gewollt wird. Die Europäische Union (EU) zeigt diesen Willen zur Zukunft nicht, wir brauchen einen anderen Weg. Schwer zu finden ist der Weg in die Zukunft nicht. Wir erkennen den Weg in die Zukunft, wenn wir Europa als einen Baum betrachten, dessen Wurzeln gepflegt werden müssen.

Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland kannte den Weg in die Zukunft. In seiner Gründungsansprache zitierte er die Bibel: “Gerechtigkeit erhöht ein Volk”. Paradoxerweise entdeckt man diesen Weg nicht durch Nachhaltigkeitsphantasien, sondern durch einen Blick in die Vergangenheit Europas: “Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen und das Capitol in Rom. Aus alles ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muß sie als Einheit sehen” (Theodor Heuss). Der Baum Europa hat demnach drei Wurzeln: Das griechische Denken, das Römische Recht und der Christusglaube.

Griechisches Denken

Das Griechische Denken begann mit dem Entschluß, die erkennbare Welt aus natürlichen Ursachen zu erklären. Logik und Mathematik wurden entwickelt. Aberglauben, Mystik und Mythik wurden Absagen erteilt. Denken und Wissen wurden geordnet. Plausibilität und Begründungspostulate wurden zu Grundlagen wissenschaftlichen Denkens. “Wissenschaft ist Erkenntnis des Wirklichen zu zweckvollem Handeln” (Adolf von Harnack).

An dieser Wurzel wird kräftig gesägt. Die Postmoderne ist durch Denkverzicht und kognitive Regression gekennzeichnet. Theologen rühmen sich, von Naturwissenschaften keine Ahnung zu haben. Technik-Studenten sind Mangelware. Der Bundestag nähert sich einem Totalverzicht auf Logik. Gefühl ist alles, Denken ist Glückssache. Spiritualität ist gefragt, nicht Plausibilität. Absurde Mythen und Weltanschauungen sollen unsere Probleme lösen. Fernöstliche Mystik begeistert die Zeitgenossen. Politisch korrekt müssen öffentliche Aussagen sein, nicht rational begründet. Der griechische Sinn für Ordnung und Maß und das kritische Denken sind verpönt.

Symbolcharakter für unsere Zeit trägt die irrationale Klima-Religion: “Unverschämt findet (Umweltminister) Jüttner, wie die Bundesanstalt (für Geowissenschaften) ein neues Buch ihres Mitarbeiters Ulrich Berner anpreist. Der Klimaforscher macht hier für den so genannten Treibhauseffekt in erster Linie die Sonne und nicht etwa technisch verursachte Schadstoffausstöße verantwortlich… Jüttner: »Die damit verbundene Aussage, daß die Politik in Deutschland spinnt, macht mich echt sauer.«” (Hannoversche Allgemeine vom 18.06.2001)

Die zeitweilige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast propagierte die auf alchimistischen Vorstellungen beruhende anthroposophische Landwirtschaft. In Deutschland hat sich ein Sumpf von Aberglauben und Esoterik ausgebreitet.

Römisches Recht

Die Anfänge des Römischen Rechts beruhten auf bindenden Gewohnheiten, aus denen praktische Lösung typischer Einzelfälle entwickelt wurden. Mit der ersten große Rechtsaufzeichnung, dem Zwölf-Tafel Gesetz (450 v. Chr.), wurde die Trennung von ius und fas, also von bürgerlichem Recht und religiöser Sitte abgeschlossen. Damit trennte sich das Römische Recht vom sakralen Orientalischen Recht. Moderne demokratische Rechtsstaaten beruhen auf dieser Trennung von Staat und Religion.

Erkannt wurde von den Römern auch die Einheit von Gerechtigkeitsstreben und Recht. Das Recht richtet sich als Forderung an unser Wollen.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Naturrecht und dem römischen Recht. Nach Cicero ist es das Naturrecht, welches das Wohl des Menschen schafft und bewahrt. Es kann kein Gemeinwohl auf Kosten des Einzelwohls geben. Das Naturrecht ist in den Menschen hineingelegt. Die Gerechtigkeit ist eine Gesinnung des Geistes. Sie hat ihren Ursprung in der Natur: “Das Naturrecht wurde nicht durch eine bloße Vorstellung hervorgebracht, sondern ein in der Natur selbst liegendes Wesen, das die Natur in uns eingepflanzt hat.” Das Naturrecht ist das in der vernunftbegabten Natur des Menschen begründete, von menschlicher Rechtssetzung unabhängige Recht im Unterschied zum staatlich gesetzten positiven Recht. Die Menschenrechte beruhen auf dem Naturrecht.

Auch die Wurzel des Römischen Rechts wird in Deutschland angesägt. Es gibt eine unübersehbare Fülle von Rechtsvorschriften, die rational nicht nachvollziehbar sind. Dadurch geht der Zusammenhang zwischen Recht und Rechtsbewußtsein verloren.

Ein von der Regierung Kohl beschlossenes Konzept ermöglicht Straffreiheit bei gesetzwidrigen Tötungen ungeborener Menschen, wenn dem tötenden Arzt ein “Beratungsschein” vorgelegt wird. Wie Bernward Büchner, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht in Freiburg, sagte, führt diese Regelung zur Zerstörung des Rechtsbewußtseins. Sozial unerwünschte Mitmenschen als “lebensunwert” zu deklarieren, ist nationalsozialistische Ethik. Der in immer weitere Bereiche des öffentlichen Lebens vordingende Islam ist unvereinbar mit dem Römischen Recht und damit verfassungswidrig. Das Bundesverfassungsgericht hat Bestandteile des islamischen religiösen Rechts in das Deutsche Recht aufgenommen, nämlich die Schlachtung von Tieren ohne Betäubung.

Christentum

Das Christentum ist im Vorderen Orient entstanden durch einen jüdischen Handwerker namens Jesus. Im Alter von etwa 30 Jahren begann er, die Menschen zu einer Gesinnungsänderung aufzufordern. Seine Lehre bestand aus zwei Hauptsätzen:

· Man soll Gott von ganzem Herzen lieben, also eine persönliche Beziehung zu Gott haben.
· Man soll seine Mitmenschen lieben wie sich selbst.

Jesus lehrte die Freiwilligkeit des Glaubens. Er lehnt jede Form von religiösem Zwang ab. Jesus heilte Kranke und forderte die Menschen auf, ihm persönlich zu vertrauen. Als Folge des Konfliktes mit den religiösen Führern seiner Zeit wurde er von der römischen Besatzungsmacht in Jerusalem durch Kreuzigung hingerichtet. Drei Tage nach seinem Tod erschien er zahlreichen Menschen in leiblicher Gestalt. Ein wissenschaftlicher Zweifel an der Auferstehung von Jesus ist nicht begründbar.

Der Christusglaube gehört zu den wesentlichen Grundlagen der europäischen Kultur und des hohen europäischen Lebensstandards. Die Ethik des Christusglaubens ist auch Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft, die den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg und Wohlstand für alle ermöglichte.

“Der Begriff der Menschenrechte entstand im Zuge der Christianisierung von Gesellschaften und Staaten, als die Würde des Menschen in Politik und Recht anerkannt wurde. Da ein Mensch nur frei ist in seiner Bindung an Gott, der Quelle allen Segens, verlieren jene Personen und Gesellschaften, die ihn geringschätzen oder ablehnen, ihre Freiheit und laufen Gefahr, das Privileg zur Ausübung ihrer Rechte zu verlieren.” (Miller)

Der Christusglaube ist massiven Angriffen ausgesetzt. Der Islam faßt den Christusglauben als todeswürdige Blasphemie auf. Insbesondere die Zerstörung der Familienstruktur unseres Volkes und die Torpedierung des Prinzips von Treu und Glauben sind antichristliche Aktivitäten.

Aufgaben der Gegenwart

Der Blick auf die kulturellen Ursprünge Europas zeigt, was heute getan werden muß, damit Europa eine Zukunft hat:

· Die kulturellen Wurzeln Europas müssen studiert werden.
· Die kulturellen Wurzeln Europas müssen gepflegt werden.
· Es muß Widerstand geleistet werden gegen politische Kräfte, welche die kulturellen Wurzeln Europas zerstören.

http://www.eip-news.co.cc/2010/02/europa-konnte-zukunft-haben

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