Streit um Zion – Teil 4 – D.Reed

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Douglas Reed

 

Der Streit um Zion  –  Teil 4

 

Kapitel 43  Der zionistische Staat
Kapitel 44  Das Weltinstrument
Kapitel 45  Die jüdische Seele
Kapitel 46  Die kritischen Jahre

Kapitel 43 Der zionistische Staat

Nachdem sich die Revolution dank der Komplizenschaft der Westalliierten in der östlichen Hälfte Europas eingenistet hatte, streckte sie nach Schlangenart ihre Zunge aus – über das Mittelmeer hinweg in jenes kleine Land, das den Namen Palästina trägt. Für die finanzielle und logistische Unterstützung des zionistischen Projekts kam der Westen auf, doch die beiden unentbehrlichsten Dinge zu seiner Verwirklichung lieferte die Revolution: Die Menschen, welche die Invasion durchführten und die Waffen, die den Eindringlingen den Sieg sicherten.

So wichtig die Hilfe aus dem Westen für die Zionisten auch war – dass sie ihren Staat gründen und so die levitische Doktrin von der »Rückkehr« verwirklichen konnten, war in erster Linie der Revolution zu verdanken. Da die anglo-amerikanischen Staatsoberhäupter schon in der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs öffentlich jeden Gedanken an territoriale Expansion von sich gewiesen und somit dieselbe Politik wie nach dem Ersten Weltkrieg verfolgt hatten, waren die UdSSR und der internationale Zionismus die einzigen Mächte, die ihren Sieg in territorialen Gewinn umzumünzen vermochten. Das Ergebnis waren ein gespaltenes Europa und ein gespaltenes Palästina, zwei permanente Krisenherde, von denen aus jederzeit ein dritter Weltkrieg provoziert werden kann.  . . .

1944 proklamierte Sozialistenführer Clement Attlee das neue Glaubensbekenntnis des britischen Sozialismus: »Die Araber sollen zum Wegziehen und die Juden zum Einwandern ermutigt werden. Man soll den Arabern eine anständige Entschädigung für ihr Land zahlen und ihre Umsiedlung an einen anderen Ort sorgfältig organisieren und großzügig finanzieren.« Zwölf Jahre später haust annähernd eine Million dieser Vertriebenen in den Nachbarstaaten ihrer verlorenen Heimat immer noch unter erbärmlichen Bedingungen in Flüchtlingslagern.  . . .

Als in Europa das Kriegsende nahte, verblassten Churchills Hoffnungen auf einen gütlichen Vergleich, der die friedliche Integration der Juden in Arabien ermöglichen würde. …

Fest steht, dass die letzten Wochen in Roosevelts Leben vom Streit um Zion überschattet waren und nicht von amerikanischen oder europäischen Fragen. Hätte er noch eine Zeitlang gelebt und wäre sein Versprechen gegenüber Ibn Saud ruchbar geworden, so wären die Zionisten, die ihn so massiv unterstützt hatten, über Nacht zu seinen Todfeinden geworden. Sein Gelöbnis gegenüber dem saudi-arabischen Monarchen war kategorischer Art gewesen: »Bezüglich der Lage in Palästina wird kein Entscheid ohne vorhergehende umfassende Konsultation sowohl mit den Arabern als auch mit den Juden gefällt werden.« Dies war eine schallende Ohrfeige für Weizmann, der dem Präsidenten früher ins Gesicht gesagt hatte, die Juden seien nicht gewillt, ihre Politik von der arabischen Zustimmung abhängig zu machen. . . .

(Das vollständige Kapitel Der zionistische Staat ist sehr ausführlich und damit zu lang für die Webseite; bei Interesse bitte bei mir anfordern: info@horst-koch.de

 

Kapitel 44  Das Weltinstrument

Neben der Förderung der Revolution sowie der gewaltsamen Errichtung des zionistischen Staates hatte der Zweite Weltkrieg noch ein drittes bahnbrechendes Ereignis zur Folge. Zum zweiten Mal wurde versucht, eine »Weltregierung« zu begründen, auf deren Altar die westlichen Nationalstaaten geopfert werden sollten. Dies wäre in der Tat die letzte Konsequenz einer Entwicklung, auf welche die in strammem Gleichschritt marschierenden Zwillingsbrüder Kommunismus und Zionismus hinarbeiten. Die Idee einer Weltregierung tauchte erstmals in den Weishaupt-Papieren auf, gewann im 19. Jahrhundert an Konturen und wurde 1905 in den Protokollen der Weisen von Zion ausführlich dargelegt. Während des Ersten Weltkriegs war sie die weitaus wichtigste aller Ideen, die Oberst House und seine Gefährten Präsident Wilson schmackhaft machten. Konkrete Gestalt nahm sie mit der geplanten »Liga zur Erzwingung des Friedens« sowie vor allem mit dem nach dem Krieg gegründeten Völkerbund an.

Wie alle anderen ihm untergeordneten Ideen wurde der Plan zur der Schaffung einer Weltregierung also während einer chaotischen Epoche – der Endphase eines großen Krieges sowie der unmittelbaren Nachkriegszeit – zumindest ansatzweise verwirklicht. Vor dem Krieg war er den Völkern niemals unterbreitet worden, sondern erst in dessen Schlussperiode sowie in den ersten Nachkriegsjahren, als die intensive Gehirnwäsche ihre Früchte getragen hatte; über den Charakter und die Aufgaben der angestrebten Weltregierung wurden die Völker, deren Zustimmung die »diktatorisch regierenden Premierminister« zur Zeit des Ausnahmezustandes ohnehin als selbstverständlich voraussetzten, nicht aufgeklärt. Nur eine einzige Nation konnte zumindest mittelbar bekunden, was sie von diesem Plan hielt – die Vereinigten Staaten von Amerika, deren Kongress schon bald nach dem Ende des Völkerringens unmissverständlich erklärte, er wolle damit nichts zu tun haben.

Die zwei Jahrzehnte zwischen den beiden Weltkriegen lieferten den Beweis dafür, dass der Völkerbund unfähig war, den Frieden zu bewahren und dass die Nationen nicht bereit sein würden, ihm ihre Souveränität abzutreten. Doch als die Wolken des nahenden Zweiten Weltkriegs den Horizont verdüsterten, versuchten jene Männer, denen die Durchsetzung des Plans oblag, abermals verbissen, irgendeine »supranationale Autorität« zu begründen; über deren konkrete Gestalt gingen ihre Meinungen weit auseinander, aber in einem waren sie sich alle einig – darin, dass die Nationen ihre Souveränität aufgeben müssten. Wie der Baruch-Biograph Morris V. Rosenbloom in seinem 1953 erschienenen Buch Peace through Strength. Bernard Baruch and a Blueprint for Security mitteilt, nutzte Franklin D. Roosevelt nach seinem Schlaganfall im Jahre 1923 die Zeit, die er im Krankenbett verbringen musste, zum Entwurf eines »Plans zur Wahrung des Friedens«, den er später als Präsident überarbeitete und in »Die Vereinten Nationen« umtaufte.

Ganz ähnlich verlief die Entwicklung in Großbritannien. Winston Churchill, der vorgeblich fanatische Verteidiger der britischen Nation und ihrer Souveränität, wurde 1936 Präsident der britischen Sektion einer internationalen Vereinigung namens The New Commonwealth Society, welche die Schaffung einer »internationalen Polizei zur Erhaltung des Friedens« befürwortete.

Unter diesen Umständen war es nur logisch, dass Churchill dem amerikanischen Präsidenten bei ihrer Begegnung im August 1941, als die von wohlklingenden Phrasen wimmelnde »Atlantik-Charta« entstand, nahelegte, die »öffentliche Meinung in England« werde sehr enttäuscht sein, wenn die beiden Staatsmänner nicht ihre Absicht kundtäten, »nach dem Krieg eine internationale Organisation zur Bewahrung des Friedens« zu begründen (so Churchills eigene Darstellung). Ich hielt mich zum damaligen Zeitpunkt in England auf und empfand Befremden darüber, dass sich Churchill auf die »öffentliche Meinung« in Großbritannien berief; eine solche gab es in unserem Land nämlich kaum. In Wirklichkeit hatte der britische Premierminister genau wie Roosevelt bloß seine eigene Meinung bekundet; dies geht schon aus seinen eigenen Worten hervor: »Roosevelt sprach und handelte in allen Fragen mit völliger Freiheit und auf eigene Verantwortung… Ich vertrat Großbritannien mit fast ebenso großem Handlungsspielraum. So erreichten wir ein sehr hohes Maß an Übereinstimmung.«

Unter diesen Umständen wurden die privaten Unterredungen zwischen Churchill, Roosevelt, dem südafrikanischen Regierungschef General Smuts sowie den Premierministern der anderen britischen Überseeterritorien in der Endphase des Zweiten Weltkriegs von den »Fragen der Weltorganisation« (Churchill) dominiert, ohne dass die Interessen der kämpfenden Massen auch nur zur Sprache gekommen wären. Ab 1944 benutzte Churchill, der früher von der Herrschaft des »Gesetzes« gesprochen hatte, ohne klarzustellen, wessen Gesetz er meinte, den Ausdruck »Weltinstrument«. Abermals drängte sich die Frage auf, in wessen Händen dieses Instrument liegen sollte. In der politischen Phraseologie jener Zeit wurde das Schlagwort von der »Verhütung künftiger Aggressionen« geradezu inflationär verwendet. …

Gegen wen würde sich ein solches Instrument richten? Die Antwort liefern die Propagandisten dieser Idee selbst: Das einzige, was sie alle angreifen, ist die Souveränität der Nationen, was bedeutet, dass das »Weltinstrument« (freilich nur im Westen) zu deren Abschaffung eingesetzt werden soll. Von wem? Der Ausgang der beiden großen Kriege der ersten Jahrhunderthälfte ermöglicht es uns, diese Frage verbindlich zu beantworten.

Die Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 ist vor dem Hintergrund all dieser Bestrebungen zur Schaffung eines »Weltinstruments« zu sehen. Schon zwei Jahre später, als sich die Welt noch längst nicht von den Kriegsfolgen erholt hatte, wurde die wahre Natur der geplanten »Weltregierung« sowie des »Weltinstruments« für einen kurzen Augenblick sichtbar. Zum ersten Mal konnten die Völker einen Einblick in das Schicksal gewinnen, das ihnen nach der vollständigen Verwirklichung des Projekts zugedacht ist. Die allermeisten begriffen nicht, was sie da sahen und vergaßen es alsbald.

Damals trat die Figur Bernard Baruchs, der bis dahin eine Schattenexistenz als »Berater« geführt hatte, erstmals ins Rampenlicht, was Rückschlüsse auf die Rolle ermöglicht, die er früher bei der Gestaltung der Geschichte unseres Jahrhunderts gespielt hatte.

Nachdem Baruch (laut Chaim Weizmann) lange Zeit eine ablehnende Haltung gegenüber dem Zionismus eingenommen hatte, vollzog er 1947 einen radikalen Kurswechsel. Er setzte sich jetzt mit aller Entschiedenheit für die Gründung eines zionistischen Staates ein und wies Marineminister James Forrestal an, seinen Widerstand gegen einen solchen Staat aufzugeben. Hiermit trat Baruchs erheblicher Einfluss auf die amerikanische Politik zum ersten Mal grell zutage. Für jene, die gehofft hatten, die Juden würden »in der Menschheit aufgehen«, muss dies ein schwerer Schlag gewesen sein, denn bisher hatte Baruch den Eindruck eines voll integrierten amerikanischen Staatsbürgers jüdischer Herkunft hinterlassen. Dieser großgewachsene, gutaussehende, imposante und bei all seinen Unternehmungen ungemein erfolgreiche Mann schien ein lebendiges Beispiel für den Erfolg der jüdischen Emanzipation darzustellen.

Ob Baruch seine Einstellung zum Zionismus wirklich über Nacht gewandelt hat, wie Chaim Weizmann behauptet, sei dahingestellt; jedenfalls hatte er sich zum radikalen Zionisten gemausert . Zu den extremsten zionistischen Chauvinisten in Amerika gehörte damals der Filmregisseur und Drehbuchautor Ben Hecht, von dem folgender Ausspruch stammt:

»Zu den besten Dingen, die der Mob je getan hat, gehörte die Kreuzigung Christi. Intellektuell war dies eine wundervolle Tat. Doch beim Mob kann man sich darauf verlassen, dass er gewaltige Böcke schießt. Wäre ich für die Hinrichtung Christi zuständig gewesen, so hätte ich die Sache ganz anders angepackt. Ich hätte ihn nach Rom verschiffen und dort den Löwen zum Fraß vorwerfen lassen. Aus Hackfleisch hätte man ganz unmöglich einen Erlöser machen können.«

Auf dem Höhepunkt des jüdischen Terrorismus in Palästina, der mit dem Massaker im Araberdorf Deir Yassin einen grausigen Höhepunkt erreichte, ließ Herr Hecht in vielen führenden amerikanischen Zeitungen ein ganzseitiges Inserat erscheinen. Es trug die Überschrift »An die Terroristen in Palästina« und enthielt u. a. folgende Passage:

»Die Juden Amerikas stehen hinter euch. Ihr seid ihre Helden… Immer, wenn ihr ein britisches Waffenlager in die Luft jagt, oder einen britischen Zug sprengt, oder eine britische Bank ausraubt, oder den britischen Verrätern und Eindringlingen mit euren Gewehren und Bomben eine Lektion erteilt, feiern die amerikanischen Juden in ihrem Herzen ein kleines Fest.«

In seiner Autobiographie A Jew in Love schreibt Hecht, Baruch habe ihm seine Aufwartung gemacht, um ihn seiner Zustimmung und Unterstützung zu versichern:

»Eines Tages öffnete sich die Tür meines Zimmers, und herein trat ein großgewachsener, weißhaariger Mann. Es war Bernard Baruch. Er nahm Platz, sah mich einen Augenblick an und begann dann zu sprechen. ‚Ich bin auf eurer Seite‘, sagte Baruch. ‚Der einzige Weg, auf dem die Juden je irgendetwas erreichen werden, besteht darin, dafür zu kämpfen. Ich möchte, dass Sie sich mich als einen Ihrer jüdischen Kämpfer vorstellen, die mit einem langen Gewehr im hohen Gras lauern. Ich habe meine beste Arbeit immer geleistet, wenn ich unsichtbar blieb.«

Diese Schilderung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Gemeinsam mit der Tatsache, dass Baruch Marineminister Forrestal zu einem Kurswechsel in der Palästinafrage zu zwingen vermochte, vermittelt sie dem Historiker Einblick in Baruchs Persönlichkeit. Falls er während seiner fünfunddreißigjährigen Wirkung als »Berater« von sechs amerikanischen Präsidenten tatsächlich immer dann seine beste Arbeit geleistet hat, wenn er unsichtbar blieb (»ein jüdischer Kämpfer, der mit einem langen Gewehr im hohen Gras lauert«) so liefert dies eine überraschende Erklärung für die politischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts – nicht nur in den USA, sondern weltweit.  

Diese Fakten sind von größter Bedeutung, wenn man sich vor Augen hält, dass Baruch nur ein einziges Mal spektakulär an die Öffentlichkeit getreten ist, und zwar mit dem sogenannten Baruch-Plan. Dieser lief auf die Schaffung einer despotischen Weltregierung hinaus; das eben angeführte Zitat Baruchs lässt erahnen, zu welchen Zwecken dieses »Weltinstrument« genutzt werden soll. Der Baruch-Plan ist für unser Thema von dermaßen kardinaler Bedeutung, dass wir es für geboten halten, hier innezuhalten und ein wenig beim persönlichen Hintergrund dieses Mannes zu verweilen.

Früher galt als ausgemacht, dass Bernhard Baruch, der den aristokratischen Typ innerhalb des Judentums verkörpert, sephardischer Herkunft ist (d.h. von spanischen Juden abstammt und seinen Ursprung somit letzten Endes auf Palästina zurückführen kann). Doch am 7. Februar 1947 sagte er ausdrücklich, sein Vater sei ein polnischer Jude gewesen, der »vor hundert Jahren in dieses Land kam«. Somit gehört er zu den Aschkenasen, die heutzutage die überwältigende Mehrheit der Juden ausmachen.

Bernard Baruch wurde 1870 in Camden, South Carolina, geboren. (Er starb 1965).

Seine Familie scheint sich den Südstaaten gegenüber loyal verhalten zu haben, denn sein Vater diente als Feldarzt in der konföderierten Armee und Baruch selbst kam während der unruhigen Tage der »Reconstruction« zur Welt. Als Kind sah er, wie die Neger, von liberalen Agitatoren aufgehetzt und aufgeputscht von den starken Getränken, die ihnen die Schnapshändler verkauften, marodierend durch die schläfrigen Straßen dieser inmitten von Plantagen liegenden Kleinstadt zogen. Seine älteren Brüder standen mit geschultertem Gewehr auf der Treppe vor dem Familienhaus Wache; sein Vater trug die Kapuze und das weiße Gewand des Ku Klux Klan.

Somit sah Bernard Baruch in seiner Kindheit die zerstörerischen Auswirkungen der Revolution mit eigenen Augen (Agenten der Revolution mischten in der Schlussphase des Bürgerkrieges sowie in den ersten Nachkriegsjahren kräftig mit und die »Reconstruction« war ihr Werk). Später konnte er sich dann von den dauerhaften Werten einer freien Gesellschaft überzeugen. Allzu feste Bindungen an die Südstaaten besaß seine Familie offenbar nicht, erlag sie doch der Versuchung, nach New York überzusiedeln. Schon vor der Vollendung seines dreißigsten Altersjahres war Bernard Baruch ein wohlhabender Mann, dem die schönsten Aussichten auf eine steile Karriere winkten und bevor er vierzig wurde, war er eine – freilich unsichtbare – politische Größe.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte er schon gar manchen finanziellen Coup gelandet: Er hatte »von Katastrophen profitiert«, »die Preise herabgedrückt« und dergleichen. Gold, Gummi, Kupfer, Schwefel – alles wurde in seinen Händen zu Bargeld.

Während des Ersten Weltkriegs ernannte Präsident Wilson ihn zum Vorsitzenden des Komitees für Kriegsindustrie. Später behauptete Baruch, in dieser Eigenschaft »der mächtigste Mann der Welt« gewesen zu sein. Als Wilson mehr tot als lebendig von der Versailler Konferenz zurückkehrte, wurde Baruch seinen eigenen Darlegungen zufolge zum »Angehörigen der ‚Regentenrat‘ genannten Gruppe, die während der Krankheit des Präsidenten Entscheidungen traf«.

Seinem Biographen Morris Rosenbloom zufolge war Baruch nach Wilsons Tod »Berater« der drei republikanischen Präsidenten Warren Gamaliel Harding (1921-1923), Calvin Coolidge (1923-1929) und Herbert Hoover (1929-1933). Eleanor Roosevelt gab an, Baruch habe sowohl vor als auch während der zwölfjährigen Präsidentschaft ihres Gatten (1933-1945) als dessen Berater gewaltet. Im März 1939 war Winston Churchill in Baruchs Villa in South Carolina zu Gast und sagte bei diesem Anlass: »Es gibt demnächst Krieg… Sie werden hier den Laden schmeißen.«

Zum damaligen Zeitpunkt hatte Baruch fast dreißig Jahre lang amerikanische Präsidenten – Demokraten ebenso wie Republikaner – »beraten«, doch für den Historiker ist es dennoch sehr schwierig, herauszufinden, was seine wirklichen Beweggründe waren, was für »Ratschläge« er den diversen Präsidenten erteilte und in welchem Umfang er die amerikanische – und damit auch die internationale – Politik prägte. Bedenkt man, dass sich Baruch selbst mit einem Soldaten verglichen hatte, der sich im hohen Gras verbirgt, so ist dies nicht weiter erstaunlich. Er wurde nie in irgendein Amt gewählt und bekleidete bis 1947 niemals eine offizielle politische Position, so dass er ganz im Stillen wirken konnte. Bernard Baruch war der erste »Berater«, ein Machthaber jenes Typs, den die Verfasser der vielgeschmähten Protokolle der Weisen von Zion zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorausgesehen hatten.  . . .

Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg trat Baruch als Urheber eines Plans zur Errichtung einer auf Terror basierenden Weltdiktatur erstmals ins Rampenlicht. Wie Rosenbloom schreibt, war Baruch 74 Jahre alt, »als er begann, sich auf das Unternehmen vorzubereiten, das er für das bedeutsamste seines Lebens hielt,… nämlich einen realistischen Plan für die internationale Kontrolle der Atomenergie auszuarbeiten, dessen Annahme die amerikanischen Vertreter bei der internationalen Atomenergiekommission dann durchsetzen sollten«. Da Baruch 1870 geboren wurde, hieße dies, dass er sich im Jahre 1944 »auf dieses Unternehmen vorzubereiten begann«, also ein Jahr vor dem Einsatz der ersten Atombombe und knapp zwei Jahre vor der Gründung der internationalen Atomenergiekommission.

Sofern Rosenblooms Angaben der Wahrheit entsprechen, bedeutet dies, dass Baruch den Ablauf der Ereignisse zwei Jahre im Voraus kannte. Der von ihm erwähnte »realistische Plan für die internationale Kontrolle der Atomkommission« wurde Präsident Truman nämlich erst im März 1946 unterbreitet und zwar von Außenminister Byrnes, der sich vorher mit Baruch getroffen hatte. Truman ernannte Baruch pflichtgemäß zum Vertreter der USA bei der Atomenergiekommission der UNO, so dass dieser mit 76 Jahren glücklich zum ersten Mal ein offizielles Amt bekleidete. Nun war die Zeit reif für den »Baruch-Plan«.

Das Gesetz über die amerikanische Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen verpflichtet alle US-Vertreter bei dieser Organisation, die vom Präsidenten ihres Landes verfolgte und ihnen über den Außenminister vermittelte Politik zu vertreten. Schenken wir seinem Biographen Rosenbloom Glauben, so hat sich Baruch – vielleicht nur der Form halber – erkundigt, wie denn die Richtlinien der Politik aussähen, deren schriftlicher Formulierung ihm oblag. Nichtsdestoweniger war der »Baruch-Plan« sein eigenes Werk (immer vorausgesetzt, Roosenblooms Angaben stimmen, wovon man ausgehen darf, da er sein Buch mit Baruchs Zustimmung schrieb).

Ausgebrütet wurde dieser Plan auf einer Bank im New Yorker Central Park, in Absprache mit einem gewissen Ferdinand Eberstadt, der 1919 in Versailles Baruchs Assistent gewesen war und diesem während des Zweiten Weltkriegs als »aktiver Jünger« zur Seite stand. Das Ganze ist symbolträchtig, zeigt es doch, unter welchen Umständen im 20. Jahrhundert oft hohe Politik gemacht wird. Baruchs Spitzname »Der Parkbankstaatsmann« hat hier seinen Ursprung.

Am 14. Juni 1946 präsentierte Bernard Baruch seinen Plan anlässlich der Eröffnungssitzung der Atomenergiekommission der Vereinten Nationen. Er sprach im Tone des alttestamentarischen Jahves, der sein Volk vor die Wahl zwischen »Segenssprüchen« und »Flüchen« stellt. Die Atombombe bezeichnete er als die »absolute Waffe« (einige Jahre später erfuhr die Welt von einer noch viel »absoluteren« Waffe, der Wasserstoffbombe) und bediente sich der klassischen Taktik falscher Propheten, indem er der Welt für den Fall, dass sie seine Ratschläge befolge, »Frieden« und für den Fall, dass sie sie in den Wind schlug, »Zerstörung« in Aussicht stellte. Sein Vorschlag lief im Klartext auf die Schaffung einer weltweiten Diktatur hinaus, die durch globalen Terror aufrechterhalten werden sollte. Der Leser möge selbst urteilen; hier einige Auszüge aus Baruchs Darlegungen:

»Wir haben die Wahl zwischen weltweitem Frieden und der Zerstörung der Welt… Wir müssen einen Mechanismus schaffen, der garantiert, dass die Atomenergie für friedliche Zwecke, unter keinen Umständen aber für kriegerische Ziele genutzt wird. Um dies zu erreichen, müssen wir dafür sorgen, dass jene, welche die von den Nationen erzielten Vereinbarungen verletzen, unmittelbar bestraft werden. Solche Strafmaßnahmen sind unabdingbar, wenn der Friede mehr sein soll als ein unruhiges Zwischenspiel zwischen Kriegen. Die Vereinten Nationen haben die Möglichkeit, die Fehlbaren persönlich verantwortlich zu machen und in Übereinstimmung mit den Prinzipien zu bestrafen, die in Nürnberg von der UdSSR, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und den USA angewandt werden – eine Formel, die mit Sicherheit segensreich für die Zukunft der Welt sein wird. In dieser Krise vertreten wir nicht nur unsere Regierungen, sondern in weiterem Sinne auch die Völker der Welt. …«

Somit trat Baruch nicht bloß als Repräsentant der USA, sondern darüber hinaus als selbsternannter Vertreter der »Völker der Welt« auf und propagierte in dieser Eigenschaft ein permanentes Nürnberger Tribunal, das »mit Sicherheit segensreich für die Zukunft der Welt« sein werde.

Des weiteren forderte Baruch, sämtliche mit der Atomenergie in Verbindung stehenden Aktivitäten müssten »von Managern kontrolliert werden«, denen das Recht zustehen, auch alle anderen nuklearen Installationen zu kontrollieren… Für den Fall einer »Verletzung dieser Bestimmungen« schlug er vor, der »illegale Besitz oder Einsatz einer Atombombe oder nuklearen Materials sowie mutwillige Sabotage der Aktivitäten der Behörde« müsse »möglichst rasche Strafmaßnahmen« zur Folge haben:

»Das Prinzip der Strafe bildet den Eckstein des gegenwärtigen Sicherheitssystems… Die Charta erlaubt Strafmaßnahmen nur mit einmütiger Zustimmung aller fünf Großmächte… Es darf kein Vetorecht zum Schutze jener geben, welche die feierlich besiegelten Abkommen verletzen… Die Bombe duldet keine Verzögerung. Eine Verzögerung kann allzu leicht tödliche Folgen haben. …«

Baruch machte geltend, die Welt könne ihrer »Zerstörung« nur dann entrinnen, wenn sie den Einsatz der Atomenergie zu kriegerischen Zwecken verhindere; er regte die Gründung einer Instanz an, der das Monopol über die Atomenergie zustehen solle und die ohne jede Kontrolle durch Außenstehende Atomwaffen gegen all jene einsetzen dürfe, die ihrer Ansicht nach bestraft gehörten. …

Doch mittlerweile hatte sich der Pulverdampf des Zweiten Weltkriegs bereits verzogen; viele Menschen sahen wieder klarer und nicht einmal eine Kommission der Vereinten Nationen ließ sich dazu herab, diesem Plan ihren Segen zu erteilen. Am 31. Dezember 1946 trat Baruch von seinem Posten zurück; sein Plan wurde schubladisiert und die Behandlung der Frage wurde an die Abrüstungskommission der UNO verwiesen.

Im Januar 1947 verkündete Baruch seinen Rückzug aus dem öffentlichen Leben (in dem er ohnehin nur während dieses sechsmonatigen Zeitraums eine Rolle gespielt hatte). Sein Biograph kommentiert diesen Schritt wie folgt:

»Interessierte Beobachter waren nicht übermäßig besorgt; man war allgemein der Meinung, Baruch werde noch vor Monatsende ins Weiße Haus zurückkehren und genau so kam es auch.«

Etwas später, aber immer noch im Jahre 1947, zwang er, von der Öffentlichkeit unbemerkt, Marineminister Forrestal durch seine »entscheidende« Intervention zum Einschwenken auf einen prozionistischen Kurs. In denselben Zeitraum fiel auch seine bereits erwähnte Begegnung mit Ben Hecht. Sechs Jahre darauf resümierte Rosenbloom (der offenbar bereits wusste, dass der nächste US-Präsident Eisenhower heißen würde) die Empfehlungen, die der permanente »Berater« der amerikanischen Staatsoberhäupter dem künftigen Mann im Weißen Haus erteilen würde. Sie gehörten alle zum Themenkreis »Kriegsvorbereitungen«, »Kontrollen«, »globale Strategie« etc.

Baruch ließ mittlerweile keinen Zweifel mehr daran aufkommen, gegen wessen »Aggression« sich diese Kriegsvorbereitungen richteten. 1952 hatte er vor einem Senatskomitee den Standpunkt vertreten, «zur Verhütung einer sowjetischen Aggression« müsse der Präsident sämtliche Vollmachten erhalten, die er »zur Verwirklichung eines Rüstungsprogramms« benötige«. Das von Baruch während beider Weltkriege so lautstark propagierte Programm zur Unterstellung des Staates unter die Herrschaft eines Mannes feierte somit eine fröhliche Wiederkehr.

Sein 1946 publik gewordener Plan, die Welt »in Ordnung zu bringen«, war für alle hellsichtigen Beobachter ein Zeichen an der Wand. Sie wussten nun, was der Menschheit in der Endphase eines dritten Weltkriegs sowie in der Zeit danach blühen würde. An der Stoßrichtung des »globalen Plans« waren fortan keine Zweifel mehr statthaft. 1947 sagte Baruch, sein Vater sei vor hundert Jahren nach Amerika gekommen. Anschaulicher als jeder andere zeigt der Fall Baruch, welche Auswirkungen die jüdische Masseneinwanderung des 19. Jahrhunderts auf die Vereinigten Staaten von Amerika – und damit auf die weltpolitischen Entwicklungen – hatte. Ein Jahrhundert nachdem sein Vater amerikanischen Boden betreten hatte, gehörte sein Sohn schon seit vierzig Jahren zu den mächtigsten Männern des Erdballs, obwohl er seine Tätigkeit unbemerkt »im hohen Gras« betrieb und es sollte noch über ein Jahrzehnt vergehen, ehe er seine politischen Aktivitäten in hohem Greisenalter beendete.

 

Kapitel 45  Die jüdische Seele

Die ersten fünf Jahrzehnte des »jüdischen Jahrhunderts« hatten fatale Auswirkungen auf die jüdische Seele, die wieder einmal von heftiger Unruhe geplagt wird. Sie haben die jüdischen Massen, die vor 150 Jahren noch entschlossen schienen, in der Menschheit aufzugehen, in Chauvinisten verwandelt. Abermals wurden die Juden zu »Gefangenen« (immer, wenn sie in der »Gefangenschaft« schmachten, sind ihre Kerkermeister keine fremden Unterdrücker, sondern ihre eigenen »Weisen« sowie ihre Religion, die sie vom Rest der Menschen absondert). Als Gefangene der zionistischen Ideologie sind die Juden zur explosivsten Kraft der Geschichte geworden. Die Geschichte unseres Jahrhunderts, seiner Kriege und Revolutionen sowie der kommenden Stürme sind identisch mit der Geschichte des talmudistischen Chauvinismus, dessen ideologische Grundlage das fünfte Buch Mose ist.

Das Wort »Chauvinismus« bezeichnet einen übersteigerten Nationalismus. Es verdankt seinen Namen Nicolas Chauvin, einem Soldaten Napoleons, der die Idee des Patriotismus mit seiner schwülstigen nationalistischen Phrasendrescherei sowie seiner fanatischen Verehrung für seinen Kaiser in Verruf brachte. Doch auch dieser Begriff beschreibt den Einfluss des talmudistischen Zionismus auf die jüdische Seele nur sehr unzulänglich; für diese einzigartige, hemmungslose nationalistische Raserei gibt es keinen anderen Ausdruck als eben »Talmudismus«.

1933 schrieb Bernhard J. Brown: »Ein bewusster Jude zu sein, ist die niedrigste Form des Chauvinismus, ist es doch der einzige Chauvinismus, der auf falschen Voraussetzungen fußt. Es sind dies die Lehren des Talmud und der Thora, laut denen Gott einem bestimmten Volk die Herrschaft über den unterjochten Rest der Menschheit versprochen hat, unter der Bedingung, dass dieses Volk sich strikt an ein Gesetz hält, das auf blutigen Opfern und der Vernichtung oder Versklavung anderer beruht.« Ob der talmudische oder zionistische Chauvinismus (beide Ausdrücke sind meiner Auffassung nach zutreffender als »der jüdische Chauvinismus«) tatsächlich die niedrigste Form von überbordendem Nationalismus ist, sei dahingestellt, doch haben die verflossenen 50 Jahre bewiesen, dass er jedenfalls die gewalttätigste Spielart des Nationalismus darstellt, welche die Menschheit je gekannt hat.

Seine Auswirkungen auf die jüdische Seele zeigen sich nicht zuletzt in der veränderten Tonart der jüdischen Literatur. Ehe wir hierfür Beispiele anführen, wollen wir den Einfluss des talmudistisch-zionistischen Chauvinismus auf die Juden am Beispiel zweier bekannter Vertreter des jüdischen Volkes zeigen, von denen der zweite der Sohn des ersten war.

Henry Morgenthau senior war ein prominenter amerikanischer Jude, der sein Land als Botschafter in der Türkei vertrat. Er war das Produkt der jüdischen Emanzipation des 19. Jahrhunderts und führt uns anschaulich vor Augen, wie die Juden heute sein könnten, hätten sie sich nicht vom Zionismus umgarnen lassen. Über diese Ideologie urteilte Morgenthau senior wie folgt:

»Der Zionismus ist die verhängnisvollste Verirrung in der jüdischen Geschichte. Ich behaupte, dass er grundsätzlich falsch und in seinen spirituellen Ideen steril ist. Der Zionismus ist Verrat… eine osteuropäische Ideologie, die in unserem Land von amerikanischen Juden aufgegriffen worden ist… Sollte sie sich durchsetzen, so würde sie die Juden Amerikas des größten Teils ihrer hart erkämpften Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit berauben. Ich erlaube es niemandem, mich einen Zionisten zu nennen. Ich bin ein Amerikaner.«

Eine Generation später wurde der Sohn des Mannes, der den Zionismus als »verhängnisvolle Verirrung in der jüdischen Geschichte« gegeißelt hatte, zu einem der Geburtshelfer des zionistischen Staates sowie zum klassischen Vertreter des talmudistischen Racheprinzips. Die Geschichte wird ihn vielleicht als einen der Hauptverantwortlichen dafür haftbar machen, dass die von seinem Vater befürchteten Entwicklungen tatsächlich eingetreten sind.

Chaim Weizmann hat auf die maßgebliche Rolle hingewiesen, die Henry Morgenthau junior hinter den Kulissen bei dem Drama gespielt hat, das in die gewaltsam erzwungene Gründung des zionistischen Staates sowie dessen Absegnung durch einen amerikanischen Präsidenten mündete. Mit dem nach ihm benannten Plan trug er sein Scherflein zur Zweiteilung Europas und den Vorstoß der Revolution ins Herz des alten Kontinents bei. Gewisse Passagen seines Plans (den Roosevelt und Churchill nachträglich ablehnten, nachdem sie ihn anfangs begrüßt hatten) waren von besonderer Bedeutung, nämlich jene, in der er festhielt, »sämtliche nicht durch militärische Aktionen zerstörten (deutschen) Industrieanlagen und Ausrüstungsgegenstände« müssten »vollständig vernichtet« und die deutschen Bergwerke müssten »überflutet« werden. Diese Ideen lassen sich mühelos auf die Thora und den Talmud zurückführen, welche die Zerstörung nichtjüdischen Besitztums als göttliches Gebot darstellen. Wie bereits erwähnt wurde die Gründung des zionistischen Staats mit einer Tat der »vollständigen Zerstörung« eingeläutet, die den Gehorsam der Täter gegenüber diesem Gesetz unter Beweis stellte – dem Massenmord von Deir Yasin.

Ohne den zionistischen Chauvinismus sowie die westlichen Politiker, die sich in den Dienst dieser Ideologie stellten, wäre Henry Morgenthau junior vielleicht ein Mann wie sein Vater geworden. Ähnliches gilt für zahlreiche andere Juden, welche den jähen Wandel der jüdischen Seele verkörperten. Wenn prominente Juden mit ihrem Namen für eine dermaßen unheilvolle Politik einstanden und es fertig brachten, amerikanische Präsidenten und britische Premierminister vor ihren Karren zu spannen, ist es gewiss nicht verwunderlich, dass die jüdischen Massen ihnen gehorsam folgten. Dieser allgemeine Trend findet seinen Widerhall in der immer umfangreicheren talmudistisch-chauvinistischen Literatur.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es nur wenig spezifisch jüdische Literatur und diese wurde für die von ihrer Umwelt abgeschotteten jüdischen Gemeinden geschrieben. In den für die Allgemeinheit gedachten Bücherläden entsprach der Anteil der Bücher von jüdischen Verfassern im großen Ganzen der Anzahl der Juden an der Gesamtbevölkerung, was nichts weiter als natürlich war. Die betreffenden Autoren schrieben meist nicht in ihrer Eigenschaft als Juden und befassten sich auch kaum je mit rein jüdischen Themen. Sie wandten sich an die Bevölkerung als ganze, vermieden Appelle an den Chauvinismus jüdischer Leser und unterließen alles, was die Nichtjuden als Blasphemie, Aufruhr, Obszönität oder Verleumdung hätten auffassen können.

Dies alles hat sich im Verlauf der letzten 50 Jahre unter dem Einfluss des talmudistischen Chauvinismus und der erzwungenen Unterwerfung der nichtjüdischen Massen unter diese Ideologie geändert. Von Romanen abgesehen, sind jüdische Themen heutzutage wohl der Mittelpunkt der westlichen Literatur, mögen die betreffenden Verfasser nun Juden oder Nichtjuden sein. Sowohl hinsichtlich ihrer Tonart als auch in Bezug auf ihre Qualität unterscheidet sich die heutige Literatur radikal von der früheren.

Da dieser Wandel nicht über Nacht, sondern langsam und schrittweise erfolgte und da jeder kritische Kommentar dazu als »antisemitisch« verpönt ist, hat die große Mehrzahl der Bevölkerung ihn nicht bemerkt. Wie einschneidend er war, lässt sich unschwer belegen.

Ein erheblicher Teil dessen, was in der talmudistisch-chauvinistischen Literatur unserer Zeit steht, wäre vor 50 Jahren nicht veröffentlicht worden, hätte es doch aufs Gröbste gegen die damals geltenden Wertvorstellungen verstoßen. Aus Furcht vor allgemeiner Kritik und öffentlicher Ächtung hätten die Verleger diese Schriften entweder gar nicht oder allenfalls nach Tilgung der anstößigsten Passagen publiziert.

Den Startschuss zu einer Entwicklung, die man mit Fug und Recht als Degenerierungsprozess innerhalb des Judentums bezeichnen darf, gab Max Nordaus 1892 erschienenes Buch Entartung. Es wies die Form eines Briefs an die Nichtjuden auf, denen der Autor die frohe Botschaft verkündete, dass sie »entartet« seien. Nordaus Machwerk erfreute sich bei den »Liberalen« der Jahrhundertwende großer Beliebtheit und erwies sich dadurch als Trendsetter, denn auch in den folgenden Jahrzehnten spendeten die »Liberalen« unzähligen Erzeugnissen der Schundliteratur, die von vergleichbarem Niveau waren, frenetischen Beifall.

Von jüdischer Entartung war in Nordaus Buch selbstverständlich nicht die Rede; als entartet hätten dem Verfasser ohnehin nur jene Juden gegolten, die sich dem Zionismus widersetzten. Entartung schlug damals hohe Wellen; es erschien drei Jahre vor Herzls Der Judenstaat und zu einer Zeit, wo in Russland die ersten revolutionären Ausbrüche stattfanden. Revolution und Zionismus sind zwei grundlegende Komponenten der talmudistischen Weltanschauung, die auf dem fünften Buch Mose beruht; meiner Überzeugung nach entwickelten sich beide Strömungen unter der Führung von Talmudisten.

Auf Entartung folgte eine Fülle weiterer talmudistisch-chauvinistischer Hassliteratur. Ein besonders widerwärtiges Beispiel hierfür ist Theodore N. Kaufmanns Buch Germany must perish (»Deutschland muss sterben«). Es erschien 1941 – in jenem Jahr also, in dem Hitler und Stalin zu Feinden wurden und Amerika in den Zweiten Weltkrieg eintrat – in New York. Ganz im Sinn und Geiste von Thora und Talmud forderte Kaufmann darin schlicht und einfach die physische Ausrottung des deutschen Volkes. Dieses Ziel sollte durch die Sterilisierung aller Deutschen im fortpflanzungsfähigen Alter (sämtlicher Männer unter 60 und sämtlicher Frauen unter 45) innerhalb eines dreijährigen Zeitraums nach Kriegsende erreicht werden. Die deutschen Grenzen sollten während dieser Zeit geschlossen bleiben und das Territorium Deutschlands sollte unter seinen Nachbarstaaten verteilt werden, so dass es gemeinsam mit seinen früheren Bewohnern von der Landkarte verschwand.

Ich zweifle nicht daran, dass die Furcht vor allgemeiner öffentlicher Empörung noch während des Ersten Weltkriegs – und möglicherweise seit der Erfindung der Druckkunst überhaupt – jeden beliebigen Verleger daran gehindert hätte, ein solches Buch auf den Markt zu bringen. Doch mittlerweile war die Hemmschwelle offenbar gesunken.

Kaufmanns Buch mag ja ein Extremfall sein, doch der unversöhnliche Hass, den es atmet, tritt auch in vielen anderen Büchern jüdischer Autoren des 20. Jahrhunderts zutage. Dieser Hass galt durchaus nicht nur den Deutschen, sondern auch den Arabern und eine Zeitlang sogar den Briten, so wie er früher den Spaniern, den Russen, den Polen und anderen Völkern gegolten hatte. Er war durchaus nicht subjektiver oder emotionaler Natur. Als Endprodukt der talmudistischen Lehre richtete er sich anfangs gegen einen symbolischen Feind und dann gegen den nächsten – und laut levitischem Gesetz sind alle nichtjüdischen Völker Feinde.

Nachdem der Zwang zur Rücksichtnahme auf die allgemein akzeptierten abendländischen Wertvorstellungen entfallen war, trat der Hass auf alle Nichtjuden in immer unverhüllterer Form zutage, was bei einsichtigen Juden die Alarmglocken läuten ließ. Zu letzteren gehörten Bernard Brown im Jahre 1933, Rabbiner Elmer Berger in den vierziger Jahren sowie Alfred Lilienthal in unserem Jahrzehnt. Sie alle waren besorgt darüber, dass dieser Hass mittlerweile ganz offen gepredigt wurde. Aus der Feder jüdischer Autoren erschienen zahllose Bücher zum Thema »Die jüdische Seele«; die Verfasser machten kein Hehl aus ihrer Verachtung für die Nichtjuden und ließen sich immer wieder zu chauvinistischen Tiraden hinreißen.

In Promise and Fulfilment fasste Arthur Koestler seine Forschungen zum Judentum wie folgt zusammen: »Am verblüffendsten war die Entdeckung, dass die Sage vom ‚auserwählten Volk‘ von traditionalistischen Juden wortwörtlich genommen wird. Sie protestierten gegen Rassendiskriminierung und bestanden im gleichen Atemzug auf ihrer rassischen Überlegenheit, die auf Jakobs Bund mit Gott zurückgehe.«  . . .

Ein anschauliches Beispiel für die veränderte Tonart der jüdischen Literatur in unserer Zeit sind die bereits an früherer Stelle zitierten Schriften von Ben Hecht, der unter anderem meinte, wenn man Jesus den Löwen vorgeworfen hätte, statt ihn zu kreuzigen, hätte das Christentum keine Zukunft gehabt, weil niemand einen zu Hackfleisch gemachten Menschen als Erlöser betrachtet hätte. Ich bezweifle, dass ein derartiger Ausspruch, dessen einziger Zweck darin bestand, die religiösen Gefühle der Christen zu verletzen, in früheren Zeiten gedruckt worden wäre. Derselbe Ben Hecht schrieb einmal: »Ich habe vierzig Jahre lang in meinem Land [Amerika] gelebt, ohne mit Antisemitismus konfrontiert zu werden und ohne mich auch nur im geringsten um seine Existenz zu kümmern.«  . . .

Einen recht tiefen Einblick in die Entwicklung der jüdischen Seele im 20. Jahrhundert vermitteln die Bücher von Meyer Levine; auch dort findet man Dinge, die in früheren Zeiten schwerlich gedruckt worden wären. Levines 1950 erschienenes Buch In Search zeigt, was Sylvain Lévi an der Versailler Konferenz von 1919 meinte, als er vor den »explosiven Tendenzen« der Ostjuden warnte.

Levine, in den USA als Sohn jüdischer Immigranten aus Osteuropa geboren, wurde zum Hass auf Russen und Polen erzogen. Anscheinend gefielen ihm die Zustände im »Neuen Land«, wo er zur Welt gekommen und aufgewachsen war, gar nicht, denn schon als junger Mann wirkte er unter den Arbeitern Chicagos als Agitator. Seinen Ausführungen zufolge hat er sein halbes Leben lang abwechselnd versucht, seine jüdischen Wurzeln zu kappen und sich vorbehaltlos zu ihnen zu bekennen. Während manche Juden meinen, sie seien für alle Zeiten säuberlich vom Rest der Menschheit geschieden, finden sich bei Levine zwei Stellen, die beim Leser den Eindruck erwecken müssen, der jüdische Auserwähltheitsglaube sei das Ergebnis einer ausgeprägten, fast mystischen Perversität.   . . .

Im Zusammenhang mit dem Mord an Leopold Loeb in Chicago (zwei junge Juden aus wohlhabenden Familien hatten damals aus perversen Motiven heraus einen – ebenfalls jüdischen – kleinen Knaben ermordet und verstümmelt) bemerkt Levine: »Unter der Oberfläche des sehr realen Grauens, das mir dieser Fall einflößte – des Grauens darüber, dass menschliche Wesen mörderische Beweggründe hegen, die über einfache Motive wie Lust und Gier und Hass hinausgehen – unter alle dem verbarg sich ein verstecktes Gefühl des Stolzes auf die Brillanz dieser jungen Männer, verbarg sich Verständnis dafür, dass sie Sklaven ihrer intellektuellen Neugier waren; ich empfand Stolz darauf, dass diese neue Stufe des Verbrechens ausgerechnet von Juden erreicht worden war. Mit Verwirrung und ehrfürchtigem Schaudern, übermannt von einer momentanen, modischen ‚Gier nach Erfahrung‘, fühlte ich, dass ich sie verstand und dass ich, ein junger jüdischer Intellektueller, ihr Seelenverwandter war.«

An anderer Stelle schildert Levine den Anteil, den er als »freiwilliger Helfer« (»Agitator« wäre wohl ein angemessener Ausdruck gewesen) am Streik der Stahlarbeiter in Chicago im Jahre 1937 hatte. Damals war es zu heftigen Zusammenstößen zwischen streikenden Arbeitern und der Polizei gekommen; es waren Schüsse gefallen und mehrere Personen waren ums Leben gekommen.

Hier ein Auszug aus seiner eigenen Darstellung: »Es erhob sich ein unheimliches Grollen, so dass es mir vorkam, die unübersehbare Masse der Demonstranten sei ein kochender Hexenkessel, der jenen Moment überschwappen konnte, mit dem Ergebnis, dass auch ich weggeschwemmt würde… Ich begriff, dass es mir nie gelingen würde, die Menge zu kontrollieren, dass sie jederzeit die Tore des Rathauses eindrücken, in das Gebäude eindringen und es niederbrennen konnte… In jenem Augenblick begriff ich voll und ganz, welche Gefahren mit der Macht verbunden sind, denn ich ahnte, dass einige Worte ausreichen würden, um eine Orgie der Gewalt zu entfesseln, die weit stärker sein würde als zuvor am Gedenktag. …«

Wer sich diese Schilderung zu Gemüt führt, denkt unwillkürlich an Maurice Samuels Klage aus dem Jahre 1924: »Wir Juden, die Zerstörer, werden für immer die Zerstörer bleiben.« Meyer Levines eigenen Worten zufolge konnte er, der »Fremdling«, sich nur dann als Bestandteil seines Gastvolkes fühlen, wenn er den Mob aufhetzte und somit »mit einer Bewegung verschmolz, die sein eigenes Problem zum Ihrigen machte«. Die Aufwiegelung des irrationalen, primitiven Pöbels ist übrigens ein Leitmotiv der »Protokolle der Weisen von Zion«.

In diesem Sinn und Geist ging Meyer Levine später auf Wanderschaft. In seiner Jugend war der Zionismus in den USA nahezu unbekannt; 1925, als er zwanzig Lenze zählte, war diese Ideologie immer noch »eine Frage, die noch kaum zu den in Amerika geborenen Juden vorgedrungen war… Er war etwas, was die Bärtigen aus dem alten Land [Europa] bewegte und wenn man einen amerikanischen Juden zu einer zionistischen Versammlung schleppte, merkte er, dass die Redner mit russischem Akzent sprachen oder sich ganz einfach des Jiddischen bedienten. Meine eigene Familie interessierte sich nicht für diese Bewegung.«

Wie in der Familie Morgenthau trat auch in der Familie Levine ein Generationenkonflikt zutage. Meyer Levines Eltern, Immigranten aus einem Land, wo die Juden angeblich »verfolgt« wurden, fühlten sich in ihrer neuen Heimat wohl; in der Tat ging es ihnen dort sehr gut. Doch ihr Sohn war unzufrieden. Nach einiger Zeit fuhr er nach Palästina, wo in ihm alsbald Hass auf die Araber aufkeimte – ein Volk, von dem er in seiner Jugend kaum etwas gehört hatte. Hier eine »heitere Anekdote« aus jener Zeit: Als er sich einmal in einer zionistischen Siedlung aufhielt, kam ein Araber über das Feld geschritten und bat demütig um Wasser. Levine und seine Freunde wiesen auf ein Fass, worauf der Araber dort dankbar seinen Durst stillte – unter dem wiehernden Gelächter der Juden, denn es handelte sich um eine Pferdetränke.

Zehn Jahre später treffen wir Herrn Levine in Deutschland an, wo er sich emsig am talmudistischen Rachefeldzug beteiligt. Er hat sich mittlerweile zum Korrespondenten einer amerikanischen Zeitung gemausert und beschreibt, wie er und ein jüdischer Berufskollege als »Eroberer« durch Deutschland streifen. Sie tragen (unerlaubterweise) Waffen, fahren in einem Jeep durchs Land und plündern nach Herzenslust. Levine schreibt, die passive Unterwerfung der deutschen Frauen unter die »Eroberer« habe ihren wütenden Wunsch, sie zu vergewaltigen, vereitelt; bisweilen sei »der Hass« in den beiden so stark geworden, dass sie »das absolute Bedürfnis nach Gewalt verspürt« hätten. In dieser Stimmung einigten sein Kumpane und er sich darauf, dass »der einzige Weg darin bestand, sie zu Boden zu werfen und in Stücke zu reißen« und sie diskutierten über »die idealen Voraussetzungen für ein solch gewaltsames Vorgehen: Ein bewaldeter Straßenabschnitt, wenig Verkehr und ein einsames Mädchen, zu Fuß oder zu Fahrrad«. Das Paar unternahm einen »versuchsweisen Streifzug« auf der Suche nach solch »idealen Bedingungen«; schließlich war den beiden das Glück hold, denn sie fanden ein einsames Mädchen »und sämtliche Bedingungen waren erfüllt«. (Levines Darlegungen zufolge wurde das vor Furcht buchstäblich gelähmte Mädchen dann verschont, vielleicht weil jeder der beiden Männer in Gegenwart des anderen noch rudimentäre Reste von Scham empfand.)

Levines im Jahre 1950 erschienenes Buch beginnt wie folgt: »In diesem Buch geht es darum, was es bedeutet, Jude zu sein.« Wie viele andere Schriften ihrer Art lässt auch diese erkennen, weshalb die wenigen jüdischen Autoren, die gegen den Strom zu schwimmen wagen, angesichts der Entwicklungen der letzten 50 Jahre Beklemmung empfinden, legt sie doch Zeugnis von der Entartung der jüdischen Seele unter dem Druck des talmudistischen Zionismus ab. Auf die eingangs gestellte Frage, was es bedeute, Jude zu sein, erteilt der Verfasser übrigens keine Antwort, so dass der Leser am Schluss so klug ist wie zuvor. Die unablässig wachsende Hassliteratur, die wir anhand einiger Beispiele dargestellt haben, sowie die Verpönung jeglicher Kritik daran als »Antisemitismus« haben dem 20. Jahrhundert seinen unverkennbaren Charakter verliehen. Wir leben im Zeitalter des talmudistischen Chauvinismus und Imperialismus.

Bereits im Jahre 1879 hat der Deutsche Wilhelm Marr diese Entwicklung in seinem Buch Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum vorausgesagt.

Marr war Revolutionär und Verschwörer, der den von Juden geleiteten »Geheimgesellschaften« (der Ausdruck stammt von Benjamin Disraeli) bei der Vorbereitung der gescheiterten Aufstände von 1848 half. Obwohl er kein Jude war, atmen seine damaligen Schriften unverkennbar talmudistischen Geist, sind sie doch rabiat antichristlich, atheistisch und anarchistisch. Wie Bakunin, dem er von seiner Wesensart her auffallend glich, erkannte auch Marr später die wahre Natur der revolutionären Hierarchie. In dem erwähnten Buch prophezeite er:

»Das Kommen des jüdischen Imperialismus ist meiner Überzeugung nach lediglich eine Frage der Zeit… Die Herrschaft über die Welt gehört den Juden… Wehe den Besiegten! … Ich bin mir vollkommen sicher, dass keine vier Generationen vergehen werden, ehe alle Ämter im Staat, einschließlich der höchsten, in den Händen der Juden sein werden… Gegenwärtig sträubt sich Russland allein unter den europäischen Staaten noch gegen die offizielle Anerkennung der fremden Eindringlinge. Dem Verlauf der Geschehnisse nach zu urteilen, ist die Kapitulation Russlands nur noch eine Frage der Zeit… In diesem gewaltigen Reich wird das Judentum den Hebel des Archimedes finden, der es ihm ermöglichen wird, ganz Westeuropa für immer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der ränkeschmiedende jüdische Geist wird in Russland eine Revolution herbeiführen, wie sie die Welt noch nie gesehen hat… Die gegenwärtige Lage des Judentums in Russland ist so, dass es immer noch Anlass hat, sich vor einer Vertreibung zu fürchten. Doch wenn es Russland niedergeworfen hat, wird es keinerlei Angriffe mehr zu befürchten haben. Wenn die Juden die Kontrolle über den russischen Staat errungen haben, werden sie sich anschicken, die Gesellschaftsordnung Westeuropas zu zerstören.«

Die gegenwärtige Situation Europas, die das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs ist, zeigt, dass diese Prophezeiungen weitgehend in Erfüllung gegangen sind. Freilich ist der letzte Akt noch nicht gespielt; es mag also durchaus sein, dass Marrs Weissagungen allzu schwarzseherisch waren. In der Geschichte gab es bisher noch nie irgendwelche unwiderruflichen Entwicklungen, unwiderruflichen Siege, permanenten Eroberungen oder absoluten Waffen. Mit Fug und Recht heißt es im Neuen Testament, das Ende sei noch nicht gekommen.

Dies ändert allerdings nichts daran, dass das Drama unseres Jahrhunderts noch einen dritten Akt haben wird, dessen Ausgang und Konsequenzen in Dunkel gehüllt sind. Um die jüdische Seele gebührend auf diese dritte Runde vorzubereiten, wird sie wieder einmal von den talmudistischen Chauvinisten bearbeitet. Im Januar 1956 schrieb der bekannte New Yorker Jude George Sokolsky, innerhalb des Weltjudentums habe sich anfangs erheblicher Widerstand gegen den Zionismus geregt, doch mit den Jahren sei die Opposition gegen ihn erlahmt…«.

Bei den wenigen Rufern in der Wüste, die wie einst Jeremias ihre warnende Stimme erheben, handelt es sich fast durchwegs um Juden. Der Grund dafür besteht nicht etwa darin, dass nichtjüdische Schriftsteller weniger gut informiert wären als Juden. Seit langem ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass jüdische Dissidenten innerhalb gewisser Grenzen öffentliche Kritik an der zionistischen Ideologie sowie dem Staat Israel üben dürfen, während Nichtjuden dergleichen streng verboten ist. Heute, im dritten Viertel des 20. Jahrhundert, befolgt die westliche Presse diese Regel fast ausnahmslos.  . . . 

Diese Warnungen mögen für jüdische Ohren unmissverständlich sein, können bei Nichtjuden jedoch nur allzu leicht den falschen Eindruck erwecken, »die Juden« steuerten auf eine Katastrophe zu, die sie selbst heraufbeschworen hätten; die talmudistischen Chauvinisten würden dann den Schwanz einziehen müssen und die Juden stünden vor dem Scherbenhaufen ihrer eigenen verfehlten Politik. Vor allem ressentimentgeladene Nichtjuden laufen Gefahr, sich solchen Illusionen hinzugeben.

Die historische Erfahrung lehrt, dass es ganz anders herauskommen wird. Immer, wenn in der Vergangenheit eine »jüdische Katastrophe« eintrat, erfolgte diese im Rahmen einer allgemeinen Katastrophe, unter der auch die nichtjüdische Umwelt schwer zu leiden hatte; der Anteil der Juden war prozentual stets verschwindend gering. Die monströse Lüge von der Ausrottung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs vermag diese geschichtliche Erfahrung nicht zu widerlegen. Die künftige Katastrophe, deren Saat in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts ausgestreut worden ist, wird weltweiter Natur sein und die Juden werden abermals nur einen kleinen Teil der Opfer ausmachen. Gewiss, wie nach dem Zweiten Weltkrieg wird man abermals von einer »jüdischen Katastrophe« faseln, doch dies wird wiederum nichts als grobschlächtige Propaganda zur Irreführung der unwissenden Massen sein.

Viele Juden sind ganz einfach nicht imstande, in einer Katastrophe, von der eine gewisse Anzahl ihrer Glaubensbrüder sowie eine unvergleichlich größere Zahl von Nichtjuden betroffen sind, etwas anderes als eine »jüdische Katastrophe« zu sehen. Dieser mentale Defekt geht auf die Lehren der Thora und des Talmud zurück, denen zufolge einzig und allein die Angehörigen des auserwählten Volkes Menschen im eigentlichen Sinne, alle anderen hingegen »Schatten« oder »Vieh« sind. Karl Sterns 1951 erschienenes Buch Pillar of Fire (»Feuersäule«) veranschaulicht dies trefflich.

Stern, ein Jude, der in der Zwischenkriegszeit in Deutschland aufgewachsen war, emigrierte nach Kanada, wo er zum katholischen Glauben übertrat. Seinen Ausführungen zufolge herrschte während der zwanziger Jahre in der jüdischen Jugendbewegung eine allgemeine Stimmung vor, »die auf gewisse Ereignisse hinzudeuten schien, welche später tatsächlich eintrafen. Es schwebten latente Befürchtungen, Fragen und Zweifel in der Luft, welche die große jüdische Katastrophe vorausahnen ließen – oder vielmehr die große europäische Katastrophe, mit der das Schicksal der Juden auf so mysteriöse Art und Weise verkettet war.«

In diesem Absatz wird die Wahrheit in einem angehängten Satz nachgeliefert, doch bei den meisten jüdischen Autoren würde man auch einen solchen vergebens suchen. Karl Stern ist ein Ausnahmefall: Nachdem er die Worte »die große jüdische Katastrophe« niedergeschrieben hatte, erkannte er ihre Unwahrheit; er ließ sie zwar stehen, korrigierte sie jedoch im folgenden Satzteil. Der Einfluss seines Erbes und seiner Erziehung war in ihm, einem in Kanada lebenden Katholiken, dermaßen stark, dass er zuerst an seine Stammesverwandten und erst dann an die 350 Millionen Europäer dachte, von denen annähernd die Hälfte im Windschatten der »großen jüdischen Katastrophe« versklavt worden war.

Wäre eine andere Minderheit so einseitig hervorgehoben worden, hätte Stern zu den ersten gezählt, die protestiert hätten. Er berichtet nämlich, dass er einmal in einer katholischen Zeitung mit äußerstem Befremden las, unter der Besatzung eines gesunkenen britischen Unterseebootes seien so und so viele Katholiken gewesen. Dass man eine bestimmte Opfergruppe eigens hervorhob, verstieß gegen seinen Gerechtigkeitssinn: »Ich begreife nicht, wer ein Bedürfnis nach solchen Statistiken empfindet«, meinte er, der er von einer »großen jüdischen Katastrophe« geschrieben hatte …

Die bevorstehende Katastrophe, die ein halbes Jahrhundert lang sorgfältig vorbereitet wurde, wird nicht darum spezifisch jüdisch sein, weil die Juden unverhältnismäßig stark unter ihr zu leiden haben werden, sondern weil sie die Frucht der »jüdischen Frage« sein wird. Die Energien ganzer Völker werden zielstrebig in den Dienst wirklicher oder angeblicher jüdischer Interessen gestellt und die jüdische Masse selbst wird als Zünder missbraucht, der die Bombe zum Explodieren bringen wird. Diese jüdische Masse (oder dieser jüdische Mob) unterscheidet sich von der Masse anderer Völker dadurch, dass sie chauvinistischer Aufwiegelung viel leichter erliegt und sich bedeutend einfacher bis zur Weißglut aufputschen lässt. Ich bin ja kein Fachmann auf diesem Gebiet, neige jedoch zu der Ansicht, dass dies das Ergebnis jahrhundertelanger strikter Absonderung in den Ghettos sowie jahrhundertelanger Indoktrinierung im Geiste des Talmuds ist. Die Judenfrage ist heutzutage nämlich fast ausschließlich eine Ostjudenfrage – und die Ostjuden haben bis vor kurzem unter eben solchen Bedingungen gelebt.

Die von mir angeführten Beispiele für die zuneigende chauvinistische Hysterie jüdischer Autoren sind der allgemein zugänglichen Literatur entnommen. Sie zeigen das Ergebnis dieser Entwicklung, nicht jedoch ihre Wurzeln. Um zu letzteren vorzustoßen, muss der Leser etwas tun, was erheblich größeren Aufwand erfordert: Er muss die jiddische sowie die hebräische Presse lesen, sei es im Original oder in Übersetzungen. Dann wird sich ihm ein Bild fast schon dämonischer Aufhetzung der jüdischen Seele offenbaren, die dafür sorgt, dass sie niemals Ruhe findet. Der Leser wird dann zur Einsicht gelangen, dass es nirgendwo außerhalb des Judentums etwas so Antijüdisches gibt wie diese jiddische oder hebräische Literatur, die eine unerreichte Meisterschaft im Erzeugen und Schüren von Furcht an den Tag legt.

Ehe wir dieses Phänomen anhand einiger Beispiele untersuchen, sei darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der »explosiven Ostjuden« heutzutage in Amerika lebt. Diese Tatsache, die möglicherweise verhängnisvoller ist als alle anderen politischen Machtfaktoren unserer Tage, ist den Menschen der westlichen Welt im allgemeinen sowie der Vereinigten Staaten im besonderen bisher kaum bewusst geworden. Die folgenden Zitate belegen, was den jüdischen Massen auf Hebräisch und Jiddisch (zwei für fast alle Nichtjuden unverständliche Sprachen) eingetrichtert wird und welch fatale Konsequenzen es innerhalb von nur fünf Jahren gezeitigt hat.

William Zukerman, gegenwärtig einer der bekanntesten jüdischen Journalisten Amerikas, ja der Welt überhaupt, veröffentlichte im Mai 1950 einen Artikel mit dem Titel «Raising the Hair of the Jewish People« (»Wie man dafür sorgt, dass dem jüdischen Volk die Haare zu Berge stehen«). Der Text erschien am 19. Mai 1950 in der South African Jewish Times und vermutlich auch in vielen anderen Publikationen. Er begann wie folgt: »In der zionistischen Welt ist eine große Debatte im Gang. Bisher hat sie die nichtjüdische oder auch die englischsprachige jüdische Presse noch nicht erreicht, doch tobt sie in den hebräischen Zeitungen Israels sowie in der jiddischen Presse Amerikas und Europas… Wie kein anderes Ereignis der letzen Jahre vermittelt sie eine Übersicht über jüdisches Denken und Fühlen in der Zeit nach der Gründung Israels.« Das Thema dieser Debatte, fuhr er fort, sei »die Frage der Chalutziot, worunter die organisierte Übersiedlung von Juden aus aller Welt nach Israel zu verstehen ist«.

Zum damaligen Zeitpunkt schwang lediglich ein kaum hörbarer skeptischer Unterton in Zukermans Artikel mit. Er zitierte Sholem Niger, »den Nestor der jiddischen Literaturkritiker und Essayisten«, der herbe Kritik äußerte – »nicht an der Kampagne für die Auswanderung amerikanischer Juden nach Israel, sondern an der Art und Weise, wie diese amerikanischen Juden präsentiert wird«. Die Tonart der Kampagne, so Niger, sei nämlich rein negativ; statt für Israel zu werben, greife sie alle anderen an: »Die Nationalisten führen eine Kampagne der Verneinung, Verunglimpfung und Zerstörung alles Jüdischen außerhalb Israels. Das jüdische Leben in den USA und überall sonst auf der Welt wird als verachtenswert dargestellt… Alles Jüdische außerhalb Israels wird als sklavisch, unwürdig, unterdrückt und ehrlos angeschwärzt. Dass kein Jude mit einem Minimum an Selbstachtung in den USA oder irgendeinem anderen Land außer Israel ein vollwertiges jüdisches Leben führen könne, ist die immer wiederkehrende Behauptung der Nationalisten bei dieser Debatte.«

Eine andere beliebte Technik, den amerikanischen Juden die Chalutziot schmackhaft zu machen, besteht laut demselben Artikel darin, »die Moral der Juden, ihren Glauben, ihre Hoffnung und ihr Vertrauen in ihre amerikanische Heimat zu unterminieren, die Juden mit dem Schreckgespenst des Antisemitismus in einem Zustand ständiger Furcht zu halten, dafür zu sorgen, dass sie die Schrecken der Hitlerzeit nicht vergessen, sowie Zweifel, Ängste und Verzweiflung bezüglich der Zukunft der Juden in Amerika zu schüren. Jeder Fall von Antisemitismus wird genüsslich ausgeschlachtet und übertrieben, um den Eindruck zu erwecken, dass die amerikanischen Juden, wie die deutschen Juden unter Hitler, am Rande der Katastrophe stehen und dass es früher oder später auch ihnen nicht erspart bleiben wird, um ihr Leben zu laufen.«  . . . 

 

Kapitel 45  Die kritischen Jahre

Die Rohfassung des vorliegenden Buches entstand zwischen 1949 und 1952. Von 1953 bis 1956 überarbeitete und vervollständigte ich den Text; im Oktober und November 1956 schrieb ich die beiden letzten Kapitel. Es war dies in der Tat ein passender Zeitpunkt für den Abschluss eines Werkes, das sich das Ziel gesetzt hatte, den Einfluss des talmudistischen Zionismus auf die Geschichte der Menschheit zu beleuchten, denn seit dem Augenblick, wo diese Ideologie nach rund 1880jährigem Wirken im Untergrund offen und unverhüllt die weltpolitische Bühne betreten hatte, waren eben fünfzig Jahre (die Hälfte des »jüdischen Jahrhunderts«) vergangen. Rufen wir uns die damaligen Ereignisse kurz in Erinnerung:

•  1903 bot Großbritannien den Zionisten Uganda an. Dies war der erste auf der Hand liegende Beweis dafür, dass westliche Spitzenpolitiker mit dem
    Judentum als einer Einheit verhandelten.
•  1906 empfing Arthur Balfour Dr. Weizmann in seinem Hotelzimmer, nachdem die Zionisten den Uganda-Plan verworfen hatten. Damit schlug England
    einen unheilvollen Kurs ein: es betrat einen Pfad, an dessen Ende die Gründung des zionistischen Staates in Palästina stand.

1956 ist noch aus einem zweiten Grund ein passendes Jahr für den Abschluss dieses Buches. Seit den schweren Unruhen, die Russland Anno 1905 im Anschluss an den verlorenen Krieg gegen Japan erschütterten, ist inzwischen ebenfalls ein halbes Jahrhundert vergangen, so dass auch die Revolution, deren Existenz heute einen permanenten Faktor der Weltpolitik darstellt, mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt ist. (Dass sie ihre Vorläuferinnen hatte, von Cromwell in England über Weishaupts Illuminaten und die Französische Revolution bis zum Revolutionsjahr 1848, steht auf einem anderen Blatt.)

Zu guter Letzt fanden 1956 in den USA wieder einmal Präsidentschaftswahlen statt, die noch eindeutiger als sämtliche früheren Wahlen Zeugnis von der Macht der Zionisten in Amerika ablegten.

Wäre ich mit hellseherischen Fähigkeiten begnadet, so hätte ich zu Beginn meiner Arbeit an diesem Buch keinen besseren Augenblick für seinen Abschluss wählen können als den Herbst 1956. Vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse, die sich eben vor unser aller Augen abgespielt haben, ist dies der ideale Moment, um die Entwicklung der letzten Jahrzehnte Revue passieren zu lassen und ihre unheilschwangeren Folgen für die Menschheit aufzuzeigen.

Aus den früher erwähnten Gründen hegte ich während der Arbeit an meinem Buch nur sehr geringe Hoffnung, es unmittelbar nach seiner Fertigstellung publizieren zu können; unter den Bedingungen unseres »jüdischen« Jahrhunderts schien mir dies annähernd unmöglich. Doch auch wenn es in absehbarer Zukunft nicht erscheinen kann, vertraue ich darauf, dass seine Aussage auch in fünf, zehn oder mehr Jahren noch Bestand haben wird und ich bin überzeugt, dass es irgendwann erscheinen wird.

Wie immer sich die Dinge künftig entwickeln werden, ich schließe mein Werk mit den Ereignissen im Oktober und November 1956 ab und wenn ich mir den heutigen Zustand der Welt ansehe, wird mir klar, dass er die logische Konsequenz der von mir nachgezeichneten Entwicklungen ist. Das ganze Jahr 1956 hindurch kursierten die Gerüchte über einen unmittelbar bevorstehenden Krieg penetranter denn je zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die beiden heißesten Krisenpunkte des Erdballs sind zwei Gebiete, die sich angesichts der 1945 von den führenden Politikern des Westens getroffenen Arrangements zwangsläufig zu Pulverfässern entwickeln mussten:

Palästina, wo die Zionisten mit tatkräftiger Hilfe des Westens ihren Staat gründen durften und Osteuropa, wo die talmudistischen Revolutionäre – ebenfalls mit aktiver Unterstützung des Westens – die Macht an sich rissen. Ich rufe meinen Lesern in Erinnerung, dass beide Bewegungen, der revolutionäre Zionismus und der revolutionäre Kommunismus, Ende des 19. Jahrhunderts in den jüdischen Ghettos Russlands Gestalt annahmen; wie Dr. Weizmann bezeugt, verlief damals durch unzählige jüdische Sippen ein Riss, weil sich die einen Familienangehörigen zur ersten und die anderen zur zweiten Spielart der Revolution hingezogen fühlten.

In einem früheren Kapitel habe ich die Auffassung vertreten, ein allfälliger dritter Weltkrieg werde für jüdische Interessen ausgefochten werden; die Ereignisse der Jahre 1917 bis 1945 ließen keinen anderen Schluss zu. Was sich Anno 1953 und 1956 tat, hat mich in dieser Überzeugung noch bestärkt.

Anfang 1953 erfuhr die Welt, dass in Moskau wieder einmal ein Schauprozess geplant war. Unter den Angeklagten befanden sich mehrere Juden. Dies versetzte die westlichen Politiker in helle Aufregung; sie schrien Zeter und Mordio über die angeblich drohende »Ausrottung« der sowjetischen Juden, die, folgte man diesen Herrschaften, ungleich mehr unter Verfolgungen zu leiden hatten als nichtjüdische Sowjetmenschen. Das Wehgeheul über das grause Schicksal der Juden in der UdSSR ging schon bald in ein regelrechtes Kriegsgeschrei über, doch dann segnete Stalin unerwartet das Zeitliche und der Prozess wurde abgeblasen, worauf das Getöse im Westen sogleich verebbte. Für mich verdeutlichte diese Episode, dass geplant war, einen künftigen Krieg »gegen den Kommunismus« – den viele westliche Politiker und Zeitungen damals als wahrscheinlich, wenn nicht gar unvermeidlich darstellten – ganz offen im Namen »der Juden« zu führen. Der anderen, zahlenmäßig ungleich stärkeren Völkerschaften, die der Kommunismus versklavt hatte, würde man bestenfalls in einem Nebensatz gedenken.

Im Juli 1956 begannen die Kriegstrommeln wieder zu dröhnen, nachdem Ägypten den Suezkanal verstaatlicht hatte. Während der ersten paar Tage der Krise rechtfertigte der britische Premierminister Anthony Eden sein martialisches Gehabe mit der Behauptung, der Schritt der ägyptischen Regierung bedrohe »die Lebensader Großbritanniens«, doch schon bald griff er zu dem Argument, wenn man den Ägyptern diese Maßnahme straflos durchgehen lasse, würden sie »Israel angreifen«. Nun galt der Zionistenstaat plötzlich als jenes Land, das am schwersten von der Unterstellung des Suezkanals unter ägyptische Kontrolle betroffen war. Offenbar sollte auch ein Krieg im Nahen Osten »im Namen der Juden« ausgefochten werden.

Einige Monate später, im November 1956, fanden in den Vereinigten Staaten von Amerika Präsidentschaftswahlen statt. Es waren die siebten Wahlen ihrer Art, bei denen die Zionisten Druck auf beide Seiten ausübten und die dritten, bei denen sie dies ganz unverhohlen taten. Während des Wahlkampfs buhlten Demokraten wie Republikaner schamlos um jüdische Stimmen und überboten sich dabei mit Versprechungen gegenüber dem Zionistenstaat, dem sie Waffen, Geld und Garantien in Aussicht stellten. In voller Kenntnis der akuten Kriegsgefahr im Nahen Osten verpflichteten sich beide Parteien zur bedingungslosen Unterstützung Israels.

Nach jedem der beiden Weltkriege drangen schon bald allerlei Informationen über dessen jeweilige Ursachen an die Öffentlichkeit; in beiden Fällen stellte sich heraus, dass letztere ganz anderer Natur waren, als man den breiten Massen weisgemacht hatte und dass die eigentliche Verantwortung bei anderen Leuten lag, als man gemeinhin glaubte. Die Bücher, in denen diese Enthüllungen standen, fanden bei ihren Lesern großen Anklang, denn nach einem Krieg verhält sich das Volk nicht mehr so leichtgläubig wie vor diesem und will wissen, ob er womöglich zu vermeiden gewesen wäre. Diese kritische Einstellung ist freilich nicht von langer Dauer und wenn vor einem neuen Krieg abermals die Propagandawalze anrollt, schluckt die Masse die ihr aufgetischten Lügen ebenso bereitwillig wie beim letzten Mal.

Ob sich Kriege vermeiden ließen, wenn die dem Menschen eigene Leichtgläubigkeit und seine Anfälligkeit für grobschlächtige Propaganda durch eine umfassende, sachliche Aufklärung über die Ursachen bewaffneter Konflikte gekontert würden, vermag ich nicht zu beurteilen, weil dergleichen noch nie geschehen ist. Mit dem vorliegenden Buch möchte ich unter anderem beweisen, dass die Gründe und die Verantwortlichen für einen Krieg schon vor dessen Ausbruch und nicht erst nach seinem Abschluss benannt werden können. Mir scheint, dass mein Buch diesem Anspruch gerecht wird.

Aus diesem Grunde fasse ich im letzten Kapitel meines Werkes die entscheidenden Ereignisse in drei Weltgegenden zusammen:
1) Dem von der Revolution versklavten Osteuropa.
2) Dem zionistischen Staat und dessen Nachbarländern im Nahen Osten.
3) Der »freien Welt« des Westens.

Diese Entwicklungen scheinen mir das letzte Wort in der Geschichte hinzuzufügen: Der Höhepunkt, in greifbare Nähe gerückt.

Anmerkung des Autors: Der vorhergehende Teil dieses abschließenden Kapitels bis zu den Worten »Der Höhepunkt, in greifbare Nähe gerückt« wurde am Freitag, den 26. Oktober 1956 verfasst. Anschließend verreiste ich für das Wochenende; ich hatte vor, das damals bereits weitgehend fertige Kapitel Dienstag den 30. Oktober abzuschließen. Als ich mich an jenem Datum wieder an die Arbeit machte, war Israel am Tag zuvor (Montag den 29. Oktober 1956) in Ägypten eingefallen. Deshalb schrieb ich den Rest des Kapitels im Lichte der folgenden Ereignisse und es wurde weitaus länger als ursprünglich geplant.

 

1. Die Revolution

Nachdem Stalin im März 1953 gestorben war, wurde die von der Revolution unterjochte östliche Hälfte Europas von mehreren Volksaufständen erschüttert. Diese wurden von der Außenwelt mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen; man hoffte darauf, dass sich die zerstörerische Revolution eines Tages selbst zerstören werde und die geknechteten Völker ihre Freiheit wiedererlangen würden.

Am 5. März 1953 erschütterte die Nachricht von Stalins Hinschied die Welt. Die Herrschaft dieses Mannes, der vermutlich für den Tod und die Versklavung einer größeren Zahl von Menschen verantwortlich war als jede andere geschichtliche Figur vor ihm, sollte also doch nicht ewig währen. Die Umstände seines Ablebens liegen im Dunkeln, doch der zeitliche Rahmen, in den es fiel, ist von erheblichem Interesse.

Mitte Januar 1953 gaben die Moskauer Zeitungen bekannt, dass neun Männer unter der Anklage, die Ermordung von sieben hochgestellten kommunistischen Würdenträgern geplant zu haben, vor Gericht kommen würden. Sechs oder sieben von ihnen waren Juden. Nach den zwei oder drei Nichtjuden krähte kein Hahn, doch um der jüdischen Angeklagten willen entfachten die westlichen Medien einen ungeheuren Wirbel und fortan sprach man nur noch vom »Prozess gegen die jüdischen Ärzte«.

Im Februar berichteten Diplomaten, die Stalin persönlich getroffen hatten, er sehe gut aus und hinterlasse den Eindruck eines gesunden Menschen. Doch am 5. März segnete der Kremlherrscher unerwartet das Zeitliche; einen Monat später wurden die »jüdischen Ärzte« mit der Begründung, die Anklage gegen sie sei haltlos gewesen, auf freien Fuß gesetzt; der gefürchtete Geheimdienstchef Lawrenti Beria, der ihre Verhaftung angeordnet hatte, wurde festgenommen und später durch Erschießen hingerichtet.

Nach Stalins Tod schrieb der namhafte amerikanische Moskau-Korrespondent Harrison Salisbury, Russland werde nun von einer Junta beherrscht, die aus Malenkow, Molotow, Bulganin und Kaganowitsch bestehe und »gefährlicher als Stalin« sei. Laut Salisbury wies alles darauf hin, dass diese vier Männer Stalin aus dem Weg geräumt hatten, um sich den Weg zur Macht zu bahnen: »Wenn Stalins Tod durch einen am 2. März erfolgten Arterienriss in seinem Hirn hervorgerufen wurde, dann war dies einer der merkwürdigsten Zufälle der Weltgeschichte.« Im Westen interessierten sich jedoch nur wenige für die Umstände, die zu Stalins Hinschied geführt hatten.

Das Geschrei über den angeblichen »Antisemitismus« im kommunistischen Herrschaftsbereich hatte zehn Wochen früher (kurz nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen) begonnen, nachdem bei einem Prozess in Prag elf von vierzehn Angeklagten, darunter sieben oder acht Juden, zum Tode verurteilt und am 3. Dezember 1952 gehängt worden waren. Zu den gegen sie erhobenen Anklagepunkten gehörte auch »zionistische Propaganda«. – Für die drei oder vier hingerichteten Nichtjuden interessierte sich im Westen kein Mensch.

Die Zeit zwischen dem Prager Prozess und dem Sturz Berias stand ganz im Zeichen einer hysterischen Kampagne gegen den »Antisemitismus in Russland«, die erst nach der Freilassung der »jüdischen Ärzte« abflaute. Während jener Zeit wurden Dinge gesagt, die darauf hindeuteten, dass ein künftiger Krieg gegen die Sowjetunion und ihre Zwangsverbündeten im Namen der Juden geführt werden würde, so wie der Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland im Namen der Juden (bzw. jener, die für die Juden zu sprechen vorgaben) geführt worden war. Im Jahre 1953 galt Sowjetrussland als das neue antisemitische Monstrum wie Deutschland anno 1939 und das zaristische Russland anno 1914. Ein weiteres Mal wurde den Völkern Sand in die Augen gestreut um zu verhindern, dass sie das Spiel durchschauten.

Der Zeitpunkt, zu dem diese Kampagne einsetzte, war sorgfältig gewählt; die Fakten sprechen eine so deutliche Sprache, dass keine Rede von einem »Zufall« sein kann. Damit die zionistischen Organisationen ihren Einfluss voll entfalten können, muss vor jeder amerikanischen Präsidentschaftswahl die »jüdische Frage« aufs Tapet gebracht werden. Entweder erhebt der »Antisemitismus« wieder einmal irgendwo bedrohlich sein Haupt (so geschehen in den Jahren 1912, 1932, 1936, 1940 und 1952), oder der Staat Israel schwebt in höchster Gefahr (wie 1948 und 1956). 1960 wird es vermutlich nicht anders sein.

An der Situation der Juden in Russland und im Ostblock hatte sich während der kritischen Periode übrigens nichts geändert. Beim Prager Schauprozess vom November 1952 sowie bei dem angekündigten, doch dann abgeblasenen Moskauer »Ärzteprozess« waren die meisten Angeklagten Juden, doch darf man nicht vergessen, dass in den fünfunddreißig Jahren kommunistischer Herrschaft so viele Prozessfarcen dieser Art stattgefunden hatten, dass die Welt an dergleichen Schauspiele bereits gewöhnt war. Da der terroristische Sowjetstaat seine Bürger auch ohne Gerichtsverfahren hinter Gitter bringen konnte, verfolgten die Schauprozesse offensichtlich einen spezifischen Zweck und waren entweder für die Sowjetbevölkerung selbst oder für das Ausland gedacht. Selbst der Anklagepunkt der »zionistischen Verschwörung« war keinesfalls neu; er war schon in den zwanziger Jahren bei einigen Prozessen erhoben worden, denn in kommunistischen Staaten war der Zionismus offiziell geächtet, wie sowohl Lenin als auch Stalin ausdrücklich betont hatten. Dies hat die UdSSR freilich nicht daran gehindert, die Zionisten 1948 massiv mit Waffen zu beliefern, damit sie ihren Staat »Israel« gründen konnten.

Falls Stalin bei seinem Kampf gegen den »Zionismus« die Grenzen des Erlaubten überschritten hat, dürfte sein baldiger Tod die Folge dieser Häresie gewesen sein. Dass er bis zuletzt keinesfalls antijüdisch gesinnt war, lässt sich ohne weiteres nachweisen. 1952 erhielt der Apostel der talmudistischen Rache, Ilja Ehrenburg, der die Rotarmisten während des Krieges in seinen Rundfunkansprachen ermahnt hatte, nicht einmal die ungeborenen »Faschisten« zu verschonen, den Stalin-Friedenspreis.

Im Februar 1953 ordnete Stalin ein pompöses Staatsbegräbnis für Lew Mechlis an, einen der gefürchtetsten und meistgehassten jüdischen Kommissare der fünfunddreißigjährigen sowjetischen Geschichte. Sämtliche damals noch lebenden Größen der bolschewistischen Revolution gaben Mechlis das letzte Geleit; sie trugen seinen Sarg und hielten anschließend daran die Ehrenwache – eine unmissverständliche Warnung an die geknechteten russischen Massen, denen hiermit klar gemacht wurde, dass das Gesetz gegen »Antisemitismus« auch weiterhin in Kraft war. Unmittelbar vor seinem Hinschied ließ der Diktator in der Militärzeitschrift Roter Stern einen Artikel publizieren, in dem klipp und klar festgehalten wurde, dass der Kampf gegen den Zionismus keineswegs mit dem Antisemitismus identisch sei. »Der Zionismus«, schrieb das Organ der Roten Armee, »ist der Feind der arbeiteten Menschen überall auf der Welt, der Juden nicht weniger als der Nichtjuden«.

Angesichts dieser nackten Fakten ist der einzige mögliche Schluss, dass die Hysterie im Westen künstlich geschürt wurde und bar jeder realen Grundlage war. Dies änderte freilich nichts daran, dass sie bisweilen in regelrechte Kriegsdrohungen ausartete; hätte Stalin nicht rechtzeitig das Zeitliche gesegnet und wären die jüdischen Ärzte nicht freigelassen worden (ob auch die nichtjüdischen auf freien Fuß gesetzt wurden, habe ich nie herausfinden können), wäre es vielleicht tatsächlich zum Krieg gekommen. Hierfür konnte es nur einen einzigen Grund geben: Stalin hatte den Zionismus angegriffen und für die westlichen Spitzenpolitiker war Antizionismus in den Jahren 1952 und 1953 ein Synonym für »Hitlerismus« und somit ein hinreichender Kriegsgrund. Die Episode stellte sehr anschaulich unter Beweis, dass eine orchestrierte Propagandakampagne durch einen Druck auf einen Knopf ausgelöst und in jede beliebige Richtung gelenkt werden kann.  . . .

Die »schandbaren Verstöße der Sowjets gegen die geheiligten Prinzipien unserer Zivilisation« bestanden in diesem Fall darin, dass elf Männer – sieben oder acht Juden sowie drei oder vier Nichtjuden – gehängt worden waren. Die Millionen von Opfern, welche das Sowjetsystem in seiner fünfunddreißigjährigen Geschichte gefordert hatte, würdigte der US-Präsident keiner Erwähnung; ihr Schicksal gehörte offenbar nicht zu den »schandbaren Verstößen gegen die geheiligten Prinzipien unserer Zivilisation«. In der kommunistischen Welt hatten unzählige andere Schauprozesse stattgefunden, zu denen sich der jeweilige amerikanische Präsident mit keinem Wort geäußert hatte. Bezeichnenderweise blieb die »rabiate antisemitische Kampagne in ganz Sowjetrussland sowie den Satellitenstaaten«, die der Prager Prozess laut Eisenhower auslösen sollte, völlig aus. Diese Formulierung zielte übrigens darauf ab, die vom Kommunismus unterworfenen Nationen als »antisemitisch« anzuschwärzen; Eisenhower hatte sie ja als »Satelliten« bezeichnet.

Bedenkt man, dass Eisenhower als Oberkommandant der anglo-amerikanischen Streitkräfte ein Abkommen mit dem sowjetischen Diktator unterzeichnet hatte, das die Nationen Osteuropas der Knechtschaft überantwortete, so wirkte seine Formulierung gelinde gesagt befremdlich. Sie spiegelte die Haltung jener Kreise wider, die in der Lage waren, auf alle amerikanischen Staatsoberhäupter und Regierungen Druck auszuüben. Diesen Kreisen bereitete die Versklavung von Millionen Menschen keine schlaflosen Nächte, im Gegenteil: Sie setzten ihre Macht ein, um dafür zu sorgen, dass sich östlich des Eisernen Vorhangs möglichst nichts änderte.

Hiervon legten zwei der ersten Handlungen des neuen Präsidenten beredtes Zeugnis ab. Während der Wahlkampagne hatte er die Abneigung der amerikanischen Öffentlichkeit gegen die Abkommen von Jalta auszuschlachten versucht, indem er gelobte, diese im Falle seiner Wahl zu kündigen. (Wie erinnerlich bildeten diese Abkommen die politische Grundlage für den von ihm als Oberkommandanten der westalliierten Streitkräfte erteilten Befehl, westlich von Berlin haltzumachen und dem Kommunismus hiermit die östliche Hälfte Europas auf dem Silbertablett zu servieren). Im Wahlkampf kündigte er für den Fall seines Sieges folgendes an:

»Die Regierung der Vereinigten Staaten wird sich unter republikanischer Führung von allen Verpflichtungen lossagen, die sie in Form geheimer Abkommen wie dem von Jalta eingegangenen ist, welche der kommunistischen Sklaverei Vorschub leisten.« Einen Monat nach seinem Amtsantritt, am 20. Februar 1953, legte der frischgebackene Präsident dem Kongress eine Resolution vor, in dem er ihn aufforderte, gemeinsam mit ihm »jede Interpretation oder Auslegung… geheimer Abkommen zu verwerfen, die zur Unterjochung freier Völker missbraucht worden sind«. Diese »freien Völker« hatte er zuvor als »Satelliten« bezeichnet. Da diese Resolution die Abkommen von Jalta nicht einmal erwähnte, geschweige denn ihre Kündigung forderte, zeigte sich die Republikanische Partei darüber enttäuscht und sie wurde stillschweigend unter den Tisch gekehrt.

Als Ersatz forderte Eisenhower den Kongress auf, eine Resolution zu verabschieden, in der »die unmenschliche Kampagne gegen die Juden« im sowjetischen Machtbereich gegeißelt wurde. An die Stelle der »Versklavten« waren also die »Juden« getreten – eine symbolträchtige »Verbesserung«, die Bände über die Machtverhältnisse in der »freien Welt« spricht. Immerhin gelang es dem Außenministerium, die Resolution dahingehend abzuändern, dass neben den »Juden« auch »andere Minderheiten« als Opfer erwähnt wurden. Laut heutigen jüdischen »Schätzungen« leben hinter dem Eisernen Vorhang nicht mehr als zweieinhalb Millionen Juden, während die Gesamtzahl der unter sowjetischer Herrschaft schmachtenden Menschen bei 300 bis 350 Millionen liegt. Nationen wie die Polen, die Ungarn, die Bulgaren und die Ukrainer, von kleineren Völkerschaften oder den Russen selbst ganz zu schweigen, wurden also kurzerhand zu »anderen Minderheiten« degradiert! Die »verbesserte« Version der Resolution wurde am 27. Februar 1953 vom amerikanischen Senat einstimmig verabschiedet; obwohl dies ansonsten nicht üblich ist, musste sich jeder Senator bei der Stimmabgabe erheben. Hätten die Polen und die Ungarn von diesen beiden Resolutionen sowie ihrer Vorgeschichte erfahren, so hätten sie keine trügerischen Hoffnungen auf amerikanische Hilfe gehegt, als sie sich 1956 gegen die kommunistischen Terrorregime erhoben.

Mit seinen Worten und Taten sorgte Eisenhower dafür, dass die Hysterie ins Uferlose wuchs. Zu den Feierlichkeiten anlässlich seines Amtsantritts wurde unter anderem Rabbiner Hillel Silver eingeladen, der – wie vor ihm Richter Brandeis und Rabbiner Stephen Wise – zu den mächtigsten amerikanischen Zionistenführern zählte und Eisenhower während des Wahlkampfes gegen den vom damals noch amtierenden Präsidenten Truman erhobenen Vorwurf des »Antisemitismus« verteidigt hatte (unliebsame Kandidaten als »Antisemiten« anzuschwärzen ist mittlerweile ein fester Bestandteil amerikanischer Wahlkampagnen). Bei Eisenhowers Amtsantritt betete Rabbiner Silver um »Gnade und Führung« für den frischgebackenen Präsidenten. Man darf also davon ausgehen, dass er keine private Meinung von sich gab, als er warnend verkündete, falls Russland zerstört werde, dann »im Namen der Juden« und Russland seine »Vernichtung« in Aussicht stellte, falls es »einen geistigen Pakt mit dem Hitlerismus« abschließe. Schon bald darauf wurde es Brauch, jeden Politiker, dem die Zionisten seine »Vernichtung« androhten, als »neuen Hitler« zu etikettieren (ein prägnantes Beispiel hierfür war der ägyptische Präsident Nasser).

Die unausgesprochene Warnung war und ist stets dieselbe: Verfolgt Menschen, wenn ihr wollt, aber wenn ihr euch gegen die Juden wendet, winkt euch die Vernichtung. Der Republikaner Thomas E. Dewey, der zweimal erfolglos für die Präsidentschaft kandidierte und 1952 maßgeblich zur Nominierung Eisenhowers beigetragen hatte, fuhr bei derselben Veranstaltung (am 15. Januar 1953) mit noch größerem Geschütz auf als Rabbiner Silver: »Nun begreifen alle, dass er [der »Antisemitismus« in Russland] das jüngste und grauenvollste sämtlicher je ersonnenen Völkermordprogramme ist… Der Zionismus als solcher gilt heutzutage als Verbrechen und allein schon die Tatsache, dass jemand als Jude geboren wurde, reicht, um ihn an den Galgen zu bringen. Stalin hat den letzten Tropfen von Hitlers Gift geschluckt und sich zum jüngsten und unbarmherzigsten Verfolger des Judentums entwickelt… Anscheinend ist Stalin bereit, vor der ganzen Welt zuzugeben, dass er gerne für Hitler vollenden möchte, was Hitler zu Lebzeiten nicht geschafft hat.«

Die Maßlosigkeit dieser Kampagne versetzt im Nachhinein selbst den erfahrensten Beobachter in Erstaunen. Beispielsweise bekam ich im Sommer 1953 zufällig eine Ausgabe der Montreal Gazette zu Gesicht, in der es hieß, in Ostdeutschland würden »Tausende von Juden ermordet«. Drei Jahre zuvor, am 7. Juli 1950, hatte der in Johannesburg erscheinende Zionist Record geschrieben, die gesamte jüdische Bevölkerung der DDR betrage 4.200 und die ostdeutschen Juden würden bei der Vergabe von Staatsstellen bevorzugt behandelt…

Der neue Präsident machte den Zionisten immer weitreichendere Versprechen. In dem bereits erwähnten Schreiben an das Jewish Labour Commitee (dessen Text mir nicht vollumfänglich zur Verfügung steht; ich kenne lediglich den in der New York Times abgedruckten Teil) versicherte er, Amerika werde »stets wachsam gegenüber einem Wiederaufleben des Antisemitismus« sein.

In einer Welt, wo die Propaganda die Realitäten übertünchte, wurden die Massen der westlichen Länder von ihren Führern verkauft und verraten. Wer weiß, was ihnen bevorgestanden hätte, wäre Stalin nicht rechtzeitig gestorben und wären die jüdischen Ärzte nicht freigelassen worden. Die Kampagne wäre noch hysterischer geworden – mit unübersehbaren Folgen.

Doch Stalin starb und das Gezeter über den »sowjetischen Antisemitismus« ebbte ab, nachdem es zuvor beispiellose Ausmaße erreicht hatte: Der »neue Hitler« hatte »das grauenvollste aller je ersonnenen Völkermordprogramme« ausgeheckt, in der DDR, wo es nach jüdischen Statistiken nur wenig über 4.000 Juden gab, waren »Tausende« davon ermordet worden usw … Die unbarmherzige Gewaltherrschaft, die Lenin und Stalin während dreieinhalb Jahrzehnten ausgeübt hatten – mit dem Ergebnis, dass die UdSSR mit den Massengräbern der Opfer übersät war – wäre von den Propagandaspezialisten zu einer »antijüdischen Verfolgung« umgelogen worden. Dies geschah insofern tatsächlich, als die von Eisenhower in Aussicht gestellte Kündigung der Abkommen von Jalta und sein Versprechen, unter seiner Regierung werde Amerika die Versklavung Osteuropas nicht länger anerkennen, sich als leere Worte erwiesen und er dem Kongress als Ersatz eine Resolution vorlegte, in der die »brutale und unmenschliche Behandlung der Juden« gebrandmarkt wurde – und dies, obwohl der kommunistische Terror in mehreren osteuropäischen Ländern von Juden dirigiert wurde! Um der angeblichen Judenverfolgung östlich des Eisernen Vorhangs Einhalt zu gebieten, wäre die Jugend der westlichen Staaten um ein Haar ein weiteres Mal in einen Krieg geschickt worden und man hätte ihnen weisgemacht, ihre Aufgabe bestehe in der »Vernichtung des Kommunismus«.

Stalins Tod schob dieser Entwicklung einen Riegel vor, doch unter seinen prozionistischen Führern steuerte der Westen schon bald auf das nächste Fiasko zu. Seit dem Beginn des Kalten Krieges waren die westlichen Völker von den Regierenden darauf vorbereitet worden, dass sie früher oder später nicht darum herumkommen würden, den Kommunismus mit Waffengewalt zu vernichten, um den Verrat von 1945 gutzumachen. Wie ernst dies gemeint war, erwies sich zuerst 1953 und dann 1956. Damals versuchten geknechtete Völker, das kommunistische Joch aus eigener Kraft abzuschütteln. Sie mochten nicht länger warten, bis der amerikanische Präsident, der sie 1945 der sowjetischen Herrschaft überantwortet hatte, sein Versprechen wahrmachte und sie befreite. Dabei schlugen sie die Mahnungen aus Washington, sich jeder Gewaltanwendung zu enthalten, in den Wind. Stalins Ableben scheint diese Völker von einer lähmenden Furcht befreit und ihnen den Mut zum Handeln zurückgegeben zu haben. Für den Verfasser des vorliegenden Buches kamen die damaligen Ereignisse völlig unerwartet. Aufgrund meiner persönlichen Beobachtungen und meiner langjährigen Erfahrung hielt ich einen Aufstand gegen eine mit Panzern und Maschinengewehren ausgerüstete Besatzungsmacht sowie gegen ein Unterdrückerregime, das über ein breites Register von Einschüchterungsmethoden verfügte (Verhaftung, Inhaftierung, Deportation oder Hinrichtung ohne formelle Anklage und ohne regulären Prozess), für ein Ding der Unmöglichkeit. Seit den Revolutionen in England, Frankreich und Russland waren die Techniken der Repression dermaßen perfektioniert worden, dass meiner Überzeugung nach einzig Hilfe von außen den Völkern Osteuropas die Freiheit bringen konnte. Doch ich hatte vergessen, wie unbeugsam der menschliche Geist sein kann.

Die erste Revolte ereignete sich am 17. Juni 1953 in Ostberlin; unbewaffnete Männer und Jugendliche griffen sowjetische Panzer mit bloßen Händen und mit Steinen an. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und die neue Justizministerin der DDR, »die gefürchtete Frau Hilde Benjamin« (The Times, 17. Juli 1953), erwarb zweifelhaften Ruhm, indem sie zahlreiche Todesurteile fällen ließ. Unter den zum Tode Verurteilten befand sich ein Halbwüchsiger, der antikommunistische Flugblätter verteilt hatte. Auch die Sekte der Zeugen Jehovas, der Eisenhowers Eltern angehört hatte und in deren Lehren er erzogen worden war, wurde zur Zielscheibe schwerer Verfolgungen. Hilde Benjamin wurde in New Yorker Zeitungen als »Jüdin« bezeichnet; meinen Recherchen zufolge war sie zwar mit einem Juden verheiratet, jedoch selbst nicht jüdischer Abstammung.

Die Nachricht von den Geschehnissen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschland verbreitete sich auch in der UdSSR. In dem am Polarkreis gelegenen Zwangsarbeitslagerkomplex Workuta begannen die Häftlinge am 30. Juni 1953 aktiven Widerstand zu leisten; viele Wächter ergriffen die Flucht. Nach gescheiterten Verhandlungen mit den Aufständischen, die eine Amnestie forderten, schickte Moskau Truppen, welche die Rebellen Anfang August mit ihren Maschinengewehren niedermähten; die Zahl der Toten ging in die Hunderte.

Als diese beiden Aufstände ausbrachen, war das Gejammer über den sowjetischen »Antisemitismus« noch nicht ganz abgeflaut. Von den Leiden der nichtjüdischen Völkerschaften des Sowjetreichs, die zahlenmäßig rund hundertmal stärker waren als die Juden, machte niemand viel Aufhebens; kein Mensch drohte der UdSSR um ihretwillen mit Krieg und »Vernichtung«. Die westlichen Politiker und Medien hielten es sogar für richtig, die unterdrückten Völker zur »Zurückhaltung« zu mahnen und auf Hilfe aus den USA zu vertrösten, jenem Land also, das sie 1945 im Stich gelassen hatte. Mit welchen Mitteln die Amerikaner diese Nationen zu befreien gedachten, blieb allerdings ein Rätsel.

Die Sehnsucht der Völker nach Freiheit ließ sich jedoch nicht unterdrücken und etwas über drei Jahre nach den Revolten von Ostberlin und Workuta, im Oktober 1956, begann in Polen und Ungarn das nächste Kapitel. In Polen brach ein spontaner Volksaufstand aus; durch das polnische Vorbild ermutigt, unternahmen die Ungarn bald darauf eine Aktion, die in der Geschichte kaum Ihresgleichen hat – einen nationalen Befreiungskrieg eines ganzen Volkes gegen die überwältigende Macht seiner Unterdrücker. Meiner Ansicht nach wird die Zeit zeigen, dass jene dramatischen Geschehnisse entweder die Wiedergeburt des Abendlandes und den Wiederaufstieg Europas markierten oder aber das Ende jenes Europas, das die Menschheit in den vergangenen tausend Jahren kennengelernt hat und somit auch das Ende all jener Werte, für die das Abendland einst stand.

Was auch immer die Zukunft bringen mag, ein Ergebnis haben die Aufstände vom Herbst 1956 – insbesondere der Ungarische – gezeitigt: Nie wieder würde die Revolution behaupten können, sie werde von den ihrer Herrschaft unterworfenen Völker zumindest passiv akzeptiert. Durch ihr Handeln zeigten letztere, dass sie unter dem Kommunismus »nichts zu verlieren hatten als ihre Ketten«, wie es Karl Marx weiland formuliert hatte und dass sie den Tod der Knechtschaft vorzogen.

Die Gründe für die Volkserhebung waren in Polen und in Ungarn ein und dieselben. Beide Nationen forderten Freiheit; sie verlangten den Abzug der Roten Armee, die Auflösung der Geheimpolizei, die Bestrafung der Schuldigen, die Wiederherstellung der Religionsfreiheit – wobei die Freilassung der inhaftierten Kirchenführer, Kardinal Wyszynski in Polen sowie Kardinal Mindszenty in Ungarn, den ersten Schritt bilden sollte – die Abschaffung des Einparteiensystems und schließlich freie Wahlen.

Somit waren die Fronten von Anfang an klar abgesteckt. In Gestalt einer kleinen osteuropäischen Nation erlebte das Abendland seine Wiederauferstehung und erhob sich gegen die asiatische Despotie. Gott oder Gottlosigkeit, Freiheit oder Sklaverei, Menschenwürde oder Entwürdigung – das waren die Alternativen, die damals zur Wahl standen. Der Aufstand scheiterte, weil die westlichen Staaten sich zwar verbal mit den ungarischen Freiheitskämpfern solidarisierten, ihnen jedoch keine greifbare Hilfe gewährten und die ungarische Nation somit nach 1945 zum zweiten Mal im Regen stehen ließen.

Ein Schlüsselelement bei den Volkserhebungen in Polen und Ungarn war die »jüdische Frage«. Über die Rolle, welche die Juden in beiden Länder gespielt haben, kann kein Zweifel bestehen – allzu offensichtlich sind die Fakten, auch wenn alles Menschenmögliche getan wurde, um die Massen Amerikas und Englands darüber in Unkenntnis zu halten, so wie man sie einst in Unkenntnis über die Hintergründe der bolschewistischen Revolution in Russland hielt.

Im Sommer 1956 erschien in der New York Times ein Artikel von C. L. Sulzberger, der wieder einmal die alte Leier vom »Antisemitismus hinter dem Eisernen Vorhang« anstimmte. Als Beispiel für diesen »Antisemitismus« nannte Sulzberger die Entlassung des verhassten polnischen Staatssicherheitschefs Jakub Berman, der in Warschau als Statthalter Moskaus gewaltet hatte.

Sulzbergers Artikel vermittelt Aufschluss über ein Geheimnis, in das die breiten Massen des Westens niemals eingeweiht werden sollen. Der erste, der dies versuchte, war der Times -Korrespondent Robert Wilton, der bei der Redaktion seiner Zeitung in Ungnade fiel, weil er 1917 und 1918 versucht hatte, deren Leser über das wahre Wesen der Oktoberrevolution aufzuklären. Wilton war der erste einer ganzen Reihe von Korrespondenten, die im Verlauf der folgenden neun Jahre gefeuert wurden, weil sie die dominierende Rolle der Juden unter den kommunistischen Revolutionären zur Sprache gebracht hatten. Das russische Volk – und später die anderen dem Kommunismus überantworteten Nationen – konnte sich nicht gegen die rote Tyrannei erheben, ohne des »Antisemitismus« bezichtigt zu werden, denn der Terror war stets jüdisch-talmudistischer und nicht russischer Natur.

Hieran hat sich seit der kommunistischen Machtergreifung in Russland bis heute nichts geändert und jeder seriöse Historiker, der die Entwicklungen unseres Jahrhunderts analysiert, muss diesen nackten Tatsachen Rechnung tragen. Auch die kurzlebigen marxistischen Regime, die im Windschatten der Oktoberrevolution in Ungarn und Bayern an die Macht gelangten, bestanden bis zu 90% aus Juden. (Bereits damals geißelte ein jüdischer Autor jeden, dem die Schreckensherrschaft in Ungarn missfiel, als »Antisemiten«.) Hier von einem »Zufall« zu sprechen, fällt ausgesprochen schwer und dass Moskau in den ihm 1945 abgetretenen Ländern jüdische Regime in den Sattel hob, lässt auch die letzten Zweifel schwinden: Hinter dem Ganzen steckte System.

Im Folgenden fasse ich einige aus unanfechtbarer Quelle stammende Informationen über die Zusammensetzung kommunistischer Regierungen in den Jahren 1952 und 1953 zusammen, jener Periode also, wo man Stalin den »neuen Hitler« nannte und die Hetzer in New York und Washington Brandreden hielten, in denen sie »Russland« seine »Vernichtung« androhten, falls es weiterhin »antisemitische« Politik betreibe.

Über die Verhältnisse in der Tschechoslowakei konnte man 1952 in der britischen Zeitschrift New Statesman Folgendes lesen: »Wie in anderen Staaten Ost- und Südosteuropas besteht sowohl die Parteiführung als auch die Spitze der Geheimpolizei weitgehend aus Juden. Deshalb neigt der Mann auf der Straße dazu, die Parteikader mit den Juden gleichzustellen und die ‚jüdischen Kommunisten‘ für all seine Schwierigkeiten verantwortlich zu machen.«

1953 berichtete die Zeitschrift Time, 90% der Spitzenfunktionäre in Ungarn – darunter der kommunistische Ministerpräsident Matyas Rakosi – seien Juden. Im selben Jahr vermeldete der New York Herald Tribune, neben Ungarn habe Rumänien wohl den höchsten Anteil an Juden in der Regierung. In den betreffenden Artikeln, sowie vielen anderen, die ähnliche Informationen enthielten, wurde der »Antisemitismus in den Satellitenstaaten« verurteilt. Zur selben Zeit schwadronierte US-Präsident Eisenhower bekanntlich von einer »rabiat antisemitischen Welle in den Satellitenstaaten Osteuropas«…

Die unterdrückten Völker konnten diese Kommentare aus Washington nur als unmissverständliche Warnung vor einer Rebellion deuten. Gleichzeitig stellte man ihnen ihre »Befreiung« in Aussicht, und Die Stimme Amerikas sowie Radio Freies Europa quälten sie Tag und Nacht mit Schilderungen ihres Elends.

Vor diesem Hintergrund also sind die Volkserhebungen in Polen und Ungarn im Oktober 1956 zu sehen. Als Warnsignal waren ihnen Unruhen vorausgegangen, die im Juni desselben Jahres in Posen ausbrachen. Unmittelbar darauf publizierte die New York Times den bereits erwähnten Artikel über den »Antisemitismus hinter dem Eisernen Vorhang«, in dem sich Herr Sulzberger darüber aufregte, dass Jakub Berman seinen Posten verloren und der Oberbefehlshaber der polnischen Armee, Marschall Konstantin Rokossowski, »mehrere hundert jüdische Offiziere entlassen« hatte. Im August erklärte einer der beiden stellvertretenden Ministerpräsidenten, Zenon Nowak (der zweite war der Jude Hilary Minc), die von der polnischen Presse geführte Kampagne für »Demokratisierung« und »Liberalisierung« werde durch ein ungebührliches Hochspielen des Sonderfalls der Juden verzerrt. Nach Ansicht der polnischen Bevölkerung, fuhr er fort, gebe es »in führenden Partei- und Regierungspositionen einen unverhältnismäßig großen Anteil an Juden«; um diese Aussage zu erhärten, verlas er eine Liste mit den Namen jüdischer Funktionäre in den verschiedenen Ministerien. Als Reaktion auf Nowaks Aussagen meldete sich ein Professor Kotarbinski zu Wort, der den stellvertretenden Ministerpräsidenten zwar kritisierte, jedoch einräumte, dass die Juden »in den Schlüsselpositionen fast schon die Mehrheit stellen und es nicht lassen können, bei der Vergabe lukrativer Posten ihre eigenen Leute bevorzugt zu behandeln« (New York Times, 11. Oktober 1956).

Zum damaligen Zeitpunkt hatten die Polen elf Jahre lang unter sowjetischer Herrschaft und jüdischem Terror gelebt. Der damalige US-Botschafter in Warschau, Arthur Bliss Lane, hatte die Verhältnisse in den Jahren 1945-1947 wie folgt geschildert: »Die Angehörigen der amerikanischen Botschaft sind Zeugen zahlreicher Verhaftungen durch die Sicherheitspolizei geworden… Dabei kamen Einschüchterungsmethoden wie Festnahmen mitten in der Nacht zur Anwendung und der Verhaftete durfte meist nicht mit der Außenwelt in Verbindung treten – monatelang oder für immer… Selbst unsere jüdischen Quellen räumten ein, dass die Juden, die in der Regierung Schlüsselpositionen bekleiden, äußerst unbeliebt waren. Zu diesen Männern gehörten Minc, Berman, Olczewski, Radkiewicz und Spychalski… Unter der Miliz herrschte gegenüber den Juden eine sehr negative Einstellung, weil die von Radkiewicz beherrschte Sicherheitspolizei sowohl die Miliz als auch die Armee dominierte… Außerdem gab es sowohl bei der Sicherheitspolizei als auch bei der Polizei für innere Sicherheit viele Juden aus Russland.«

Erst nach elf Jahren lockerte sich die jüdische Kontrolle des Terrorapparats. Im Mai 1956 musste einer der beiden stellvertretenden Ministerpräsidenten, Jakub Berman (der laut der New York Times vom 21. Oktober 1956 »als Moskaus Mann Nummer Eins in Polen« galt), seinen Sessel räumen und Anfang Oktober nahm Hilary Minc (»der als Moskaus Mann Nummer Zwei gilt«), ebenfalls seinen Hut. Bermans Nachfolger Nowak wurde gleich nach seinem Amtsantritt als »antisemitisch« attackiert.

So bot sich die Lage in Polen am Vorabend der nationalen Erhebung vom 20. Oktober 1956 also dar. Wie Russland, Ungarn und Bayern in den Jahren 1917-1919 musste auch Polen, das zuvor nie unter einem kommunistischen Regime gelebt hatte, die Erfahrung machen, dass der Terror, mit dem sich die Roten an der Macht hielten, seinem Wesen nach jüdisch war. Jeglicher Versuch, die Gewaltherrschaft abzuschütteln, wurde in Amerika und England als »antisemitisch« beargwöhnt. Wie in anderen Ländern stellte sich die »jüdische Frage« somit auch in Polen in voller Schärfe.

Laut Berichten amerikanischer Rabbiner und Journalisten, die das Land in jenen Jahren besuchten, scheint die Lage jener Juden, die keine hohen Posten bekleideten, besser gewesen zu sein als jene der nichtjüdischen Bevölkerungsmehrheit. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der heute in Polen lebenden Juden laut jüdischen »Schätzungen« auf 30.000 (New York Times, 13. Juli 1956) bis 50.000 (New York Times, 31. August 1956) beläuft. Folgt man den gängigen Nachschlagewerken, so hat Polen gegenwärtig rund 25 Millionen Einwohner. Sofern die eben zitierten Statistiken stimmen, stellen die Juden also nur den Bruchteil eines Prozents der polnischen Bevölkerung. In unserem Jahrhundert hat es noch nie eine dermaßen kleine Minderheit geschafft, »in Schlüsselpositionen fast schon die Mehrheit« zu erringen und »ihre eigenen Leute bei der Vergabe lukrativer Posten bevorzugt zu behandeln«.

Noch aufschlussreicher war der Fall Ungarn, das 1945 seine zweite Erfahrung mit dem Kommunismus machte und dabei entdecken musste, dass der Terror nicht nur abermals jüdisch war, sondern von denselben Leuten ausgeübt wurde wie beim ersten Mal.

 Dass die sowjetische Besatzungsmacht Terroristen, die wegen ihrer sechsundzwanzig Jahre zuvor verübten Untaten beim ungarischen Volk bitter verhasst waren, in den Sattel hob, ist der bisher stärkste Beweis für die Existenz einer Macht, die von Moskau aus die Revolution kontrolliert und ihren Gräueln bewusst einen talmudistischen (und nicht russischen) Anstrich gibt.

Unter diesen Umständen – die man in der »freien Welt« nicht begriff – begannen die Kräfte der nationalen Wiedergeburt an den Ketten zu zerren, die ihre Völker gefangen hielt. Am 19. Oktober 1956 wurde Wladislaw Gomulka, der unter dem Berman-Minc-Regime 1951 als »Abweichler« verhaftet und 1954 freigelassen worden war, wieder ins Zentralkomitee der polnischen KP aufgenommen. Er galt als nationaler Hoffnungsträger, denn er war zwar Kommunist, aber Pole. Einen Tag darauf, am 20. Oktober, tat er etwas, was den Charakter unseres Jahrhunderts radikal hätte ändern können, hätte man im zweiten Zentrum der jüdischen Macht, Palästina, nicht beschlossen, die mögliche Befreiung Osteuropas zu sabotieren. Gomulka präsentierte der polnischen Nation eine regelrechte Unabhängigkeitserklärung; er prangerte die »Missherrschaft der letzten zwölf Jahre« an, versprach freie Wahlen und erklärte, das polnische Volk werde sich »mit allen Mitteln wehren, damit wir nicht von dem Weg, der zur Demokratisierung führt, abgedrängt werden.«

Diese unerschrockenen Worte sprach Gomulka ungeachtet der Tatsache aus, dass der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow persönlich nach Polen geflogen war, um die gefährliche Entwicklung im Keim zu ersticken. Sowohl Gomulka als auch der neue Parteichef Edward Ochab (laut Sulzberger ebenfalls ein »Antisemit«) boten Chruschtschow unerschrocken die Stirn. «Wenn ihr eure Truppen nicht sofort haltmachen lasst, verlassen wir diesen Saal und brechen sämtliche Kontakte ab«, soll Ochab gedroht haben. Die polnische Armee stand Gewehr bei Fuß, um ihre Heimat zu verteidigen und Chruschtschow strich die Segel.

Der verhassteste Mann in Polen war damals Konstantin Rokossowski, ein gebürtiger Pole, der aber dreieinhalb Jahrzehnte lang in der UdSSR gelebt und es bei der Roten Armee bis zum Marschall gebracht hatte. Im Sommer 1944 befehligte er die auf Warschau marschierenden sowjetischen Truppen, ließ diese jedoch vor den Toren der Hauptstadt Halt machen, so dass die SS den Warschauer Aufstand blutig niederschlagen konnte. (Den New Yorker Journalisten gilt auch er als »Antisemit«, was für diese Leute wohl eine noch schlimmere Sünde ist als sein Verrat an den Freiheitskämpfern.) Chruschtschow ließ Rokossowski nach Moskau abberufen und als Symbol für die Wiedergeburt des Landes wurde Kardinal Wyszynski, den das Berman-Minc-Regime 1953 hatte verhaften lassen, auf freien Fuß gesetzt.

Polen verfiel in einen Freudentaumel. Die Revolution hatte ihre erste große Niederlage erlitten; der Glaube hatte triumphiert (denn so wurde Wyszynskis Freilassung allgemein gedeutet) und ein von der Außenwelt im Stich gelassenes Land hatte aus eigener Kraft einen ersten, großen Schritt auf seine Befreiung hin unternommen.

Nun sprang der Funke auf Ungarn über. Die erstaunlichen Ereignisse in Polen gerieten über Nacht in Vergessenheit, denn was sich jetzt in Ungarn tat, war noch weitaus dramatischer. Es war, als wolle die Vorsehung die Freiheitskämpfer für ihren selbstlosen Mut belohnen und das Ende der Tyrannei schien zum Greifen nahe.

Am 22. Oktober 1956, zwei Tage nach der faktischen Unabhängigkeitserklärung Polens, versammelten sich die Ungarn auf den Straßen, um die Wiedereinsetzung von Imre Nagy als Premierminister sowie den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen zu fordern.

Kaum einer der Demonstranten ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass eben eine nationale Erhebung begonnen hatte, die sich schon bald zu einem nationalen Befreiungskrieg entwickeln sollte.

Der verhassteste Mann in Ungarn war damals Erno Gerö, Chef der ungarischen KP und der dritte jüdische Terrorist, den Moskau als Verweser ins Land der Magyaren geschickt hatte. Den Anstoß zur Explosion gab also nicht nur der angestaute Zorn des Volkes über die Entwicklung von 1945 bis 1956, sondern auch die Erinnerung an den Terror von 1918 und 1919.

Wie Gomulka in Polen wurde Imre Nagy in Ungarn zum nationalen Hoffnungsträger. Er galt als »Nationalkommunist«, weil er kein Fremdstämmiger, sondern ein Magyare war, so wie Gomulka ein Pole war. Hätte er ungehindert walten können, so hätte er zweifellos Schritte eingeleitet, um die nationale Souveränität seines Landes sowie die bürgerlichen Freiheiten wiederherzustellen. Die Popularität, die er zur Zeit des Aufstandes genoss, ging vor allem darauf zurück, dass seine jüdischen Rivalen, Matyas Rakosi und Erno Gerö, ihn 1953 seines Amtes als Premierminister enthoben und 1955 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen hatten.

Wie das polnische verlangte das ungarische Volk die Rückkehr zum nationalen Glauben, also dem Katholizismus (die Freilassung des von der gefürchteten Geheimpolizei eingekerkerten Bischof Mindszenty gehörte zu den ersten Maßnahmen der Widerstandskämpfer), die Befreiung der Nation durch den Abzug der sowjetischen Besatzer, die Auflösung der Geheimpolizei und die Bestrafung der Chefterroristen. Diese Forderungen wurden zunächst auf friedlichem Wege, mittels gewaltloser Kundgebungen, geäußert. . . .

Fassen wir zusammen: Auch nach der Wiederernennung Imre Nagys zum Premierminister behielt Gerö auf sowjetisches Verlangen seine Position als Parteichef bei. Seine unflätige Beschimpfung der Demonstranten führte dazu, dass die Kundgebungen gewalttätig wurden, worauf Gerö die Rote Armee aufforderte, die Ordnung wiederherzustellen.

Als die sowjetischen Panzer und Gerös Strolche von der Geheimpolizei am 24. Oktober auf dem Parlamentsplatz mit Demonstranten zusammenprallten, eröffneten sie das Feuer, mit dem Ergebnis, dass die Straßen mit Toten und Verwundeten übersät waren.

Dies bildete den Auftakt zum eigentlichen Aufstand. Die ungarische Nation erhob sich geschlossen gegen die Sowjettruppen und die verhasste Geheimpolizei und innerhalb weniger Tage erlitt die Revolution eine Niederlage, im Vergleich zu der ihre kürzliche Demütigung in Polen bloß ein geringfügiger Rückschlag gewesen war.

Für Kardinal Mindszenty öffneten sich die Gefängnistore. Imre Nagy gab dem verhassten Gerö den Laufpass, worauf sich letzterer gemeinsam mit Rakosi nach Moskau absetzte. Die Angehörigen der Geheimpolizei wurden von Jägern zu Gejagten, ihre Kasernen wurden gebrandschatzt. Stalins Statue wurde niedergerissen und in Stücke gehauen. Die ungarischen Soldaten beteiligten sich entweder aktiv am Aufstand oder bewahrten zumindest wohlwollende Neutralität; die (größtenteils aus Russen bestehenden) Sowjettruppen legten in vielen Fällen offene Sympathie für die Aufständischen an den Tag; viele ihrer Panzer wurden zerstört. Es war dies der hoffnungsvollste Augenblick der europäischen Geschichte seit 1917, doch in der Ferne schickte sich der Zionismus an, der Revolution aus der Klemme zu helfen und schon nach wenigen Tagen war alles vorbei.

Auf die zweite Phase des ungarischen Volkskrieges werden wir später ausführlicher eingehen. Die vorhergehenden Anmerkungen, die dem Leser den historischen Hintergrund der Ereignisse in Erinnerung rufen, waren erforderlich, weil Ungarn den überzeugendsten Beweis für unsere These darstellt. Aus irgendwelchen Gründen war Moskau im Fall Ungarns ganz besonders entschlossen, die Juden vor aller Welt als Drahtzieher des Terrors erscheinen zu lassen, so dass das ungarische Drama anschaulicher als jedes andere einen Beweis für die fortdauernde jüdisch-talmudistische Kontrolle der Revolution sowie deren Zentrale in Moskau liefert.

Das 1919 in Ungarn an die Macht gekommene kommunistische Regime, das nach einer kurzen, mitleidlosen Terrorherrschaft vom magyarischen Volk ohne Hilfe von außen gestürzt wurde, war seinem Wesen nach jüdisch; dass ihm auch ein paar Nichtjuden angehörten, vermochte an dieser Tatsache nichts zu ändern. Geführt wurde es von vier Juden – Bela Kun, Matyas Rakosi, Tibor Szamuely und Ernst Gerö – als deren willige Helfer eine Kohorte von Glaubensgenossen in Erscheinung trat.

Im November 1945 fanden in Ungarn freie Wahlen statt, mit dem zu erwartenden Ergebnis: Die Partei der Kleinbesitzer errang einen überwältigenden Sieg, während die Kommunisten ungeachtet der sowjetischen Truppenpräsenz schwach abschnitten.

Von den vier jüdisch-kommunistischen Führern des Jahres 1919 waren mittlerweile noch zwei am Leben, Rakosi und Gerö, die aus ihrem sowjetischen Exil nach Ungarn zurückgekehrt waren. (Szamuely war 1919 durch Selbstmord aus dem Leben geschieden, Kun 1939 bei einer sowjetischen Säuberung erschossen worden, doch 1956 wurde er beim Zwanzigsten Parteikongress in Moskau feierlich rehabilitiert – vermutlich ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Adresse des ungarischen Volkes.)

Mit Hilfe der terroristischen Geheimpolizei sowie der Roten Armee liquidierten Rakosi und Gerö die Oppositionsparteien; fünf ihnen missliebige Spitzenpolitiker, darunter der bekannte Kommunist Laszlo Rajk, wurden 1949 unter der traditionellen Anklage der »Verschwörung mit den imperialistischen Mächten« zum Tode verurteilt und gehängt. (Die »imperialistischen Mächte« ließ dieser Vorwurf kalt, während sie auf die Anklage einer »zionistischen Verschwörung« 1952 höchst erbost reagierten.) Wie in solchen Fällen üblich legten die Verurteilten vor ihrer Hinrichtung ein umfassendes Schuldbekenntnis ab. Zu jenem Zeitpunkt war Ungarn bereits vollständig sowjetisiert und schmachtete unter einer wahren Schreckensherrschaft. Geleitet wurde der Terror von Gerö.

Der ausgeprägt antichristliche Charakter der kommunistisch-jüdischen Herrschaft spiegelte sich in der Behandlung wider, die dem Kardinal in Gefangenschaft zuteil wurde und die er nach seiner Befreiung geschildert hat. (Seine Aussagen wurden im Dezember 1956 in zahlreichen Zeitungen veröffentlicht.) In der Periode, die zwischen seiner Festnahme und seinem Prozess verstrich, wurde er neunundzwanzig Tage lang gefoltert; er musste sich nackt ausziehen, wurde Tag für Tag mit einem Schlauch geprügelt, in eine kalte und feuchte Zelle gesperrt, was seiner ohnehin schwachen Lunge stark zusetzte, musste obszönen Akten zusehen und wurde zwischen seinen Verhören mit Schlafentzug gequält.

Während mehrerer Jahre unterstand Ungarn der Diktatur zweier Juden, die es – zusammen mit ihren Volksgenossen – bereits 1919 gekreuzigt hatte und die Regierungsspitze wurde »zu 90% jüdisch«. Im Juli 1953 trat Rakosi als Premierminister zurück, worauf The Times Folgendes berichtete: »Gerö ist der einzige noch im Kabinett verbliebene Jude; unter Rakosi hatte dieses vorwiegend aus Juden bestanden.« Doch da Rakosi den Posten des Parteivorsitzenden beibehielt und Gerö stellvertretender Ministerpräsident war, änderte sich nicht viel und als Rakosi im Juli 1956 auch als Parteivorsitzender zurücktreten musste, war sein Nachfolger kein anderer als Gerö – mit den zuvor beschriebenen Folgen.

Kehren wir zu den Ereignissen des Oktober 1956 zurück. Für einen Augenblick machte es den Anschein, auch Gerö werde es nicht gelingen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Am 28. Oktober zogen sich die sowjetischen Truppen zurück und zwei Tage darauf gab die sowjetische Regierung in einer Rundfunksendung zu, dass es zu »Rechtsverstößen und Fehlern« gekommen sei, welche »das Prinzip der Gleichheit zwischen sozialistischen Ländern« verletzt hätten. In der Sendung wurden »Maßnahmen zur Verhütung jeder Möglichkeit einer Verletzung des Prinzips der nationalen Souveränität« angekündigt und es wurde vorgeschlagen, die »Frage der auf ungarischem, rumänischem und polnischem Territorium stationierten sowjetischen Truppen zu prüfen«.

War dies lediglich eine List zur Beruhigung der Gemüter, während sich der Mörder auf die nächste Schurkentat vorbereitete oder hatte die Sowjetführung tatsächlich einen Rückzieher unternommen, unter dem Zwang der Umstände ihre Fehler eingeräumt und somit Hoffnungen auf eine echte Versöhnung zwischen den Völkern aufkeimen lassen?

Wie sich die Lage entwickelt hätte, wenn Israel nicht im Bund mit England und Frankreich in Ägypten eingefallen wäre, weiß niemand. Die – von Briten und Franzosen tatkräftig unterstützte  –  zionistische Aggression half der Revolution aus der Patsche: Wie auf den Wink eines Zauberers hin wandten sich die Augen der Welt von Ungarn ab und dem Nahen Osten zu. Vergeblich bat Nagy am folgenden Tag den Westen um Hilfe und wies darauf hin, dass 200.000 sowjetische Soldaten mit 5.000 Panzern in Ungarn einrückten.

In Budapest kam es zu einer Schlächterei; große Teile der Stadt verwandelten sich in ein Trümmerfeld. Am 7. November verstummte die Stimme des letzten freien ungarischen Radiosenders (Radio Rakoczy in Dunapentele). »Dies ist unsere letzte Sendung«, teilte Radio Rakoczy seinen Hörern mit. »Wir werden von sowjetischen Panzern und Flugzeugen überflutet.« Wie der Wiener Korrespondent der New York Times berichtete, folgte diesen Worten »ein lautes krachendes Geräusch. Dann herrschte Schweigen.«

Imre Nagy flüchtete in die jugoslawische Botschaft, verließ diese jedoch, nachdem ihm die Sowjets freies Geleit zugesichert hatten und verschwand dann auf Nimmerwiedersehen. Kardinal Mindszenty fand Zuflucht in der US-Botschaft. Ende November berichtete der kubanische Abgeordnete bei den Vereinten Nationen, der über zuverlässige Informationen verfügte, in Ungarn seien 65.000 Menschen getötet worden. Mehr als 100.000 Ungarn waren nach Österreich geflohen, ein kleines Land, das von der angeschlagenen Ehre des Abendlandes rettete, was noch zu retten war, indem es sämtliche Flüchtlinge aufnahm ohne Fragen zu stellen. Einige Tausend der Geflüchteten kamen später in die Vereinigten Staaten; dort wurden sie von Verteidigungsminister Wilbur Bruckner empfangen, der ihnen befahl, die amerikanische Fahne zu grüßen und Präsident Eisenhower zu applaudieren.

Jene Tage haben die Welt tatsächlich erschüttert und wäre die ganze Wahrheit ans Licht gekommen, so wäre die Erschütterung noch wesentlich größer gewesen. Die damaligen Geschehnisse hatten bewiesen, dass die wahren Werte des Abendlandes nun von den geknechteten Völkern Osteuropas hochgehalten wurden und nicht von den USA, Großbritannien oder Frankreich. Diese Länder hatten Ungarn den Rücken gekehrt; ihre ganze Aufmerksamkeit galt der Entwicklung im Nahen Osten, welche die Hoffnung auf eine Befreiung Osteuropas über Nacht zunichte gemacht hatte. Die Zusammenarbeit zwischen dem revolutionären Kommunismus und dem revolutionären Zionismus hatte so perfekt geklappt wie weiland im Oktober 1917; die beiden Zwillingsbrüder hatten einander nach Kräften geholfen. Die UNO fand keine Zeit, um die Lage in Ungarn auf ihre Agenda zu setzen und nachdem der Aufstand in Blut ertränkt worden war, ließ sie es bei lahmen Protesten bewenden.

In Ungarn selbst wurde der abgehalfterte Gerö durch einen anderen Kommissar von 1919 ersetzt, Ferenc Münnich, der bereits unter Bela Kun eine prominente Rolle gespielt hatte und nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem sowjetischen Exil nach Ungarn zurückgekehrt war. In den Jahren 1946 bis 1949, als Rakosi die zweite Runde des Terrors einläutete, war Münnich (ein Nichtjude) Polizeichef gewesen. Nun wurde er in der von Moskau eingesetzten Kadar-Regierung Stellvertretender Ministerpräsident, Verteidigungsminister sowie Minister für öffentliche Sicherheit. Janos Kadar selbst hatte in der Vergangenheit mehrere Male ein gewisses Maß an Unabhängigkeit an den Tag gelegt und war deshalb wenig mehr als eine Galionsfigur, die keine echte Macht ausüben durfte. Laut der New York Times war Münnich »Moskaus As, das Kadar kontrolliert«.

So senkte sich die Nacht abermals über Ungarn. Die Magyaren mussten sich mit den Worten Präsident Eisenhowers trösten, der beteuert hatte, ihre Tragödie gehe ihm »sehr zu Herzen«. Die – während der Oktoberrevolution von 1917 – gelegte Zeitbombe war im Nahen Osten just zu einem Zeitpunkt explodiert, wo die Revolution ihr bisher größtes Fiasko erlitten hatte und ihr die totale Niederlage drohte. War die internationale Lage eben noch so hoffnungsvoll gewesen wie nie in den Jahren zuvor, so war sie jetzt trostloser denn je zuvor. Die Sowjets durften in Ungarn ungestört ein Massaker anrichten, während sich die Westmächte in Sachen Israel, Ägypten und Suezkanal in den Haaren lagen. Die ganze Welt blickte wie gebannt auf den Nahen Osten.

Es erwies sich, dass die Gründung eines zionistischen Staates in Palästina noch verhängnisvollere Konsequenzen hatte als die – ebenfalls von talmudistischen Juden geführte – kommunistische Revolution in Russland. Deshalb wollen wir uns bei unserer Analyse der Ereignisse des vergangenen Jahrzehnts nun der Geschichte des Zionistenstaates zwischen seiner gewaltsamen Schaffung anno 1948 und seinem Überfall auf Ägypten anno 1956 zuwenden.

 

2. Der zionistische Staat

In jenen Jahren entpuppte sich der Israel genannte Kleinstaat als Gebilde, das in der Weltgeschichte einzigartig dastand. Wie von Anfang an geplant, wurde er größtenteils von nichtsemitischen, chasarischstämmigen Juden aus Russland aus der Taufe gehoben und besiedelt. Seine ideologische Grundlage war ein weit ins Altertum zurückreichender Stammesglaube, an den die »Israelis« keinerlei blutmäßige Bindungen besaßen; dass das levitische Gesetz des alten Juda in diesem Staat wortwörtlich ausgelegt wurde, verlieh ihm einen rabiat chauvinistischen Charakter. Aufgrund seiner Kleinheit war er in keiner Hinsicht lebensfähig und existierte vom Augenblick seiner Gründung an einzig und allein dank dem Geld und der Waffen, welche seine mächtigen Unterstützer in den großen Ländern des Westens letzteren durch Erpressung abnötigen konnten. Während der ersten Jahre seiner Existenz stellte er die großen Kriegsherren der Geschichte mit seinen kriegerischen Taten und seinen martialischen Worten in den Schatten. Seine Regierung bestand aus Stammesgenossen jener, die für den Terror in Polen und Ungarn verantwortlich waren; tagtäglich drohte es seinen semitischen Nachbarvölkern jene Vernichtung und Versklavung an, die ihnen die Leviten im fünften Buch Mose in Aussicht gestellt haben.

Die Zionisten glaubten sich dieses dreiste Gebaren erlauben zu können, weil sie davon überzeugt waren, dass ihre Macht in den Hauptstädten des Westens groß genug war, um allfällige Widerstände seitens der dortigen Regierungen im Keim zu ersticken und letztere zur bedingungslosen Unterstützung ihres Staates zu zwingen. Insbesondere in Amerika führten sie sich so auf, als sei dieses ihre Kolonie und das Verhalten der US-Regierung bestätigte die Richtigkeit dieser Einschätzung. In Israel selbst waren Gesetze gegen Konversionen und Mischehen erlassen worden, die jenen des vielgeschmähten Hitler glichen wie ein Ei dem anderen; jenseits der israelischen Grenzen lebten Massen aus ihrer Heimat vertriebener, verelendeter Araber, deren Zahl infolge ihrer großen Fruchtbarkeit innerhalb von acht Jahren auf fast eine Million anwuchs. Sie und ihre unfreiwilligen Gastgeber, wurden durch regelmäßige Überfälle und Massaker daran erinnert, dass über ihnen nach wie vor das Schicksal von Deir Yasin hing: »Tötet Männer, Frauen und Kinder bis zum letzten… lasst nichts leben, was atmet.« Die westlichen Länder, die bei der Geburt des zionistischen Staatswesens Pate gestanden hatten, quittierten diese Drohungen mit missbilligendem Gemurmel, was sie freilich nicht daran hinderte, Israel weiterhin finanziell aufzupäppeln und ihm Waffen für den Krieg zu liefern, vor dem sie sich zu fürchten vorgaben.

Mochte dieser künstliche Staat auch ohne Hilfe von außen nicht überlebensfähig sein, so war er doch sehr wohl fähig, weltweit Unruhe zu stiften. Vom Augenblick seiner Gründung an stellte er eine Gefahr für den Weltfrieden dar. Er ließ folgende tröstliche alttestamentarische Verheißung Wirklichkeit werden:

«Und der Herr sprach zu mir: … Von heute an will ich Furcht und Schrecken vor dir auf alle Völker unter dem ganzen Himmel legen, damit, wenn sie von dir hören, ihnen bange werden soll vor deinem Kommen.« (5. Mose 2,1; 2,25)

Auf sich alleine gestellt, wäre dieser Staat rasch zusammengebrochen, so wie die »jüdische Heimstatt« der Zwischenkriegsjahre ohne Hilfe von außen über Nacht kollabiert wäre. Trotz der Macht des Chauvinismus, der bei den ihm Verfallenen zumindest eine Zeitlang fast jeden anderen Impuls zu übertönen vermag, kehrten schon nach wenigen Jahren Heerscharen ernüchterter Juden diesem Staatswesen den Rücken. Bereits 1951 hätte die Zahl der Auswanderer jene der Einwanderer übertroffen, hätte der Eiserne Vorhang nicht plötzlich »wundersame Risse gezeigt« (so die New York Harald Tribune im April 1953). Da solche Risse nicht ohne Genehmigung von ganz oben zu entstehen pflegen, lautet der unabweisliche Schluss, dass der Kommunismus seinem zionistischen Zwillingsbruder damals zur Hilfe geeilt ist, indem er ihm neue Bürger lieferte. Trotzdem ließen sich im Jahre 1952 lediglich 24.470 Juden in Israel nieder, während immerhin 13.000 den Staub jenes Landes von ihren Füssen schüttelten und anno 1953 (dem letzten Jahr, für das mir Statistiken vorliegen) waren laut der Jewish Agency mehr Auswanderer als Einwanderer zu verzeichnen. Im Juni jenes Jahres gab ein Dr. Benjamin Avniel in Jerusalem bekannt, dass von Januar bis Mai nur 8.500 Immigranten eingetroffen waren, während die Zahl der Emigranten bei sage und schreibe 25.000 lag.

Ohne massive Unterstützung von außen würde Israel binnen kürzester Zeit ausbluten. Ein ungeschminktes Bild von den dort herrschenden Verhältnissen zeichnete der seit sechzig Jahren in Palästina lebende Moshe Smilanski in der Jewish Review vom Februar 1952:

»Als das britische Mandat zu Ende ging, herrschte im Land der Wohlstand. Die Lebensmittelgeschäfte waren voll und es gab große Vorräte an Rohstoffen. Das Land besaß bei der Bank of England ein Guthaben in Höhe von dreißig Millionen Pfund, von einer großen Menge britischer und amerikanischer Wertpapiere ganz abgesehen. Als Landeswährung waren dreißig Millionen Pfund im Umlauf, die denselben Wert besaßen wie das Pfund Sterling… Die Mandatsregierung hinterließ uns eine solide Infrastruktur, den Tiefseehafen in Haifa, zwei Häfen in Jaffa und Tel Aviv, große, gut ausgestattete militärische und zivile Flughäfen, anständige Kasernen sowie die Raffinerien von Haifa. Die geflohenen Araber ließen ungefähr fünf Millionen Dunam Ackerland mit Gemüsegärten, Orangenhainen, Ölbäumen, Reben und Obstbäumen zurück, ferner ca. 75.000 teils sehr elegante Wohnhäuser in den Städten, rund 75.000 Läden und Werkstätten sowie viel bewegliches Eigentum, Möbel, Teppiche, Juwelen etc. All dies zeugte von Wohlstand und wenn wir in Israel in Armut versunken sind, machen wir dafür die exzessive bürokratische Zentralisierung verantwortlich, die Einschränkung des privaten Unternehmertums und die Versprechen eines sozialistischen Regimes der Gegenwart.«

Im April 1953 sprach Hurwitz von der Revisionistischen Partei Israels vor einer jüdischen Zuhörerschaft in Johannesburg von einer »Degenerierung« des zionistischen Staates und fügte hinzu, er könne die Augen nicht vor den alarmierenden Tatsachen verschließen: »Wirtschaftlich steht das Land am Rande des Bankrotts. Die Einwanderung ist zu einem Rinnsal geschrumpft und in den letzten Monaten haben mehr Menschen das Land verlassen, als neu eingewandert sind. Außerdem gibt es 50.000 Arbeitslose und Tausende von Kurzarbeitern.«

Es lohnt sich durchaus, diese beiden Zitate aus jüdischem Munde mit dem idyllischen Bild von Israel zu vergleichen, das die Politiker des Westens ihrer ahnungslosen Bevölkerung vorgaukeln. Ein Clement Davies, Chef der britischen Liberalen, die anno 1906 im Unterhaus 401 Sitze innehatten und ein halbes Jahrhundert später, unter der Führung von Mr. Davies, noch sechs, rühmte laut derselben Zeitung, welche die Ausführungen von Hurwitz wiedergab, »den Fortschritt des jüdischen Staates, der ihm wie ein Wunder vorkam und bezeugte, dass dieser Staat auf bestem Wege ist, sich zu einem Land zu wandeln, in dem Milch und Honig fließen«.  . . .

Gegen diese Verzerrung der Tatsachen durch die führenden Politiker sämtlicher Parteien in Amerika und England durften einzig und allein Juden protestieren (aus den früher erwähnten Gründen wurden nichtjüdische Kritiker wie schon in den Jahrzehnten zuvor de facto mit einem Publikationsverbot belegt). Zu den jüdischen Dissidenten gehört beispielsweise William Zukerman, der folgende scharfe Attacke gegen den Zionismus ritt: »Die allgemein akzeptierte Theorie, wonach die Gründung des Staates Israel das jüdische Volk einigen werde, hat sich als unrichtig erwiesen. Ganz im Gegenteil: Der Kongress [der Zionistische Kongress in Jerusalem im Jahre 1951] hat dramatisch unter Beweis gestellt, dass die Schaffung eines politischen jüdischen Staates nach zweitausend Jahren eine neue Spaltung zur Folge hatte, wie sie die Juden jahrhundertelang nicht mehr gekannt hatten und dass Israel die Juden auch in Zukunft viel eher spalten als einigen wird… Man tut so, als übe Israel auf irgendeine mystische Weise eine einzigartige Rechtsprechung über die zehn bis zwölf Millionen Juden aus, die außerhalb seiner Grenzen in den restlichen Ländern der Welt leben… Es ist dazu verurteilt, weiter zu wachsen, indem es Juden aus der ganzen Welt aufnimmt, auch wenn diese in ihren gegenwärtigen Heimatländern glücklich und zufrieden leben…. Juden, die seit Jahrhunderten dort ansässig waren, müssen laut dieser Theorie ‚aus dem Exil befreit‘ und mittels Masseneinwanderung nach Israel gebracht werden …”

Nicht minder herbe Kritik am Zionismus äußerte Lessing J. Rosenwald: »Wir bekunden unseren unbeugsamen Widerstand gegen sämtliche Programme, die darauf abzielen, die Juden in einen nationalistischen Block mit besonderen Bindungen an einen fremden Staat – Israel – zu verwandeln. Die von Ben-Gurion für den amerikanischen Zionismus festgelegte Politik ermuntert die Zionisten zu einer Intensivierung ihrer Bestrebungen, die amerikanischen Juden geistig und kulturell von einem fremden Staat abhängig zu machen… Wir halten den ‚jüdischen‘ Nationalismus für eine Verzerrung unseres Glaubens, weil er dessen universale Bedeutung auf die Dimension eines nationalistischen Kultes reduziert.«

Diesen jüdischen Protesten lag natürlich die Sorge über den spalterischen Einfluss des Zionismus auf die Juden zugrunde, doch ist dies lediglich ein nebensächlicher Aspekt des Problems. Die wirkliche Gefahr des Zionismus liegt darin, dass er die Macht besitzt, die Völker der Welt gegeneinander aufzuhetzen und die Gefahr eines Kriegs heraufzubeschwören.

Auf diese offensichtliche Bedrohung hinzuweisen, gilt in den fünfziger Jahren unseres Jahrhunderts als Häresie. Die Stimmen nichtjüdischer Warner werden unterdrückt und jüdische Warnungen verhallen ungehört. 1953 lieferte die in New York erscheinende jüdische Zeitschrift Commentary einen beklemmenden Beweis dafür, dass die Welt einen Schritt näher an den Rand des Abgrunds gerückt ist, schrieb sie doch: »Das Überleben Israels ist zu einem festen Element der amerikanischen Außenpolitik geworden und kein politischer Wandel wird hieran etwas ändern.«

Ein weiteres Mal wird hier auf jene höhere Macht angespielt, der sämtliche Präsidenten und Regierungen unterstehen. Erinnern wir uns daran, was der britische Minister Leopold Amery, der vor dem Zweiten Weltkrieg für Palästina verantwortlich war, damals gesagt hat: »Die Politik ist festgelegt und kann nicht verändert werden.« Solche ominösen Aussprüche von Persönlichkeiten, die augenscheinlich Bescheid über die Existenz einer hinter den Kulissen wirkenden Macht wissen, lassen tief blicken.

Die New York Times, ein glaubwürdiges Sprachrohr der weltweiten jüdischen Macht, hat schon sehr oft auf diesen geheimen Bund angespielt; in einem anno 1956 in dieser Zeitung erschienenen Artikel konnte man beispielsweise lesen: »Grundsätzlich macht die politische Unterstützung, welche der Staat Israel in den USA genießt, es für die amerikanische Regierung unmöglich, eine israelischen Interessen abträgliche Lösung auch nur zu erwägen.«

Dieser Zustand bildet die Voraussetzung für das Überleben Israels. In ihrer oben zitierten Ausgabe schrieb die Zeitschrift Commentary, bis Juni 1953 habe die amerikanische Regierung Israel Finanzhilfe in Höhe von 293 Millionen Dollar zukommen lassen, wozu noch weitere 200 Millionen in Form von Import-Export-Bankanleihen kämen. Der Jerusalemer Vertreter von Präsident Trumans »technischem Hilfsprogramm« gab im Oktober 1952 bekannt, dass Israel im Vergleich zu seiner Bevölkerung die weltweit größte Finanzhilfe und mehr als sämtliche anderen Länder des Nahen Ostens zusammen erhält. Am 12. März 1953 berichtete die New York Herald Tribune, die Gesamtsumme der Gelder (einschließlich privater Spenden und Leihen), die Israel in den ersten fünf Jahren seines Bestehens aus den Vereinigten Staaten bekommen habe, belaufe sich auf über eine Milliarde Dollar; hierdurch, fügte das Blatt hinzu, sei die Existenz dieses Staates »gesichert« worden. Hierzu kamen noch die – von Amerika erzwungenen – deutschen Tributzahlungen in Höhe von 520 Millionen israelischer Pfund pro Jahr; wie hoch die Gesamtsumme der deutschen »Wiedergutmachung« bis 1956 war, habe ich nicht zu ermitteln vermocht.

Etwas Ähnliches hatte die Welt noch nie gesehen. Ein vom Ausland finanziell so massiv unterstützter Staat kann es sich selbstverständlich leisten, eine kriegerische Politik zu betreiben. Da der zionistische Staat darauf spekuliert, dass der Geldstrom nie versiegen und Washington ihm seine Unterstützung nie entziehen wird, hat er sich ein überaus ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er will heute, im 20. Jahrhundert, dem von den Leviten im Jahre 621 v. Chr. im Deuteronomium (Fünfte Buch Mose) niedergeschriebenen »Neuen Gesetz« wieder zu uneingeschränkter Gültigkeit verhelfen. Alle künftigen Ereignisse werden nichts weiter als eine »Erfüllung« dieses Gesetzes sein: Die zentralasiatischen Chasaren werden dafür sorgen, dass Jahwe seinen Bund einhält, so wie ihn die Leviten schriftlich verewigt haben. Die ersten Ratenzahlungen hat das auserwählte Volk mittlerweile bereits erhalten: Die »Heiden« haben tatsächlich begonnen, die Schätze der Erde nach Jerusalem zu bringen – in Gestalt amerikanischer Finanzhilfe, deutscher Tributzahlungen etc.

Mit prallvoller Börse fing der kleine Staat an, Phantasien von einer vollständigen »Erfüllung des Gesetzes« nachzuhängen: Die Großen dieser Welt würden gedemütigt, Zion allmächtig und alle Juden in einem Staat »versammelt« werden. So erließ Israel ein »Nationalitätengesetz«, das alle jüdischen Bewohner des neuen Staates zu Israelis erklärte und ein »Rückwanderungsgesetz«, dem zufolge sämtliche Juden der Welt das Recht, ja die Pflicht haben, nach Israel »zurückzukehren«, ob sie es nun wünschen oder nicht. In dem 1953 verabschiedeten »Rückwanderungsgesetz« heißt es unter anderem:

»Die Sammlung der im Exil Befindlichen erfordert permanente Anstrengungen seitens der zerstreuten jüdischen Nation; der Staat Israel erwartet deshalb, dass alle Juden zum Aufbau des Staates sowie zur Unterstützung der Masseneinwanderung beitragen …«

Voraussetzung hierfür ist natürlich ein permanenter, weltweiter »Antisemitismus« und da sich die größte jüdische Bevölkerungsgruppe der Welt jetzt in Amerika befindet, muss auch dort früher oder später eine »antisemitische« Gefahr herbeigeredet werden.

Diese wie Geister aus verschwundenen Ghettos anmutenden Gesetze bereiten jüdischen Dissidenten wie Zukerman und Rosenwald schwere Sorgen. Aus ihnen spricht der ehrgeizigste Plan, den je ein Staat ersonnen hat. Der aus Russland stammende israelische Premierminister David Ben-Gurion hat die Existenz dieses Projekts immer wieder ausdrücklich bestätigt, beispielsweise am 16. Juni 1951 in einer Botschaft an die Zionisten Amerikas: »Eurer Organisation bietet sich eine seltene Gelegenheit, den Weg für eine einigende und geeinigte zionistische Bewegung zu bahnen, welche in der großen Ära, die für das jüdische Volk mit der Begründung seines Staates und dem Beginn der Heimkehr der im Exil Lebenden begonnen hat, an der Spitze des amerikanischen Judentums stehen wird.«

Rabbiner Hillel Silver, ein enger Vertrauter Präsident Eisenhowers, erklärte sich besonders erfreut darüber, dass »Herr Ben-Gurion jetzt die Ansicht vertritt, zur Hauptaufgabe des Zionismus gehöre fortan die Verwirklichung des vollen zionistischen Programms«. Im Juni 1952 äußerte sich Ben-Gurion in New York noch deutlicher: »Der jüdische Staat ist nicht die Erfüllung des Zionismus… Der Zionismus umfasst alle Juden überall auf der Welt.« Ins selbe Horn stieß der zweite israelische Präsident, Ben Zvi, bei seinem Amtsantritt im Dezember 1952: »Die Heimkehr der im Exil Lebenden bleibt auch weiterhin unsere zentrale Aufgabe und wir werden hier keinen Schritt zurück machen… Unsere historische Aufgabe wird sich ohne die rückhaltlose Unterstützung der ganzen [jüdischen] Nation in West und Ost nicht verwirklichen lassen.«

Hätte ein deutscher Kaiser oder ein Hitler dergleichen von sich gegeben, so hätte sich ein weltweiter Orkan des Protestes erhoben. Das »volle, unverwässerte zionistische Programm« zeugt fürwahr von grenzenlosem Ehrgeiz. Sein politischer Teil ist in der Thora klipp und klar festgelegt: Dank seinem Bund mit Jahwe wird Israel ein Reich gründen, das sich vom Nil bis zum Euphrat erstreckt und von dort aus weltweit über die »Heiden« herrschen.

Bis 1953 konnte man sich in der Illusion wiegen, die westlichen Politiker sähen die ganze Tragweite ihres Handelns nicht ein, doch im Mai jenes Monats machte Winston Churchill eine Aussage, die beweist, dass diese Herrschaften sich der Konsequenzen ihres Tuns sehr wohl bewusst sind. In seinem Disput mit dem ägyptischen Premierminister über den Suezkanal drohte er diesem nicht etwa britische, sondern jüdische Vergeltung an. Vor dem Parlament bezeichnete er die israelische Armee als »die beste im Mittelmeerraum« und betonte, bei seinen Flugzeuglieferungen an Staaten dieser Region werde Großbritannien nichts tun, was für Israel nachteilige Folgen haben werde.

Nie zuvor in der Geschichte dürfte ein Staatsoberhaupt je so rückhaltlos für die Interessen eines fremden Landes eingetreten sein – und dies, ohne dass seine eigenen Untertanen davon ahnten! Das israelische Parlament zeigte sich ungemein erfreut über »Churchills freundliche Einstellung gegenüber der gegenwärtigen israelischen Regierung und der zionistischen Bewegung«. Falls die britische Öffentlichkeit diese Worte überhaupt zur Kenntnis nahm, dann ohne ihren Sinn zu begreifen. Für viele Juden kamen sie überraschend, auch für A. Abrahams, einen gestandenen Revisionisten.

Als »Revisionisten« bezeichnet man die Anhänger des verstorbenen Wladimir Jabotinsky, die ein Groß-Israel westlich und östlich des Jordans, die Umsiedlung aller Juden der Welt in diesen Staat und dessen Entwicklung zur militärischen Supermacht anstreben. Als feuriger Anhänger dieser Ideologie hätte sich Abrahams eigentlich vor Begeisterung über Churchills Worte überschlagen müssen, doch stellte er mit besorgtem Unterton die Frage, ob diese denn wirklich aufrichtig gemeint gewesen seien: »Als bibelfester Mann weiß der Premierminister sehr wohl, dass die zionistischen Sehnsüchte nicht erfüllt sind, bis Israel vollumfänglich in seinen historischen Grenzen, dem Land der zehn Stämme, wiederhergestellt ist.«

Eine Erfüllung dieser »Sehnsüchte« ist natürlich nicht ohne einen großen Krieg möglich. Dies war offensichtlich der Grund dafür, dass Abrahams auf Churchills Äußerungen mit Erschrecken reagierte. Sofern sie ernst gemeint waren, hat der britische Premierminister das ehrgeizige zionistische Projekt bewusst unterstützt, obwohl der Preis in der Auslöschung all dessen bestünde, was man gemeinhin mit dem Begriff »Abendland« verbindet.

Die Aggression gegen Ägypten, welche die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von Ungarn ablenkte und es den Sowjets ermöglichte, den Volksaufstand niederzuschlagen, war zwar von Churchills designiertem Nachfolger Anthony Eden angeordnet worden, bewies aber trotzdem, dass Churchills Worte vom Mai 1953 tödlich ernst gemeint gewesen waren – mit allen Folgen, die sich hieraus für Großbritannien ergaben. Wenn sich der Westen der Erfüllung der zionistischen »Sehnsüchte« tatsächlich verschrieben hatte, konnte dies nur bedeuten, dass er bereit war, einen Krieg zu riskieren, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. Hierdurch sollte die christliche Welt gespalten, die muslimische Welt unterworfen und ein zionistisches Reich geschaffen werden.

Damit die Operation erfolgreich verlief, würde von den Juden in aller Welt – gleichgültig auf welcher Seite der Front sie sich befanden – erwartet werden, in Übereinstimmung mit dem »Rückwanderungsgesetz« nach Israel überzusiedeln. Unter Bezugnahme auf eine Unterredung, die er mit dem damaligen britischen Außenminister Ernest Bevin geführt hatte, sagte Goldman: »Dieses winzige Land [Israel] ist ein wahrhaftig einzigartiges Land, es befindet sich in einer einzigartigen geographischen Lage. In jenen Tagen, als ich versuchte, die Zustimmung der britischen Regierung zur Gründung des jüdischen Staates zu gewinnen, sagte Bevin bei einer privaten Unterredung zu mir: ‚Wissen Sie, was Sie von mir verlangen? Sie verlangen von mir, Ihnen den Schlüssel zu einer der wichtigsten strategischen Regionen der Welt auszuhändigen‘. Ich antwortete: ‚Weder im Neuen noch im Alten Testament steht geschrieben, dass Großbritannien diesen Schlüssel haben muss.’«

Hier steuert ein großer Plan auf sein Gelingen oder seinen Schiffbruch zu, wobei die großen Nationen des Westens den Zionisten als Landsknechte die Kastanien aus dem Feuer holen sollen – eine fürwahr unrühmliche Aufgabe! Jede Etappe dieses düsteren Dramas war von den Eingeweihten als Plan diskutiert und vorbereitet worden. In einem früheren Kapitel habe ich folgenden Ausspruch Max Nordaus beim sechsten zionistischen Kongress im Jahre 1903 zitiert:

»Die Worte, die ich jetzt zu Ihnen sagen werde, sind wie die Sprossen einer Leiter, die immer weiter nach oben führt. Herzl, der zionistische Kongress, das englische Uganda-Projekt, der künftige Weltkrieg, die Friedenskonferenz, auf der mit Hilfe Englands ein freies und jüdisches Palästina geschaffen werden wird.«

Ein Vierteljahrhundert später, anno 1928, äußerte sich ein führender englischer Zionist, Lord Melchett, bei einer zionistischen Veranstaltung in New York ebenfalls im Ton eines Eingeweihten: »Hätte ich im Jahre 1913 hier gestanden und euch gesagt: ‚Kommt zu einer Konferenz, um über den Wiederaufbau einer nationalen Heimstatt in Palästina zu sprechen‘, hättet ihr mich für einen weltfremden Traumtänzer gehalten, genau wie wenn ich euch 1913 prophezeit hätte, der Erzherzog von Österreich werde ermordet werden und aus den Folgen dieser Tat werde sich die Chance ergeben, eine Heimstatt für die Juden in Palästina zu schaffen. Ist es euch nie in den Sinn gekommen, wie bemerkenswert es ist, dass diese Gelegenheit dem Blutbad des Weltkriegs erwuchs? Glaubt ihr wirklich, es sei bloß ein glücklicher Zufall gewesen, dass wir zurück nach Israel geführt worden sind?’« (Jewish Chronicle, 9. November 1928.)

Wenn der Dritte Weltkrieg ausbricht, wird dies natürlich nicht bloß ein »glücklicher Zufall« sein; die historischen Ereignisse haben klar gezeigt, welche Wurzeln ein solcher Krieg haben wird und wer die Hintergrundmächte sind, die auf eine solche Entwicklung hinarbeiten. 31 Jahre nach Lord Melchetts bedeutungsschweren Worten befand ich mich gerade in South Carolina, wo ich in einer Lokalzeitung einen sehr ähnlichen Ausspruch eines Eingeweihten las, mit dem Unterschied, dass es diesmal um den dritten Weltkrieg ging. Sir Randolph Churchill, Winston Churchills Sohn, besuchte damals einen engen Freund seiner Familie, Bernard Baruch, der in Little Hobcaw, South Carolina, ein Landgut sein eigen nennt. Nach seinem Besuch bei dieser erlauchten Persönlichkeit sagte Randolph Churchill (laut der Associated Press vom 8. Februar 1956), die »gespannte Situation im Nahen Osten« könne »jederzeit in einen bewaffneten Konflikt ausarten«. Er glaube jedoch nicht, dass die Zivilisation »in den nächsten Krieg hineinstolpern« werde. Wenn der Dritte Weltkrieg ausbreche, werde er »nicht die Frucht eines Zufalls, sondern kühl kalkuliert und geplant« sein.

Indem der neue Staat im Nahen Osten Tributzahlungen seitens der großen Nationen entgegennahm und dreist verkündete, sämtliche Juden der Welt seien seine Untertanen, bewies er, dass es ihm mit seinem Vorhaben, die »historischen Grenzen Israels« wiederherzustellen, blutig ernst war. Kein westlicher »Kriegstreiber« hat sich je so unversöhnlich gegeben wie Ben-Gurion, der (laut dem Johannesburger Jewish Herald vom 24. Dezember 1952) erklärte, Israel werde die Rückkehr der »arabischen Emigranten« (d.h. der rechtmäßigen Bewohner Palästinas) »unter keinen Umständen dulden«. Bezüglich Jerusalems, das gegenwärtig in eine zionistisch regierte und eine arabische Hälfte gespalten ist und unter der Aufsicht der Vereinten Nationen »internationalisiert« werden soll, äußerte sich Ben-Gurion wie folgt: »Für uns ist die Zukunft dieser Stadt trotz ihrer lächerlichen Grenzen so klar geregelt wie diejenige Londons; hierüber gibt es nichts zu verhandeln.« Die jenseits der israelischen Landesgrenzen im »Exil« lebenden Juden sollen »heimgeholt« werden; im Juni 1952 gab Außenminister Moshe Sharett bekannt, man hoffe, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre vier Millionen von ihnen nach Israel übersiedeln würden.

Um zuerst die »jüdische Heimstatt« und dann den »jüdischen Staat« zu schaffen und rund anderthalb Millionen Juden dorthin zu verfrachten, hatte es zwei Weltkriege gebraucht. Soll das von Sharett gesetzte Ziel verwirklicht werden, so wird es hierzu eines neuen Weltkriegs bedürfen, der in spätestens anderthalb Jahrzehnten ausbrechen wird – anders lässt sich die Umsiedlung einer so großen Zahl von Juden nämlich nicht bewerkstelligen. Die Kosten dieser Bevölkerungsverschiebung veranschlagte Ben-Gurion auf zwischen sieben und acht Milliarden Dollar (was gegenwärtig den gesamten Staatsschulden Italiens und dem Fünffachen der britischen Staatsschulden anno 1914 entspricht). Dieses Geld soll, wenn es nach Ben-Gurion geht, vom »amerikanischen Judentum« kommen. Es versteht sich von selbst, dass nicht einmal die amerikanischen Juden eine dermaßen horrende Summe aufbringen können; man wird also die Steuerzahler der westlichen Staaten zur Kasse bitten.

All diese zionistischen Pläne und Forderungen kamen einer unverhüllten Kriegsdrohung gegenüber den arabischen Nachbarstaaten Israels gleich. Solcherlei Drohungen wirkten besonders ominös, wenn sie – was oft der Fall war – von Herrn Menachem Begin ausgesprochen wurden, dem Chef jener »Aktivisten«, die für die Schlächterei von Deir Yasin verantwortlich gewesen waren. Obwohl sich das offizielle Israel damals formell von ihnen distanzierte, waren diese Männer später mit hohen Ehren bedacht worden und hatten die Herut-Partei gegründet, die im Parlament eine der stärksten Fraktionen stellt. Die Araber wussten also ganz genau, welches Schicksal Begin ihnen zudachte, wenn er seine Drohungen ausstieß.

Hierzu ein Beispiel. Im Mai 1953 drohte Begin dem achtzehnjährigen König Hussein von Jordanien zum Zeitpunkt seiner Krönung den Tod an, wobei er sich auf das fünfte Buch Mose berief. Bei einer Großkundgebung im zionistisch beherrschten Teil Jerusalems, nur einen Steinwurf von der jordanischen Grenze entfernt, donnerte er: »Zu dieser Stunde findet die Krönung eines jungen Arabers zum König von Gilead, Basan, Nablus, Jericho und Jerusalem statt. Es ist dies der passende Augenblick, um ihm und seinen Herren klar und deutlich zu sagen: ‚Wir werden zurückkehren und Davids Stadt wird frei sein.’«

Für westliche Ohren mag diese Prophezeiung reichlich nebulös klingen, doch jeder gebildete Araber oder Jude wusste sofort, dass Begin hier auf eine Stelle in 5. Mose anspielte: »Und Og, der König von Basan, zog uns entgegen mit seinem ganzen Kriegsvolk, um bei Edrei zu kämpfen. Aber der HERR sprach zu mir: Fürchte dich nicht vor ihm, denn ich habe ihn und sein ganzes Kriegsvolk mit seinem Land in deine Hände gegeben. … So gab der HERR, unser Gott, auch den König Og von Basan in unsere Hände mit seinem ganzen Kriegsvolk, dass wir ihn schlugen, bis keiner übrig blieb. Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und es gab keine Stadt, die wir ihnen nicht nahmen … An allen Städten vollstreckten wir den Bann, an Männern, Frauen und Kindern. Aber alles Vieh und die Beute aus den Städten raubten wir für uns.« (5. Mose 3, 1-7.)

Die Heerscharen arabischer Flüchtlinge, die in elenden Lagern im Exil hausten, hatten allen Grund, dergleichen Drohungen für bare Münze zu nehmen. Im April 1956 vermeldete Henry R. Labouisse, Direktor der Palästina-Hilfsorganisation der Vereinten Nationen, dass es mehr als 900.000 solcher Flüchtlinge gab: 500.000 in Jordanien, 88.000 in Syrien, 103.000 im Libanon und 215.000 in Ägypten (dem Gaza-Streifen). Begins Drohungen sorgten dafür, dass sie stets auf gepackten Koffern sitzen mussten, um im Notfall sofort in eine womöglich noch unwirtlichere Gegend fliehen zu können.

Die Zionisten ließen ihren Worten Taten folgen. Eine ganze Reihe symbolträchtiger Überfälle führten den Arabern drastisch vor Augen, dass sich Deir Yasin jederzeit wiederholten konnte. Der Auftakt erfolgte am 14. Oktober 1953, als ein starker israelischer Trupp plötzlich die jordanische Grenze überschritt, das Dorf Qibya dem Erdboden gleichmachte und seine gesamte Einwohnerschaft – 66 Menschen, die meisten davon Frauen und Kinder – niedermetzelte. Die 500.000 palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien zogen hieraus die sich aufdrängenden Schlussfolgerungen. Der Erzbischof von York erklärte, die zivilisierte Welt empfinde »Abscheu« vor dieser Tat. Die Abgeordnetenkammer der britischen Juden bezeichnete diese Erklärung als »provokativ und einseitig«, der New Yorker Bürgermeister Robert Wagner gab sich »schockiert« und meinte, der »gute Erzbischof« sei offensichtlich nicht über die Situation in Amerika informiert. Die Vereinten Nationen erteilten Israel einen milden Tadel.

Am 28. Februar 1955 drang ein israelischer Truppenverband in den – 1949 von der UNO den Arabern »zugesprochenen« und von Ägypten militärisch besetzten – Gazastreifen ein, wo 215.000 palästinensische Flüchtlinge in furchtbarer Armut in einem schmalen, zu zwei Dritteln aus sandigen Dünen bestehenden Streifen unfruchtbaren Landes längs der Küste dahinvegetieren. 39 Ägypter sowie eine unbekannte Zahl Palästinenser wurden dabei getötet.  . . .

Am 8. Juni 1955 tadelte die vom kanadischen Major E. L. M. Burns geleitete Gemischte Waffenstillstandskommission der Vereinten Nationen Israel wegen einer neuen »flagranten Verletzung des Waffenstillstandes«, nachdem israelische Truppen in den Gaza-Streifen eingedrungen waren und mehrere Ägypter getötet hatten. Die einzigen konkreten Auswirkungen dieser Rüge bestanden darin, dass Israel zunächst sechs militärische Beobachter der Vereinten Nationen sowie drei Stabsangehörige der Kommission festnehmen ließ und bald darauf, im September, abermals im Gazastreifen einfiel, wobei diesmal 35 Ägypter den Tod fanden. Im selben Monat kündige Ben-Gurion in einem Interview an, er werde Ägypten »innerhalb eines Jahres« angreifen, falls dieses die über den israelischen Hafen Elath im Golf von Akaba verhängte Blockade nicht aufhebe. Der Angriff erfolgte dann im Oktober 1956.

Am 23. Oktober 1955 verurteilte General Burns Israel wegen seines »sorgfältig geplanten Angriffs« auf Syrien, nachdem israelische Truppen sieben Syrer entführt hatten. Am 27. Oktober 1955 kündigte Israels Außenminister Moshe Sharett an, Israel werde notfalls einen »Präventivkrieg« gegen die Araber führen. Einen Monat später, am 28. November, ließ die »Zionist Organisation of America« in mehreren Zeitungen ein Inserat erscheinen, in dem sie darüber klagte, dass »auch Großbritannien zu den Feinden Israels übergegangen ist«. Der Grund dafür war, dass der britische Premierminister Anthony Eden, der ein knappes Jahr später gemeinsam mit Israel einen Aggressionskrieg gegen Ägypten vom Zaun brechen sollte, einige kleinere Grenzkorrekturen zu Ungunsten Israels angeregt hatte…

Am 11. Dezember drangen die Israelis ein weiteres Mal in Syrien ein und töteten 56 Menschen. Als Reaktion verabschiedeten die Vereinten Nationen eine Resolution, in der Israel stärker »gerügt« wurde als je zuvor. … Für den Fall, dass sich der Zionistenstaat »weiterhin so benehmen« sollte, kündigte der Sicherheitsrat »die Erwägung angemessener Maßnahmen« an.

Israel reagierte mit der energischen Forderung nach mehr Waffen. Am 18. März 1956 sagte Ben-Gurion in Tel Aviv, nur sofortige Waffenlieferungen könnten einen »arabischen Angriff« verhüten; der »Aggressor«, fügte er hinzu, würden »der ägyptische Diktator Nasser« sowie »seine Verbündeten Syrien und Saudi-Arabien« sein. (Sieben Monate früher hatte Ben-Gurion angekündigt, sein Land werde Ägypten innerhalb eines Jahres angreifen!) Am 5. April, kurz bevor der Sicherheitsrat den UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld zu einer »Friedensmission« in den Nahen Osten entsandte, nahm die israelische Artillerie den Gazastreifen unter Beschuss, wobei 42 Araber getötet und weitere 103 verletzt wurden; fast die Hälfte der Opfer waren Frauen und Kinder.

Am 19. Juni entließ Ben-Gurion seinen Außenminister Sharett und ersetzte ihn durch die – wie Ben-Gurion selbst aus Russland gebürtige – Golda Myerson, die sich mittlerweile Golda Meir nannte. Die New York Times kommentierte diesen Schritt signifikanterweise mit der Bemerkung, er bedeute möglicherweise einen Übergang von der »Mäßigung« zum »Aktivismus«. Wie vor ihm Chaim Weizmann und Theodor Herzl war auch Moshe Sharett von zionistischen Eiferern als »zu gemäßigt« attackiert worden. (Wir erinnern daran, dass sich Weizmann beim Zionistischen Kongress von 1946 besorgt über die »Wiederkehr des alten Übels in noch fürchterlicherer Gestalt« gezeigt hatte.) Seit den Sturm- und Drangjahren des Zionismus in Russland war der Ausdruck »Aktivismus« ein Euphemismus für Terror, Mordanschläge und andere Gewalttaten gewesen. Von dem Augenblick an, wo dieses Wort wieder in der Presse erschien, wusste jeder Kenner des Zionismus, was noch vor Jahresende zu erwarten war.

Am 24. Juni beschossen die Israelis jordanisches Gebiet und die Gemischte Waffenstillstandskommission erteilte Israel einen Rüffel. Hierauf forderte Tel Aviv die Abberufung des von der UNO ernannten Mitglieds der Kommission, dessen Stimme den Ausschlag gegeben hatte und General Burns gab diesem Ansinnen statt, indem er den Betreffenden – den amerikanischen Fregattenkapitän Terrill – durch einen kanadischen Offizier ersetzte. . . .

Zwei Jahre zuvor war ein anderer amerikanischer Beobachter, Fregattenkapitän E. E. Hutchinson, der sich geweigert hatte, die Verantwortung für einen Grenzzwischenfall Jordanien anzulasten, ebenfalls gefeuert worden, nachdem Israel die Kommission boykottiert hatte. Nach seiner Rückkehr in die USA schrieb er ein wertvolles Buch über seine Erfahrungen im Nahen Osten, das 1956 unter dem Titel Violent Truce (Gewalttätiger Waffenstillstand) erschien. . . .

Am 24. Juli 1956 wurden zwei von der UNO entsandte militärische Beobachter sowie ein jordanischer Offizier, welcher der Gemischten Waffenstillstandskommission angehörte, auf dem Scopus-Berg durch Minen getötet. Die Zionisten gaben freimütig zu, dass dieser Berg Teil eines »alten israelischen Minenfelds«war. Zwei ägyptische Obristen, die laut zionistischen Quellen dem Geheimdienst ihres Landes angehörten, kamen durch Briefbomben ums Leben. (Diese Methode war schon ein Jahrzehnt zuvor in England zur Anwendung gelangt. Damals stellten anonyme Mörder Hauptmann Roy Farran, der als Geheimdienstoffizier in Palästina den Ingrimm der Zionisten erregt hatte, eine Briefbombe zu; sie tötete freilich nicht ihn, sondern seinen Bruder, dessen Name ebenfalls mit R begann und der den Brief geöffnet hatte, weil er meinte, er sei an ihn gerichtet.) Am 29. Juli wurde ein dänischer UNO-Beobachter in der Nähe des Gazastreifens durch eine Mine oder Bombe tödlich verletzt; zwei weitere Beobachter wurden durch Gewehrfeuer verwundet. Wie schon in früheren Zeiten feierte der »Aktivismus« fröhliche Urstände.  . . .

Da Großbritannien nominell ein Verbündeter Jordaniens ist, bekundete das britische Außenministerium seine »lebhafte Missbilligung« dieser Aktionen und wurde deshalb vom Abgeordnetenausschuss der britischen Juden prompt wegen dieser »tendenziösen Stellungnahme« angeprangert. Am 10. Oktober griffen die Israelis mit Artillerie und Raketenwerfern an. Die UNO-Beobachter fanden anschließend die Leichen von 48 Arabern vor. Nun riss den Engländern endlich der Geduldsfaden: Die britische Regierung erklärte, im Falle eines Angriffs auf ihren Verbündeten Jordanien werde sie zu ihren Verpflichtungen stehen. Die israelische Regierung reagierte »bestürzt und erstaunt« auf diese Warnung. Der Überfall vom 26. September war der letzte seiner Art; der nächste Schritt bestand in einem vollumfänglichen Krieg.

Ich habe die diversen israelischen Grenzverletzungen und Massaker so ausführlich dokumentiert, um dem Leser ein realistisches Bild von der Lage im Nahen Osten im Herbst 1956 zu vermitteln, als Ben-Gurion behauptete, sein Land sei »hilflos« und die Politiker in Washington und London Israel um die Wette Waffen zur Verteidigung gegen die »arabische Aggression« lieferten.  . . .

Der UNO blieb ohnehin keine Zeit mehr, um lange über eine Bestrafung Israels nachzudenken, denn noch bevor Jordaniens Appell an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auch nur auf die Agenda gesetzt worden war, griffen die Israelis Ägypten an.

Am selben Tag, an dem Israel zum vorderhand letzten Mal in Jordanien einfiel – dem 26. September – hatte Menachem Begin, das prominenteste Sprachrohr des »Aktivismus«, einen »sofortigen israelischen Angriff auf Ägypten« gefordert (Daily Telegraph, 26. September 1956). Wer die Entwicklung der Lage aufmerksam verfolgte, konnte fortan keine Zweifel mehr daran hegen, dass die Invasion Ägyptens unmittelbar bevorstand.

Bei Kriegsbeginn war jedem Kenner der Verhältnisse klar, dass es die Vereinten Nationen bei lahmen Protesten gegen die zionistische Aggression bewenden lassen würden. Die Israelis hatten selbstverständlich einen für sie optimal günstigen Augenblick gewählt; mit Fug und Recht spekulierten sie darauf, dass die unmittelbar bevorstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen jede wirksame Antwort auf ihren Aggressionsakt verunmöglichen würden. Ich hatte geglaubt, die Unterwürfigkeit des Westens gegenüber dem Zionismus realistisch einzuschätzen, doch nicht einmal ich hätte es für möglich gehalten, dass sich mein eigenes Land, Großbritannien, an dem Angriff beteiligen werde.

Bis zum heutigen Tage hat die britische Bevölkerung keine Ahnung davon, dass ihre Regierenden seit 1903 in die zionistischen Machenschaften verstrickt sind. Dies lässt für den Rest unseres Jahrhunderts nichts Gutes ahnen, weder für Großbritannien noch für die anderen Staaten des Westens. Tragischerweise trat diese Verdüsterung der weltpolitischen Lage ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ein, wo begründete Hoffnungen auf eine Wende zum Besseren bestanden – das Ganze wirkte wie eine jähe Sonnenfinsternis, die kein Astronom vorausgesehen hatte.

Der traditionelle »unwiderstehliche Druck«, der in den westlichen Hauptstädten seine Wirkung tat, führte zu einem Resultat, dessen Tragweite erst in vielen Jahren vollumfänglich einzuschätzen sein wird. Deshalb nehme ich im letzten Teil dieses Kapitels, der mit dem letzten Teil meines Buches identisch ist, eine Analyse der Methoden vor, mit denen dieser Druck in den Jahren 1952-1956, als die Dinge unerbittlich auf eine große Krise zusteuerten, ausgeübt wurde. Am Ende dieser fünfjährigen Periode steckten die beiden Zwillingsbrüder aus den russischen Ghettos, der revolutionäre Kommunismus und der revolutionäre Zionismus, in argen Nöten. Doch im Herbst 1956 sorgte der Westen dafür, dass sie beide den Hals aus der Schlinge ziehen und sich auf die Fortsetzung ihres Zerstörungswerkes vorbereiten konnten.

 

3. Die Jahre des Höhepunktes

In den Jahren 1952-1956 machte es immer mehr den Anschein, als würden die Völker des »Westens« für die Unterstützung, die ihre Führer der Revolution und dem Zionismus zwei Generationen lang und in zwei Weltkriegen gewährt hatten, zur Kasse gebeten. Ihnen drohte die Verwicklung in zwei Kriege, die nur allzu leicht zu einem Weltenbrand mit einem einzigen, alles überragenden Ziel verschmelzen konnten. Einerseits waren sie von ihren Politikern auf die Erhaltung des zionistischen Staates eingeschworen worden, dessen erklärte Politik in der Vergrößerung seiner Bevölkerung »um drei oder vier Millionen innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren« bestand. Dies bedeutete Krieg. Andererseits hatte man ihnen eingetrichtert, es sei ihr Schicksal und ihre Pflicht, den Kommunismus zu vernichten, der die Hälfte Europas überflutet hatte, nachdem der Westen die Schleusen geöffnet hatte. Dies bedeutete ebenfalls Krieg.

Aus diesen beiden Kriegen würde unvermeidlicherweise ein einziger werden – die Logik lässt keinen anderen Schluss zu. Das Territorium zur Expansion des Zionistenstaates konnte nämlich einzig und allein von dessen arabischen Nachbarvölkern kommen und die für dessen Expansion erforderlichen Menschenmassen einzig und allein aus dem von der Revolution okkupierten Gebiet, denn mit Ausnahme der Vereinigten Staaten gab es sonst nirgendwo auf der Welt ein Land, in dem man die benötigten drei bis vier Millionen Juden hätte auftreiben können.

1952 ist der »Westen« in eine Phase getreten, in der er, um seine Völker psychologisch auf den kommenden Krieg einzustimmen, ihnen weismachen muss, dass der »Antisemitismus« in der Sowjetunion sowie den von ihr kontrollierten Ländern schaurige Orgien feiere, so wie er ihnen in den folgenden vier Jahren einredete, die zionistischen Angriffe auf arabische Länder seien in Wirklichkeit arabische Angriffe auf Israel. Am 8. Dezember 1951 setzte Ben Gurion die sowjetische Regierung offiziell darüber in Kenntnis, dass »die Rückkehr der Juden in ihre historische Heimat die zentrale Mission des Staates Israel ist… Die Regierung Israels appelliert an die Sowjetunion, jenen sowjetischen Juden, welche dies wünschen, die Auswanderung zu ermöglichen.«

Anderthalb Jahre darauf, am 26. Juni 1953, vermeldete die New York Time einen Rückgang der Einwanderung nach Israel und ließ dieser Meldung den Kommentar folgen, Ben Gurions Ziele schienen »fern jener Realität«; die gegenwärtige Einwandererzahl werde nur dann drastisch anschwellen, wenn irgendwo »eine Zunahme des Antisemitismus« zu verzeichnen sei. Kurz zuvor, am 12. April 1953, hatte die New York Herald Tribune gewarnt, der »Antisemitismus« in der UdSSR werde immer rabiater und die »wichtigste Rettungsaktion«, vor der Israel im sechsten Jahr seiner Existenz stehe, sei die Umsiedlung der »2.500.000 Juden, die in Russland und den Satellitenstaaten eingesperrt sind«.

Im Lichte der Erfahrung der beiden Weltkriege sowie ihres Ausgangs war klar, dass jeder vom »Westen« gegen den »Kommunismus« geführte Krieg hauptsächlich dem Zweck dienen würde, den zionistischen Staat mit neuen Einwanderern zu versorgen, die nur aus Russland und Osteuropa kommen konnten, ebenso wie jeder Krieg im Nahen Osten, an dem der »Westen« beteiligt war, in erster Linie auf eine Vergrößerung des zionistischen Staates abzielen würde, damit dieser seine nach Millionen zählenden Neubürger irgendwo unterbringen konnte.

In dieser Position befand sich der »Westen« also fünfzig Jahre nachdem es den Zionisten gelungen war, Arthur Balfour und Woodrow Wilson zu umgarnen. Wenn ich das Wort »Westen« in Anführungszeichen setze, so gibt es hierfür einen triftigen Grund: Es hat seine ursprüngliche Bedeutung verloren. Früher bezeichnete es den christlichen Teil der Welt, von den Ostgrenzen Europas über den Atlantik bis hin zur Westküste Amerikas und den englischsprachigen Ländern in Nordamerika, Afrika und den Antipoden. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als dessen Ergebnis halb Europa der talmudistischen Revolution preisgegeben wurde, erhielt das Wort eine engere Bedeutung. In der Vorstellung der Massen bestand der »Westen« jetzt aus den USA, Großbritannien und ihren Verbündeten, die sich gegen die neue Barbarei zusammengeschlossen hatten und die sie eines Tages in Europa ausmerzen und in ihre barbarische asiatische Heimat zurücktreiben würden. Amerika und Großbritannien waren immer noch die Bannerträger der »freien Welt«, die ihre verlorenen Länder früher oder später wiedergewinnen würde, wie es alle freiheitsliebenden Menschen im unfreien Teil der Welt hofften. Diese Vorstellung verband die Öffentlichkeit also mit dem Begriff »Westen«.

Militärisch gesehen war dieser Gedankengang an und für sich logisch; die materielle Macht des »Westens« war dieser Aufgabe durchaus gewachsen. Doch in Wahrheit befanden sich die großen Länder, auf welche die Nationen östlich des Eisernen Vorhangs hofften, selbst im Würgegriff jener Kräfte, die letztere versklavten und diese großen Länder hatten bereits zweimal unter Beweis gestellt, dass sie im Falle eines Krieges ihre Waffen nicht zur Brechung, sondern zur Verlängerung dieser Sklaverei einsetzen würden.

Jene moralischen und geistigen Werte, die der Begriff »Westen« einst verkörpert hatte, wurden mittlerweile am konsequentesten von den dem Kommunismus preisgegebenen Völkern aufrecht erhalten, wo ihr Leiden und ihre Bedrängnis diese Werte in den Seelen der Menschen neu entfachten. In den einst großen Zitadellen des »Westens« – London und Washington – wurden sie mit Füssen getreten.

Aus diesem Grunde war Amerika nicht wirklich legitimiert, die Führung dieses Weltteils in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu übernehmen und jene Befreiungsmission durchzuführen, welche die irregeführten Massen von ihr erwarteten. Materiell gesehen ging es der vor fast zweihundert Jahre gegründeten amerikanischen Republik allerdings prächtig. In zwei Weltkriegen waren die Reichtümer der Welt dorthin geflossen; ihre Bevölkerung schwoll rasch auf über zweihundert Millionen an; ihre Flotte und Luftwaffe waren die schlagkräftigsten der Welt und beruhten wie ihre Bodenstreitkräfte auf jenem Prinzip des eisernen Gehorsams, welches das amerikanische Volk so lange als Geißel Europas betrachtet hatte. Ihre Industrie und Technologie war so hoch entwickelt, dass die Amerikaner selbst bisweilen der kalte Schauer überkam. Ihre Produktion war so gewaltig, dass sie keinen Absatz mehr fand und die albtraumhafte Erinnerung an den Börsenkrach von 1929, der den Auftakt zur großen Depression bildete, bewog ihre Führer dazu, alle möglichen Güter in Form von Geschenken an die halbe Welt zu liefern und die Produzenten aus der Staatskasse zu entschädigen, so dass diese – und ihre Arbeitskräfte – eine Zeitlang für Produkte bezahlt wurden, für die in Friedenszeiten kein natürlicher Absatzmarkt bestand. Ihre militärischen Stützpunkte, errichtet auf dem Territorium einst souveräner Völker, waren über die ganze Welt zerstreut, so dass sie jederzeit mit überwältigender Macht zuschlagen konnte – gegen wen und wofür? «Gegen den »Kommunismus«, bläute man dem amerikanischen Volk ein und für die Befreiung der unter dem Joch der Knechtschaft Schmachtenden, für die Erlösung der unterdrückten Nationen und die Wiedergutmachung der Schandtat von 1945. Hätte dies der Wahrheit entsprochen, so wäre ein Ende des Albtraums unseres Jahrhunderts zumindest absehbar gewesen, denn überall hofften die Menschen von ganzem Herzen auf eine solche Entwicklung. Doch jeder wichtige Schritt, den die Regierung in Washington von 1952 bis 1956 unternahm, strafte diese Verheißungen Lügen. Sie schien noch stärker von der jüdischen Macht abhängig zu seinals selbst die diversen britischen Regierungen in den fünfzig Jahren zuvor. Sie schien unfähig, irgend ein dringendes Problem der amerikanischen Außen- oder Innenpolitik von einem anderen Standpunkt als den Interessen der Juden aus zu betrachten – und was die Interessen der Juden waren, darüber bestimmten deren zionistische Führer.

Wie der Schatten eines Kanzlers über dem neugeborenen Kind einer königlichen Familie schwebte der Schatten des Zionismus über der politischen Karriere General Eisenhowers, die mit seiner Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten im Sommer 1952 und seiner Wahl zum Präsidenten der USA im November desselben Jahres ihre Krönung erfuhr. Seine kometenhafte militärische Karriere während des Zweiten Weltkriegs, in dem er von einem Oberst ohne Kriegserfahrung zum Obersten Befehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa aufstieg, deutet klar darauf hin, dass er schon lange zuvor für eine Spitzenposition auserkoren worden war. Diese Hypothese wird durch unsere Recherchen erhärtet. In den zwanziger Jahren besuchte der junge Leutnant Eisenhower das National War College in Washington, wo Herr Bernard Baruch (der bei der Nominierung Woodrow Wilsons zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten und seiner anschließenden Wahl zum Präsidenten im Jahre 1912 eine Schlüsselrolle gespielt hatte) Vorlesungen hielt. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt kam Baruch zum Schluss, Leutnant Eisenhower sei ein Musterschüler und nachdem dieser dreißig Jahre später zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden war, ließ er im Gespräch mit amerikanischen Veteranen die Bemerkung fallen, er habe ein Vierteljahrhundert lang »das Privileg« gehabt, »zu Bernards Füssen zu sitzen und seinen Worten zu lauschen«.

Zweifellos war die Rückendeckung des »Beraters von sechs Präsidenten« der Karriere Leutnant Eisenhowers ungemein förderlich; sie liefert eine zumindest teilweise Erklärung für seinen unaufhaltsamen Aufstieg zum Kommandanten einer der größten Armeen der Geschichte. Fein säuberlich dokumentiert ist die Unterstützung, die der General im Jahre 1952 von Baruch erhielt. Obgleich er zuvor parteipolitisch ungebunden gewesen war, bot sich Eisenhower den Republikanern als Präsidentschaftskandidat an. Bis zu jenem Zeitpunkt war Baruch ein leidenschaftlicher Parteigänger der Demokraten gewesen: Er war nicht bloß eingeschriebenes Mitglied der Demokratischen Partei, sondern ein kompromissloser Befürworter ihrer Politik und ein geradezu fanatischer Hasser der Republikanischen Partei. Doch 1952 erklärte sich Baruch plötzlich bereit, zu den Republikanern überzugehen – unter der Bedingung freilich, dass deren Präsidentschaftskandidat Eisenhower hieß. Für diesen jähen Kurswechsel muss er triftige Gründe besessen haben und es lohnt sich, diese näher zu untersuchen.

Im Jahre 1952 befand sich die Republikanische Partei seit zwanzig Jahren in der Opposition. Das Gesetz des Wandels erforderte, dass sie irgendwann wieder die Regierungsverantwortung übernehmen und so die Demokratische Partei, deren glühender Anhänger Bernard Baruch ein halbes Jahrhundert lang gewesen war, von der Macht verdrängen musste. Wenn eine Partei allzu lange regiert, ist es durchaus normal, dass die Bevölkerung das Bedürfnis nach einem Wechsel empfindet, doch das amerikanische Stimmvolk besaß noch einige andere Gründe, die Demokraten in die Wüste zu schicken. Einer davon war die ans Licht gekommene kommunistische Unterwanderung der Roosevelt- sowie der Truman-Regierung.

Unter diesen Umständen sprach alles dafür, dass sich die Republikanische Partei und ihr Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen durchsetzen würden. Als natürlicher Kandidat der Partei bot sich Senator Robert E. Taft an, der ihr sein Leben lang loyal gedient hatte. Doch nun geschah das Unglaubliche: Bernard Baruch, ein jahrzehntelanger bedingungsloser Unterstützer der Demokratischen Partei und »fanatischer Hasser« der Republikanischen Partei, präsentierte letzterer einen alternativen Präsidentschaftskandidaten! Der Offizier, den er so lange bewundert hatte, gab sein Debüt auf der politischen Bühne.

Der Kuhhandel, den diese Leute Eisenhower offerierten, sah folgendes vor: Falls er es fertigbrachte, anstelle von Senator Taft von seiner Partei nominiert zu werden, würde er diese auf eine Fortsetzung jener internationalistischen Politik einschwören, welche die demokratischen Präsidenten Wilson, Roosevelt und Truman vor ihm betrieben hatten.

Diese Entwicklung hatte sich bereits 1951 abgezeichnet. Damals verkündete der damals zweitwichtigste Mann der Republikanischen Partei, Thomas E. Dewey, Gouverneur von New York: »Ich bin Internationalist. Darum bin ich für Eisenhower. Eisenhower ist in seinem Herzen Republikaner und – was noch wichtiger ist – Internationalist.«

Für Eingeweihte besitzt das Wort »Internationalist« eine ganz bestimmte Bedeutung (so wie das Wort »Aktivist« für Zionisten). In unserem Jahrhundert hat sich bisher kein erklärter »Internationalist« ernsthaft gegen den Vormarsch des Kommunismus, den Vormarsch des Zionismus und jenes Projekt zur Errichtung einer Weltregierung gestemmt, auf den diese beiden politischen Bewegungen nach dem Motto »getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen« hinarbeiten. Während man den »Internationalismus« propagierte, wurde Senator Taft als »Isolationist« angeschwärzt. (Es bezeichnet einen Menschen, für den die nationalen Interessen seines Landes Vorrang besitzen).

So kam es, dass sich Eisenhower im Sommer 1952 beim Parteikongress der Republikaner als Kandidat aufstellen ließ und gegen Senator Taft antrat. Ich habe die damaligen Ereignisse am Fernsehen verfolgt; obwohl ich auf dem Gebiet der Politik wahrhaftig kein Neuling bin, war ich erstaunt darüber, wie mühelos Taft abserviert wurde. Dies bewies, dass der Mechanismus der Nominierung schon lange vor der Wahl so perfekt eingespielt war, dass weder die Demokraten noch die Republikaner einen Kandidaten ins Rennen schicken konnten, der nicht von den Hintergrundmächten abgesegnet war. Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen selbst ist heutzutage in den USA von verhältnismäßig geringer Bedeutung; wie sich die amerikanische Republik von dieser okkulten Kontrolle befreien kann, ist gegenwärtig nicht ersichtlich. Keine der beiden Parteien kann einen Mann zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ernennen, der nicht zuvor von den Internationalisten akzeptiert worden ist.  . . .

Diese Entwicklung läutete das Ende eines echten Zweiparteiensystems ein; wenn die beiden Parteien dem Stimmbürger keine echte Wahl offerieren, sinkt das demokratische System de facto nämlich zu einem Einparteienregime ab, wie man es aus totalitären Staaten kennt. . . .

Nachdem Eisenhower sein Amt im Januar 1953 angetreten hatte, begab sich der britische Premierminister Sir Winston Churchill eilends zu Gesprächen mit dem frischgebackenen Präsidenten in die USA. Die Unterredungen fanden allerdings nicht in Washington statt; Eisenhower schlug nämlich vor, die beiden sollten sich »bei Bernie« treffen, d. h. in Bernard Baruchs Haus an der Fifth Avenue in New York (Associated Press, 7. Februar 1953). Baruch warb damals verbissen für die Annahme seines »Atombombenplans« als einziges wirksames Mittel zur Eindämmung der »sowjetischen Aggression«.  . . .

Eisenhowers Wahl zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten beraubte Amerika der letzten Chance, der »internationalistischen« Politik Wilsons, Roosevelts und Trumans mit dem Stimmzettel eine Absage zu erteilen. Senator Taft war der einzige Spitzenpolitiker, der in den Augen der Öffentlichkeit für einen eindeutigen Bruch mit dieser Politik stand.  . . .

Die Periode, in die Eisenhowers Wahl zum Präsidenten fiel, stand ganz und gar im Zeichen der »jüdischen Frage«; seine Worte und Taten waren so penetrant auf die Förderung zionistischer Anliegen ausgerichtet, dass man fast schon den Eindruck gewinnen konnte, er sei lediglich der gewählte Präsident der Zionisten. Sogleich nach seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei äußerte er sich gegenüber Maxwell Abell, dem Präsidenten der vereinigten Synagoge von Amerika, wie folgt: »Das jüdische Volk könnte keinen besseren Freund haben als mich.« Seine Mutter, fügte er hinzu, habe ihn und seine Brüder »im Geist des Alten Testaments« erzogen. (Eisenhowers Mutter war eine fanatische Anhängerin der Sekte der Zeugen Jehovas.) Bei diesen Anbiederungsversuchen ließ er es jedoch nicht bewenden, sondern setzte noch eins drauf: »Ich wuchs im Glauben auf, dass die Juden das auserwählte Volk sind und dass sie uns die hohen ethischen und moralischen Prinzipien unserer Zivilisation geschenkt haben« (so zitiert von zahlreichen jüdischen Zeitungen, September 1952).

Anlässlich des jüdischen Neujahrs überboten sich beide Präsidentschaftskandidaten im September mit ihren Sympathiebekundungen für »die Juden« und »Israel«. Zugleich bewirkte der amerikanische Druck auf die »freien« Deutschen in der BRD, dass sich die Regierung in Bonn zur Unterzeichnung eines Abkommens mit Israel bereit erklärte, das diesem umfangreiche »Wiedergutmachungszahlungen« zusicherte. Im Oktober begann der Prager Prozess, bei dem den Angeklagten Beteiligung an einer »zionistischen Verschwörung« zur Last gelegt wurde und Eisenhower gab seine ersten, in drohendem Ton verfassten Erklärungen über den »Antisemitismus in der Sowjetunion und den Satellitenstaaten« ab.  . . .

Im April 1953 wurde das Abkommen, in dem sich Westdeutschland zu Tributzahlungen an Israel verpflichtete, ratifiziert, worauf ein deutscher Minister erklärte, die Bonner Regierung habe sich amerikanischem Druck gebeugt, da Washington nicht offen als Geldgeber des zionistischen Staates in Erscheinung treten wolle.  . . .

Vielleicht dachte der neue Präsident, er gebe bloß irgendwelche Plattitüden von sich, als er sagte: »Der Staat Israel ist der Vorposten der Demokratie im Nahen Osten und jeder freiheitsliebende Amerikaner muss sich dafür einsetzen, die Zukunft dieses neuesten Mitglieds der Völkerfamilie auf Dauer zu sichern.« Acht Jahre nach Hitlers Tod galt der neue Staat, in dem Hitlers Rassengesetze nach wie vor Gültigkeit besaßen und der die Hälfte der alteingesessenen Bevölkerung seines Territoriums durch Massenmord und Terror vertrieben hatte, also ein »Vorposten der Demokratie«, für deren Bewahrung sich »jeder freiheitsliebende Amerikaner« einsetzen musste!  . . .

Am 14. Oktober 1953 beging Israel den ersten von mehreren Überfällen auf seine arabischen Nachbarstaaten; seine Truppen metzelten die gesamte Bevölkerung des jordanischen Dorfes Qibya nieder. Es war dies gewissermaßen eine Wiederholung des Massenmordes von Deir Yasin, mit dem Unterschied freilich, dass das Verbrechen außerhalb der Grenzen Palästinas stattfand. Für die arabischen Völker in ihrer Gesamtheit war dies ein Wink mit dem Zaunpfahl, eine Warnung, dass ihnen allen früher oder später die völlige Vernichtung drohte – mit der stillschweigenden Zustimmung des »Westens«.

Der dänische General Vagn Bennike, Chef der UNO-Organisation zur Überwachung des Waffenstillstandes, sowie sein Stellvertreter, Fregattenkapitän E. D. Hutchinson von der US-Flotte, stellten den Vereinten Nationen einen Bericht über die Geschehnisse zu, in dem sie den Angriff als »kaltblütigen Mord« bezeichneten. Bei der anschließenden Debatte im UNO-Sicherheitsrat sagte der französische Delegierte, die Bluttat habe in Frankreich »Entsetzen und Abscheu« hervorgerufen und warf Israel, dem angeblichen »Staat der Verfolgten«, »Racheakte gegenüber Unschuldigen« vor. Der griechische Abgeordnete sprach von einem »grauenvollen Massaker«; der britische und der amerikanische Delegierte stimmten in den Chor der Verurteilung ein (9. November 1953). In England geißelte der Erzbischof von York den »fürchterlichen Akt des Terrorismus« und ein konservatives Mitglied des Unterhauses, Major H. Legge-Bourke, brandmarkte das israelische Vorgehen als »grausigen Höhepunkt einer langen Kette von Überfällen auf nicht-israelisches Territorium, die Bestandteil einer ausgeklügelten Rachepolitik sind«.

Während alle Welt die israelischen Grausamkeiten verurteilte, erhielt der Zionistenstaat von den Vereinigten Staaten gewissermaßen zur Belohnung eine Prämie in Höhe von 60 Millionen Dollar und der amerikanische Präsident beugte sich dem zionistischen Druck ein weiteres Mal.  . . .

Es folgten zwei verhältnismäßig ruhige Jahre, doch war dies die Stille vor dem Sturm: Hinter den Kulissen planten die Zionisten schon den nächsten Coup: Vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen vom November 1956 wollten sie erneut zuzuschlagen. Im Mai 1955 – jenem Monat, in dem Winston Churchill in England als Premierminister von Anthony Eden abgelöst wurde – besuchte der amerikanische Außenminister John Foster Dulles das Land, bei dem er sich dafür bedanken durfte, dass die US-Außenpolitik in Trümmern lag. Da er aus nächster Nähe miterlebt hatte, dass der Versuch, Israel »einen Rüffel zu erteilen«, zum Rohrkrepierer geworden war, dürfte Dulles schwerlich irgendwelche Illusionen gehegt haben. Er war sich zweifellos bewusst, dass er es mit der stärksten Macht des Erdenrundes zu tun hatte, die in den USA schalten und walten konnte, wie es ihr gerade beliebte, wobei sie Israel bei ihrer »Teile und herrsche«-Politik als Instrument benutzte.

Die Palästinenser quittierten den Dulles-Besuch wie drei Jahrzehnte zuvor den Balfour-Besuch mit zornigen Demonstrationen. Nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Tel Aviv wurde der Mann aus Washington eilends zu einem geschlossenen Wagen geführt und in die Stadt gefahren, während dichte Reihen von Polizisten am Straßenrand Spalier standen. Die Polizeioperation zu seiner Begleitung und seinem Schutz wurde »Operation Kitavo« getauft; »Kitavo« bedeutet auf Hebräisch »Woher du gekommen bist«. Es handelte sich um eine Anspielung auf das Deuteronomium: »Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird und es einnimmst und darin wohnst, so sollst du nehmen die Erstlinge aller Feldfrüchte, die du von deinem Land einbringst, das der HERR, dein Gott, dir gibt. […] Und der HERR hat dich heute sagen lassen, dass du sein eigenes Volk sein wollest, wie er dir zugesagt hat und alle seine Gebote halten wollest und dass er dich zum höchsten über alle Völker machen werde, die er geschaffen hat und du gerühmt, gepriesen und geehrt werdest, damit du dem HERRN, deinem Gott, ein heiliges Volk seist, wie er zugesagt hat.« (5. Mose 26,1-2; 26,18-19) Dies beweist, dass ein amerikanischer Außenminister im zionistischen Israel lediglich als Statist im großen Drama der »Erfüllung« des levitischen Gesetzes galt.

Nach seiner Rückkehr sagte Dulles, er habe sich davon überzeugen können, dass die Araber den Zionismus mehr fürchteten als den Kommunismus. Dies war natürlich eine Binsenwahrheit – die Araber hatten die Torah gelesen und deren wortwörtliche Auslegung in Deir Yasin und Qibya drastisch miterlebt.  . . .

Wie bereits erwähnt, vollzog sich zu jener Zeit in Großbritannien ein politischer Generationenwechsel. Sir Winston Churchill hatte seinen Posten jenem Manne geräumt, den er schon längst zu seinem Nachfolger auserkoren hatte: »Bei meiner politischen Tätigkeit unternehme ich keinen Schritt, ohne mich vorher mit Mr. Eden abzusprechen; er wird die Fackel des Konservativismus aufnehmen, wenn sie anderen Händen entglitten ist.«

Auch Eisenhowers Präsidentschaft gestaltete sich längst nicht so glorreich, wie er gehofft haben mochte. Im September 1955 erlitt er einen Schlaganfall; obwohl er sich rasch wieder erholte, ließen die Fotos von ihm fortan eine immer fatalere Ähnlichkeit mit Roosevelt und Wilson am Ende ihrer Amtszeit erkennen. Der Druck, dem scheinbar so ungeheuer mächtigen Männer in unserem »jüdischen Jahrhundert« unentwegt ausgesetzt sind, spiegelt sich anscheinend in ihren zunehmend erschöpften und abgezehrten Gesichtszügen wider.

Eisenhower ließ diese Idee erst fallen, als der Tod Senator Tafts die Republikanische Partei ihres natürlichen Führers beraubte und der Senat, einem persönlichen Wunsch des Präsidenten folgend, Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin wegen seiner hartnäckigen Attacken auf die Kommunisten in Eisenhowers Entourage einen Verweis erteilte. Der Zorn über die ans Licht gekommene kommunistische Unterwanderung des Regierungsapparates unter Roosevelt und Truman war 1952 einer der Hauptgründe dafür gewesen, dass ehemalige Anhänger der Demokratischen Partei scharenweise zu den Republikanern überliefen und Eisenhower hiermit den Weg ins Weiße Haus ebneten.

Ende 1955 klopfte wieder einmal ein Jahr der Präsidentschaftswahlen an die Tür. Für die Zionisten hätten die Umstände kaum idealer sein können: Ein schwer lädierter Präsident; Parteipolitiker, die auf jüdische Stimmen aus waren; Kriegsgefahr im Nahen Osten.  . . .

Der Wahlkampf begann wie stets schon ein volles Jahr vor der Wahl. Im September 1955 schloss die ägyptische Regierung unter Präsident Gamel Abdel Nasser mit der UdSSR ein Abkommen über den Kauf von Waffen ab. Die amerikanisch-britisch-französische Dreimächteerklärung aus dem Jahre 1950 sah vor, dass sowohl Israel als auch die arabischen Staaten im Westen Waffen kaufen durften. Am 16. November 1955 rechtfertigte Nasser die Unterzeichnung des Kontrakts mit der Sowjetunion damit, dass es ihm trotz dreijähriger Bemühungen nicht gelungen sei, »in den Vereinigten Staaten auch nur eine einzige Waffe zu kaufen« und warf der US-Regierung vor, sie wolle erreichen, dass »die Araber Israel und seinen Drohungen dauerhaft auf Gnade und Ungnade ausgeliefert bleiben«.

Die ägyptischen Waffenkäufe in der UdSSR riefen in Washington und London einen ähnlichen Sturm der Entrüstung hervor wie der sowjetische Prozess gegen die »jüdischen Ärzte« Anfang 1953. Eisenhower appellierte an Moskau, den Deal mit den Ägyptern platzen zu lassen. (Der Großteil der betreffenden Waffen kam übrigens aus den Skoda-Werken in der Tschechoslowakei, die infolge des Jalta-Abkommens in den sowjetischen Einflussbereich geraten waren; Waffen aus den Skoda-Werken hatten es den Zionisten 1947/1948 ermöglicht, die Araber militärisch zu besiegen, ihren Staat Israel zu gründen und die Sowjets anschließend als Rettungsengel zu feiern.) Am selben Tag, dem 9. November 1955, bezichtigte Anthony Eden die Sowjetunion der Schürung von Spannungen im Nahen Osten und sein Außenminister Harold Macmillan beklagte das Auftauchen eines »neuen, beunruhigenden Faktors in dieser delikaten Situation«. Für die Araber war die Botschaft hinreichend klar: Israel würde Waffen bekommen, sie nicht.

Nun kam die Propagandamaschinerie so richtig in Fahrt, wie es drei Jahre zuvor im Zusammenhang mit dem angeblichen »Antisemitismus« in der UdSSR und Osteuropa der Fall gewesen war. Schon nach wenigen Wochen war die Erinnerung an die zahlreichen Überfälle Israels auf seine Nachbarstaaten verblasst und die UNO-Resolutionen, in denen diese Aggressionsakte verurteilt worden waren, gerieten über Nacht in Vergessenheit. Stattdessen wurde dem Zeitungsleser Tag für Tag weisgemacht, das wehrlose Israel stehe durch die Schuld des Westens einem von den Roten bis an die Zähne bewaffneten Ägypten gegenüber. In der Anfangsphase der Propagandakampagne meldete sich ein Mann zu Wort, der den Mut hatte, die Wahrheit auszusprechen: Hanson W. Baldwin, ein namhafter amerikanischer Militärfachmann, kommentierte die Waffenlieferungen seines Landes an Israel wie folgt: »Wir versuchen ein sehr prekäres ‚Gleichgewicht’ zwischen den Israelis und den Arabern aufrechtzuerhalten. Doch ein wirkliches Gleichgewicht in dem Sinne, dass beide Seiten über dieselbe militärische Stärke verfügen, existiert nicht und wird auch in naher Zukunft schwerlich existieren. Heute ist Israel nicht nur eindeutig stärker als Ägypten, sondern sogar stärker als Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien, der Libanon, Syrien und der Irak zusammen« (New York Times, 11. November 1955).

Doch in den folgenden elf Monaten wurde diese Wahrheit den zeitungslesenden Massen vorenthalten. Tagtäglich servierte die Presse ihnen Horrorgeschichten über die »roten Waffen für die Araber«, die rasch zum Dauerbrenner der bereits angelaufenen Kampagne für die bevorstehenden Wahlen in Amerika wurden.  . . .

Vor dem Hintergrund des erbarmungslosen Drucks, den die Parteimanager auf den gesundheitlich angeschlagenen Eisenhower ausübten, sowie einer erneuten Kampagne gegen die »Verfolgung der Juden« begann also das Jahr der Präsidentschaftswahlen. Erfahrenen Beobachtern war von Anfang an klar, dass sich damals eine inszenierte Krise zusammenbraute, die ohne weiteres in einen Weltenbrand münden konnte. Ein maßgeblicher Faktor war dabei der Würgegriff, in dem sich die amerikanische Regierung befand und aus dem sie sich nicht befreien konnte.  . . .

Das Amt des amerikanischen Außenministers bekleidete damals John Foster Dulles. Am 24. Januar 1956 gab Dulles bekannt, er versuche die führenden demokratischen Politiker für eine Vereinbarung zu gewinnen, wonach der israelisch-arabische Konflikt »nicht zum Thema der Präsidentschaftswahlkampagne gemacht werden« solle. Die New York Times kommentierte diese Ankündigung wie folgt: »Bekanntlich hat sich Mr. Dulles darüber beklagt, dass Angehörige der israelischen Botschaft in Washington versucht haben, die Kandidaten bei den Kongresswahlen zu proisraelischen Stellungnahmen zu bewegen… Insbesondere befürchtet er, während der Wahlkampagne könnten Äußerungen laut werden, die Israel zur Ansicht verleiten könnten, die Vereinigten Staaten würden einen israelischen Angriff auf arabisches Territorium gutheißen oder sich gar daran beteiligen.«

Dulles klagte also über den politischen Druck, den der frühere Präsident Truman in seinen Memoiren geschildert hatte und versuchte 1956 zu erreichen, was James Forrestal 1947 angestrebt hatte – mit dem Ergebnis, dass er gefeuert wurde, einen Nervenzusammenbruch erlitt und durch Selbstmord endete.  . . .

Der American Zionist Council protestierte sogleich gegen Dulles’ Anregung, die Palästinafrage aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Der Vorsitzende der Organisation, ein Rabbiner Irving Miller, geißelte diesen Vorschlag als »die irrige Vorstellung, irgendein besonderer Aspekt der Außenpolitik solle der freien und ungehinderten öffentlichen Diskussion entzogen werden«. Wie es um die von Rabbiner Miller beschworene »freie und ungehinderte öffentliche Diskussion« in Wirklichkeit stand, ging aus den folgenden Zitaten zweier freimütiger Beobachter hervor, die gegen den Strom zu schwimmen wagten: »Israels Streitigkeiten mit seinen Nachbarstaaten sind in Amerika zum Wahlkampfthema geworden; ein Kandidat, der auch nur versucht, den arabischen Standpunkt zu erklären, begeht praktisch politischen Selbstmord« (Dorothy Thompson).  . .

Im allgemeinen besitzen die Bürger der Vereinigten Staaten und Großbritanniens keine Möglichkeit, sich zu der kostspieligen Verwicklung ihrer Regierungen in das Palästina-Abenteuer zu äußern; bei Wahlen werden Kandidaten, die den zionistischen Standpunkt nicht verinnerlicht haben, erst gar nicht aufgestellt und von seltenen Ausnahmen abgesehen lässt die Presse nur prozionistische Stimmen zu Wort kommen. Doch in diesem Fall besaß ein hochkarätiger Kabinettsminister die Möglichkeit, seine Version der Geschehnisse in einem überfüllten Saal offen darzulegen. Bei seinem Erscheinen, während seiner Ausführungen und bei seinem Abgang wurde er mit stürmischem Beifall bedacht.

Der Grund für den Applaus, der ihm entgegenbrandete, war nur allzu offensichtlich. Diese Episode sprach Bände, bewies sie doch, wie die breite Öffentlichkeit der westlichen Staaten reagieren würde, wenn ihre Führer in dieser Frage endlich einmal Tacheles sprächen. Unter anderem sagte Dulles an jenem 24. Februar 1956 folgendes: »Eine der größten Schwierigkeiten, denen sich die USA in ihrer Rolle als Vermittler zwischen den Arabern und Israel gegenübersehen, besteht im Glauben der arabischen Welt, dass Washingtons Politik von innenpolitischem Druck geprägt ist.« Es bestehe Gefahr, dass Israel »einen sogenannten Präventivkrieg vom Zaun brechen« werde, fuhr der amerikanische Außenminister fort. In diesem Fall würden die USA »nicht auf der Seite Israels eingreifen«, weil sie und ihre Verbündeten sich verpflichtet hätten, allen Staaten, die im Nahen Osten eine Aggression begingen, Widerstand zu leisten. Dulles deutete mehrfach an, dass »innenpolitischer Druck« auf die Regierung ausgeübt werde, um diese »zu einer proisraelischen Politik im Nahen Osten zu zwingen«.

Warum die Zuhörerschaft diese Ausführungen mit brausendem Beifall quittierten, ist nur allzu klar. Zum ersten Mal überhaupt hatte ein Spitzenpolitiker öffentlich Klartext über den Würgegriff gesprochen, in dem sich die führenden Mächte des Westens befinden. Die Unterstützung, die Dulles seitens der Öffentlichkeit zuteil wurde, verminderte den Druck, über den er geklagt hatte, freilich keineswegs. Keine zwei Monate später, am 12. April 1956, erstattete er vor führenden Kongressabgeordneten Bericht über die Lage im Nahen Osten, wobei er folgenden Satz aussprach: »Ich fürchte, die Zeit für eine friedliche Lösung ist bereits abgelaufen.« Dulles hob hervor, dass zwei entscheidende Elemente der amerikanischen Außenpolitik im Widerspruch zueinander standen: Die »Nutzung der riesigen Ölreserven der Region für die militärischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse Westeuropas« sowie die »Bewahrung Israels als Nation«. An dieser Stelle stellte der Führer der demokratischen Fraktion im Kongress, John McCormack, die Gretchenfrage: »Welches politische Ziel hat Vorrang: Die Rettung Israels oder die Kontrolle über das Öl?« Dulles’ salomonische Antwort »Wir versuchen beides zu bewerkstelligen« bewies, dass der gesamte Westen tiefer denn je zuvor in der Sackgasse steckte, in den ihn Großbritannien mit seiner Unterstützung des Zionismus geführt hatte.

Dulles’ vergebliche Versuche, »beides zu bewerkstelligen«, machte die Lage nur noch vertrackter. Offenbar hatte er von Anfang an nie auf einen Erfolg seines ursprünglichen Vorschlags gehofft, denn als er bei einer Pressekonferenz gefragt wurde, ob er ernsthaft glaube, der arabisch-israelische Konflikt lasse sich als Wahlkampfthema ausklammern, reagierte er »mit lautem, ironischem Gelächter«. Noch während er dem Senatskomitee Rede und Antwort stand, wurde an einer Taktik gefeilt, die es Amerika erlauben sollte, öffentlich zu erklären, es werde überhaupt keine Waffen in den Nahen Osten liefern, während es gleichzeitig sicherstellte, dass Israel in der Tat Waffen erhielt und damit jenen »Präventivkrieg« entfesseln konnte, den der Außenminister so fürchtete. Eine ähnliche Taktik war bereits in der Frage der deutschen »Wiedergutmachungszahlungen« zur Anwendung gelangt, die unter amerikanischem Druck erfolgten und Gewähr dafür boten, dass Israel mit einem nie versiegenden Strom von Geldmitteln und Gütern versorgt wurde, ohne dass diese in einem amerikanischen Budget erschienen.  . . .

Auf diesem Wege versuchte Washington also, sowohl die Kontrolle über die Erdölvorräte des Nahen Ostens beizubehalten als auch den Staat Israel zu verteidigen.  . . . Der Hintergrund war folgender: Die amerikanische Regierung finanzierte damals den Kauf von Waffen für ihre NATO-Partner, indem sie ausländischen Herstellern Aufträge erteilte. Diese von den USA finanzierten Lieferungen wurden auf amerikanische »Ermunterung« an Israel weitergeleitet. Somit wurde die NATO, bei der es sich vorgeblich um ein Verteidigungsbündnis des Westens gegen die »sowjetische Aggression« und den »Kommunismus« handelte, vor den Karren des Zionismus gespannt. Laut den Statuten des 1949 gegründeten Nordatlantischen Bündnisses waren seine Mitgliedstaaten (die USA, Kanada, England, Frankreich, zehn weitere europäische Länder sowie die Türkei) verpflichtet, einen Angriff auf einen von ihnen als Angriff auf alle aufzufassen und dem Aggressionsopfer zur Hilfe zu eilen.

Die US-Regierung, welche die UdSSR wegen ihrer Waffenlieferungen an Ägypten attackierte und beteuerte, sie selbst werde das Wettrüsten im Nahen Osten nicht durch die Lieferung von Waffen an Israel anheizen, versorgte den zionistischen Staat also durch die Hintertür mit Kriegsmaterial und stellte hierdurch sicher, dass er militärisch stärker war als alle sieben arabischen Staaten zusammen.

Am 24. April bekannte sich Ben-Gurion in Jerusalem ein weiteres Mal zu den nationalistischen und expansionistischen Zielen seines Landes: »Die fortlaufende Rückkehr der im Exil Lebenden ist das oberste Ziel Israels und eine unabdingbare Voraussetzung für die Erfüllung der messianischen Mission, die uns zu einem ewigen Volk gemacht hat.«  . . .

(Kein anderer Politiker der Welt konnte sich hinsichtlich Qualifikation und Erfahrung mit Sir Anthony Eden messen, als er seinem Ziehvater Churchill 1955 als Premier nachfolgte. Er gehörte der Generation an, die den Ersten Weltkrieg hautnah miterlebt hatte und die auf den Schlachtfeldern Flanderns gesammelten Erfahrungen prägten ihn für den Rest seines Lebens, das er von diesem Zeitpunkt an voll und ganz der Politik widmete. Der weltweit einzige Staatsmann, der ihm in Bezug auf persönliche Kontakte, Verhandlungsgeschick und allgemeines politisches Wissen das Wasser reichen konnte, war Winston Churchill.)

Als ihm Sir Winston »die Fackel überreichte«, war der Mann, den er 1938 als »Lebensversicherung der britischen Nation« bezeichnet hatte immer noch verhältnismäßig jung. In eben jenem Jahre 1938 hatte Eden aus Protest gegen die britische Beschwichtigungspolitik gegenüber Hitler (die er mit Recht als sicheren Weg in den Krieg betrachtete) seinen Ministersessel geräumt. Die tragischen Ereignisse vom Oktober 1956 waren für seine Zeitgenossen umso schwerer zu ertragen, als sein Name mit ihnen verbunden war.

Ich habe Anthony Eden in den Vorkriegsjahren so gut gekannt, wie ein Auslandskorrespondent einen Politiker überhaupt kennen kann. Da wir zu einer Zeit, wo sich der Horizont immer mehr verdüsterte, Gesinnungsgenossen gewesen waren, habe ich ihm später, als es den Anschein machte, als entfremde er sich der Denkweise seiner Generation zusehends, geschrieben; er antwortete mir in freundlichem Ton, bestätigte, dass er sich an unsere frühere Bekanntschaft erinnerte und ließ mich wissen, dass er meine Bücher gelesen hatte.

Im Jahre 1935 hatte ich ihn nach seiner ersten Begegnung mit Hitler getroffen. Er trug eine bedrückte Miene zur Schau, denn sein Gastgeber hatte ihm in drohendem Tone mitgeteilt, die (damals offiziell noch gar nicht existierende) deutsche Luftwaffe sei bereits größer als die britische. Später begleitete ich ihn nach Moskau, wo er mir bestätigte, was mir nach seiner ersten Unterredung mit Stalin gerüchteweise zu Ohren gekommen war: Der georgische Despot hatte auf jenen kleinen Punkt auf der Weltkarte gezeigt, der England versinnbildlicht und dazu bissig bemerkt, es sei doch höchst seltsam, dass ein derart kleines Land den Schlüssel zum Weltfrieden innehabe. (Mit dieser Bemerkung hatte Stalin gar nicht so unrecht!) Da ich von solchen Episoden aus Edens eigenem Mund erfahren hatte, dürfte kaum jemand erschütterter gewesen sein als ich, als er sich im Oktober 1956 leichtfertig zu seinem verhängnisvollen Schritt hinreißen ließ.

Als mit allen Wassern gewaschener Berufspolitiker begriff Eden schon bald nach seinem Amtsantritt im Mai 1955, dass er nicht so sehr Premierminister wie Minister für jüdische Angelegenheiten war – und hierunter waren hauptsächlich der Zionistenstaat und sein unbändiger Ehrgeiz zu verstehen. Dies bedeutete, dass das Nahostproblem während seiner gesamten Amtszeit wie ein Damoklesschwert über ihm schweben und dass sein politisches Schicksal von seiner Einstellung zum Zionismus und nicht von seinen innenpolitischen Erfolgen oder Fehlschlägen abhängen würde.  …

Die britische Regierung hatte eine Vereinbarung mit dem Iran und der Türkei getroffen, um die Verteidigung der britischen Interessen im Nahen Osten gewährleisten zu können. Immerhin war das nahöstliche Öl für Großbritannien sowie seine auf der südlichen Erdhalbkugel gelegenen Dominions lebenswichtig. Bei der Debatte im Unterhaus kam diese Frage freilich nicht zur Sprache; die Diskussion drehte sich ausschließlich um die Auswirkungen, die das Abkommen mit den Persern und Türken für Israel haben würde. Nur zwei von 625 Abgeordneten bekundeten ihren Unmut hierüber: »Dies ist keine Debatte über Palästina; der Außenminister hat sich um den Weltfrieden und die Interessen Großbritanniens zu kümmern, selbst wenn diese für gewisse andere Staaten lästig und ärgerlich sind« (Thomas Reid).  . . . 

In der zweiten Hälfte des Jahres 1955 quälte sich Eden mit der »Nahostfrage« ab. Einmal schlug er vor, eine internationale Armee zwischen Israel und den arabischen Staaten zu stationieren (die USA erhoben hiergegen Einwände); ein anderes Mal regte er an, Israel solle sich mit geringfügigen Grenzkorrekturen zu seinen Ungunsten einverstanden erklären, denn schließlich habe es 1948 mehr Land an sich gerissen, als ihm die Vereinten Nationen »zugesprochen« hätten. Die New Yorker Zeitungen quittierten diesen Vorschlag mit zornigen Anschuldigungen: Großbritannien, zeterten sie, sei jetzt »zu den Feinden Israels übergegangen«.

Dann begann das Jahr der amerikanischen Präsidentschaftswahlen, an dessen Ende Anthony Edens Karriere in Scherben liegen sollte. Die zionistische Propagandamaschinerie lief schon bald auf Hochtouren; gestützt auf vierzig Jahre Erfahrung spielten die Zionisten Washington und London gegeneinander aus. Im März ereignete sich ein folgenschwerer Zwischenfall, der jeden gewitzten Beobachter erkennen ließ, dass ein israelischer Angriff auf Ägypten mit absoluter Sicherheit bevorstand.

Am Vorabend des jüdischen Passover-Festes strahlte der zwielichtige Sender »The Voice of America« eine Sendung voll explosiver Anspielungen auf den »Auszug der Juden aus der ägyptischen Gefangenschaft« aus. Vor dem Hintergrund der pausenlosen Hetzkampagne, die Washington und London gegen Ägypten führten, war dies ein klarer Hinweis darauf, dass es vor dem nächsten Passover-Fest Krieg geben würde. Das amerikanische Volk in seiner Gesamtheit weiß herzlich wenig über den Inhalt der Sendungen von  »The Voice of America« und schwebt in Unkenntnis darüber, an wen sie sich richten. 

Von diesem Augenblick an nahm das Trommelfeuer gegen Ägypten noch an Heftigkeit zu. Die folgenden Ereignisse lassen sich unschwer im Lichte der Tagebuchaufzeichnungen des früheren US-Kriegsminister Henry Stimsons aus der Zeit unmittelbar vor Pearl Harbor deuten, die Aufschluss darüber vermitteln, dass die Roosevelt-Regierung Japan dazu verleiten wollte, »den ersten Schuss abzufeuern«. Was sich nach der erwähnten Ausstrahlung von The Voice of America tat, wirkte wie ein Manöver, durch das Ägypten dazu verführt werden sollte, den damaligen verhängnisvollen Fehler der Japaner zu wiederholen, doch da die Ägypter nicht in die Falle tappten, erfuhr die Welt alsbald, dass es inzwischen gar nicht mehr nötig war, den ersten Schuss abgefeuert zu haben, um als Aggressor zu gelten. Dass ein von seinem feindlichen Nachbarn überfallenes Land allgemein zum Aggressor gestempelt werden konnte, ist ein bedrückender Beweis für die Macht der Massenpropaganda im 20. Jahrhundert. Die zahlreichen UNO-Resolutionen der vergangenen Jahre, in denen Israel als Aggressor verurteilt worden war, schienen niemanden mehr zu kümmern.  . . .

(Damals warben sowohl die britische als auch die amerikanische Regierung (zumindest offiziell) um die Freundschaft Ägyptens, da sie hofften, auf diesem Wege zu einer Befriedung des Nahen Ostens beitragen zu können. Als Geste des guten Willens gegenüber den Ägyptern bereitete England damals unter amerikanischem Druck den Abzug seiner Truppen vom Suez-Kanal vor.)

Warum sich Eden dazu bewegen ließ diesen Kanal ohne Sicherheitsgarantien aufzugeben, ist eine jener Fragen, auf welche die Politiker niemals eine Antwort erteilen. Wenn Washington während der letzten vier Jahrzehnte in Fragen, die den Nahen Osten betrafen, Druck ausübte, dann stets um zionistischer Interessen willen. Auch in diesem Fall dürfte es nicht anders gewesen sein. Die Folgen dieser Nachgiebigkeit gegenüber den amerikanischen Pressionen traten schon sehr bald zutage: Sie bescherten England eine schwere Demütigung und ein Fiasko erster Güteklasse. Angeblich war die britische Konzessionsbereitschaft lediglich die erste Hälfte eines umfassenden anglo-amerikanischen Arrangements zur »Gewinnung der Freundschaft der Araber«. Für die zweite Hälfte sollten die Amerikaner aufkommen, indem sie, gemeinsam mit der britischen Regierung und der Weltbank, die erkleckliche Summe von 900 Millionen Dollar für den Bau des geplanten Assuan-Staudamms aufbrachten.

Die Chronologie der sich von nun an überschlagenden Ereignisse ist von kapitaler Bedeutung. Im Juni 1956 begannen die britischen Truppen wie versprochen mit ihrem Rückzug vom Suezkanal. Am 6. Juli teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums der Presse mit, das Angebot an Kairo zur Finanzierung des Assuan-Damms sei immer noch gültig. Schon wenige Tage später gab der ägyptische Botschafter in Washington bekannt, sein Land habe sich »definitiv dafür entschieden, um westliche Hilfe beim Bau des Damms zu ersuchen«. Am 19. Juli sprach er bei Dulles vor und teilte ihm mit, seine Regierung akzeptiere die amerikanische Offerte, aber Dulles erteilte ihm eine kalte Dusche: Die amerikanische Regierung, erklärte er, habe sich eines Besseren besonnen. Einen Tag zuvor hatte der Sprecher des britischen Außenministeriums in London verlautbaren lassen, seine Regierung sei weiterhin bereit, ihren Teil zur Finanzierung des Projekts beizutragen. Am 19. Juli setzte derselbe Sprecher die Presse (also nicht den ägyptischen Botschafter!) darüber in Kenntnis, dass auch Großbritannien von seinem Angebot abgerückt war. Er lehnte es ab, eine Begründung für diesen Entscheid zu liefern, verwies aber auf die »permanenten Konsultationen zwischen Whitehall [dem Sitz des britischen Außenministeriums] und Washington«.

Dieses Manöver war nur allzu durchsichtig: Nachdem die Amerikaner die Briten zunächst unter Druck gesetzt hatten, um sie zur Kompromissbereitschaft gegenüber Ägypten und zum Abzug ihrer Truppen vom Suezkanal zu bewegen, übten sie anschließend Druck auf sie aus, um sie zu einer groben Brüskierung der ägyptischen Seite zu veranlassen. Nun saß die britische Regierung zwischen allen Stühlen.

(Ihre Kapitulation vor der ersten Forderung Washingtons war die Folge von Eisenhowers im Februar abgegebenen Versicherung gewesen, er wolle die »Verschlechterung der Beziehungen zwischen den arabischen Nationen und den USA stoppen«. Wären die Briten angesichts der zweiten amerikanischen Forderung hart geblieben, so hätte sie ihr Gesicht gewahrt.)

Ich kann mich an keinen einzigen Fall erinnern, wo eine Staat, um dessen Freundschaft die Westmächte angeblich warben, eine dermaßen schallende Ohrfeige erhalten hätte. Ein solches Verhalten der Regierungen in Washington und London wäre zu einem Zeitpunkt, wo sie noch nicht zu Satrapen der Zionisten abgesunken waren, schlechthin undenkbar gewesen. Dass die USA von ihrem Angebot an Ägypten abrückten und Großbritannien es ihnen mit unüberbietbarer Würdelosigkeit gleichtat, war ganz eindeutig der wahre Grund dafür, dass die Krise schon wenige Monate später in einen Krieg  mündete. Freilich war der Druck, dem sich London aus Washington ausgesetzt sah, seinem Wesen nach durchaus nicht »amerikanisch«. »Einige Kongressabgeordnete fürchteten die Missbilligung der Zionisten«, kommentierte die New York Times die Annullierung der Offerte an Ägypten zurückhaltend; immerhin standen ja Präsidentschaftswahlen ins Haus…

Schon eine Woche später verstaatlichte Präsident Nasser den Suezkanal und sogleich begannen Gerüchte über einen bevorstehenden Krieg zu kursieren, wie drei Jahre zuvor wegen des Prozesses gegen die »jüdischen Ärzte« in Moskau. Als Reaktion auf diesen Schritt heftete man Nasser die Etikette eines Bösewichts an – ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich am Horizont tatsächlich dunkle Wolken zusammenballten. Im Verlauf meines Lebens habe ich mehrmals erlebt, wie ein missliebiger Staatsmann zum Buhmann abgestempelt wurde. Solche Hetzkampagnen, die das Denken der Öffentlichkeit zutiefst vergiften, können auf einen Wink hin in Gang gesetzt und ebenso rasch wieder gestoppt werden.

In meiner frühen Kindheit musste ich mir allerlei Gruselgeschichten über den »wahnsinnigen Mullah« anhören, einen islamischen Führer, den heute kein Mensch mehr kennt. Auch der ehrenwerte alte Burenführer Paul Krüger wurde von den Propagandisten als Bösewicht dargestellt. Heute begreife ich, dass diese Figuren aus dem Horrorkabinett meist weder besser noch schlechter waren als jene, die sie zu Monstren hochstilisierten.

Noch lange bevor man Nasser als verruchten Finsterling anschwärzte und geraume Zeit vor der beispiellosen Provokation vom 19. Juli (auf die Kairo besonnen reagierte) war der ägyptische Präsident zum Aggressor in einem zukünftigen Krieg ernannt worden. Im März erklärte Ben-Gurion in Tel Aviv, nur sofortige Waffenlieferungen an Israel könnten »einen arabischen Angriff innerhalb der nächsten paar Monate« verhüten. Der Aggressor, fügte er hinzu, werde »der ägyptische Diktator Nasser« sein. Am 13. April sagte der ein Jahr zuvor in den Ruhestand getretene Winston Churchill vor einer erlesenen Zuhörerschaft, die Gebote »der Vorsicht und der Würde« verlangten von Großbritannien, Israel im Falle eines ägyptischen Angriffs zu helfen. Sir Winston gab zu erkennen, dass er einen (von den zionistischen »Aktivisten« verlangten) israelischen Schlag gegen Ägypten billigen würde: »Wenn die Israelis daran gehindert werden, die Streitkräfte, welche das Überleben ihrer Rasse gewährleisten sollen, zur Abwehr der Ägypter einzusetzen, ehe die Ägypter gelernt haben, mit den ihnen gelieferten russischen Waffen umzugehen und dann angreifen, wird es für Israel nicht nur ein Gebot der Vorsicht, sondern auch eine Frage der Ehre sein, sicherzustellen, dass ihm sein zögerliches Abwarten nicht zum Verhängnis wird.« Schon bald darauf schlugen die Israelis gegen die ägyptischen Truppen im Gazastreifen zu; die Kampfhandlungen griffen auf die Zivilbevölkerung über; rund 150 Männer, Frauen und Kinder fanden den Tod. Doch im Westen tat dies dem Gezeter über den »Bösewicht Nasser« und die »ägyptische Aggression« keinen Abbruch – es schwoll im Gegenteil noch an.

Wie tief England in seiner Willfährigkeit inzwischen gesunken war, ging aus zwei symbolträchtigen Geschehnissen hervor. Im Juni 1956 gab die »Anglo-Jewish Community« in Guildhall ein Bankett, um »den dreihundertsten Jahrestag der Wiederansiedlung der Juden auf den britischen Inseln« zu feiern. Zu den Geladenen gehörte auch der Gemahl der jungen Königin, der Herzog von Edinburgh, von dem seine Gastgeber verlangten, mit einem Judenkäppi auf dem Kopf zu erscheinen!

Nachdem Nasser den Suezkanal verstaatlicht hatte, schwoll das Kriegsgeheul im Westen zu einem Orkan an. Die »Verstaatlichung« des Kanals war im Jahre 1956 an und für sich kein Anlass mehr zu einer solch hysterischen Reaktion: Die USA hatten die Nationalisierung in fremdem Besitz befindlicher Ölfelder durch Mexiko akzeptiert, als sich dieses (wie später Ägypten unter Nasser) bereit erklärte, den Marktpreis dafür zu bezahlen; in Großbritannien hatte die sozialistische Regierung Eisenbahnen und Kohlenbergwerke verstaatlicht. Ein triftiger rechtlicher oder moralischer Grund für die antiägyptische Kampagne war nicht leicht zu finden, obwohl es zwischen Nassers Vorgehen und den existierenden Präzedenzfällen schon gewisse Unterschiede gab und die ägyptische Reaktion augenscheinlich eine im Affekt begangene Protestaktion und kein Ausdruck rationaler Politik war.

Wäre die Verstaatlichung des Suezkanals für Großbritannien wirklich untragbar gewesen, so hätte die einzige wirksame Antwort in seiner sofortigen Wiederbesetzung bestanden, doch zu einem solchen Schritt mochte sich London nicht durchringen. Stattdessen begann man Nasser mittels eines perfekt inszenierten Lügenfeldzugs plötzlich überall mit »Hitler« zu betiteln. Zuerst schmähte Ben-Gurion ihn als »Diktator«; aus dem »Diktator« wurde schon bald ein »faschistischer Diktator«, und der jüdischstämmige französische Premierminister Guy Mollet taufte diesen »faschistischen Diktator« »Hitler«.

Die Hetzkampagne lief nach demselben Muster ab wie jene gegen Stalin in den Jahren 1952 und 1953. Was die Abstempelung Nassers zu einem »Hitler« bezweckte, war nur allzu klar: Er sollte als Feind der Juden gebrandmarkt und bestraft werden. Nachdem Sir Anthony Eden am 9. August 1956 im Unterhaus ans Rednerpult getreten war, um sich wieder einmal zu seinem Albtraum, der »Nahostfrage«, zu äußern, sagte der Sozialistenführer Hugh Gaitskell: »Das alles kommt uns fatal bekannt vor… Genau so haben sich Mussolini und Hitler vor dem Krieg verhalten.« Ein weiterer sozialistischer Redner, – Q. C. Paget, forderte den Premierminister zu einer sofortigen militärischen Intervention auf: »Diese Politik der hinterhältigen Aggression kennen wir von Hitler her. Sind Sie sich der Konsequenzen bewusst, die sich ergeben werden, wenn wir auf Gewalt nicht mit Gewalt reagieren, bevor es zu spät ist?«

Die Sozialisten wollten Sir Anthony also bewusst zu einem Militärschlag gegen Ägypten provozieren (als er dies dann tatsächlich tat, beschimpften sie ihn als »Mörder«), indem sie ihn an seine politische Vergangenheit erinnerten. 1938 hatte er aus Protest gegen die von der damaligen britischen Regierung gegenüber dem Dritten Reich verfolgte Beschwichtigungspolitik seinen Ministerposten geräumt. Fast unmittelbar darauf hatte Hitler den Anschluss Österreichs vollzogen. Wie viele andere hatte auch Eden diesen Akt der Gewalt vorausgesehen und seine Geste des Protests war gerechtfertigt. Doch 1956 war die Situation völlig anders als 1938. Ägypten war keine Großmacht, sondern militärisch sehr schwach; die Briten hatten ihm gegenüber keine »Beschwichtigungspolitik« betrieben, sondern es öffentlich gedemütigt und aufs Gröbste provoziert. Es hatte keine Aggression gegen einen anderen Staat begangen, sondern war selbst wiederholt angegriffen worden und Israel hatte ihm ganz offen mit Krieg gedroht.

Angesichts dieser Ausgangslage war jeder Vergleich Nassers mit Hitler absurd – es sei denn, jeder Staatsmann, den die Zionisten als ihren Feind betrachten, ist automatisch ein Hitler. Dies hinderte Eden, dessen Urteilsvermögen möglicherweise durch die Erinnerung an 1938 getrübt war, freilich nicht daran, dem Schwindel auf den Leim zu gehen: Er beschimpfte Nasser als »faschistischen Plünderer«, dessen Appetit beim Essen wachse; dies war die Sprache, deren er und Churchill sich achtzehn Jahre zuvor gegenüber Hitler bedient hatten. Der britische Premierminister begründete seine Attacke auf Nasser mit dem Argument, der Suezkanal sei »für andere Länder in allen Teilen der Welt lebenswichtig… Für uns alle ist dies eine Frage von Leben und Tod… Der Kanal muss effizient verwaltet werden und wie es in der Vergangenheit stets der Fall war, den Schiffen aller Nationen als freier und sicherer internationaler Wasserweg zur Verfügung stehen.«

Der Haken an diesem Argument war, dass Nasser den Kanal keineswegs geschlossen, sondern lediglich verstaatlicht hatte. Er stand »den Schiffen aller Nationen« auch weiterhin »freier und sicherer internationaler Wasserweg zur Verfügung« – mit einer Ausnahme. Das einzige Land, dem die ungehinderte Durchfahrt durch den Suezkanal verweigert wurde, war Israel und dies war der wahre Grund für die heftige Reaktion des Westens. Da sich die Ägypter technisch gesehen immer noch im Kriegszustand mit dem zionistischen Staat befanden, hatten sie Schiffe, die Kurs auf Israel nahmen, angehalten und nach Waffen durchsucht. Es war dies der einzige Fall, wo die freie Durchfahrt von Fahrzeugen durch den Kanal behindert worden war und hiergegen, nicht gegen die Verletzung britischer Interessen, richtete sich Edens Protest. Immerhin gab er sich zum Schluss seiner Ansprache versöhnlich: »Meine Freunde, wir streben keine gewaltsame Lösung an.«  . . .

Dies trat schon bald mit aller Klarheit zutage. Am 22. August 1956 schrieb Rose Halprin, Vorsitzende der Jewish Agency für Palästina, in der New York Times: »Das einzige rechtliche Argument, das die Westmächte im Lichte der 1888 unterzeichneten Konvention [über den freien Schiffsverkehr durch den Suezkanal] gegen Ägypten ins Feld führen können, besteht in dessen Weigerung, israelischen Schiffen die Durchfahrt zu genehmigen und in seiner Praxis, Schiffe, deren Bestimmungsort Israel ist, zu durchsuchen.« Dies entsprach voll und ganz den Tatsachen. Sollte der Streit auf der Grundlage des internationalen Rechts beigelegt werden, so war der einzige Staat, der gegen Ägypten Beschwerden vorbringen konnte, Israel. Eine juristische Debatte über diese Frage hätte jedoch einen Rattenschwanz anderer ungelöster juristischer Probleme nach sich gezogen, angefangen bei der Legalität des Staates Israel selbst sowie dem de facto weiterhin bestehenden Kriegszustand zwischen diesem und Ägypten. Unter diesen Umständen handelte jedes Land, das sich an der Kampagne gegen Nasser beteiligte, in Wahrheit einzig und allein im Interesse Israels und legte die juristischen Streitfragen einseitig im israelischen Sinne aus.

Im September ging Eden noch einen Schritt weiter, indem er prophezeite, im Kriegsfall werde der Aggressor mit Sicherheit Ägypten heißen. Den genauen Text der betreffenden Rede kenne ich nicht, doch steht mir eine Version davon zur Verfügung, die von der Agentur Associated Press verbreitet und anschließend von Tausenden von Zeitungen gedruckt worden war. Die entscheidende Passage lautete wie folgt: »Premierminister Eden sagte diese Nacht, Präsident Nasser werde als nächstes Israel angreifen, wenn man ihm die Übernahme des Suezkanals durchgehen lasse. Sir Anthony ließ durchblicken, dass Großbritannien Israel wenn nötig bewaffnete Hilfe leisten werde« (13. September 1956).  

Wenn ich so ausführlich auf dergleichen Zeitungsberichte eingehe, dann darum, um dem Leser eine Vorstellung von dem deprimierenden Bild zu vermitteln, das die westliche Presse in den fünfziger Jahren bot. Ohne Kenntnis der damals systematisch betriebenen Lügenfeldzüge wird er die Ereignisse jener Jahre einfach nicht verstehen können. Nachdem Israel die Grenzen seiner arabischen Nachbarstaaten jahrelang immer wieder grob verletzt hatte und dafür von der UNO wiederholt verurteilt worden war, erkühnte sich die Weekly Review zu behaupten, die Araber würden den zionistischen Staat mit absoluter Sicherheit angreifen; hieran bestehe »jetzt nicht mehr der geringste Zweifel«!

Auf die von mir hier nachgezeichnete Art und Weise wurde während der ersten neun Monate des Jahres 1956 der Boden für die dramatischen Ereignisse vom Oktober vorbereitet. Die westlichen Waffenlieferungen an Israel liefen auf Hochtouren. Nach der Verstaatlichung des Suezkanals gab Eden im Juli bekannt, dass »sämtliche Waffenlieferungen an Ägypten eingestellt« worden seien. Im selben Monat trafen zwei britische Zerstörer in Israel ein. Während der Frühlings- und Sommermonate hatte Frankreich dem Zionistenstaat unter amerikanischem Druck Düsenflugzeuge und anderes Rüstungsmaterial zur Verfügung gestellt. Im September erklärte sich Kanada – ebenfalls auf einen Wink aus Washington hin – bereit, Israel mit Düsenflugzeugen zu beliefern; laut der New York Times vom 22. September hatte Ottawa sich »vor diesem Entscheid mit den Vereinigten Staaten beraten«.  . . . 

Irgendwann werden mit Sicherheit Männer erscheinen, die das Joch, unter dem Amerika und Großbritannien seufzen, abschütteln werden. Dass es den Zionisten nicht gelang, einen Vizepräsidenten Nixon zu verhindern, war ein Silberstreifen am düsteren politischen Horizont jener Tage, so dass die Person Richard Nixons heute eine symbolische Bedeutung besitzt. Der Grund für die Feindschaft, die Nixon seitens der Zionisten entgegenschlägt, liegt darin, dass er kein »Internationalist« ist – ganz im Gegenteil hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass Alger Hiss, der vielleicht wichtigste Sowjetagent in der Roosevelt-Regierung, demaskiert und überführt werden konnte. Dies liefert eine Erklärung dafür, dass er seither eine so »schlechte Presse« hat, nicht nur in den USA, sondern auch anderswo in der westlichen Welt. Auch wenn er auf der schwarzen Liste der Zionisten steht, könnte er, sofern er den Sprung auf den Präsidentensessel tatsächlich schafft, die Fesseln abschütteln, die fast alle amerikanischen Präsidenten seit einem halben Jahrhundert getragen haben und weiterhin tragen. 

Ich habe die Wahlen von 1956 (wie zuvor jene von 1952) aus nächster Nähe verfolgt und war mir bewusst, dass ein – umfassender oder örtlich begrenzter – Krieg immer näher rückte.  . . .

Am 29. Oktober 1956, acht Tage vor der Wahl, brach der Krieg aus. Das Datum war ganz offensichtlich so gewählt, dass die Nachricht in Washington und London ein Maximum an Bestürzung auslöste. Von jenem Augenblick an ließen sich die entfesselten Kräfte nicht mehr kontrollieren, und es wird noch sehr lange dauern, bis die Menschheit Klarheit über das Ausmaß der Katastrophe gewinnt.

Lassen wir die Geschehnisse nun Revue passieren: Am 29. Oktober 1956 verkündete die israelische Regierung, sie habe eine umfassende Invasion Ägyptens in die Wege geleitet und ihre Truppen seien »75 Meilen tief in die ägyptische Sinai-Halbinsel vorgedrungen«. Diese unrühmliche Krönung einer langen Reihe von Angriffen auf die Araber löste auf der ganzen Welt Entrüstung aus. Gerade damals führten die Ungarn einen Kampf bis aufs Messer gegen das kommunistische Gewaltregime und waren drauf und dran, die Oberhand zu behalten. Die beiden destruktiven Bewegungen, die im Oktober 1917 von Russland ausgegangen waren, hatten sich durch ihre gleichermaßen brutalen Handlungen vollkommen diskreditiert. Sie zerstörten sich selbst und es bestand keine Notwendigkeit mehr, sie von außen zu stürzen. Sie hatten der Verurteilung, die ihnen weltweit entgegenschlug, nichts mehr entgegenzusetzen. Nicht einmal die zionistische Propagandamaschinerie in New York hätte es noch fertiggebracht, der Welt weiszumachen, Israel sei das Opfer einer »ägyptischen Aggression« und die Öffentlichkeit zu einer Billigung des israelischen Vorgehens zu veranlassen. … – Die Regierungen in London und Paris gaben bekannt, dass sie die Zone um den Suezkanal besetzen würden, »sofern die israelischen und ägyptischen Truppen den Kampf nicht einstellen und sich binnen zwölf Stunden zehn Meilen vom Kanal zurückziehen.« Da die israelischen Truppen dann weiterhin fast hundert Meilen von der Grenze entfernt auf ägyptischem Boden gestanden hätten, war mit einer Zustimmung Kairos zu diesen Bedingungen von Anfang an nicht zu rechnen. Darauf begannen die englische sowie die französische Luftwaffe mit einem intensiven Bombardement von Flughäfen sowie anderen Objekten auf ägyptischem Gebiet und schalteten die ägyptische Luftwaffe aus, so dass die Aggressoren einen leichten Sieg erringen konnten.

Ein zukünftiger Leser wird sich kaum vorstellen können, was ich als vaterlandsliebender Engländer empfunden habe, als ich in Amerika diese Nachricht erfuhr. Das Wort »Scham« reicht nicht aus, um meine Gefühle zu schildern, doch fällt mir kein besseres ein. Selbst die Unterzeichnung des Münchner Abkommens hatte mich nicht dermaßen getroffen. Damals kündigte ich als Zeichen meines hilflosen Protestes meine Stelle bei The Times (eine törichte Geste, wie ich heute freimütig einräume). Ich werde nie vergessen, wie fair sich die Amerikaner, mit denen ich mich unterhielt, mir gegenüber verhielten. Sie waren ungläubig, schockiert und verstört über die Nachricht, aber kein einziger erlag der – zwar irrationalen, aber bei vielen Amerikanern instinktiv vorhandenen – Neigung, angesichts eines britischen Debakels Schadenfreude zu bekunden. Manche waren sich bewusst, dass die Politik der US-Regierung, die sich unter dem zionistischen Druck wand wie ein Wurm, die Hauptschuld an der verhängnisvollen Entwicklung trug und empfanden ebenso wie ich tiefe Scham. Sie begriffen als einzige, dass nicht nur England und Amerika, sondern der gesamte »Westen« durch seine Unterwürfigkeit gegenüber den Zionisten Schande auf sich geladen hatte.

Die Schuld an der Explosion im Nahen Osten trug allerdings Großbritannien. Welche Folgen sein wahnwitziges Vorgehen langfristig haben wird, lässt sich heute noch nicht abschätzen, aber eines steht schon heute ohne Zweifel fest: Die einmalige Gelegenheit, welche die Geschehnisse in Ägypten und Ungarn der »freien Welt« boten, war verscherzt – durch einen wahren Rattenschwanz von Fehlkalkulationen, zu dem sich der Geschichte kaum eine Parallele findet. . . .

Für den zionistischen Staat war die Beteiligung der Briten und Franzosen an seiner Aggression natürlich ein Gottesgeschenk. Während die ganze Welt mit dem Finger auf die Israelis zeigte, sicherten die beiden Westmächte diesen durch ihr Eingreifen einen leichten Sieg: Sie waren tief auf ägyptisches Territorium vorgestoßen und feierten ihren Triumph ausgelassen. Frankreich hatte zu seinem Unglück nicht mehr zu verlieren als die Dame aus dem Soldatenlied, deren guter Ruf »wieder einmal flöten ging«. Als Folge der Revolution von 1789 hatte das Land eine endlose Reihe von Fiaskos erlitten und war unfähig, seine spirituelle Krise zu überwinden.  . . .

England war ein grundlegend anderer Fall. Der Name dieses Landes bürgte von alters her für eine ehrenhafte Politik, in schlechten Zeiten nicht minder als in guten. Es lief Gefahr, in der anrüchigen Gesellschaft, in der es sich befand, seine Seele zu verlieren, ohne dass es eine Welt zu gewinnen gehabt hätte. England hatte Weisheit bewiesen, indem es die Lektionen der Geschichte verinnerlichte. Es hatte nicht versucht, sein Imperium um jeden Preis zu verewigen und sich mit dem Bajonett gegen den Wandel zu stemmen. Es hatte die Unvermeidlichkeit politischer Veränderungen akzeptiert und Flexibilität an den Tag gelegt, indem es sein Kolonialreich zunächst in ein Commonwealth verwandelte, dem sowohl unabhängige Staaten als auch Kolonien angehörten und später, als immer mehr Kolonien Selbstbestimmung forderten, eine große Völkerfamilie begründete, die durch keinerlei Zwang, sondern lediglich durch unsichtbare Bande zusammengehalten wurde.

Bei der Krönung der jungen Königin Elisabeth im Jahre 1953 erwies es sich, dass diese Bande nicht etwa schwächer, sondern im Gegenteil stärker waren denn je zuvor. Dass Großbritannien davon Abstand nahm, anderen Völkern mit Gewalt eine bestimmte Regierungsform aufzudrängen und dass es jederzeit zugänglich für neue Formen des Zusammenlebens mit den ihm entsprungenen Nationen war, machte die englischsprachige Völkerfamilie zu einem einzigartigen Experiment in der Menschheitsgeschichte, das für die Zukunft sehr viel Gutes verhieß, solange Großbritannien der bisher verfolgten Politik treu blieb. Das hervorstechende Ergebnis der scheinbaren Schwäche dieser losen Schicksalsgemeinschaft englischsprachiger Völker war die Stärke, die sie unter Druck zeigte; Entwicklungen, die zum Auseinanderbrechen einer auf dogmatischen Regeln basierenden starren Organisation geführt hätten, vermochten diesem Organismus nichts anzuhaben, da er zwar nachgab, aber nie zerbrach und sich bei Nachlassen des Drucks sofort wieder straffte.

Somit lief England im Jahre 1956 Gefahr, die großartigen Errungenschaften der britischen Geschichte zu gefährden oder ihrer vollständig verlustig zu gehen, wenn es die Politik, die ihm einen dermaßen guten Ruf sowie alles in allem so befriedigende materielle Ergebnisse gebracht hatte, durch einen leichtfertigen Akt auf den Kopf stellte. In diesem Lichte ist der Entscheid der britischen Regierung vom 30. Oktober 1956 zu beurteilen.

Wenn der Suezkanal für Großbritannien wirklich »lebenswichtig« war, warum hatte es seine Truppen dann von diesem Kanal abgezogen? Wenn freundschaftliche Beziehungen zu Ägypten nach dem Truppenabzug von entscheidender Bedeutung waren, warum hatte London die Ägypter dann im Juli vorsätzlich brüskiert? Wenn britische Schiffe den Suezkanal ungehindert passieren konnten, warum behauptete London dann, »die Freiheit und Sicherheit der internationalen Schifffahrt« stünden auf dem Spiel? Wenn irgendwelche vitalen britischen Interessen bedroht waren, warum wartete England dann, bis Israel Ägypten angriff und schlug erst dann selbst zu?

Man kann diese Frage von jedem beliebigen Gesichtspunkt aus betrachten, die Antwort ist immer dieselbe: Dem Vorgehen der Eden-Regierung können keine britischen Interessen zugrunde gelegen haben, so wenig wie sich die französische Regierung bei ihrem Handeln an französischen Interessen orientierte. Der Zeitpunkt, zu dem diese beiden Länder ihren Schlag gegen Ägypten führten, sagt alles über ihre wahren Beweggründe. Hätte Israel nicht existiert, so wäre es ihnen nicht im Traum eingefallen, sich auf ein militärisches Abenteuer im Nahen Osten einzulassen.

Zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe, sind seit den dramatischen Ereignissen erst vier Wochen vergangen und deren Auswirkungen können vorderhand nur im Lichte der bisherigen Entwicklungen analysiert werden. Doch schon heute besteht kein Zweifel daran, dass sie absolut verheerend sind. Zwei der an diesem Piratenstreich beteiligten Akteure, Israel und Frankreich, hatten diesen ganz offensichtlich langfristig geplant. Zum damaligen Zeitpunkt war das militärische Fiasko bereits so klar wie das politische; die englische Öffentlichkeit musste sich fast fünf Tage lang gedulden, ehe sie erfuhr, dass britische Flugzeuge Ägypten bombardiert hatten; der Suezkanal war durch versenkte Schiffe blockiert; Präsident Nasser war in der arabischen Welt populärer denn je zuvor und die britische Regierung änderte ihre Politik von «kein Rückzug” zunächst in «Rückzug unter bestimmten Bedingungen” und schließlich in «bedingungsloser Rückzug” um.

Eisenhower und seine Regierung zogen sich in diesem Fall durchaus achtbar aus der Affäre. Ganz offensichtlich waren sie im Voraus in die Pläne der Aggressoren eingeweiht gewesen (so wie Roosevelt Ende 1941 Bescheid über den bevorstehenden japanischen Überfall auf Pearl Harbor gewusst hatte). Einige Tage vor dem Angriff wurden amerikanische Bürger angewiesen, die künftige Gefahrenzone zu verlassen.  . . . Eisenhower hatte außerdem die Gunst der Stunde genutzt und Großbritannien zum Sündenbock abgestempelt, so dass er sich allzu harte Worte an die Adresse Israels sparen konnte. (Die Israelis hatten ihre Ziele ja bereits erreicht.) Seit der Boston Tea Party fällt Kritik an England in Amerika ohnehin stets auf fruchtbaren Boden. War sich die britische Regierung dieser Tatsache wirklich nicht bewusst?

Das Vorgehen Englands lässt sich, wenn überhaupt, allenfalls vor dem Hintergrund seiner tiefen Verstrickung in das zionistische Abenteuer erklären. Falls eine Invasion tatsächlich unabdingbar war, hätte die einzige vernünftige Option in einem blitzartigen, massiven Schlag bestanden, der den Briten die vollständige Kontrolle über einen intakten Suezkanal beschert und die Welt mit einem fait accompli konfrontiert hätte. Doch die britische Operation verlief unerklärlich langsam und ließ schon bald erkennen, dass sich die Regierung in London ihrer Sache nicht sicher war. Am 16. November, als der Schaden bereits angerichtet war, berichtete ein Korrespondent von The Times von einem englischen Militärstützpunkt auf Zypern aus folgendes: »Der Beschluss der britischen Regierung, in Ägypten zu intervenieren, erfolgte ohne vorherige Konsultationen mit ihren führenden diplomatischen Vertretern in dieser Weltgegend. Die Operation wurde fortgesetzt, obgleich die meisten britischen Spitzendiplomaten im östlichen Mittelmeerraum vor ihren Auswirkungen auf die künftigen Beziehungen zu den arabischen Staaten gewarnt hatten… Viele waren sprachlos und entsetzt über diese Aktion, die den Eindruck erweckte, die britische Politik sei mit derjenigen Israels und Frankreichs abgestimmt.« Der kanadische Premierminister hatte in jenen dramatischen Tagen bereits gewarnt, solcherlei Aktionen könnten zu einem Zerbröckeln des Commonwealth führen. In den Vereinten Nationen stand Großbritannien gemeinsam mit Israel und Frankreich am Pranger – ein entwürdigendes Schauspiel!

Was war der Grund dafür, dass ein Unternehmen so halbherzig durchgeführt wurde, dass es schon bald ins Stocken geriet? Vermutlich hatte der heftige Protest Eisenhowers sowie der Vereinten Nationen in London wie eine eiskalte Dusche gewirkt. Dazu kam, dass die Sowjets den Aggressionsakt der beiden Westmächte sofort für ihre eigenen Ziele ausnutzten. Kaum hatten die Briten und die Franzosen ihre ersten Bombenangriffe auf ägyptisches Territorium geflogen, kehrten die sowjetischen Truppen nach Ungarn zurück und richteten dort ein Massaker an. In der UNO begann nun ein wilder Streit. Während englische und französische Flugzeuge Bomben auf Port Said abwarfen, bezichtigen die Delegierten dieser beiden Länder die UdSSR barbarischer Gräueltaten und während die sowjetischen Tanks die ungarischen Freiheitskämpfer niederwalzten, bezichtigen die sowjetischen Abgeordneten die Briten und Franzosen nackter Aggression.

Das Szenarium wandelte sich rasch zum Albtraum. Sir Anthony Eden, der 1938 als aufstrebender junger Politiker seinen Ministerposten aus Protest gegen die Beschwichtigungspolitik seiner Regierung gegenüber dem Dritten Reich geräumt hatte, musste mit ansehen, wie sein eigener Außenminister, ein aufstrebender junger Politiker namens Anthony Nutting, der besonders nachdrücklich von einer Intervention in Ägypten abgeraten hatte, gemeinsam mit einigen seiner Kollegen seinen Rücktritt einreichte. Um seinen jäh ramponierten Ruf halbwegs zu retten, suchte Eden Rückendeckung bei Winston Churchill, der erklärte: »Als Antwort auf grobe Provokationen hat Israel gegen Ägypten zugeschlagen… Wir wollen im Nahen Osten Frieden und Ordnung wiederherstellen. Der Weltfrieden, der Nahe Osten sowie unsere nationalen Interessen werden langfristig bestimmt von der resoluten Aktion der Regierung profitieren.«

Ob dies wirklich der Fall sein wird, muss die Zukunft erweisen. Das britische Vorgehen trug in mancher Hinsicht Churchillsche Handschrift und da Sir Winstons Nachfolger dessen politischer Zögling war, fällt es ausgesprochen schwer zu glauben, dass er ohne dessen ausdrückliche Billigung gehandelt hat. Just in jenen Tagen erschien der zweite Band von Churchills Geschichte der englischsprechenden Völker, welche die New York Times in einer Rezension wie folgt kommentierte: »Der Verfasser ist stolz darauf, dass sein kleines Eiland, das ‚kleine Königreich in der Nordsee’, drei Kontinente zivilisiert und die halbe Welt erzogen hat, obwohl es lediglich drei Millionen Einwohner zählte, als es diese Mission begann.«

Die heftigsten Schockwellen löste die britisch-französische Aggression in Moskau aus. Der sowjetische Premierminister Bulganin stellte Eden sowie dem französischen Premierminister Protestnoten zu, in denen er ihnen ohne Umschweife mit Raketen und Atombomben drohte, falls sie »die Aggression und das Blutvergießen« nicht einstellten. (Das Blutvergießen in Budapest nahm unterdessen munter seinen Fortgang und der Strom von Flüchtlingen, der sich über die Grenzen des gastlichen Österreich ergoss, schwoll auf hunderttausend Menschen an. In Budapest trat Moskaus Mann Ferenc Münnich, ein Veteran der roten Bela-Kun-Regierung von 1919, die Nachfolge Rakosis und Gerös an und leitete eine neue Terrorwelle ein.)  . . .

In den Vereinigten Staaten existiert ein – rational nicht erklärbarer – latenter muttermörderischer Instinkt gegenüber Europa im allgemeinen und Großbritannien im besonderen, der sich mit dem Vorwurf des »Kolonialismus« leicht aktivieren lässt. Dass Amerika selbst die größte Kolonialmacht der Welt ist ändert hieran nichts; die antieuropäischen Affekte eines großen Teils der amerikanischen Öffentlichkeit sind ein irrationaler Impuls und man tut weise daran, diesem Rechnung zu tragen, wenn man sich bei irgendeiner Aktion auf die »öffentliche Meinung in Amerika« verlässt.

Die »öffentliche Meinung« ist heutzutage ohnehin ein Produkt, das sich in jeder gewünschten Form herstellen lässt. Weit wichtiger war ein Faktor, den die britische Regierung unter keinen Umständen hätte übersehen dürfen: Eisenhower war ganz offensichtlich von jener »internationalistischen« Gruppierung ausgesucht, nominiert und letzten Endes zum Präsidenten gewählt worden, die zuvor bereits Wilson, Roosevelt und Truman wie Marionetten an ihren Fäden tanzen ließ. Unter diesen Marionetten-Präsidenten hatte die amerikanische Außenpolitik die Revolution stets unterstützt und in kritischen Augenblicken eine antibritische Position bezogen. Das Endziel der Internationalisten ist eine Weltregierung, bei der die beiden zerstörerischen Zwillingsbrüder, der Kommunismus und der Zionismus, Geburtshelferdienste leisten sollen. Zur Erreichung dieses Ziels ist es unabdingbar, die beiden großen englischsprachigen Länder westlich und östlich des Atlantischen Ozeans gegeneinander auszuspielen, denn nur durch ihre Spaltung kann die Weltregierung errichtet werden. Diese Strategie trat bereits während des Zweiten Weltkriegs klar zutage.

Eisenhower war als dritter Mann zum Tandem Roosevelt-Marshall gestoßen. Dass General Marshalls Pläne während der Kriegsjahre eine antibritische Stoßrichtung aufwiesen, haben wir bereits dargelegt; er war Churchills großer Gegenspieler und trug die Hauptverantwortung dafür, dass der britische Premierminister trotz seiner Macht während des ganzen Krieges nicht in der Lage war, auch nur eine einzige wichtige strategische Entscheidung zu fällen. Dies muss man wissen, will man die Politik des Trios Roosevelt-Marshall-Eisenhower realistisch beurteilten. Bei der Konferenz von Jalta, die den traurigen Höhepunkt der amerikanisch-sowjetischen Komplizenschaft darstellte, arbeitete Roosevelt gezielt auf eine Schwächung der britischen Interessen hin, wie die Dokumente jener Konferenz beweisen.

Als Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa erteilte Eisenhower seinen Heeren Befehle, die zur Auslieferung des halben Kontinents an die Revolution führten. Vor diesem historischen Hintergrund durfte die britische Regierung nicht auf die Unterstützung dieses Mannes zählen. Während des Krieges hatte er als Vollstrecker der Politik Roosevelts und Marshalls gewaltet und sieben Jahre nach Kriegsende war er von einflussreichen Akteuren hinter den Kulissen als internationalistischer Gegenkandidat gegen Senator Taft aufgebaut worden. Unverzeihlich war die Art und Weise, wie er Großbritannien öffentlich herunterputzte, indem er es unter erniedrigenden Umständen zum »bedingungslosen« Rückzug zwang, den britischen Botschafter in Washington wie einen Paria behandelte und sich gegenüber England ganz allgemein so feindselig verhielt wie Roosevelt in Jalta.

Dass sich Eisenhower nach dem britischen Angriff als Tugendwächter gebärdete (ganz Amerika sah seinen vorwurfsvollen Gesichtsausdruck am Fernsehen), war ein Zeichen von Scheinheiligkeit, denn immerhin hatte die amerikanische Regierung die Krise selbst ausgelöst, indem sie Großbritannien zweimal unter Druck setzte – zunächst um es zum Rückzug vom Suezkanal zu zwingen und dann, um es zu einer schweren Brüskierung Ägyptens zu verleiten. Auf das Gemetzel in Ungarn, das noch empörender war als die englisch-französische Aggression gegen Ägypten, reagierte Eisenhower übrigens kaum; er begnügte sich mit der salbungsvollen Bemerkung, sein Herz gehöre den Opfern und seine Regierung legte die Hände in den Schoss. Auch dies war eine Bestätigung seiner früheren Politik: 1952 hatte er während des Wahlkampfs zwar gelobt, das Abkommen von Jalta zu kündigen, dieses Versprechen nach seiner Wahl jedoch flugs vergessen; sieben Jahre zuvor hatte er den seinen Truppen den Befehl erteilt, westlich von Berlin Halt zu machen. Dies kam einer direkten Unterstützung der Revolution gleich und fügte sich nahtlos in den Rahmen der amerikanischen Außenpolitik während der beiden Weltkriege ein.

Sofern man aus den Geschehnissen vom Oktober und November 1956 eine Lehre ziehen kann, dann folgende: Wenn die »Weltmeinung« durch ein bestimmtes Ereignis tatsächlich schockiert wird, ist sie durchaus in der Lage, ihre Entrüstung zu bekunden; hierzu steht ihr der Debattierklub in New York zu Verfügung, der den hochtrabenden Namen »Vereinte Nationen« trägt. In beiden Fällen – dem Überfall auf Ägypten und dem Massaker in Ungarn – verlieh die Weltöffentlichkeit ihrer Abscheu beredten Ausdruck. Freilich erwies es sich auch, dass die Vereinten Nationen in keiner Weise imstande sind, ihren Verdammungsurteilen konkrete Aktionen folgen zu lassen. Im schwerwiegenderen der beiden Fälle, jenem Ungarns, waren ihnen die Hände gebunden, weil die Sowjets Herr der Lage waren und die Amerikaner nicht die geringste Absicht erkennen ließen, sich die Finger zu verbrennen. Im Falle Ägyptens konnte zwar ein unmittelbares Ergebnis erreicht werden, aber nur weil sich die beiden Supermächte hier einig waren und einen Schulterschluss gegen Großbritannien vollzogen: Die USA drohten diesem mit wirtschaftlichen Sanktionen (einer Ölblockade), die UdSSR gar mit Krieg.

Der britische Rückzug vom Suezkanal war also die Folge eines amerikanisch-sowjetischen Zusammengehens. Solange die Internationalisten die amerikanische Wahlmaschinerie kontrollieren, kann sich ein solches Zusammenspiel jederzeit wiederholen, was für die Welt eine große Gefahr darstellt. Ein Pakt zwischen Eisenhower und Bulganin ist grundsätzlich nicht »undenkbarer« als der Hitler-Stalin-Pakt von 1939.

Wie bereits erwähnt, beging die britische Regierung einen schweren Fehler, indem sie darauf baute, die Zionisten würden die Regierung in Washington unter Druck setzen, um sie von einer antibritischen Politik abzuhalten. Gewiss, zionistischer Druck hatte in den Jahren 1947 und 1948 zum Abzug der britischen Truppen aus Palästina sowie zur Gründung des Staates Israel geführt, doch diesmal waren die Umstände grundlegend anders. Mit ihrer Invasion Ägyptens sorgten England und Frankreich dafür, dass sich der Zorn der Weltöffentlichkeit, der eben noch Israel gegolten hatte, jetzt gegen sie richtete. Nun war Großbritannien plötzlich der Schurke im Spiel, was es Eisenhower erleichterte, sich als Gralshüter der politischen Moral aufzuspielen.

Die Regierung in London war zwischen Hammer und Amboss geraten. Die Sowjets drohten ihr offen mit einem Atomschlag und aus Amerika schlug ihr – offenbar zu ihrer Verblüffung – unverhüllte Feindseligkeit entgegen. Großbritanniens »Lebensader«, der Suezkanal, war blockiert, so dass es von sämtlichen Erdölzufuhren abgeschnitten war. Es hatte zuversichtlich damit gerechnet, dass die Amerikaner in die Bresche springen und ihm das benötigte Öl liefern würden, erfuhr nun aber, dass Washington hierzu nur im Falle eines Rückzugs vom Suezkanal bereit war.

So ging England als großer Verlierer aus dieser Krise hervor. Die britischen Vertreter in Washington wurden bei den Audienzen, um die sie ersucht hatten, kühl empfangen und mussten zur Kenntnis nehmen, dass ihre Gastgeber nicht bereit waren, irgendwelche wichtigen Fragen mit ihnen zu erörtern. Leider hatten sich die Briten diese Demütigung redlich verdient. Der Angriff auf Ägypten erwies sich in jeder Hinsicht als Desaster erster Güteklasse: England hatte sich als Komplize Israels entpuppt; es hatte just zu einem Zeitpunkt zugeschlagen, wo die Sowjets in Ungarn am Rande einer Niederlage standen; die Aktion war liederlich geplant und wurde nur halbherzig ausgeführt. Sir Anthony Eden, der dem Stress nicht gewachsen war und dessen politische Karriere in Scherben lag, verzog sich »zur Erholung« nach Jamaika. Nun konnte der »bedingungslose Rückzug« beginnen – freilich nur jener der Briten und Franzosen und nicht der Israelis, die als erste angegriffen hatten. Eine von der UNO hastig zusammengetrommelte »internationale Streitkraft« wurde an den Suezkanal entsandt und lungerte dort in Erwartung klarer Instruktionen herum. Präsident Nasser gewann in der arabischen Welt an Popularität; der Kanal blieb blockiert; Ägypten erklärte, es werde keinen Fußbreit seines Territoriums abtreten und Israel begann über den »Antisemitismus« in Ägypten zu jammern.

Drei Wochen nach dem Angriff rief ein schwer betrunkener Nikita Chruschtschow den Botschaftern Englands und Frankreichs bei einem Empfang in der polnischen Botschaft in Moskau höhnisch zu: »Ihr behauptet, wir wollten Krieg, aber nun habt ihr euch in eine Situation hineinmanövriert, die ich als idiotisch bezeichnen würde… Ihr habt uns in Ägypten eine Lektion [in Aggression] erteilt.« Wer hätte ihm da widersprechen können?

Eine Woche später, am 25. November, resümierte die New York Times die Ergebnisse der Suezkrise wie folgt: »Großbritannien und Frankreich haben sich auf ein Vabanquespiel eingelassen und allem Anschein nach gewaltige Verluste erlitten… Israel ist bisher gestärkt aus der Krise hervorgegangen.«  . . .

Das Suez-Abenteuer hat England wieder in jenen Morast zurückgestoßen, aus dem Ernest Bevin es in den Jahren 1947 und 1948 befreit hatte und die Konsequenzen waren, gelinde ausgedrückt, misslich. Außerhalb Großbritanniens warnen hochgestellte Persönlichkeiten vor einem Zerfall des Commonwealth – einer Gefahr, die zuvor nie auch nur im Entferntesten gedroht hatte. Großbritannien wurde gemeinsam mit Israel und Frankreich von der Weltöffentlichkeit an den Pranger gestellt und wie ein Verbrecher verurteilt. Es sah sich plötzlich von allen Seiten schweren Anfeindungen ausgesetzt. Kein einziges der gestellten Ziele wurde verwirklicht; den britischen Truppen wurde noch nicht einmal erlaubt, eine anrüchige Mission erfolgreich abzuschließen; die Aktion hat unserer Nation nichts als Unehre eingebracht. Die Folge waren höhere Steuern und eine Verschlechterung der Wirtschaftslage – ein weiterer Tribut, den wir Zion entrichten müssen.

Eines ist klar: Ohne den im Jahre 1948 gegründeten Zionistenstaat wäre uns das ganze Unglück erspart geblieben. Wäre es zu einem Weltkrieg gekommen, so wäre dieser von Israel provoziert worden; sollte in Zukunft ein Weltkrieg ausbrechen (was zum Zeitpunkt, wo ich dieses Buch abschließe, immer noch im Bereich des Möglichen liegt), so wird er von Israel ausgehen.

Die Erklärungen, die unsere Regierenden nach dem Fiasko im Parlament abgegeben haben, bestätigen diese Sicht der Dinge. Da sich Eden »auf Erholungsurlaub« in Jamaika befand, mussten seine Kollegen für ihn in die Bresche springen. Einer von diesen, Verteidigungsminister Anthony Head, rechtfertigte den Angriff auf Ägypten nicht etwa damit, dass britische Interessen auf dem Spiel gestanden hätten, sondern machte geltend, hierdurch seien »ein verkrüppeltes Israel, ein bombardiertes Tel Aviv sowie eine geeinte arabische Welt« verhindert worden (zitiert nach der New York Times).

Nun haben wir Port Said bombardiert und – wenn auch vergeblich – versucht, Ägypten zu verkrüppeln und eine Einigung der arabischen Welt zu verhindern. Welchen britischen Interessen ist mit einer gespaltenen arabischen Welt und einem verkrüppelten Ägypten eigentlich gedient? Welcher Engländer hätte diese Kriegsziele gebilligt, wären sie von Anfang an so formuliert gewesen? Wurde der britische Wähler je gefragt, ob er eine Politik unterstützen will, die auf diese Weise zur »Erfüllung der zionistischen Sehnsüchte« beiträgt?

Die ursprüngliche Ursache jener Übel, die in der Katastrophe vom 29. und 30. Oktober 1956 mündeten, ist nachweisbar der Zionismus; ohne ihn hätte sich diese Katastrophe niemals ereignet. Sie ist die logische Folge all jener Taten, die er vollbracht hat, seitdem er vor rund acht Jahrzehnten in den russischen Ghettos als politische Bewegung Gestalt annahm. Er hat die Welt an den Rand des Abgrunds geführt; angesichts dieses Abgrunds wusste niemand mehr, ob sein Freund von gestern nicht sein Feind von morgen sein würde. Die im Alten Testament prophezeite »Täuschung der Nationen« war in vollem Gange.

Bergen diese unheilvollen Entwicklungen auch Gutes in sich? Die Antwort lautet zweifellos ja, auch wenn die sinnlosen Konflikte, die unsere Existenz prägen, den Menschen unserer Zeit nichts als Ungemach bescheren. Erste Anzeichen der langersehnten Wende zum Besseren sind bereits ersichtlich. Die vom revolutionären Kommunismus geknechteten Nationen rütteln an ihren Ketten; es besteht aller Grund zur Hoffnung, dass die Völker Osteuropas sich selbst befreien werden und dass der Funke der Freiheit auf den geknechteten Westen überspringen wird. Ich glaube, dass die Juden in aller Welt allmählich beginnen, die Irrtümer der zweiten zerstörerischen Bewegung, des revolutionären Zionismus, zu erkennen und dass sie am Ende unseres Jahrhunderts endlich ihr Aufgehen in der Menschheit anstreben werden.  –  Die Geschehnisse vom Oktober und November 1956 bilden einen passenden Hintergrund für den Abschluss dieses Buchs.

Epilog

Wenn in diesem Buch ein düsterer Unterton mitschwingt, dann liegt der Grund dafür in seinem Thema und nicht in der Geistesverfassung seines Autors. Gewiss, auch ich bin nicht frei von Gefühlen. Es sind dies die Gefühle eines Zeitgenossen, der die Stürme unserer Epoche als Augenzeuge miterlebt hat, die Gefühle eines Journalisten, der für seine Überzeugung, er habe furchtlos der Wahrheit und nicht den Interessen irgendwelcher Sondergruppen zu dienen, de facto mit Berufsverbot belegt worden ist. Ich habe die Geschehnisse unseres Jahrhunderts und den geheimen Verrat an unseren nationalen Interessen unmittelbarer miterlebt als die meisten anderen und weiß daher, dass diese Entwicklung nicht Frucht des Zufalls, sondern das Ergebnis eines Plans war. Darum habe ich meine Stimme zum Protest erhoben, doch mein Protest richtet sich gegen die Unterdrückung der Wahrheit und ist somit lebensbejahend.

Das vorliegende Buch ist das Werk eines Menschen, der gesehen hat, wie Geschichte gemacht wird. Nach meinem Abtreten werden Historiker kommen, welche die einzelnen Fragmente zu einem umfassenden Ganzen zusammenkitten werden. Dies ist ungefähr so, als schlösse man vom Skelett eines Menschen auf seine Beweggründe. Nichtsdestoweniger werden diese künftigen Historiker sicherlich Dinge erkennen, die mir noch verborgen sind: vor allem aber werden sie begreifen, dass alles, was geschah, notwendigerweise geschehen musste, um der Welt die Gestalt zu verleihen, die sie dann haben wird. Die ganze und ungeteilte Wahrheit wird irgendwo in der Mitte zwischen meiner und ihrer Darstellung liegen; meine Aufgabe besteht darin, als Beobachter der verhängnisvollen Entwicklungen meine Stimme gegen diese zu erheben.

Gewiss, all die von mir geschilderten Ereignisse werden einen unabdingbaren Bestandteil der Geschichte unseres Zeitalters bilden, doch waren sie unnötig, als sie sich zutrugen und dies ist der Grund für meinen Protest. Das glückliche Ende, das früher oder später eintreten wird, hätte meiner Überzeugung nach ohne sie schneller erreicht werden können. Freilich bin ich mir bewusst, dass kein Sterblicher all diese Dinge wirklich erfassen kann und ich akzeptiere ohne weiteres, dass die Prüfungen, denen sich die Menschheit ausgesetzt sieht, nach Gottes unergründlichem Plan für die letztendliche Befreiung der menschlichen Seele notwendig sind. Dies entbindet den Gläubigen allerdings nicht von der Verpflichtung, seine Stimme gegen das Böse zu erheben.

Eine leidenschaftslose Analyse der Geschehnisse überlasse ich künftigen Historikern, die all dies nicht persönlich miterlebt haben und deshalb unbefangener werden urteilen können. Ich bin kein unbeteiligter Beobachter.

Die Kraft, die heute im 20. Jahrhundert fast ungehindert waltet, ist ein düsterer Aberglaube. Während meiner jahrelangen intensiven Forschungen, deren Frucht das vorliegende Buch ist, musste ich mich die ganze Zeit über mit dem Denken von Menschen wie Hesekiel befassen, die in einer barbarischen Zeit lebten und deshalb barbarischen Gedanken nachhingen. Ein Vergleich zwischen vielen Stellen im fünften Buch Mose sowie im Buch Hesekiel ist höchst lehrreich, besonders in einer Zeit wie der unseren, wo man sich auf die Lehren von Talmud und Thora beruft, um Schreckenstaten wie das Massaker von Deir Yasin zu rechtfertigen.

Sehr aufschlussreich ist auch die Aussage der Jewish Encyclopedia, laut dem Talmud erfüllten sich Flüche wortwörtlich. An diese Passagen denke ich unwillkürlich, wenn Politiker das »Alte Testament« beschwören; ich frage mich dann immer, ob diese Herrschaften dieses Buch eigentlich gelesen haben und ob sie den Zusammenhang zwischen einem alten Aberglauben und gewissen mit ihrer tatkräftigen Beihilfe erfolgten Entwicklungen unserer Zeit zu erkennen vermögen.

Dass die jüdischen Massen dem zionistischen Nationalismus so widerstandslos verfallen sind, lässt sich meiner Überzeugung nach nur mit dem Einfluss dieses finsteren Aberglaubens erklären. Ein Jahrhundert der Emanzipation hatte die Juden fast schon davon befreit und weitere fünfzig Jahre hätten ausgereicht, um sie in der Menschheit aufgehen zu lassen, doch nun sind sie abermals in seinen Klauen gefangen.

Während ich die Geschichte dieses alten Aberglaubens und seiner Wiederkehr als politische Kraft in unserem Jahrhundert studierte, hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, mich im Bannkreis eines lebendigen, bösartigen Geschöpfes zu befinden. Die Revolution ist meiner tiefen Überzeugung nach ein Kind dieser finsteren Kraft und deshalb kann ich sehr gut nachvollziehen, was der amerikanische Diplomat Franklin Rounds junior am Weihnachtstag 1951 seinem Tagebuch anvertraute: »In Moskau fühlt man, dass das Böse als allgegenwärtiges Ding existiert; das ist mein Gedanke an diesem Weihnachtstage.«

Dieses furchterregende Phänomen, das die Geschichte unseres 20. Jahrhunderts auf Schritt und Tritt überschattet, bedroht uns alle, ob wir nun Juden oder Nichtjuden sind und die meisten von uns werden die kommende Entscheidung noch erleben. Nicht umsonst hat Bernard J. Brown schon 1933 ahnungsvoll geschrieben: »Natürlich wird man uns fürchten und schließlich hassen, wenn wir darauf bestehen, alles zu nehmen, was Amerika uns bietet, uns jedoch gleichzeitig weigern, Amerikaner zu werden, so wie wir uns stets geweigert haben, Russen oder Polen zu werden.«

Diese Aussage gilt für sämtliche westlichen Staaten, nicht nur für Amerika. In einem Punkt irrte Bernard Brown allerdings: Er meinte, es werde den Talmudisten gelingen, bei anderen Völkern Hass auf die Juden zu erzeugen, doch der Hass ist ihr eigenes Monopol; er ist ihr Glaube und sie können nicht erreichen, dass Christen oder andere Nichtjuden, die Juden hassen. Alles Hassenswerte, was das Abendland in diesem Jahrhundert getan hat, war die Frucht talmudistischen Einflusses. Hass und Rache sind dem abendländischen Menschen wesensfremd; sein Glaube verbietet sie ihm. Die einzige Religion, die den Hass predigt, ist diejenige der Anhänger von Thora und Talmud in den von der Revolution beherrschten Gebieten, in Palästina sowie in den zionistischen Hochburgen der westlichen Hauptstädte.

Kein abendländischer Mensch würde sich je so äußern wie jener Zionistenführer, der im Mai 1953 bei einem jüdischen Treffen in Johannesburg folgendes von sich gab: »Der Bestie, die Deutschland genannt wird, dürfen wir niemals trauen. Den Deutschen darf nie vergeben werden und die Juden haben jeden Kontakt und Umgang mit den Deutschen strikt zu vermeiden.«

Mit so einer Philosophie kann die Welt nicht leben und darum muss der wahnsinnige Plan der Talmudisten letzten Endes scheitern. Es ist dies die Häresie, die Christus am nachdrücklichsten verurteilt hat – was freilich nichts daran ändert, dass alle westlichen Führer sich ihr mit Haut und Haaren verschrieben haben, seitdem ihr Arthur Balfour vor einem halben Jahrhundert als erster die nationalen Interessen seines Landes unterordnete. Wenn das unvermeidliche reinigende Gewitter überstanden ist, wird diese verhängnisvolle Irrlehre, die aus den talmudistischen Hochburgen Russlands in den Westen eingeschleppt wurde, für immer verschwinden.

Als Schriftsteller glaube ich, dass sie um so früher und unter umso geringeren Opfern verschwinden wird, je mehr die Massen darüber erfahren, was in den vergangenen fünfzig Jahren hinter den Kulissen vor sich ging.

»Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, was nicht kund werde und an den Tag komme.« (Lukas 8, 17)

Douglas Reed, Durban, RSA, 1956

 

ANHANG

Wegen der Überlänge des kompletten Buches DER STREIT UM ZION von ca. 500 DIN A4 Seiten habe ich hier eine Unterteilung in drei Gruppen vorgenommen. Auch die Hervorhebungen im Text sind von mir. Horst Koch, Herborn, im Frühjahr 2013. – Allerdings kann ich Ihnen auf Anfrage auch das komplette Buch als PDF zusenden.

Sehr zu empfehlen ist auch Reeds Buch: Der grosse Plan der Anonymen. Es hilft sehr zu einem besseren Verständnis unserer europäischen Nachkriegsgeschichte, besonders bzgl. unserer heutigen politischen Situation. …

www.horst-koch.de  –  info@horst-koch.de

 

DER STEIT UM ZION

Teil 1:

Kapitel 7   Die Übersetzung des Gesetzes
Kapitel 8   Das Gesetz und die Idumäer
Kapitel 9   Der Aufstieg der Pharisäer
Kapitel 10  Der Mann aus Galiläa
Kapitel 12  Licht und Finsternis
Kapitel 13  Der Zaun um das Gesetz
Kapitel 14  Die mobile Regierung
Kapitel 15  Der Talmud und die Ghettos
Kapitel 16  Die Sehnsucht nach dem Messias
Kapitel 17  Die zerstörerische Mission
Kapitel 18  Napoleon stellt die Gretchenfrage

Teil 2:

Kapitel 19  Die Weltrevolution
Kapitel 20  Der Plan
Kapitel 21  Die Warnungen Disraelis
Kapitel 22  Die Manager
Kapitel 23  Der »Prophet«
Kapitel 24  Die Geburt des Zionismus
Kapitel 25  Die Zionistische Weltorganisation
Kapitel 26  Die Häresie Dr. Herzls
Kapitel 27  Die »Protokolle«

Teil : 3

Kapitel 29  Der Ehrgeiz des Oberst House
Kapitel 30  Erster Weltkrieg
Kapitel 31  Ein Netz von Intrigen
Kapitel 32  Abermals die Weltrevolution
Kapitel 43  Der zionistische Staat
Kapitel 44  Das Weltinstrument
Kapitel 45  Die jüdische Seele
Kapitel 46  Die kritischen Jahre
Epilog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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