Die geplante Weltregierung

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Manfred Adler

DIE SÖHNE DER FINSTERNIS

Teil 1  Die geplante Weltregierung

Einleitung

Wer die „Söhne der Finsternis“ kennenlernen möchte, die sich anschicken, unter der Maske von Demokratie und Fortschritt die gesamte Menschheit einer globalen Diktatur von Freimaurern, skrupellosen Geschäftemachern und Diktatoren zu unterwerfen, findet in dieser Schrift interessante Informationen. Es geht dem Verfasser allerdings nicht darum, daß er diese zum Teil sorgfältig getarnte „Weltverschwörung“ nur entlarvt und beim Namen nennt, sondern er möchte verhindern, daß durch Unwissenheit weitere Kreise von Gutwilligen dem geplanten „Antichristlichen Weltstaat“ ihren ungewollten Beitrag leisten. Man muß ja sehen, wohin die Reise geht. Es zeigt sich in erschreckendem Ausmaß leider immer mehr, daß die Massenmedien einseitig informiert und gesteuert sind, daher allein ist der große Informationsnotstand gerade auf diesem Gebiet zu verstehen. Dies aber kann von verantwortungsbewußten Personen nicht länger hingenommen werden, daher kommt der Veröffentlichung Adlers große christlich politische Bedeutung zu, die vor allem in christlichen Kreisen höchste Beachtung finden sollte.

Manche Leser werden sich fragen, wie ein katholischer Religionslehrer dazu kommt, über hochpolitische Vorgänge und Zeiterscheinungen zu schreiben, anstatt sich mit Religion und mehr theologischen Fragen zu befassen. Abgesehen davon, daß unsere politische Gegenwart und Zukunft auch über Freiheit und Unfreiheit der Religionen entscheidet, liegt der tiefere Grund zu Adlers Schrift in der Verpflichtung zur christlichen Bruderliebe, die sich auf die ganze Welt erstreckt.

Wir alle machen uns im höchsten Grade mitschuldig, wenn wir eine akute Gefahr sehen und sie dem gefährdeten Mitmenschen verschweigen, statt ihn davor zu bewahren. Es ist einfach zermürbend, wenn man beobachten muß, wie antichristliche Mächte das christliche Lager zersetzen, ohne daß jemand es wagt, ihnen entschiedenen Widerstand entgegenzusetzen. Politik ist vom christlichen Leben einfach nicht zu trennen: Wird dem Christentum in der Öffentlichkeit der Boden entzogen, dann wird es in den Untergrund gedrängt, wie dies in verschiedenen Ländern bereits der Fall ist. Man kann ja einer drohenden Gefahr nur wirksam begegnen, wenn man sie rechtzeitig erkennt und entsprechend handelt.

Ein Überzeugter der One-World-Propaganda schreibt: „Wenn die Menschheit sich nicht selbst liquidieren will, muß sie sich wohl zu einem buchstäblich weltweiten Weltstaat vereinigen. Dieser aber könnte vielleicht denselben Anspruch erheben gegenüber den Anhängern noch bestehender autonomer Religionen, den das Römische Reich gegenüber den frühen Christen erhoben hat.“  (A. Toynbee)

Und was sagt die Heilige Schrift? „Wir haben ja nicht zu kämpfen gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister im Überirdischen. So legt denn an die Vollrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und alles erfolgreich bestehen könnt“ (Eph 6,12 f).

Die Weltherrscher der Finsternis

In einer Abhandlung über «Die Freimaurer und ihre Weltanschauung« schreibt K. v. Stotzingen: „Die Freimaurerei ist eine ethisch religiöse Gemeinschaft. Sie nennt sich die ,königliche Kunst`, den Menschheitstempel in seiner herrlichsten, endgültigen rein menschlichen Form aufzubauen. Gemäß den sogenannten ,Alten Pflichten` (dem Grundgesetz vom Jahr 1723) wird die Freimaurerei als Menschheitsbund im Kleinen aufgefaßt. Dieser stellt eine über den religiösen, politischen, sozialen Vorurteilen stehende geistige Elite wahrhaft freier Männer dar, und will aufgrund des Reinmenschlichen die in religiöser, sozialer und politischer Hinsicht bestehenden Trennungen aufheben. Die Freimaurerei will … die Verwirklichung des reinen Humanitätsideals der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie will die Herbeiführung des goldenen Zeitalters der völligen Emanzipation der Menschen in der Freimaurerischen Weltrepublik.“

In dieser Definition, wie in der gesamten Freimaurerliteratur, spielt die Idee der Humanität, das Rein Menschliche, eine wesentliche Rolle. Der Verfasser analysiert diesen Humanitätsbegriff und versteht ihn mit führenden Freimaurern nicht anders, als daß der Mensch sein eigener Herr sei, und daß es keinerlei Autorität über und außer dem Menschen selbst gäbe.

Mit anderen Worten: die Humanität ist das Prinzip der geistigen und sittlichen Autonomie des Menschen jeder außer ihm stehenden Autorität gegenüber. Das ist der Fundamentalsatz aller wahren Freimaurerei; bei dieser Einstellung ist naturgemäß kein Platz für einen persönlichen, außerhalb der Welt stehenden Gott, auch kein Platz für eine kraftlose, von Gott abhängige Regierungsgewalt. Folgerichtig durchgeführt muß diese Anschauung zur völligen Anarchie auf allen Gebieten und zum Kampf aller gegen alle führen. Denn ohne eine theistische-sittliche Ordnung entbehrt auch die ganze rechtliche, staatliche und soziale Ordnung jedes festen Haltes.

Nun werden aber in der Freimaurerei mancher Länder die sie aus dem genannten Fundamentalsatz ergebenden Folgerungen nicht bis zum letzten Ende durchgeführt, ja von sehr vielen Mitgliedern nicht einmal durchgedacht. Das ändert aber am Kern nichts. Wo alle Folgerungen gezogen werden, müssen Zustände wie in Rußland eintreten.

Wenn wir uns das Grundwesen der Freimaurerei vor Augen halten, so muß uns ihre Verbundenheit mit dem weltanschaulichen Liberalismus jeder Art auffallen, ja man kann sagen, daß die Freimaurerei organisierten Liberalismus darstellt und dessen „Großen Generalstab“ bildet. Tatsächlich finden wir auch Freimaurer als die hervorragendsten Vertreter liberaler Anschauungen. Allerdings beschränkt sich der Liberalismus, diese Verkörperung jeglicher Halbheit, auf die Anerkennung des Humanitätsgedankens im Prinzip, während er seine Konsequenzen verwirft.

Viel folgerichtiger hat der aus dem Liberalismus hervorgegangene Sozialismus den Humanitätsgedanken zu Ende gedacht. Er und seine radikaleren Nachfolger haben sich denn auch nicht davor gescheut, ihn in die Tat umzusetzen … Der Humanitätsgedanke führt nicht bloß zur Revolution, sondern er ist die Revolution. Seinen kurzgefaßten politischen Ausdruck fand er in den sogenannten „Menschenrechten“ der Französischen Nationalversammlung von 1789. Der Radikalismus ist der ehrliche Anhänger der Humanität bis zur letzten Folgerung …

Die Betrachtung des inneren Wesens der Freimaurerei erklärt aber noch eine andere Verwandtschaft: die zwischen Loge und Judentum. Der moderne gebildete Jude neigt nämlich – mit wenigen Ausnahmen – zu einer liberalen Weltanschauung, die sich von den festen Grundlagen positiver Religion mehr und mehr entfernt. Führende jüdische Geister sprechen dies offen aus …

Es ist deshalb nur zu begreiflich, daß das Judentum sich frühzeitig der Freimaurerei zugewandt und bei der ihm eigenen hervorragenden Anpassungsfähigkeit ständig wachsenden Einfluß in ihr gewonnen hat …

Über das Judentum hinweg führt die Brücke von der Loge auch zu der größtenteils jüdischen Weltfinanz. Die geschäftskluge Bankwelt erkannte bald den unbezahlbaren Wert dieser internationalen Verbrüderung für ihre geschäftlichen Zwecke… Die faktische Weltherrschaft der Hochfinanz kann heute nicht mehr bestritten werden. Somit ist auch die Herbeiführung der lediglich in völkerrechtlicher Gestalt noch fehlenden „Weltrepublik“ nach menschlichem Ermessen nur noch eine Frage der Zeit, wenn nicht in letzter Stunde zielbewußte Abwehr eintritt…

Das Humanitätsprinzip ist im Grunde genommen nichts anderes als das uralte „Non serviam“ …

Heute stellt der Freimaurerorden eine ungeheure Macht, ja   rein menschlich gesprochen   die größte internationale Macht der Welt dar …

Die Machtstellung der Loge und des mit ihr so eng verbundenen Judentums auf kulturellem Gebiet ist in den Vereinigten Staaten einzigartig … New York ist heute die Hauptstadt des Weltjudentums und damit auch der Weltmaurerei.

Diese 1929 geschriebenen Worte sind nach wie vor gültig und haben nicht das Geringste von ihrer Aktualität verloren. Die Weltmächte, die heute nach der Weltherrschaft in einer universalen Weltrepublik streben, sind die gleichen wie damals. Sie haben ihr Ziel zwar noch nicht ganz erreicht, aber sie sind ihm ein großes Stück näher gekommen.

1. Der Traum von der „One World“

Rückblickend auf die Geistesgeschichte der Freimaurerei läßt sich feststellen, daß die „One World“ in Gestalt einer Weltrepublik nicht nur ihr Endziel ist, sondern schon von Anfang an ihr Urziel war. Die 1717 in England gegründete Großloge der Geistesmaurerei hat bewußt mit der traditionellen christlich abendländischen Geisteswelt gebrochen und deren Zersetzung und Zerstörung in Angriff genommen. Wir nennen diesen Prozeß, der noch andauert, Säkularisierung. Anstelle der göttlichen Weltordnung wird nun der Aufklärungs Humanismus zum beherrschenden Prinzip der Geschichte. Die göttliche Vorsehung soll von der menschlichen Vernunft abgelöst werden, der Offenbarungsglaube wird zum Aberglauben erklärt. Die Vernunft   so glaubt man jetzt   wird unaufhaltsam auf dem Weg des Fortschritts die humanistische Revolution zum Erfolg führen und alle Probleme lösen, die der Vorsehungsglaube nicht zu bewältigen vermochte. Der Mensch wird nicht nur zum „Maß aller Dinge“, sondern sogar zum „höchsten Wesen für den Menschen“ erhoben. Schon lange vor Karl Marx tritt an die Stelle der universalen Gottesherrschaft die Weltherrschaft des Menschen. Hier liegt also die geistige Wurzel für die Konzeption der „Einen Welt“. In ihr soll der heillose Mensch sein endgültiges Heil finden und das heißt nicht zuletzt den ewigen Frieden. Der Glaube an die „One World“ ist somit in seinem ursprünglichen Kern ein säkularisierter Heilsglaube und als solcher eine klare Absage an das Heil, das uns Jesus Christus endgültig für den Neuen Himmel und die Neue Erde verheißen hat. Die Ideologie der Freimaurerei will den Himmel schon jetzt auf die Erde herunterholen und den einen Weltstaat   die Weltrepublik   zum Himmel auf der Erde machen. Obwohl es beides nicht geben wird, weder die freimaurerische Weltrepublik noch den Himmel auf Erden, setzen auch christliche Schwärmer heute immer noch ihre Zukunftshoffnungen auf diesen utopischen Weltstaat.

Es überrascht nicht, wenn bereits 1730 in einem in Brüssel unter dem Titel «Das Geheimnis der Freimaurerei« erschienenen Büchlein der lapidare und programmatische Satz zu lesen ist: „Das oberste Ziel der Freimaurerei ist die Schaffung einer Weltrepublik.“ Es überrascht auch nicht, wenn jegliche Aktivität innerhalb der verschiedenen Richtungen der Weltfreimaurerei an diesem Grundprinzip ausgerichtet wird, sei es auf dem Feld der Politik, der Kultur oder der Wirtschaft. Es überrascht schließlich auch nicht, wenn die Freimaurer in allen gesellschaftlichen Bereichen unermüdlich, leidenschaftlich und mit allen Mitteln an der Verwirklichung ihres internationalistischen und kosmopolitischen Programms arbeiten. Was aber überraschen muß, ist die Tatsache, daß selbst „hervorragende“ Theologen und Diplomaten der katholischen Kirche den antichristlichen Charakter der irrealen One-World-Utopie nicht durchschauen.

Die Ein-Weltler verfolgen indes mit allen Mitteln einschließlich der brutalen Gewalt   ihren illusionären Weltplan weiter. Die Monarchien von Gottes Gnaden und die sog. Autokratien sind so gut wie beseitigt, fast überall sind demokratische Republiken an ihre Stelle gesetzt oder gar „Volksdemokratien“ errichtet worden. Wer sich der progressiven – weil vernünftigen – Welt- und Friedensordnung der One-World-Maurer widersetzt, gilt als „intolerant“ und „reaktionär“ und wird entweder umerzogen oder ausgeschaltet. Nationale, völkische und vaterländische Ideen und Interessen werden als rückschrittlich und „nationalistisch“ diffamiert. Und dieser freimaurerische Erziehungs  und Bildungsprozeß dauert nun schon über zwei Jahrhunderte an.

Schon im Jahr 1737 war von einem Sprecher der französischen Großloge zu vernehmen, daß die Freimaurerei die Aufgabe habe, aus den Angehörigen der verschiedenen Staaten „eine geistige Nation“ zu bilden. Denn: „Die Welt ist eine große Republik, in der jede Nation eine Familie und jeder Einwohner eines ihrer Kinder ist.“ Dabei muß nach seiner Meinung Frankreich als „geistreichster Nation“ die geistige und politische Führungsrolle innerhalb der Weltfreimaurerei zukommen. Der französische Hegemonieanspruch der Anfangszeit ist bis heute wirksam geblieben und in der Organisation des Groß-Orient von Frankreich, wenn auch nicht im Bereich der Politik, so doch auf geistig philosophischem Gebiet, nach wie vor präsent.

Nicht weniger macht- und sendungsbewußt zeigte sich von Anfang an das Mutterland der Freimaurerei, wo es bereits „vier Jahre nach Gründung der ersten Großloge von London gelungen war, einen hohen Adligen aus der Royal Society, den Herzog von Montague, als Großmeister zu gewinnen. Damit hatte die Freimaurerei nicht nur in der Gesellschaft Fuß gefaßt, sondern es entwickelte sich zur nationalen Gepflogenheit des Hochadels, des Heeres und des höheren Beamtentums, einer Loge anzugehören. So stehen seit 1721 bis zur Gegenwart nur noch Mitglieder des englischen Hochadels und des königlichen Hauses an der Spitze der englischen Großlogen und sichern damit den historischen nationalen Vorbehalt einer an sich weltbürgerlich bestimmten Freimaurerei.“

In der Gegenwart besitzt die englische Freimaurerei wenigstens noch eine de jure Führungsrolle im Bereich der sog. regulären Logen. Die politische Führungsmacht der Weltfreimaurerei ist heute indes in den nordamerikanischen Hochgrad-Logen konzentriert, in denen teils der geistige Einfluß der englischen Großloge, teils jener des französischen Groß-Orient spürbar ist. Die Freimaurerei in Deutschland ist dagegen in ihrer Geschichte weder zu einer eigenständigen geistigen Ausprägung gelangt, noch hat sie jemals eine politische Führungsposition innegehabt.

Wir haben die von der Freimaurerei geplante Weltrepublik als Illusion und irreale Utopie bezeichnet. Es gibt aber gewisse Theoretiker, die hier anderer Meinung sind. Ihre Thesen stammen übrigens nicht aus dem letzten Jahrhundert, sondern sind erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt worden. Da ist zunächst im Jahr 1946 im Verlag des Freimaurers Franz Mittelbach (Stuttgart) eine Schrift von Prof. R. Wilbrandt erschienen mit dem Titel: »Aufbruch zum Weltbundesstaat«. Darin heißt es: „Die Vereinigten Staaten der Erde sind vorzustellen wie irgendein anderer Bundesstaat, also wie das Deutsche Reich, die Vereinigten Staaten von Amerika und im Kleinen die Eidgenossenschaft der Schweiz“ (S. 45). „Nehmen wir an, der Weltbundesstaat sei verwirklicht. Wir werden keinen Alexander und keinen Cäsar, keinen Friedrich den Großen und keinen Napoleon, kurz keine ,großen Männer` mehr haben, wie sie immer wieder erstanden sind, um – wenn auch nur vorübergehend – die Landkarte der Welt umzugestalten; also keine ‚Weltgeschichte‘ und so auch keinen Bismarck … Es wird keine auswärtige Politik mehr geben; die Sphinx in unserem Auswärtigen Amt, das Symbol der Auswärtigen Politik, wird nichts mehr zu verschweigen haben. Wir können diese hohe Schule des Macchiavellismus entbehren, und die Schuljugend wird auch die Daten weiterer Schlachten missen können. Aber kann die männliche Seele nicht auch etwas entbehren?“ (S. 71).

R. Wilbrandt fragt sodann, wie es zur „Vergottung von Staat und Nation“ gekommen ist und „woher der Terror, die Unmenschlichkeit, die dem Christentum ins Gesicht schlägt?“ Seine Antwort lautet: „Weil weithin, auch unter Nietzsches Einfluß, Religiosität und Ethos des Christentums diskreditiert sind; nun sind jene irdischen Götter, Staat und Nation, an die Stelle getreten. Man braucht etwas Größeres als das eigene kleine Ich, um sich ihm hinzugeben. Man braucht die Vereinigung mit dem eigenen Ursprung. Das können die eigenen Ahnen sein, wie in China. Oder der etwas weitere Kreis: die Heimat; oder das eigene Volk, der eigene Staat   obwohl auch das wieder nur eine Blüte am Baum der Menschheit ist, Blüte auf Blüte wechselnd und vergehend, wie Freiligrath sang“ (S. 76). Die Religiosität, die notwendig ist, um den Weltbundesstaat errichten zu können, nennt R. Wilbrandt das „Reich Gottes in uns.“ Mit Carl Bornhausen meint er damit, daß „die restlose Überwindung der Selbstsucht der einzige Weg zu Gott ist“. Für die Christen ist dieses Ziel der Selbstüberwindung erreicht, wenn sie, wie R. Wilbrandt wörtlich schreibt, „nicht dem Dogma leben, sondern der Tat, selbstlos liebend – ja jede echte Liebe ist so“.

Hier sind wohl alle Freimaurer der Welt mit R. Wilbrandt einig. Nicht aber die Christen, wenngleich auch Karl Rahner am 22. Mai 1974 in einer Synodenmeditation im Dom zu Würzburg ähnliche Gedanken über den Tod der Kirche zusammenphantasiert hat, Erwägungen, die man wenigstens auch im Sinne R. Wilbrandts verstehen kann, wenn man will. Es ist also klar: Das Christentum des hier entworfenen Weltbundesstaats kann nur ein dogmenfreies Christentum der Tat sein. Die Dogmen als Ausdruck religiöser „Selbstsucht“ müssen geopfert werden, und diese „Selbstüberwindung“ ist der einzige Weg zu Gott. Ist das nicht Freimaurerideologie in Reinkultur? (Nebenbei bemerkt, finden wir in der Schrift R. Wilbrandts nach verschiedenen Abschnitten siebenmal die drei pyramidenförmig angeordneten Punkte, das Symbol der Freimaurer, wobei zu beachten ist, daß auch die Zahl 7 symbolische Bedeutung hat.)

Ein zweiter Autor, der sich sowohl zu der Frage des Weltstaats als auch über die Revolution geäußert hat, die zu seiner Schaffung notwendig vorausgesetzt werden muß, ist der ehemalige Kulturattache der französischen Botschaft in Washington, J. E Revel. In seinem Buch »Ni Marx ni Jésus – la nouvelle révolution mondiale est commencée aux Etats Unis«, das 1970 in Frankreich und ein Jahr später unter dem Titel: »Die Revolution kommt aus Amerika« in deutscher Übersetzung von dem freimaurerischen Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg, herausgebracht wurde, schreibt er nach einem Loblied auf die erste Revolution, die man die Französische nennt:
„Was die zweite Revolution betrifft, so kann sie nur ein Ziel haben, von dem die anderen sehr zahlreichen denkbaren Ziele abhängen werden: die Einsetzung einer Weltregierung. Ebenso wie die erste Weltrevolution zum Ziel hatte, die Willkür der Machthaber durch gesetzlich verankerte Institutionen zu ersetzen, kann die zweite nur darin bestehen, die Willkür der internationalen Beziehungen durch institutionelle Regelungen zu ersetzen, oder genauer gesagt, die internationalen Beziehungen abzuschaffen. Alles Übrige (auch die wirtschaftliche Gleichheit und das Ende der sozialen Klassen) hängt davon ab“ (S. 93).

„Die Revolution des 20. Jahrhunderts wird entweder eine Weltrevolution oder gar keine sein. Und was ist unter ,Revolution des 20. Jahrhunderts` zu verstehen? Vermutlich die Revolution, die die Probleme des 20. Jahrhunderts lösen wird. Was für Probleme sind das? Um nur einige zu erwähnen, von denen jetzt nicht nur der Fortschritt, sondern das Überleben der Menschheit abhängt: Die Gefahr des nuklearen Selbstmords muß beseitigt, es muß abgerüstet und mit den Kriegen Schluß gemacht werden, die Geburtenregelung ist durchzuführen, der Lebensstandard auszugleichen, die den Grundeigentümern zugänglichen Energiequellen sind zu schützen und nach einem einheitlichen Erschließungs  und Nutzungsplan auszubeuten. Probleme, die unlösbar sind …, sofern sie nicht in weltweitem Maßstab und von einer Weltregierung in Angriff genommen werden. Diese Weltregierung, die unter Verhältnissen gebildet wird, bei denen Herrschaftsbeziehungen durch Gemeinschaftsbeziehungen ersetzt werden, um zu erreichen, daß alle materiellen und geistigen Hilfsquellen der Menschheit zusammengelegt werden; diese Weltregierung ist heute das einzig mögliche Ziel einer Revolution, und auch nur sie kann eine Revolution möglich machen“ (S. 95 f).

Bei diesem letzten Satz gerät J. E Revel offensichtlich mit der Logik in Konflikt, denn die Weltregierung kann nicht gleichzeitig Ziel und Voraussetzung einer Revolution sein. Die Beseitigung der Außenpolitik begründet Revel damit, daß sie „eine Notwendigkeit ist … Der Mensch nach 1945 ist der erste Mensch, der mit der Möglichkeit seines eigenen Verschwindens als Gattung leben muß. Wenn es nur noch die Wahl gibt zwischen zwangsweise Frieden und kollektivem Selbstmord, werden die Chancen für den Frieden relativ gut“ (S. 97). Aber das klingt doch sehr problematisch. Denn abgesehen davon, daß ein „zwangsweise Frieden“ unter Umständen schlimmer sein kann als ein kriegerischer Konflikt, ist nicht einzusehen, warum es nur die Alternative zwischen zwangsweisem Frieden und kollektivem Selbstmord geben sollte. Der Verfasser widerlegt dann auch diesen extremen Unsinn selbst, wenn er kurz darauf feststellt, „daß seit 1945 durchschnittlich alle fünf Monate ein bewaffneter Konflikt auf der Welt ausbricht“ (S. 98).

Im folgenden kündigt er konsequent an: „Die zweite Weltrevolution wird also darin bestehen, mit dem Begriff aufzuräumen, der die Quelle des ganzen Übels ist, und zwar mit dem Begriff der nationalen Souveränität.“ Zur Rechtfertigung dafür dient der Hinweis, es dürfe nicht zugelassen werden, „daß irgendeine, der durch Zufall entstandenen Gruppen, die man Nationen nennt, im Namen einer vermeintlichen Souveränität die gesamte Menschheit in Gefahr bringt. Und das ist der Fall in dieser Epoche, der nichtendenwollenden Kriege und der nuklearen oder bakteriologischen Kriege.“

Erstaunlich scheint mir die ebenso leichtfertige wie naive Behauptung Revels, Nationen seien „durch Zufall entstandene Gruppen“. Ich kenne keine Nation, die durch Zufall entstanden ist. Aber fragen wir ihn, wie die Bedrohung der gesamten Menschheit abgewendet werden kann, so bekommen wir die nicht minder naive Antwort: „Allein multilaterale Abkommen über gegenseitige Kontrolle, die auf ein multinationales, weltweites Recht hinauslaufen, werden uns aus dieser absurden Situation herausführen. Bilaterale Abkommen müssen abgeschafft werden, sie bedeuten nur eine kriegerische Außenpolitik, eine örtliche Vormachtstellung oder ein erträumtes oder wirkliches imperialistisches Herrschaftsverhältnis …

Eines Tages wird die internationale Souveränität und nicht die nationale Souveränität das Natürliche sein“ (S. 100 f). Mir scheint es eine unerträgliche Zumutung zu sein, wenn der Verfasser sich hier in die absurde Behauptung versteigt, „bilaterale Abkommen … bedeuten nur eine kriegerische Außenpolitik“. Die Ungereimtheiten und Widersprüche in Revels Buch sind zahlreich. So schreibt er z. B.: „Die Erfahrung hat gezeigt, daß unter einem totalitären Regime keine innere Revolution möglich ist und ein solches Regime im allgemeinen nur im Fall einer von außen ins Land gekommenen militärischen Katastrophe zusammenbricht“ (S. 108). Uneingeschränkt trifft diese Feststellung indes nach unseren bisherigen Erfahrungen nur für etablierte Linksdiktaturen zu, und Revel urteilt in dieser Sicht richtig, wenn er daraus die Folgerung ableitet: „Es ist in der Tat ein Irrtum anzunehmen, die kommunistischen Länder würden sich stufenweise der Demokratie erschließen, nachdem sie die Basen des Sozialismus ‚konsolidiert‘ haben. Es verhält sich umgekehrt: Je länger die Diktatur andauert, um so gebrechlicher werden diese ‚Basen‘ und um so notwendiger wird die Diktatur“ (S.112).

Und an diesem Punkt sind wir nun bei der Kernfrage angelangt, die Revel in seinem breitangelegten Werk nicht beantwortet hat: Wie soll man sich etwa die Überwindung der kommunistischen Diktatur in der Sowjetunion vorstellen, wo seit mehr als 50 Jahren eine Bevölkerung unterdrückt wird, die noch nie erlebt hat, was die eigentliche Freiheit der Person ist? Jeder Versuch, mit Gewalt von außen eine Befreiung der Menschen von dieser totalitären Herrschaft durchzusetzen, müßte in einem nuklearen Selbstmord der gesamten Menschheit enden.

Nun ist aber, wovon Revel selbst überzeugt ist, eine Revolution von innen nicht möglich. Das Dilemma wird von ihm also nicht gelöst. Denn wie soll die eine Weltregierung in einem Weltstaat Wirklichkeit werden können, wenn weite Teile der Welt von dieser Weltregierung ausgeschlossen bleiben müssen? Es bleibt dann logisch nur die Möglichkeit einer kommunistischen bzw. sozialistischen Weltregierung in Form einer roten Weltdiktatur. Doch von dieser allein möglichen Weltherrschaft spricht Revel nicht. Er weicht zwingenden logischen Konsequenzen geflissentlich aus und flüchtet in pathetische Revolutionsschwärmerei, in die irrationale Welt der Phantasie. In seiner Diktion heißt das: „Wer Revolution sagt, spricht von einem neuen Geschehen, das noch nie stattgefunden hat und auf anderen Wegen als den historisch bekannten eintritt. Wer Revolution sagt, spricht von etwas, was sich nicht ausdenken und nicht einmal vorstellen läßt, wenn man sich der alten Konzeptionen bedient“ (S. 132 f). Er predigt also eine ganz neue, noch nie dagewesene Revolution, die in Amerika schon begonnen hat und sich von hier aus über die ganze Welt ausbreiten und zur einen Weltregierung führen wird. Getragen wird diese Revolution von der amerikanischen Linken, die „heute wahrscheinlich die einzige Hoffnung auf der Welt darstellt, eine Revolution zu erleben und nicht eine Vernichtung der jetzigen Menschheit“ (S. 138).

Mit Genugtuung stellt Revel fest, daß der Protest der jungen Amerikaner „alle Machtbereiche außer Fassung gebracht hat, die politische Macht, die wirtschaftliche, die kulturelle“ (S. 139).

„Auf kulturellem Gebiet sagen sie sich von der amerikanischen Ethik der Leistungsgesellschaft los, lehnen jeden geistigen Zwang beim Unterricht ab, bringen die sexuelle Revolution in Gang und erfinden einen Lebensstil, dessen sämtliche Aspekte (Kleidung, Drogen, Musik, Verachtung des Geldes, Promiskuität) an der Zerstörung der Ehrbarkeit mitwirken, dem Ideal des Mittelstandes“ (S. 140).

Mancher moralisch gesunde Leser wird bei der Aufzählung solcher revolutionärer „Tugenden“ denken: Hör endlich auf! Doch Revel hat damit noch lange nicht alles über seine neue Revolution gesagt. Für ihn ist die amerikanische Revolution „zweifellos die erste Revolution der Geschichte, bei der Meinungsverschiedenheiten über die Werte und Ziele Vorrang haben vor Meinungsverschiedenheiten über den Lebensstandard. Die amerikanischen Revolutionäre wollen nicht den Kuchen besser verteilen, sie wollen einen anderen Kuchen“ (S. 160).

Und weiter: Die elektronischen Medien, besonders das Fernsehen, spielen „in der amerikanischen Kultur die Rolle einer revolutionären Kraft“ (S. 163). Sie bewirken die „Revolution der Information“, die „zugleich eine politische und eine intellektuelle Revolution ist. Sie stellt zugleich Macht und Kultur in Frage. Sie greift den Unterschied zwischen Führern und Geführten, zwischen Intelligentsia und Masse an“ (S. 191).

Daß aber gerade die so hochgejubelte „Revolution der Information“ in Amerika und darüber hinaus eine noch nie dagewesene Manipulation und Verführung sowohl der Massen als auch der Intelligentsia tatsächlich schon bewirkt hat, sieht Revel freilich nicht. Er versteht es meisterhaft, den Realitäten auszuweichen und mit Gedankenkonstruktionen zu imponieren. So führt er den Begriff der totalen Revolution ein, die er als die notwendige Verbindung der verschiedenen Aspekte der Revolution begreift: „Die politische Revolution, die soziale Revolution, die technologische und wissenschaftliche Revolution, die Revolutionierung der Kultur, der Werte und Sitten, die Revolution in den Beziehungen zwischen den Nationen und Rassen – das sind fünf Revolutionen, die sich entweder gleichzeitig entwickeln oder aber überhaupt nicht“ (S. 194). „Eine Befreiung ist entweder vollständig, oder sie findet gar nicht statt“ (S. 212).

Nach Revel war „die einspurigste Revolution die von 1917, denn ihre politischen Führer haben jede Befreiung der Kultur und jede Befreiung der Sitten erstickt“ (S. 213).

Er kritisiert Lenin, weil er die Zügellosigkeit des sexuellen Lebens als bürgerliche Verfallserscheinung bezeichnete (S. 214) und betrachtet die sexuelle Freiheit als das Zeichen für die Zerstörung der Autoritätsbeziehung auf den verschiedenen Gebieten (S. 215).

Schließlich fordert er eine absolute individuelle und kulturelle Freiheit „ohne irgendwelche moralische Kontrolle … Wenn all das erreicht ist, werden wir höchstwahrscheinlich einen homo novus haben, der anders ist als der überall sonst anzutreffende Mensch“ – so Revel wörtlich (S. 223).

Bezüglich der religiösen Komponente der totalen Revolution spricht er u. a. von einer „Neuerfindung des Christentums“ und erwähnt das traditionelle Prinzip, „das in Amerika so erfolgreich war: daß nämlich die besten Religionen jene sind, die man selbst gründet“ (S. 225).

Es ist fraglich, ob der von Revel in dieser Form beschriebene Verfallsprozeß überhaupt den Namen „Revolution“ verdient. Wenn man aber von einer Revolution sprechen will, dann ist es eine, die gegen Gott und die Natur, gegen den Menschen und seine Freiheit geführt wird, eine aufs Ganze gesehen unmoralische Revolution, mögen auch einige ihrer Teilaspekte moralisch gerechtfertigt sein. Sollte sich diese Bewegung, was nicht zu erwarten und erst recht nicht zu wünschen ist, dennoch von Amerika aus über die ganze Welt ausdehnen, müßte sie mit unerbitterlicher Konsequenz in die totale Anarchie führen. Um diese zu beenden wäre eine totale Diktatur unvermeidlich.

Wir sehen, wie nahe sich auch in dieser Frage die Extreme berühren: Totale Freiheit und totaler Zwang. Unter geistesgeschichtlichem Aspekt trägt die Revolution, die aus Amerika kommt, die Signatur der Freimaurerei, denn „die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Kind der Freimaurerei. Hätte es keine Freimaurerei gegeben, wären die Vereinigten Staaten von Amerika niemals in dieser Form ins Leben gerufen worden.“ (J. Maler, Gegen Gott und die Natur, Buenos Aires, S. 11)

Die amerikanische Gesellschaft ist in ihren Wesenstrukturen ganz vom Geist der Freimaurerei durchdrungen und geprägt. Das Grundprinzip der Freimaurerei, die geistige und sittliche Autonomie des Menschen, oder kurz gesagt, der autonome Humanismus, wird heute von einem Teil der amerikanischen Bevölkerung bis zur letzten Konsequenz verwirklicht. Das Ergebnis ist die totale Revolution im Sinne Revels, die Rebel¬lion einer dekadenten Gesellschaft, die jede moralische Kontrolle verwirft und dadurch Verhältnisse schafft, die unmenschlich sind. Denken wir nur an die Eskalation der Kriminalität und den erschreckenden moralischen und religiösen Substanzverlust, der in allen gesellschaftlichen Bereichen, besonders in Ehe und Familie zu beobachten ist. Die Zerstörung der natürlichen Urzelle einer Gesellschaft, der Familie, führt unausweichlich zum Untergang dieser Gesellschaft. Der moralische Bankrott der USA und ihrer Satelliten wird um so mehr beschleunigt, je mehr ihnen die christliche Substanz verlorengeht. Die zunehmende Entchristlichung und Säkularisierung in den von der amerikanischen Revolution verwüsteten Ländern führt dann konsequent zur immer radikaleren Durchsetzung des freimaurerischen Prinzips der geistigen und sittlichen Autonomie und das Ende sind dann, um mit K. v. Stotzingen zu sprechen, „Zustände wie in Rußland“. Lenin hat den inneren Zusammenhang zwischen dem Untergang der Moral und der Bolschewisierung eines Landes übrigens klar erkannt. Im Westen scheint man jedoch für diese Realität weithin blind zu sein. Und doch ist es so: die amerikanische Revolution, oder anders formuliert, die freimaurerische Rebellion gegen Gott und die Natur führt nach und nach in die sozialistische Weltrepublik, in die totale kommunistische Weltdiktatur, die das Ziel der roten Internationalisten seit Lenins Oktoberrevolution von 1917 ist.

2. Die Verschwörung der Insider-Imperialisten

Der freimaurerische Traum von einer freien Weltrepublik nach dem Muster der Vereinigten Staaten, des ehemaligen Deutschen Reiches oder der Schweizer Eidgenossenschaft – wie R. Wilbrandt meint – hat keine Chance, jemals realisiert zu werden. Dagegen scheint die Errichtung der universalen sozialistischen Weltrepublik nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Zu diesem Schluß kann jeder kommen, der das gigantische Netz einer internationalen Verschwörung kennt, die von Amerika aus gesteuert wird. Die Gruppen, die an dieser Verschwörung beteiligt sind, haben sich bereits einen Machtapparat in der westlichen Welt geschaffen, der es ihnen ermöglicht, jeden Gegner ihrer Pläne und Ziele auszuschalten, so daß sie es gar nicht mehr nötig haben, ihre ursprünglich geheimen Absichten vor der Weltöffentlichkeit zu verbergen. Trotzdem weiß man in Europa noch sehr wenig von ihnen. Wer sind diese Verschwörer? Der Mann, dem wir die ersten aufsehenerregenden Informationen über sie verdanken, ist Prof. Carroll Quigley. Er ist ordentlicher Professor für Geschichte an der Foreign Service School der Georgetown-Universität in Washington und lehrte früher in Harvard und Princeton. In seinem großangelegten Werk „Tragedy and Hope“ – A History of the World in our Time“, das 1966 in New York und London erschien, enthüllt er das verschwörerische Netzwerk, dessen Drahtzieher internationale Bankiers und Kartellkapitalisten sind, Vertreter der internationalen Hochfinanz. Sie haben um sich ein Heer von Politikern und Wissenschaftlern gesammelt, Agenten und Marionetten, mit denen sie ihre hohe Politik und natürlich auch ihr großes Geschäft machen. Ihr Herrschaftssystem, das mit der Verfassung der USA und dem politischen Willen des amerikanischen Volkes nicht übereinstimmt, aber unter dem Schein demokratischer Legitimierung die wirkliche Macht im Staat ausübt, wird in den USA „Eastern Establishment“ genannt, während die Akteure selbst unter dem Namen „Taikune“ und „Insider“ bekannt sind“.

Prof. C. Quigley, der sich im Großen und Ganzen mit dem Programm dieses Finanz-Establishments identifiziert, versteht nicht, warum dessen Ziele so streng geheimgehalten werden sollen. Er schreibt: „Ich weiß von den Operationen dieses Netzwerks, weil ich es über zwanzig Jahre lang studiert habe und es mir erlaubt war, anfangs der Sechziger Jahre, zwei Jahre lang seine Papiere und geheimen Protokollaufzeichnungen zu überprüfen. Ich habe keine Abneigung dagegen, auch nicht gegen die meisten seiner Ziele und war die meiste Zeit meines Lebens mit ihm und vielen seiner Instrumente eng verbunden. Ich habe sowohl in der Vergangenheit als auch in jüngster Zeit gegen einige seiner politischen Maßnahmen Einspruch erhoben … Aber im allgemeinen ist meine hauptsächliche Meinungsverschiedenheit die, daß es unbekannt zu bleiben wünscht, und ich meine, daß seine Rolle ira der Geschichte bedeutsam genug ist, um bekannt zu sein“ (S. 950).

Was die Insider-Imperialisten zunächst anstreben, ist „ein weltweites finanzielles Kontrollsystem, das fähig ist, das politische System jedes Landes und die Wirtschaft der ganzen Welt zu beherrschen“. Die beabsichtigte Kontrolle geht sogar so weit, daß alle Daten der einzelnen. Bürger von ihr erfaßt werden: „Die Freiheit des Individuums und seine freie Entscheidung werden bei sehr geringem persönlichen Spielraum dadurch kontrolliert, daß es von Geburt an numeriert wird und im weiteren als Nummer durch seine Ausbildung, seinen geforderten militärischen oder anderen öffentlichen Dienst, sein Steuerkonto, seine gesundheitliche und medizinische Betreuung und seine Sterbebeihilfe läuft.“

Was uns hier ein amerikanischer Wissenschaftler angekündigt hat, ist in jüngster Zeit auch in der Bundesrepublik Deutschland Wirklichkeit geworden. Wir haben bereits „Personenkennzeichen“ gesetzlich verordnet bekommen, d. h. jeder von uns ist schon unter einer bestimmten Nummer registriert, und zwar durch Landesgesetz. Zur Zeit, da diese Zeilen geschrieben werden, hat der Deutsche Bundestag das entsprechende „Bundeśmeldegesetz“ (BMG), wie dessen harmloser Titel lautet, noch nicht verabschiedet. Wie verlautet, soll die Verabschiedung noch vor der Sommerpause 1975 erfolgen. Der Erstwurf dieses Gesetzes, der dem 7. Deutschen Bundestag als Drucksache 7/1059 vorliegt, bestimmt im Dritten Abschnitt unter der Überschrift „Personenkennzeichen“
in § 11,1: „Als Ordnungsmerkmal für personenbezogene Daten wird ein Personenkennzeichen vergeben an

1. jeden Einwohner;
2. jeden Deutschen im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes, der ohne Einwohner zu sein, die Ausstellung oder die Verlängerung der Gültigkeitsdauer eines Passes oder Paßersatzes der Bundesrepublik Deutschland beantragt.

§ 11,2: In anderen Fällen kann ein Personenkennzeichen vergeben werden, wenn eine Behörde es benötigt.“
In § 12 wird die Zusammensetzung des Personenkennzeichens festgelegt. In Absatz 1 heißt es: „Das Personenkennzeichen besteht aus einer zwölfstelligen Zifferfolge, die sich wie folgt zusammensetzt:

1. Tages-, Monats- und Jahresangabe des Geburtsdatum, je zweistellig (1. bis 6. Stelle)
2. Jahrhundertangabe des Geburtsdatums und Kennzeichnung des Geschlechts (7. Stelle)
3. Seriennummer zur Unterscheidung der am gleichen Tag geborenen Personen gleichen Geschlechts (8. bis 11. Stelle)
4. Prüfziffer (12. Stelle).“

Soviel mag genügen, um zu zeigen, wie planmäßig und zielbewußt ein Teilprogramm der Insider-Imperialisten in die politische Wirklichkeit umgesetzt wird. Der Mensch wird zur Nummer erniedrigt. Liegt in dieser Tatsache nicht schon eine zynische Verachtung des Menschen? Und wozu eine solche Numerierung? Ich bin sicher, daß selbst ein großer Teil der Abgeordneten, die diesem Gesetz ihre Zustimmung geben werden, nicht wissen wird, welchem Endzweck die gesetzliche Numerierung jedes einzelnen dient, noch weniger weiß es die Bevölkerung, deren Kontrolle dadurch „rechtlich“ verfügt wird. Wenn aber besorgte Demokraten nach Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Bestimmungen fragen sollten, wird man als Grund verwaltungstechnische Notwendigkeiten angeben, oder man wird, wie es im 1. Abschnitt, § 1 des Gesetzentwurfs heißt, darauf hinweisen, daß dies „zur rechtmäßigen Erfüllung öffentlicher Aufgaben erforderlich ist“.

Prof. Quigley würde über solche Erklärungen schmunzeln. Er kennt die wahren Hintergründe solcher Kontrollmechanismen und er scheut sich nicht, sie beim Namen zu nennen. Die Insider-Imperialisten wollen nicht mehr und nicht weniger als die totale Kontrolle und Herrschaft über die ganze Welt. Und weil eine derartige Kontrolle und Herrschaft nur in einem sozialistischen System optimal erreichbar ist, streben sie nach der One World im Sinne eines sozialistischen Welt-Super-Staats. Ihre Verschwörung vor allem mit den Sowjetkommunisten, mit denen sie seit Jahrzehnten kooperieren, ist heute keine unbewiesene Behauptung mehr, sondern eine feststehende Tatsache über die sich jeder, der lesen kann – was viele nicht können, weil sie die Zeit dafür nicht haben – informieren sollte. Prof. Quigleys Buch ist heute selbst in Amerika kaum noch zu haben. Es wurde „von interessierter Seite schnell in den Buchhandlungen aufgekauft und ist selbst in wissenschaftlichen Bibliotheken kaum aufzutreiben“.‘ Es gibt aber Bücher, die im Anschluß an Quigley die Geschichte und Ziele dieser gigantischen Welt-Verschwörung durch eine Fülle von belegten Fakten so überzeugend darlegen, daß ein Zweifel, an der Wirklichkeit dieser Verschwörung nicht mehr denkbar ist. Obwohl die Massenmedien, die in den Händen der Insider oder von ihnen abhängig sind, die Existenz dieser ungeheuerlichen Konspiration beharrlich totschweigen, dringen doch immer mehr Nachrichten aus den USA nach Europa, sogar in das im Hinblick auf umfassende Information erschreckend unterentwickelte Deutschland, so daß die Manager der sozialistischen Weltdiktatur und ihre wahren Ziele immer besser erkannt und vielleicht noch daran gehindert werden können, diese zu verwirklichen. Da es überflüssig wäre, hier das zu wiederholen, was andere bereits geschrieben haben, möchte ich nur dringend auf die entlarvenden Schriften hinweisen, die in Deutschland 1974 und 1975 über die Insider erschienen sind. Es sollen an dieser Stelle nur die wichtigsten Namen und die weniger bekannten Tatsachen genannt und deren Zusammenhang mit der Freimaurerei aufgezeigt werden.

Dabei müssen selbstverständlich alle übertriebenen und tendenziösen Verallgemeinerungen vermieden werden. Die globale Insider-Verschwörung ist gewiß nicht allein ein Werk der Freimaurer, der Zionisten oder der Kommunisten. Sie darf auch nicht ausschließlich auf das Konto der internationalen Finanzdynastien abgewälzt werden. Wenn man allerdings nach den motivierenden und treibenden Ideen und nach den Männern und Institutionen fragt, die diese Ideen in der Geschichte zur Tat werden ließen, dann stößt man überall auf die Bewegung und Ideenwelt der Freimaurerei, in der im Laufe der Zeit das zionistische Element einen unbestreitbar herrschenden Einfluß gewonnen hat. Betrachten wir zunächst den freimaurerischen Einfluß an sich, der von den Autoren der Insider-Mächte fast gänzlich übersehen, jedenfalls aber kaum erwähnt wird. Einer der mächtigsten Insider-Agenten vor und nach dem I. Weltkrieg war beispielsweise „der myste¬riöse ,Colonel` Edward Mandel House, der britisch-gebildete Sohn eines Repräsentanten englischer Finanzinteressen im amerikanischen Süden … Er war ein rigoroser Drahtzieher hinter den Kulissen und wird von vielen Historikern als der wahre Präsident der Vereinigten Staaten während der Amtszeit Wilsons bezeichnet. House verfaßte ein Buch mit dem Titel „Philip Dru, Administrator (1912) … Er entwarf darin einen nur schlecht als Fiktion getarnten Plan zur Eroberung Amerikas durch die Einführung des Sozialismus, wie er von Karl Marx erträumt wurde …“

„Im Jahre 1919 traf sich House mit den Mitgliedern der britischen Geheimorganisation „The Round Table“. Es wurde der Aufbau einer Organisation geplant, deren Aufgabe es sein sollte, den Bürgern Amerikas, Englands und Westeuropas die Vorzüge und angenehmen Seiten einer Weltregierung plausibel zu machen. Hauptargument dieser Werbekampagne sollte natürlich der „Frieden“ sein … Die Organisation „The Round Table“ entsprang dem Lebenstraum des Gold- und Diamant-Magnaten Cecil Rhodes, der nach einer „neuen Weltordnung“ strebte. Seine Biographin, Sara Millin, nannte es etwas konkreter „den schlichten Wunsch nach der Regierung der Welt“ … In seinem ersten Testament erklärte Rhodes ausführlich sein Ziel: „Die Ausdehnung der britischen Herrschaft über die ganze Welt …, die Gründung einer so gro¬ßen Macht, daß danach jeder Krieg unmöglich ist und die Förderung der Belange der Menschlichkeit.“ (Gary Allen Die Insider, S.65)

Nun, Cecil Rhodes war ein erleuchteter Freimaurer. In der Schule der Freimaurerei hatte er den Plan und Traum einer Weltregierung und den Aufbau einer verschwörerischen Geheimorganisation kennengelernt, die nach dem Vorbild von Adam Weishaupts Illuminatenorden aufgebaut war. Adam Weishaupt hatte am 1. Mai 1776 die Illuminaten gegründet. Ihr eigentliches Ziel war nach Weishaupt „nichts anderes, als Macht und Reichtum zu gewinnen, die weltlichen und religiösen Regierungen zu unterminieren und die Herrschaft der Welt zu erlangen“. (J.Maler, Die sieben Säulen der Hölle, 1974, S. 101)

Sowohl er als auch andere führende Illuminaten waren Freimaurer. A. Weishaupt führte das berüchtigte Zellensystem ein, das später von den Kommunisten übernommen wurde. Nicht zufällig trug er den Ordensnamen „Spartakus“. Im Jahre 1891 wurde schließlich mit den Geldern von Cecil Rhodes der zentrale Kern der geheimen „Round-Table“-Gesellschaft gegründet, die unter Führung des Freimaurers Lord Alfred Milner hinter den Kulissen der britischen Regierung arbeitete und die Außenpolitik und das Verhalten Englands im Ersten Weltkrieg wesentlich bestimmte. Nebenbei sei noch erwähnt, daß Lord Milner ein „Schlüsselfinanzier der bolschewistischen Revolution“ gewesen ist“. Aus dieser „Round-table-Gruppe, die Ende des 1. Weltkrieges sehr stark ausgeweitet werden mußte, entwickelte sich unter der Regie des Colonel House die derzeit mächtigste Insider-Institution in dem USA: der sog. Council on Foreign Relations (CFR), der in Amerika „das Establishment“, „die unsichtbare Regierung“ und „das Rockefeller-Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten“ genannt wird. Am 19. Mai 1919 wurde im Majestic-Hotel in Paris der Round-Table-Konferenz die Bildung des CFR übertragen. Viele führenden Köpfe dieser halbgeheimen Institution gehören der Freimaurerei an. G. Allen hat die Mitgliederliste des CFR in seinem Buch über die Insider veröffentlicht. Hauptziel dieser linksgerichteten, prosowjetischen Gruppe ist natürlich die Etablierung einer Weltregierung, die One World, oder wie es in der vom CFR am 25. November 1959 veröffentlichten Study Nr. 7 heißt, die „Schaffung einer neuen internationalen Ordnung, welche dem Verlangen der Welt nach Frieden und nach sozialer und wirtschaftlicher Veränderung entsprechen muß …, eine internationale Ordnung (das Codewort für Weltregierung) … inklusive der Staaten, die sich selbst als „Sozialisten“ (Kommunisten) bezeichnen“.

Der CFR, der lediglich eine private Vereinigung ohne jeden offiziellen Charakter ist, kann dennoch mit Recht als „das eigentliche Entscheidungszentrum der amerikanischen Außenpolitik betrachtet werden, in dem die amtliche Politik des State Department und die Außenpolitik des Weißen Hauses vorprogrammiert und präjudiziert werden … Fast sämtliche namhaften amerikanischen Außenpoliti¬ker der letzten Jahrzehnte waren Mitglieder des „Council an Foreign Relations“ und … jeder Präsident von F. D. Roosevelt bis Gerald Ford mußte die wohltätige Hilfe dieses feinen Clubs in Anspruch nehmen, wenn er im Konsensus mit dem „Eastern Establishment“ bleiben wollte … Es kann auch nicht übersehen werden, daß die Ideologie des „Eastern Establishment“ von der Verschmelzung der unterschiedlichen Gesellschaftssysteme in Ost und West ausgeht und – ähnlich wie die Konvergenztheoretiker – von der „Einen Welt“ schwärmt, in der die kommunistischen Sklavenhalter im Kreml und das „Eastern Establishment“ von Wall Street in einer Art von Kondominium die Menschheit beherrschen.“

„Der Chef-Manager, der durch seine gewaltige, weitverzweigte Wirtschafts- und Finanzmacht gegenwärtig im CFR und in der amerikanischen Politik überhaupt über den größten Einfluß verfügt, ist Nelson Rockefeller. Lauge Zeit kontrol¬lierte er die Politik der USA hinter dem Kulissen, jetzt ist er Vizepräsident der USA und sein derzeit renommiertester Schützling und „Laufbursche“ ist Henry Kissinger, der Leiter des State Department. Beide werden heute in den USA öffentlich als Sowjetagenten angegriffen. So ist in einem von Oberst Curtis B. Dall, dem Schwiegersohn F. D. Roosevelts, verbreiteten Flugblatt der sog. „Liberty Lobby“ vom 5. September 1974, der massive Vorwurf zu lesen: „Wenige Leute wissen es und die Presse erwähnt es nicht, daß Nelson Rockefeller als ,Agent` für die Sowjetunion bekannt ist. Mit dem bekannten prosowjetischen Internationalisten Cyrus Eaton hat Rockefeller ein Monopol im USA-Handel mit der UdSSR! Die Tatsachen hierüber berichtete ,Liberty Lowdon` schon im April 1968. Kein Wunder, daß Henry Kissinger, der, seit er nach Amerika kam, ein Rockefeller-Mann war, die sogenannte ,Entspannung` mit den Kommunisten fördert. Die Riesenmonopolprofite für die Hunderte von Banken und Aktiengesellschaften, die den Rockefellers gehören oder von ihnen kontrolliert werden, sind unvorstellbar! Würde er seinen und seiner Familie Profit für die nationalen Interessen Amerikas opfern?“

Von dem genannten Cyrus Eaton, der zusammen mit den Rockefellers 1947 einen Osthandelskonzern gründete, die sog. „International Basic Economy Corporation“ stammt das Wort: „Die USA und die Sowjetunion müssen miteinander verschmolzen werden. Cyrus Eaton hat für seine prosowjetische Politik den Lenin-Friedenspreis erhalten. Henry Kissinger, der sich selbst als Freund Egon Bahrs bezeichnete, soll nach einer Meldung des „Washington Observer“ (WO) auch ein ,,langjähriger persönlicher Freund“ des ehemaligen Brandt-Referenten Günter Guillaume sein. Weder Kissinger noch die US-Regierung haben gegen diesen Bericht, der sich auf eine Quelle des amerikanischen Geheimdienstes beruft, bislang juristische Schritte unternommen. Wozu sollten sie das auch tun? Die „seriösen“ Massenmedien der USA und Europas haben diese ungeheuerliche Nachricht ohnehin unterdrückt, was wiederum nicht verwundert, wenn man weiß, daß diese Medien fast durchweg von den Insider-Imperialisten kontrolliert werden.

In dem Bericht des WO heißt es wörtlich: „Der bekannte patriotische Journalist Frank A. Capelli berichtete kürzlich: „Ein früheres hochstehendes Mitglied eines kommunistischen Geheimdienstes, der als Doppelagent zugunsten der Vereinigten Staaten arbeitete, hat berichtet, daß Kissinger, als er Personen über ihre Nazibeziehungen verhörte, verfügbare Informationen Mitgliedern des sowjetischen Geheimdienstes zufließen ließ. Die Rekrutierung Henry Kissingers durch den sowjetischen Geheimdienst geht zurück auf den Zweiten Weltkrieg.“

Die wenigen Andeutungen über die Rolle von Nelson Rockefeller und Henry Kissinger genügen, um die Politik der einflußreichsten CFR-Repräsentanten und ihrer Boys, zu denen man in Amerika auch den Hochgradfreimaurer Gerald Ford zählt, besser verstehen zu können.

3. Die Bilderberg-Gruppe

Die amerikanischen CFR-Insider haben inzwischen ihre imperialistische Organisation erweitert und auf Westeuropa ausgedehnt. Sie ließen 1954 die sog. Bilderberg-Gruppe installieren, deren Aufgabe es ist, bis zur Erreichung des politischen Endziels, der sozialistischen One World, die wirtschaftlichen und politischen Interessen der amerikanischen und westeuropäischen Insider zu koordinieren. Als Aushängeschild und Gründer der Bilderberger benutzten die Rockefeller-Imperialisten Prinz Bernhard der Niederlande, Ehegatte von Königin Juliana, „die als reichste Frau Europas, möglicherweise der ganzen Welt, gilt. Der Sohn eines ehemaligen deutschen Miniaturfürsten präsidiert dem alljährlich abwechselnd in Amerika und Europa unter außergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen abgehaltenen und von viel Geheimnistuerei umgebenen Sitzungen dieser erlauchten Gesellschaft 18

Unter der Überschrift: „Die Bilderberg-Gruppe – ein Beispiel für Dr. Quigleys ’Global-Establishment’ in Aktion“, schreibt der Amerikaner W. Cleon Skousen: „Hin und wieder vernächlässigt das Netzwerk die Bewachung, lange genug, um einen flüchtigen und erschreckenden Blick in das Innere der Mammut-Maschine werfen zu können, von der Dr. Quigley meint, sie sei jetzt schon zu groß, um noch aufgehalten werden zu können. Wenn man die verzahnte, globale Verzweigung betrachtet, die diese Machtstruktur entwickelt hat, nimmt es nicht Wunder, wenn Dr. Quigley so ungeheuer zuversichtlich an ihren endgültigen und unwiderruflichen Sieg glaubt.

Werfen wir inzwischen einen Blick auf einige der „Konferenzen“, die von dem Global-Establishment einberufen werden. Sie werden alljährlich als meisterhaft geplantes internationales Konklave abgehalten. Sie sind geheim und anwesend ist nur eine beschränkte Zahl von „Gästen“. Diese erweisen sich als etwa 100 Männer vom inneren Führungskreis, der ihre vier größeren Dimensionen der Macht repräsentiert: die internationalen Bankdynastien, ihre in riesigen internationalen Unternehmen verfilzten Aktiengesellschaften (Corporations), die steuerfreien amerikanischen Stiftungen und die Vertreter des Establishments, die hohe Regierungsämter bekleiden, besonders in der Regierung der Vereinigten Staaten.

Diese Konferenzen haben stets den gleichen Vorsitzenden: seine Königliche Hoheit, Prinz Bernhard der Niederlande, der mit seiner Familie einen gewaltigen Anteil an der Royal Dutch Shell Oil Corporation besitzt. Dann ist immer in nächster Nähe David Rockefeller, der seine Familie und besonders die Standard Oil von New Jersey vertritt, eine der größten Gesellschaften, die es gibt. Es ist interes¬sant, daß anläßlich politischer Revolutionen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten in verschiedenen Teilen der Welt ausbrachen, diese beiden Gesellschaften gewöhnlich alle Öl- und Naturgaskonzessionen erhielten. Das trifft in weitem Umfang für Afrika, den Nahen Osten, Südamerika und den Fernen Osten zu. Dies sind auch die Gesellschaften, deren Anlagen in den letzten Kriegen von den Bombern beider Seiten wirklich verschont wurden. Wir erwähnen dies nur, um die Tatsache zu unterstreichen, daß Dr. Quigley recht zu haben scheint mit der Behauptung, die politischen und wirtschaftlichen Kräfte der Erde seien in einem gigantischen, monolythischen Block einer totalen Weltmacht verwoben. Raymond B. Fosdick, einer der fast immer diese Bilderberg-Konferenzen besucht, hat gesagt, die Bilderberger spinnen „die kein Ende habenden Fäden (wirtschaftlich und politisch), die den Frieden zusammenbinden“ (zitiert in der Review of the News, 21. September 1966, S. 22). Natürlich ist der „Friede“, den sie meinen, die zwangsläufige Zusammenarbeit, die eine sozialistische Weltregierung der Menschheit aufzwingen könnte, um jeden bedeutenden Widerstand auszuschließen – von da an würde also Frieden sein wie sie ihn sich vorstellen.

Prinz Bernhard berief die erste dieser Konferenzen im Mai 1954 ins Hotel Bilderberg in Oosterbeek, Niederlande ein, und seither wird die Gruppe „Die Bilderberg-Gruppe“ genannt. Sie treffen sich jedoch an verschiedenen Orten. Das Treffen von 1957 fand vor der Küste von Georgia statt, auf der St. Simons-Insel, unweit von der Jekyl-Insel, wo 1908 ein Geheimtreffen veranstaltet wurde, um das Statut für die US-Federal Reserve Bank festzulegen. Die Treffen 1964 waren in Williamsburg, Virginia. Sie haben sich auch schon in Canada, in der Türkei, in Deutschland, England und Frankreich getroffen. Alle ihre Zusammenkünfte sind geheim. Kein Sekretär macht sich Notizen von den Reden. Kein Reporter nimmt an den Debatten teil. Und wenn Prinz Bernhard die Konferenz mit Hammerschlag beschließt, werden keine Erklärungen, politischen Berichte oder Kopien der angenommenen Resolutionen der Presse übergeben. Die Konferenzteilnehmer gehen in die vier Himmelsrichtungen auseinander, um ihre Aufgaben durchzuführen, aber die Welt erfährt niemals den geringsten Schimmer von dem, was entschieden worden ist. Das ist besonders für den Kongreß frustrierend, der mehrmals schon versucht hat, die Ak¬tivitäten dieser Bilderberg-Konferenzen ausfindig zu machen. Selbst als hohe Regierungsbeamte, wie Marinesekretär Paul Nitze, unter Eid vernommen wurden, war es wirklich unmöglich, irgendetwas von Bedeutung zu erfahren. Die einzigen anwesenden Pressevertreter waren vertraute Persönlichkeiten des Establishment wie Arthur Hays Sulzberger, Präsident und Herausgeber der „New York Times“, Ralph E. McGill, Pro-Castro-Verleger der „Atlanta Constitution“, Gardner Cowles, Verleger und Herausgeber des Magazins „Look“, und C. D. Jackson vom Magazin „Life“ (derselbe C. D. Jackson, der 1961 „Hollywoods Antwort auf den. Kommunismus“ herausgab und versuchte, Inserenten zu be¬schwichtigen, die Anzeigen im Wert von hunderttausenden von Dollars zurückzogen, als die Life-Redaktion die antikommunistische Bewegung angriff).

Anscheinend besteht die große Furcht der Bilderberger wegen der Möglichkeit der Infiltration und Enthüllung. Deshalb erwecken sie manchmal den Anschein, ihre Treffen öffentlich bekannt zu machen und bestätigen sogar, wer eingeladen worden ist, damit die Anwesenheit so vieler weltbekannter Persönlichkeiten das Ganze nicht als verschwörerisch oder mysteriös erscheinen läßt. Schließlich konnte dadurch gezeigt werden, wer bei diesen Konferenzen vertreten ist und welche politischen und wirtschaftlichen Bundesgenossen sich zusammenschließen. Hier, zum Beispiel, folgen den bereits Genannten, weitere typische Persönlichkeiten, die diese Konferenzen besuchen:

Joseph E. Johnson, Präsident des Carnegie Endowment für International Peace (der die meisten Konferenzen finanziert),

Dr. Joseph Retinger, kommunistischer Geschäftsführer Polens in Rußland, der Prinz Bernhard bei der Organisation der ersten Konferenz 1954 half,
Mc George Bundy, der frühere Harvard-Professor, Präsidentenberater und spätere Präsident der Ford Foundation …
George W. Ball, ehemaliger Unterstaatssekretär,
Christian Herter, ehemaliger Außenminister,
Dean Acheson, ehemaliger Außenminister,
Dean Rusk, ehemaliger Außenminister und Präsident der Rockefeller-Foundation,
Lester Pearson, der ehemalige Premierminister von Canada,
Shephard Stone, Direktor für Internationale An¬gelegenheiten der Ford-Foundation,
Pierre-Paul Schweitzer, Managing-Director des United Nations Monetary Fund,
Dirk U. Stikker, Generalsekretär der Nato,
Gardner Cowles, Chefredakteur und Herausgeber des Magazins „Look“,
J. William Fulbright, US-Senator von Arkansas, Paul G. Hoffmann, US-Chef für Auslandshilfe,
George F. Kennan, ehemaliger Botschafter in der Sowjetunion,
Paul H. Nitze, der als Marinesekretär diente.“

Von den deutschen Teilnehmern erwähnt Skousen in seiner vor 1971 aufgestellten Liste Fritz Berg, den früheren Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, und Alex W. Menne, den Präsidenten der Vereinigung der Deutschen Chemieindustrie. Neben anderen, bei uns weniger bekannten Persönlichkeiten, nennt er zum Schluß John J. Mc Cloy, den früheren Präsidenten der Chase Manhattan Bank und Henry Kissinger, der damals Berater von Präsident Nixon war (W. Cleon Skousen, The naked Capitalist, S.107).

Von G. Allen erfahren wir außerdem, daß Prinz Bernhard der Niederlande auch bei der Société Generale de Belgique, einem riesigen Kartellkonglomerat mit weltweiten Niederlassungen, eine bedeutende Stellung einnimmt. Nach Prinz Bernhard ist das „ultimative Ziel der Bilderberger eine Weltregierung .. .

Zu den Bilderbergern aus der Welt der Hochfinanz gehören Baron Edmund de Rothschild, C. Douglas Dillon (CFR) von Dillon Read. Co., Robert Mc Namara von der Weltbank, Sir Eric Roll von S. G. Warburg u. Co….

Nicht jeder, der die geheimen Treffen der Bilderberger besucht, ist ein Insider. Doch ist es nur Männern der Linken erlaubt, an den privaten Treffen nach der allgemeinen Sitzung teilzunehmen. Die bekannten sozialistischen Parteien Europas sind zahlreich vertreten – ein weiteres Bei¬spiel für die Verknüpfung von Vertretern der Hochfinanz mit den angeblichen Führer des Proletariats. Die Richtlinie der Bilderberger-Politik wird nicht von den Teilnehmern der Konferenzen festgelegt, sondern von der Elite des Steuerungskomitees der Insider, welches sich aus 24 Europäern und 15 Amerikanern zusammensetzt …

Wenn Zusammenkünfte führender Parlamentarier der Welt und internationaler Industriemagnaten, bei denen Pläne über die Auslandspolitik der jeweiligen Nationen diskutiert werden, geheimgehalten werden, sollte man doch annehmen, daß dies von den Massenmedien mit Empörung konstatiert wird … Statt dessen lassen Presse und Fernsehen die Bilderberger unerwähnt und lenken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Nebensächlichkeiten. Da die Bilderberger der Linken zugeordnet werden (oder, wie die Liberalen sagen würden, „progressiv“ sind), läßt man sie ungestört für 1984 planen …“

Die Bilderberger-Treffen „dauern gewöhnlich drei Tage und werden in abgelegenen, aber erstklassigen Quartieren gehalten. Die Teilnehmer sind alle am selben Ort untergebracht und werden durch ein engmaschiges Sicherheitsnetz geschützt … Die Ford-, Rockefeller- und Carnegie-Stiftungen finanzieren diese Treffen nicht ohne Grund.“

Über das Treffen, das vom 23. bis 25. April 1971 in Woodstock, Vermont, stattfand, berichtete der „Herald“ aus Rutland, dessen Reporter in dеn Besitz einer flüchtigen Information gelangen konnte, folgendes: „Eine fast undurchdringliche Mauer des Schweigens wurde um die Konferenz gezogen. EinTreffen hinter geschlossenen Türen wurde letzte Woche in Woodstock abgehalten … Ein Teilnehmer des Treffens betonte am Montag nachdrücklich, das Treffen sei eine ,Internationale Friedenskonferenz‘, wie mai informiert worden sei. Andere zuverlässige Quellen behaupten jedoch, die Konferenz hätte mit der Internationalen Finanz zu tun. Das Woodstock-Gasthaus wird augenscheinlich wie Fort Knox abgeschirmt. Keine Presseberichterstattung ist erlaubt, mit Ausnahme der Veröffentlichung einer Erklärung zum Abschluß des Treffens …“ G. Allen bemerkt ergänzend zu diesem Bericht: „Als Prinz Bernhard auf dem Logan-Flugplatz in Boston ankam, gestand er den Reportern, das Thema der Konferenz sei die ,Veränderung der Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt` gewesen. Ist es nicht hervorragend zu wissen, daß die Rolle Amerikas durch Prinz Bernhard, Rothschild und Rockefeller verändert wird? Das ist die wahre Demokratie in Aktion – wie uns vorgegaukelt wird. Anwesend auf dem Schauplatz war auch der CFR-Rockefeller-Laufbursche und Präsidentenberater in Auswärtigen Angelegenheiten, Henry Kissinger, um die Befehle für Mr. Nixon zu überbringen. Kurz nach dem Woodstock-Treffen geschahen zwei unheilverkündende und ,rollenverändernde` Ereignisse: Henry Kissinger ging nach Peking und arrangierte die Aufnahme von Rot-China in die Familie der handeltreibenden Nationen, und es entwickelte sich eine internationale Währungskrise, die zur Abwertung des Dollars führte. Der britische Politiker und Rothschild-Vertraute Benjamin Disraeli schrieb in ,Coningsby`: ,Sie sehen also, mein lieber Coningsby, daß die Welt von ganz anderen Persönlichkeiten regiert wird, als es sich jene vorstellen, die nicht hinter der Bühne stehen.“

In der Zeit vom 19.-21 April 1974 tagten die Bilderberger in Mégève in Frankreich. Über dieses außerordentlich bedeutsame und streng geheime Treffen berichtet der „Washington Observer“ vom 15. Mai 1974: „Obwohl Nachrichten von diesem wichtigen Ereignis von allen Nachrichtenagenturen vollständig unterdrückt wurden, konferierten mehr als 100 der reichsten Männer der Welt streng abgeschlossen im Hotel Mont d’Arbois, einem luxuriösen Gasthaus des Baron Edmund de Rothschild.

Die Heimlichkeit des Treffens und die Sicherheitsvorkehrungen, die es umgaben, waren größer als bei dem Treffen vom 22.-25. April 1971 in Woodstock, Vermont …“
Im folgenden veröffentlicht der „Washington Observer“ die Gästeliste des Mégever-Meetings, die ein Reporter unter persönlicher Gefahr beschaffen konnte. Sie wurde nur den teilnehmenden Gästen ausgehändigt, zum Zweck des Sich-Kennen-Lernens. An Außenstehende wurde sie nicht gegeben.

Die bedeutendsten Vertreter aus den USA waren die Brüder David und Nelson Rockefeller.

Aus Deutschland kamen folgende Teilnehmer: Karl Kaiser, Walther Leisler Kiep von der CDU, Helmut Schmidt (SPD), der damals Finanzminister war. Gerhard Schröder von der CDU, Theo Sommer, Chefredakteur der „Zeit“, Hans Jürgen Wischnewski, SPD, und Otto Wolff von Amerongen. Als Vertreter der europäischen Gemeinschaften war Ralf Dahrendorf gekommen.

Es kann den aufmerksamen Beobachter der politischen Szenerie nicht überraschen, ausgerechnet die hier genannten Männer in dieser vornehmen Gesellschaft anzutreffen. Dennoch ist es notwendig, einen von ihnen etwas näher kennenzulernen: Walther Leisler Kiep.

Wer ist Leisler Kiep? Das Amtliche Handbuch des 7. Deutschen Bundestages bietet folgende Kurzbiographie (S. 220):
KIEP, Walther Leisler, Versicherungskaufmann, Kronberg, Hessen, Landesliste CDU.
Geboren am 5. Januar 1926 in Hamburg; evangelisch; verheiratet. Grundschule Hamburg, dann Istanbul (Türkei] bis 1939. Abitur in Frankfurt 1943. Arbeits- und Wehrdienst. 1945 Studium der Geschichte und Volkswirtschaft, nicht abgeschlossen. Kaufmännische Lehre mit Abschluß. Seit 1949 in der Versicherungswirtschaft tätig. AЬ 1955 bei der Firma Gradmann und Holler. Persönlich haftender Gesellschafter der Gradmann und Holler KG, Geschäftsführer der Firmen der Gradmann und Holler-Gruppe, Versicherungs- und Rückversicherungsmakler. Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Texaco AG, Hamburg; der Maschinenfabrik Grevenbroich AG; der Marsh & McLennan S.A., Brüssel; der Tower-Chisholm Ferguson Ltd., Toronto, Canada; der „Pallas“ Gradmann und Holler, Sao Paulo, Brasi¬lien, und Mitglied des Beirats Hessen der Deutschen Bank AG, Frankfurt. Seit 1961 Mitglied der CDU. Mitglied des Bundespräsidiums und Bundes¬schatzmeister der CDU und Mitglied des Präsidiums des CDU-Landesverbandes Hessen. – Mitglied des Bundestages seit 1965.

Zu ergänzen ist, daß Kiep auf dem Bundesparteitag der CDU in Saarbrücken 1971 von den Delegierten zum Schatzmeister der CDU und 1973 vom Präsidium der CDU zu dessen Sprecher in außenpolitischen Fragen gewählt wurde. Die außenpolitische Li¬nie Kieps ist als prosowjetisch bekannt. Er hat die von den amerikanischen Insidern gewünschten Ostverträge der Brandt-Scheel-Koalition so intensiv unterstützt, daß er anläßlich der Bundestagsdebatten über diese Verträge offen für den „Ausverkauf Deutschlands“ das Wort nehmen wollte; nur durch einen Verhandlungstrick konnte dieser Auftritt verhindert werden.

In der CSU/CSU-Fraktion sammelte er eine Fronde Gleichgesinnter, mit der es gelang, die ablehnende Haltung der Fraktionsmehrheit aufzuweichen, was schließlich zur beschämenden Stimmenthaltung der politischen Mitte führte.

Dem sogenannten Grundvertrag mit dem Regime in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands stimmte Kiep mit seiner Stimme zu … Das war aber alles kein Zufall, sondern diente dem Aufbau einer Karriere, die eines Tages im Auswärtigen Amt ihren vorläufigen Höhepunkt finden soll. Denn sein Verhalten im Bundestag war nur das Vorgeplänkel, mit dem Kiep sich die Türen aller Deutschlandfeinde in Ost-Berlin, Moskau und Washington/New York zu öffnen verstand. In Ostberlin ist er persona grata, nachdem er dort im Hause des amtlichen Vertreters der Bundesrepublik Deutschland mit sogenannten Parteivertretern verhandeln durfte, die durchwegs Agenten des Staatssicherheitsdienstes sind. (H. Grawunder, „Die CDU-Linke formiert sich“, in Deutsche Wochenzeitung, vom 28. 2. 1975)

Die Ost-Berlin¬-Reise Kieps wirbelte anfangs Januar 1975 auch in der CDU eine Menge Staub auf, nicht zuletzt deswegen, weil Kiep dort auch mit einem Agenten des KGB zusammengetroffen sein soll. Von Seiten der CDU wurde auf Aufrage erklärt: „Der Besuch von Herrn Leisler Kiep in Ostberlin hatte private Natur. Seine Kontakte mit Politikern der Zone erfolgten nicht im Auftrag der CDU-Führung.“ Diese Mitteilung ist sehr aufschlußreich. Die Frage, ob Kiep 1974 in Mégeve im Namen der CDU oder als Privatmann an der Bilderberger-Konferenz teilgenommen hat, wurde von der CDU nicht beantwortet. – Nach den Gesprächen in Ostberlin fuhr der umstrittene Kiep im Februar 1975 mit einer Delegation des sog. „Bergedorfer Kreises“ nach Moskau. Einem Pressebericht zufolge wurde Kiep hier „von den Sowjets zielsicher ausgesondert und zum Genossen Sagladin gebracht, der auch damals der intime Gesprächspartner Wehners war. Kiep wurde über fünf Stunden lang von den Experten der Sowjetspitze examiniert …“ (Neue Bildpost vom 2. März 1975)

Wahrscheinlich ist der Begriff „Examen“ für dieses Gespräch nicht ganz richtig gewählt. Es geht um mehr: Kiep hat das Vertrauen der Sowjets, weil er ein Vertrauter Rockefellers ist. Er ist „Vertrauensmann“ nach beiden Seiten, was ihn für nationale deutsche Politik und erst recht für die Politik einer „christlich-demokratischen“ Partei untauglich und untragbar macht.

Die mangelnde Information unserer Bevölkerung hat angemessene Reaktionen bislang verhindern können. Auf die Dauer wird es aber nicht möglich sein, die Insider-Verschwörung, die der bekannte amerikanische Systemkritiker Curtis B. Dall eine „kriminelle Verschwörung“ nennt, den Deutschen zu verheimlichen. Und daß die erst einmal aufgeklärten und mündigen Bürger unseres Landes sich ohne energische Gegenwehr von den Insider-Imperialisten in die kollektive Sklaverei des geplanten sozialistischen Weltstaats führen lassen, ist nicht wahrscheinlich. Ganz gleich aber wie die unvermeidliche Entscheidung ausfallen wird: Die Rockefeller-Imperialisten werden in jedem Fall gewinnen und mit ihnen die rote Internationale.

Die sozialistische Weltdiktatur in der One World ist nach der Überzeugung ihrer Meisterplaner nicht mehr aufzuhalten. James Warburg hat schon im Jahre 1950 vor dem amerikanischen Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten unmißverständlich erklärt: „Die große Frage unserer Zeit lautet nicht, ob Оne World erreicht werden kann oder nicht, sondern ob One World mit friedlichen Mitteln erreicht werden kann oder nicht. Ob es uns paßt oder nicht, wir werden One World haben. Die Frage ist nur, ob durch friedliche Übereinstimmung oder mit Gewalt.“ (I. Igazságot, Kissinger, S. 103)

Die Insider haben in der Vergangenheit Krisen aller Art, Revolutionen und sogar Weltkriege provoziert, um ihre „internationale Friedensordnung“ in der One World schrittweise zu verwirklichen. Sie werden auch in der Zukunft um dieses Zieles willen nicht vor verbrecherischer Gewalt zurückschrecken.

Diese Feststellung ist gültig, auch wenn man in jüngster Zeit die Tendenz erkennen kann, daß im Zuge der „Ost-West-Entspannung“ keine in größerem Ausmaß zerstörerische Gewalt mehr angewendet werden soll. Das wird z. B. im Hinblick auf die „Sozialisierung Europas“ deutlich, die gegenwärtig planmäßig und zielstrebig im Gange ist. In diesem Prozeß sind zunächst einmal alle „faschistischen“ Staaten zu „befreien“. In Portugal ist der erste Schritt bereits erfolgreich gemacht worden. In Spanien, wo zur Zeit noch im Untergrund die „Befreiung“ vorbereitet wird, erhofft man den Umsturz für die Zeit nach Francos Tod.

Werfen wir nun noch einen flüchtigen Blick auf die „Revolution“ in Portugal. Wie ist „man“ hier vorgegangen und welche Lehren kön¬nen aus dem revolutionären Prozeß in diesem Land gezogen werden?

Ausländischen Presseberichten zufolge hatten die Bilderberger bei dem Umsturz vom 25. April 1974 nicht nur ihre Finger im Spiel, sie spielten sogar eine ganz entscheidende Rolle bei diesem Unternehmen.

Wie die in Paris erscheinende ,,Permanences“ (Nr. 112, August/September 1974) schreibt, ist der Vernichtung des „Faschismus“ in Portugal eine Flut umstürzlerischer und pornographischer Literatur gefolgt. Filme und Zeitschriften mit „Sex“ wurden in dem endlich „befreiten“ Land massenweise verbreitet und sobald sich der Gesetzgeber damit befassen kann, werden Pille, sexuelle Aufklärung, Familienplanung, „freie“ Abtreibung und Ehe¬scheidung folgen. „Ja, Portugal ist… in den Strudel der moralischen, sozialen und politischen ’Befreiung’ gestürzt… in der Erwartung, in die totalitäre kommunistische Ordnung einzutreten… Ist das eine speziell portugiesische Erscheinung oder eine Episode der Verschwörung internationaler Interessen?“

Die schwedische Zeitung ,,Dagens Nyheter“ hat diese Frage zu einem guten Teil beantwortet, wenn sie schreibt: „Die hohe internationale Finanz und die Kreise der portugiesischen Banken haben eine bedeutende Rolle bei dem Staatsstreich vom 25. April 1974 gespielt.“

 Und die dänische Zeitung „Politiken“ stellte fest: „Die Vereinigten Staaten haben eine entscheidende Rolle bei der Militärrevolte gespielt.“ Auch das ist eine Teilwahrheit. Um welche Rolle es sich dabei handelte, hat die Madrider „ABC“ am 5. Juli 1974 in einem Artikel über „die mysteriöse Zusammenkunft des Bilderberg-Clubs“ enthüllt. Gemeint ist das Treffen in Megeve vom 19. bis 21. April 1974, von dem gesagt wird, daß hier das Schicksal der westlichen Welt entschieden wurde.

„Es genügt, die Namen der Teilnehmer an dieser Versammlung … zu kennen, um deren Bedeutung zu begreifen: Nelson Rockefeller … General Goodpaster, der Oberkommandierende der alliierten Streitkräfte in Europa … Joseph Luns, der Generalsekretär der NATO… und außerdem Thorsen Anderson, der portugiesische Geschäftsträger, der die Meinung von Joseph Luns über die möglichen Reaktionen der NATO angesichts eines möglichen Regierungswechsels in Portugal erkundet hat.“

Wie hat der Generalsekretär der NATO auf die ihm in Megeve gestellte Frage reagiert? „Permanences“ sieht die Antwort in dem „Verhalten der NATO-Schiffe vor Lissabon in den ersten Stunden des Staatsstreichs. Ihre Anwesenheit sollte ein Element der Ablenkung für jene „General-Ultras“ sein, die eine Anwandlung von Opposition gegen den Putsch hätten bekommen können. Jedermann in Lissabon konnte beobachten, daß Einheiten der NATO am 24. April diskret im Hafen der portugiesischen Hauptstadt eintrafen.

Diese Schiffe und Unterseeboote, die bestimmten der elf Länder der NATO angehörten, sollten an dem großen Luft- und Seemanöver Dawn Petrol 1974 teilnehmen, das für den 26. April im Mittelmeer und an der Atlantischen Küste geplant war. Englische und amerikanische Flugzeuge waren – immer im Rahmen des Manövers – auf dem Flugplatz von Montijo stationiert, 30 km von Lissabon entfernt. Aber kurz bevor die „Junta“ über das Fernsehen dеn Regierungswechsel bekanntgegeben hatte, wurden die atlantischen Manöver abgeblasen: Die portugiesischen Schiffe, die auf hoher See waren, konnten nach Taje zurückkehren und ruhig vor Lissabon anlegen. Das Oberkommando der Marine mußte um 16 Uhr den Anschluß an die „Junte de Salut National“ erklären.

Für diese Vorgänge macht „Permanences“ finanzielle und wirtschaftliche Organisationen des „Westens“, aber auch religiöse Autoritäten verantwortlich. Nach mehreren Zeitungen, darunter „ABC“ in Madrid, hat General Spinola dafür Sorge getragen, daß der Vatikan nach seiner Meinung befragt wurde. „ABC“ schrieb am 5. Juli 1974: „In Rom verteidigt Mgr. Pereyra Gomes, der Führer des liberalen Flügels der portugiesischen Kirchе, dеn Plan Spinolas vor Kardinal Villot.“

Es gibt kein Anzeichen dafür, daß Rom auch nur die geringste Opposition gegen dеn vorgesehenen Aktionsplan geäußert hätte, im Gegenteil. So war also der im Geheimen vorbereitete Plan der Verschwörer in jeder Hinsicht „meisterhaft“ ausgeführt worden. Leider merkten aber einige „Hilfswillige“ erst zu spät, wessen Suppe sie kochten und wem sie die Hasen in die Küche jagten. Richtig bemerkt „Permanences“:

„Die eifrige Verbreitung der Werke mit marxistischen Ideen, die Links-Bewegung von Coimbra, die Schwärmerei eines großen Teils der Elite-Katholiken für die katholisch-marxistische ,Synthese’, haben viel mehr zum Fall Portugals beigetragen als die taktische Geschicklichkeit der 200 ,Roten Hauptleute’, die am 25. April die Macht übernahmen.“

Nicht zuletzt aber hatten die Brüder Maurer allen Grund zum Jubel. Die Grand Loge de France brachte ihre Freude über die Ereignisse in Portugal mit den Worten zum Ausdruck: „Unser Orden, der durch die Diktatur schwer bekämpft im Untergrund lebte, kann in Portugal endlich wieder Kraft und Stärke erlangen und so seinen Platz im Konzert der weltweiten Freimaurerei wieder einnehmen.“

Ein Jahr nach dem Umsturz in Portugal haben (Ende Juli 1975) die führenden Maurer der westlichen Welt, an ihrer Spitze Hochgrad-Bruder Gerald Ford, zusammen mit den Sowjetimperialisten unter Führung von Leonid Breschnjew in Helsinki ihre „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ mit großer Herzlichkeit und mit „moralischer Unterstützung“ des Heiligen Stuhls abgehalten. Sie haben hier nicht nur Osteuropa begraben – wie A. Solschenizyn richtig sagte -, sondern das Ende der politischen Moral feierlich, endgültig und unwiderruflich bekräftigt.

Die Einweltler haben die Tragödie von Helsinki als großen Sieg gefeiert und blinde Schwärmer der dekadenten „freien Welt“ haben ihnen Beifall gespendet. Viele haben aus dem Fall Portugals leider immer noch nichts gelernt. Erfreulich und ermutigend zugleich darf aber trotz allem die Tatsache gewertet werden, dаß ein großer Teil unserer Bevölkerung das falsche Spiel der bewußten One-World-Verschwörer und ihrer naiven und unerleuchteten Mitspieler mit klarem Blick durchschaut und mit aufrichtiger Entrüstung verurteilt hat.

4. Der Vatikan und die Weltherrscher der Finsternis

Dennoch dürfen die Architekten der One World mit Gelassenheit und Genugtuung ihrem Ziel entgegenstreben, denn die geistige Weltmacht, die sie an der Erreichung dieses Zieles hindern sollte, hat sich bereitwillig dazu herabgelassen, dem Weltstaat der Zukunft mitaufzubauen und der kommenden Weltregierung schon im voraus ihren Segen zu geben. Die freimaurerische Propaganda, die uns schon seit Jahrzehnten die Notwendigkeit der

One World um des Friedens willen einhämmert, hat auch im Vatikan ihre Wirkung nicht verfehlt. Erzbischof Casaroli, der Sekretär des Rates für die öffentlichen Angelegenheiten der Kirche, hielt am 10. Dezember 1974 vor der italienischen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit eine hochbedeutsame Rede über das Thema: „Der Heilige Stuhl und die internationale Gemeinschaft.“ (L’Osservatore Romano vom 29.12. 1974)
Darin sagt er wörtlich:
„Der Hl. Stuhl hört nicht auf, die Notwendigkeit einer weltweiten Organisation der Völker, einer von allen anerkannten und respektierten Autorität hinzuweisen, die durch den Beitrag aller Kraft und Leben erhalten müßte. Damit würde die Versuchung wegfallen, eigene Macht- und Vormachtziele gewaltsam durchzusetzen, ebenso wie das harte Gesetz der Verteidigung der eigenen Ehre und berechtigten Interessen, wenn nicht gar der Freiheit und des Lebens; an ihre Stelle träte die Möglichkeit der Berufung auf ein gerechtes, unparteiisches Gericht, das in der Lage sein müßte, die Rechte und Pflichten aller zu wahren und festzusetzen.“

Diese zwei Sätze Casarolis sind die gewichtigsten in seiner umfangreichen Rede. Versuchen wir, sie sorgfältig zu analysieren. Zunächst erklärt er, der Hl. Stuhl weise unaufhörlich auf den Nutzen und die Notwendigkeit einer „weltweiten Organisation der Völker“ hin, unter der nichts anderes gemeint sein kann als die One World. Diese sollte als „Autorität“ von allen anerkannt und respektiert werden und durch den Beitrag aller Kraft und Leben erhalten. Und worin läge der große Nutzen und Segen einer solchen „internationalen Gemeinschaft“? Die Antwort heißt: Zunächst würde die One World von der Versuchung befreien, „eigene Macht und Vormachtziele gewaltsam durchzusetzen“. Dazu ist folgende realpolitische Frage zu stellen: Wer würde die wirkliche und totale Macht in der One World eigentlich ausüben? Die realpolitische Antwort kann nur lauten: Diejenigen Mächte, die diese Macht heute schon teilweise besitzen und die universale und totale Herrschaft über die Welt anstreben. Und das sind unter realpolitischem Aspekt die Freimaurerei, der Zionismus und der Sozialismus bzw. Kommunismus.

Glaubt Herr Casaroli im Ernst, diese Weltherrscher der Finsternis könnten oder wollten ihre eigene Macht- und Vormachtstellung, die sie nach langem Kampf endlich in der Onе World erreicht hätten, irgendwann einmal aufgeben?

Im Gegenteil: Sie müßten ihre Macht total ausüben und sie gegen alle ihre Gegner, die es auch in der Onе World geben würde, mit Willkür und Terror, also brutal durchsetzen. Sie wären dazu gezwungen, denn im anderen Fall würde die von ihnen beherrschte „weltweite Organisation der Völker“ auseinanderbrechen und zerfallen.

In einem hat Casaroli freilich recht: Für die unterdrückten und versklavten Untertanen dieser; „weltweiten Organisation der Völker“ gäbe es die Versuchung, „Macht- und Vormachtziele gewaltsam durchzusetzen“, nicht mehr. Die Ohnmächtigen wären der Diktatur der Mächtigen ganz und gar hilflos ausgeliefert.

In der One World wäre sowohl die Macht der Herrschenden als auch die Ohnmacht der Sklaven total und universal. Aus diesem totalitären Welt-Staat könnte niemand mehr emigrieren. –

Zweitens meint Casaroli, würde in der One World das „harte Gesetz der Verteidigung der eigenen Ehre und der berechtigten Interessen“ wegfallen. Das kann man entweder so verstehen, daß die One World-Gemeinschaft entweder ein perfekter Rechtsstaat wäre, in dem die Bürger der Verteidigung ihrer Ehre und berechtigten Interessen glücklicherweise enthoben wären, oder aber sie wäre ein brutaler Unrechtsstaat, in dem die Schwachen und Unterjochten gar keine Möglichkeit mehr haben könnten, irgendwelche Rechte durchzusetzen. In realpolitischer Sicht wäre nur der letzte Fall denkbar.

Schließlich meint der umstrittene Diplomat, würde sogar die Verteidigung der Freiheit und des Lebens wegfallen. Hier hat er sicher recht, denn in der Einen Welt gäbe es persönliche Freiheit nur noch im Sinne von Karl Marx, d. h. die Freiheit, das sozialistische Welt-Establishment anzuerkennen. Dies nicht zu tun oder das System gar zu bekämpfen, hieße sein Leben riskieren. In der Tat wäre in diesem Fall die Möglichkeit Freiheit und Leben zu verteidigen, nicht mehr gegeben. Was bleibt also noch als letzte Hoffnung übrig?

Erzbischof Casaroli sagt es so: „die Möglichkeit der Berufung auf ein gerechtes, unparteiisches Gericht, das in der Lage sein müßte, die Rechte und Pflichten aller zu wahren und festzusetzen.“

Letzteres ist eine idealistische, wirklichkeitsfremde Phrase, eine Utopie, ein Nichts. Die herrschende Klasse oder das One-World-Establishment wäre gar nicht in der Lage, freiheitliches und gleiches Recht für alle festzusetzen und zu wahren. Es müßte sich ja selbst zerstören, wenn es den Andersdenkenden und seinen Gegnern die naturgegebenen Menschenrechte garantieren würde. Weder in der von Freimaurern, noch in der von Kommunisten beherrschten Welt gibt es das ideale und gleiche Recht für alle. Und was das unparteiische und gerechte Welttribunal angeht, haben wir in Nürnberg das Musterbeispiel eines internationalen Gerichts in Aktion schon erlebt.

In Nürnberg hat man das internationale Recht zur Farce gemacht und vor aller Welt die Macht der Stärkeren demonstriert. Freimaurer, Zionisten und Kommunisten haben hier Nazi-Kriegsverbrecher verurteilt. Das wäre rechtens gewesen, wenn man auch freimaurerische und kommunistische Verbrecher vor Gericht gestellt und verurteilt hätte.

Oder ist etwa der Massenmörder von Dresden, der „große“ Freimaurer und Europäer Churchill verurteilt worden?

Hat man den Massenmörder von Hiroshima und Nagasaki, den Hochgradmaurer Truman etwa gerecht bestraft?

Das Recht ist unteilbar oder es ist eine Fiktion. Wenn aber in einem totalitären Weltstaat die Macht total ist, dann wird auch das Unrecht total sein müssen. Das ist nach den Gesetzen der Logik und des gesunden Menschenverstandes eine Binsenwahrheit. Ob die Diplomatie des Hl. Stuhls eine andere Logik hat?

Man könnte gegen die hier vorgebrachte Argumentation einwenden: Ist die Annahme, daß die One World von einem totalitären und brutalen Regime beherrscht werden müßte, überhaupt zwingend? Könnte man sich nicht auch eine freiheitlich-demokratische Weltregierung vorstellen, die dem Weltbürgern ein größtmögliches Maß an Freiheit einräumt und sichert? In der idealistischen Phantasie wäre das durchaus vorstellbar, in einer Welt aber, die von Freimaurern, Kommunisten und Zionisten regiert wird und deren endgültige Gestalt bereits als sozialistischer Welt-Superstaat von den westlichen Insidern und ihren kommunistischen Komplizen vorprogrammiert ist, muß das schlechthin unmöglich sein. In der Welt der Politik zählen nur faktische Realitäten und nicht phantastische Wunschträume. Casaroli stellt in seiner Rede zum Schluß dann auch selbst die Frage, ob die Konzeption seiner Politik nicht doch eine Utopie ist. Er sieht eine solche selbstverständlich nicht, aber er schließt sie auch nicht mit absoluter Gewißheit aus, denn er sagt: „Wenn man aber doch von Utopie sprechen will, so wird diese vom Hl. Stuhl aus Überzeugung unterstützt …“ Er betont: „Der Hl. Stuhl ist der Freund aller“ und er gibt etwaigen Kritikern die Versicherung, „daß der Hl. Stuhl in einem der härtesten, dramatischsten Abschnitte seines Bestehens sein Handeln, möge es auch oft auf Schwierigkeiten und Unverständnis stoßen, doch ruhigen Gewissens dem strengen, aber gerechten Urteil der Geschichte anheimstellen darf …“

5. Jesus Christus – Pantokrator

Die düsteren Zukunftserwartungen, die in dieser Schrift angedeutet werden, sind gewiß nicht unrealistisch, wenn wir an die kommenden Jahrzehnte unserer Geschichte denken. Mancher wird heute sogar von der bangen Frage gequält: Lohnt es sich überhaupt noch, in einer Welt zu leben, die mehr und mehr von den Söhnen der Finsternis beherrscht und vergewaltigt wird? Angesichts der Ohnmacht, unter der die Kinder des Lichtes offensichtlich zu leiden haben, sind pessimistische Äußerungen dieser Art zwar verständlich, aber nicht gerechtfertigt. Jedenfalls ist der gläubige Christ, der nicht auf Sand, sondern auf Jesus Christus baut, felsenfest davon überzeugt, daß die einige Zukunft dem gehört, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben“ (Joh. 8,12).

Jesus Christus ist der einzige, der uns aus der Macht der Finsternis befreit. Nur in seinem Namen findet die Welt Heil und Rettung (Apg 4,12). Er ist der Hei¬land aller Menschen, die guten Willens sind. Keine menschliche Weisheit und Macht, weder politische Parteien noch religiöse Institutionen, die von sündigen und unzulänglichen Menschen getragen werden, sind aus eigener Kraft imstande, die dämoni¬schen Weltherrscher der Finsternis und ihre Funktionäre aus Fleisch und Blut (Eph 6,12 f) zu besiegen. Aber der Herr Jesus Christus hat durch sein Heilswirken die Finsternismächte bereits überwunden und er allein wird sie an seinem Tag endgültig entmachten (Röm. 2,16; 2. Petr. 2,9; 3,7; 3,10 ff u. a.).

Als sie ihn gefangennahmen, sagte er den bewaffneten Schergen: „Das ist eure Stunde und die Macht der Finsternis“ (Lukas 22,53). Seine Feinde geißelten, verhöhnten und kreuzigten ihn, während er für sie betete und sich selbst freiwillig opferte als „Sühne für unsere Sünden … auch für die der ganzen Welt“ (1. Joh. 2, 2). Bei seinem Tod mochten die Söhne der Finsternis vorübergehend triumphiert haben, nach seiner Auferstehung waren sie endgültig ge¬schlagen.

Der All-Herrscher Jesus Christus hat uns nicht den Himmel auf der Erde versprochen, nicht die Freiheit von Angst und Leid in dieser Welt. Im Gegenteil: Er ruft seine Freunde auf, täglich ihr Kreuz zu tragen und ihm so nachzufolgen, bis sein „großer und herrlicher Tag“ anbricht. Bis dahin ist und bleibt unsere Geschichte bittere und leidvolle Passions-Zeit, Leidensgeschichte. Nicht zuletzt deshalb, weil die Schuld der Welt auch von den Schuldigen gesühnt werden muß. Sollten sich die Pläne der Weltherrscher dieser Finsternis erfüllen und die gesamte Menschheit in einer erbarmungslosen sozialistischen Weltdiktatur die Freiheit verlieren, dann wäre dieser Verlust der Freiheit die gerechte Strafe Gottes und die notwendige Sühne für den Mißbrauch unserer Freiheit in der Sünde. Noch nie ist so frivol, hem¬mungslos und schamlos gesündigt worden wie in unserem Jahrhundert der Massenverbrechen. Der Massenabfall von Gott und seinem Sohn Jesus Christus führt notwendig in die Sklaverei der Sünde und ruft das Zorngericht Gottes auf die Welt herab, wie die Heilige Schrift bezeugt (Eph 6,6). Doch jeder, der sich zu Christus bekehrt, an ihn glaubt und seinen Namen anruft, wird gerettet werden (Apg. 2,21) und ewiges Leben haben (Joh,3,23 u.a.).

Noch ist die Stunde der Finsternis nicht abgelaufen. Aber sie geht unaufhaltsam ihrem Ende entgegen und der „große und glanzvolle Tag des Herrn“ (Apg. 2,20) kommt mit absoluter Sicherheit immer näher auf uns zu. In dieser entscheidungsvollen Zeit ist das Bekenntnis, das der „Aktionskreis katholischer Männer Vorderpfalz“ in einem Offenen Brief vom 14. Mai 1973 an den Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnjew, abgelegt hat, für Gläubige und Ungläubige gleichermaßen bedenkenswert: „Jeder, der die Geschichte kennt, weiß, daß alle, die bisher Revolution gegen Gott gemacht haben, auf der Strecke geblieben sind. Nach wie vor gilt das Wort der Heiligen Schrift: „Gott läßt seiner nicht spotten“ (Gal. 6,7) und: „Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Hebr 10,31) … Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn des lebendigen Gottes, ist „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ (Mt. 28,18). Er hat alle Feinde, die in der Geschichte gegen ihn aufgetreten sind, überwunden, er wird auch der Macht des atheistischen und antichristlichen Kommunismus ein Eide setzen, wenn die von Gott bestimmte Stunde dazu gekommen ist.“ –

Mit Christus werden die Kinder des Lichts am Еndе siegen und nach der Zeit der Bewährung und des Kampfes werden sie das ewige Reich des Friedens besitzen, das Gott denen schenkt, die ihn lieben.

Texte zum Nachdenken

Da sah ich aus dem Meer ein Tier aufsteigen .. . (Offb 13,1).
Noch ein anderes Tier sah ich aus dem Festland aufsteigen. (Offb 13,11).
Alle, groß und klein, reich und arm, frei und unfrei, brachte es dazu, auf ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirne ein Zeichen zu tragen. Keiner sollte kaufen oder verkaufen dürfen, der nicht das Zeichen trug (Offb 13,16-17).

Ich sah einen Engel der mit lauter Stimme rief: „Wer das Tier und sein Bild anbetet und dessen Zeichen an seiner Stirne oder an seiner Hand trägt, soll von dem Glutwein Gottes trinken, der unverdünnt in seinen Zorneskelch eingeschenkt ist. Mit Feuer und Schwefel soll er vor den heiligen Engeln und dem Lamme gepeinigt werden. Der Rauch ihrer Qualen steigt auf in alle Ewigkeit. Tag und Nacht haben sie keine Ruhe, die das Tier und sein Bild anbeten und das Zeichen seines Namens tragen. Hier zeigt sich die Standhaftigkeit der Heiligen, die die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren (Offb 14,9-12).

Ergänzend zum Thema:

Teil 2: Weltmacht Zionismus

M. Adler: Die antichristliche Revolution der Freimaurerei

W. Borowsky: Christus und die Welt der Antichristen

N. Homuth: Die Verschwörung des Antichristus

E. Sauer: Das antichristliche Weltsystem

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info@horst-koch.de

 

 

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